Mainstage


Magic Dirt - What Are Rock Stars Doing Today

26. Feb 2002 | von Aron

Die CD klingt leider insgesamt etwas mehr nach einer guten Demoplatte, was sie aber nicht sollte, da sie qualitativ recht okay ist. Die ganze Musik würde wahrscheinlich etwas besser ankommen, wenn der Bass (Dean Turner) im Mix etwas lauter geregelt wäre, so fehlt irgendwie der Bauch am Rockopa, der diese Autorität ausmacht. Der linke Fuß des Rockopas ist vielleicht das Schlagzeug (Adam Robertson), der mal mehr und mal weniger aufgeregt auf dem Fußboden tippelt, weil das eben getrunken Malzbier schon wieder auf die schwach gewordene Blase drückt. Die rechten Hand würde ich der Leadguitar (Raul Sanchez) zuordnen, die gemächlich nach dem Essen über den, leider etwas zu kleinen, „Bass-Bauch“ streichelt. Ist schon ein komischer Rockopa… Einerseits ist er nervös und vermittelt Hektik, andererseits strahlt er diese Ruhe eines alten Mannes aus, der in der Küche sitzt und einen mit besorgten und fürsorglichen Blicken nach dem Essen anguckt und einen fragt, was man denn auf dem Herzen hat…
Aber da fehlt noch was, um das Gefühl in der großelterlichen Küche zu sitzen, zu vervollkommnen &#8211; richtig &#8211; die Oma, die mit ihrem Besen durch die Küche wirbelt! Tja, leider ist Frontfrau &#8222;Adalita&#8220; schlecht mit einer solchen zu vergleichen &#8211; vom optischen genauso wenig wie ihre Stimme, da diese nicht wirklich der einer alten Dame gleicht. Aber sie wirbelt, und das macht einen Unterschied zu den Kolleginnen von &#8222;Guano Apes&#8220; und &#8222;Die Happy&#8220;, mit der zweiten Gitarre, gesangsmäßig liegt sie wohl irgendwo zwischen den beiden.<p>

Fazit: Die Platte kann man gut hören, um mal etwas neues ausser Coke bei 3° auszuprobieren. Wenn sie euch mal über den Weg läuft - reinhören lohnt sich, wenn man eine Alternative zu Guano Apes sucht und Die Happy sucht…

Division of Laura Lee - Black City

26. Feb 2002 | von Ulrich

Nach halbjährigem Warten ist &#8222;Black City&#8220;, das Zweitwerk des Burning Heart Neulings
endlich in den Läden.
Ihr erster Burning Heart Output, die 3 Track &#8222;Pretty Electric&#8220;-EP, machte allemal
Lust auf mehr, leider fällt dieses &#8222;mehr&#8220; etwas enttäuschend aus.

&#8222;Einseitige Abwechslung&#8220; könnte man das nennen, dass die vier Schweden dort fabrizieren.
High-Energy-Rock&#8217;n&#8217;Roll und halbherziger EmoCore heißen die beiden Abwechslungsstrukturen.

Im Gegensatz zur sehr guten &#8222;Pretty Electric&#8220;-EP, die ausnahmslos überzeugen konnte,
weist &#8222;Black City&#8220; deutliche Schwächen auf. Diese sehe ich vor allem in Songs wie
&#8222;Trapped in&#8220;, &#8222;I guess I&#8217;m healed&#8220;, &#8222;hte truth is fucked&#8220; oder &#8222;Wild and Crazy&#8220;,
in diesen Songs wird Tempo, sowie leider auch Qualität heruntergeschraubt.
Die High Energy Songs, wie &#8222;we&#8217;ve been planning this for years&#8220;, &#8222;number one&#8220;, access
identity&#8220;, &#8222;pretty electric&#8220; oder auch der Titeltrack, hingegen, können alle vollends
mitreißen. Bezeichnend ist, dass zwei dieser sehr guten Stücke bereits auf der &#8222;Pretty
Electric&#8220;-EP enthalten waren, dies schmälert den Wert des wirklich neuen Materials
auch ein wenig.

Eventuell werden Division of Laura Lee sich vorerst aus dem Rock&#8217;n&#8217;Roll Geschäft
zurückziehen (müssen). Henrik Röstberg, Gitarrist der Band, hat die Band vor kurzem
verlassen und seine Ex-Kollegen sind z.Z. auf der Suche nach Ersatz.
Dies tut &#8222;Black City&#8220; auch nicht sonderlich gut, da deswegen die Promo Tour ausfallem
musste.

Fazit: Trotz einiger Schwächen höre ich &#8222;Black City&#8220; momentan in Dauerschleife. Der
Sound lässt sich gut mit einer Mischung aus den Labelmates The (International) Noise
Conspiracy und den Hives beschreiben, wobei Division of Laura Lee im direkten Vergleich
mit den beiden genannten Bands jeweils den Kürzeren ziehen.

Garage Fans dürfen hier jedoch allemal reinhören, Leute die sich nur die Perlen dieses
Genres rauspicken möchten, sollten &#8222;Black City&#8220; jedoch umgehen.
Und mal ehrlich, jedes Genre braucht doch auch ein gewissen Mittelfeld! (wozu ich
DOLL im Garage Bereich zähle).

Krutch - Whatever it takes

26. Feb 2002 | von S?ren

Seit nun mehr 10 Jahren bewegen sich KRUTCH im Musikgeschäft. In ihrer Bandkarriere haben sie erst 3 Demos, danach 3 7" und weitere 5 CDs veröffentlicht. Am 04.02.2002 erscheint ihr 6. Streich auf I Scream Records / Cargo. KRUTCH betiteln es mit dem schon fast ideologischen Namen "Whatever It Takes". Auf "Whatever It Takes" findet der CD-Besitzer 13 erstklassige Old-School-Hardcore-Songs. Hardcore-Songs mit Monstergitarren-Riffen, Metall-Einflüssen, schönen melodischen Passagen und den verschiedensten Gesangsarten. Um ein ähnliches Soundergebniss zu verspüren, müßte man schon die Musik von PRO-PAIN, DAFTONES,D.R.I.,BIOHAZARD und MADBALL zusammen mischen. Dieses breite Musikspektrum verriet vielleicht auch, warum KRUTCH live schon mit Bands wie AGNOSTIC FRONT, DOG EAT DOG, BIOHAZARD, LIFE OF AGONY, HATEBREED, PANTERA, BLOOD FOR BLOOD, ALL OUT WAR, TYPE O NEGATIVE, OVERKILL, SICK OF IT ALL, D.R.I., MURPHYS LAW und SEPULTURA zusammen gespielt haben.
Auf der "Whatever It Takes"-CD gehören Mad, Karl, Richie, Mav und Battle zur Bandbesetzung von KRUTCH. Ein weiteres Highlight in der Musikgeschichteist auch, dass "Whatever It Takes" allen Menschen nach dem 11. September kraft geben soll. Auch werden mit dem Album Freunde der Band gegrüßt und gedacht, die den Anschlag nicht überlebt haben. Vielleicht sieht deshalb das Cover, sowie die CD, etwas patriotisch aus. Aber Patriotismus hin oder her, KRUTCH haben mit "Whatever It Takes" ein Spitzenalbum in Sachen Old-School-Hardcore abgeliefert. Respekt!

The Maggots - This Condition is incurable

26. Feb 2002 | von Ulrich

Die Maggots sind zurück! Lediglich ein Jahr nach ihrem Überraschungserfolg &#8222;Get Hooked!&#8220;,
folgte nun Ende Januar die 10&#8216;&#8216; &#8222;This condition is incurable&#8220;, diese erfüllt die
hohen Erwartungen jedoch nicht!

&#8222;This Condition is incurable&#8220; ist eher ein Release, den man vor dem &#8222;Get Hooked!&#8220;
Album erwartet hätte.
Soundtechnisch bietet dieses Werk absolut nichts neues der Herrn um Frontman Mans
P. Manson. Die Qualität der Aufnahmen ist im Gegensatz zum Debüt heruntergegangen
und das Songmaterial ist sehr einseitig geworden, es schleppt sich nur vor sich hin.

Die Abwechslung, der ich großes Lob ausschüttete, ich vollkommen eingebüßt und große
Hits sind auch nur in &#8222;Cat Fight&#8220; zu erkennen.
Ebenfalls negativ anzumerken ist, dass die CD-Version 3 Songs mehr besitzt als die
Vinyl-Version, da fühlt man sich als Vinyl-Fan zurecht verarscht. Auf die Frage &#8222;Warum&#8220;,
gab es keine Reaktion, der sonst so redseligen Mannen.

Im Sommer werden die drei Schweden wieder das Studio betreten um ihr zweites Full-Lenght
Album aufzunehmen, hoffen wir, dass diese Sessions ergiebiger sein werden.

Various Artist - THE WORLDWIDE TRIBUT TO THE REAL OI VOL.2

26. Feb 2002 | von S?ren

Am 25.02.2002 erscheint der zweite Teil des legendären THE WORLDWIDE TRIBUT TO THE REAL OI &#8211; Samplers. Volume 2 des Samplers wird, ebenso wie schon der 1. Teil, wieder von Onno Cromag und Roger Miret präsentiert. Und THE WORLDWIDE TRIBUT TO THE REAL OI VOL. 2 ist obendrein die größte Compilation in der Geschichte der Hardcore / Oi Szene. Auf dem Sampler sind 15 Bands mit 27 Liedern vertreten, Von diesen 27 Songs sind die ersten 13 Songs ein einfaches Tribut, und die noch folgenden Lieder laufen als Re-Tribut, und sind allesamt Coversongs von allseits bekannten Oi-Song-Klassikern. Allerdings sind die Bands, die die Stücke nachspielen, mindestens genau so namhaft, und ein fester Bestandteil der heutigen Hardcoreszene. Denn es sind keine geringeren Gruppen als ROGER MIRET AND THE DISASTER, IGNITE, SECOND CHANCE NL, THE BOUNCING SOULS, BRIGHTSIDE, HARLEY CROMAG & FRIENDS, DEATH THREAT, HARDSELL, VISION, MURPHYS LAW, BEANS, POWERHOUSE, FUNERAL DRESS, MILLWALL ROI und LAST RESORT. Aber das, was den Sampler austmacht,sind die Songs. Denn diese sind auf keinem Longplayer, von den eben genannten Bands, zufinden!
Also liebe Leute, diese CD ist Pflicht und gehört zu jeder guten CD-Sammlung. Und mit Zweifeln kann auch keiner ankommen, der diese CD nicht als seine bezeichen kann, da sie vom ersten Lied bis zur letzten Sekunde einfach genial ist!

Terrorgruppe - Blechdose

26. Feb 2002 | von Ulrich

Über die Notwendigkeit von Live CDs kann man sich stundenlang streiten und wird doch
zu keinem Ergebnis kommen. Fakt ist aber, dass in regelmäßigen Abständen Live CDs erscheinen, so auch wieder
im Januar diesen Jahres. Diesmal beglückte uns die Terrorgruppe. Besonders hierbei,
ihre Live CD trägt nicht nur den Namen &#8222;Blechdose&#8220;, sondern ist auch in einer dieser
verpackt. &#8222;Damit der böse Bruder die CD nicht zerstört, wenn er mal wieder drauftritt…&#8220;

Neben der CD befindet sich in der Blechdose noch ein schickes DIN A4 großes Poster,
dass auf der Rückseite alle Songtexte, sowie viele lustige Zeitungsartikel bietet.
(Beispielsweise: &#8222;Katholik erklärt Punkern den Krieg&#8220; uvm.)

Wer die Terrorgruppe live noch nicht erlebt hat, wird sich bei dem nahezu perfektem
Sound denken, dass die CD stark im Studio nachbearbeitet wurde. Doch dem ist nicht
so, ich habe mich von ihren Live Qualitäten selbst überzeugt und bin begeistert!

Auf Dauer nerven jedoch die Einspieler von Kiss, die ca. 4 Mal auf der CD untergebracht
sind, hierbei handelt es sich etwa um Ansagen der Rock Ikonen oder ums Jubeln ihres
Publikums.
Auf einem Live Album der Terrorgruppe dürfen Hits wie &#8222;Mein Skateboard ist wichtiger
als Deutschland&#8220;, &#8222;Schöner Strand&#8220;, &#8222;Opa&#8220;, &#8222;5 Kilo&#8220;, &#8222;Schöner Strand&#8220; etc. natürlich
nicht fehlen. Ebenso wenig misst man das Terrorgruppen typische Frage-Antwortspiel:
Terrorgruppe: &#8222;Seit ihr alle gut drauf?&#8220;, Publikum: &#8222;Fick Dich Du Arschloch!&#8220;
Die CD Länge ist mit 78 Minuten und 25 Songs komplett ausgeschöpft und macht von
Anfang bis Ende Spaß pur.

Die Blechdose ist jedoch nicht nur Terrorgruppen Fans zu empfehlen, sondern auch
Neulinge sollten dieser Live CD ein Ohr schenken. Mir erging es genauso. Ich hielt
die Band immer für durchschnittlich, doch mit dem Hören der Blechdose, sowie dem
Live Erlebnis, hat mich die Terrorgruppe vollends überzeugt.

Eigentlich bin ich gegen Live Alben, doch hier mache ich mal großzügig eine Ausnahme,
denn die Blechdose rockt, verdammt nochmal: Kaufen!

Terrorgruppe, D. Sailors, Rasta Knast, Osnabrück

26. Feb 2002 | von Ulrich

Die Terrorgruppe kommt nach Osnabrück! Das heißt Karten bestellen, denn dass das
kleine Jugendzentrum &#8222;Westwerk&#8220; bei einem solchen Event schnell ausverkauft sein
wird, war abzusehen.
Nach langer Vorfreude war es endlich soweit, Freitag Abend, ab aufs Konzert.
Meine Erwartungen an die Terrorgruppe waren eigentlich nicht so hoch, ich kannte
nur wenig und so ganz überzeugen konnte mich das auch nicht.
Dann waren da auch noch zwei Vorgruppen: die D.Sailors und Rasta Knast. Von denen
hatte ich zuvor noch gar nichts gehört und war gespannt auf ihre Performances.

Kurz nach 21.00 Uhr begannen die [b]D.Sailors[/b] mit ihrem Set, direkt mit dem ersten
Song konnte sie mich und einige Kumpel begeistern. Der Sound war frisch und schwengte
zwischen Melodic Punk und Ska Punk. Der Sänger hatte sein Tenor Saxophone mit und
wechselte dies öfters mit seiner Gitarre.
Leider war der Großteil des Publikums anfangs noch skeptisch und steif und richtige
Stimmung kam leider nicht auf. Direkt vor der Bühne klaffte ein riesiges Loch, dass
sich aber im Verlaufe des Auftritts ein wenig füllte.
Nach ca. 35 Minuten waren sie fertig, jedoch wurde eine Zugabe verlangt, sie scheinen
dem Publikum also doch gefallen zu haben, dieser Wusch wurde erfüllt.
Die D.Sailors haben einiges vorgelegt und ob die beiden folgenden Bands die knacken
können, war mehr als fraglich.
Insgesamt haben mich die D.Sailors mehr als überzeugt, im Anschluß habe ich mir noch
ihre aktuellste LP &#8222;Mind Dressing&#8220; gekauft. Sehr empfehlenswert, hört sie auch unbedingt
an, Anspieltip: &#8222;the devil stole my saxophone&#8220; (etwas skaiger) und &#8222;Dedicated to
the soap stars&#8220; (Melodic Punk).

Die Umbaupause ging recht zügig, innerhalb einer viertel Stunde waren [b]Rasta Knast[/b]
startklar. Die Umbaupause wurde noch mit Sounds von The living End versüßt, sodass
keine Langeweile aufkam.
Rasta Knast waren etwas härter als die D.Sailors, dies kam beim Großteil des Publikums
positiv ankam. Die beiden Gitarristen und der Bassist wechselten sich immer ab bei
den Leadvocals, auch wenn man sagen muss, dass die des Bassisten eher zu einer Metalband
passt, also zu Deutschpunk, aber dies sahen nicht alle so, &#8222;der Zeigefinger&#8220; (Forumsmitglied)
bespielsweise von seine Stimme am besten…Geschmackssache eben.
Anfangs fand ich den Deutschpunk des Vierers auch recht gut, doch leider wurde es
bei den 45 Minuten doch recht eintönig. Spaß haben sie jedoch gemacht, doch die D.Sailors
konnten sie nicht toppen!

Nun war es endlich soweit, die Terrorgruppe betrat die Bühne. Es begann mit einem
Elektro Intro, dann war wie beim Start einer Rakete ein Countdown zu hören: Das Bollwerk
pollterte mit voller Kraft los: Nazis im Haus. Direkt bei diesem Song stand die Halle
kopf und es wurde beinahe bis ganz in die letzte Reihe gepogt. Doch leider hatte
sich die Halle mittlerweile stark aufgeheizt und mit Zigarette- und Schweißgestank
gefüllt, es war ziemlich unangenehm, doch was soll&#8216;s? Die Terrorgruppe kommentierte
dies nur mit: &#8222;Wer braucht Sauerstoff wenn er Bier hat?&#8220;
Die Stimmung war bombastisch und spätestens beim kollektiven &#8222;ERNST AUGUST&#8220;-Gebrüll
war klar, dass absolut jeder vollkommen gerockt diese Halle verlassen wird.
Gespielt wurden alle bekannten Hits, von &#8222;Leider nur ein Traum&#8220;, über &#8222;Schöner Strand&#8220;,
&#8222;Allein gegen alle&#8220; bishin zu &#8222;Opa&#8220; wurde alles dargeboten.

Live hat die Terrorgruppe mich sehr überzeugt, sich hätte nicht gedacht, dass sie
wirklich so perfekt wie auf der &#8222;Blechdose&#8220; spielen können.

Scottish by Nature

25. Feb 2002 | von benni

Es war mal wieder an der Zeit; die REAL MCKENZIES sind wieder in Europa unterwegs um zu zeigen was sich unter Schottenröcken befindet, wie man Dudelsäcke bläst und vor allem: Wie man Siege feiert. Etwa solche gegen Bayern München. Zusammen mit Lauri von roterfaden.org wurden die Kanadier gelöchert; Ladies and Gentleman: Raise The Banner - Dirty Kurt und Paul Mckenzie…

<b>Paul, Kurt - ST. Pauli, der Sieg…</b>

Beide: YEAHH!!!!! Der beste Tag in zehn Jahren FC St. Pauli schlägt Bayern München, dass das eines Tages passiert. Unglaublich! Einen herzlichen Glückwunsch an FC. St. Pauli und natürlich, wo wir da sind, auch an Göttingen 05. Ein historischer Tag der Sieg gegen München. Prost! Salute To St. Pauli!

<b>Und an Ihr Maskottchen…</b>

Paul: Hehe, ja Du spielst auf "Raise The Banner" an. Wir sind nicht wirklich das Maskottchen in dem Sinne. Wir spielen bei Gelegenheit auf Parties des Vereins. Aber das Lied wurde vom FC. St. Pauli inspiriert, das sie uns einluden ein Spiel von ihnen anzuschauen. Generell lässt sich das Stück aber auf jegliche Fußballmannschaften anwenden bzw. als Anfeuerung nützlich machen. Aber um vom Fußball wegzukommen…
<b>
…sollten wir auf die Tour zu sprechen kommen…</b>

Paul: Genau. Wir sind momentan ziemlich auf der Hälfte der Tour. Wir haben einige Shows mit verschiedenen Bands gespielt aber die vier Shows mit TERRORGRUPPE waren unglaublich gut, sie sind genau wie wir. Das ist cool, wir verarschen sie und sie verarschen uns. Es macht Spaß. Zudem ist es toll zu sehen, dass die Platte gut läuft. Sie wird viel gekauft und Dirty Kurt und ich hören sie uns immer wieder gerne an. Das ist ein gutes Zeichen. Nee im Ernst "Loch´d And Loaded" gefällt uns wirklich gut.
<b>
Sie ist auf Honest Dons, "Clash Of The Tartans" ist auf Sudden Death raus…</b>
Dirty Kurt: Ja stimmt. Es war so, dass Joey von Sudden Death nicht mehr mit der Nachfrage von REAL MCKENZIES Platten nachkam. Das soll nicht arrogant klingen aber die Nachfrage konnte wohl nicht mehr gedeckt werden. Wir sind dann zu Honest Dons gewechselt, und es ist super.
Paul: Ja bei Honest Dons sind schon vier Cd Pressen kaputt gegangen nur um unsere Nachfrage zu decken, Ok ist gelogen. Ernsthaft: Honest Dons sind etwas überrascht da eine Nachfrage zu bestehen scheint welche die Erwartungen die wir und das Label hatten überschreitet. Das macht dich auch glücklich, denn "Loch ´D And Loaded" ein Ergebnis sehr harter Arbeit ist. Wir touren sehr viel und wenn wir von dieser Tour zurück sind werden Kurt und ich beginnen das neue Album zu schreiben, so dass wir es in der Hinterhand haben, wenn wir mit RANCID und NOFX im April auf Tour gehen.
Dirty Kurt: Es gibt da nur noch ein Mysterium: Es gibt eine Band welche die RANCID, NOFX, REAL MCKENZIES Tour mitfahren wird nur diese wird momentan noch geheimgehalten, nicht einmal wir wissen es. Wir kamen da auch mehr oder weniger ohne eigenes Zutun rein, denn NOFX suchten noch eine Band zum eröffnen und RANCID auch, Fat Mike nahm halt uns, Danke Mike!
Paul: Aber nachdem wir hier in Deutschland das Trinktraining gemacht haben, werden wir in der Lage sein jede der Bands auf der Tour an die Wand bzw. unter den Tisch zu trinken. Wir trainieren immer in Deutschland, ihr habt tolles Bier nebenbei, und zeigen in Amerika bzw. Kanada was wir uns in Europa angeeignet haben. Und das war auch schon so bevor wir auf Honest Dons waren, hehe.
<b>
Wie sind denn Eure Erfahrungen mit den verschiedenen Labels, neben den genannten wart Ihr ja auch auf Plastic Bomb.</b>
Kurt: Momentan haben wir keine Probleme mehr. Da Joey "Clash Of The Tartans" für Plastic Bomb lizensiert hat. Die neue ist ja eh auf Honest Dons von daher ergeben sich kaum Probleme oder Disparitäten zwischen den Platten auf dem amerikanischen bzw. europäischen Markt.
Paul: Hehe, ich kann Dir jahrelang von Plattenfirmen erzählen die ich hasse. Aber auch über Platten die ich liebe.
<b>
Dann erzählt doch gleich mal was zu "Loch ´d And Loaded"</b>

Kurt: Sicher. Wir hatten einige Stücke fertig und sind dann auf unsere erste Europa Tour gefahren. Und das war der Motor; die Tour war so super dass wir alle neu inspiriert wurden Stücke zu schreiben, zu verbessern etc. Wir wurden durch die Tour als Band wieder zusammen geschweißt. Als wir von der Tour wieder zurück waren kam unser Manager und meinte dass er einen Deal für uns mit Honest Dons hat und wir waren froh, ja sehr froh sogar. Wir haben dann unsere Stücke vertieft und an ihnen gearbeitet. Dann sind wir ziemlich schnell nach Seattle geflogen und haben mit Johnny, der auch schon unsere erste Platte produziert hatte, "Loch´d And Loaded" aufgenommen. Wir hatten einige Biere und sonstige Scherze zusammen und am Ende ist die Platte rausgekommen.
Paul: Der Rest spricht für sich selbst. Ich finde sie ist das beste REAL MCKENZIES Album bis jetzt, aus dem Grunde dass wir als REAL MCKENZIES momentan das beste Line Up denn je haben. Alle sind sehr gute Musiker so macht alles sehr viel Spaß. Neulich in Holland ist mit das aber auch erst aufgefallen weil irgendwer im Backstage meinte dass alle von uns sehr gut wären. Dann habe ich mal verglichen und ja, alle in den REAL MCKENZIES beherrschen ihre Instrumente wirklich gut, ohne jetzt irgendwie arrogant klingen zu wollen. Das zieht auf Tour sowie auf Platte natürlich seine Spuren.
<b>
Dann gibt's aber zwischen "Clash Of The Tartans" und "Loch´d And Loaded" einen großen Schritt.</b>
Paul: Sicherlich, es gab auch einen entscheidenden Line Up Wechsel.
Kurt: Ja einer der dirigierenden Songwriter hat die Band verlassen. Paul und ich blieben als einzige Gründungsmitglieder über. Ursprünglich waren wir also drei bzw. auf einmal nur noch zwei. Jetzt haben wir Brett und Mark neu an Bord die beide sehr viel an den Songs mitschreiben.
Paul: Nebenbei: Mark hält sich seit gestern für ELTON JOHN, warum wissen wir auch nicht als wir aufgewacht sind fing er auf einmal damit an. Und dass noch bevor wir nach Frankreich und Spanien etc. fahren bzw. gefahren werden, so können wir trinken und werden gefahren. Spanien wird lustig, weil dort teilweise zwei Shows an einem Tag kommen. Das ist Rock N Roll im vollem Ausdruck meiner Meinung nach.
<b>
Gibt es denn etwas bestimmtes was Ihr als Band ausdrücken wollt?
</b>
Kurt: No politics, no prejudice. Wir wollen die traditionelle Musik zurückbringen und den Kids näher bringen und Spaß machen.
Paul: Moment, no politics stimmt nicht ganz. Politisch sind wir in gewisser Hinsicht. Dies liegt an unseren schottischen Wurzeln. Sieh, die englische Politik, die Monarchie, hat Schottland lange misshandelt und unterdrückt. Da wir schottisch traditionell bezogen sind, kommt dies automatisch in unsere Stücke rein, da es schon sehr lang so läuft. In Australien, Jamaika, Neuseeland und Kanada hat die englische Monarchie auch eine Menge Mist gebaut. Kurt: Soweit der man in Verbindung mit dem englischen Imperialismus irgendetwas für gut heißen kann, dann höchstens dass sie Schotten nach Kanada gebracht haben, so wären wir ja vielleicht da. Aber jetzt sind wir ein eigenes Land und hätten die Monarchie gerne raus.
Paul: Ich habe Geschichte studiert und dabei über alle diese Dinge viel gelernt und es hat mein Songwriting beeinflusst. Also wenn du es so willst sind wir auf der einen Seite politisch aber eher im traditionellen Sinne und nicht im modernen Sinne. Hehe, die englische Monarchie ist schlimmer als die Mafia.
Kurt: Ja doch Du hast recht, soweit geht die Politik in der Band. Gegen den verdammten Imperialismus. Aber als politische Band sind wir trotzdem nicht zu sehen.
<b>
Ok, das waren unsere Fragen, Paul- Kurt besten Dank für Eure Zeit!</b>
Beide: Kein Problem, dank Euch. Wir sehen uns im April wieder!

Vielen Dank an Lauri von <a href="http://www.roterfaden.org" target="blank">www.roterfaden.org</a>, der mit uns zusammen dieses Interview geführt hat!

THE MIGHTY MOGULS , München

21. Feb 2002 | von Antje

&#8222;Ziemlich durchgeknalltes Surf-Grind-Trio aus dem fernöstlichen Japan&#8220; &#8211; Das
war so ziemlich die einzige Info, die ich zu den MIGHTY MOGULS hatte, als
ich mich am Dienstag Abend auf den Weg ins Münchner Atomic Café machte, um mir
ein Konzert eben dieser anzuschauen. Aber warum nicht mal überraschen
lassen?! &#8211; Außerdem ruft der Begriff &#8222;Surf&#8220; durchaus Assoziationen zum Sommer
hervor und das ist zur eher kalten Jahreszeit ja nicht unbedingt das
schlechteste…
Die MIGHTY MOGULS stammen aus Tokyo und sind seit Ende Januar auf Tour durch
Europa, das ihnen bisher &#8211; laut eigenen Aussagen &#8211; ziemlich gut gefällt. Das
Trio besteht aus einer Gitarristin, einer Bassistin und einem Drummer, die
zusätzlich von einem Saxophonisten begleitet werden. Für den Gesang ist in
erster Linie die Frau am Bass verantwortlich, wobei sie hier jedoch kräftig von
den beiden anderen unterstützt wird, so dass sogar der Drummer das Mikro mal
in Beschlag nehmen darf. Die MIGHTY MOGULS begeisterten bei ihrem Auftritt im
Atomic Café mit einem energiegeladenen, abgedrehten Rock&#8217;n&#8217;Roll-Surf-Sound,
bei dem der Gesang überraschend kraftvoll erschien und stellten damit unter
Beweis, dass auch Japaner rocken können. Die Mitglieder der Band wirkten zwar
hinter ihren Instrumenten eher zierlich, aber dies trug dazu bei, dass sie
eine ziemlich lustige und sympathische Art ausstrahlten. Die Anwesenden waren
so angetan von den MIGHTY MOGULS, dass sie die Band erst von der Bühne ließen,
nachdem eine Zugabe gespielt wurde.
Bleibt also abschließend nur zu sagen, dass sich das Konzert wirklich
gelohnt hat und die MIGHTY MOGULS auf jeden Fall einen Besuch wert sind!

Poor Rich Ones - happy happy happy

17. Feb 2002 | von benni

Der Bandname der POOR RICH ONES trägt ja bereits eine gewisse schizophrenität in sich und selbiges gilt ebenfalls für den Titel ihres neuen Albums "Happy Happy Happy", denn wenn dieses Album alles ist, es ist aber auf gar keinen Fall fröhlich, in keinster Weise.
Die drei Norwegen verstehen es auf ihrem dritten Kunstwerk auf sehr melancholische Art und Weise, einem die Stimmung komplett zu versauen. Da wären elf traurige Rocksongs, die eigentlich gar keine Rock- sondern vielmehr Popsongs sind, die einer nach dem anderen das Stimmungstief des Vorgängers noch untertreffen - und das ist gut so!
An dieser Stelle möchte ich einmal beschreibende Begriffe wie 'genial' oder 'wunderbar' verwenden, denn ein solches Machwerk habe ich schon lange nicht mehr gehört. Es ist einfach wunderbare Musik zum auf-dem-Bett-liegen-und-nachdenken, und dabei braucht man auch keine Angst zu haben, irgendwann aufgeschreckt zu werden, denn die Musik bleibt die ganze Platte über wunderbar ruhig. Es paaren sich in diesem Fall eine sehr angenehme Stimme mit der sanft eingesetzen Gitarre und einigen Keyboardeinlagen, doch selbst diese machen das ganze auf keinen Fall kitschig.
Es fallen einige Parallelen zu MUSE ins Auge, die jedoch nicht wirklich offensichtlich sind. Die POOR RICH ONES sind da doch noch wesentlich kraftloser, was ihnen aber nicht den Wind aus den Segeln nehmen sollte. Um es auf den Punkt zu bringen: dieses Album ist einfach schön.

Home from Home

13. Feb 2002 | von benni

Kaum eine Band zieht sich derart wie ein roter Faden durch die Erinnerungen an die Jugendjahre meiner Generation wie die Schwedenrocker Millencolin aus Örebrö. Aus den Skatepunks der ersten Stunde meiner ganz persönlichen Rock n' Roll Erfahrungen ist mittlerweile eine mit Gold gekrönte Band geworden, die sih musikalisch ständig weiter entwickelt.Auf der im März erscheinenden CD "Home From Home" will man nun endlich den eigenen Sound gefunden haben. Man darf also gespannt sein, vorab haben wir uns schon einmal mit Drummer Fredrik Larzon unterhalten.

<b>
Euer Album Pennybridge Pioneers wurde ja von Brett Gurewitz produziert. Habt ihr für "Home from Home" auch mit ihm zusammen gearbeitet?</b>
Nein wir hatten da diesen anderen Typen aus New York, der heisst Lou Jordano. Das Album haben wir in Schweden aufgenommen, in Stockholm. Es hat etwa einen Monat gedauert, um alles aufzunehmen. Lou ist dann für ein paar Wochen nach New York zurück geflogen und kam dann zum Mixen und Mastern wieder zurück. Also hat alles zusammen etwa zwei Monate gedauert.
<b>
Dann wart ihr also einen Monat lang jeden Tag im Studio?</b>
Ja, ziemlich oft jedenfalls. Wir hatten dort eine gute Zeit, es ist ein gutes Studio und nette Leute, die mit einem arbeiten.
<b>
Bist du persönlich mit dem Ergebnis - "Home From Home" - zufrieden? </b>
Ja, ich bin wirklich zufrieden. So zufrieden, wie ich dieses mal bin, war ich noch nie…
<b>
Noch nie? Also würdest du sagen, dass "Home From Home" das beste Millencolin - Album aller Zeiten ist?</b>
Ja - also es hat was klischeehaftes, das zu sagen, aber so ist es, ja. Ich mag es sehr. Ich mag die Songs, ich mag die Produktion und bin auch mit meinem Schlagzeug sehr zufrieden.
<b>
Ihr habt auf dem neuen Album weniger Ska oder auch Punksachen gemacht, sondern eher ziemlich straighten Rock. Seit ihr jetzt erwachsen geworden?</b>
Ja, wir sind alt. Wir sind alle schon um die 30 und fühlen uns wirklich alt. Nein, Scherz beiseite. Ich weiss nciht. Da waren auch keine Skasongs auf "Pennybridge Pioneers" und wir haben auch selbst in den letzten Jahren gar keinen Ska mehr gehört, also wär' es komisch gewesen, Skasongs zu machen, aber diese Musik gar nicht zu hören. Wir haben immer noch poppige Songs und auch ein wenig punkigere Songs
Ich glaube, wir wurden von allem um uns herum beeinflusst, von Dingen, die uns passieren oder guter Musik, guten Bands.

<b>Zum Beispiel? Welche Bands haben euch beeinflusst?</b>
Ich weiss jetzt keine genaue Band, die dieses Album beeinflusst haben. Aber ich weiss, dass jeder in der Band zum Beispiel Jimmy Eat World gehört hat im letzten Jahr. Die sind wirklich gut. Wir hören uns alles mögliche an, auch eine Menge schwedische Bands.
<b>
Für Pennybridge Pioneers habt ihr in Australien als erste schwedische Band nach ABBA Gold bekommen. Ist das nicht ein ziemlich gutes Gefühl?</b>
Ja, es ist großartig, klar! Wir haben uns da nicht großartig Gedanken drüber gemacht, wir waren einfach happy, als wir gehört haben, dass da unten so viele Leute unsere Musik mögen.
Es ist schön, diese Auszeichnung zu bekommen, aber das ist eigentlich nicht so wichtig. Wir geniessen es, so viel zu spielen und das ist genug für uns.
<b>
Habt ihr denn oft in Australien gespielt?</b>
Ja wir waren vier oder fünf mal dort. Aber naja… in Europa waren wir an die 15 Mal…
<b>
Naja gut das ist ja aber auch nicht soweit weg… Scheint so, dass ihr eine ziemlich große Fanbase da unten habt…</b>
Ja, es ist verrückt da unten. Aber es macht Spaß…
<b>
Ist das jetzt vielleicht auch ein Ziel für "Home From Home", irgendwo Gold zu bekommen?</b>
Ja natürlich wäre das großartig. Wir wollen natürlich, dass so viele Leute wie möglich unsere Musik mögen. Sicher wäre das toll, noch einmal Gold zu bekommen, aber der Funpart ist usn wichtiger! Shows spielen und die Leute treffen…
<b>
Also ihr macht Musik der Musik wegen…</b>
Ja. Und es kommt aus dem Herzen.
<b>
Hat der Albumtitel eigentlich irgend eine besondere Bedeutung?</b>
Ja, das hat er. Wir haben halt ein Zuhause hier in Örebro, wo unsere Wohnungen sind. Das ist das eine Zuhause, das andere ist mit der Band auf Tour sein. Also unser zweites Zuhause ist die Band und die Crew… Ich mag beide Home's…
<b>
Wird es auch eine Single geben?</b>
Ja, es wird ein Song namens "Kemp" sein. Dann noch zwei unveröffentlichte Songs und ich glaube, da Video wird auch mit drauf sein, da bin ich mir aber nicht so sicher.
<b>
Habt ihr das Video schon im Kasten?</b>
Ja und es ist wirklich ein cooles Video geworden! Das hat eine Firma aus Stockholm namens Stylewar gemacht. Es ist ein animiertes Video mit roboterähnlichen Figuren. So in etwa wie ein Cartoon. Auf unserer Website gibt es ein Onlinespiel, die Typen da sehen so aus wie die aus dem Video.
<b>
Und wann kommt ihr nach Deutschland?</b>
Anfang Mai werden wir sieben oder acht Shows in Deutschland spielen. Wir wissen aber noch nicht genau wo, das muss erst noch bestätigt werden.
Wir werden zwei Bands mitbringen. Auf jeden Fall die Donots und noch eine andere Band, da weiss ich aber noch nicht, ob das schon fest ist, deswegen werd' ich's lieber noch nicht verraten…
<b>
Werden die Donots euch auf der gesammten Europatour begleiten?</b>
Das werden sie. Das wird sicher sehr lustig, es sind wirklich nette Jungs. Ich mag ihr Album "Pocketrock", das ist ein wirklich gutes Album. Ich glaube, sie nehmen grade ein neues auf, oder?
<b>
Sie sind fertig mit Aufnehmen, soweit ich weiss…. OK, wenn du mal einen Blick in die Zukunft wirfst, wieviele Alben können wir von Millencolin noch erwaten?</b>

10.
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10?</b>

Ja, 10. Nein, ich weiss nicht. Wir machen halt so lange Musik, wie wir können, so lange es Spaß macht. Wenn wir irgendwann nur noch scheiße spielen, macht es natürlich keinen Sinn mehr.
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Möchtest du noch irgendwas loswerden?</b>
Ich möchte mich bedanken bei all den deutschen Fans, die uns auf unseren Shows in Deutschland besucht haben!

ASH +Seafood

10. Feb 2002 | von benni

Die Göttinger Outpost gab in dieser Woche richtig Gas, nachdem am Donnerstag noch die TERRORGRUPPE zu Gast war, folgte am Freitag auch schon das ASH-Konzert in der Königsallee. Zwei Bands, die natürlich relativ verschiedene Zielgruppen ansprechen und so war am Freitag das Publikum auch ein komplett anderes als am Donnerstag - und doch war das Lokal an beiden Tagen gut gefüllt, aber ASH zogen letzendlich doch noch 100 bis 200 Leute mehr. Das Publikum an sich war eher Outpost-untypisch, sehr viele Leute, die man dort noch nicht gesehen hatte - bzw. erschreckend wenige, die man kannte.
Vorband waren die Engländer SEAFOOD, die der eine oder andere sicher noch vom SPORTFREUNDE STILLER Konzert im letzten Herbst kannte. Mittlerweile ist auch das neue Album der Briten, "When do we start fighting", erschienen. Auf den Auftritt hatte ich mich schon wirklich gefreut, auch wenn auf den zahlreichen Plakaten der Name SEAFOOD nirgends erwähnt wurde. Eigentlich schade, aber die Hauptsache ist, dass sie dann letztendlich da waren. Die Band hatte bereits angefangen zu spielen, als meiner einer gegen 21 Uhr in den Konzertsaal kam. Erneut vermochten die Briten mit ihrer oft schon romantischen Mischung aus Indie, Alternative und Britpop zu überzeugen. Das Tempo war zwar noch ziemlich gedrosselt, doch das konnte die Begeisterung im Publikum nur bedingt einschränken. Diese Band ist wirklich hörenswert und hat zumindest das Prädikat 'gut' verdient, wenn nicht sogar noch eine Ecke mehr.
Dass die Euphorie des Publikums sich mit dem Auftritt von ASH aber noch deutlich steigern sollte, war bereits im Vorfeld spürbar, denn es gab tatsächlich 'nen ganzen Haufen Fans, die durchaus als Groupies durchgehen würden. So ziemlich die ganze Pause zwischen den Bands gab es hysterische "Ash - Ash -Ash" - Rufe aus allen Ecken. Und die besagte Pause dauerte eine ganze Weile, ASH liessen sich ziemlich lange Zeit, bevor sie auf die Bühne traten. Nach einigen durch sinnloses Nebelblasen angetäuschten Aufmärschen war es dann aber irgendwann soweit und die Jungs und das Mädel von ASH betraten dann auch die Bühne, um dort ein ziemlich geniales Konzert abzuliefern.
Nun gut, ab und zu beschlich einen das Gefühl, dass man eigentlich auch genau so gut eine CD hätte laufen lassen können, doch dieses Gefühl verschwand dann auch ganz schnell wieder. ASH waren wirklich sympatisch, auch wenn sie nicht allzu viel geredet haben, aber eigentlich kommt es ja auch auf die Musik an. Und die war gut durchmischt, neben sehr alten Sachen aus dem Jahre 1994 gab es alles, wa dazwishen war und natürlich auch die aktuellen Singleauskopplungen "Burn Baby Burn" und "Candy".
Augenzeugenberichten zu folge soll der Sänger bei der letzten Single "Candy" seinen Mund nicht immer ganz synchron zum Gesang bewegt haben. Ob da playbacktechnisch was gelaufen ist, bleibt offen, aber nichts desto trotz war das ganze ein gelungener Auftritt, natürlich auch mit ein paar Zugaben. Im Anschluß gab's noch eine Aftershowparty mit Musik vom Plattenteller, wozu doch noch eine ganze Menge Leute geblieben sind. Wunderbar, bis zum nächsten Mal dann.

River City High, Ambrose, Hannover

10. Feb 2002 | von benni

Am 9. Februar zog es uns nach Hannover ins Korn, wo sich die Amerikaner RIVER CITY HIGH angekündigt hatten. Am 1. Dezember wurde deren Debutalbum "River City High won't turn down" in Deutschland über Defiance Records released und eigentlich habe ich mich seit dem auch schon auf die angekündigte Europatour gefreut. Nun ja jetzt war es endlich soweit und nach einigen Umdrehungen um und in Hannover war das Korn auch irgendwann gefunden.
Vor dem Konzert wurde Sänger James von uns einem Interview unterzogen, wobei sich dieser als ziemlich sympatisch herausstellte. Genau so wirkte er später dann auch von der Bühne.
Aber erstmal waren die Defiance-Labelkollegen AMBROSE an der Reihe, die an diesem Abend das zweite Mal als Support für RIVER CITY HIGH fungierten. Zu hören gab es einen größtenteils ruhigen, aber niemals melancholisch werdenden Emopoprockmix, der ab und zu auch mal etwas punkig wurde. Das ganze war musikalisch wirklich ziemlich perfekt - nur die Show, die war, um es salopp auszudrücken, scheiße. Leider gab es keine großartige Konservation zwischen dem Publikum und der Band, welche es wirklich vermied, auch nur ein Wort zu viel zu sagen. Naja, das üben wir noch mal, trotzdem konnte man sich nach dem Auftritt freuen, mal wieder eine wirklich hörenswerte Band kennen gelernt zu haben. Leider gab es keine Zugabe, es wurde aber auch keine vom sowieso nicht allzu aktivem Publikum verlangt.
Die Show bei RIVER CITY HIGH war dafür aber auch umso besser, die Jungs lieferten eine wirklich nette Party. Schnell viel auf, dass die Band live wesentlich schneller und härter performt als auf Platte. Von besagten Pop- oder Emoeinflüssen, die sich auf dem Album finden lassen, war live nicht mehr viel zu hören. Da traten sie wirklich ziemlich in den Hintern des Publikums, was sich aber trotdem nicht weiter stören liess und eigentlich nur dumm rum stand. Bei AMBROSE ging ja vielleicht noch der ruhige Musikstil als Entschuldigung dafür durch, dass die Zuschauer sich offenbar am liebsten sogar hingesetzt hätten, aber bei RIVER CITY HIGH kann ich das wirklich nicht verstehen! Bis zum Ende gabs ja noch den einen oder anderen Funken Hoffnung, dass sich die Masse da vielleicht doch noch Mal bewegen könnte, aber dem war leider nicht so. an dieser Stelle mal ein bisschen Schelte für das Hannoveraner Publikum!
Nichts desto trotz zog die Band ihre ziemlich abgefahrene Show, welche in brennenden Schlagzeugen udn Gitarren ihren Höhepunkt fand, durch, beendeten aber ihr Set nach viel zu kurzen 40 Minuten. Zwar gabs noch Rufe nach einer Zugabe, die konnte aber leider nicht geliefert werden, weil entweder ein Amp oder eine Gitarre kaputt war. Später stellte sich dann heraus, dass einfach nur ein Knopf eingeschaltet war, der nicht eingeschaltet hätte sein dürfen. Naja, schade.
Jason hat uns hinterher noch verraten, dass es als Zugabe auch nur zwei Songs gegeben hätte. Das wären dann insgesammt elf gewesen - eigentlich immer noch viel zu wenig. Dann muss ich mir das ganze wohl noch einmal geben, am 2. 3. spielen RIVER CITY HIGH in Hannover als Support für die Beatsteaks. Ein Package, was man sich nicht entgehen lassen darf!

Loss - Mull Historical Society

8. Feb 2002 | von Aron

Über Geschmäcker kann man ja bekanntlich streiten und Musik verbinde ich mit einer sehr großen Bereitschaft für Toleranz… Naja, das sei erst mal so als einleitender Satz gesagt, denn die neue Scheibe von Loss, die da mit dem Namen &#8222;Mull Historical Society&#8220; betitelt ist, ist überhaupt nicht mein Geschmack!
Kennst du das auch? Diese Glockenklänge,… man braucht eine Zeit, bis man sie einsortieren kann &#8211; Richtig! Gibt&#8217;s jeden Morgen in der Weihnachtszeit, das ist das Gebimmel, mit dem einen der Radiowecker in der Adventszeit jeden Morgen weckt! Da kommt richtig Weihnachtsstimmung auf! Ich glaube der Weihnachtsmann und Loss wohnen in der gleichen Straße, nur der Weihnachtsmann trinkt mehr Bier, der scheint bessere Laune zu haben, als Colin MacIntyre, der, was man lobend erwähnen muss, eine sympathische Stimme und die Produktion selbst in die Hand genommen hat!
Die meisten der Songs sind zum Kuscheln gut geeignet, aber dabei machen sie vermutlich die romantische Stimmung ein wenig kaputt oder verwirren, weil ein Instrument, das sich eventuell &#8222;Spacephone&#8220; oder so ähnlich nennen könnte, ziemlich nervt und ständiger Begleiter des Glocken-Ensembles ist! Nebenbei, was mir beim zweiten Hören des Silberlings aufgefallen ist, wurde beim Mix noch mit Effekten gespielt, was die zum Teil sehr schöne Gitarre ein wenig entfremdet.
Zwischenzeitlich muss die Sonne mal im westlichen Schottland mal geschienen haben, denn bei &#8222;This Is Not Who We Were&#8220; und noch zwei bis drei anderen Stücken kann man Klänge in Dur, die schon fast enthusiastische erscheinen,vernehmen.<p>

Fazit: Man könnte diese Platte auch mit einem Spaziergang im Herbst vergleichen, nachdem einem der Lieblingshund gestorben ist: Sehr traurige und sehr schöne Erinnerungen, wobei die schönen Erinnerungen die Tatsache nicht ungeschehen machen, und der Griff nach den unerfüllte Träumen.

Midtown, Getaway Drivers, The A.M Thawn (Ibbenbüren)

5. Feb 2002 | von benni

Das wird ein Rock&#8217;n&#8217;roll Abend habe ich mir schon morgens beim aufstehen gedacht. Die Midtown Rocker aus New Jersey in unserer guten Alten Scheune in Ibbenbüren. Was kann es besseres geben. Ein bisschen unsicher war ich nur, ob es auch wirklich schön voll wird, auch wenn ich zuvor gehört hatte, dass der Vorverkauf recht gut lief.
An der Scheune angekommen, sah man dann aber auch sofort das man um jeden Stempel dankbar sein musste. Es waren doch 200-250 Leute da und es war auch richtig gute Stimmung. Als ich ankam, waren bereits die &#8222;Getaway Drivers&#8220; am zocken, aber von den bekam ich leider nicht soviel mit. Sie kamen beiden meisten Leuten wohl an. Genauso wenig bekam ich von &#8222;The A.M Thawn&#8220; aus Rheine mit (siehe Interviews), aber die kannte ich schon ich denk die werden auch gefallen haben. Ob die Leute aber auch bei den beiden Supportbands so abgegangen sind wie bei Midtown, das mag ich zu bezweifeln. Naja, das war schon sagenhaft. Wohl noch sehr bekannt von der Tour mit den heimischen Donots fingen die Kids von der ersten Minute an mit den Jungs zu rocken. Die legten aber auch gut vor mit drei Krachern von der &#8222;Save The World, Lose The Girl&#8220;. Die Songs kannte im Saal wohl jeder. Lang, lang ist&#8217;s her das ein Konzert so voll war und vor allem so gerockt hat. Das letzte mal das ein Konzert in der Scheune so Stimmungsgeladen war, war der Gig der Donots mit den Beatsteaks auf deren gemeinsamer Tour 1999. War schon beeindruckend was die Jungs aus New Jersey da ablieferten. Nach etwa 60 Minuten war dann aber leider schon Feierabend. Die Leute hätten gerne mehr gehabt, aber das war dann alles. Es schein erst als hätten Midtown gar nicht mehr Songs und würden deshalb nicht noch mal auf die Bühne kommen, aber ich denke das ist nicht der Fall da sie ja bereits ein neues Album eingespielt haben und sogar zwei (glaube ich) neue Stücke gespielt haben. Auf jeden Fall war es ein cooler Rock&#8217;n&#8217;roll Abend, auch wenn aus dem im Interview versprochenen Feuereffekt nichts geworden ist.

Making Love With Jesus Christ - bei den Donots im Studio

5. Feb 2002 | von benni

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass die Donots ihr letztes Album 'Pocketrock' veröffentlicht haben. Es folgten 40 000 verkaufte Platten und ein für die Band sehr erfolgreicher Sommer mit Auftritten auf allen großen Festivals, erst kürzlich folgte die Nominierung für den Echo. Jetzt waren die Jungs wieder im Studio, um den Nachfolger für Pocketrock aufzunehmen. Wir haben sie in Hannover im Horus (übrigens das selbe Studio, wo auch die Pocketrock aufgenommen wurde) eine Woche vor Aufnahmeschluß besucht, um mal zu schauen, was sie so treiben.

Getrieben haben sie auf den ersten Blick einiges, nur keine Musik. Drummer Eike sitzt zwischen einigen Haufen CD's, DVD's und Pizzaschachteln auf dem Boden und beschäftigt sich mit der vorhandenen Playstation 2. Gitarrist Guido sitzt auf dem Sofa, direkt neben einem Buch mit dem schönen Titel "Enzeklopädie der Kacke". Irgendwann kommen auch noch Bassist Jan-Dirk und Gitarrist Alex vorbei. Fehlt nur noch einer, Ingo, seines Zeichens Sänger der Kapelle. Der befindet sich im Aufnahmeraum, um zusammen mit Produzent Fabio Trentini und Engineer Anyway noch ein paar Gesangseinlagen aufzunehmen. Und abgesehen von einem kurzem "Hallo" und einigen Gesangsübungen, deren Früchte durchs Treppenhaus schallen, bekommen wir von Ingo während unseres immerhin fast dreistündigen Aufenthalts nichts mit.
Und was macht der Rest? Man mag es vielleicht nicht glauben, aber teilweise langweilt sich dieser sogar, wie Jan-Dirk erzählt: "Das blöde ist, dass man eigentlich nie wirklich weiss, wann man dran ist und deswegen immer hier abhängen muss und warten muss, weil man auf Abruf bereit sein muss. Dann langweilt man sich hier rum und macht so Sachen wie Playstation spielen, fressen und Playstation spielen… ".
Naja OK, zu behaupten, der typische Tag eines Rockstars im Tonstudio bestehe aus Langeweile, wäre natürlich Blödsinn. Ein solcher beginnt in der Regel gegen halb elf Uhr morgens mit den ersten Schlagzeugtakes im engen Aufnahmeraum. Im Laufe des Tages werden dann die weiteren Instrumente darüber gelegt, bis letztendlich noch der Gesang drauf kommt. So kam es, dass Drummer Eike mit seinem Kram relativ schnell durch und bei unserem Besuch faktish schon arbeitslos war. Es fehlten noch Bass und Gitarren für zwei Lieder und Gesang für vier oder fünf. Das war eine Woche vor Schluß und auch, wenn man ein wenig unter Zeitdruck war, zweifelte eigentlich niemand daran, dass man das Zeitlimit einhalten könne. Letztendlich musste die Gesangsaufnahme aufgrund einer Magenverstimmung Ingos für zwei Lieder doch noch in den Februar verlegt werden. Das wird dann kurz vor dem Abmischen in Köln erledigt.
Bei den Aufnahmen zeigten sich die Donots experimentierfreudig und innovativ. Folgt dem Schlagzeug normalerweise der Bass und dann erst die Gitarren, haben die Jungs dieses Mal die Gitarren gleich nach dem Schlagzeug aufgenommen, was eigentlich auch logisch klingt: "Weil das bei uns ja so ist, dass die Lieder von allen geschrieben werden, aber die meissten Riffs hauptsächlich von Guido kommen und es somit eigentlich viel mehr Sinn macht, wenn er seine Gitarren so drauf legt, wie er sie meint."
Immerhin waren die Donots ganze 40 Tage im Studio. Eine beachtliche Zeit, vor allem, da die aufzunehmenden Songs alle schon vorher im Probenraum komponiert und auf einem 16-Spur-Gerät aufgenommen wurden. Was also treibt man so lange im Tonstudio? Jan-Dirk versucht, diesen Umstand zu erklären: "Man kann natürlich auch ein Album auf jeden Fall schneller aufnehmen. Das liegt dann a) daran, wie gut man ist. Daran sieht man, wie schlecht wir sind, weil wir so lange brauchen. Und b) natürlich auch, wieviel Wert man auf eine perfekte Aufnahme legt und da wir jetzt die Möglichkeit haben, 'ne echt richtig gute Aufnahme zu machen, nehmen wir uns natürlich auch die Zeit dafür". Gab es bei den Aufnahmen zur "Pocketrock" noch die eine oder andere Situation, wo man aus Zeitgründen einiges leider nicht mehr ausprobieren konnte, wollte man dieses Mal sicher gehen, auf nichts mehr verzichten zu müssen. Ausserdem steigt mit der Zeit auch der Anspruch, den man sich selber stellt, weil man auch einfach mehr gelernt hat, mehr kann. Jedenfalls bei guten Bands. "Bei uns ist es mehr so, dass es eher von dem Nicht-können abhängt". Sagt Jan-Dirk.
Und Eike sagt: "Wir haben diese Mal auch viel mehr Zeit damit verbracht, den Sound der Platte zu finden und überhaupt Mal verschiedene Sounds auszuprobieren. Beim letzten Mal haben wir irgendwie einen Tag Soundcheck gemacht und dann ging's auch schon los. Dieses Mal haben wir die ersten drei Tage eigentlich nur Soundcheck gemacht, sehr viel Schlagzeug ausprobiert mit verschiedenen Mikros und weiß der Geier… dann irgendwie 1 1/2 Tage Gitarre, saulange nochmal geguckt, was man am besten so nimmt… und dann ging's halt erst los mit dem ganzen Aufnahmekram. So haben wir bislang auch noch keine Platte gemacht, wo wir so lange den Sound gesucht haben, wo wir echt denken "ja klar ey" oder wo Fabio auch denkt "den kann man gut mit den Liedern verbinden". Weil er macht die Lieder zu den Liedern, die sie letztendlich auch sein sollen. Das war schon echt supergeil, dass wir soviel Zeit hatten."

Eine willkommene Abwechslung zum Studioalltag sind für die 5 Männer im besten Alter auch Besuche von Bekannten, "Typen mit blauen Diktiergeräten" oder befreundeten Bands wie z.B. PALE oder MIDTOWN. Letztere kennt man noch von der Pocketrock-Tour aus dem letzten Jahr, wo diese als Support gespielt haben. Während der aktuellen Europatour kamen die Amerikaner an einem spielfreiem Tag in Hannover vorbei und haben mit den Donots einen drauf gemacht, wie man so schön sagt. Geendet ist das ganze dann in einer Karaokebar in Hannovers Innenstadt und mit der Erkenntnis Jan-Dirks, einen der drei witzigten drei Abende seines Lebens gehabt zu haben.
Doch natürlich waren Midtown nicht nur zum Spaß ins Horus gekommen, sie leihten den Donots auch gleich noch ihre Stimmen für den Background - Gesang bei "Up Song", welcher offenbar den potentiellen Partysong des Albums darstellen wird, "mit Shouts und so". Den einen oder anderen Gastgesang wird es wohl auch noch geben, aber ausser, dass sie Elvis wieder ausgegraben haben, wollten sie uns noch nichts näheres erzählen.
Noch nicht ganz einig ist man sich bei der Wahl des Albumtitels, welche sich nach Jan-Dirks ironischer Bemerkung Nr. 3428 viel schwieriger gestaltet als die Aufnahme der Songs, aber man schwankt derzeit offenbar zwischen "Making Love With Jesus Christ" und "Wer zur Hölle hat unser Klo vollgekotzt". Nun ja, verstehen muss man dieses Wortspiel nicht, aber lustig ist es allemal, nicht wahr, Jan-Paul?!
Egal, wie das Album letztendlich heissen wird, es werden vorraussichtlich 12 Tracks enthalten sein, auch wenn insgesammt 17 Songs aufgenommen wurden. Der sich ergebende Rest von 5 soll dann für weitere Veröffentlichungen wie B-Seiten oder Special Editions herhalten. Schließlich will man ja noch was haben, "für die Fans".
Kommen wir zum Wesentlichen, zum Inhalt, zur musikalischen Entwicklung. Was wird anders werden als auf der Pocketrock? Offenbar einiges. Auch wenn der Großteil der Songs ähnlich sein wird wie die vom Vorgänger, wird es doch einige Exoten geben, sodass das Album insgesammt ein breiteres Spektrum abdecken wird. Während einige Stücke mehr Gas geben und vom Sound her einen dreckigeren Eindruck hinterlassen werden, sind da auf der anderen Seite auch die sehr poppigen Songs, die man wohl so auch noch nicht von den Donots kennt. "Es sind schon ein paar Exoten drauf, die man von uns glaub' ich nicht erwartet hätte, also sowohl in die eine als auch in die andere Richtung", bringt Jan-Dirk es auf den Punkt. Und auch Guido ist merklich angetan: "Wir haben auch ein Lied, das ist echt ne Ausnahme, aber ist sehr schön geworden. Das heisst "Summer To Blame" und das ist so'n bisschen "Eis-Am-Stiel-Mucke". Das dürfte dann wohl der Song sein, der sich bei unserem Interview im Oktober noch nach Neil Young angehört hat.
Einige Songs werden auch dabei sein, die schon vor der Pocketrock fertig waren, nur eben nicht fertig genug, um auf Platte gepresst zu werden. "Da haben wir noch ein paar Sachen geändert, es gab halt ein paar Sachen, die noch gefehlt haben, die jetzt da sind - und die gut sind".
Mit diesen Worten von Eike möchte ich diese kleine Anekdote jetzt auch beenden. Mit dem Album kann man dann wohl fühestens ab Mai rechnen, wenn weiter nichts dazwischen kommt, wovon die Jungs aber eigentlich ausgehen. Jedenfalls sollte man diesem Zeitpunkt mit Spannung entgegen fiebern, denn interessant hört sich das ganze allemal jetzt schon an.

Schein 23 - Lauf

4. Feb 2002 | von Carsten

Mit "Lauf" bringen SCHEIN23 ein neues Deutschsprachiges Alternativrock Album
auf den Markt. Dennoch handelt es sich hierbei um ein Album, was der
Öffentlichkeit lieber vorenthalten werden sollte.
Musikalisch ist die CD in Ordnung, mit richtig fetten Gitarren und kräftigen
Grooves, wenn aber der Gesang einsetzt, ist es mit der Glückseligkeit zu
ende. Die Stimme des Sängers klingt wie die eines Neunmalschlauen und zudem
ähnelt sie der von Kim von Echt, ist aber noch schlechter. Die Texte sind
nicht mehr als pseudo philosophisches Gefasel und irgendwelche Floskeln die
aneinander gereiht wurden. Vielleicht wäre da "Lieder, die die Welt nicht
braucht" ein passenderer Albumtitel gewesen.
Es fällt einem wirklich schwer die acht Songs bis zum Ende durchzuhören,
obwohl die gesamte CD gerade einmal 33:45 min. lang ist.
Diese CD kann man wieder getrost einstampfen um anderen Newcomern eine
Chance zu gewähren. Tut mir leid, musikalisch sind SCHEIN23 ganz passabel,
aber der Sänger und die Texte nerven ohne Ende.