Mainstage


Mit neuem Namen in die Zukunft

21. Sep 2002 | von benni

As Friends Rust kommen aus Gainesville/Florida und haben schon einige Line Up Wechsel in ihrer Bandgeschichte hinter sich. Am spektakulärsten aber war mit Sicherheit der kürzliche Sängerwechsel. Damien, früher bei Morning Again, verließ die Band und viele sagten, AFR hätten ihre Aushängeschild verloren. Über die Hintergründe, die Pläne und den neuen Sänger sprach ich in Rahmen ihres Auftrittes in Immenhausen mit der Band, die sich als super sympathisch herausstellte.

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Erzählt mir doch mal ein wenig über eure Bandgeschichte!</b>
Die Bandgeschichte, hm, 1996 begann alles, aber nur wenige Monate später war es auch erstmal wieder vorbei. Unser damaliger Sänger zog in eine andere Stadt. Aber von vorne rein war das auch keine richtige Band, wir haben als Sideprojekt begonnen und uns erst nach und nach zu einer festen Band entwickelt. Daher hatten wir auch so viele Line Up Wechsel. Die Leute kamen und gingen. Aber wir haben dann weiter gemacht und die beiden EP´s herausgebracht, bevor wir dann endlich unser Full Length Album &#8222;Won&#8220; veröffentlichten und später dann noch eine EP &#8222;A young trophy band in the parlance of our times&#8220; hinterher schoben.<b>
Ihr habt gerade über eure Line Up Wechsel gesprochen, wovon ihr ja ziemlich viele hattet. War es nicht sehr schwierig für euch, überhaupt eine Band aufrecht zu erhalten?</b>
Wir haben immer schon eine Menge Musik gemacht, Platten aufgenommen und so, aber wie gesagt, bis vor kurzem war das Ganze ja nur ein Sideproject. Erst jetzt ist es eine Hauptband. Wir haben auch niemanden aus der Band geschmissen, sie sind alle von selbst gegangen und wir haben immer guten und schnellen Ersatz gefunden, von daher hat es eher nicht geschadet. Joe, der Gitarrist schreibt eine ganze Menge und er ist von Anfang an dabei, also hat sich auch da nichts geändert. Der Kopf der Band blieb sozusagen erhalten. Nun touren wir auch sehr viel und haben das auch immer schon gemacht.<b>
Was ist mit Damien, eurem ehemaligen Sänger? Er hat ja die Band verlassen. Aber nun sind viele Leute sehr skeptisch, da viele Leute sagen, Damien war As Friends Rust. Was haltet ihr davon?</b>
Es ist absolut lächerlich zu sagen, dass nur ein Mann eine Band darstellt. Eine Band sind immer mehrere Leute. Ich denke auch, dass Damien irgendwie so drauf war, dass er die Leute dazu verleitet hat, zu glauben, er sei die Band. Er hat schon viel gemacht für die Band, aber wir haben ja auch schon vorher Line Up Wechsel gehabt. Wir haben auch schon viele Geschichten gehört, dass As Friends Rust und Damien dieselbe Identität haben. Und das stimmt nicht, wir alle waren die Band und daher muss man das trennen. Wir sind alle gleich und das ist normal. Er ist jetzt nicht mehr dabei und wir müssen nun die Informationen geben, wie das alles war. Er ist ebenfalls nicht rausgeschmissen worden, sondern wollte nicht mehr touren. Aber damit müssen wir leben und unser neuer Sänger Adam ist nun unsere singende Kraft.<b>
Wie beurteilt ihr eure Gigs in Deutschland? Spielt ihr gerne hier?</b>
Es ist absolut großartig in Deutschland zu spielen. Es ist absolut unglaublich. Wir haben jetzt ja einen neuen Sänger, aber die Resonanz ist durchweg positiv bis jetzt. Die Leute nehmen uns jedenfalls sehr gut an. Während der jetzigen Tour war es bisher nur positiv.
Letzten Herbst waren wir ja auch hier in Deutschland und ich denke wirklich, dass die Resonanz bis jetzt besser ist als letztes Jahr und das, obwohl Damien nicht mehr mit von der Partie ist. Letztes Jahr sind die Leute auch ausgerastet, aber wir haben nun auch schon vor der Tour eine Menge Mails bekommen und die Leute aus Europa haben uns wirklich phantastisch unterstützt und nun rasten sie wieder aus, echt Klasse! Besonders unser neuer Sänger ist davon betroffen. Sie haben ihn toll aufgenommen. Jeder kennt Damien, aber dennoch waren sie höflich, nett und nachher auch größtenteils begeistert.<b>
Ihr seid ja aus Gainesville in Florida. Ich habe mal einen Song von Less Than Jake gehört, mit dem Titel &#8222;Gainesville Rockcity&#8220;. Was haltet ihr davon und wie kommt es, dass so viele Bands in Gainesville Musik machen?</b>
Gainesville ist eine richtig kleine Stadt in Florida, aber auch eine große Universitätsstadt. Aus diesem Grunde gibt es viele relativ junge Leute in Gainesville und daher auch eine große Musikszene, aus der unter anderem Bands wie Hot Water Music oder Less Than Jake hervorgegangen sind. Allerdings glauben manche Leute daher auch, dass Gainesville ähnlich groß ist, wie zum Beispiel New York City. Aber genau das ist es ja eben nicht. Die Stadt ist wirklich klein. Jeder kennt jeden, aber die Szene hält dadurch auch gut zusammen und unterstützt sich gegenseitig. Viele Leute von außerhalb glauben Gainesville sei eine Rockstadt, dass ist auch wahr, aber es ist trotzdem sehr beschaulich. Aber wir mögen Gainesville, es ist cool dort zu leben.<b>
Ich habe gelesen, dass ihr euren Namen ändern wollt. Könnt ihr etwas über die Gründe erzählen, warum ihr euch in Salem umbenennen wollt?</b>
Bereits vor dem Full Length Album &#8222;Won&#8220; haben wir darüber geredet, dass wir vielleicht unseren Namen ändern sollten. Viele Leute denken wir würden keine Musik mehr machen, gerade in Amerika werden wir einfach nicht mehr akzeptiert. Wir haben jetzt zwar schon einige Platten gemacht, aber die Aufmerksamkeit in Amerika lässt total nach. Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir soviel Line Up Wechsel zu verkraften hatten und die Leute uns deshalb nicht akzeptieren. Als Damien dann die Band verliess, war für uns definitiv klar, dass wir nun unseren Namen ändern würden. Aber die Musik bleibt doch die gleiche, die Songwriter sind noch da, die die Songs für das Full Length Album geschrieben haben. Eine andere Band wird es nicht geben. Wir wollen die Vergangenheit jetzt hinter uns lassen. Die Dinge die in der Vergangenheit passiert sind, können wir nicht mehr ändern. Aber wir können jetzt nach vorne schauen, neue Songs schreiben und warten was passiert. Wir wollen also einen Neuanfang wagen, wir haben jetzt einen neuen Sänger und auch für ihn wird es leichter sein, mit neuem Namen aufzutreten, als ständig Damiens langen Atem im Nacken zu verspüren. Nach wie vor werden wir auch in Zukunft As Friends Rust Songs spielen, aber nur die Songs, wo wir irgendwie dran mitgearbeitet haben. Das soll heissen, vornehmlich Songs von der neuen EP und von &#8222;Won&#8220;. Schwerpunkt wird es nun also sein, wie ich schon sagte, einen Neuanfang zu starten und neue Songs zu schreiben.<b>
Meint ihr aber nicht, dass ihr gerade in Europa vielleicht Probleme bekommen werdet? Die Leute hier kennen ja nur den Namen As Friends Rust, ihr müsstet ihr dann nicht immer auf die Plakate schreiben, früher As Friends Rust, jetzt Salem?</b>
In Europa? Bislang hat jeder hier irgendwo Verständnis für uns aufgebracht und nimmt das positiv auf. In Amerika ist das anders, wir haben dort einfach nur die Möglichkeit unseren Namen zu ändern. Und im Endeffekt ist es eigentlich auch nicht so wichtig, wie du dich nennst, sondern eher, was du für Musik machst. Jeden Abend teilen wir auf den Konzerten den Leuten mit, dass wir unseren Namen ändern werden. Nach den Konzerten kommen viele Leute zu uns und wir erklären ihnen warum. Und dann sind da ja noch die Interviews, in denen wir ebenfalls das für und wieder erklären. Es ist alles eine Frage der Promotion. Außerdem wenn die Leute uns die letzten zwei Jahre unterstützt haben und unsere Musik gemocht haben, werden sie uns auch weiterhin mögen.<b>
Ich habe auch gehört, und ihr habt das ja auch gerade ein wenig bestätigt, dass ihr in Zukunft kaum noch alte Songs der ersten beiden EP´s spielen wollt, warum? Und was können wir heute Abend erwarten, spielt ihr mehr alte Songs oder mehr neue?</b>
Unser Schwerpunkt wird heute Abend auf dem Full Length und der letzten EP liegen, da wir alle an diesen Songs auch mitgeschrieben haben. Wir werden auch in Zukunft uns darauf mehr konzentrieren, da die Leute und auch die Band mehr die melodischeren Sachen der neuen Outputs hören wollen. Aber den einen oder anderen Song der alten EP´s werden wir uns noch in der Hinterhand behalten, um ein größeres Repertoire zu haben. Letztes Jahr, als wir mit Strike Anywhere hier waren, war das Full Length Album gerade erst draußen, daher kannte niemand so wirklich unsere Songs. Aber jetzt sind wir wieder hier, beide Outputs sind schon länger draußen, die Leute kennen unser neues Material mittlerweile und können es dementsprechend abfeiern, und daher liegt auch dort der Schwerpunkt.<b>
Gut, kommen wir zur letzten Frage, wie sehen eure Pläne für die nächsten Wochen und Monate aus?</b>
Wir werden nach Hause fahren und uns dort erst mal so 3 Wochen ausruhen und schon mal ein wenig an neuen Songs arbeiten und uns überlegen, ob wir vielleicht zu einem anderen Label wechseln. Von Oktober bis Dezember werden wir wieder auf Tour sein, in den USA. Das sind unsere Pläne, und dann werden wir bald mit neuem Material und neuem Namen wieder hier sein.<b>
Vielen Dank für das nette Gespräch und viel Erfolg für heute Abend!</b>

Various Artist – Hörsturz Vol. 8

17. Sep 2002 | von benni

Die Hörsturz-Compilation geht dieser Tage in Runde vier, spiegelt das aktuelle "alternative Musikgeschehen" mehr oder weniger repräsentativ wieder und mausert sich damit zur echten Alternative von Bravohits 1 bis 489.
Das ganze fängt an mit der überflüssigen wie auch belanglosen Coverversion KELLY OSBOURNEs von "Papa don't preach", klettert P.O.D.'s "Youth Of The Nation"die Verkaufsranglisten weiter nach oben, passiert schließlich einen als Spiderman verkleideten Nickelback-Sänger, um letztendlich mit THE VINES langsam interessant zu werden. Es folgen Namen wie THE (INT.) NOISE CONSPIRACY, BEATSTEAKS, GLUECIFER, THE HIVES oder MILLENCOLIN. Mit SLUT, PHANTOM PLANET oder THIRD EYE BLIND gesellen sich dann auch einige weniger bekannte, jedoch nicht minder hörenswerte Bands dazu, sodass sich die erste der beiden CDs durchaus eine anständige Zusammenstellung entpuppt.
Die zweite CD dürfte sich mit Bands wie PANTERA, SOULFLY oder DROWNING POOL vor allem bei Anhängern härterer Klänge Freunde machen, für Abwechslung sorgt hier der mittlerweile zum Klassiker avancierte JIMMY EAT WORLD – Hit "Lucky Denver Mint" oder RIVAL SCHOOLS' "Travel By Telephone". "Durchwachsen" ist also offenbar ein korrektes Attribut für CD Nummer 2.
Insgesammt also eine nicht unbedingt zu verachtende Zusammenstellung aktueller "Hits" und altbewährtem Material, wo sich lediglich die Frage stellt, wer so etwas überhaupt braucht.

REEL BIG FISH im Logo

17. Sep 2002 | von Aron

Wir schreiben Mittwoch den 28.08.02. Es war etwa 17.00h. Wir treffen uns in Göttingen um zu dritt den langen Weg in die Stadt der vielen Brücken anzutreten. Wir fahren also mitten in der Woche eine verdammt lange Strecke, um zu einem hoffentlich geilen Konzert zu fahren – eigentlich, angesichts der 270km pro Fahrt, eine ziemlich bescheuerte Idee! Aber naja – schon zu spät! Unter ein wenig Zeitdruck haben wir für die Strecke Richtung Norden sage und schreibe nur 2 1/2 Stunden gebraucht und beschlossen, dass sich die Zeit auf jeden Fall sehen lässt. In Hamburg angekommen sind wir dann auch gleich ohne es zu merken am Logo vorbeigefahren… Nachdem wir das dann festgestellt haben und unser treues, vierrädriges Vehicle gekonnt und überünktlich geparkt haben, reihten wir uns in die Schlange vor dem Logo ein. Drinnen angekommen mussten wir erstmal staunen: "REEL BIG FISH" in einer Location, die vielleicht viermal so groß ist wie unser Wohnzimmer und dabei nur unwesentlich höher ist als ebendieses! Das war erstmal ein Schock. Mit der Zeit stellten wir jedoch fest, dass es ebenso gemütlich ist und hier schon einige interessante Leute aus dem Entertainment und Musikbussiness gastiert haben.
So, jetzt aber mal zum Wesentlichen: An die Vorband, die meinen Erinnerungen nach aus der Bundeshauptstadt kam, kann ich mich, um ehrlich zu sein , nicht mehr so recht erinnern, ausser dass sie mir recht gut gefallen haben und einen "Hampelmann" á la "LESS THAN JAKE" auf dem Bizarre hatten. Nachdem sie ihren Auftritt unter Applause beendet haben betreten nach einiger Umbauzeit "REEL BIG FISH" die Bühne – das gesamte Logo fängt an zu jubeln – Es war genau, wie es (für mich) sein musste. Die Jungs haben schon beim ersten live-Song, den ich von ihnen zu hören bekam, so gerockt, wie ich es mir immer gewünscht hab (langsam wird mir warm!)! Die Menge schien etwas ausser Kontrolle zu geraten – sie war in euphorischer Stimmung. Gelegentlich streifte mich ein von oben bis unten durchnässter junger Mann, der nicht von verschüttetem Bier so feucht war – Es war Schweiß eines vor Endorfinen strotzenden Fans. Und dieser Schweiß wäre auch ganz ohne Endorfine geflossen… Es waren, ganz ohne Übertreibung, bestimmt 79°C im Logo. Um endlich zu den Tatsachen zu kommen: Es wurde durchweg eine gesunde Mischung aus Klassikern und Songs von der neuen Platte "Cheer up" gespielt. Bei Songs, wie "Somebody Hates Me", "The Set Up" oder "Where Have You Been" wurde die Atmosphäre noch zusätzlich angeheizt. Die Jungs auf der Bühne verstanden ihr Handwerk nur allzu gut und haben während ihrer Hetzjagd das Gefühl vermittelt, dass alle Anwesenden aus einem Grund hier waren – Party machen! Das haben auch alle gemacht… jeder auf seine Weise. Zum Schluss war auch ich, trotz verhältnismäßig wenig Bewegung, klatschnass und meine Strandlaken im Kofferraum bekamen endlich die Möglichkeit, ihre volle Saugkraft zu demonstrieren. Zum Schluss: Wenn sich euch irgendwie die Möglichkeit bieten sollte, sich ein Konzert von REEL BIG FISH zu Gemüte zu führen, dann macht das – es ist den Eintritt auf jeden Fall wert!

NOFX und Bouncing Souls in Hannover/ Capitol and the kids were united

17. Sep 2002 | von Robert

Am 27.8 spielten dann NOFX in Hannover. Grund genug auch hier, zwar wieder verspätet, aber besser spät als nie, einen Bericht nachzureichen. Aber kommen wir zurück zu NOFX. Als Vorbands waren Frenzal Rhomb und Bouncing Souls mit von der Partie. Randy, die ebenfalls spielen sollten, hatten kurzfristig ohne Gründe abgesagt.<br<
Als wir so gegen 19.30 Uhr am Capitol in Hannover ankamen, standen elendig viele Leute bereits vor der Tür, aber das Konzert war schon ausverkauft. Auch drinnen war es schon extrem voll und warm. Kein Wunder, bei einer Außentemperatur von knapp 28 °C. Zuerst stand ein Interview mit Bouncing Souls auf dem Programm, anschließend begannen dann Frenzal Rhomb mit ihrem Konzert. Die Australier wussten zu gefallen, auch wenn der Sound absolut nicht zu genießen war. Es war schon eine Zumutung. 45 Minuten boten die Australier ihren Skatepunk dar. Zum Schluss hin wurde es ein wenig eintönig, dennoch keine schlechte Vorstellung.
Bouncing Souls waren dann die nächsten. Und, trotz immer noch extrem schlechten Sound, die Jungs rockten das Haus. Total Klasse! Super Gig! Schon hier bildete sich ein grosser Moshpit vor der Bühne. Die Kids, im Durschnittsalter von unter 16 Jahren, rasteten schon hier aus. Alte Songs wechselten sich mit Songs, wie "Private Radio" und "True Believers", sowie vielen anderen Songs ihres aktuellen Albums "How I spent my summer vacation" ab. Allerdings fehlten auch einige Hits, wie z.B. "Ole". Dennoch ein absolut geiles Konzert der Kalifornier. Für mich waren sie der Gewinner des Abends, auch die Merchandise Preise von ca. 10 Euro für ein T-Shirt waren hoch anständig.
Dann kamen NOFX und alles hatte darauf gewartet. Auch ich war durchaus positiv überrascht von dem Auftritt, hatte ich doch ein albernens null acht fünfzehn Skatepunkkonzert erwartet.
Los ging es mit "Fuck The Kids", was mich schon das erste Mal amüsierte. Anschließend brannten NOFX ein wahres Feuerwerk an schrägesn Gags und alten Hits ab. Die Mischung stimmte. George Bush wurde natürlich auch nicht ausgelassen, ist er doch der erklärte Feind von Fat Mike. El Hefe überzeugte dann doch eher durch seine Witze und seine Antworten auf die Zwischenrufe: "Was" und "OK". Somit sorgte er für viel Abwechslung. Irgendwann kam natürlich auch "Kill all the white men", was natürlich in der warmen Hölle Capititol mit am meisten abgefeiert wurde.
Nach knapp 60 Minuten folgte dann "Linoleum" als krönender Schluss, sowie "Theme of the NOFX Album", bei dem Melvin mit Akkordeon einen zum Besten gab und auch nicht aufhörte, als der Rest der Band längst die Bühne verlassen hatte und die ersten Abbauarbeiten auf der Bühne schon begannen. Zugaben gab es natürlich keine. Aber dennoch war es ein sehr lustiger Abend und ein sehr gutes Konzert
Aber lasst mich abschließend noch ein paar Takte zum Capitol sagen. Zum einen find ich es unverantwortlich niemanden, bei solchen tropischen Temperaturen wirklich rauszulassen, nur einen völlig übervollten Auslauf durfte man betreten, und zum anderen sind die Getränkepreise mir 4 Euro (!!!) für ein Bier schon eine Zumutung. Absolute Abzocke, was dort betrieben wird. Aber das waren dann auch die einzigen Wehrmutstropfen an diesem Abend.

Starmarket in Kassel/K-19

17. Sep 2002 | von Robert

Es ist mittlerweile schon ein paar Tage her, aber am 26.8 spielten Starmarket in Kassel im K-19. Da ich in der Zwischenzeit in Frankreich verweilte, komm ich auch jetzt erst dazu, über dieses Konzert zu schreiben. Mainstage präsentierte die Tour von Starmarket, aus diesem Grund besuchten wir an einem Montagabend dieses Konzert.
Das K-19 liegt direkt an der Uni in Kassel und soll wohl demnächst renoviert werden, was mit Sicherheit von Vorteil ist, da zum Beipiel die Toiletten zur Zeit ausserhalb zu finden sind. Den Anfang jedenfalls machten Daily Milk aus dem hohen Norden. Die Musik war ziemlich ruhig, aber die wenigen Anwesenden wurden auch nicht wirklich von den Stühlen gerissen. Überzeugen konnten Daily Milk nicht, was aber auch an dem nicht so besonderen Sound lag. Musikalisch aber hatten die drei Jungs schon so einiges drauf.
Als zweites kamen dann Sonnet aus Uslar, der Heimatstadt unseres Chefredakteurs. Ich hatte mit ihnen schon meine Probleme, da ich mit Deutsch Pop der Hamburger Schule nur wenig anfangen kann. Auch hier war der Sound, wie eigentlich am ganzen Abend, ziemlich bescheiden. Allerdings die Variante, einen Schreisänger in den Deutsch Pop zu installieren, der background singt, fand ich sehr beeindruckend, was dann den Gesamteindruck doch noch gerettet hat.
Und dann folgten Starmarket aus Schweden, von denen ihr auch ein Interview auf dieser Seite findet. Musikalisch rockten Starmarket doch sehr und ihr Post Emo Core konnte überzeugen. Zum ersten und einzigen Mal an diesem Abend, gingen die wenigen Zuschauer auch richtig mit. Mal hart, mal zart kamen die Wahl-Stockholmer daher und gefielen auf ganzer Linie, obwohl der Gesang manchmal nicht so zu gefallen wusste. Dennoch sind Starmarket live eine Bank, die man sich immer wieder geben kann
Und dann wars auch schon vorbei, ein sehr ruhiger Abend, der aber durchaus zu gefallen wusste.

vegane politik und politisches Essen

15. Sep 2002 | von benni

Die Kafkas aus Fulda sind eine der Bands, die wirklich etwas zu sagen haben und dieses auch tun. Gefallen lassen sich die Hessen nicht viel, ihre letzte Platte &#8222;Privilegienthron&#8220; beweist dieses nur zu gut. Aus diesem Anlass war ein Interview sehr naheliegend und so sprach ich mit Sänger Markus Gabi Kafka über einige interessante Themen in Deutschland und sonst auf der Welt.

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Da ihr noch nicht so bekannt seid, bei unseren Lesern, stellt euch doch mal ein wenig vor, Diskographie, Biographie, etc.</b>
G: Die KAFKAS gibt es mit wechselnder Besetzung seit 1995. Wir bezeichnen unsere Musik als "Punk ohne Nietenlederjacke" und "Hardcore ohne Muskeln". Veröffentlicht haben wir bereits 3 Alben, eine EP, eine Split-CD mit den KILLRAYS und jetzt unser 4. Album "Privilegienthron".<b>
Wie bewertet ihr eure neue Platte "Privilegienthron", erzähl doch mal einiges über die Entstehung und wie kamt ihr zu dem Namen und was steckt dahinter?</b>
G: Es ist im Vorfeld der Veröffentlichung einiges schief gelaufen, wir mussten manche Sachen zweimal aufnehmen, es sind wichtige Bänder verschwunden, mit dem ersten Master waren wir nicht zufrieden, weshalb wir sie neu mastern und noch mal eine neue Auflage herstellen ließen, die Platten waren Ewigkeiten im Presswerk verschollen, um nur ein paar Dinge aufzuzählen, so dass es diesmal relativ lange gedauert hatte bis das "Privilegienthron"-Album dann doch noch fertig wurde. Es ist meiner Meinung nach von den Songs her abwechslungsreicher als das vorherige "Sklavenautomat"-Album. Die Texte sind noch direkter geworden, das war mir sehr wichtig. Insgesamt ist das neue Album wahrscheinlich etwas eingängiger als das Vorgänger-Album. Wir haben auch zum erstenmal mit ein paar Samples und Effekten rumgespielt, obwohl diese nicht im Vordergrund stehen. Außerdem konnten wir zum erstenmal einen CD-Rom-Teil auf die CD packen.
Der Titel "Privilegienthron" bezieht sich darauf, dass viele Dinge, die für uns ganz normal und selbstverständlich sind, für die Mehrheit der Lebewesen dieses Planeten leider nicht gelten, z.B. das Grundrecht auf Bildung, das Recht auf ein möglichst schmerzfreies, selbstbestimmtes Leben, politische Freiheit… Das Schicksal vieler wird mit der Geburt besiegelt – also, wenn du am falschen Ort zur falschen Zeit, falschen Spezie, Geschlecht oder Rasse geboren wirst, kann dein Leben unter Umständen sehr qualvoll verlaufen.<b>
Eure Website hat den schönen Namen "Sklavenautomat", was wollt ihr damit ausdrücken?</b>
G: Sklavenautomat steht für unseren Umgang mit allem was keine Lobby hat – ein Sklave dient auch einer ihr übergeordneten Person und hat dabei nur materiellen Wert, z.B. ein Schwein, dass von der Fleischindustrie "gezüchtet" und ohne Rechte in kürzester Zeit auf "Schlachtreife" gemästet wird, um dann für den menschlichen Konsum geschlachtet zu werden. Dabei gibt es kein Individuum oder so etwas wie Persönlichkeit, es gibt nur "Nutzen"; Tiere sind die Sklaven des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Fleischindustrie ist eine der perversesten Formen unseres Kapitalismus; sie degradiert Lebewesen zu gefühllosen und rechtlosen Produkten. Aber auch viele Menschen in wirtschaftlich ärmeren Ländern werden ausgebeutet und haben nahezu keine Alternativen oder Perspektiven dieser Situation zu entkommen, wovon letztlich andere wiederum profitieren, schau dir z.B. unsere Kaffee- und Bananenpreise an, hätten die Arbeiter auf den Plantage bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, dann hätten wir hier auch andere Preise zu zahlen.<b>
Ihr geltet als Band, die sehr wichtige und ernstzunehmende Texte schreibt. Was ist euch wichtig?</b>
G: Ich wünsche mir eine gesellschaftliche soziale Weiterentwicklung. Doch zur Zeit laufen leider sehr viele Entwicklungen ab, die gerade soziale Errungenschaften wieder abbauen, seien es geplante Studiengebühren, Abbau von Sozialleistungen, Reduzierung der medizinischen und sozialen Versicherungen…
Es entsteht eine immer größer werdende Kluft zwischen arm und reich; es entstehen immer mehr Regionen in denen es fast keine Perspektiven gibt. Klar wir haben jetzt durch die EU einerseits reduzierte Grenzen für den Handel – aber für viele Menschen ist Europa mittlerweile eine Art unerreichbare Festung geworden. Und hinein darf nur wer es sich leisten kann.
Wir wünschen uns, dass jedes Lebewesen egal, welchen Geschlechts, Rasse, Spezie, Herkunft oder was auch immer ein Recht auf ein unversehrtes, schmerzfreies Leben hat. Doch leider entscheidet zur Zeit hauptsächlich die Wirtschaft und Rentabilität wie viel Umweltschutz oder Humanität wir brauchen…<b>
Ihr seid glaube ich Vegetarier, wie weit würdet ihr dafür gehen? Und wie weit fließt das in eure Texte ein?</b>
G: Um unzählige wehrlose Leben zu retten kann man wahrscheinlich nicht weit genug gehen und vielleicht gehe ich noch nicht weit genug. Ich würde mir wünschen, das dieses sinnlose Schlachten aufhört und auch Tiere als Individuen geachtet werden. Das Thema Tierrechte ist mit meinen Texten sehr verflochten, da in die Texte das einfließt, was mich beschäftigt. Somit ist das Thema Tierrechte schon ein wesentlicher Bestandteil unserer Musik. Ich sehe unsere Musik als Möglichkeit an, denen die in unserer Gesellschaft keine Stimme haben, eine Plattform zu geben. Das hört sich jetzt vielleicht nach spaßlosem PClertum an, egal, es geht auch nicht um das Verurteilen anderer oder Verbote, sondern um neue gerechtere Wege.<b>
Gibt es da irgendwelche Geschichten, die ihr dazu von Tourneen erzählen könnt? Wie kam das bei anderen Bands an? </b>
G: Also, die Resonanz ist sehr unterschiedlich, natürlich gibt es gerade bei den Leuten mit denen wir musikalisch zu tun haben viele, die ähnliche Ansichten haben wie wir, dann gibt es einige, die sich dafür interessieren und denen man so eventuell Denkanstösse geben kann, aber natürlich gibt es auch Personen, die meinen sie müssten besonders stolz darauf sein, dass ihnen das Leid anderer am Arsch vorbeigeht und meinen sie müssten einen dann irgendwie provozieren; da gab es schon Vorfälle, die sich an Dummheit kaum mehr überbieten ließen. Aber eigentlich ist das Gesamtresümee eher positiv. Klar, besonders veganes Essen kann dann halt auch mal als Spaghetti mit Ketchup oder Essensmarken für die Grillbude mit Wahl zwischen Curry- oder Bratwurst ausfallen, aber was soll`s, so wird es wenigstens nicht langweilig. Es gibt halt noch viel zu tun.<b>
Was nervt euch an der deutschen linken Szene und an der Punkszene am meisten an, oder was gefällt euch daran besonders?</b>
G: Ähm, der Grund warum ich in dieser sogenannten Punkszene gelandet bin, ist der, dass es da schon einige sehr, sehr nette Menschen gibt, die versuchen etwas positiv zu verändern und sehr aktiv sind. Es gibt einfach eine Menge Leute, die sich aus Idealismus wirklich den Arsch aufreißen und sich für andere einsetzen. Punk bietet einfach eine Menge Freiräume, ich meine es gibt fast in jedem Dorf Deutschlands einen Club, Juz, oder was auch immer in dem man spielen kann oder politische Arbeit machen kann. Das haben andere Szenen glaube ich nicht in der Form. Hm, am meisten nervt an der linken Szene? Das Aufbauen von Feindbildern innerhalb der eigenen Reihen würde ich sagen; also, es kursieren teilweise sehr antiquierte, unreflektierte Dogmen, die waren schon in den Achtziger Jahren altmodisch.
Die Punkszene ist ja vollkommen aufgesplittet, da gibt es die Rock`n`Roller, die Super-Punker, Polit-Punks, Autonome, Melodiecorer, usw., da hat ja jeder sein eigenes Ghetto, deshalb könnte ich jetzt nichts allgemeingültiges sagen, da jede Gruppierung für sich eigene Rituale pflegt; die "Punkszene" gibt es glaube ich nicht. Aber generell würde ich sagen, dass zu viele nur eine Rolle spielen und zu wenig sie selber sind.<b>
Was macht ihr am 22.9. diesen Jahres und was den Tag später?</b>
G: Ähm, das ist ein Sonntag und wenn ich richtig informiert bin Wahltag. Ja, dann werde ich wohl irgendwann mein Mindest-Demokratie-Anteil-Kreuzchen machen und dann am nächsten Tag Angst vor den ersten Handlungen unseres neuen Bundeskanzlers Edmund Oi-Oi-Stoiber haben.
Oh, je, hoffe ich bin da jetzt terminlich richtig informiert, ansonsten ist das ja "Thema verfehlt"…<b>
Ist euch Politik wichtig im Leben? Was geht euch total am Arsch vorbei?</b>
G: Ja, Politik ist sehr wichtig, aber doch für alle, da sie starken Einfluss auf unser Leben nimmt. Sie entscheidet mit darüber wie das Leben eines jeden verläuft, was erlaubt ist und was nicht. Sie stellt die Weichen für die Zukunft, dessen kann man sie nicht entziehen. Aber ich finde, dass ich mich noch nicht genug für Politik interessiere. Das liegt aber auch teilweise an diesem oftmals sehr langweiligen und schwerfälligen Flair; politische Arbeit kann Spaß machen und mitreißen, aber dass ist leider in der linken Szene eher alles ein bisschen asketisch anmutend. Doch wie wichtig Politik ist merkt man wahrscheinlich erst dann, wenn es einem wirtschaftlich oder juristisch so richtig schlecht geht.
Was uns total am Arsch vorbeigeht? Oh, eine Menge: Daily Soaps; Top Of The Pops; Heidi Klum; Jahrestreffen der Jungen Liberalen; Ballermann 6; Discos mit Kleiderordnung; Türsteher; die 1000 goldenen Verhaltensregeln des erfolgreichen Punkers; Traumhochzeit; Jürgen von der Lippe; Sportwagen; Szene-Hypes – Trends; Tennis; Boxen; 90-95 % der Menschheit…<b>
Ihr habt schon mit vielen Bands getourt, mit welcher würdet ihr gerne mal touren und aus welchem Grund?</b>
G: Mit PROPAGANDHI wollte ich schon immer mal spielen, da durften wir ja bei der letzten Deutschland -Tour mitfahren und das war schon ein Traum. So etwas ähnliches fällt mir nicht mehr ein. Klar, es gibt eine Menge nette Bands, aber es müsste dann halt auch irgendwie passen, also, menschlich, musikalisch und inhaltlich, hm, schwer. DEAD KENNEDYS mit Jello Biafra wären sehr nett. Tja, aber was bleibt noch? Unser Schlagzeug-Gott Marcus Humberta würde jetzt sagen NEW MODEL ARMY!<b>
Wer hat euch besonders beeinflusst?</b>
G: Der größte Einfluss waren sicherlich meine Eltern. Die Arbeitsweise einer Band von PROPAGANDHI und auch BUT ALIVE. Musikalisch die 80iger Jahre Pop-Musik. Weitere Einflüsse waren das Landleben in einem noch kleineren Kaff als das Ober-Langweilig-Kaff Fulda. Aber auch meine Mitbewohnerrinnen Fräulein Heike und Schweinefräulein Paula Paulinski.<b>
Wie sehen eure Zukunftspläne aus?</b>
G: Zur Zeit machen wir kräftig neue Songs. Möchten auch demnächst mit den Aufnahmen für das nächste Album beginnen, wenn man alles alleine macht dauert es ja immer um einiges länger, bis alles fertig ist und auch beim Mailorder deiner Wahl zu bestellen ist; die letzten Aufnahmen sind ja jetzt auch schon gar nicht mehr so frisch für uns. Eine kleine Kanada-Tour steht schon seit ein paar Monaten auf unserer Liste, mal sehen, wann wir das realisieren können. Ansonsten lassen wir erst `mal alles auf uns zu kommen.<b>
Danke für das Interview!</b>

zapatistischer Einfluss und der Weg nach Berlin

15. Sep 2002 | von benni

ZSK kommen ursprünglich aus Göttingen, sind aber nun Wahl Berliner und gelten als große Hoffnungsträger im Bereich der deutschen Punkszene. Im Rahmen des 20 Jahre Juzi Festivals in Göttingen bekam ich Gelegenheit mich mit Frontmann Joschi über allerlei zu unterhalten.

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Da ihr in Deutschland noch nicht so bekannt seid, stell dich und deine Band doch mal ein wenig vor.</b>
Ja, ich bitte dich. Wir haben 1997 oder so ähnlich angefangen und es sind immer noch die gleichen Leute wie damals. Wir nahmen dann unser erstes Demo auf, waren viel unterwegs und haben viel getourt. Irgendwann kam dann der Plattenvertrag mit Wolverine, seid Mai ist dort auch das Album erschienen und jetzt läuft es doch alles sehr gut. Das war jetzt eine ganz kurze Bandvorstellung.<b>
Dann kommen wir doch gleich zur nächsten Frage, erzähl doch mal ein wenig zur Entstehung eurer CD &#8222;Riot Radio&#8220;.</b>
Ja, das ist unser erstes richtiges Album was wir aufgenommen, haben. Ir waren zwar schon bei den Demos und der Split CD im Studio, aber nun haben wir endlich ein komplettes Album vorzuweisen. Wir haben von vorne rein überlegt, es sollte richtig toll werden, denn nichts ist beschissener als ein Album, auf das alle gewartet haben, das dann richtig Scheisse ist, vom Sound oder vom spielen oder so. Daher haben wir gesagt, wir investieren richtig viel Geld und so auch richtig viel. Aus diesem Grunde hat es überhaupt solange gedauert, bis wir unser Album draußen hatten, weil wir immer gesagt haben , wir warten noch und sparen noch ein wenig Geld und proben noch ein wenig, um noch besser zu werden. Anschließend haben wir uns einen Produzenten ausgesucht, den Flo von Schwarz aus Hamburg, das ist der Sänger von Pyogenesis. Wir fanden auch ein gutes Studio, das Woodhouse Studio in Hagen und haben dort aufgenommen. Siggi Bemm ist einfach der Abmisch Gott. In 12 Tagen haben wir das dann aufgenommen und noch zwei Tage abgemischt, sind alle hingefahren, haben uns ne Wohnung gemietet Vorort, und dort übernachtet, weil wir absolut kein Geld hatten. Es war eine Einzimmerwohnung für einen Monat und wir haben in Schlafsäcken auf dem Boden gepennt, weil Jugendherberge für vier Leute einfach megateuer ist, dann haben wir uns richtig reingehängt und viel gearbeitet und ich finde, dass das Album wirklich gut gefunden ist. Wir hören auch immer wieder, dass der Sound super gut geworden ist und bei der Musik muß halt jeder selbst entscheiden, ob es ihm gefällt oder nicht.<b>
Ihr singt doch deutsch.</b>
Ja, aber nur halbe halbe, halb deutsch, halb englisch.<b>
Ja, aber wie kamt ihr dazu deutsch zu singen, da ich viele Bands kenne, die aus Deutschland kommen, aber einfach kein deutsch singen.</b>
Ja , ich weiß, da gibt es auch immer Diskussionen drum. Es gibt auch viele Leute die sagen, wir sollten doch bitte nur noch deutsche Texte machen, andere, die sagen, macht bitte nur noch englische Texte.
Wir haben halt damit angefangen, halb deutsch, halb englisch zu singen und das war schon immer so. Manche Sachen kann man einfach auf deutsch besser sagen, als auf englisch und natürlich anders herum genauso. Gerade bei Liebesliedern find ich es auf deutsch einfach super schwierig, da es immer irgendwie gleich nach Tocotronic klingt oder so Toten Hosen Krams und das ist beides irgendwie nichts. Daher singen wir das dann eben auf englisch, aber genauso passen andere Sachen dann wieder nur auf deutsch.<b>
Was verstehst du unter deutschem Skatepunk?</b>
Hm, wir sind halt früher immer viel Skateboard gefahren und so, aber jetzt schaffen wir das leider nicht mehr, da wir immer verdammt viel zu tun haben. Es ist halt eine Mischung aus Skaten und Punkrock. Mit richtigem Deutschpunk konnten wir uns noch nie wirklich identifizieren. Klar, wir haben die ganzen Bands auch gehört, wie Slime, und die ganzen amerikanischen Bands und so. Wir haben halt dann relativ begonnen die ganzen Amisachen zu hören, ich war auch in den USA eine Zeitlang in Berkeley und dort war eine Antifa Demo, auf der die Hälfte der Kids ein Skateboard mit dabei hatte. Abends hast du die gleichen Kids dann auf einem Punkkonzert vor und irgendwie kam mir das alles doch sehr unpolitisch vor. Skateboard und Punkrock passten für uns schon immer zusammen und als das dann in Amerika mitgekriegt hatte, haben wir gedacht, das kann man ja hier genauso machen. Die ganze Szene ist ja nicht nur auf Amerika beschränkt, daher haben wir gesagt wir machen jetzt Skatepunk. Manche Leute sagen aber auch, ihr macht doch gar kein Skatepunk sondern Punkrock und wieder andere sehen das noch wieder ganz anders. Aber ich hab da kein Problem mit, ob nun Skatepunk, was ja auch auf den Plakaten immer mit drauf steht oder Punkrock. Mir ist das auch ziemlich egal, aber wir machen kein Deutschpunk.<b>
Ihr seid ja alle aus Göttingen, aus welchem Grund seid ihr komplett nach Berlin übergesiedelt?</b>
Wir sind alle in Göttingen geboren, glaube ich und hier aufgewachsen und nach dem Abi, war dann die Frage was wir machen. Die meisten wollten halt nicht in Göttingen bleiben, denn 18 Jahre Göttingen war zwar schön, war dann aber auch mal gut. Gleichzeitig wollten wir aber auch die Band weitermachen, da das Ganze für uns schon mehr als nur ein Hobby geworden ist. Daher haben wir uns dann dazu entschlossen komplett nach Berlin überzusiedeln, Berlin war eben die erste Wahl. Dort studieren wir jetzt alle, außer unserem Gitarristen, der ist noch in Hannover wird aber bald auch nach Berlin ziehen. Wir sind ja auch noch häufiger hier, soll ja nicht heißen, dass wir Göttingen nicht mehr mögen, aber ein Standortwechsel musste mal sein.<b>
Na klar, aber wohnt ihr dann alle in Kreuzberg?</b>
Wir wohnen fast alle in Kreuzberg und halb in Neukölln. In Berlin da pulsiert es halt einfach, da ist viel los, auf Konzerten triffst du da tausend Leute. Na klar ist es teuer, aber da MAD die meisten Konzerte da veranstaltet, und wir bei denen auch gebucht sind, komm ich halt auf viele Konzerte so drauf. Na klar, Finanzprobleme hat man immer, tja, aber da muss man durch oder jobben, was ich auch noch tue.<b>
Von wem wurdet ihr am stärksten beeinflusst? Oder hattet ich große Vorbilder?</b>
Beeinflusst wurden wir natürlich von vielen Bands, aber Vorbilder? Wir haben nie gesagt, wir wollen jetzt genau so und so klingen wie die Band, das wäre ja auch ein wenig langweilig. Die Bands die wir hören beeinflussen natürlich unsere Musik. Wir haben die ganzen alten Sachen gehört, wie Slime, Sham 69, Gorilla Biscuits und so und natürlich auch viel Amizeugs, wie US Bombs, Distillers, F-Minus, was uns sicher beeinflusst, davon kann man ausgehen.
Richtig Vorbilder hatten wir aber nicht. Wir brauchen ja keinen Führer oder Persönlichkeiten, denen wir dann so nacheifern, aber es gibt viele Bewegungen, die uns berührt haben, und in unseren Texten kommt das auch vielfach vor. Zum Beispiel die EZLN, die Separatisten in Mexiko, die dort 1994 einen Aufstand gemacht haben, mit Kommandante Marcos, und auch immer noch im Krieg mit Regierung sind, Das hat uns schon bewegt und wir haben viel darüber gelesen und uns informiert. Aber genauso antifaschistische Gruppen oder die Animal Liberation Front oder die Tierbefreier in Deutschland sind uns wichtig und inspiriert uns schon. Die sind halt auch wirklich wichtig und richtig. Und wenn man viel Konzerte in linken Jugendzentren spielt bekommt auch viel in der Richtung mit. Ich finde es auch gut, dass man zwangsläufig damit konfrontiert wird, mit Flugblättern und so.
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Du hast du ja gerade schon darüber geredet, was ihr für Themen in euren Lieder verwendet, aber erzähl noch Mal genauer, was sind das für Themen?</b>
Also das sind die Sachen, die uns interessieren und auch was angehen, mit denen wir was sagen wollen. Menschenrechte, Tierrechte, bis hin zu den Antifas und den Guerillas in Mexiko, dass sind halt Sachen, die uns wichtig sind. Einerseits sind das die politischen Texte, weil würden wir keine inhaltlichen Texte machen, wäre die Band jetzt auch nicht das, was sie jetzt ist. Wichtig ist im Punkrock, finde ich, dass man auch seine Meinung sagt und Themen anspricht. Des weiteren aber haben wir auch Texte über Liebesbeziehungen und so, aber wir haben zum Beispiel keine Sauflieder, denn das ist mir einfach zu blöd. Also jetzt nichts gegen saufen, dass machen wir auch, aber da brauche ich kein Lied drüber zu machen.<b>
Eure Bandgeschichte ist jetzt so ungefähr fünf Jahre als, was würdest du persönlich bis jetzt als den größten Erfolg bezeichnen?</b>
Das ist eine gute Frage, da habe ich noch nie so wirklich drüber nachgedacht. Ob jetzt irgendwie oder irgendwas Erfolg ist oder auch nicht, da haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Ich sehe es schon als Erfolg an, dass wir eine wirklich gutes Album gemacht haben, das wäre unser größter Erfolg bisher.<b>
Dann nennen wir es doch einfach euer schönstes Banderlebnis</b>
Das schönste Banderlebnis ist mit Sicherheit, dass wir vor fünf Jahren angefangen haben Musik zu machen, als vier Freunde die Musik machen wollten und auch heute noch so zusammen spielen und auch immer noch super gute Freunde sind. Es läuft noch immer, wir sind die besten Freunde, die Band bedeutet mir auch viel mehr als die Musik. Die ist zwar auch wichtig, aber hätten wir jetzt zum Beispiel jetzt einen neuen Bassisten, dann wäre es nicht mehr dasselbe. Das finde ich am wichtigsten, und gerade auch wichtig ist uns, dass wir mit unseren Texten total viele Leute erreichen. Wir bekommen ständig E-Mails von irgendwelchen Kiddies, die fragen, sie möchten gerne Vegetarier werden, wie geht denn das und so. Oder auch, die sagen, ich habe Stress mit Nazis, was kann ich da machen. Ich find es schon irgendwie komisch, wir sind doch keine Politgurus. Aber ich find es auch schön, dass Leute die Texte so ernstnehmen und die Texte lesen und somit die Leute dazu bringen können über bestimmte Themen nachzudenken und selber dann etwas zu unternehmen. Deshalb haben wir auch die Seite riotradio.de ins Internet gestellt, wo nur Links zu verschiedenen Gruppen zu finden sind. Antifagruppen, Besetzte Häuser usw.
Also die zwei Sachen; Freundschaft und Leute erreichen!<b>
Ich habe gerade mitbekommen, dass heute Abend viele Kids erwartet werden, würdest du dich als Boyband des Punkrock bezeichnen?</b>
Ne, auf keinen Fall, denn für eine Boyband sind wir nicht hübsch genug. Es ist schon meistens ein sehr junges Publikum, was unsere Konzerte besucht. Es ist halt schon ein Unterschied, ob du ein junges Publikum hast, was ja nicht unbedingt schlecht ist und wie damit umgehst. Ich meine andere Bands wollen halt nur ihre Platten loswerden. Ich finde es aber gerade gut, wenn junge Leute auf unsere Konzerte kommen, denn ansonsten gebe es ja auch keinen Nachwuchs für das Juzi oder die Punkbewegung. . Und die müssen dann irgendwann das erste Mal herkommen und sehen das es cool ist. Ich denke aber nicht, dass uns die Leute als die Superband sehen, wir sind doch noch sehr normal geblieben und suchen auch den Kontakt zu Fans nach der Show. Ich finde es aber schon manchmal sehr merkwürdig, wenn die dann Autogramme haben wollen, das gibt es auch manchmal. Wir geben die auch, denn du kommst viel bescheuerter rüber, wenn du sagst, wir geben keine Autogramme. Wir machen denen dann aber klar, dass wir genau wie sie sind, halt nur Musik machen. Sollten wir eine Boyband sein, würden wir wohl auch andere Musik machen.<b>
Gut, letzte Frage, wie sieht es mit Zukunftsplänen aus? Platten, Tourneen, etc?</b>
Die Platte kam ja gerade erst raus und da sind wir jetzt noch dabei die ein wenig zu promoten und Interviews zu geben. Wir haben auch jetzt noch jedes Wochenende Konzerte, im Oktober ist dann eine Woche Schweiz angesetzt, zusammen mit Peace of Mind. Anschließend gehen wir dann auf drei Wochen Deutschland Tour, Holland und Belgien zusammen mit Venerea aus Schweden. Dann werden weitersehen. Wenn es .klappt, wollen wir dann noch mal eine 7inch aufnehmen, weil es unsere CD nicht auf Platte gibt. Ansonsten machen wir weiter und schauen, was sich so ergibt.<b>
Vielen Dank!</b>