Mainstage


Mainstream-Emo

30. Mai 2002 | von benni

Taking Back Sunday ernten derzeit mit ihrem Debutalbum "Tell All Your Friends" aller Orten gute Kritiken - auch bei uns. Natürlich zu Recht. Nicht irgendeine neue Emoband, sondern mal wieder eine, die es wirklich drauf hat. Für uns Grund genug, Gitarrist John Nolan ans Telefon zu holen. Neben Bandgeschichte und Album redeten wir auch über den "Emo-Hype", der seiner Meinung nach noch lange nicht auf dem Höhepunkt angelant ist.

<b>
"Tell All Your Friends kam am 26. März raus, was habt ihr in der Zwischenzeit getrieben?
</b>
Wir haben viel getourt, mit Rival Schools eine kurze 2-Wochen-Tour. Dann haben wir eine Victory-Tour mit Catch 22, Reach The Sky, Grade und Student Rick gemacht. Jetzt sind wir grade wieder von der Tour mit The Lawrence Arms zurück gekommen. Das war's eigentlich, wir sind die ganze Zeit getourt.
<b>
Verkauft sich das Album gut?
</b>
Ja, es läuft sehr sehr gut. Ich weiss grad nicht, wieviele es genau waren, aber wir haben eine Menge mehr verkauft, als wir erwartet hatten. Das ist verdammt cool! Wir wären schon überrascht gewesen, wenn wir ein paar Tausend Platten verkauft hätten. Das war das erste Mal, dass wir eine CD über ein Plattenlabel released haben - und dann gleich bei Victory. Wir waren schon froh, überhaupt ein Album rauszubringen und sind sehr überrascht, wie gut das alles funktioniert. Es ist fantastisch!
<b>
Ihr habt ja durchweg gute Kritiken bekommen. Was hältst du davon, dass offenbar jeder eure Musik mag?
</b>
Das ist unglaublich, die ganze Situation ist so unglaublich. Vor dem Album sind wir halt rumgezogen, einfach nur um Shows zu spielen, vor 50 oder 100 Leuten. Ausserhalb der Eastcost kannte uns da niemand. So wie es jetzt ist, ist es fantastisch, so ein gutes Feedback vom Publiku zu bekommen. Unglaublich.
<b>
Lass uns mal über euren Victory-Deal sprechen. Zwischen eurer Bandgründung und dem Vertrag sind ja nichtmal 2 Jahre vergangen. Wie kam das?
</b>
Wir haben eine 5-Song Demo herausgebracht und die haben sie in die Hände bekommen. Das hat ihnen gefallen und sie haben uns kontaktiert. Letztendlich waren sie froh, usn unter Vertrag nehmen zu können. Es gab noch ein paar andere Labels, die nach dem Demo interessiert waren, aber die wussten alle nicht wirklich, wann und ob sie etwas mit uns machen wollten. Als Victory uns gehört hat, waren sie sofort entschlossen, uns rauszubringen. Deswegen haben wir das dann gemacht.
<b>
Das hatte also nichts damit zu tun, dass Eddie Gründungsmitgleid bei The Movielife war?
</b>
Nicht das ich wüsste. Ich glaube nicht, dass wir deswegen bekannter sind, eigentlich wusste das auch niemand. Ich bin mir nicht, sicher, ob Victory das damals überhaupt schon wusste. Aber es ist in sofern von Vorteil von uns, dass wir von Ed's Erfahrungen profitieren können. Er hat auch schon in vielen anderen Bands gespielt.
<b>
Im Moment gibt es ja sehr viele neue Sachen im Emo-Bereich, wo ihr ja sicher auch dazu gehört. Was glaubst du, wie das in ein paar Jahren aussehen wird?
</b>
Ich glaube, der Trend, dass Emo ein populärer Musikstil wird, ist noch nicht zu Ende. Das wird noch grösser, zumindest für eine Weile. Ich kann nicht genau sagen, wie groß, aber es wird noch anhalten. Wie es in Europa ist, weiss ich nicht, aber hier ist es noch nicht richtiger Mainstream. Bands wie Thursday oder Saves The Day laufen noch nicht auf vielen grossen Radiosendern. Die grossen, kommerziellen Rocksender haben das noch nicht so aufgegriffen. Das wird noch bis zu dme Punkt kommen, wo es fast Mainstream ist. Und wie das mit Trends so ist, bleibt es dann eine Weile dabei, bis etwas neues kommt.
<b>
Du glaubst also, Emo wird man in der Zukunft auch auf MTV in den Top 10 sehen?
</b>
Das glaube ich, ja. Ich könnte mir das gut vorstellen, ob es wirklich passiert, weiss ich natürlich nicht. Hier bei uns sind Dashboard Confessional im Rolling Stone und Thursday im Spin Magazine gewesen, die Mainstream-Musikpresse beginnt jetzt, dass mitzukriegen. Auch der Begriff "Emo" wird auch in den grossen Zeitschriften immer öfter verwendet.
<b>
Ich habe vor Kurzem sogar einen Artikel in der Times gelesen, "What is Emo?"….
</b>
Wirklich? Siehst du, das ist, was ich meine. Emo taucht auf einmal überall auf, auch dort, wo du es nie erwartet hättest.
<b>
Naja, es ist ja auch nicht das schlechteste, ich mag diese Musik…
</b>
Ja, ich finde das auch gut. Es ist wesentlich besser, sowas zu sehen, als Bands wie Limp Bizkit oder so.
<b>
Okay, kleiner Themenwechsel… War Taking Back Sunday am Anfang - als 1999 - mehr ein Just-For-Fun-Projekt oder hattet ihr bestimmte Ziele, die ihr erreichen wolltet?
</b>
Wir hatten keine speziellen Ziele im Kopf. Als wir angefangen haben, war es schon etwas ernster. Es ging nicht nur darum, Spaß zu haben. Wir wollten natürlich Spaß haben, aber auch etwas tun, wo wir etwas erreichen können, wo wir vielleicht eines Tages das machen können, was wir genau jetzt tun. Alles, was jetzt passiert, war damals unsere Hoffnung. Eddie ist der einzige, der von Anfang an dabei ist, wir hatten viele Lineupwechsel, aber das war auch gut so. Wir wollen, dass jeder aus den richtigen Gründen mit dabei ist, dass er das tut, was er will, vielleicht auch für sein Leben. Das war schon alles ziemlich ernst von Anfang an.
<b>
Und heute, was sind heute Ziele von euch, vielleicht in Zusammenhang mit deiner Mainstream-Emo Idee?
</b>
Ich persönlich wäre froh, bis zu einem Punkt zu kommen, wo wir eine breite Fanbase aus dem ganzen Land haben. Ein paar Jahre sollte es schon so weter gehen, dann ist es okay…
<b>
Und wann können wir die erste Europatour erwarten?
</b>
Noch ist nichts in Planung, aber wir wollen wirklich da rüber kommen. Ich war noch nie bei euch und würde wirklcih gerne in Europa touren. Hoffentlich klappt das noch dieses Jahr. Wir haben so viel in Amerika getourt, es wäre mal gut, hier raus zu kommen, unseren Horizont zu erweitern. Hoffentlich noch dieses Jahr.
<b>
Zum Abschluß möchte ich dich noch fragen, wer deiner Meinung nach die Weltmeisterschafft gewinnen wird…
</b>
Weltmeisterschafft? Also ganz ehrlich weiss ich noch nicht Mal, wer da alles mitmacht.
<b>
Jeder. Es ist die Weltmeisterschaft.
</b>
Oh. Naja da siehst du, wie wenig Ahnung ich davon habe. Also es machen alle mit… Ich hab keine Ahnung, aber ich sage jetzt einfach mal, dass Deutschland gewinnen wird!
<b>
Das war die richtige Antwort :-) aber ich mag auch kein Fußball…
</b>
Mir ist das total egal. Ich dachte, es wäre sowas wie die World Series, wo die zwei besten Teams gegeneinander antreten. Aber ich hatte wirklich keine Ahnung.
<b>
Alles klar, dann danke für das Interview und für die Zukunft! Und kommt nach Europa! Schönen Tag noch…</b>

Zwischen Windmühlen und Tulpen

13. Mai 2002 | von Carsten

Während die niederländische Band Bambix hierzulande nur beste Kritiken bekommen und sie sich hier eine immer größer werdende Fangemeinde erspielen, werden sie in ihrer Heimat kaum zur Kenntnis genommen. Über dieses Thema und anderes sprach ich mit der Sängerin Wick vor ihrem Konzert im Kasseler Spot.

<b>
Euch gibt es schon ziemlich lange, habt mittlerweile vier Alben veröffentlicht, und ihr habt so einige Besetzungswechsel gehabt, im Grunde bist Du ja die einzige Konstante in der Band.</b>
Naja eigentlich haben wir gar nicht so oft gewechselt. Wir haben einmal den Drummer und zweimal die Bassistin gewechselt. Und das hält sich ja in zwölf Jahren noch in Grenzen.
<b>
Das Label wurde auch einmal gewechselt. </b>
Ja, die erste Platte ist noch auf einem holländischen Label und die anderen sind dann alle auf Vitaminepillen erschienen.
<b>
Als ich Euren Tourplan gesehen habe ist mir aufgefallen, dass ihr fast ausschließlich in Deutschland spielt und gar nicht so in den Niederlanden.</b>
Doch doch, wir spielen schon in Holland aber wir sind nun mal auf einem deutschen Label und die haben halt ihre Promotion dann mehr auf Deutschland, Schweiz und Österreich gerichtet. Daher kennt man uns in Holland eher durch Konzerte, in den Printmedien kann man von uns so gut wie gar nichts dort lesen.
Im Juni gehen wir dann auf eine Europatournee und da haben wir auch wieder einige Gigs in den Niederlanden geplant, doch der Haupttourplan beschränkt sich dann eher auf Deutschland, obwohl wir auch in Spanien spielen werden und später auch wieder nach Brasilien gehen.
<b>
Ihr seid dort zur dritt beliebtesten ausländischen Band gewählt worden und das Album kam sogar auf Platz zwei.</b>
Ja, wir worden vom Publikum zum dritt besten international Act gewählt, nach den Voodoo Glow Skulls und den Dead Kennedys und dann kamen wir und die vierten zum Beispiel waren Bad Religion, das war schon echt cool. Und zweitbeste Platte nach Pennywise. Wir haben also Blink 182 in zwei Kategorien geschlagen. Das ganze ist auch erst zwei Monate her.
<b>
Wie kommt man denn eigentlich nach Brasilien, viele versuchen dann doch lieber noch Fuß in den USA zu fassen.</b>
Wir waren auf einem italienischen Sampler, auf dem auch eine sehr populäre brasilianische Band vertreten war und dieser Sampler hat sich dort riesig verkauft und unser Song hat dann dort richtig eingeschlagen. Und dadurch haben sich dann viele Leute die Platte bestellt. Dann wurde wir noch mal gefragt, ob wir die Platte in Brasilien veröffentlichen wollen und dann haben wir vor zwei Jahren dort unsere erste Tour und letzte Jahr unsre zweite Tour gemacht.
Ich habe jetzt auch THE NITROMINDS, mit denen haben wir die erste Tour gemacht, eingeladen um mit uns durch Europa zu touren. Mittlerweile sind auch andere Bands dabei, was auch wirklich gut ist das so eine Art Kulturaustausch stattfindet.
<b>
Das ihr in den Niederlanden nicht ganz so bekannt seit wie z.B. hier in Deutschland oder eben in Brasilien, hat das auch damit etwas zu tun, dass die Punkszene in Holland nicht allzu groß ist, oder hat das eher was mit dem Labelstandort zu tun.</b>
Mit dem Standort hat das weniger zu tun. Aber das die Szene nicht ganz so groß wie hier ist stimmt schon. Also, alle Bands die kleiner wie z.B. als NOFX sind haben kaum eine Chance. Die Szene hat sich dort in letzten acht bis zehn Jahren auch geändert, es kommen auch fast nur noch große Bands. Die Leute würden aber auch nur zu solchen Bands gehen, weil sie denken die Band kenne ich nicht also kann es auch nichts sein, während die Leute hier in Deutschland auch auf Konzerte von kleinen Bands gehen die sie kaum oder gar nicht kennen.
<b>
Eure Alte Bassistin hat ja "What's In A Name" noch miteingespielt, war es dann eigentlich schwer einen adäquaten Ersatz für sie zu finden.</b>
Ja, das war schon sehr schwer. Wir suchten eine Frau, das war schon schwierig, dann musste sie zu passen und sie musste das touren mögen. Und diese drei Dinge in einer Frau zu finden war echt schwer. Ach ja, Bass spielen sollte sie dann schon spielen können, also vier. Jannecke haben wir dann in Amsterdam getroffen und echt glück gehabt.

Viele Frauen finden das touren anfangs noch ganz lustig, doch dann wollen sie lieber zu Hause sein weil es halt doch ziemlich Zeit kostet und man ist ja auch wirklich selten zu Hause. Da hat fast keine Zeit mehr für eine Familie oder einen Freund.

Die andere Bassistin, die "What's In A Name" eingespielt hat, war das dann schon so. Als wir in Brasilien waren, war das für Peter und mich echt wie ein Traum, während sie schon am zweiten Tag ihren Freund vermisst hat und ständig meinte, dass sie ihn anrufen müsse und er ihr so fehle.
<b>
Wann können wir die nächste BAMBIX-Platte erwarten? </b>
Wir sind ende April im Studio und nehmen ein paar Songs auf und Ende Mai Anfang Juni kommt bringen wir dann eine Mini-CD heraus und gehen wir mit Fabulous Disaster auf Tour, das ist eine amerikanische Band, die auf Pink & Black, das ist das Label von Fat Mike's Frau.
Und dann habe Ich habe auch gerade den GIRLS KICKS ASS - Sampler zusammengestellt, der auch auf Vitaminepillen ist. Auf dem sind 15 Frauenbands aus der ganzen Welt. Auf dem eigentlich auch Dover wollte, aber dagegen hat sich ihre Plattenfirma EMI gewährt, weil deren CD in den Niederlanden noch nicht veröffentlicht wurde. Obwohl Dover schon gerne auf den Sampler wollten, aber da sie auf einem Major sind haben sie nicht alles in eigenen Händen.
<b>
Kommen wir noch mal zu einem anderen etwas heikleren Thema, die Beziehung zwischen Deutschland und den Niederlanden. </b>
Hm, ja. Naja das Verhältnis zwischen den Holländern und den Deutschen, ist mittlerweile ganz okay und wird meiner Meinung besser, obwohl das mit Musik dann doch wieder etwas anderes ist. Wenn deutsche Bands nach Holland kommen und die dann auf deutsch singen, sind die Leute immer etwas reserviert und beäugen das ganze dann doch eher kritisch. Vor zwei Jahren z. B. haben die Toten Hosen in Amsterdam gespielt und da waren nur 40 Leute dort, das find ich unglaublich, ich mein das sind die Toten Hosen. Bei den Beatsteaks wiederum kommen mehr weil sie nicht deutsch singen. Also wenn es deutsch ist, ist immer zu punkig oder einfach nicht so gut, die Leute hören es sich auch nicht an, weil sie sich nicht die Mühe machen es zu verstehen. Da hören sie lieber englisch weil es einfacher ist.
<b>
Was war eigentlich schlimmer, bzw. lustiger die Tour mit GBH oder mit Terrorgruppe? </b>
Schwer zu sagen, ich war schon mit 15 großer GBH Fan. Tja, die Tour mit denen war schon superlustig. Sie sind halt schon echte englische Punks, immer am grölen und saufen ziemlich viel. Die Terrorgruppe sind auch ganz nette Leute und ich mag sie auch sehr. Aber beide Touren waren sehr unterschiedlich, man kann sie eigentlich gar nicht miteinander vergleichen.

Taking Back Sunday - Tell All Your Friends

12. Mai 2002 | von benni

Freunde des Seitenscheitelträgerpunkrocks, haltet euch fest, ihr habt eine neue Lieblingsband! TAKING BACK SUNDAY liefern mit "Tell All Your Friends" ein ohne Zweifel wirklich geniales Debutalbum auf Victory Records ab. Wie auch einst WATERDOWN wurden die fünf Freunde nach nur einem Jahr Bandlaufbahn von Victory gesignt und veröffentlichen hier nun nach den üblichen Demoaufnahmen ihr erstes Album.
Im Bereich des Emopunks wurde der Markt gerade in letzter Zeit mit Neuerscheinungen gerade zu überflutet, was sicher bei einigen gegenüber unbekannten Bands eine gewisse Skepsis erzeugt, nur wenige Bands schaffen es wirklich, sich aus der Masse hervorzuheben. TAKING BACK SUNDAY sollte dies jedoch mit "Tell All Your Friends" gelungen sein. Mit unglaublicher Energie bringen sie die bestenfalls melancholisch angehauchten Songs rüber und reissen einen einfach mit.
"I got the mike, you got the moshpit" beschreibt das Zusammenspiel von Musikern und Publikum - und die Sache mit dem Mikrofon beherrschen die beiden Sänger wirklich gut. Die Art und Weise, wie zwei verschiedene Stimmen hier zusammengeführt werden wirkt überraschend und erfrischend zugleich. Eigentlich völlig unsynchron singen und schreien die beiden drauf los und haben wahrscheinlich selbst nicht damit gerechnet, dass sich so ein Durcheinander hinterher so verdammt gut anhören könnte.
Zu Vergleichen könnte man die weicheren Stücke der bereits erwähnten WATERDOWN oder auch THURSDAY heranziehen, womit wir auch schon beim Thema Eigenständigkeit angelangt wären. Gut, TBS erfinden hier wahrscheinlich weder den Rock n' Roll noch den Emopunkrock neu, jedoch können sie ohne weiteres überzeugen. Einen Platz neben den Größen dieses Genres haben sie allemal verdient!

Alias Caylon - Demo

10. Mai 2002 | von Brian

Und wieder mal gibt&#8217;s eine Newcomerband vorzustellen. Ein 4 Track Demo bekam ich in meine Hände von einer Band Namens Alias Caylon aus Flensburg. Und das Dingen is Ordentlich! Also beeidruckend auf jeden Fall die D.I.Y Produktion der Jungs, die auf jeden Fall sehr gut gelungen ist. Ohne Studioaufnahmen, ein gelungenes Demo was eine Rezension wert ist!
Alias Caylon das ist emotionaler Punkrock mit einer Power, die sie leider noch zu oft hinter ihren Möglichkeiten lassen. Der gute Eindruck wird beeinflusst durch einfache Melodien und melodischen Gesang. Alles noch nicht wirklich das Komplizierteste, aber ich würde mich über professionelle Aufnahmen der vier Jungs sehr freuen und mir dann ein genaueres Urteil machen!

Sondaschule - Lieber einen paffen

10. Mai 2002 | von Brian

Au Backe kann ich da nur sagen. Die legalisierte Sondaschulen-EP &#8222;Lieber einen paffen&#8220; spricht sicherlich die Zielgruppe Zivis, Studenten und Gesocks an und ist vom ersten Eindruck auch sicherlich ein Genuss für jeden der gern breit is. Es dreht sich klipp und klar ums kiffen, ficken und den ganzen Kram der dann nicht mehr zu realisieren ist wenn man jut dröhne is. Mir gefallen besonders die Songtitel wie &#8222;Pommesbude&#8220; oder &#8222;Scheissegal&#8220;, aber da ich diese Platte clean gehört habe, kommt sie nicht besonders daher. Musikalisch sind die Jungs wohl ganz okay und haben auch witzige Ideen, aber so wat Neues braucht man sich beim Erwerb dieser CD nicht versprechen. Klingt halt ziemlich nach vermutlichen Vorbildern wie den Ärzten, Wizo und den Mighty Mighty Bosstones und auch die Lyrics sind zwar witzig, aber auch das nur für den Augenblick.
Partytauglich ist diese CD auf jeden Fall, aber ob ich die Dauerhaft hören muss, na ja, ich weiß nicht. Einfach ein bisschen zu plump.

Fidget - Dixon (EP)

10. Mai 2002 | von Brian

6 rockige Stücke finden sich auf der aktuellen Fidget EP. Eine deutsche Crossover Band mit vielen verschiedenen Einflüssen und reichlich Power! Nicht ganz mein Geschmack, aber man muss schon sagen, dass sich Fidget keineswegs hinter anderen Bands verstecken müssen. Die Songs sind sehr charakterstark und werden mit viel Power und weiblichen Powergesang rübergebracht. Gesanglich auf jeden Fall sehr stark!
Bisher ist mir von Fidget noch nichts unter gekommen, aber ich kann mir gut vorstellen das da noch etwas kommen wird! Einen guten Eindruck kann man sich mit dieser EP auf jeden Fall verschaffen.

Various Artist - Bullets over Borderland

10. Mai 2002 | von Brian aus

Aha, da versucht wohl jemand unserer hiesigen Rock&#8217;n&#8217;Roll Metropole Ibbenbüren paroli zu beiten. Aus Aachen und Umgebung hörte man ja immer schon von vielen guten Kapellen, aber das sich da jetzt fast die gesamte Elite mit einem ganzen Sampler auflehnt, nanana.
Nee, Spaß beiseite, also wer in Sachen Punkrock bis Hardcore einen Wegweiser durch die deutschen Landen brauch, kann hier Aachener Bands und deren Kumpels mal genauer unter die Ohrmuschel nehmen. 23 Bands, somit auch 23 Songs finden sich auf diesem Sampler. Mit dabei unter anderem Pale, Sugarbombs, Engrave, For The Day, Pencilcase und halt viele Mehr. Der Sampler ist auch schon etwas länger draußen und wartet quasi nur auf euch. Sollte man sich auf jeden Fall mal geben.

Peter Pan Speedrock - Premium Quality…Serve Loud

10. Mai 2002 | von Brian

Dann mal ne Schachtel Kippen und dat Bier gezückt. Dazu ne geile Alte und einen Amischlitten, dann hast du die Kriterien erfüllt um für dieses geniale Album gerüstet zu sein. Rock&#8217;n&#8217;Roll der feinen Sorte kracht, mit ordentlichen Speedrock vermischt, in eure Wohnzimmer. Peter Pan Speedrock ist ein Trio aus Eindhoven das bereits viele Veröffentlichungen verzeichnet, allerdings erst jetzt mit dieser Veröffentlichung ein breiteres Publikum erreicht. Dazu verhalfen reichlich Auftritte im letzten Jahr. Auf jeden Fall ist für das Rock&#8217;n&#8217;Roll Herz alles dabei und man muß einfach dabei irgendwas tun, denn die Mucke is zum Dampf ablassen. Ich nenn es zusammenfassend mal Speedrock&#8217;n&#8217;Roll, der auf jeden Fall kräftigst auf die Backen drückt!!!

Changin&#8217; Attitude - Sugarpop

10. Mai 2002 | von Brian

&#8222;Jump, jump&#8220;, &#8222;hey jo&#8220;. Na kennt ihr die H-Blockx? Tja, die Jungs von Changin&#8217; Attitude auf jeden Fall. Kräftiger Crossover mit Melodie-Refrain. Das erinnert stark an Münsters Crossover Helden. Der Sänger klingt glücklicherweise anders und ist hoffentlich auch nicht so ein Typ wie Henning Wehland.
Sorry, aber das soll vor der Changin&#8217; Attitude Scheibe nicht abschrecken, denn die sieben Songs die die Jungs aus dem Süden unserer Republik da eingespielt haben zeugen schon von reichlich Talent und Ausdrucksstärke. Mit Alternative Skillz ist auch eine fast noch jungfräuliches Lable am Start und vielleicht erwartet uns ja noch einiges. Also für alle &#8222;Jo&#8220; und &#8222;ho&#8220; Kopfnicker und dit Dingen ist auf jeden Fall ein Besuch in eurem Plattenspieler wert!

Hammerhai - Komma Klar

10. Mai 2002 | von Brian

Oh ho, da muss man sich erst mal auf was einlassen wenn man sich das neue Album der hannoverschen Hammerhai zum ersten Mal gibt. Für mich war es schwer, nun ein ordentliches Urteil zu präsentieren. Doch ich spreche jetzt mal kein übermäßiges Lob, aber auch kein völligen Reinfall aus. Also musikalisch sind die sechs Jungs auf jeden Fall super gut, aber der Musikstil, den sie wohl selbst nur schwer beschreiben können und auch die Strukturen einiger Songs sind mir doch eher etwas unpassend.
Na ja, Hammerhai sind grob gesagt sehr Ska-punkig, aber klassische Elemente fehlen ihnen. Sie haben ein Touch von vielem, aber festzulegen ist da eigentlich nichts. Vielleicht ist aber genau das schon wieder gut, denn so haben sie einen eigenen Stil. Auf jeden Fall berühren sie viele Musikrichtungen und vor allem die Stimme ist das Markenzeichen für Hammerhai. Der Gesang hat mich wirklich überzeugt, aber insgesamt ist es keine CD für mich. Es sind schon ganz tanzbare Sachen dabei, aber die 15 Songs sind wohl eher auf den Text ausgerichtet, der Wut, Humor und den Alltag wiederspiegelt.
Alles in allem auf jeden Fall interessant, aber doch eher schwer an eine breitere Masse zu bringen!!! Auf Hammerhai sollte man trotzdem und vielleicht besonders Live ein Auge werfen!

Engine Down - Demure

5. Mai 2002 | von Aron

Bekanntlich ist es ja einfacher, negative Kritik zu schreiben, weil man alles zerpflücken kann. Auch gute Kritik zu schreiben fällt nicht so richtig schwer. Was soll man aber tun, wenn man irgendwo dazwischen liegt?
Ich habe die Platte von &#8222;Engine Down&#8220; reingelegt, angemacht und dachte mir nur &#8222;Oh, fängt ja gut an!&#8220; Tja, dabei sollte es dann auch leider bleiben. Man kann sich die Platte gut anhören, aber man kommt nicht zu dem Punkt, ab dem man sich denkt, was für ne tolle neue Band man entdeckt hat. Der Gesang, glasklar und für depri-mukke sehr geil geeignet, bleibt irgendwie immer der gleiche. In der CD-Beschreibung, die ich bekommen hab, erwähnten sie etwas wie &#8222;hypnotisierend&#8220;. Die Drums sind nett &#8211; Sie vermitteln etwas erwachsenes, etwas ernstes. Die unharmonisch klingende Gitarre ist interessant, aber auf die Dauer leider etwas störend. Der Bass ist recht simpel aber eben harmonisch und gut auf die Drums abgestimmt. Diese Zusammenfassung, der Gesamteindruck der Musik entsteht während der ersten drei Songs und man wird leider auch nicht mehr eines anderen belehrt. Schade eigentlich, denn die Jungs von &#8222;Engine Down&#8220; machen sonst interessante Musik. Es ist das dritte Album des Quartetts aus Virginia. Leider kann ich nicht sagen, wie die anderen zwei waren, aber in den USA scheinen sie ganz gut angekommen zu sein. Entweder sind die Amis wieder schneller als wir, oder haben einfach einen anderen Geschmack als wir. Der Stil ähnelt vielleicht dem von &#8222;At The Drive-In&#8220; gelegentlich, jedoch treten die mehr in den Arsch, was die unharmonischen Klänge gleich sehr viel angenehmer macht.
Fazit: Die CD kann man entweder hören, um sich in absolute Depri-Trance mit Nervenzuckungen zu versetzen oder um wach zu werden und dabei seine Mitbewohner beim Aufstehen zu nerven.

Schnelle Autos und langsame Gitarren

4. Mai 2002 | von benni

Denken wir doch mal ganz scharf nach: Wer kennt eine Punkband aus Neu Seeland? Die wenigsten werden jetzt ein lautes "ich-ich-ich" hervorbringen. Mit SOMMERSET ist derzeit Neu Seelands Punkexport Nummer 1 auf Tour in Deutschland, um ihr neuestes Werk "Fast Cars - Slow Guitars" vorzustellen. Grund genug, um mal ein wenig nachzuhaken und unseren Lesern die Band etwas näher zu bringen…

<b>
Vor Euch habe ich noch nie von einer Punkband aus Neu Seeland gehört. Gibt es dort nur wenige Punkrockbands?</b>
Es gibt viele grossartige Punkbands aus Neu Seeland - Kitsch, So To Speak, Next In Line, Day One, Missing Teeth, Brubeck und viele mehr. Wir sind die einzige Band, die bislang über internationale Connections verfügt und ausserhalb von Neuseeland gespielt hat.
<b>
Erzähl mal was von der Musikszene in Neuseeland. Erkennst du schon einige offensichtliche Unterschiede zur deutschen Szene?</b>
Neu Seeland ist klein. Wir spielen hier in Deutschland so an die 20 Shows, das wäre in Neu Seeland unmöglich, weil es gar nicht genügend Städte gibt, in denen Punkshows stattfinden. Ausserdem sind die Leute hier viel offener, was Musik angeht, z.B. hört ein und die selbe Person Melodic Punkrock und Metall-Hardcore.
<b>
Wie ich gelesen habe, kam euer erster Kontakt mit Deutschland durch einen Typen Namens Nanouk oder so zu stande. Was steckt dahinter?</b>
Nanouk hat bei Stefan (Bass) auf dem Floor geschlafen. Da hat er unsere CD gehört und angeboten, sie in Deutschland zu veröffentlichen.
<b>
War "More Songs" dann erfolgreich in Europa?</b>
Ja, sehr! Wir haben in Deutschland mehr Exemplare als in Neu Seeland verkauft!
<b>
Aber ihr wart noch nie in Deutschland?!</b>
Nein. Für Neu Seeländer ist Reisen ziemlich teuer, ausserdem waren einige von uns mit dem Uniabschluß beschäftigt.
<b>
Was ist jetzt die Motivation für Euch, nach Europa zu kommen?</b>
Nach unserem Deal mit Rockstar Records, die unser Album hier veröffentlichen, hat Zak Rockstar vorgeschlagen, die Platte zu promoten. Darauf haben wir sehr lange gewartet!
<b>
Stimmt es, dass ihr nach der Europatour in Asien spielt?</b>
Nein, wir spielen in den USA (in New York und in ein paar umliegenden Städten) und in Kanada. Wir würden gerne mal nach Asien fahren, aber das ist schwer zu organisieren.
<b>
Das Cover von "fast cars slow guitars" zeigt einen nakten Mann, der auf einem Elefanten reitet. Wer ist das, warum ist er nackt und warum reitet er auf einem Elefant?</b>
Das ist unser Drummer, Jay. Es war ein Kindheitstraum von ihm.
<b>
Seid ihr mit dem Album zufrieden?</b>
Ja, gerade weil es zu einem für uns schwierigen Zeitpunkt aufgenommen wurde. Es war schwer, das Album aufzunehmen, gleichzeitig haben wir auch einen neuen Gitarristen gesucht. Aber ich liebe die Songs und die meissten sind auch wirklich gut geworden.
<b>
Es wurde bereits in Neu Seeland, Australien und den USA veröffentlicht. Erfolgreich?</b>
In Neu Seeland ist die erste Pressung bereits ausverkauft und in Australien läuft's auch gut. USA ist schwer zu sagen, dort ist es grade erst raus, aber ich habe schon ein paar positive E-Mails von dort bekommen.
<b>
Eure alten Sachen wurden alle innerhalb von ein paar Tagen, ich glaube, "Fast Cars, Slow Guitars" ist das erste, wo ihr etwas mehr Zeit für die Aufnahmen hattet?!</b>
Ganau. Die Drums haben wir im Dezember 2000 an über zwei Tagen in einem wirklich guten Studio aufgenommen. Den Rest haben wir dann im Februar 2001 in einem kleineren Studio aufgenommen.
<b>
Wenn du nach Hause kommst, was machst du zuerst?</b>
Meine Freundin besuchen.

Mournful - Monochrome

2. Mai 2002 | von Emrah

Schon die Debut-EP von Mournful gefiel mir recht gut, doch auf dem neuesten Werk ?Monochrom? (tfr music/zomba) klingen sie noch viel, viel besser. Woran das liegt? Mehr Songs, mehr Ideen und eine bessere Produktion. Insgesamt klingt alles ein wenig ausgereifter, durchdachter und vor allem besitzen Mournful auch den Mut, an vielen Stellen mit der Instrumentierung etwas sparsamer umzugehen, so dass es nicht überladen wirkt. Der Opener ?Granada? war ja schon auf dem Vorgänger und vereint genau die Markenzeichen, die Mournful ausmachen: Wut und Dynamik, Trauer und Schmerz, Hoffnung und Sehnsucht. Verglichen werden die Jungs aus Bottrop gerne mit den Deftones, Muse und Radiohead, wobei Mounful eine spur eingängiger und direkter sind, was mir persönlich sehr gut gefällt. Einfach mal Songs wie ?LHC? oder ?Everyone From School Should Be Dead By Now? antesten und ihr werdet wissen, was ich meine. Das ist großer emotionaler Sport! Vielleicht sind Mournful ja die Schnittmenge zwischen psychopatischem New Metal, melancholischem Alternative-Rock und herzzereissendem Emo-Core. Zumindest bescheinige ich ihnen einen verdammt großen (potenziellen) Hörerkreis. Ab dafür!