The Hotz kommen aus Deutschland und waren vor 27 Jahren schon dabei in England richtig berühmt zu werden. Doch dann passierte eine der unglaublichsten Geschichten der Musikhistorie und erst jetzt sind The Hotz wieder da. 1975 schlossen The Hotz ihre Tournee in Leeds ab und hatten gerade die Single "I Lover the Sun" veröffentlicht, die kurz vor dem Einzug in die britischen Charts stand. Aber wie gesagt, da war dieses Konzert in Leeds, welches von aufwendigen Pyroeffekten begleitet wurde. Und bei diesen Pyroeffekten fing der Union Jack, die englische Flagge war als Bühnendekoration aufgehängt worden, Feuer. Die Bandmitglieder warfen die Fahne zu Boden und wollten das Feuer mit den Füssen austreten, die Stimmung kippte. Deutsche, die den Union Jack, den Inbegriff des britischen Selbstbewusstseins mit den Füssen treten? Das war es dann, es kam zu einer handfesten Prügelei und die Karriere war vorbei. Erst jetzt versuchen The Hotz einen Neuanfang.
Musikalisch liegen The Hotz, um die Brüder Gordon und Joe Sliego, mit der gleichnamigen CD, auf Pirate Records erschienen, irgendwo zwischen Beatpop und Rock. Aber wirklich überzeugen, kann mich die CD nicht. Die Musik scheint aus den 1970er Jahren zu kommen. Das Ganze ist wenig realitätsnah, man fühlt sich in die 70er Jahre zurückversetzt. Zeitgemäß ist die CD also nicht mehr, bleibt also fraglich ob The Hotz nun ihren verpassten Ruhm von vor 27 Jahren noch nachholen können.
The Hotz - s/t
27. Aug 2002 | von RobertThe Flipsides - clever one
27. Aug 2002 | von RobertThe Flipsides kommen aus San Francisco und haben nun ihr Debütalbum "Clever one" herausgebracht, welches bei Pink&Black Records erschienen ist. Zu diesem Label ist übrigens zu sagen, dass es ein Unterlabel von Fat Wreck ist und nur Bands unter Vertrag nimmt, die eine Sängerin am Mikrophon haben. Und The Flipsides nutzen diese Chance sehr gut, wie ich finde. Es ist ein nettes Album entstanden, welches melodischen Punkrock bietet, der mit Bands, wie Faboulous Desaster oder The Donnas zu vergleichen ist.
Die CD ist also echt ganz nett, aber zum Schluss wird sie ein wenig eintönig. Und dennoch ist den drei Kaliforniern, um die charismatische Sängerin Sabrina, die eine super nette Stimme hat, ein gutes Album gelungen. Ich bin mal auf die Liveperformance dieser Band gespannt, wenn sie dann auf Tour kommt.
Sidewalksurfers - …and the fast way to paradise
27. Aug 2002 | von RobertDie Sidewalksurfers haben mit "…and the fast way to paradise" ihre erstes Full Lenght Album auf den Markt gebracht. Die Jungs, die mich auch schon als Vorband der Satanic Surfers vor einigen Jahren vergraulten, sind ein wenig erwachsener geworden. Waren sie bei ihrem damaligen Liveauftritt nur ein billiges Plagiat und nervten auf voller Linie, ist ihre CD musikalisch schon eher anhörbar. Allerdings so richtig überzeugen kann sie auch nicht, obwohl die Mischung aus Skatepunk und New School Hardcore durchaus was hat. Wäre da nicht diese grauenvolle Produkton, die Platte würde wahrlich besser abschneiden.
Musikalisch sind sie irgendwo Richtung Good Riddance unterwegs, aber der Gesang ist auch wenig originell und kann nicht überzeugen. Im Großen und Ganzen also nicht unbedingt ein Meisterwerk, aber ich habe auch schon schlechteres gehört. Nur, arbeitet an eurer Produktion!
Guttermouth - Gusto
27. Aug 2002 | von RobertUnter Guttermouth hatte ich mir eigentlich immer eine kompromisslose Punkband vorgestellt. Bei der neuen CD der Amerikaner "Gusto", auf Epitaph erschienen, werde ich allerdings eines besseren belehrt. Ich muß dazu aber sagen, dass diese CD doch sehr untypisch für Guttermouth ist. Die Musik geht schon in Richtung des Skatepunk, ist aber um einiges abwechslungsreicher, als man das vielleicht von einer reinen Skatepunkcombo erwarten dürfte. Das Album ist am ehesten vergleichbar mit Bands wie Nerf Herder oder auch Blink 182. Aber es ist ganz gut ausgefallen, obwohl es gerade bei so einer CD nicht leicht fällt ein vernünftiges Review zu schreiben.
Die Amis setzen auf dieser Scheibe auf Komik, Witz und eine Spur Albernheit, die auch teilweise von Keyboardklängen untermalt werden. Die Texte sind einfach nur lustig, wie zum Beispiel die Texte von "Pee in the shower" oder "Foot-Long", welcher sich nicht mit der Länge von Füssen beschäftigt. Musikalisch ist "Gusto" dann schon gewöhnungsbedürftiger, aber mit jedem neuen Gang durch meinen CD-Player gewinnt diese CD an Fahrt. Durchaus ein gewagtes Werk, welches aber nicht zu verachten ist.
Short Round - Language
27. Aug 2002 | von RobertErschienen ist dieses Werk der drei Kalifornier auf Asian Man und bietet Punkrock, irgendwo zwischen Bad Religion, Get Up Kids und Pennywise, ohne dabei wirklich zu überzeugen. Irgendwie ist das Ganze doch nicht wirklich eigenständig oder neu, allerdings auch nicht wirklich schlecht. Aber zusätzlich beginnt nach gut 10 Minuten die große Langeweile, mehrere Hördurchgänge verbessern den ersten Gesamteindruck auch nicht. Bloß gut, dass die CD mit 27 Minuten zeitlich stark begrenzt ist.
Flogging Molly - Drunken Lullabies
27. Aug 2002 | von RobertNachdem schon so viele Reviews über diese Band aus Los Angeles und ihren Longplayer "Drunken Lullabies", erschienen auf Burning Heart, veröffentlicht wurden und durchwegs positiv waren, möchte auch ich nicht zurückbleiben. Es ist ein Klassealbum, was Flogging Molly da produziert haben, anders kann man es einfach nicht beschreiben. Mit dem Opener "Drunken Lullabies", beginnt eine gut 45 minütige Party, die niemanden still dasitzen lässt, man muss seine Füße einfach bewegen.
Musikalisch liegen die Kalifornier, die auch als Celtic Core umschrieben wurden, irgendwo zwischen den Pogues und Dropkick Murphys. Das Album macht einfach so viel Spaß, dass man nur noch rufen möchte, Prost, um dann wieder tanzen zu gehen.
Bei den Songs gibt es auch keine Ausfälle, absolute Highlights in einem Album, in dem alle Songs Klasse sind, sind "The Kilburn High Road", "Rebels of the sacred heart" und "May the living be dead"! Allerdings fällt es schwer überhaupt einen Song hervorzuheben. Von daher, nochmals Prost und auf zum nächsten Plattenladen!
Real Mc Kenzies MZ Nord/ Hannover oder der der Kampf gegen den Alkohol
27. Aug 2002 | von RobertIch war schon lange nicht mehr im Musikzentrum Nord, doch am 22.8. war es endlich wieder soweit. The Real Mc Kenzies baten zum Tanz, um ihren Dudelsack Punk unter das Volk zu bringen. Mit von der Partie waren dabei die Hannoveraner Hardcoreler I Defy und Amulet aus Oslo.
I Defy begannen den Reigen, aber so recht überzeugen konnten sie mich nicht. Zu durchschnittlich ist der Hardcore, den sie machen. Und gerade beim Gesang scheiden sich ja sowieso die Geister. Manche finden ihn gut, andere nicht, da er einfach teilweise zu hoch ist. Nicht nur deswegen begab ich mich also wieder vor die Halle, tropische Temperaturen taten ihr übriges.
Als nächstes kamen nun die Norweger von Amulet und konnten überzeugen. Ihre Mischung aus skandinavischen Streetpunk und Hardcore weckte doch einige Leute auf. Schwerpunkt war sicherlich das letzte Full Lenght Album "Freedom Fighters", aber auch alte Songs vom Vorgänger "The Burning Sphere" wurden zum Besten gegeben. War also ein wirklich netter Auftritt, wären da nicht die doch reichlich dämlichen und leicht arroganten Ansagen des Sängers gewesen, der ansonsten durchaus das Zeug zum Rockstar hatte.
Da die meisten Songs der Real Mc Kenzies Trinklieder sind, setzen sie das wohl auch immer in die Tat um, denn die Kanadier waren so stock breit, als sie die Bühne betraten, dass der Dudelsackspieler kaum noch stehen konnte und jedes neue Bier halb verschüttete. Merkwürdig, wie kann man nur so breit sein, wenn die Hälfte daneben geht? Musikalisch war es dennoch ganz ordentlich. Zuerst wurden wie immer die etwas härteren Sachen gespielt, die teilweise auch ohne Dudelsack auskommen, anschließend und zum Schluss folgten dann die ruhigeren Songs, die zum Mitgrölen und abfeiern, wie "My Bonnie", Auld lang Syne" und einige mehr in dieser Richtung. Der Raum aber leerte sich mit der Zeit zunehmend. Dann war es auch vorbei, die Mc Kenzies begaben sich Backstage, um sich endgültig die Lichter auszuschießen und wir uns nach Hause, um dem drohenden Gewitter zu entgehen.
Shelter im Indiego Glocksee/ Hannover
27. Aug 2002 | von RobertEndlich mal wieder ein Hardcore Konzert. Am 21.8. war es in Hannover so weit. Shelter spielten im Indiego Glocksee und hatten die Kanadier Smut Peddlers mitgebracht. Es wurde ein recht netter Abend.
Die Smut Peddlers begannen, als die meisten Besucher noch vor der Tür standen. Aber so richtig mitreißend war der Gig der vier Kanadier/innen dann auch nicht. Streetpunk wurde geboten, der aber nicht wirklich von Eigenständigkeit durchzogen war. Im Gegenteil, eintönig war es was die Smut Peddlers boten und irgendwo war es nur ein Abklatsch der US Bombs. Nur die Schlagzeugerin war interessant.
Nachdem bei der Vorband die Zuschauer noch sehr zurückhaltend waren, ging nun erwartungsgemäß die Post ab. Alle Leute waren ja auch wirklich nur wegen Shelter ins Indiego gekommen. Und von vorne rein war Dampf unter dem Dach. Ray Cappo, der Frontmann von Shelter ist einfach ein Gott. Wahnsinn, wie er es schafft die Leute in seinen Bann zu ziehen. Gesprungen und gehüpft wurde sowieso bis zum Abwinken. Gesanglich wechselte sich Ray ab und zu mit seiner Frau SRI und einmal auch mit Raul von I Defy ab.
Musikalisch boten Shelter hauptsächlich Songs vom letzten Album "The Purpose, The Passion". Natürlich durften aber auch einige alte Klassiker nicht fehlen, die natürlich am stärksten abgefeiert wurden. Nach fünf Zugaben und ungefähr einer Stunde Spielzeit war dann Schluss. War aber ein nettes Konzert, auch wenn mittlerweile bei Shelter doch mehr die melodischen, als die härteren Songs überwiegen. Dennoch, es hat sich gelohnt dabei zu sein.
Sarstedt Sommerspektakel Open Air oder die Geschichte des Groupies
26. Aug 2002 | von RobertWir schrieben Samstag den 17.8. 2002, in der Stadt nebenan verlor Hannover 96 gerade sein zweites Spiel in der Fußball Bundesliga, es war heiß und schwül und dennoch gab es genug Gründe nach Sarstedt zu pilgern und sich das Sommerspektakel Festival auf einem Ersatzgelände des JUZ Klex anzuschauen. Mit Bands wie As Friends Rust, The Bones und Hammerhai, waren ja auch gleich drei schlagkräftige Gründe im Billing vertreten.
Den Reigen eröffneten so gegen 16 Uhr, als Hannover gerade den Ausgleich schoss, die Sarstedter Combo Wrong ID den Reigen der Bands. Musikalisch lagen sie irgendwo zwischen Slipknot und den alten Sepultura, was sie sogleich mit Coverversionen beider Bands eindrucksvoll untermauerten. Das war aber nichts für mich, unterhielt ich mich da doch lieber noch ein wenig mit As Friends Rust, die ich während meines Interviews in Immenhausen kennen und schätzen gelernt habe.
Anschließend betraten Ransom die Bühne und gefielen mir schon wesentlich besser als die erste Kapelle. Die Berliner konnten die wenigen Anwesenden auch ganz gut einnehmen, ob mit ihren lustigen Sprüchen oder mit ihrer Musik, die stark an New Found Glory erinnerte. Ich bin sogar der Meinung, ein oder zwei Anfänge von Songs seien identisch gewesen. Macht aber nichts, war ganz gut.
Nun kamen die Jungs aus Florida As Friends Rust an die Reihe und wow, das war so unterschiedlich zum Auftritt zwei Tage zuvor in Immenhausen, wo sie mit technischen Problemen zu kämpfen hatten und auch nicht so ganz überzeugen konnten. Aber an diesem Tage war alles anders. Der Sound war gut, den Jungs machte es sichtlich Spaß und so nutzten sie die volle Bühne, auch wenn nach wie vor nur relativ wenige Leute vor der Bühne standen. Auch Sänger Adam kam noch besser zur Geltung, ich denke mehr denn je, dass er ein ausgezeichneter Ersatz für Damien, den alten Sänger, ist. Zusätzlich dürfte der Auftritt des Vortages in Köln auf der Showcase von Defiance Records vor gut 3000 Leuten, den sympathischen Jungs Auftrieb gegeben haben. Super Gig!
Dann waren die Bones an der Reihe, das Spiel in Hannover war zu Ende, es füllte sich allmählich und die verrückten Schweden aus Karlskrona gaben den Anwesenden den Rock ´N Roll Hammer. Geile Show, okay einige Sprüche nervten vielleicht ein wenig, aber ansonsten war es ein cooles Konzert. Gespielt wurde eine gute Mischung beider Alben, "Screwed, Blued and Tatooed" und "Bigger than Jesus". War wie gesagt echt nett.
Abschließend kamen dann Hammerhai. Doch da der Regen einsetzte und mich sowohl die Bands von As Friends Rust, als auch The Bones, Backstage einluden, bekam ich vor lauter feiern und so nicht mehr viel mit. Ich kann mich nur noch an die Geschichte mit dem Bassisten von As Friends Rust und dem Groupie erinnere, aber die gehört vielleicht lieber auf die Seiten von "Wahre Liebe", als auf unsere. Dennoch, Klasse Festival, und gut, das ich nicht bei Hannover 96 war!
Aheadz - fast faster forward
25. Aug 2002 | von Aron"AHEADZ" - eine New-Nu-Metall-Band aus dem Schwabenlande. Die sechsköpfige Gruppe wird in der Bandinfo als eine Mischung aus "KORN", "KIDROCK", "LIMP BIZKIT" und den "RED HOT CHILI PEPPERS" bezeichnet. Ich finde jedoch, dass sie weniger eine Mischung aus diesen Bands sind, sondern mehr von ihnen kopieren. Die in der Bandinfo beschriebenen "funky sounds", die dann wohl von den "RED HOT CHILI PEPPERS" sein sollten, vermisse ich quasi auf dem gesamten Album. Der Gesang ist zu "LIMP BIZKIT" gut zugeordnet, unterscheidet sich jedoch darin, dass er stellenweise zweistimmig ist - zu etwas Besonderem macht ihn jedoch auch die zweite Stimme nicht. Das gescratschte kennt man ebenfalls von von den Kommerz-Nu-Metall-Stars aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Gitarren sind okay, hart - würde ich ebenfalls "KORN" zuordnen.
Auf dem mittlerweile, mit der Art von Musik, gesättigten Musikmarkt ist es in der Tat sehr schwer aufzufallen, "AHEADZ" schaffen es meiner Meinung nach leider nicht, da sie trotz des guten Willens irgendwie "platt" klingen - nichts was sie hervorheben würde, nichts was sie einzigartig macht.
Chamberlain - Exit 263
25. Aug 2002 | von RobertChamberlain legen auf Ignition Records ein Album mit "Exit 263" vor, das für mich nicht wirklich einfach zu bewerten ist. Mit Punkrock oder gar Hardcore hat das Ganze dann auch rein gar nichts zu tun. Eher lebt das Album von seinen ruhigen, groovigen Parts und Songs und besonders von der doch sehr rauen und ausdruckstarken Stimme des Sängers David Moore. Zwar fehlt mir auf dieser Platte irgendwo ein wenig die Abwechslung, da sich die gesamte CD ziemlich so weiter fort bewegt, und dennoch, richtige Langweile kommt nicht auf.
Schwer wird es übrigens auch fallen, Chamberlain in die Emo Ecke zu platzieren. Allerdings fallen klare Parallelen auf, insbesondere zu Bands wie Counting Crows, Bob Dylan, vielleicht sogar zu Bruce Springsteen und Jets To Brazil. Ich denke hier könnte eins der ersten Alben auf meinen Tisch geflattert sein, welches auch meinen Eltern gefallen könnte. Doch das soll die CD nicht abwerten!
Lambretta - s/t
25. Aug 2002 | von RobertWas wurde nicht alles über Lambretta gemotzt und geschrieben. Was hab ich nicht alles für schlechte Reviews mit haarsträubenden Vergleichen gelesen. Wie heftig umstritten ist eine Band, die meiner Meinung nach eine gute Mischung aus Pop, mit leichten Balladen und einem Schuss gesunder Härte fabriziert? Ich verstehe es nicht, schon gar nicht Vergleiche mit der norwegischen Band Aqua, die ja Mitte der 1990er Jahre mit so einem Müll, wie "Barbie Girl" einfach nur nervte. Unfassbar!
Warum ist man eigentlich nicht mal dankbar, dass endlich wieder eine Band in die Charts gekommen ist, die nicht entweder eine Retortendrecksband ist, wie Bro´Sis, oder irgend so ein Hip Hop oder Dance Schrott bietet?
In ihrer Heimat Schweden sind Lambretta schon lange mit Kultstatus ausgestattet, haben sie doch vor "Lambretta" schon ein ganzes Album veröffentlicht, welches hier zu Lande völlig unbekannt ist. Auch die jetzige CD war im letzten Herbst in Schweden schon erhältlich und der Song "Creep", übrigens ein Highlight auf dieser wirklich guten Scheibe, war lange Nummer eins. Gerade die extrem charismatische Sängerin Linda Sundblad drückt dieser Combo den Stempel auf und macht daraus was ganz besonderes. Songs wie "Bimbo", bezieht sich übrigens auf treulose Männer, und das göttliche "Wake up Girl" sind einfache Spitze am Hartpop Himmel. Ich muss wirklich sagen, ich versteh diese ganze Aufregung nicht. Das Album ist gut, übrigens bei Universal erschienen, und man sollte zumindest der Band eine Chance einräumen. Oder ist euch Retorte dann doch lieber?
noch mindestens 2 große Pläne
25. Aug 2002 | von RobertMit Degradation ist wieder einmal eine richtig gute Band aus dem Bereich des Old School Hardcore aufgetaucht, die mit ihrer CD „Homeward Bound“ für Furore sorgt. Das es allerdings schon ein Leben vor Degradation gab und was den Jungs alles wichtig ist, erfuhr ich erst in dem gemeinsamen Gespräch, doch lest selbst.
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Ihr seid noch nicht so bekannt in Deutschland, auch wenn ihr sicherlich mit „Homeward Bound“ für Aufsehen gesorgt habt, stellt euch doch mal ein bisschen vor und erzählt ein wenig über Entstehung, Werdegang und Biographie.</b>
Daraus schließe ich, dass du 1997 oder 1998 noch nicht wirklich zu Shows gegangen bist, haben in den Jahren mit Mainstrike oder Eyeball fast jedes freie Wochenende gespielt und waren mit unserer ersten Single (auf Untertone Rec.) verdammt viel unterwegs. Trotzdem haben wir uns die letzten 2 Jahre echt zurückgezogen, weil wir nicht wollten, dass die Leute sich an uns satt sehen und außerdem an den neuen Songs rumgeschraubt haben.
Degradation gibt es seit 1996. wir kennen uns alle schon über 10 Jahre und kennen uns durch unsere anderen Bands (Upright, Eyeball, In Too Deep) und durch die Schule. Damals wollten wir einfach eine Band machen, die schnellen Hardcore spielt, weil es das Mitte der 90er einfach nicht mehr gab. 1998 sprossen die Bands dann wie wahnsinnig aus dem Boden. Heute ist es nicht mehr wichtig, den Leuten schnelle Musik vor die Birne zu knallen, denn Old School Bands gibt es genug. Aber trotzdem macht es uns einfach Spaß, aggressive Musik zu machen und durch die Weltgeschichte zu touren.<b>
Apropos „Homeward Bound“, wie entstand diese geile Scheibe, erzählt doch mal was zur Entsehung</b>
Da gibt es nicht viel zu erzählen. Wir wollten einfach nach der Single ein Album mit 12 Songs machen. Und haben daran insgesamt fast 5 Jahre gearbeitet. Jetzt, da das Teil endlich draußen ist, sind wir super glücklich. Und alles läuft gut.<b>
Wie kamt ihr dazu, Old School Hardcore zu machen, was bedeutet Old School für euch?</b>
Wir kamen nicht dazu,. Wir haben diese Musik immer gemacht und sind einfach dabei geblieben. Als wir 14 oder 15 waren und damit angefangen haben, haben wir einfach nur die Bands gecovert, die einfach zu spielen waren und die wir liebten. Ich weiß nicht, wie oft ich in meinem Leben „youth crew“ oder „young until I die“ gespielt habe. Irgendwann haben wir dann angefangen, unsere eigenen Lieder zu schreiben und eine Band zu gründen (Upright). Danach hat sich dann irgendwann Degradation gebildet.<b>
Wie steht ihr der gesamten Old School Szene auch aus Amerika gegenüber?</b>
Ich find es cool, wenn die Kids neue Bands machen und in letzter Zeit sind auch erstaunlich viele gute dabei: Bands wie American Nightmare, Carry On, The Explosion, Running Like Thieves, The Killing Flame und viele mehr. Auch ein paar deutsche Bands haben es geschafft, wieder echt gute Musik zu machen: Sidekick, Black Friday 29, Death Or Glory oder Eurobands wie Damage Control, Amulet, The Dead Scenesters, No Denial oder Reckoning Force sind ja wohl echt supergeil.
<b>Welche Bands, Musiker, oder andere bekannte Leute haben euch am Meisten inspiriert?</b>
Boston, New York und DC Hardcore der frühen 80er Jahre. Außerdem alle weiteren guten Bands bis heute. (Youth Of Today, Chain, GB, etc.) Man wird ja immer durch die Musik geprägt, die man selber am meisten hört. Damals war das bei den alten Bands so und heute ist es bei Bands wie American Nightmare, Carry On, The Explosion, Running Like Thieves, The Killing Flameund viele mehr. Dennoch kenne ich ernsthaft keine andere Band, die sich wie Degradation anhört.<b>
Was haltet ihr von der Straight Edge Bewegung, die ja gerade im Hardcore weit verbreitet ist?</b>
Da ich und Malte Straight Edge leben finde ich es natürlich eine gute Sache. Ich stehe aber nicht morgens auf und denke : „Mann, bin ich Straight Edge!“ es ist halt so und ich fühle mich gut dabei. Solange man seine Fresse hält und nicht jedem auf die Nase binden muss, wie geil man ist und wie sxe und so dann ist es auch okay. Aber dieses ewige Gelaber von Leuten, die nach 2 Jahren eh nicht mehr dabei sind, ist doch echt zum Kotzen.<b>
Was war Eurer bisher größter Erfolg?</b>
Was die Band angeht: Das Album, die Singles, und Shows in Dortmund (1998?), Mühlheim (1998?) und viele andere in Holland, Belgien und Deutschland.<b>
Wie steht ihr Sideprojects gegenüber?</b>
Hatten wir schon zur Genüge und bei uns waren das aber immer vollständige Bands. Nebenher gab es so nicht, nur ernsthaft Sachen. Haben bei folgenden Bands gespielt: Eyeball, Upright, In Too Deep.<b>
Welche thematischen Themen behandelt ihr hauptsächlich in euren Liedern?</b>
Persönliche Themen.<b>
Wo nehmt ihr die Aggressivität aus euren Songs her?</b>
Da das Leben halt nicht immer positiv ist, fällt einem die Aggressivität ja schon fast automatisch zu, sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher und politischer Ebene. von der Dritten Welt oder der Umwelt fange ich gar nicht erst an.
Natürlich versuche ich, so gut es geht immer positiv zu sehen und das Leben zu genießen, aber wenn es dann Scheiße läuft, sehe ich den Tatsachen auch ins Auge. und warum dann keine negativen Texte und Aggressivität? Mir gehen diese ewigen Posi-Lyrics auch echt auf den sack. Ha-Ha-Hardcore, wenn ich so einen Scheiß schon höre. für mich ist Hardcore ein Ventil für meine Aggressionen, weil es eben auch harte Musik ist. Deswegen mag ich auch eher negative als positive Texte im HC.
<b>Was können wir in absehbarer Zukunft von euch erwarten?</b>
Wir haben noch mindestens 2 große Pläne: eine neue Single in Europa und in den USA und eine US-Tour.
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The difficulty of definition
25. Aug 2002 | von RobertMit New Noise Project ist wieder einmal eine hoffnungsvolle Band aus der deutschen Musiklandschaft aufgetaucht. Mit „The difficulty of definition“ werden sich die Jungs aus Völklingen mit Sicherheit einen Namen erspielen. Gerade weil die CD wirklich gut ist, unterhielt ich mich mit der Band.
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Eure letzte CD Veröffentlichung konnte ziemlich überraschen. Emo Rock wurde darauf geboten. Wie beurteilt ihr „The difficulty of definition“?
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Freut mich das sie dir gefällt! Nun ja, wir sind sehr zufrieden mit der neuen Platte! Wie es der Titel schon sagt ist die Platte schwer einzuordnen. Wir haben nach Beendigung der Aufnahmen gegrübelt, wie wir die Platte nennen könnten und wegen der Vielfalt der Songs sind wir dann auf „The difficulty of definition“ gestoßen. Der Titel passt, denke ich, sehr gut. <b>
Auch ihr seid noch so richtig bekannt in Deutschland, beschreibt euch doch mal ein wenig. </b>
Hmm, die Band gibt es bereits seit 8 Jahren und die letzten 6 haben wir uns ziemlich auf einer stelle bewegt. Wir hoffen dass sich das mit der neuen CD und dem neuen Label im Rücken ändern wird. Ich denke das es schwierig ist in Deutschland einen Namen zu bekommen. Man muss halt soviel wie möglich Live spielen und im Idealfall überall! Da wir aber alle berufstätig sind, sind uns da ziemlich die Hände gebunden und können leider nur das mitnehmen was der Job erlaubt. <b>
Ich habe gelesen, ihr habt euch früher mit Skatepunk beschäftigt, wie es kam es dann zu diesem Stilwechsel?</b>
Ich würde gar nicht mal so sagen das wir extrem unseren Stil gewechselt haben. Manche Songs würden auf unsere älteren CDs gar nicht auffallen. Aber natürlich entwickelt sich jede Band weiter und jeder einzelne lernt neue Bands kennen und entdeckt neue Linien. Ist doch dann auch klar, dass jeder versucht das neu erlernte in die eigenen Songs einzubauen. Im Grunde genommen versuchen wir immer nur unser Ding zu machen und keinesfalls irgendwen zu kopieren. <b>
Ich hab auch gelesen, dass euer Sänger Daniel an Krebs erkrankt war, was war das für eine Belastung für die Band und wie ging es danach weiter?</b>
Es war ein Riesen Schock für uns und in erster Linie nicht wegen der Band, sondern weil wir alle schon lange sehr gute Freunde sind, teilweise schon seit dem Kindergarten. Wir haben regelmäßig zu viert weitergeprobt und jeder wusste das es bald mit Daniel weitergehen wird. Nach einem guten Jahr und Daniels erfolgreicher Genesung waren wir dann fast täglich im Proberaum und waren mit mehr Energie und Engagement bei der Sache als je zuvor. Von dem Zeitpunkt aus konnte es nur bergauf gehen. Das erste große Ziel war die Platte und den Punkt haben wir fast ohne Hindernisse geschafft!<b>
War das auch irgendwie die Zeit, neu anzufangen und den Stil zu ändern?</b>
Würde ich nicht sagen, weil die meisten Songs schon vor der Pause entstanden sind. „Man made sun“ und „F.W“ hätten fast schon auf dem Vorgänger sein können. So ca. 4 oder 5 Songs sind aus der Zeit nach der Pause. <b>
Was kann man als nächstes von euch erwarten?</b>
Wir werden versuchen so viel wie möglich live zu spielen. Nachdem jetzt ein paar Leute unsere Platte und unsere Musik kennen gelernt haben, wollen vielleicht die ein oder anderen uns auch Live sehen. Das ist das nächste Ziel, vielleicht sogar eine kleine Tour. Und wir spielen jetzt auch schon mit dem Gedanken wieder ins Studio zu gehen.
Einige neue Songs haben wir schon und von dem letzten Studiobesuch, als wir das Album aufgenommen haben, sind noch ein paar Songs übrig geblieben. Die würden wir auch noch gerne veröffentlichen.<b>
Wie bewertet ihr die Musiklandschaft Deutschland? Viva und MTV?</b>
Es geht steil bergauf! Momentan ist der Zeitpunkt für junge Bands optimal um sich einen Namen zu erspielen. Ob da Viva sehr hilfreich sein wird, weiß ich nicht… Jedenfalls nicht sehr viel was unsere Musikrichtung angeht. <b>
Womit beschäftigt ihr euch in euren Lyrics? Gibt es irgendein Thema, welches ihr besonders behandelt oder eins, woran ihr euch gar nicht wagt?</b>
Es geht um alltägliche oder auch persönliche Dinge. Sachen die man selbst erlebt hat, Beziehungen, zum Beispiel. Kann auch gern mal etwas utopisch sein. Von politischen Dingen wollen wir uns aber fernhalten.<b>
Hat sich eure Heimat Völklingen irgendwie auf eure Texte ausgewirkt? Ich meine, damit, dass Völklingen als Industrie- und Bergbaumetropole des Saarlandes mit Sicherheit auch unter Unterbeschäftigung und ähnlichem zu leiden hat.</b>
Ich glaub kaum das Völklingen uns bei unseren Texten inspiriert. Wir sind ja auch nicht wirklich aus Völklingen, sondern vom HEIDSTOCK. Das ist ein schöner Stadtteil von Völklingen, der von der Industrie verschont blieb…<b>
Wie sieht es mit Sideprojects aus?</b>
Einzig und allein Alex spielt noch zusammen mit unserem "Label-Boss" Ben bei einer anderen band namens BLEED INTO ONE. Wir haben alle schon nebenbei in anderen Bands gespielt, aber auf die Dauer wurde das nichts und vor allem jetzt wollen wir unsere Energie für NNP einsparen.<b>
Wie beurteilt ihr die politische Landschaft in Deutschland. Ist euch Politik überhaupt wichtig?</b>
Na ja, unwichtig nicht unbedingt, aber groß damit beschaffen tun wir uns nicht. Wir möchten uns auch nicht äußern, darüber wer für Deutschland besser sein könnte oder wer schlechter. Solche Themen würden auch nicht in unseren Texten auftauchen.
<b>Vielen Dank für das Interview. </b>
As Friends Rust in Immenhausen/Akku
16. Aug 2002 | von RobertGestern Abend, den 15.8. spielten As Friends Rust im beschaulichen Immenhausne, welches in den Kasseler Bergen gelegen ist. Dort angekommen führte ich erstmal wieder ein Interview, bevor dann das Konzert begann. Ich denke, alle Anwesenden waren sehr gespannt, wie der neue Sänger von As Friends Rust Adam den alten, Damien, würde ersetzen können.
Aber fangen wir vorne an. Zuerst kamen Ten Years A Day und eröffneten den Konzertreigen. Noch sehr abwartend reagierte das Publikum auf den Emo Rock, der Jungs aus Kassel, der mit deutschen Texten unterlegt war. War okay, aber auch nicht mehr. Anschließend kamen That Very Time I Saw, die wirklich rockten. Hatte ich bislang nur immer ihren Namen gehört, konnten sie mich live wirklich überzeugen, auch wenn ihr Emo Core ja auch gerade ein wenig sehr in ist.
Und dann wars endlich so weit, die vier Jungs aus Gainesville Florida enterten die Bretter die die Welt bedeuten und legten mit "Austin, we have problem" vom letzten Full Length Album "Won" los. Der neue Sänger Adam lief und sprang über die Bühne und versuchte mit allen Mitteln das sehr steife Publikum zu animieren. Er machte einen guten Job. Auch wenn das Publikum sehr gemischt reagirte. Ich fands gut, weil er wirklich alles versuchte, auch wenn er stimmlich nicht so ganz an Damien heranreicht, besonders bei den melodischen Parts.
Ich denke man muss einfach Zeit geben, Damien ist nun mal weg und nun müssen As Friends Rust es halt mit neuem Sänger versuchen. Sie spielten übrigens hauptsächlich Songs vom Album "Won" und von ihrer letzten EP "A young trophy Band…" und leider nur wenig alte Songs. Es war ein gutes Konzert, der Sänger hat die Feuerprobe bestanden.
Pyogenesis - She make me wish I had a gun
13. Aug 2002 | von RobertPyogenesis sind wieder da. Die Band um den charismatischen Frontmann Flo von Schwarz legt mal wieder ein interessantes Album vor. Und dann dieser Titel "she make me wish I had a gun", sprechen sie da nicht aus den Herzen vieler? Erschienen ist das Album übrigens auf Hamburg Records.
Geboten wird ein wenig punklastiger Rock der wirklich zum Beine schwingen einlädt. Besonders die ersten drei Songs, "I don´t know", "dont´t you say maybe" und "I feel sexy" rocken wie Hulle, wobei besonders der Song "don´t you say maybe" einigen Lesern bereits durch die Vivaplus Charts bekannt sein dürfte. Wenn man diese CD so hört, kann man kaum glauben, dass Pyogenesis mal Death Metal gemacht haben.
Doch obwohl die Platte zu gefallen weiß, fällt schnell auf, das sie recht kommerziell wirkt. Dadurch neigt sie dazu, schnell überhört zu werden. Hinzu kommt, dass die die ersten fünf Songs doch wirklich knallen, danach aber ein wenig die Luft raus ist. Besonders der Song " Everyday" mag nicht richtig in die CD passen und nervt auch ein wenig.
Allerdings liegt auf keinen Fall eine schlechte CD vor, im Gegenteil, die CD ist gut, aber zum Rockolymp reicht sie dann doch bei weitem nicht.
Jerry Cantrell - Degradation Trip
13. Aug 2002 | von RobertIch dachte der Grunge sei tot, doch dann kamen die Jungs von Puddle of Mud in die Charts und jetzt das hier. Jerry Cantrell und dieser bietet richtig alten Grunge der 90er Jahre. "Degradation Trip" ist sein zweites Solo Album, erschienen auf Roadrunner Records.
Das ist alles auch irgendwie kein Wunder, denn Jerry Cantrell ist der ehemalige Songschreiber der Mitbegründer der Grungeszene Alice In Chains. Doch ist das alles jetzt noch zeitgemäss? Ich denke schon, aber dennoch ist das Album nicht wirklich innovativ. Alles war schon mal da, nichts wirklich neues erwartet den Hörer auf "Degradation Trip". Es könnte halt auch ein neues Alice in Chains Album sein.
Der Grunge lebt also noch, die Gitarren wummern, doch auf der Grunge damit wieder so aufleben wird wie damals, bleibt mehr als abzuwarten.





