Karate, Zu, Hamburg
29. Apr 2002 | von benniEin nicht angekündigter Musiker steht auf der Bühne und spielt Blues.
Zumindest ist dies der erste Begriff, der mir nach fünf Minuten
geduldigen Zuhörens halbwegs passend auf die Lippen kommt. Er ist 35
Jahre alt, trägt
die Haare wie Johnny Cash, spielt verzerrte Akkustik-Gitarre (die
dadurch klingt, als stecke ein Kaninchen im LKW-Auspuff) und hackt mit
dem Stiefel auf dem am Boden liegenden Effektgerät einen rotzigen
Takt. Zerknirscht und rotzig pumpt er 4 Songs heraus und entschwindet.
Wow! Die darauf folgenden Italiener von Zu setzen der Weirdo-Szenerie
noch eine weitere Krone auf, alleine durch die ungewöhnliche
Besetzung: Ein instrumentales Gewitter aus Schlagzeug, Bass und
Saxophon verstückelt alles, was zwischen Jazz und rockigem Hardcore
noch lebt. Mal smooth, dann agressiv und jedes Mal einen Ton zu
vertrackt um kleben zu bleiben. Ornette Coleman oder Roy Hargrove
würden Augen machen. Karate zeigen sich dagegen ungewohnt lustlos,
wofür sich die Band auch nuschelig entschuldigt. Warum auch Mühe geben
bei 15 €uro Abendkasse, es ist ja für den Kopf, und gute Kopf-Kost
kostet. Allerdings ist sie heute Abend auch sehr rar! Während
musikalisch alles wie auf Rille
klingt, bleibt Geoffs Gesang weit hinter den Erwartungen und
Möglichkeiten zurück. Unerklärlicherweise verschluckt er ganze
Passagen und wird lediglich von seinen vorzüglichen Modern-Jazz Soli
aus der Bredoullie gerettet. Geobten wird leider viel zu selten
Altbekanntes, in einem etwas mehr als einstündigen Set tummeln sich über 20 Minuten
Neuheiten, die darüber hinaus noch weniger an die im Karate-Kosmos am
ehesten als "catchy" zu bezeichnenden ersten Alben erinnern. Deren
Songs werden heute Abend weitesgehend ausgespart, lediglich 2 mal
erklingen Melodien des wegbereitenden "The Bed is in the Ocean", die
beim post-studentisch Feinhörer-Publikum auch hochachtend mit dem Kopf
benickt werden. "Euphorischer Beifall klingt anders" denke ich mir,
als ich den Schlachthof verlasse. Das Credo, das Karate im
heimischen Wohnzimmer zelebrieren, habe ich heute leider nicht
gefunden.
Satanic Surfers, Brainless Wankers, Rebella Jones, Hildesheim
29. Apr 2002 | von benniAn dieser Stelle sei mir ein ungewöhnlicher Einstieg für einen
Konzert-Bericht gegönnt. Es gilt, Engagement und Hocheifer zu loben,
in Form der jungen Hildesheimer Konzert-Veranstalter "Klangpiraten",
die in den letzten Monaten bereits einige Male dank eines goldenen
Händchens für die richtige Bandauswahl auf sich aufmerksam machen
konnten und nun auch das erste Mal mit einer ausverkauften
Veranstaltung für ihre Mühen entlohnt wurden. Entsprechend senkrecht
grinsten mir die Mundwinkel von Klangpirat Heiko entgegen, als ich
gegen 21.30 Uhr die Kulturfabrik betrete und mich wundere, warum trotz
"ausverkauft"-Schild am Eingang die Halle nur mäßig gefüllt ist. Die
Antwort steht in Person der Lokalband Rebella Jones gerade auf der
Bühne und ist sichtlich überfordert, ihren dritten Auftritt vor einem
kritischen (und personell schwindenden) Publikum unbeschadet zu
überstehen. Ihr uncharismatischer
und wenig einfallsreicher Punk-Core scheppert viel zu leise aus der
(im übrigen für den gesamten Abend unterdimensionierten) PA-Anlage und
säät müdes Gähnen allerortens. Nach zwei Songs beschließe ich, mich
zum Rest der wartenden Meute vor die Tür zu begeben und freue mich
umso mehr, schon kurz darauf die lockenden Klänge einer Trompete zu
vernehmen, die den Auftritt der Brainless Wankers ankündiget. Ich habe
die Berliner das letzte Mal vor gut einem Jahr bei einem Heimspiel im
Vorporgramm der Donots gesehen und war zunächst enttäuscht, daß das
musikalische Programm sich seitdem nur wenig geändert hat. Weiterhin
bestand ihr Set aus den Gassenhauern des 2000-er Releases "Endorphin",
einzig die agile Darbietung hat sich um Längen verbessert. Besonders
Frontmann Felix schaffte es in kürzester Zeit, einen Mosh- und Tanzpit
aus über 200 Leuten auf seine Seite zu ziehen, der das insgesamt
40-minütige Set der Band frenetisch feierte, obwohl ein Großteil der
Kids die Band sicher noch nicht kannte. Beachtlich!
Nachdem die Wankers unter dem jubelnden Beifall des Publikums (Marke:
Extase) eine drei Song starke Zugabe spielen mußten, legten auch schon die Satanic
Surfers los. Zuallererst fiel das ungewohnte Bild auf, Sänger Rodrigo
nun nicht mehr an seinem angestammten Doppelfunktion-Platz hinter dem
Drumset zu erblicken sondern vorne am Bühnenrand. Bad Taste Booker
Martin hatte mittlerweile dessen Position am Schlagwerk übernommen,
doch die dazugewonnene bewegungstechnische Freiheit nutzte der nun
Person gewordene Rodrigo viel zu wenig aus. Sichtlich erkältet und
lustlos trällerte er einen Mix aus Songs der letzten beiden Alben
"Fragments and Fractons" sowie "Unconsciously confined" herunter. Erst
als das noch sichtlich von den
Wankers begeistert-verausgabte Publikum ihn zu mehr Agilität
aufforderte und die Band einige Songs ihres Klassikeralbums "666…"
spielte, besserte sich die Stimmung. Enttäuscht wurden an diesem Abend
all jene, die auf Songs der Marke "don't skate on my ramp" warteten,
denn diese Phase hat die Band nun schon knapp 10 Jahre hinter sich und
versucht zurecht, sich reifer und seriöser zu geben. Auch enttäuschend
ist, daß die im Grunde tiefgehenderen und kritischen Texte der letzten
beiden Alben dem Party-Charakter des Abends geopfert wurden. In
Ansagen hätte sicher das eine oder andere erklärende Wort verpackt
werden können. Sei's drum, dieses durch und durch runde Konzert geht
mit der Erkenntnis zu Ende, daß der Gewinner der Herzen
ausnahmsweise nicht der Headliner war. Gut gemacht, Wankers!
Die Sterne funkeln wieder
29. Apr 2002 | von benniLange hat man nichts mehr von der Hamburger Band um Frank Spilker gehört. Doch seit dem Frühjahr gibt es wieder Neuigkeiten von der Band, und das en masse. Zum einen gab es einen Formationswechsel: Richard von der Schulenburg nimmt nun schon seit einigen Monaten Platz an den Keyboards ein. Außerdem wechselte die Band vom kleineren Hamburger Label L'age d'or zu Virgin Records, wo schon das neue Album "Irres Licht" aufgenommen wurde. Einen Vorgeschmack darauf gab es ja schon vor ca. 2 Monaten mit der ausgekoppelten Single "Nur Flug", für viele Sterneliebhaber lang ersehnt, denn nach fast 3 Jahren mussten sie lange auf das 7. Album warten. Neuer Keyboarder, neues Plattenlabel, neues Album – hat sich die Band auch musikalisch verändert? Weiterentwickelt sicherlich, und inwieweit dies zur Veränderung in ihrer Musik führt, muss jeder selbst eintscheiden. Fest steht aber, dass sie auf der Bühne präsenz sind wie eh und je.
Während der Promotour von "Irres Licht" war ich auf einem Konzert im Dresdner Starclub. Der Club fasst etwas mehr als 1000 Leute und war gut besucht, ohne zu voll zu wirken. Die Atmosphäre war sehr entspannt, während sich am frühen Abend die Vorband zum Besten gab. Auffällig war auch das Publikum, von dem der Großteil wider meiner Erwartungen Anfang zwanzig gewesen ist. Und das lässt letztlich darauf schließen, dass die Sterne ihre frühen Fans nach wie vor begeistern können. Aber auch die jüngere Trainingsjackengeneration war sichtlich angetan, als das Konzert mit "den interessanten" eingestimmt wurde. Frank Spilker und Konsorten boten ein breites Spektrum ihrer alten Songs wie "Big in Berlin", "Universal Tellerwäscher" oder "Was hat dich bloß so ruiniert", grösstenteils vom Album "Posen", und auch an neuen Liedern fehlte es nicht. Gesanglich und musikalisch klangen die Sterne einwandfrei, man könnte ja fast meinen, die Musik komme direkt von der CD [war aber nicht so ;)]. Bemerkenswert fand ich auch das Verhalten der Konzertgänger: kein Pogen, kein Stage-Diving, sondern friedliches Hüpfen mit Kopfnicken. Das alles verlieh dem Konzert eine sehr gemütliche Stimmung. Es hat mehr geswingt als gerockt, und das auf sehr charmante Art und Weise. Scheinbar war die Band da gleicher Ansicht, denn nach der eigentlichen Zugabe folgte noch eine weitere. Frank Spilker, der in dieser Nacht seinen Geburtstag feierte, spielte sich bei der Gelegenheit gleich selbst mit "Wichtig" ein Ständchen, und das Konzert wurde mit einem Schmunzeln beendet.
Die Sterne sind also wieder da und voll in ihrem Element. Wer sich davon überzeugen will, der geht am Besten auf eines der vielen Sommerfestivals, bei denen sie auftreten werden (siehe Immergutrocken oder Melt open air).
Musik ist auch nicht nur einfach Musik
28. Apr 2002 | von benniEine Band, die derzeit viel im Gespräch ist, sind "A" aus England, was wohl hauptsächlich an ihrem neuen Album "Hifi Serious" liegen wird. Wir trafen uns mit ihnen vor dem Konzert im Kasseler Spot, um ein nettes und interessantes Gespräch mit ihrem Keyboarder zu führen. Dabei ging es um England, Punkrock, Fußball und noch einiges mehr. Und gerade bei diesem sensationell kreativen Bandnamen ist es quasi ein Muss, das Gespräch mit der obligatorischen Frage nach eben diesem zu eröffnen.
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Auch wenn ihr diese Frage mit Sicherheit schon 1000 Mal gehört habt, ich muss sie dir einfach stellen, gerade, weil es unser erstes Interview mit A ist…
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Warum nennen wir uns "A"?
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Ja, genau. Wer war der kreative hinter diesem Bandnamen?
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Wir haben ihn alle ausgesucht, tagelang haben wir einen Namen gesucht und je länger die Namen wurden, desto schlechter wurden sie. Wir haben einen Namen gesucht, der keine eigene Aussage hatte, sodass du keine Vorurteile über die Band hast. Das wars auch schon, eigentlich eine langweilige Antwort. Ach ja, und wir wollten natürlich einen Namen, der es fast unmöglich macht, uns im Internet zu finden. Wenn du nach A suchst, bekommst du so ungefähr 5 Milliarden Treffer. Ja, das war's. Einfach ein Name, der nichts bedeutet, dass man nicht vorher sagt "die sind eine Hardcoreband oder eine Punkband". Ich denke, A ist so ein Name.
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Ich habe in viele andere Interviews gelesen, dass ihr immer gefragt werdet, warum ihr keinen Britpop macht oder warum ihr ausseht, wie Kalifornier…
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Warum wir amerikanisch aussehen? Naja, das ist einfach die Musik, die wir machen wollen. Wir sind von sehr vielen Bands beeinflusst worden, auch von vielen amerikanischen Bands wie Faith No More oder Green Day. Wir haben halt einen amerikanischen Sound, auch die Beach Boys sind ein wichtiger Einfluss für den Gesang und die Harmonien. In Amerika haben wir viel Zeit verbracht, auch einige Videos gedreht und solche Dinge. Selbst in England denken die Leute, wir wären Amerikaner.
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Eigentlich wollte ich auch wissen, ob euch diese Vergleiche nicht allmälich auf die Nerven gehen?
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Nein, eigentlich nicht. Es ist halt so, aber es stört uns nicht.
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Das war damals übrigens auch mein erster Eindruck, als ich das Video zu "I love Lake Tahoe" gesehen habe. Das war ja auch vom Style her amerikanisch…
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Lake Tahoe ist in Amerika, in Kalifornien und Nevada. Das Video zu "Old Folks" ist in Palm Springs gedreht und auch das Video zu "A" haben wir dort aufgenommen. Wir haben über die Videos selbst entschieden und wir dachten uns halt "lasst uns etwas mit gutem Wetter machen, lasst uns in Amerika drehen". So sind wir da rüber gekommen, weil das Wetter dort so schön ist…
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In der Schule hab' ich immer erzählt bekommen, dass die Briten ein bisschen stolz darauf sind, nicht zum 'continent' zu gehören…
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Oh wirklich? Ich will ein Teil von Europa sein, ich glaube, das ist eine coole Sache! Ältere Leute, die in England leben, sehen dass vielleicht so, aber ich denke, wir sollten ein Teil von Europa werden, dass ein cooles ting, an dem man teilhaben sollte. Ich kann nicht verstehen, wieso mache Leute da nicht dran teilhaben wollen, ich finde es großartig! Der Euro ist sehr praktisch, wenn du durch verschiedene europäische Länder reist, ist dass fucking great, dass du nicht immer wechseln musst. Und Europa ist ein schöner Fleck, daran sollten wir teilnehmen!
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Im Fernsehen habe ich sogar gesehen, dass die Engländer Euros verbrannt haben…
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Wirklich? They suck crap! Die Leute sind vielleicht ein bisschen Stolz, weil die englische Wärung ja ganz gut ist, aber was soll's… Vielleicht hat das auch was mit der Monarchie zu tun, weil die Leute die Queen auf den Münzen haben wollen. Ich mag ihn, ich glaube, der Euro ist cool. Die Leute werden sich dran gewöhnen und irgendwann werden wir ein Teil von Europa sein, für immer. England ist nur 20 Meilen von Frankreich entfernt, das ist fucking stupid!
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Reden wir über Musik. Was ist Musik eigentlich?
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Was Musik ist? Musik ist etwas, wo du zuhörst und du dich dadurch gut fühlst. Sie kann sehr viele Emotionen wecken, sie kann dich traurig machen oder auch wütend. In sofern ist Musik immer erfolgreich, auch wenn ich eine Band hasse, wenn ich sie überhaupt nicht ausstehen kann, dann sorgt ihre Musik zumindest dafür, dass ich sie hasse. Das ist schon cool auf eine bestimmte Art und Weise. Wenn ich Musik höre und mich das so richtig wütend macht, dann kann es eine wirklich kraftvolle Emotion in mir wecken, und das ist großartig. Musik ist auch nicht nur einfach Musik, sie ist eine Lebensweise, eine Einstellung.
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Rock n' Roll.
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Ja genau. Oder die ganze Punk-Sache. Ich denke nicht, dass Punk irgendwas mit Musik zu tun hat. Punk ist, etwas zu tun, wenn du es tun willst, egal, was die anderen sagen. Die Beastie Boys sind eine der grössten Punkbands der Welt. Die stehen morgens auf und sagen sich "heute sind wir eine Country- und Westernband". Wenn sie am nächsten Tag aufwachen, machen sie einen Rapsong oder so. Es ist ihnen egal, was irgend jemand anders denkt, sie machen die Musik, die sie machen wollen.
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Und ihr, warum macht ihr Musik?
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Aus diesem Grund, für uns selbst. Es ist eine Menge Spaß. Es dauert eine Weile, wenn ein Song entsteht und die ganzen Sachen zusammengetragen werden. Irgendwann hast du dann das fertige Produkt live spielen und es ist einfach großartig. Wenn du auf einem Festival bist und vor dir 60.000 Leute hoch und runter springen und mitsingen, ist das unglaublich. Das ist der Grund, warum ich das mache.
Wir haben ein paar Gigs mit den Toten Hosen gespielt und es war faszinierend. Wir haben teilweise vor 16.000 Leuten gespielt, alles Fans von den Toten Hosen, die andauernd "Hosen-Hosen-Hosen" geschriehen haben. Und trotzdem war es grandios, all diese Leute beeinflussen zu können.
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Ist das nicht ein bisschen strange, vor so vielen Leuten zu spielen, die eigentlich nur auf die Headliner warten?
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Nein gar nicht. Vielleicht am anfangein bisschen, aber nach ein paar Songs haben sie dann auch "A – A – A" gerufen und das ist einfach fantastisch.
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Wie würdet ihr reagieren, wenn bei einem eurer Konzerte etwas wirklich schlimmes passieren würde?
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Es ist schon ein paar Mal passiert, dass die Sicherheitsbarrieren vor der bühne zusammengefallen sind, z.B. bei der VISIONS – Party, da ist das während "Old Folks" passiert und alle Leute sind umgefallen. Wir mussten aufhören und die Barrieren wurden neu errichtet. Etwas schlimmeres ist zum Glück noch nicht passiert, dass jemand getötet wurde, wie z.B. bei Pearl Jam. Da sind während einer Show mal ein paar Leute ums Leben gekommen, das muss einfach schrecklich sein.
Bei einem unserer Konzerte ist mal ein Stagediver unglücklich gefallen und Jason ist von der Bühne runter, um zu sehen, wie es ihm geht. Irgend jemand hat dann etwas in Jasons Nacken geworfen, er musste dann ins Krankenhaus und eine ganze Zeit lang eine Halskrause tragen. Hoffen wir, dass sowas nicht nochmal passiert. Im Großen und Ganzen lief bislang auch alles Gut, alles ist cool.
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Kommen wir zum neuen Album, "Hifi Serious", bist du zufrieden?
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Ja, sehr zufrieden. Es ist glaube ich das beste Album, das wir je gemacht haben, das kompletteste Album, dass wir je gemacht haben. Wenn du eine Band startest, hast du sehr viele Ideen, wie die Band klingen könnte. Es ist sehr sehr schwer, den richtigen Sound für die Aufnahmen zu finden. Ich glaube, wir haben das bei "Hifi Serious" geschafft. Es hört sich so an, wie wir auf Platte klingen sollten. Das ist A, das sind wir. Ich mag "Monkey Kong" sehr gerne und ich höre es mir ständig an, aber es variiert zu sehr, da sind zu viele unterschiedliche Stile mit drauf, "Hifi Serious" ist da konkreter.
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Warum habt ihr "Nothing" als Single gewählt? Nicht sehr repräsentativ, wie ich finde…
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Es gibt einige harte songs auf dem Album, wie z.B. "Taking Away", die ähnlich wie "Nothing" sind. Wir wollten einen rockigen Song als erste Single, der auf sich aufmerksam macht. Ausserdem ist er einer meiner Lieblingssongs auf dem Album, sodass ich ihn definitiv als erste Single haben wollte.
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Zu diesem Zeitpunkt kam ein freundlicher, aber dennoch leicht gestresster, etwas wie Robbie Williams aussehender und noch dazu englischsprechender Tourmanager in den Raum, der seine Frage "When are you finished?" Auch gleich selbst beantwortete: "One minute". Wir mussten leider einige Fragen auslassen. Schade, dabei wurde es gerade interessant, aber da kann man nichts machen…
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Wer wird heute Abend gewinnen – Manchester oder Leverkusen?
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Ich hab nicht viel Ahnung von Fußball, aber ich glaube, Manchester ist eine ziemlich gute Mannschafft, also wird wahrscheinlich Manchester gewinnen. Es interessiert mich aber nicht wirklich, wer gewinnen wird. Alles, as mich interessiert, ist die Weltmeisterschafft. Was glaubst du, wer wird da gewinnen?
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Wahrscheinlich Argentinien oder Brasilien…
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Ja… Wir haben eine ziemlich schwierige Gruppe am Anfang. Unser erster Gegner wird Schweden sein. Wenn wir gegen Schweden gewinnen, haben wir glaube ich gute Chancen, die Weltmeisterschafft zu gewinnen. Aber wer weiss schon, was passieren wird…
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Gut, was werden wir in Zukunft von A erwarten?
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In naher Zukunft werden wir sehr viel auf Tour sein. Wenn wir hier fertig sind, fliegen wir zurück nach England und dann dort touren. Dann haben wir zwei Wochen Ferien. Danach geht's wieder nach Europa, wo wir sehr viele festivals spielen werden, Rock am Ring, Rock im Park, Southside, Hurricane… Dann geht's nach Japan, Australien, Neu Seeland, Singapur, zurück nach England, nach Amerika, wieder zurück nach England für den Rest des Jahres. Alles sehr sehr stressig. Als ich auf unseren Zeitplan geguckt habe, hab ich das für einen Witz gehalten. Mitten in unserer Englandtour spielen wir in Manchester, am nächsten Tag auf einem Festival in Madrid und den nächsten Tag wieder in England. Das wird viel gereise, das wird bestimmt cool.
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Gut, dann war's das, vielen Dank…
Saliva – Every Six Seconds
24. Apr 2002 | von CarstenSaliva kommen aus Memphis – einem Ort an dem Musik kreiert und gelebt wird und das nicht nur aufgrund des Kings of Rock’n’Roll, der dort ansässig war. Auch Saliva leben ihre Musik, auf ihrem Debütalbum „Every Six Seconds“ geben sie davon eine Kostprobe anhand von 12 Stücken ab. Aber das Musik in Memphis auch kreiert wird, müssen sie erst noch zeigen. Denn eigentlich hören sie sich an, als ob man die alten Faith No More Platten, ein bisschen von Filter und auch etwas von New Metal Combos wie z. B. Limp Bizkit in einen Mixer gepackt hat und dann ein wenig durcheinander gerührt hat. Dieses soll jetzt nicht als zu negativ ausgelegt werden, denn viele Bands kopieren von anderen, dies ist schließlich nichts neues. Es fehlt lediglich ein bisschen mehr von der persönlichen Note, wir wollen Saliva aber zugute führen, dass es sich hierbei um ihr Debütalbum handelt.
Der Opener „Superstar“ zeichnet sich durch harte Gitarren aus und ist ansonsten auch sehr eingängig, während „Click Click Boom“ eher wie ein schlechtes Cover eines Limp Bizkit Songs wirkt. Danach folgt die erste Single „Your Disease“, welche ganz okay ist, aber zu einem wirklichen Hit noch das gewisse etwas fehlt. Ebenfalls zu erwähnen sind „Greater Than/Less Than“ und das ziemlich popige „Hollywood“, die zu meinen persönlichen Favs der CD zählen.
„Every Six Seconds“ ist ein kein klasse Album, aber der King wird sich auch deswegen nicht gleich im Grabe umdrehen. Aber eines bin ich mir ganz sicher, von Saliva werden wir noch einiges zu hören bekommen.
The Flaming Sideburns – Flowers (Single)
23. Apr 2002 | von Marcel„Hallelujah rock’n’rollah“!!! Hier kommen die Flaming Sideburns und das mit einer gehörigen Portion arschtretendem Rock’n’Roll! Es ist zwar nur die zweite Singleauskopplung „Flowers“ und nicht das Komplette Album „Hallelujah Rock'n'Rollah“, die ich vorliegen habe, aber die Vorfreude ist trotzdem groß, da ich die Band vor kurzem erst live erleben durfte und wirklich begeistert war. Vorher kannte ich die Flaming Sideburns leider nur vom Namen, obwohl sie sich jetzt schon auf ihrer vierten Europatour befinden, und ich sagen muß, daß es ein großer Fehler war, diesen Jungs nicht schon vorher mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Auf der Single, die übrigens in ähnlichem Coverartwork daherkommt, wie auch das Album, sind ausser dem Stück „Flowers“ noch zwei weitere Tracks, „Testify“ und „Rock’n’Roll Boogaioo“, enthalten, bei denen es sich um Livetracks vom Greatfest 2000 in Helsinki handelt.
Bei „Flowers“ erkennt man die Live-Band Flaming Sideburns zunächst gar nicht wieder. Ruhige, ja fast chillige Rock’n’Roll-Klänge mit leichten Countryeinflüssen, bei denen man sich lässig zurücklehnen kann. Aber trotzdem, besonders nach wiederholtem hören, ein wirklich guter und im warsten Sinne des Wortes „cooler“ Song!
„Testify“ und Rock’n’Roll Boogaioo” kommen da schon ganz anders daher. So kennt man die Band! Energiegeladener, ungeschliffener Punk’n’Roll mit unterschiedlichen Einflüssen, der schon mal zum mitgrölen einlädt und dank der Liveaufnahmen eine ordentliche Portion dreckiger bzw. rauer klingt! Einfach gut was die fünf Finnen da abliefern.
Zu „Flowers“ wurde kürzlich auch ein Video in Helsinki gedreht, das der Single, laut Bad Afro Records, welche die Platte veröffentlicht haben, bald folgen wird. Ich denke auch hier darf man gespannt sein!
Abschliessend kann man nur sagen: Eine Band die wirklich zu empfehlen ist, denn die Skandinavier wissen einfach wie man wirklich Rockt!!! Rock'n'Roll!!!
Millencolin – Home From Home (2)
18. Apr 2002 | von benniYeah Yeah Yeah! Millencolin sind wieder da und eröffnen mit eben diesem Schlachtruf selbstbewusst wie nie zuvor Ihr neues Album "Home From Home", auf welchem sie so wirken, was allgemein als "Erwachsen" bezeichnet wird". Verspielte Ska-Schnörkel sind wie schon auf dem grandiosem Vorgänger "Pennybridge Pioneers" nicht mehr dabei und auch der Punk tritt dieses Mal ordentlich auf die Bremse. Ob einem das nun gefällt oder man getreu dem Motto "I don't want to grow up" den alten Sachen hinterher trauert, bleibt jedem selbst überlassen. Ich trauere, doch bleiben wir objektiv.
Die üblichen "Hey das habt ihr aus Amerika geklaut" – Vorwürfe dürften die Schweden nach diesem Album wohl nicht mehr an den Kopf geworfen bekommen, denn mit den grossen Punk-Vorbildern aus dem Land mit der Freiheitsstatue an der Ostküste hat das ganze nicht mehr viel zu tun. Vielmehr liegt nun ein Album vor, welches vor eigenständigem Rock nur so strotzt. Millencolin sind stolz, endlich den vielbetitelten "eigenen Sound" gefunden zu haben und Trommler Frederik Larzon spricht sogar vom "klischeehaften besten Album", was bei zwölf musizierenden Jahren heraus gekommen ist.
Nun ja. Die erste Single "Kemp" dürfte ja mittlerweile einigen aus Funk und Fernsehen bekannt sein. Sogar bei VIVA (ohne +, wohlbemerkt. Aber nein, dies ist kein Sellout-Vorwurf-Gesülze) trommeln und hüpfen die seltsam animierten Roboter herum. Offensichtlich, dass sich nicht nur musikalisch einiges getan hat, aber nach so langer Zeit im Musikproduktionsgeschäft sei ein Hauch von Professionalität genehmigt. Und auch der mit 20 Euro auf den ersten Blick nicht gerade billige Vorverkaufspreis für die anstehenden Deutschlandskonzerte erscheint schon wieder in einem anderen Licht, wenn man die Größe der Vorbands betrachtet: Donots und Anti-Flag werden hier eröffnen.
Aber ich schweife ab. Kommen wir zurück nach Hause, "Home From Home". Im Übrigen ein Titel mit tiefgründiger Bedeutung, welche in unserem Interview vom März nachzulesen ist… Aber ich schweife schon wieder, bringen wir es lieber auf den Punkt. Dieses Album ist anders. Es fehlt an Tempo, es fehlt an Spaß. Nur ein oder zwei Lieder erinnern an das, was sich mit den JAhren als typischer Millencolin-Sound etabliert hat. Und weil ich diesen mochte, fehlt er mir hier. Mehr als das Prädikat "geht so" kann ich diesem Album leider nicht verleihen.
For The Day – Love isn't Brains, Children…
16. Apr 2002 | von benniZu Aachen fallen mir spontan zwei Dinge ein. Zum einen diese komische Schwebebahn und zum anderen The Pale Four, welche in Aachen zu Hause sind. Wenn ich dann irgendwann feststelle, dass diese Schwebebahn ja nicht in Aachen sondern in Wuppertal rumhängt, bleiben also nur noch Pale. Doch Aachen hat offenbar noch mehr zu bieten, z.B. das Label ROCKSTAR RECORDS, welches in letzter Zeit ein Release nach dem nächsten produziert. Und dann sind da auch noch FOR THE DAY. Eine Band. Aus Aachen.
Ein Vergleich mit Pale produzierte mein Gehirn ganz automatisch, allein schon aufgrund der geographischen Gegebenheiten. Und als wäre das noch nicht genug, gastiert Pale-Frontmann Holger Kochs auch noch bei einem Song als zusätzlicher Sänger. Und trotz all dieser Gemeinsamkeiten machen FOR THE DAY musikalisch einiges anders – und nicht unbedingt alles besser.
Die grobe musikalische Kategorisierung lässt sich hier – wie so oft bei Bands dieses Genres – bereits am Bandnamen festmachen. Emopunkrock steht auf dem Etikett, welches ich FOR THE DAY jetzt einfach mal verpasse. Besonders die sehr markante Stimme des Sängers landet ganz schnell in dieser Klischee – Ecke, und trotzdem passt sie nicht recht zu all den Gitarrenläufen, die oftmals eher punkig – wenn auch nicht all zu schnell – daher kommen und nur manchmal ein "Hey, das kenn ich, das is ja Emo" verlauten lassen. Und eben diese Stimme ist es, die einem ggf. nach ein paar Songs auch tierisch auf den Senkel gehen kann, weil sie einfach zu kratzig ist.
Und auch sonst kann es durchaus mal passieren, dass "Love isn't Brains, Children…" irgendwann auf halber Strecke langweilig wird, denn viel Abwechslung hat das Album nicht gerade zu bieten. Irgendwo ja ganz nett, aber nicht wirklich hervorragend das ganze.
Alles von innen nach aussen brüllen – das sind Kung Fu
16. Apr 2002 | von AronWir waren am 30.03. in Hildesheim und hatten dort ein Interview mit Kung Fu. Eine viertel Stunde zu früh kamen wir am Tanzpalast an (übrigens eine kuschelige, nicht so wirklich große Location, aber sehr cool!) so hatten wir die Möglichkeit, alle unsere Gedanken noch einmal auf ein Blatt Papier niederzuschreiben. Die Halle wurde von einem sympathischen, jungen Mann verschlossen, der uns wohl nicht ernst nahm, als wir sagten, dass wir auch noch darein müssten. Naja, dann haben wir Jan auf dem Handy angerufen und er hat uns dann „Sesam öffne dich“ die Tür aufgemacht. Total nett hat er uns in Empfang genommen…
Der Soundcheck war noch nicht ganz zu Ende, aber den haben wir uns auch gerne noch angehört. Als sie dann fertig waren sind wir nach hinten gegangen, wo ein ziemlich cooler Backstagebereich war – ein Kneipe nur für die richtig Wichtigen!
So, jetzt sitzen wir also an einem Tisch mit Jan Lafanzoglu [Gesang} und Thomas „Slowy“ Merkel [Bass]. Wir fangen an… und stellen fest, dass die erste Frage die schwierigste ist
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Erstmal so ganz generell: Was dürfen wir euch nicht fragen, ausser euch auf „Selig“ ansprechen? Das kommt bei euch glaube ich nicht so gut an, hab ich schon mal irgendwo gelesen.
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Damit wärs das dann auch schon! (Gelächter)
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Nach „Glaskugelsammelbehälterkasten“ hat man längere Zeit fast nichts von euch gehört. Was habt ihr in der Zeit gemacht? Oder stimmt das gar nicht und nur wir haben’s wieder nicht mitbekommen?
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Das stimmt absolut nicht. Also, wir haben eigentlich die ganze Zeit gespielt. Also erstmal haben wir die neue Platte gemacht, dann haben wir sehr lange so gespielt, danach, also im Jahr 2000 haben wir 50 Festivals oder so gespielt und auch sonst sehr viele Clubgigs zwischendurch und dann nochmal ne Supporttour – ich weiß das gar nicht mehr alles so genau. 2001, das war letztes Jahr, oder? Kallas war schon im Sommer dabei und dann kam irgendwann Thomas dazu und dann haben wir irgendwie 3 Monate im Bandraum verbracht (nebenbei stellt sich Christian Neander [Gitarre] vor) und Songs fertiggeschrieben und dann sind wir auch schon Ende des Jahres ins Studio gegangen, da waren wir dann ein paar Monate und dann über das Jahr (vermutlich ist hier das Jahr 2001 gemeint) hinweg immer mal wieder. Es hat sehr lang gedauert, bis wir die Platte fertig hatten. Und zwischendurch haben wir dann auch mal wieder mit Festivals angefangen. (piep, piep, Textmeldung an Jan)
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„Waste of Mind“ hat, ich weiß nicht genau wann das war, ihr hattet schon getourt, so weit ich das weiß, euch gefragt, ob euch das nicht auf den Sack geht, wenn man jeden Abend die gleichen Songs spielt…
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Achso, wenn das der war, dann war das aber, die Frage kommt mir jetzt bekannt vor, am ersten Tag mit den Emil Bulls, das war dann am 1. Februar.
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Hmmm, naja, das ist dann in der Tat noch nicht soooo lange her. Ja gut, aber ihr wart da schon ne ganze Zeit auf Tour, glaube ich.
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Ja, wir waren ja vorher Oktober, November irgendwie auf Tour und im Dezember dann noch. Und dann waren wir noch zwei Wochen im Januar im Studio und dann jetzt ab Ende Januar bis jetzt sind wir auf Tour.
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Ja, aber wie sieht’s aus? Mittlerweile ist dann ja doch schon wieder ein bisschen Zeit vergangen.
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Ja, jetzt kann man’s abschließend sagen.
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Das es euch mittlerweile doch auf den Sack geht, oder was?
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Nein, gerade das nicht. Wie spielen ja auch schon neue Songs, die wir im Herbst nicht gespielt haben. Im Herbst war halt die Scheibe noch nicht draußen. Also ich meine, ´n Teil entwickelt sich halt noch. Du spielst 'nen Song am Anfang total scheiße und irgendwann dann halt geil… und das ist halt nicht langweilig. Vor allem geht man damit dann ja auch viel bewusster um und ich glaube das kriegen die Leute dann auch mit. Also,… Konzerte verändern sich.
Da war ja noch irgendwie das Ding, das wir lange nicht auf Tour waren und dann nur die ganze Zeit im Studio waren und als wir dann die Gigs hatten da war’s dann tierisch… (Jans mobiles Telefon klingelt… Ohhhh! Jetzt reicht’s aber endlich – lautlos!) Also, ähm, wir wussten ja überhaupt nicht ob da was geht. Also, ob da überhaupt Leute kommen, weil man eben so lange nichts mehr von uns gehört hat. Es gab da halt schon so Leute, die gekommen sind und gefragt haben: Sagt mal, gibt’s euch überhaupt noch? Und damit fing es halt an, dass wir sehr erstaunt waren, dass die Tour dann doch noch relativ gut besuch war, denn das sollte dann ja eigentlich die Tour zu Plattenveröffentlichung sein, die dann ja verschoben wurde und äh, die Tour war dafür, dass da fast gar keine Promo zu der Tour war, echt gut besucht. Vor allem weil wir so in dieser Kombination, also wir hier, wir waren ja im Grunde genommen das erste mal auf Tour und die Konzerte hatten eine völlig andere Identität, von der wir vorher selbst gar nichts geahnt haben. Wir haben halt die Songs geschrieben, sie aufgenommen aber so richtig gecheckt haben wir sie dann erst, als wir sie dann auf unserer Tour gespielt haben, nicht nur auf den Festivals, sondern auf unserer Tour. Und das, was Thomas halt sagt: Die Songs sind jetzt schon wieder etwas ganz anderes.
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Mittlerweile ist dann ja doch schon wieder ein bisschen Zeit vergangen. Nervt ihr euch auf Tour manchmal, wenn ihr die ganze Zeit aufeinander hockt und jeden Tag zusammen seid? Geht’s euch manchmal auf den Sack?
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Na klar, ganz normal! Aber ähm, ich glaube das ist ganz wichtig! Also klar, man lernt sich auf ne ganze andere Weise kennen, wenn man den ganzen Tag zusammen ist, man muss halt lernen damit umzugehen. Es gab schon so die ein, zwei Explosionen, auf jeden Fall, aber die finde ich auch wichtig, aber trotzdem muss damit respektvoll umgegangen werden. Ich hab’s neulich erst gemerkt, dass da ganz viele Sachen dran kaputtgehen – auch Bands. Wenn’s dann einmal kracht, dann geht’s sofort irgendwie unter die Gürtellinie und dann bricht so was auseinander.
Und da ist auch die Gefahr bei uns, gerade weil wir immer aufeinander hocken, also gleich mit Proberaum und mit Studio, sind wir von Anfang an mit allem sehr reflektierend umgegangen und das ist auch so ne Art „Goldene Regel“, dass man alle Sachen sofort ausspricht, sobald irgendetwas hakt. Das ist ein ziemlich guter Plan. Man kann zwar sagen: „Ach ne, ist jetzt nicht so schlimm!“ aber dann zieht sich das über Wochen hin und dann knallt’s. Wenn man so was halt gleich auskotzt, dann ist es auch für alle klar. Auch Zoff ist geil! Also, kann reinigend sein. Ich hab irgendwie immer ein Problem mit „Froinden“, mit denen ich mich noch nie gestritten hab. Ich find das immer komisch. Also wenn immer alles easy und kuhl ist, dann frage ich mich immer: Was ist, wenn wir uns mal wirklich streiten würden!? Und erst nach einem Zoff, einer richtigen Auseinandersetzung weiß ich: So, alright! Wir haben uns angekackt aber wir können uns danach auch wieder in die Augen gucken. Das ist total wichtig für so ein Vertrauen.
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Was hat dich dazu bewegt, den ersten Song „Hallo Gott“ auf der „Glaskugelsammelbehälterkasten“ zu schreiben?
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Lange nicht mehr gestellt worden, die Frage – kann ich aber trotzdem beantworten. Das ist jetzt sehr schwer. Es gibt Phasen in meinem Leben, die sind glücklicherweise nicht mehr so oft, die sind sehr schwarz. Da ist dann überhaupt kein Fensterchen offen und da war dann (spricht sehr langsam, überlegt) immer so ein Bild, was wie so ein Strobo-Effekt für ne Sekunde in meinem Kopf war und das hat mich immer tierisch erschrocken. Das war so ein komischer Gürtel, der von der Decke hing und ich hab mich jedes mal zu Tode erschrocken. Ich hab mir dann immer gesagt: „Nein, ich will nicht, ich will nicht! Was soll denn das?!“ und das war auch eigentlich der Grund damals. Ich hab mir dann halt gedacht, vielleicht hört das irgendwie auf, wenn ich alles aufschreibe und diesem scheiß Blitzlicht hinterhergehe und das alles mache, was dieses Bild da von mir will. Und das ist dann der Text: „Ich will das nicht und werd das nicht!“ Seitdem ist das nicht wiedergekommen!
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Ein Kumpel von mir meinte „Die machen ja nur so „Friede-Freude-Eierkuchen-Texte“. Was er meinte war, dass du dich nicht auf politische Ereignisse beziehst oder mal sagst: Ich find das scheiße, was ihr da macht…
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Das machen ganz wenige und die, die es machen, sind meist mega peinlich. Also, das finde ich. Die einzige Band, die das geil hingekriegt hat und denen ich ein Ohr schenke sind „Rage Against The Machine“ und die engagieren sich dann halt auch darüber hinaus. Wir haben ja diese „Laut gegen rechte Gewalt – Tour“ gespielt. Da kamen dann alle auf die Bühne und haben dann erstmal gesagt: „Eigentlich sind wir gar nicht politisch aber wir wollen hier jetzt heute Abend abfeiern. Auf dieser ganzen Tour ist es uns bewusst geworden, dass es auf jeden Fall wichtig war, mal dabei gewesen zu sein. Das ist dann halt irgendwie so dieses „Wir sind hier alle zusammen“ und da können sich dann halt alle anderen verpissen. Da braucht man keine Worte…
Diese Songs entstehen meist in sehr stillen, heimlichen Momenten. Ich hab halt nicht so den Weltverbesserungsanspruch an mich und an die Band. Ich finde sehr viele Sachen scheiße, aber das dann irgendwie mit erhobenen Zeigefingern auf unsere Banner zu schreiben, das ist nicht unser Ding.
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Wer ist auf diese „Artwork-Idee“ für das Design der neuen Scheibe gekommen?
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(Am Nachbartisch wird in einem „Extremfraging-Interview“ über Boxershorts geredet)
Wir haben eine Fotosession gemacht mit einer sehr guten Freundin von Christian, die fotografiert, und Christians Freundin hat dann halt irgendwie das Styling gemacht, da haben wir uns gesagt: Alles ausprobieren was geht. Das war dann eine riesen Aktion und wir waren an diesem Tag schon so durch. Die Schminkerei hat Stunden gedauert und dann ist dann halt auch das Foto entstanden, mit den Decken und so. Wir haben dann über drei Tage alles ausprobiert, was man machen kann. Das sind ja ganz viele Fotos, die noch keiner gesehen hat. Wir haben uns dann auch in ’nen Springbrunnen gesetzt, mit so ’nem bunten Sessel…
Tja und an dieser Stelle noch mal ganz fetten Dank an Jan und Thomas, denn hier hat unser Diktiergerät Bandsalat gemacht. Na super! Es lebe der MD-Recorder von Nils…
Und ebenfalls einen total fetten Dank an Julia vom Stromschlag, die sich auf eine billige Anmache von der Seite hin bereiterklärt hat, mir ein paar Fotos zuzuschicken. Übrigens kann sie auch noch betrunken noch ziemlich geile Bilder machen ;-)
Happy End im Feld der Sinne
16. Apr 2002 | von Mirko Gl?serWie groß eine Band ist, merkt man oft auch daran, wie lange es dauert, mit den jeweiligen Musikern einen Telefontermin vereinbart zu bekommen. Im Falle von Sensefield dauerte es fast einen Monat, bis an einem der ersten Frühlingstage des Jahres mein Telefon klingelte und ein verschnupfter Chris Evanson, seines Zeichens Gitarrist von Sense Field, sich am anderen Ende der Leitung ein gelangweiltes "Hi, this is Chris, who is there" hervorquälte.
Kein Sense Field Interview dieser Tage, ohne die Eingangsfrage, warum der Nachfolger zum 1997 bei Revelation erschienenen Referenz-Album "Building" ganze 5 Jahre auf sich hat warten lassen. "Also zunächst muß ich sagen, daß ich froh bin, daß diese Warterei überhaupt ein Ende hat", spult Chris die Antwort zu dieser derzeit häufig gestellten Frage herunter. "Als wir vor 5-6 Jahren "Building" auf Revelation rausbrachten klopften kurze Zeit später die Warner Brothers an unsere Tür und wollten das Album lizensieren. Man muß dazusagen, daß Revelation damals zwar schon einen sehr guten Namen hatte, aber in Sachen Vertrieb und Verkauf noch nicht groß genug war, um uns wirklich voran zu bringen. Wir einigten uns also darauf, mit diesem Album zum Major zu wechseln, doch kaum waren die Verträge unterschrieben und die CD keine 3 Monate später mit neuem Label im Rücken im Handel erhältlich, passierte gar nichts mehr. Irgendwie schien es, als habe die damalige Entscheidungsriege bei Warner nur eine Trophäe schießen wollen und uns anschließend an die Wand genagelt. Wir wollten dieser Misere natürlich so schnell wie möglich entfliehen und entschlossen uns, ein neues Album fertig zu stellen. Allerdings gab es auch dort Verzögerungen. Die letzten Leute bei Warner, die mit uns arbeiten wollten und für unser Signing verantwortlich waren, verließen die Firma und ihre Nachfolger wußten mit uns nichts anzufangen. Das war ganz schön Scheiße, kann ich Dir sagen!".
Was folgte war das bekannte Spiel aus Songs schreiben und sie der Plattenfirma vorstellen. "Wir wurden jedesmal aufs Neue vertröstet und obwohl wir bereits ein komplett neues Album fertig hatten sollte ein Veröffentlichungstermin immer weiter verschoben werden. Wir haben dann die Geschicke selbst in die Hand genommen und an den bereits geschriebenen Songs weitergearbeitet. Wir wollten sie nicht neu schreiben aber den über die Jahre verloren gegangenen Spirit neu erfinden. Ich besitze ein nettes kleines Studio, in das wir uns lange Zeit eingeschlossen haben, um das Album fertig zu bekommen. Gerne wären wir natürlich zu einem anderen Produzenten gegangen, doch dazu fehlte uns das Geld und außerdem hatten wir in der Vergangenheit stets Probleme mit anderen gehabt und noch nicht den richtigen Menschen für diesen Job gefunden. Irgendwie paßte das aber zu unserer Situation: Wir waren komplett auf uns allein gestellt." Das Ende der Geschichte nahte, als der amerikanische Indie Nettwerk auf die Band zukam und anbot, sie aus dem Deal bei Warner heraus zu kaufen. "Eigentlich hatten wir vor, mit dem fertigen Album auf großangelegte Labelsuche zu gehen, doch als Nettwerk die Initiative ergriff, haben wir gleich zugegriffen. Daß sich jemand um UNS bemühte, war ein Gefühl, das wir schon fast vergessen hatten. Das war ein echter Sieg für uns!".
Herausgekommen ist mit "tonight and forever" ein Album, dem man die fünfjährige Odyssee nur anmerkt, wenn man auf Details achtet. Oberflächlich betrachtet bleibt nämlich alles beim Alten, Kenner der frühen Sense Field Songs werden vom ersten Ton an ihre alte Liebe neu aufflammen spüren. "Wir haben unseren sehr eigenen Sound auch auf dem neuen Album wiedergefunden, das stimmt", erklärt Chris. "Wir haben nunmal eine Liebe für verzerrte Gitarren, über die eine Akkustik-Gitarre tanzt. Neu ist aber, daß wir mit kleinen elektronischen Spielereien rumexperimentiert haben. Die Musik sollte irgendwie moderner klingen und ich bin finde, die Samples ordnen sich dennoch dem Gesamteindruck einer reifen Rockband unter." Wie, was heißt hier Rockband? Ich dachte Sense Field wären die Vorreiter des Emo-Core? "Nein, nein, diese Schublade haben wir nie für uns beansprucht. Unser Basser Jon und ich haben bereits zu Schulzeiten angefangen, Punkrock zu spielen, damals noch unter dem Namen Reason to Believe. Der Spirit dieser Zeit ist uns erhalten geblieben, mehr aber nicht. Ich denke, der "Emo-Stempel" wurde uns zu Revelation Zeiten aufgedrückt. Auf ihrem Jubiläums-Sampler zum 50ten Release war einer unserer Songs zwischen all den Hardcore-Bands wie Judge, Gorilla Biscuits oder Youth of Today zu finden. Es ist klar, daß die Leute da denken `wow, das klingt viel ruhiger, das ist bestimmt EMO´. Unser Selbstverständnis von Sensefield ist aber das einer Band, die sich selbst nicht auf ein Genre limitiert. Wir machen Musik, ohne darüber nachzudenken, WEM sie nun am Ende gefallen wird oder was andere darüber denken, was uns aber oft genug Ärger aus der engstirnigen Hardcore-Szene einbringt, denen das Material zu poppig und massenkompatibel ist." Und das gerade in Zeiten, in denen Sense Field zu einem (kommerziellen?) Höhenflug in Amerika ansetzen. Ihre erste Single-Auskopplung "Safe yourself" zumindest mutiert auf US-College-Radios zum Dauerbrenner und eine landesweite Tour mit den Goo Goo Dolls steht für Mai diesen Jahres auf dem Plan. "Das wird eine ganz neue Erfahrung für uns. Wir haben noch nie mit einer Major-Band getoured und sind entsprechend gespannt, wie es wird, in riesigen Hallen voll mit Sense Field untypischen Fans zu spielen. Andererseits ist es für uns auch eine Chance, denn nach einer so langen Pause TROTZDEM Erfolg zu haben ist ein wahnsinnig gutes Gefühl."
Doch nicht nur die über den Szene-Tellerrand hinaus wogenden Medien-Wellen (z.B. Jay Lenos "Tonights Show") und die angesprochene Tour laden zu Mißverständnissen innerhalb der eingeschworenen Fangemeinde ein, auch "Safe yourself" selbst wird derzeit heftigst von Hardliner-Fans beschossen: Explizit wird im Text des Songs über das "sich für den Richtigen aufheben" gesprochen, ein christlicher Aufruf zur sexuellen Enthaltung vor der Ehe? "Oh nein, keinesfalls!" entgegnet Chris. "Wir wollen niemanden vorschreiben, mit wem er wann Sex hat. Der Text greift lediglich ein anderes Thema beispielhaft auf. Es geht vielmehr darum, sich selbst in keiner Lebenssituation unter Wert zu verkaufen. Es geht um Deinen ganz persönlichen Selbst-Respekt. Wir sind definitiv keine Christen-Band, sondern einfach nur nachdenklich: Der Song "fun never ends" zum Beispiel handelt vom Selbstmord einiger Freunde von uns, die nicht damit klar gekommen sind, daß die Sonne eben manchmal aufhört zu scheinen. Die Spaß-Gesellschaft spielt uns ja immer ein anderes Bild vor und wir sagen: Pass auf Dich auf, Du bist nicht unzerstörbar. Finde Kraft in Dir selbst! Jetzt wo wir alle in der Band die magische Alterszahl von 30 erreicht haben, können wir mit diesem Abstand wesentlich konstruktiver mit den Problemen eines Jugendlichen umgehen, ohne gleich eine Attitude von Blink 182 an den Tag zu legen."
Ein weiteres Kuriosum ist auf dem Album zu finden. Song Nummer fünf trägt den Titel "Beatles Song". Der bekennende Beatle-Maniac Chris meint dazu: "Dieser Song ist ein Anliegen unseres zweiten Gitarristen Rodney. Er hatte damals ein Mädchen auf seiner Kunst-School, über die es eine ganz lustige Geschichte zu erzählen gibt: Sie baute aus Papier und Klebeband ein Haus, das aber immer wieder kaputtriß und sang dabei "across the universe" von den Beatles. Immer wieder, fast zwei Stunden lang, bevor die anderen Kursmitglieder wie aus einer Kehle "HALT'S MAUL" brüllten. Einen tieferen Sinn gibt es nicht außer dieser unterschwelligen Verbeugung vor den Fab-4!"
Ende Juni/Anfang Juli werden Sense Field zum zweiten Mal auch bei uns in Deutschland auftreten, 7 Jahre nach ihrer letzten Europa-Tour. Entsprechend hoch pendeln sich Vorfreude aber auch Sorgen ein. "Wir freuen uns gewaltig auf diese Wochen in Europa, denn unsere erste Europa-Tour gehört definitiv zur besten Zeit, die wir in unserer Bandgeschichte hatten. Außerdem wird es ein Eintauchen in eine ganz andere Welt: Während wir hier in Amerika ja zusehend größere Hallen spielen und immer mehr Kids
zu unseren Konzerten kommen, werden in Europa wohl "nur" noch die HC-Fans zu unseren Shows kommen, was uns die Band aus einer ganz anderen Sichtweise erleben läßt. Live sind wir ohnehin viel härter und punkiger als auf Platte, sodaß wir gespannt sind auf die Reaktionen der Leute, die uns nur vom neuen Album her kennen…."
Beim Thema Europa-Tour fällt mir auch gleich Sense Field Sänger Jon's Freundschaft mit Onelinedrawing- und New End Original Frontmann Jonah ein, der in den letzten Monaten ja schon so etwas wie ein Dauergast auf deutschen Bühnen war. Darauf angesprochen meint Chris: "Wir trafen Jonah vor vielen Jahren, er war noch bei FAR, auf einem Benefiz-Festival und es entwickelte sich spontan ein guter Kontakt. Wir sind begeistert von dem, was er tut und haben ihn vor kurzem eingeladen, auf unserem nächsten Album einen Gast-Track einzusingen. Wir werden definitiv wieder bei mir im eigenen Studio recorden also soll er ruhig mal reinschauen, wenn er in der Nähe ist. Aber eins ist sicher, wir werden ganz bestimmt keine fünf Jahre warten, also muß er schnell sein".
Further Seems Forever – The Moon Is Down
15. Apr 2002 | von benniWem die Band STRONGARM noch etwas sagt, der wird nicht schlecht Staunen, wenn er hört, was die Nachfolger dieser Band, nämlich FURTHER SEEMS FOREVER, auf ihrem Debutalbum "The Moon Is Down" für emotional betonte Musik an den Tag legen. Alte Hardcore-Gewänder hat man abgelegt, um sich nun dem zu widmen, was man wohl schlicht und einfach Emocore nennt.
Auch wenn Sänger Chris Carraba mittlerweile bei FURTHER SEEMS FOREVER ausgestiegen ist, um DASHBOARD CONFESSIONAL zu gründen, krächzt er auf dieser Platte noch wunderbar poppig-depressiv seine – übrigens mit christlichen Lehren angereicherte – Texte zu den eher langsamen Gitarren, sodass es dem einen oder anderen wahrscheinlich schon zu extrem wirkt, wer jedoch z.B. die alten JIMMY EAT WORLD Sachen mag, der sollte auch hieran Gefallen finden.
Nicht unbedingt die richtige Platte, wenn man gerade so richtig gute Laune hat, sondern vielleicht eher etwas für gesellige Stunden zu zweit – oder wenn eben diese zweite Person plötzlich nicht mehr da ist. In der richtigen Situation mit Sicherheit ein schönes Album, sonst vielleicht ein bisschen langweilig – und trotzdem kraftvoll. Ein Reinhören sollte sich lohnen.
Reel Big Fish – Favorite Noise
15. Apr 2002 | von benniNachdem REEL BIG FISH aus den Staaten schon vor neun Jahren zum ersten Mal das europäische Festland beehrten, ist seit Februar nun endlich auch ein Tonträger bei uns zu kaufen. Etliche Male hat die Band schon bei uns gespielt, nicht selten auch in ausverkauften Lokalitäten. Und – Napster sei Dank – haben Ihre Songs auch schon den Weg in den einen oder anderen deutschen CD-Player gefunden. Auch ich persönlich konnte bereits die eine oder andere Textzeile in meinem den-Song-kann-ich-auswendig-Archiv wieder finden, als REEL BIG FISH letztes Jahr bei Rock am Ring im kleinen Zelt auftraten. Zu meiner Überraschung war ich da auch lange nicht der einzige, der bei "Sell Out" oder "The Kids Don't Like It" den Refrain beherrschte.
So wurde meiner Vorfreude auf das Album nach dem ersten Blick auf die Tracklist ein wenig der Wind aus den Segeln geklaut. Viele Songs sagten mir bereits etwas, so dass das ganze doch eher eine Art "Best Of" darstellt. Doch das macht eigentlich gar nichts, allein die Tatsache, dass die Songs schon bekannt sind, macht sie ja noch lange nicht schlechter.
REEL BIG FISH fahren teilweise stark bläserbetonten, mit ein wenig Punkrock angereicherten Feier-Ska auf, der sich mit anderen Genregrössen wie LESS THAN JAKE, den MAD CADDIES oder den MIGHTY MIGHTY BOSSTONES nicht recht vergleichen lassen, jedoch ohne weiteres mit diesen mithalten kann. Mit Unglaublicher Lockerheit spielen sich nicht nur die Refrains ganz schnell ins Ohr, auch die Rhytmen schreien lauthals "Tanz mit mir" und fast wie von selbst bewegen sich auch schon die Unterarme mit geballter Faust vor und zurück.
Allzu ernst nehmen darf man die sechs grossen Fische wahrscheinlich nicht, sonst scheitert man spätestens bei so anspruchsvollen Textzeilen wie "Well first of all, I'ld like to say FUCK OFF". Ebenso wahrscheinlich ist es aber, dass REEL BIG FISH es sich nicht wirklich zum Ziel gesetzt haben, anspruchsvolle Texte zu komponieren, sondern einfach nur Spaß machen wollen. Und das gelingt ihnen mit weiteren Eskapaden wie "I Want Your Girlfriend To Be My Girlfriend Too". Verständlich, schliesslich ist sie ja so fucking cute. Gekrönt wird das ganze dann mit Coverversion Nummer 2433 von A-HA's TAKE ON ME – allerdings eine der besten, die ich je gehört habe.
FAVORITE NOISE ist einfach nur unglaublich rhythmisch und bringt mich selbst beim Verfassen dieses Textes zu diversen Kopfnick-, Schulterzuck- und Fingerschnipsattacken. Ausserdem wird's bald Sommer und da ist diese Platte das beste, was einem passieren kann. Viel Spaß damit!
Kung Fu rocken in Hildesheim
15. Apr 2002 | von AronDer Tanzpalast in Hildesheim, der eh nicht sonderlich groß, dafür aber gemütlich ist, füllte sich nur zögerlich. Als die Vorband „MoRain“ anfing standen vielleicht dreißig Figuren vor der Bühne herum und so richtig wollte die Partystimmung nicht aufkommen. Weitere vielleicht 20 saßen in dem hinteren Teil der Location, wo gemütliches Beisammensitzen sehr gut auf Sesseln und Sofas möglich war. Während „MoRain“ spielte wurde mir immer klarer, dass dieser Band noch irgendetwas fehlt, das ich nicht weiter definieren konnte.
Als Kung Fu auf die Bühne gingen sagte Jan [Gesang], mit ihm und Thomas [Bass] hatten wir vor dem Konzert ein Interview, im Vorbeigehen zu mir, dass ich gerade Zeuge der Negativbesucherzahl werde. „Egal“, dachte ich mir, „ist schade, aber die Show wird bestimmt trotzdem geil und ich kann wieder eins meiner Wunsch-LiveKonzerte abhaken!“
Sie haben mit „Untergrund“ angefangen und sich daraus ganz schnell hochgearbeitet. Schon nach drei Songs hatte man das Gefühl, das es mehr als dreißig Leute waren… waren es dann auch. Kein Plan, wo die Leute herkamen, aber ab dem dritten Song ist auch bei dem letzten das Eis geschmolzen und es war nur noch Party. Zwei Stunden lang haben die Jungs gerockt – und das nicht zu knapp. Für mich eh das erste mal haben sie auch live das eingehalten, was die Platten zu versprechen scheinen… Rock’n’Roll vom Feinsten!
Christian Neander hat gespielt wie ein großer – Effekte gezaubert und sauber gespielt, als würde er den lieben langen Tag nichts anderes machen. Die Rhythmussektion, die ja auch neu ist, hat einem dieses komische, kribbelnde Gefühl im Bauch beschert, das einem sagt: „Ja genau,… beweg dich, jetzt das linke Bein vor und hüpfen…“. Jan hat saugeil gesungen, so dass man das Bedürfnis verspürte mitzubrüllen und da es ja eh laut genug war und es keiner, einschließlich sich selbst, gehört hat, hatte man damit auch kein Problem. Ausserdem hat er quasi das gesamte Interview überflüssig gemacht. Er hat die Hintergründe der Songs mal mehr und mal weniger ausführlich erklärt und einem so das Gefühl der Nähe der Band zum Publikum gegeben. Meine Fresse, das war echt ein Erlebnis für sich. Eines kann ich euch sagen: Wenn ihr die Möglichkeit habt, euch die Jungs anzuschauen, lasst euch diese erstklassige Attacke auf den Gehörgang nicht entgehen!
Favez, Paper Crown, Hannover
15. Apr 2002 | von Mirko Gl?serEin gutes halbes Jahr liefen die Konzerte in der Korn lediglich in der
kleenen Ecke im Cafe, sodaß es nach dieser langen Pause eine Freude
war, den großen Saal nach der Renovierung im neuen Glanz erstrahlen zu
sehen. Nun, der "Glanz" beschränkte sich an diesem Abend noch auf die
frische Farbe und die wild aus den Wänden baumelnden Stromkabel, doch
trotz der (im übrigen hell erleuchteten) Baustellenatmosphäre war die
Stimmung zunächst gut, als Hannovers Paper Crown zu ihrem ersten Gig
überhaupt die Bühne erklommen. Nervös und unsicher jaulte der Sänger
die ersten Songs herunter, die Restband macht den Anschein, sich in
der Zwischenzeit lieber hinter ihren Verstärkern verstecken zu wollen.
Sollte wohl eigentlich so klingen und aussehen wie Jawbreaker, doch
dazwischen liegen Welten. Zu allem Überfluß
erweckt der Sound den Eindruck, als habe man einen rostigen
Toaster zwischen Mischpult und PA geschaltet, was umso mehr dazu beiträgt, daß die
Papierkronen sich als Papiertiger entpuppen und ich
beschließe (wie ein nicht kleiner Teil des Publikums auch), die
Wartezeit auf Favez lieber an der Theke zu verkürzen. Als die
Schweizer Gefühlseisenbahn dann gegen 23.15 einfährt, springt
der Funke bereits beim ersten Blickkontakt zwischen Band und Publikum
über. Ich stellte im Vorfeld (heiß diskutiert) die Theese auf, daß
Favez sich nach und nach in Richtung Therapy entwickeln und wenn ich
mir das Quartett aus Lausanne da oben so ansehe, werde ich positiv an
das automatisch Sympathie erzeugende Lächeln eines Andy Cains
erinnert (verschwitzt-verwaschenes Jack Daniels Shirt inclusive).
Toll. Frontmann Chris erntet die Blumen seiner Ausstrahlung mit einem
hocherfreuten Gesicht, der Sound stimmt auf einmal und Favez
packen kräftig Gitarrenbreitsseiten aus. Mal streicheln sie die
Gemüter, dann wieder zeigen sie sich unbändig und gemein. Das Programm
besteht aus einem ansprechenden Mix aus altem und neuem Material,
Songs aus "Lausanne/Switzerland" überwiegen jedoch
zurecht. Wahnsinn, wie die vier es schaffen, die rohe Kraft ihrer CD
auch live darzubieten. Staunen weicht einmal mehr Begeisterung.
Zwischendrin gibt sich Chris solo mit Gitarre die Ehre, was das
drei-Buchstaben-Unwort unweigerlich in den Raum wirft und meine
eingangs erwähnte These dann doch noch über den Haufen
wirft. Sei's drum, nach einer viel zu kurzen Stunde ist Schluß, von
mir aus hätte es noch stundenlang so weitergehen dürfen. Kommt bald
wieder, Jungs. Oder wie ihr es sagen würdet: "un, deux, trois,
quattre!"
Sum41, H20, Autopilot Off, New York
9. Apr 2002 | von MainstageAm Samstag spielten Autopilot Off, H2O und Sum41 im gym des Institute of Technology in Rochester, New York. Einlass war um 19 Uhr, doch schon vorher wartete eine ca. 200 Meter lange Menschenschlange geduldig vor dem Eingang. Nachdem die Halle geöffnet wurde, fing das Konzert puenktlich um 20 Uhr an.
Opener waren Autopilot Off, die mit Melodic Punk die Stimmung anheizten. Ihre Bühnenshow hatte was für sich und die anfangs versprochenen 100% Power wurden auf jeden Fall eingehalten. Durch ihre fortwehrende Animation, dass Publikum in die richtige Stimmung zu bringen, wurde es dann endlich auch mal etwas wilder vor der Bühne. Denn im Gegensatz zu vielen Konzerten in Deutschland ist der Pogo hier nur auf einen Kreis bezogen, indem es dafuer aber richtig zur Sache geht. Ausserhalb dieses Kreises bleibt es dafuer relativ ruhig.
Nachdem Autopilot Off ihre 30 minütige Show ohne Zugaben beendet hatten, folgten nach weitern 20 Minuten Umbau H2O aus New York City. Als sie anfigen, füllte sich die Halle schlagartig und die meisten, die vorher das Konzert von den Rängen verfolgt hatten, kamen vor die Bühne. H2O waren der absolute Wahnsinn! Schon der erste Song "Everready" brachte das erst grösstenteils etwas träge Publikum richtig zum rocken. So, dass es dann doch nicht nur im Moshpit wild zu ging. Gespielt wurden vorwiegend Songs von ihrem neuen Album "Go", wie "Well Behaved" und "Memory Lane" aber auch ein paar alte Stücke und Covers wie "Like a Prayer" und "Bloody Sunday". Die Bühnenshow war einzigartig, genau wie der Sound. Auch Frontman Toby Morse tobte auf der Bühne und sprang in den ca. 2 Meter breiten Konzertgraben, damit er wenigstens ein bisschen nähren Kontakt zu den Leuten hatte. Aus versicherungs-technischen Gründen durfte das Publikum nicht so nah an die Band ran und diven war auch verboten. Wer es dennoch wagte und sich von den Securities packen liess, wurde radikal rausgeschmissen.
Aber das konnte die Stimmung auch nicht drücken, H2O rockten und waren dazu echt super schnell. Doch leider verabschiedeten auch sie sich nach 45 feinstem Hardcore ohne Zugabe von der Buehne.
Und nun sollte der Headliner Sum41 folgen. Doch es schien, dass viele nur wegen der ersten beiden Bands gekommen waren, da die Halle leerer wurde und das – sowieso nicht so hohe – Durschnittsalter noch weiter sank.
Nach einer halben Stunde Pause stürmten die vier Jungs unter lautem Teenie Geschrei auf die Bühne. Vom Geschrei her hätten es auch die Back Street Boys sein koennen. Ihr Sound war ziemlich gut, genauso wie auf ihrer CD. Doch es wurde teilweise sehr auffällig, dass sie nicht soviele Songs zur Verfügung hatten. Dies versuchten sie durch albernes Gerede, was eigentlich improviesiert wirken sollte und einen Gitarren Kontest zu überbruecken. Der Höhepunkt der Show war die Zugabe, in der sie "Bro Hym" von Pennywise coverten, was ihnen die Menge mit tosendem Applaus dankte. Und so verschwanden auch Sum41 nach einer Stunde von der Bühne.
Zum Schluss sass der eine Gtarrist von H2O, Rusty Pistachio, noch am Merchandise Stand und hat Autogramme gegeben und mit den Leuten geplaudert.
Was auch noch zu erwaehnen ist, dass ale Bands einen Übersetzter hatten,der ihre Texte und ihr Gerede in die Gebärdensprache uebersetzte.
Das Konzert war im grossen und ganzen wirklich gut und H2O waren auf jeden Fall die Gewinner des Abends und für 10$ Eintritt war es auch ein akzeptabeler Preis.
Sportfreunde Stiller – Die gute Seite
7. Apr 2002 | von benniDie Sportfreunde haben sich mit dem Nachfolger zur "So wie einst Real Madrid" ja einiges an Zeit gelassen. In der Zwischenzeit haben sie mit ihrem Debutalbum im Gepäck einiges an Sympathien einheimsen können und sich auf etlichen Konzerten zu einer echten Größe der deutschen Indieszene gemausert. Umso größer ist nach doch schon relativ langer Zeit die allgemeine Gespanntheit und Vorfreude auf das neue Album, welches den Namen "Die gute Seite" trägt und nun endlich erhältlich ist. Leider können Peter, Flo und Rüde die hohen Erwartungen auf ihrem Werk nicht ganz erfüllen, eher im Gegenteil.
"Die gute Seite" enthält zwei wirklich gute Lieder. Zum einen das bereits aus Funk und Fernsehen bekannte "Kompliment", welches mittlerweile wohl nicht nur Kim von Echt auswendig zu singen vermag, zum anderen "Independent", wo die Sporties noch einmal Gas geben und auch textliche Qualitäten an den Tag legen, welche bei anderen Songs wie "International" eher flach ausfallen. Gute Ideen werden allzu oft nicht wirklich tiefgründig umgesetzt.
Den einen oder anderen schönen Song beinhaltet dieses Album dann vielleicht noch, eventuell auch noch ein paar Ohrwurmanwärter, aber im Vergleich zum Vorgänger ist das alles doch eher unteres Mittelfeld. "So wie einst Real Madrid" war wesentlich unsauberer Produziert und kommt vor allem wesentlich rockiger. Bei der guten Seite setzt man doch eher auf poppigere Geschichten, lässt das ganze leider oft viel langsamer angehen und baut noch häufig seltsame elektrische Tonmaschinen ein, die eher unpassend wirken.
Dieses Album ist irgendwie nicht "typisch Sportfreunde" und kommt an die Madrid – Geschichte lange nicht ran. Schlecht ist es deswegen noch nicht, enttäuscht werden aber trotzdem viele Fans sein. Vor allem die, die die drei Jungs aus Bayern schon auf der Bühne gesehen haben. Denn dort sind sie wirklich gut.
Living on the road
2. Apr 2002 | von benniMit RIVER CITY HIGH war im Februar eine weitere geniale Band aus dem DEFIANCE-Roster auf Tour in Europa, u.a. spielte die Band auch in Hannover, wo wir es uns nach dem grandiosen Album "River City High won't turn down" natürlich nicht haben nehmen lassen, uns mit Sänger und Hochwasserhosenträger James zu unterhalten. Leider ist ein Teil dieses Interviews in den unendlichen Weiten eines gewissen blauen Diktiergeräts verschwunden, deswegen fällt das ganze leider etwas knapp aus. Macht aber nichts, inte- und amüsant war's trotzdem, doch lest selbst…
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Bei einem der Songs habt ihr mit Mary Lou Lord zusammen gearbeitet. Wie kam es zu dieser Kooperation?
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Ich habe sie in der U-Bahn gesehen, wo sie für Geld gespielt hat – und sie hat eine Menge Geld von den Passanten bekommen! Wir haben das Album in Boston aufgenommen und da hab ich sie dann auf der Straße gesehen und natürlich auch gleich angesprochen. "Ich bin so ein grosser Fan von dir und wir nehmen grade unser Album ein paar Strassen weiter auf. Komm doch bitte mit und sing was auf dem Album!". Sie kam – und sang. Es war grossartig.
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In Deutschland ist Eure Platte über Defiance Records rausgekommen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit? War das Eure Entscheidung oder hattet ihr nichts damit zu tun?
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Das hatte mit uns gar nichts zu tun. Unser Label Doghouse arbeitet generell mit Defiance zusammen. Aber als ich gesehen habe, was die alles für Sachen in Deutschland releasen und dann hörte, dass auch unser Album dort erscheinen wird, war ich begeistert. Es ist wirklich ein schönes Label. Unser Merch ist grossartig, die Plakate sind grossartig, das mit dem Album hat auch wunderbar funktioniert… wir sind wirklich glücklich über die Zusammenarbeit mit denen.
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Eurer Bandinfo entnehme ich, dass ihr sehr viel am Touren seid. Wieviele Konzerte habt ihr genau gespielt?
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Also 2001 waren dass 250 – fast 300. Wir waren die ganze Zeit auf Tour, ständig. Wir haben unser Album geschrieben, wir haben unser Album aufgenommen und sind getourt. Das ist alles, was wir letztes Jahr getan haben. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche nur die Band.
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Wie finanziert ihr das alles? Reicht da das Geld von den Auftritten und so?
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Wir haben die ganze Liebe meines Vaters *lacht* Naja, jeder schläft auf Sofas auf irgendwelchen Fluren oder so. Rock n' roll. Wir tun das alles, weil wir denken, so irgendwann mal sehr erfolgreich werden zu können.
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Geht ihr selbst viel auf andere Konzerte? Welche Bands seht ihr euch gerne an?
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Naja wir spielen so viel und wenn du dann nach Hause kommst, ist eins der letzten Dinge, die du tun willst, eine andere Band spielen zu sehen. Aber ich mag immer noch Musik hören und andere Bands spielen sehen. Wenn wir auf Tour sind gucke ich mir auf jeden Fall auch die anderen Bands an.
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Ihr habt ja auch mit Boy Sets Fire gespielt…
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Ja, war grade erst, vielleicht vor 2 Wochen. Ich hatte erst Bedenken, weil die ja mehr Hardcore machen und wir nun gar nichts mit Hardcore zu tun haben. Aber es war gut. Boy Sets Fire sind eine unglaubliche Band und vor allem auch sehr nette Leute, wir hatten eine gute Zeit mit denen.
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Wenn wir mal über die Zukunft von RIVER CITY HIGH sprechen, was wird alles passieren?
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Wir haben schon neue Songs geschrieben und möchten spätestens im nächsten Jahr ein neues Album veröffentlichen, also Pläne dafür gibt es auf jeden Fall schon. Naja und das ist grade das erste Mal, dass wir in Europa sind, aber es wird definitiv nicht das letzte Mal sein.
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Okay…
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Also dann viel Spaß, trinkt 'ne Menge Bier, lernt viele Mädchen kennen….
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Was haltet ihr denn vom deutschen Bier?
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Oh, es ist sehr stark. Aber was ich grossartig finde, ist dass die Leute hier in Deutschland alle so nett sind und den Bands das Bier bezahlen!
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Dann war's das. Vielen Dank!





