18. Osterrocknacht
31. Mrz 2002 | von UlrichDie 18. Osterrocknacht, mitgeschnitten fürs Fernsehen, also auch komplett von vorne bis hinten durchgeplant. Eskobar, die erste Band die an diesem Abend spielen sollte fingen um 17.30 Uhr an, doof nur dass der Einlaß grad mal 10 Minuten vorher war. Da war schon das erste Problem: ca. 4000 Leute innerhalb von 10 Minuten durch lediglich 2 kleine, kontrollierte Türen zu bringen ist so ziemlich unmöglich und so kam es, dass Eskobar nur von schätzungsweise 100 bis 200 Leuten gesehen wurden, die Anderen standen draußen, warteten und ärgerten sich Eskobar nicht zu sehen, unter diesen Wartenden, wie soll es auch anders sein, war man natürlich selbst.
Als man dann endlich von den Tür-Gorillas in die Halle gelassen wurde waren Eskobar schon komplett fertig und <b>The Mars Volta</b> (Foto 1) standen schon auf der Bühne und waren grad bei den letzten Handgriffen ihres Soundchecks: puh, nochmal Glück gehabt, denn The Mars Volta wollte ich unbedingt erleben. Sie waren es dann auch die mich schon beim ersten Ton direkt fesselten, pure Energie verpackt in psychedelisches Geschrammel. Sie waren zwar nichts für die Menge und ich denke die meisten mochten sie nicht besonders, aber anständiges Klatschen gab es natürlich, auch von den Leuten die während der Show der Band mit verschränkten Armen gegenüber standen.
Auffallend war, dass The Mars Volta nur zu fünft auf der Bühne standen, einer der beiden Keyboarder war nicht anwesen, warum weiß ich nicht. Gespielt wurden natürlich alle drei Tracks der großartigen Tremulant EP, außerdem der im Internet veröffentlichte Song Roulette Dares und das bisher noch nicht in Studioversion vorliegende Inertiatic. In den 30 Minuten rockten The Mars Volta gewaltig, Cedric bewies Sicherheit in wilden Mikro-herumwirbelei-orgien, außerdem gesellte er sich bei einer Passage zu seinem Drummer und spielte mit ihm gemeinsam auf den Drums – 4 Sticks for a hallelujah!
Noch besser haben mir jedoch <b>Fu Manchu</b> gefallen, warum sie jedoch nur 30 Minuten Spielzeit bekommen haben (und dafür dann die grottenschlechten „A“ 60 Minuten) wird mir wohl für immer ein Rätsel bleiben. Aber mal von vorn: Im Vorfeld war ich schon sehr gespannt auf den neuen Treiber Scott Reeder. Er leistete ein solides Deutschland Debüt ab, besonders hervor stach er aber auch nicht. Bei ein paar Songs haben mir die Drums vom Ex-Drummer Brant Bjork wesentlich besser gefallen. Dennoch, Fu Manchu, mit neuen Haarschnitten und Plexiglasgitarren bewaffnet, rockten schwer, die ersten Pogos starteten hinter den ersten Reihen. Jedoch waren die feinen Herren der ersten Reihe sich zu Schade um Spaß zu haben und so fungierten sie eher als Spaßbremse indem sie dem pogenden Pulk neben giftigen Blicken, Gepöbel auch Schläge ferteilten: Also liebe Herrn von Spaßbremse, das nächste Mal platziert ihr euch einfach irgendwo hinten und lasst die Leute die Spaß haben wollen, auch Spaß haben.
Neben Songs von der aktuellen Callifornia Crossing wurden auch alt bewährte Hits á la Evil Eye, Hell on wheels oder Over the edge dargeboten. Die Show war sehr geil, für mich die zweitbeste Band des Abend, nach der Jon Spencer Blues Explosion, zu ihnen werde ich im Verlaufe noch kommen…
Fu Manchu haben ein richtiges Brett vorgelegt und nun kamen die Engländer <b>A</b>. Bei ihnen war komischerweise am meisten los, überall wo man schaute Leute mit A-Shirt. Dem Größteil haben A auch ziemlich gut gefallen, es wurde quer duch die Halle gehüft und Spaß gehabt – naja, aber ich sagte dem Größteil. Vorweg, A kenn und mag ich schon länger, A vs. Monkey Kong ist ein sehr sehr feines und vielschichtiges Album, aber dass das die Herren da abgeliefert haben war beinahe peinlich!!! Neben ständigen Fragen á la „Düsseldorf are you ready to rock?“ etc. nervte dieser Frontmann-Flummi durch schlechten Gesang, einer eckeligen Kappe und arrogantem Auftreten. Ein wenig erinnerte mich ihr Auftreten an Limp Bizkit (nicht vom musikalischen), überheblich, selbstverliebt und eigentlich doch schlecht. Hinzu kommt, dass die meisten der Songs noch gar nicht bekannt waren, aus Monkey Kong wurden nur 3 Songs gespielt, der Rest kam vom bald erscheinendem Hi-Fi Serious. Viel mehr Worte will ich über diese Lachfiguren aber nicht mehr verlieren, aber wie schon bei Fu Manchu erwähnt: Warum, verdammt nochmal, hatt man A eine ganze Stunde lang auf uns, das Publikum, losgelassen?
Bekanntlich hat alles ein Ende, so zum Glück auch die Show der Engländer und so betraten endlich die aus New York Angereisten <b>Jon Spencer Blues Explosion</b> (Foto 2) die Bühne. JAJAJAJAJAJA: Jon Spencer – the god of rock’n’roll hat uns tatsächlich 60 Minuten lang Einblick in seinen dreckigen Rock’n’Roll-Blues Mix gegeben. Ich bin immer noch total überwältigt und sprachlos. Das Publikum schien aber insgesamt nicht so beeindruckt gewesen zu sein – Kunstbanausen ;-). Die Liveperformance war perfekt, trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit dem Sound. Das sabbernde Getier von Rock’n’Roller malträtierte das Mikro indem er es teilweise aufzuessen erschien, aber nur so kann man diese absolut geilsen Gesangseffekte erreichen, die sich ja nun jeder im WDR zu Gemüte führen konnte.
Und so wurde bewiesen, dass man für Rock’n’Roll absolut keinen Bass braucht um großen Eindruck zu hinterlassen, ein Drumset, zwei Gitarren mit Original 60s-Verstärkern und eine versoffene Whiskey Stimme reichen aus…
Wie schon erwähnt, mein persönliches Hightlight des Abend.
Nach dieser beeindruckenden Darbietung sind A total untergegangen und ich denke nicht, dass ich mich an ihr Konzert noch lange erinnern werde, es war einfach zu durchschnittlich.
Auch wenn der Abend nach der Jon Spencer Blues Explosion hätte vorbei seien können, es wurden dem Publikum noch zwei richtige Schmankerl geliefert: die Sportfreunde Stiller und die allseits beliebten Jimmy eat World standen noch in den Startköchern, kompletiert wurde der Abend dann noch mit Heather Nova.
Aber zuerst kamen unsere Lieblingsbayern auf die Bühne. Die <b>Sportfreund Stiller</b>, das heißt Entertainment pur, auch an diesem Abend. Bestehen konnten sie natürlich durch Songs ihres Debütalbums So wie einst Real Madrid, aber auch die Songs vom am Dienstag erscheinendem Die gute Seite kamen beim Publikum an. Ich fand die Ansprachen von Peter jedoch noch viel überragender! Es fing an mit: „Hallo wir sind die Sportfreunde Stiller und wünschen Euch viel Spaß bei Lieder mit verschiedenen Themen“, ging über zu „Oh mir ist ne Saite gerissen, sorry, hört sich beschissen an ich hol mir schnell ne neue Gitarre [...] Und nun begebt euch eben schnell in die Stimmung in der ihr grad wart und wir machen weiter“ oder gar zu Propaganda á la „Lasst uns bitte nicht den Stoiber wählen [...] Er kann ja auch ruhig wo anders hingehen und sich dort ein Haus bauen und da dann mit seiner Frau Petting machen, wenn er dafür nicht zu steif ist…“ (die Zitate sind wörlich nicht ganz korrekt – halt nur ausm Gedächtnis geschrieben).
Und nun war es endlich soweit, man hat nervende Ansagen des Moderators über Formel 1 Zwischenstände, oder neue Zusagen zu irgendwelchen Festivals über sich ergehen lassen, aber all das war mittlerweile vergessen, denn der eigentliche Headliner betrat die Bühne: <b>Jimmy eat World</b>. Am Bühnenrand versammelten sich Musiker der zuvor gesehenen Bands um Jimmy eat World zu sehen, beinahe jede Band hat uns im Vorfeld vollgesülzt wie sie sich doch auf Jimmy eat World freuen würden – nun ja, wir doch auch…
Die Setlist bestand zum größten Teil aus Material ihres aktuellen Album Bleed American, lediglich drei Clarity Songs und ein Static Prevails Song schafften es in die Setlist. Auch wenn ich Clarity lieber mag als Bleed American muss ich ehrlich zugeben, dass die neuen Songs live extrem gut kommen, es kommt einfach mehr Stimmung auf wenn die Sache ein wenig mehr rockt. Ein anderer Nebeneffekt ist, dass ich Bleed American nun viel lieber hören mag. Nachdem ich mir die heut noch ein paar Mal zu Gemüte geführt hab find ich sie sogar extrem gern. Es scheint so, dass ich durch dieses Liveerlebnis erst die wahre Schönheit des Albums erkannt hätte, nunja, aber Clarity ist trotzdem besser :-P.
Nun gut, die „richtige“ Headlinerin kam dann gegen Mitternacht auf die Bühne: Heather Nova. Ich war ja eigentlich sehr skeptisch ob Heather Nova so das wahre ist, aber doch, sehr schön! Heather Nova mag ich ja schon sehr, vor allem alleine zu Hause kann man sie gut hören, find ich und gestern als Abschluß war sie auch perfekt. Nachdem man sich durch die vorhergehenden Bands gerockt hat konnte man sich bei ihr schön auf die Sitzgelegenheiten am Rand des Konzertsaales setzen und ihre Musik genießen. Ein perfekter Ausgang eines im Gesamten gelungenen Abends. Auch wenn, durch den Zeitdruck des Fernsehens, der Sound bei einigen Bands sehr gelitten hat – zumeist war der Bass viel zu laut, oder auch mal die Stimme zu leise – konnte man doch zufrieden nach Hause gehen, auch wenn das Portemonnaie durch die 30 € Eintritt sehr gelitten hatte.
Für alle die die Osterrocknacht gestern im WDR verpasst habe noch folgende Sendehinweise:
Diesmal werden die Konzerte jeder Band in voller Länge ausgestrahlt, also viel Spaß.
Am Dienstag Abend, dem <b>03.04.02</b> werden von 0.00 Uhr bis 1.30 Uhr die Konzerte von Eskobar, The Mars Volta und Fu Manchu in voller Länge ausgestrahlt.
Die Konzerte von Heather Nova, Jimmy eat World, den Sportfreunden Stiller, der Jon Spencer Blues Explosion und A sind Samstagnacht, dem <b>21.04.02</b> von 1.20 Uhr bis 6.15 Uhr zu sehen
Fu Manchu – California Crossing
27. Mrz 2002 | von Ulrich<b>*best thing I’ve seen in years*</b>
Der Stoner Rock steckt in einer Sackgasse, in letzter Zeit kam nichts wirklich innovatives mehr heraus, nichts, dass größeres Publikum anziehen konnte. Da kommt California Crossing grad zur rechten Zeit um dem angestaubten, zum Szene Genre degradierte, Stoner Rock wieder aufleben zu lassen.
Erwartungsgemäß zeigen sich Fu Manchu auf ihrem neuesten Lonplayer auf hohem Niveau, dass sie jedoch so stark auftrumpfen hatte ich nicht gedacht. Schon der Opener Seperate Kingdom macht klar wo Fu Manchu hin wollen: An die Genre Spitze. Auch wenn dies wohl nicht ganz klappen wird, da im Herbst auch schon das neue Queens of the Stone Age Album „Songs for the deaf“ ansteht, Fu Manchu zeigen sich von ihrer besten Seite. Highlights gibt es wie Sand am Meer, staubtrockene Melodien glatte 11 mal (auf der CD Version ist noch ein Bonustrack), selbst das abschließende Instrumentalstück The Wasteoid kann voll und ganz mitreißen, nicht allein wegen dem genialen Drumsolo in der Mitte des Stückes. Die Drums gefallen mir aber auf der gesamten Platte vorzüglich, größtenteils im Hintergrund, an den richtigen Stellen jedoch pregnant und treibend, sowie man es von Drumlegende Brant Björk (Ex Kyuss!) gewohnt ist – dieser hat die Band leider nach den Aufnahmen zu California Crossing verlassen und ist zu Seiten der Queens of the Stone Age abgezogen, Ersatz ist jedoch schon gefunden: Scott Reeder besteigt nun den Hocker hinter den Drums. Bei Scott Reeder handelt es sich jedoch nicht um den gleichnamigen Ex Kyuss Bassisten!
Die Schönheit dieser Platte ist aber mit Worten nicht zu beschreiben: kaufen!!! Ich geh sogar so weit zu sagen, dass California Crossing, neben welcome to sky valley (Kyuss) und dem Queens of the Stone Age Debüt, eines der wichtigsten Stoner Rock Platten ist – da dem Stoner Rock damit, seit langem, wieder jemand auf die Füße hilft. Hoffen wir, dass noch ein paar Überraschungshits dieses Jahr folgen werden, vom dritten Queens of the Stone Age Album ist, nachdem man schon in den Genuß vierer Songs (in Live Version) kommen durfte, schonmal großes zu erwarten!
Die Vinyl wird übrigens mit einer extrem schicken Papptasche geliefert. Darauf sind die Damen des Cover in Großaufnahme zu bewundern [...]
Alanis Morissette – Under Rug Swept
24. Mrz 2002 | von CarstenAlanis Morissette ist erwachsen geworden. Während sie auf ihrem letzten Studioalbum eher in einer Selbstfindungsphase steckte, präsentiert sie sich auf ihrem aktuellen Album „Under Rug Swept“, dem dritten (eigentlich das fünfte, die ersten beiden wurden nur in ihrer Heimat Kanada veröffentlicht), wesentlich ausgeglichener.
Gleich zu Beginn bekommen ihre Ex -Lover ihr Fett weg, so z. B. bei „21 Things I Want In A Lover“ und „Narcissus“. Doch die mittlerweile 27 jährige Kanadierin gesteht diesmal selbst ein, Fehler gemacht zu haben, es sind ja nicht immer nur die anderen schuld.
Und dann sind da z. B. „That Particular Time“ und „You Owe Me Nothing In Return“ die durch eine sehr gelungene Melodieführung zu begeistern wissen. Teilweise gleicht „Under Rug Swept“ wie eine Achterbahnfahrt, denn ein Auf und Ab zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Album.
Alles in allem ist „Under Rug Swept“ ein gutes Alternative – Pop – Album. Denn Alanis Morissette besinnt sich wieder auf ihre stärkeren Seiten, dem Songwriting.
Goodall – Zo Time Zo Grow
24. Mrz 2002 | von CarstenEin leicht verspätetes Review, denn die CD „Zo Time Zo Grow“ wurde wohl schon im Herbst des letzten Jahres herausgebracht, leider habe ich sie jetzt erst in meine Hände bekommen. Was wirklich schade ist, da wir es hiermit mit einer wirklich guten Band aus heimischen Gefilden zu tun haben. Goodall sind eine Melodic(punk)rock – Band aus Berlin, die vor gerade mal knapp zwei Jahren von sechs jungen Menschen ins Leben gerufen wurde.
Goodall haben im Gegensatz zu vielen Punkbands mehr als geknüppele und die stinknormale Hau – drauf – Tour zu bieten, denn sie variieren geschickt ihr Tempo und Arrangement. Aber es ist auch vielmehr die Kombination aus den verzerrten Gitarren und der immer häufiger eingesetzten Geige, die den unverwechselbaren Goodall – Sound ausmachen.
Das die Wurzeln von Goodall im Punkrock liegen sind heute noch deutlich zu hören, aber ein leichte Stiländerung in Richtung Emo lässt sich ebenfalls nicht von der Hand weisen.
Bleibt wirklich nur zu hoffen, dass wir auch mal in den Genuss ein kleiner Goodall -Tour kommen werden, so dass nicht nur ein Tipp bleiben. Es wäre wirklich schade wenn sie nur den Berlinern vorbehalten würden.
Ein leicht verspätetes Review, denn die CD „Zo Time Zo Grow“ wurde wohl schon im Herbst des letzten Jahres herausgebracht, leider habe ich sie jetzt erst in meine Hände bekommen. Was wirklich schade ist, da wir es hiermit mit einer wirklich guten Band aus heimischen Gefilden zu tun haben. Goodall sind eine Melodic(punk)rock – Band aus Berlin, die vor gerade mal knapp zwei Jahren von sechs jungen Menschen ins Leben gerufen wurde.
Goodall haben im Gegensatz zu vielen Punkbands mehr als geknüppele und die stinknormale Hau – drauf – Tour zu bieten, denn sie variieren geschickt ihr Tempo und Arrangement. Aber es ist auch vielmehr die Kombination aus den verzerrten Gitarren und der immer häufiger eingesetzten Geige, die den unverwechselbaren Goodall – Sound ausmachen.
Das die Wurzeln von Goodall im Punkrock liegen sind heute noch deutlich zu hören, aber ein leichte Stiländerung in Richtung Emo lässt sich ebenfalls nicht von der Hand weisen.
Bleibt wirklich nur zu hoffen, dass wir auch mal in den Genuss ein kleiner Goodall -Tour kommen werden, so dass nicht nur ein Tipp bleiben. Es wäre wirklich schade wenn sie nur den Berlinern vorbehalten würden.
LAW – XXX (Single)
20. Mrz 2002 | von benniIm April erscheint das Erstlingswerk der deutschen Gruppe LAW, welche von ihrem Label Supersonic gleich Mal direkt vorbei an Wolke 7 in den Himmel gehoben wird. Um uns alle schon Mal darauf einzustimmen, ist seit Montag die Single XXX zu haben.
Wie bereits erwähnt handelt es sich hierbei um die erste offizielle Veröffentlichung der Band – und trotzdem gehören schon Gruppen wie Offspring oder Clawfinger zur bandeigenen "da-hab-ich-schon-im-Vorprogramm-gespielt" – Liste. Das setzt die Meßlatte natürlich gleich Mal ein Stück höher und man erwartet zumindest nicht gleich irgendeine weitere unbedeutende Band am deutschen Musikhimmel. Die Damen und Herren vom Label Supersonic haben schon Recht, wenn sie in die Bandinfo schreiben, dass sich die Geburt einer großen Rockband in den seltensten Fällen im Vorraus ankündigt – dennoch scheinen sie davon in diesem Fall ziemlich überzeugt zu sein. Doch um der Promotion ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen: ganz so weit ist es sicher noch nicht.
Bevor nun demnächst das Album zu haben sein wird, gibt es erst einmal die Single mit dem einfallsreichem Namen XXX , die eben dieses und noch zwei weitere Stücke enthält und sich phrasentechnisch nicht so sehr leicht beschreiben lässt. Da wäre zunächst einmal das vier Minuten lange XXX, welches auch gleich die Frage "Was bin ich?" mitbringt. Irgendwie wirkt das ganze wie die tolle neue Single von P.O.D. auf Pop und mit guter Laune. Eine bunte Mischung, der es zusammen mit der entsprechenden Promotion und vielleicht einem Video auf VIVA-Rotation durchaus zuzutrauen würde, dem momentanen Mainstream-Rock gerecht zu werden und wir sie dann alle bald ganz toll finden müssen.
Der zweite Streich mit dem Namen Snipper wirkt da schon eine Ecke metalllastiger, ohne sich jedoch allzu weit von besagtem Mainstream-Charakter zu entfernen. Abgeschlossen wird das ganze dann von "3/4", was sich irgendwie nach Creed auf Emo anhört, also eher seltsam.
Scheinbar haben LAW wirklich das Zeug dazu, sich in den Playlisten diverser Fernseh- bzw. Radiosender wieder zu finden, aber ob man das dem Ruf der deutschen Rockmusik unbedingt zumuten möchte, ist die nächste Frage. Das Album bleibt abzuwarten, allzu gespannt darauf bin ich nicht, mein kleiner Nachbar mit dem Limp Bizkit aufnäher auf dem Eastpak – Rucksack freut sich aber bestimmt.
David Kitt – The Big Romance
18. Mrz 2002 | von CarstenGute Songwriter sind wirklich selten geworden, aber mit David Kitt ändert sich dieses wieder. Der Folksänger, der seine Lieder mit Elektroelementen unterlegt und zu dessen größten Stärken seine Stimme und die Melodien zählen, beherrscht das songwriting wirklich meisterhaft.
Es benötigt allerdings mehrere Hördurchläufe bis sich einige Songs dem Hörer erschließen und ihn dann auf eine kleine Reise begleiten. So z. B. „Pale Blue Light“, welches durch seine Ecken und Kanten schwer den Weg ins Ohr findet. Oder dann wiederum der aus Kabelbrummen gebastelte Beat von „Strange Light In The Evening“. Zu erwähnen sind außerdem der Opener „Song From Hope St. (Brooklyn, N.Y.) und „Step Outside In The Morning Light“, die sich auf exakt ausgesuchten Grooves bewegen und letzteres zudem durch eine ausgeglichene Atmosphäre glänzt.
Viele Songs sind zwar eher einfach gestrickt, aber gerade diese Schlichtheit kombiniert mit David Kitts Gesang und den einzigartigen Rhythmen verleihen dem Album eine ganz eigene Stimmung. Alles in allem hat der Ire David Kitt mit „The Big Romance“ ein gutes Album abgeliefert, welches jedoch aufgrund der Untermalung mit Elektrobeats nicht Jedermanns Sache sein dürfte.
Millencolin – Home From Home
18. Mrz 2002 | von CarstenMillencolin haben es allen gezeigt! Sie legen ein wirklich grandioses Album wie „Pennybridge Pioneers“ vor und schrauben somit die Erwartungen für den Nachfolger unglaublich hoch. Dann schütteln sie mit spielerischer Leichtigkeit ein Album wie „Home From Home“ aus dem Ärmel und zeigen, dass es noch besser geht. Dabei klingen sie unglaublich frisch und nebenbei lehren sie anderen Melodycore Bands, dass man mit dem fünften Longplayer nicht in Einfallslosigkeit verfallen muss.
Millencolin treten gleich beim rockigen und powervollen Opener „Man Or Mouse“ auf das Gaspedal. Danach folgt das punkige „Fingers Crossed“, welches eine unglaubliche Melodieführung hat. „Botanic Mistress“ ist ein sraighter Punkrock-Song, der den typischen Millencolin Spaßcharakter hat. „Happiness For Dogs“ nimmt Geschwindigkeit auf, die dann beim folgenden „Battery Check“ erst gestoppt und dann wieder für das mid-tempo zusammengesetzt wird.
„Home From Home“ ist ein Album voller Highlights bei dem es keinerlei Ausfälle gibt. Die Platte hat wirklich viel zu bieten so sind die für Millencolin typischen Ska Elemente vorhanden, etwas Rock’n’Roll und eine ganze Menge Punk, dazu kommt noch die unverwechselbare Stimme von Sänger Nikola. All dieses lässt „Home From Home“ zum besten Album werden, das Millencolin je gemacht haben.
The (Int.) Noise Conspiracy, Bremen
18. Mrz 2002 | von benniEs gibt da eine schwedische Band, die sich dem Kampf gegen den Kapitalismus verschrieben hat. Die Rede ist von THE (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY, welche am vergangenem Freitag ein Gastspiel im Bremer Schlachthof gaben.
Zugegeben, man gibt sein Bestes, das Erbe der Vorgängerband REFUSED fortzusetzten und dem kapitalistischem System eins auszuwischen, es zu untergraben oder wenigstens dagegen zu propagieren. Doch spätestens an der Kasse stellt sich die Frage, ob 15 Euro Eintritt für ein solches Konzert denn ach so antikapitalistisch sind. Die Antwort findet man am Merchstand, wo den Fans tolle T-Shirts für satte 35 DM verkauft werden. Irgendwie passt da das eine nicht zum anderen, man fühlt sich erinnert an den Auftritt beim Bizarre-Festival, wo Ex-REFUSED-Sänger-und-nun-TINC-Frontmann Dennis Lyxzén sich die ganze Zeit über dieses ja ach so kommerzielle Festival aufregte, doch selbst seinen Teil dazu gab, indem er ja eben bei diesem Festival auf der Bühne stand. Capitalism stole My Virginity.
Nun ja, wie dem auch sei. Es sollte an diesem Abend zwei Vorbands geben, die eine YVONNE, die andere SIX BY SEVEN. Beide waren weder wirklich schlecht noch wirklich gut. Kein "Boah jetzt hab ich aber ne geile Band kennengelernt" – Effekt. Man hört sie sich halt an und freut sich zusammen mit ganz vielen anderen Musikbegeisterten irgendwo auf den Hauptact. Ausverkauft war der Schlachthof wohl nicht, aber wirklich gut gefüllt. Die Mehretagig angelegte und wirklich interessant konstruierte Location bot gerade so Platz, dass alle sich noch wohl fühlten.
Irgendwann war es dann soweit und die fünf Gestalten aus Schweden betraten unter tosendem Applaus und in schicken Uniformen die Bühne. Zu Hören gab es so ziemlich alles von den beiden Alben "A New Morning, Changing Weather" und "Survival Sickness", Höhepunkte stellten natürlich so schönen Lieder wie "Smash it up" oder "Capitalism Stole My Virginity" – jüngst erst von einer rechtspopulistischen schwedischen Zeitung zum schlechtesten Lied über Frieden gekührt, da. Diese und weitere Anekdoten gab es immer mal wieder zwischen den Songs zu hören und das war auch in Ordnung so. Schließlich geht es um eine gute Sache und es hielt sich auch in Grenzen, so dass man sich nciht politisch überladen fühlte. Und wenn Sänger Dennis nicht grade irgendwelche Geschichten erzählte, dann zeigte er dem Publikum, wie toll er turnen kann. Akrobatisch wirklich völlig in top Form meisterte er das ganze Konzert, teilweise sogar von der Zuschauerempore, die er mal eben so erklamm. Man, kann der hoch springen!
Einen ganzen Absatz möchte ich noch dem Ende des Konzertes widmen, denn dieses war wirklich sehr gelungen! Als letzte Zugabe lieferte die Conspiracy den Klassiker "Hey, ho, let's go" von den RAMONES. Dass Dennis Lyxzén da spätestens beim Refrain nicht mehr der einzige war, der dem Gesang fröhnte, scheint logisch. Und urplötzlich stürmten da auch noch alle anderen, die sich irgendwie im Backstageraum aufhielten, auf die Bühne. SIX BY SEVEN, YVONNE, der eine oder andere Roadie, vielleicht auch ein Mercher. Und alle feierten eine Riesenparty, bei der sicher auch das eine oder andere Mikrofon oder die eine oder andere Trommel dran glauben musste. Wow. Das war wirklich gut und ein würdiger Abschluß für diesen Abend. Sehr schön, Gratulation.
Dead For Seven Weeks
12. Mrz 2002 | von CarstenIn Spanien haben DOVER schon längst den Superstarstatus erreicht, während das Drittwerk "Late At Night" und das aktuelle Album "I Was Dead For Seven Weeks In The City Of Angels" in ihrer Heimat mit mehrfach Platin ausgezeichnet wurden, erobern sie nun langsam aber sicher auch den Rest Europas.
Gitarristin Amparo Llanos war so freundlich uns am Rande ihres Konzertes in Erfurt ein paar Fragen zu beantworten.
<b>
Deine Schwester hat die Band gegründet und Du warst nicht von Anfang an dabei, wollte sie nicht mit ihrer großen Schwester zusammenarbeiten, oder wie kam das?</b>
Nein, nein. Als sie mich fragte, gab es die Band erst ein Jahr, außerdem war ich schon 28 und fand es einfach zu spät, Mitglied einer Band zu werden. Cristina hat Álvaro und einen anderen Gitarristen getroffen und dann waren noch ein paar Drummer bevor sie Jesús kennenlernten, der ungefähr ein Jahr später kam. Ich hatte dann auch gar nicht mehr daran gedacht einzutreten, es war ja Cristina's Band. Als dann der andere Gitarrist ausstieg, fragte mich Cristina noch mal und ich zögerte erst einmal, bevor sie mich doch überredete einzusteigen.
<b>DOVER gibt es nun seit zehn Jahren.</b>
Ja, uns gibt es seit fast zehn Jahren, wir haben uns das erstemal Ende `92 getroffen und Musik zusammen gemacht.
<b>
Eure erste CD Sister habt ihr 1995 in Eigenregie mit einer Auflage von 1000 Stück herausgebracht.</b>
Wir haben sie schon in Eigenregie herausgebracht, es waren aber nur ca. 700 Exemplare, zu mehr hat damals einfach das Geld gefehlt.
<b>
Letztes Jahr habt Ihr Sister wiederveröffentlicht, auf der Sister habt ihr einen Song auf Spanisch, warum macht ihr nicht mehr auf Spanisch?</b>
Naja, um den einen Song, der auf Spanisch ist handelt es sich sowieso von einem Coversong von einer anderen spanischen Band. Im Grunde gab es innerhalb der Band nie wirklich die Frage, ob wir auf Spanisch singen oder nicht. Es war einfach so, als wir anfingen hat niemand in Spanien auf englisch gesungen. Heute gibt es natürlich viele Bands aus Spanien, die auf englisch singen.
<b>
Ihr habt Euer eigenes Plattenlabel "Loli Jackson", wollt ihr damit anderen neueren und kleineren Bands die Möglichkeit geben ihre Musik zu veröffentlichen?</b>
Ja auf alle Fälle, dass ist das, was wir damit erreichen wollen. Wir fanden es schon ziemlich Schade, dass wir fast die einzige Rockband in Spanien waren, weil andere Bands gar keine Möglichkeit bekamen ihre Sachen zu veröffentlichen. Es war schon echt eine Schande, weil wir eine ziemlich große Rockszene in Spanien mit großartigen Bands, von denen sich viele wirklich abgemüht haben irgendwo spielen zu dürfen oder einen Plattenvertrag zu bekommen. Und das ist wirklich schlecht für alle, nicht nur für die Bands, sondern für die gesamte Rockszene.
<b>
So, kommen wir nun zu Eurem aktuellem Album "I Was Dead For Seven Weeks In The City Of Angels", welches ihr auch in Los Angelos aufgenommen habt, daher scheint mir der Titel ein wenig ironisch in Bezug auf Los Angelos.</b>
Nein nein, eigentlich spiegelt der Titel nur unsere Zeit während der Aufnahmen in Los Angelos wieder.<b>
Die war dann wohl nicht so lustig?</b>
Ja richtig, aber wir haben wirklich nichts gegen L. A., es ist halt wie jede andere Großstadt mit vielen Vor- und Nachteilen. Wir hatten allerdings ziemliche Meinungsverschiedenheiten und andere Probleme mit Barred Jones, dem Produzenten, während der Zeit. Am Ende der Aufnahmen kam dann Cristina an und meinte wir sollten die CD so nennen und wir stimmten ihr zu, weil der Titel wirklich unsere Lage und unseren Gemütszustand während der Aufnahmezeit wiederspiegelt.
<b>
Wenn ich mir das neue Album so anhöre, hört es sich doch an manchen stellen etwas traurig und melancholisch an, aber wenn ich Euch auf der Bühne oder jetzt hier sehe seit ihr alles andere als schwermütig oder traurig.</b>
Das was Du auf der Bühne oder jetzt siehst sind nur kleine Momentaufnahmen, ansonsten sind wir immer todtraurig. Nein im ernst, auf der Bühne haben wir wirklich riesigen Spaß und wir genießen es Live zu spielen. Wir schreiben die melancholischen Stücke nicht absichtlich, jeder ist mal traurig oder fühlt sich ein wenig verloren. Wir haben dann die Möglichkeit unsere Gefühle und Emotionen ist unseren Texten wiederzugeben. Und die Sachen, die Du meinst, sind noch von der Aufnahmezeit in L.A. hängengeblieben.
<b>
Du bist für den Sound bei DOVER verantwortlich?</b>
So ganz ist das nicht richtig. Bei "Late At Night" habe ich mich zwar stärker auf die Musik konzentriert als vorher und ein wenig mehr auf die Texte. Ansonsten teilen Cristina und ich uns die Arbeit bei der Musik die Texte jedoch schreibt Cristina normalerweise alleine, aber diesmal habe ich auch bei ein zwei Stücken mitgeschrieben. Aber insgesamt ist es so, dass jeder von uns beiden die hälfte eines Songs beisteuert
<b>
Du bist auch die einzige, die nebenbei noch arbeitet. Du arbeitest im Laden deiner Eltern, traust dem ganzen nicht oder hast Du angst davor ein Star zu sein?</b>
Keiner aus unserer Band fühlt oder verhält sich wie ein Star. Bei mir ist es halt, dass ich nicht so große Veränderungen in meinem Leben mag, ich denke immer das verkürzt mein Leben, das ist zwar ein ziemlich verrückter Gedanke, aber ich halt mich auch manchmal selbst für verrückt. Ich arbeite vor allem weiter, weil es mir Spaß macht, außerdem hielt ich mich manchmal für ein faule Person, nun versuche ich ein Workaholic zu werden.
<b>
Was mir aufgefallen ist, Ihr steht im ziemlich engen Kontakt zu Euren Fans.</b>
Ja, das ist sehr wichtig für die Band, wir wollen eine sehr enge Beziehung zu unseren Fans. Es ist für uns eine Ehre, dass unsere Musik für andere etwas bedeutet und daher wollen wir wirklich so nah wie nur möglich zu den Fans sein, sei es auf einem Konzert oder wenn sie uns ein Brief oder eine Email schicken. Obendrein können wir uns so bei den Fans bedanken, für dass was sie für uns in den letzten Jahren getan haben
<b>
Ihr macht ja eigentlich Hardrock Musik, daher war ich dann schon etwas überrascht, dass eure Musik auch auf Bahnhöfen oder Flughäfen gespielt wird.</b>
Ja, das ist schon etwas verrückt, wir waren selbst überrascht als wir unsere Musik das erstemal am Flughafen hörten, oder neulich z.B. saß ich beim Zahnarzt und dann hörte ich auf einmal Cherry Lee im Radio, das war schon lustig. Es zeigt uns aber auch, dass unsere Musik gemocht wird und das ist wichtig, weil in Spanien doch hauptsächlich Latino oder andere Musik gehört wird.
In der Werbung wird auch manchmal Rockmusik verwendet, dies ist aber auch sehr wichtig für viele Bands, weil es oft ihre einzige Möglichkeit ist, ihre Musik einer breiteren Masse zu präsentieren. Denn im Gegensatz zu den nördlicheren europäischen Ländern, gibt es in Spanien keine Musikkanäle wie z. B. MTV oder VIVA, daher spielt die Werbung für spanische Bands eine größere Rolle als in Deutschland oder den USA.
The (Int.) Noise Conspiracy, Bielefeld
11. Mrz 2002 | von UlrichIch komme grad vom Konzert meiner Lieblingsband: The (International) Noise Consrpiracy,
und wie ist das wenn man vom Konzert seiner Lieblingsband zurückkommt? Man ist total
begeistert und sprachlos. Fangen wir jedoch von vorne an.
Bereits um 16.15 Uhr wurde ich an die Halle geordert, dass Interview mit dem Hauptact
des heutigen Abends wartete. Man empfing uns sehr nett und spendierte uns Getränke.
Es könne noch etwas dauern bis die Band kommt, ließ man uns wissen. Kein Problem,
wir hatten ja Zeit, Beginn war erst um 21 Uhr.
Nachdem alle drei Bands den Soundcheck absolviert haben, kam dann Bassist Inge zum
Interview. Er war außerordentlich nett, dass Interview wird in Kürze hier zu lesen
sein!
Irgendwie hat man dann die restlichen Stunden auch noch herumbekommen und mit 30
minütiger Verspätung begannen Six by Seven. Auf einem Flyer wurden sie mit „Punk
Rock meets emotionsgeladene Psychedelic“ angekündigt, dies ließ einige Fragen offen.
Da ich im Vorfeld nur wenig von ihnen kannte und mir die Stücke die beim Soundcheck
zu hören waren gefielen, freute ich mich schon auf ihre Performance. Was Six by Seven
jedoch darboten war alles andere als gut. Die Stimme des Sängers war leider nicht
laut genug eingestellt und man verstand nichts. Ebenfalls negativ anzumerken war,
dass seine Gitarre ekelig hoch gestimmt war. Dies machten ihr 40 Minuten Spielzeit
nicht grade genießbar.
Beim gesamten Publikum kamen sie nicht so gut an, was die Künstler natürlich auch
merkten. Der Sänger quälte sich zum Abschluß noch ein nicht ernst gemeintes, dass
konnte man an seiner Mimik erkenne, „You were a great audience“ über die Lippen und
verschwand.
Umbaupause: 20 Minuten lang, in dieser Zeit wurde man mit gräßlicher Polka genervt
und jeder wünschte sich, dass dieses Gedudel endlich aufhörte….
Nach der Polka Quälerei kamen Yvonne auf die Bühne. Yvonne ist noch eine ziemlich
junge Band aus Schweden, ihr Debütalbum „Lost in the city nights“ ist kürzlich erschiene
(und von der Visions zu Unrecht zerrissen worden!). Ich kannte lediglich 3 Snippet
Songs, die man sich auf ihrer Seite yvonnemusic.com anhören kann, diese machten mich
jedoch hellhörig.
Als die 6-köpfige Band ihre Instrumente griff, toste schon der Applaus (aufgrund
der Abstellung der Polka :-)).
Auf der Bühne wirkten Yvonne etwas arrogant, vor allem der sich reptilienartig bewegende
Sänge. Eines muss man ihnen jedoch lassen: sie wissen wie man ordentlich rockt! Die
Stimmung in der Halle stieg, leider waren Yvonne nach 30 Minuten viel zu früh vorbei
und der Sänger verschwand ins Publikum.
Nur noch wenige Augenblicke also, bis meine Helden die Bühne betreten.
Die wie immer einheitlich gekleideten (International) Noise Conspiracy begannen mit
The Northwest Passage, dass Publikum sang direkt mit und feierte. Natürlich hatte
ich mich in der ersten Reihe vorgekämpft, so gehört sich das nunmal bei seiner Lieblingsband.
Dennis Lyxzén war, wie ich schon oft gehört hatte, auf der Bühne unbremsbar: Er sprang
von ca. 2 Meter hohen Boxentürmen, sprang in einen Spagat, wirbelte das Mikro umher,
schmiss es in die Luft, drehte sich um 360° und fing es lässig wieder auf.
Das Publikum war ebenfalls bestens gelaunt, sang bei jeden Hit mit und sprang fröhlich
umher.
Unter den Songs waren auch 2 neue Tracks, ich vermute, dass es die B-Seiten der kommenden
Single “Up for sale” gewesen sind. Die beiden Songs waren auffallend ruhig und bluesig.
Die ca 70 Minuten Spielzeit wurden sonst jedoch mit allen großen Krachern gefüllt:
Smash it up, Survival Sickness, The reproduction of death, Up for sale, Capitalism
stole my vaginity uvm.. Leider waren Smash it up, Survival Sickness und The reproduction
of death die einzigen Songs vom Survival Sickness Album, der Rest kam von A new morning,
changing weather. Dafür wurden Smash it up und Survival Sickness in einer extrem
langsamen Version gespielt, die Stimmung kochte über und von vorne bis hinten wurde
der komplette Text niedergegröhlt.
Zwischen den Songs machte Dennis viele Ansagen, diese konnte man leider überhaupt
nicht, bis sehr schwer verstehen.
Der größte Moment für mich war jedoch, dass bei The reproduction of death Dennis
direkt auf mich zeigte, mir in die Augen sah und wir gemeinsam: “Won’t you forget
about me when I’m gone?” brüllten – Ein Moment den ich wohl nie vergessen werde!
Neben mir erhielten später noch 4 andere Leute die Ehre die zu erleben (dass war
mir aber ehrlich gesagt vollkommen egal :-))
Ludwig hatte während des Konzertes viele Drum Soli. Beispielsweise war er der letzte
der die Bühne verließ, er spielte vor seinem Abgang noch ein 30-sekündiges Solo,
bis er dann unter tosendem Applaus die Bühne verließ.
Der Abgang war bei allen das Spektakulärste. Einer nach dem anderen legte sein Instrument
nieder um in die Mitte der Bühne zu gehen und – sich alleine- vom Publikum feiern
zu lassen. Sie haben es definitv verdient!
Brandtson – dial in sounds
3. Mrz 2002 | von benniLieber Leser, habe ich dir eigentlich schon erzählt, dass ich mich verliebt habe? Mal ganz abgesehen von momentanen Achterbahnfahrten in meinem Leben trifft dies auch voll und ganz auf das einfach unglaubliche Label DEEP ELM RECORDS aus den Vereinigten Staaten zu. Diese Jungs veröffentlichen einfach ein geniales Release nach dem anderen und ganz egal, ob man die jeweilige Band schon kennt oder nicht, das Label DEEP ELM spricht einfach für sich.
Die nächte Gruppe, die sich dort einreihen darf, wo früher z.B. auch JIMMY EAT WORLD standen, sind BRANDTSON mit ihrem neuen Album "dial in sounds". Laut Bandinfo das bislang beste Release der Band, wobei sich dies leider meinem Urteilsvermögen entzieht, jedenfalls reihen sich BRANDTSON mit dieser CD nahtlos in das Labelroster, welches doch sehr stark von dem dominiert wird, was man wohl schlicht und einfach "Emo" nennt, ein. Dabei fällt das ganze in diesem Fall oftmals ziemlich poppig aus, die rockigeren Sachen führen ausnahmsweise mal nicht das Feld an, was abe auch nicht weiter schlimm ist. Und auch, wenn's manchmal hart an der Grenze ist, den Stempel "romantisch" sollte "dial in sounds" nicht aufdrücken.
Mit insgesammt 10 Songs verstehen BRANDTSON (pronounced "Brant-son", not "Brand-ston") auf diesem Album mit einer ganzen Reihe von Balladen und auch dem einen oder anderem rockigerem Song zu überzeugen, wobei noch einmal besonders "Guest List hervorzuheben ist. Eine gute Produktion, ein Sänger, der sein Handwerk versteht (Myk Porter) und sehr gut aufeinander abgestimmt wirkende Instrumente setzen dem ganzen die Krone auf.
AndTheWinnerIs – earlier that day a car passed by
3. Mrz 2002 | von benniAlso bei AND THE WINNER IS ist das so eine Sache. Den Namen ließt man als Musikbegeisterter eigentlich in fast jedem Fanzine von Zeit zu Zeit, die Band ist in diese Medien gut präsent. Dies wirkt umso erstaunlicher, wenn man erfährt, dass die Band in dieser Form eigentlich erst seit einem Jahr existiert.
Meine kürzlichen Versuche, die Band einmal live zu sehen, sind mehr oder weniger kläglich gescheitert. Beim Pale – Support in Paderborn kam ich zu spät und beim Konzert in Göttingen war das Lokal einfach viel zu klein und ich ganz hinten. Da war ich doch umso mehr erfreut, als dieser Tage die erste EP aus dem Hause der Gewinner mit in der Post war.
"earlier that day a car passed by" weiss eigentlich von Anfang an zu überzeugen. Eine schöne Mischung aus Emo und Punkrock, die vielleicht an der einen oder anderen Stelle nicht ganz so genial produziert ist, was man bei einer Debut-EP ja aber auch nicht unbedingt erwarten kann. Die Melodien gehen Hand in Hand mit den manchmal rockigen und manchmal auch etwas poppige Gitarrenriffe und finden ihren Höhepunkt eindeutig im vierten und somit vorletzten Stück auf der Platte, welches den selben Namen wie die EP – earlier that day a car passed by trägt. Bereits beim zweiten Hören der CD wird man zumindest gedanklich zum Mitsingen hingerissen.
Insgesammt eine sehr nette CD von einer Band auf dem aufsteigenden Ast, die man sicher im Auge behalten sollte. Weiter so.
Was wollt ihr denn haben? -Eine Revolution!
2. Mrz 2002 | von UlrichAm 02.03.2002 durfte ich die <b>(International) Noise Conspiracy</b> in Bielefeld interviewn. Das Interview fand einige Stunden vor dem Konzert statt, das Treiben um der Bühne war noch recht entspannt, trotzdem war ich aufgeregt, denn ich hatte mein erstes Interview, und dann gleich mit meinen Lieblingsband. Zum Interview traf ich den Bassisten der Band <b>Inge</b>.
<b>A new morning, changing weather ist nun schon seit 5 Monaten auf dem Markt…</b>
(unterbricht mich kurz) Wow, ist das schon so lange her? Das hab ich gar nicht bemerkt. Oh my god – wie schnell die Zeit vergeht.
<b>…bist Du zufrieden mit den Verkaufszahlen?</b>
Ich weiß nicht. Darüber mache ich mir eigentlich keine Gedanken. Ich habe gehört, dass sie sich besser verkauft als Survival Sickness, genaueres weiß ich nicht, aber natürlich merke ich, dass unser Publikum größer wird.
Ich denke mit A new morning… sind wir als Band gewachsen, aber es ist auch nicht so, dass uns unsere alten Sachen langweilig, darauf kommt es an.
Um nochmal auf Verkaufszahlen zuirückzukommen: Sie interessieren mich eigentlich überhaupt nicht. Es ist natürlich schön, wenn wir viele Platten verkauften, wenn es nicht so ist, wäre ich aber nicht traurig.
<b>Wo Du grad größer werdendes Publikum ansprichst, werdet ihr dieses Jahr auch wieder auf Festival zu sehen sein?</b>
Ja, dieses Jahr werden es sogar ziemlich viele. Jede Woche werden wir auf einem anderen spielen. Bei manchen sind wir ja jedes Jahr dabei, dieses Jahr werden wir aber auch einige neue Festivals ausprobieren.
<b>Ich habe gehört, dass Up for sale eure neue Single wird, stimmt das?</b>
Ja, dass stimmt. Wir haben auch schon ein Video dazu gedreht.
<b>Wann wird dies zu sehen sein?</b>
Weiß ich nicht genau. Der Dreh ist nun 2 oder 3 Wochen her und das Ergebnis wurde an die Fernsehsender verschickt, es dauert aber immer erst noch ein paar Wochen bis sie es zeigen, wenn sie’s überhaupt tun.
Das Video ist super geworden, find ich, ob MTV das auch findet, werden wir dann sehen.
<b>Worum geht es in dem Video?</b>
Es ist anders als die Clips die wir bisher gemacht haben, in denen waren wir ja vordergründig am performen.
Das neue Video basiert auf einem alten schwedischem Trash-Movie names „Smoke“. Wir haben die Rechte von diesem Streifen gekauft.
Der Originalfilm handelt von einem Kerl names Lee Haselwood [Anm. d. Autoren: oder so ähnlich], der eine Helikopterfirma betreibt. Am Rande der Stadt treffen sich ein paar Leute in einem Haus, rauchen Pot, und planen eine Demonstration gegen die Firma. Am Ende des Film, wenn die Demonstration stattfindet, erschießen die Leute einige Arbeiter aus der Firma, daraufhin erschießt die Polizei und erschießt wiederum einige Demonstranten. Der Streifen ist sehr sehr billig, sowohl von der Story als auch von der Drehqualität. (Inge lacht)
Wie haben dann für unser Video einige Elemente aus diesem Film übernommen, uns eines der Häuser des Originaldrehs gemietet und darin ein wenig gedreht. Im Videoclip wird man uns dann in dem Haus eine Party feiern sehen und die Polizei steht vor unserer Tür. Wir tragen auch die selbe Kleidung wie die Leute aus dem Film, es sieht so aus, als ob dieser Teil wirklich zum Film gehört.
<b>Hört sich ja ziemlich lustig an, ich freue mich schon darauf das Video zu sehen…</b>
Ich verspreche Dir: Es ist ein wirklich sehr gutes Video!
<b>Einer unserer Leser hatte die Frage, ob ihr euch eine Kollaboration mit Propagandhi vorstellen könntet. Ihr wart ja mal auf ihrem Label (G7 Welcoming Commitee), könntet ihr euch beispielsweise eine Split-CD mit ihnen vorstellen?</b>
Darüber habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht, es wäre aber bestimmt witzig! Die Beziehungen zu ihnen sind aber eher gering, wir haben eine 7‘‘ Collection auf ihrem Label veröffentlicht. Um eine Split-CD mit ihnen aufzunehmen sind die Beziehungen dann jedoch zu schwach. Aber wir werden sehen was die Zukunft bringen wird.
<b>Die Verbindungen mit ihnen waren also nie wirklich stark?!</b>
Ich habe sie einmal getroffen, sie waren nett, aber naja, es war eher ein „Geschäftstreffen“.
<b>Könntet Ihr Euch denn vorstellen Split-CDs mit unbekannten schwedischen Bands aufzunehmen um diesen helfen bekannter zu werden?</b>
Ja, vielleicht! Wir hatten schonmal geplant mit „Years 13“ [Anm. des Autors: oder so ähnlich] eine Split-CD aufzunehmen. Sie sind sehr gute Kumpel von uns, der Bruder von Dennis spielt in dieser Band, mein Ex WG-Mitbewohner spielt Drums bei ihnen und Lars [Anm. des Autors: Lars Strömberg, Gitarrist von T(I)NC) bei ihnen Gitarre.
Es wäre dann so abgelaufen, dass wir einen ihrer Hardcore Songs gecovert hätten und sie hätten einen unserer 60‘s Popsongs gespielt hätten, dass ist jedoch leider nicht zustande gekommen, dass wäre bestimmt ziemlich lustig geworden.
Wir unterstützen junge Bands normalerweise indem wir sie mit auf Tour nehmen. Auf unserer letzten Skandinavien-Tour haben wir eine Bands namens Isolation Years mitgenommen, kennst Du sie?
<b>Ja, ihre Platte ist super.</b>
Definitiv! Wir haben sie mitgenommen, weil wir der Meinung sind, dass die Leute sie unbedingt kennenlernen sollten.
Auf dieser Tour haben wir Yvonne und Six by Seven mitgenommen, Six by Seven kommen zwar nicht aus Schweden, aber sie sind auch eine gute Band die nur wenige kennen.
Auf unserer letzten Tour wurden wir von Division of Laura Lee supportet. Du siehst, alles gute junge Bands die es verdient haben bekannter zu werden.
Auf unserer kommenden Tour werden wir übrigens eine schwedische Hip-Hop Band names Looptroop mitnehmen.
Um aber nochmal auf Split-CDs zurückzukommen, eigentlich wollen wir unsere Songs für unsere eigenen Veröffentlichungen behalten, wahrscheinlich ist deswegen in dieser Richtung von uns noch nicht so viel zu hören gewesen. (lacht)
<b>Die sind vom Sound her ja komplett unterschiedliche Bands. Ihr macht ja eine Mischung aus 60‘s Garage Rock und modernem Punk, würdest Du mir da zustimmen? Und hört ihr privat auch Bands, die diesen Stil machen, oder ist euer Musikgeschmack ein anderer?</b>
Ich würde nicht direkt sage, dass wir 60‘s Garage Retro spielen. OK, die „The first conspiracy“ und auch noch „Survival Sickness“ sind schon sehr von den Rolling Stones beeinflußt, aber auf unserer neuen Platte sind diese Einflüsse schon stark zurückgegangen. Wir sind zwar immer noch eine Guitar-Bass Band die Blues Riffs spielt, deswegen kann ich die Vergleiche zu 60‘s Garage verstehen, trotzdem würde ich uns nicht als typische Retro Band sehen. Direkte Vorbilder kann ich nicht nennen, aber ich mag viele Musikstile. Ich besitze, wie jeder der Band eine große Plattensammlung, darin sind Rock, Punk, Soul, Jazz, R’n’B und noch vieles mehr zu finden. Lieblingskünstler sind für micht Discharge , Alica Franklin, KRS-One, Missy Elliot und einige mehr.
<b>Glaubst Du, dass mp3 Download-Stations wie beispielsweise Audiogalaxy das Musikbusiness zerstören werden?</b>
Ich hoffe! (lacht)
<b>Du hoffst das? Du bist also für diese Download-Stations?</b>
Ja natürlich! Ich glaube sie haben uns erst die Möglichkeit gegeben diese Bekanntheitsgrad, den wir heute haben, zu erreichen. Außerdem benutze ich diese Programme selber. Ich benutze dieses Kaaza und finde es großartig. So kannst Du schnell neue Bands anhören und musst nicht immer erst zum Plattenladen rennen um Dir was von denen anzuhören. Und natürlich lädt man sich auch Sachen runter, die man sich nicht kaufen würde.
Natürlich gibt es da auch die andere Sichtweise, dass die Bands durch das herunterladen kein Geld bekommen. Es ist sehr wichtig, grad für junge Künstler, dass sie für ihre Arbeit auch Geld bekommen. Jedoch schätze ich den „Verlust“ denn man als Musiker durch Audiogalaxy hat nicht so groß ein. Außerdem: Tapes gibt es doch schon immer und sie haben auch noch niemanden arbeitslos gemacht!
Es ist doch lächerlich wenn sich Bands wie Metallica, oder Eminem, der hat sich auch total angepisst, über Napster aufregen, denn grade diesen Kerlen kann es doch egal sein, sie haben doch eh schon zig Millionen auf dem Konto. Sie erkennen vor lauter Geldgier nicht den Nutzen von Napster.
<b>Und wie findest Du es, dass man manche Alben bereits 1-2 Monate vor dem offiziellen Release aus dem Internet herunterladen kann? Wie beispielsweise das kommende Millencolin Album Home From Home.</b>
Also wenn unsere Alben schon vor dem Release im Internet zu hören wären, würde ich mich schon drüber ärgern. Ich möchte Alben eigentlich bis zum Release geheim halten, damit beim Release die Überraschung für die Fans größer ist, aber sooo schlimm ist das nun auch wieder nicht.
Burning Heart wollte übrigens aufs neue Millencolin Album einen Kopierschutz machen, Millencolin waren jedoch dagegen.
[b]Also haben Millencolin sich im Endeffekt durchgesetzt?![/b]
Ja!
<b>Um nochmal auf Eure Musik zurückzukommen. Es gibt ja immer noch viele Leute die meinen, dass ihr zu lahm seit und dass ihr wieder wie Refused klingen solltet. Was entgegnet ihr diesen Leuten?</b>
„Fuck you! We aren’t Refused.“ Ich versteh auch nicht, dass immer wieder Leute damit ankommen. Refused waren ca. 10 Mal auf Europa Tour, wer sich da nicht live gesehen hat, hat aber zumindest genug über MTV von ihnen mitbekommen. Außerdem mögen wir, jeder einzelne der Band, keinen Hardcore mehr, deswegen erübrigt sich dieses Thema.
<b>Was haßt Du am meisten am Job des Musikers?</b>
(überlegt ziemlich lang) Ich weiß nicht recht. Naja, manchmal musst Du, um Deine Meinung zu verbreiten mit Leuten, vor allem Fernsehsendern, zusammenarbeiten, die einfach nur komplette Arschlöcher sind.
Ebenfalls ist es scheiße, dass auf großen Open-Air Festivals mit riesigen Bühnen der Kontakt zum Publikum fehlt, nur damit in den ersten Reihen riesige Werbebanner hängen können.
<b>Vor allem hat das absolut nichts mit der Musik zu tun.</b>
Ja, genau das ist es. Die Dinger werden da ausgehängt, weil man die Konsumenten dazu bringen möchte genau dieses Produkt zu kaufen. Das Publikum kann diese Banner ja auch nicht ignorieren, denn sie hängen den ganzen Tag vor ihren Köpfen rum.
<b>Es ist ja auch immer die Diskussion, ob Major Label nun gut oder „böse“ sind. Könntet Ihr Euch vorstellen zu einem Major Label zu wechseln?</b>
Erstmal müssen wir noch eine Platte mit Burning Heart/Epitaph machen und danach werden wir sehen. Falls Interesse besteht, gehen wir vielleicht auch zu einem Major Label. Es hängt davon ab, wie der Vertrag aussieht.
Mir ist es völlig egal ob wir nun auf einem Major oder einem Indie Label sind, ich glaube da gibt es auch keine großen Unterschiede. Burning Heart verkauft doch auch unsere CDs und T-Shirts und verdienen damit ihr Geld. Sie machen das ganze natürlich in einem kleineren Rahmen als beispielsweise Sony Music das machen.
Für uns wäre es doch genau das selbe: Wir machen lediglich unsere Musik. Es hängt im Endeffekt davon ab, wie der Vertrag aussieht.
<b>Nun folgt auch schon mein letzte Frage, die kommt vom Chef persönlich ;-): Was würdest Du machen, wenn Du der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wärest?</b>
Wenn ich…ohhh…Präsident der Vereinigten Staaten wäre… (überlegt sehr lange, ca. 50 Sekunden)
Als allererstes würde ich den Krieg der zur Zeit abgeht stoppen! Er bringt niemanden etwas, kostet nur Menschenleben.
Dann würde ich einführen, dass auch Bill Gates Steuern zahlen muss. Madonna würde ich als Bildungsministerin vorschlagen…
<b>Warum denn das?</b>
Keine Ahnung. (grins) Ich würd noch Bruce Willis als Kunstminister vorschlagen (grinst immer mehr)…hach, ich da irgendwie keine wirklich sinnvollen Vorstellungen mehr – ah doch, noch etwas sehr wichtiges! Ich würde die Art, wie die aktuellen Kriegsverbrecher aus Afghanistan eingesperrt werden abschaffen. Sie haben genauso das Recht auf eine normale Zelle, wie dies Milosevic hat. Zudem würd ich festsetzen, dass auch der Präsident in einem ganz normaler Haus wohnen muss, na gut, dass wohl auch erst zu Ende meine Amtszeit…(lacht)
Nun, dann würd ich aber auch noch Britney Spears als meine Firstlady nehmen und Chris Rock als meinen Bodyguard.
Na OK, ich hör mal lieber auf…(breigrinsend knippelt er an seinem ACE Saft Flaschenetikett, wie schon das ganze Interview über)
<b>Oh, eine Frage hab ich da doch noch. Ich habe Euch grade beim Soundcheck Ever felt cheated spielen hören (B-Seite der Capitalism stole my vaginity Single) performt ihr live auch manchmal noch B-Seiten? Und wie sieht es mit Survival Sickness Songs aus, kommen die noch mit ins Set?</b>
Lass Dich überraschen. (kichert)
<b>OK, vielen Dank für dieses Interview! Ich freu mich schon auf das Konzert heute Abend</b>
Thank you.





