Und wieder eine schwedische Punk `N Roll Band im Stile von Bomshell Rocks und Voice Of A Generation. Billiges Plagiat? Nein, mit Nichten. Die Schweden gefallen zum Beispiel wesentlich mehr, als die letzte Scheibe von Voice Of A Generation.
Aber zum Anfang. ?Make it matter? ist eine EP, welche sechs Songs enthält, die alle ziemlich nach vorne gehen. ?Make it matter? ist der Nachfolger des Albums ?who´s got the deliverance?, erschienen auf Rockstar Records, und knüpft auch genau dort an, wo ?who´s got the deliverance? aufhört. Viel neues gibt es also nicht, dennoch wissen Down and Away absolut zu überzeugen. Die Songs erschließen sich erst nach mehreren CD Durchgängen, rocken aber wie Sau und fräsen sich Dank ihres einzigartigen Ohrwurmcharakters für immer in die Gehörgänge des Konsumenten. Sänger der Band ist übrigens der frühere Sänger von Voice of a Generation, Marky Madness, wodurch wir nun auch den Bezug zu VoaG geklärt hätten.
Hier steckt definitiv mehr hinter, als nur eine Kopie. Beweis dafür sind auch die hervorragenden Liveauftritte der Band. Klasse!
Down and Away - Make it Matter
30. Jan 2003 | von RobertBombshell Rocks - From here and on
28. Jan 2003 | von RobertBomshell Rocks kommen aus Schweden, woher denn sonst, und machen schönen schnörkellosen Punkrock. Aber wenn es nur so einfach wäre. Mit „From here and on“ haben die Schweden mittlerweile ihr drittes Album veröffentlicht, auf Burning Heart Records. Allerdings werden sich so einige Leute erst mal in die CD der Schweden hineinhören müssen. Wurde auf dem Vorgänger, dem göttlichen „Cityrats and Alleycats“ noch harter schneller Streetpunk geboten, haben sich die Schweden nun ein wenig verändert. Nicht nur die Iros sind modernen Kurzhaarschnitten gewichen, auch Tempo wurde herausgenommen, aber geschickt durch Melodie ersetzt. „From here and on“ geht nicht sofort ins Ohr, offenbart sich erst nach dem dritten oder vierten Hörgang, aber dann um so gewaltiger. Schöne Melodien, immer noch im Streetpunkstil, sind zu hören und lassen den geneigten Hörer im Geiste das Tanzbein schwingen.
Kurz um, Bombshell Rocks legen auch im dritten Anlauf ein super Album vor, was dadurch besticht, dass es aus der Streetpunkmasse ein wenig herausfällt. Super!
Anspieltipps dieses herausragenden Albums, sind übrigens „Warpath“ ,„My own war“ und „By the blink of an eye“.
Bad Wizard - Sophisticated Mouth
28. Jan 2003 | von RobertZur Zeit ist die Rock ´N Roll Schiene ja wieder ziemlich in. Wie vorher schon im Bereich des Emos und im Bereich des Streetpunk sprießen auch hier die Bands wie Pilze aus dem Boden. Viele davon sind natürlich nicht unbedingt hörbar. Aber Bad Wizard gehören sicherlich nicht in diese Sparte. Die New Yorker bieten 70er Style Rock `N Roll vom feinsten und rocken auf ihrem zweiten Longplayer „Sophisticated Mouth“, erschienen auf Tee Pee Records, so richtig einen vom Leder.
Schön verschnörkelte Musik, mit vielen Solos, die manchmal an die Hellacopters erinnert, wird geboten. Das Teil rockt, einfach, aber es rockt und das von der ersten bis zur letzten Minute. Einfach hörenswert ist diese Scheibe, rockig, eingängig und hörenswert. Also greift zu. Unbedingt merken und kaufen.
Matt Skiba/ Kevin Seconds - Split CD
28. Jan 2003 | von RobertZwei Sänger machen eine Split Cd, dass ist jetzt nichts aussergewöhnliches, werden einige der Leser sagen. Das ist auch richtig, aber nicht wenn diese Sänger Mitglieder von Bands wie Alkaline Trio und der legendären Punkband 7 Seconds sind. Matt Skiba und Kevin Seconds haben sich via Asian Man zusammen getan und diese Split CD zusammen aufgenommen. Beide steuern jeweils fünf Songs bei.
Kommen wir zum musikalischen Teil. Es beginnt Matt Skiba mit seinen fünf Songs. Und diese wissen zu gefallen. Das ganze ist sehr ruhig, aber Skiba wird unterstützt teilweise von Backgroundgesang und Akustikgitarre. Teilweise nimmt die Musik auch richtig Fahrt auf, wie bei „Next to you“. Dennoch hat sich ein gewisser emotionaler Touch erhalten, der sich durch alle fünf Songs zieht. Doch hörenswert sind die Songs alle mal.
In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Kevin Seconds, von dem ich bei seiner Vorgeschichte schon recht schnellen Punkrock erwartet hätte. Dennoch gefallen auch Seconds Songs. Sie sind aber ruhiger gehalten, gehen nicht so nach vorn und bestechen eher durch Gesang und die Akustik. Anspieltipp hier ist „1981“.
Als Fazit ist fest zu halten, die CD ist wirklich gut. Ruhige akustische Musik war zwar nicht unbedingt zu erwarten, weiß aber umso mehr zu überzeugen und kann auch ganz schön rocken. Dennoch wünsch ich mir gerade von Kevin Seconds lieber wieder mal eine neue CD mit 7 Seconds. Nichts desto trotz soll das die guter Qualität der Split CD nicht schmälern.
Black Nasa - st
28. Jan 2003 | von RobertBlack Nasa, aus New York stammend, bieten ähnlich wie Bad Wizard 70er Style Rock ´N Roll, der manchmal an Monster Magnet erinnert. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum, erschienen, auf Tee Pee Records, kann mich aber nicht so recht erwärmen. Irgendwie ist alles schon mal da gewesen. Okay, einige werden jetzt sagen, war das bei anderen Bands die der Autor besprochen hat nicht genauso? Nein, war es nicht!
Der Unterschied liegt einfach in der Instrumentierung. Bei gerade mal drei Musikern und nur einer Gitarre treten die Soli einfach zu stark in den Vordergrund und die Melodien verblassen. Das ist nicht unbedingt so mein Geschmack, da es einfach auch nicht so berauschend klingt. Hinzu kommt der metallisch klingende Gesang, welcher mich ebenfalls nicht unbedingt vom Hocker haut.
Aber dennoch, unbedingt schlecht sind Black Nasa auch nicht. Bei den Songs, die auf Soli verzichten kommen durchaus schöne Melodien zum Tragen und können so auch überzeugen, wie zum Beispiel „Hot Van“. Aber irgendwie reicht das nicht, Black Nasa bieten leider nur Durchschnittsware, nicht mehr und nicht weniger.
Kingpin - Bad Habits Die Hard
28. Jan 2003 | von RobertKingpin stammen aus der immer mehr in den Vordergrund rückenden belgischen Hardcoreszene. „Bad Habits, Die Hard“ bietet Oldschool Hardcore, der irgendwie auf den ersten Hörgang nicht besonders abwechslungsreich klingt. Eher durchschnittlich kommt diese sieben Song CD, auf Pyro Rex erschienen, daher. Außerdem ist der kehlige, aber wechselnde Gesang nicht so nach meinem Geschmack.
Na gut, dennoch ist das hier eine Oldschool Hardcore Scheibe. Und für meinen Geschmack reichen so wenig Songs beileibe nicht aus, um sich einen vernünftigen Gesamteindruck zu verschaffen. Zusätzlich weiß „Bad Habits, Die Hard“ bei weiteren Hörgängen immer mehr zu gefallen. Immerhin haben wir es hier mit Hardcore zu tun und da muss schon wesentlich mehr kommen, um richtig schlecht zu sein. Hinzu kommt die doch sehr gute Produktion. Bleibt abzuwarten, ob noch mehr kommt und ob die Belgier eine Tour und eine Full Lenght Platte nachschieben. Es wäre schon wünschenswert.
Untot, aber glücklich
28. Jan 2003 | von RobertSie kommen aus Karloffornia und direkt aus dem Grab auf die Bühnen und in die CD Player in Deutschland. Die Gruftrocker The Spook veröffentlichten mit ?some like it dead? ihr zweites Album im Herbst letzten Jahres. Ein feines Schmankerl, kurz vor meinem Tod? Ich begab mich auf jeden Fall mal in das Reich der Untoten und traf um Mitternacht so einige fürchterliche Gruselgestalten. Ich wunder mich, dass ich noch lebe, aber lest selbst.
<b>Erzählt doch mal einiges zu eurer Bandgeschichte!</b>
Gehen wir einen Schritt zurück in das Jahr 1931, als in der eher verlasseneren Kleinstadt Gravelands im Staate Karloffornia ein verrückter Professor auf den machthaberischen Plan kam, Tote wieder zum Leben zu erwecken und zu diesem Zwecke in seinen verschlossenen Laborräumen ein radioaktives Liquid entwickelte. Zusammen mit seinem Gehilfen ging er eines Nachts zum Gravelands Cemetery und platzierte 5 eigenartige Zylinder über ebenfalls 5 Gräber mit eben diesem Liquid, welches die Toten anscheinend reanimieren sollte … ein paar Jahre später stieß der alte Riesenspinnenforscher Terence Tula zu uns, der die Keyboards betätigt.
<b>Wie kamt ihr dazu Gruft Rock zu machen? Oder wie würdet ihr eure Musik einschätzen?</b>
Wir nennen unsere Musik auf jeden Fall Graverock, denn wir kommen ja schließlich allesamt aus dem Grab. Wie sollte man sonst die Musik nennen, die von Untoten gemacht wird!?! Klar findest du da auch andere Stilelemente drin, wie zum Beispiel Punkrock, Surf oder Rockabilly aber das sind nur kleine Zutaten, die das Ganze spannend und abwechslungsreich halten. Ich denke, dass wir mittlerweile unseren eigenen Sound gefunden haben und den auch auf unserem nächsten Album noch mehr auf den Punkt bringen werden!
<b>Beim Thema Gruft, fallen mir spontan die Misfits ein, haben sie und im besonderen Glenn Danzig euch beeinflusst? Und wer hat euch noch beeinflusst?</b>
Wer uns jetzt genau beeinflusst hat, kann man so nicht sagen, wir machen ja schon seit geraumer Zeit Musik und uns will man schon seit Jahren das Misfits-Plagiat in die Wiege legen, nur sehen wir das ganz anders. Wenn man mal objektiv an die Musik von The Spook und The Misfits ranngeht, erkennt man schnell, dass wir ein viel größeres Spektrum haben, wir schreiben Balladen, wir haben andere Gitarrenriffs und ballern nicht einfach nur nach vorne, jedem das seine! Aber wir sind es Leid ewig damit verglichen zu werden…der nächste wird sein eigenes Grab schaufeln, das verspreche ich dir!
<b>Mit ?Some like it dead?, übrigens ein großartiges Album, kommt eure Debüt Scheibe bald auf den Markt, erzählt och mal einiges zur Entsehung dieses Albums.</b>
Zur Entstehung..also wir haben uns wieder diverse Abende und Nächte in Gravelands aufgehalten, um all die Stimmungen und Atmosphären aufzufangen, die in den Texten und Songs zu finden sind. Wir schreiben die Lieder immer zusammen, bis auf einige wenige die mal in Eigenregie entstehen. Wir wollen den Leuten die Geschichten erzählen, die bei uns tag täglich passieren…und das machen wir mit unseren Songs. Anschließend, nachdem die Vorproduktion der LP fertig war, haben die Doc Mohrmann aufgesucht und ihn gezwungen, mit uns das Album aufzunehmen. Er stellte sich zu Anfang wirklich sehr stur und selbst sein Manager war von dem Unterfangen nicht so begeistert, aber wie man sieht und auch hört, ist eine doch recht annehmbare Produktion bei rum gekommen. Wir haben alles im House Of Wax aufgenommen, was uns sehr gelegen kam, da es nicht unweit von unserer Heimat liegt. Wir brauchten unsere gewohnte Umgebung um die Stimmung nicht zu verlieren.
<b>Gruselt ihr euch vor bestimmten Dingen?</b>
Klar Mann! Ich grusle mich vor dem Tageslicht zum Beispiel, als Vampir hat man es da echt nicht so leicht im Alltag…das kann ich dir sagen.. dann noch vor so gewissen Personen die einfach nur abschreckend wirken…Jürgen Drews zum Beispiel oder Inge Meisel, da bekomm ich schon Angst…oder hier Karl Dall, das ist ja einer, dem will ich echt nicht im Dunkeln begegnen… Einmal bin ich nachts durch Gravelands gelaufen, war auf dem Weg nach Hause und da kam aus einer dunklen Gasse doch glatt Sylvester Stalone rausgeschossen, der Typ mit dem hängenden Auge, Wow! Da hatte ich ne tierische Gänsehaut, aber scheinbar hatte er mich gar net gesehn, wer weiß, was der wieder gefahren hat.
<b>Sind alte Grusel? und Vampirfilme eure Inspiration für eure Texte und Lieder?</b>
Teilweise schon, das sind ja schließlich alles unsere alten Bekannten mit denen wir damals schon so manche Nacht durchzecht haben, letztens hab ich noch mit Lou sinniert, wie schön es doch noch war, als der gute alte Boris Karloff mit einem Male im Off?s Inn stand und mit uns feiern wollte…das war n super Abend, das sag ich dir! Frag Jack, er hat noch massig Photos davon.
<b>Welcher Draculafilm ist eurer Meinung der beste und warum?</b>
Wenn du mich fragst, dann ganz klar der erste Film mit Bela Lugosi aus dem Jahre 1931..da geht nichts drüber. Schon allein die Deko kann alles, ich liebe diese Stimmung die da hervorkommt.
<b>Wie kamt ihr auf eure Namen, wie z.B. Ross Feratu, Terence Tula, Lou Gosi, etc?</b>
Was heißt, wie wir darauf kommen, das sind unsere Namen, da können wir doch auch nichts ändern. So was hat schon mal jemand gefragt und der hängt nun in Gravelands am Toreingang…als kleine Halloween-Deko.
<b>Eure Bandfotos sind ja alle sehr gruselig, werden diese Kostüme von euch auch live angewandt? Und was hat euch dabei im besonderen inspiriert?</b>
Wir brauchen keine Kostüme, das ist unsere Alltagskleidung, warum sollten wir uns auf der Bühne verstellen?!? Das macht doch kein Sinn, das machen doch nur so Trendy-Bands, die von großen Modefirmen gesponsort werden…
<b>Habt ihr nicht auch manchmal Lust eher Texte zu schreiben, die sich mit den Problemen der Menschen oder politischen und sozialen Themen befassen? Wie bewertet ihr eure Texte und was ist euch wichtig, wenn ihr Musik macht?</b>
Wie schon oben erwähnt schreiben wir Texte über unser Leben, unsere Umgebung und Heimat und was uns sonst so widerfährt, also ich denke nicht das da politischer und sozialer Kram Platz finden sollte, wir sind so politisch wie eine tote Ratte! Und das bleiben wir auch, da sehen wir keinen Sinn drin, das sollen andere machen und man sieht ja, was bei solchen Bands passiert…zum Beispiel Rage Against The Machine…die stehen für etwas und wer als Musikfan nicht der Meinung ist, wird dieser Band im schlimmsten Falle aus dem Weg gehen, also warum sollten wir so etwas machen?? Als einheitliche Band vertreten wir keinerlei Politik.
<b>Was habt ihr für Zukunftspläne?</b>
Also wir werden in den kommenden Monaten unser neues Album ?Some Like It Dead? live supporten und eine 2-Wochen-Tour durch Deutschland, Italien und Österreich machen.. Zu Ostern ist eine People Like You-Festival Tour geplant, wobei dann vier Labelbands in größeren Hallen spielen werden.. also es steht einiges an im Hause The Spook. Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann unseren Newsletter auf unserer website abonnieren: www.thespook.de
GRAVEROBBING IS NOT A CRIME!
Ghastly Greetings ? Ross
<b>Vielen Dank für das Interview!</b>
Wut, Emotionen, Verzweiflung
28. Jan 2003 | von RobertMit ?vague pictures of amazing moments? haben Daylight ein wahres Hardcore Highlight In Plattenform veröffentlicht. Natürlich war auch hier ein Interview angebracht und so unterhielt ich mich mit den Jungs.
<b>Ihr habt mit ?vague pictures of amazing moments? eins der besten Hardcore Album des letzten Jahres abgeliefert, wie bewertet ihr diesen Release? Erzählt doch mal etwas dazu.</b>
Oje, das beste Hardcore Album des Jahres…da weiß man ja gar nicht was man sagen soll, (ich sag mal Daaaanke)…es ist uns ganz gut gelungen und wir sind zufrieden damit und es freut uns auch, dass es so vielen Leuten und vor allem auch Dir gefällt. Wir haben wirklich viel in dieses Album gesteckt(und damit mein ich kein Geld..), es strotzt nur so vor Emotionen, Wut, Verzweiflung…alles was uns beschäftigt ist hier in irgendeiner Form dargestellt. Und es gab genug Emotionen, Wut und Verzweiflung bevor dieses Album aufgenommen wurde .Ich weiß nicht, ob das so viele Leute nachvollziehen können, aber diese Band bedeutet allen Bandmitgliedern sehr viel, mehr als man denkt. Vor den Aufnahmen waren alle Leute in der Band irgendwie zerstritten und das nagte sehr an allen…und dann kam das Album, wie eine Entladung und wichtig für die Band. Vielleicht strahlt das Album diese Kraft aus…oder wir hatten einfach nur das Glück von der Muse geküsst zu werden und ein paar gute Songs zu schreiben.
<b>Wie seht ihr eure Entwicklung zwischen den ersten Demos und dieser Klasse Scheibe?</b>
Rein musikalisch betrachtet haben wir uns steil nach oben entwickelt. Es ist doch immer wieder lustig die alten Sachen zu hören. Unser Stil hat sich mit der Zeit so verändert, dass man manchmal eigene Songs hört und diese gar nicht wiedererkennt…ganz schön verrückt. Auch die Qualität der Aufnahmen ist natürlich gestiegen. Zum einen lernt man mit der Zeit sein Instrument besser zu beherrschen oder besser zu singen, zum anderen sammelt man Erfahrungen im Aufnehmen und setzt ganz andere Prioritäten als vorher, z.B. bei der Wahl des Studios: "vague pictures.."z.B haben wir bei ?tokridu? in Duisburg
aufgenommen und es war das beste Studio, dass wir hätten wählen können.
<b>Seid ihr der Meinung, nun den nationalen Durchbruch gemeistert zu haben?</b>
Naja, nationaler Durchbruch wäre übertrieben(obwohl ich noch nicht einmal weiß, ab wann man so etwas behaupten kann.) Ich kann nur sagen, dass wir in der Hardcoreszene und auch etwas darüber hinaus bekannt sind, mehr nicht…
<b>Auch ihr seid in Deutschland bislang weitgehend unbekannt, beschreibt euch doch mal ein wenig. Biographie, Diskographie, Stil?</b>
Vor allem sind wir jung und schön, haha…wie eine Boyband, haha. Nein, jetzt im Ernst…gegründet haben wir uns 1997 und zwar auf einer Party am Rhein-Herne-Kanal. Wir waren immer zu sechst und hatten von Anfang an 2 Sänger(ja, schon vor Waterdown). Kurz nach der Gründung nahmen wir schon unser erstes Demo "Our Sunshine" auf(noch sehr
langsam und irgendwie härter als heute)und kurze Zeit später kam der erste Line-Up Wechsel(Bass + Gitarre). Naja wir haben weiter Musik gemacht(ab diesem Zeitpunkt wurden wir immer melodischer) und einige Zeit später kam unser zweites Demo "when silence can be heard" gefolgt von unserer ersten Mini-CD "when great people fall" .Zwei Releases und es
war mal wieder Zeit für einen line-up Wechsel(diesmal nur Bass).Wir spielten in dieser Besetzung eine Menge gute Konzerte und machten uns daran unser Debüt-Album aufzunehmen. Dieser erste Versuch scheiterte jedoch kläglich: die Aufnahme war Müll und die Band von nun an demotiviert, sie zerbrach fast daran…und wieder ein Line-Up
Wechsel, wieder Bass und ein wichtiger Schritt: Alan kam dazu und brachte wieder frischen Wind in die Kapelle. Wir starteten einen zweiten Versuch das Debüt aufzunehmen und es entstand "vague pictures of amazing moments".
Die Frage nach unserem Stil ist immer sehr schwer zu beantworten. Wir versuchen immer etwas neues zu kreieren. Klar, typische Elemente bestimmter Musikrichtungen sind immer vertreten und man könnte auch behaupten das wir Hardcore machen, jedoch wollen wir in keine weitere Schublade dieser Szene gepackt werden. Sagen wir doch einfach wir machen
Musik.
<b>Ihr habt gerade in letzter Zeit doch einige Wechsel im Line Up hinter euch, wie weit hat euch das geschadet oder gar positiv beeinflusst? Hat es großen Einfluss auf euren Stil genommen?</b>
Eigentlich hat uns jeder Line-Up Wechsel immer ein Stück vorwärts gebracht. Natürlich ist es immer hart wenn jemand die Band verlässt, aber wir haben immer versucht das Beste daraus zu machen. Wichtig war vor allem der letzte Line-Up Wechsel. Alan kam dazu und brachte sich mit voller Energie ein. Das riss uns aus unserer Tiefphase und wir waren bereit
"vague pictures…" aufzunehmen. Unseren Stil hat dieser Wechsel nicht tiefgreifend verändert, jedoch hat Alan ein paar neue Elemente in die Musik mit eingebracht, die uns anderen einfach wieder neu inspirierten.
<b>Auch an euch die Frage, was beschäftigt euch am meisten? Wie kommen eure Texte zustande? Was ist euch wichtig?</b>
Die Texte auf "vague pictures…"sind alle aus Michaels Feder .Er behandelt in seinen Texten hauptsächlich persönliche Themen wie Emotionen, Liebe oder auch die Trennung von Eltern(was auch das Leitmotiv der Platte ist, da es 80% der Band betrifft).Er versucht dabei die Texte so zu gestalten, dass sich jeder in der Band damit identifizieren kann. Eigentlich ist unsere gesamte Musik für uns ein Ventil, um unseren Emotionen freien Lauf zu lassen und Michael gibt so seinen Teil dazu…auch manchmal politische Aspekte, auch wenn Daylight keine politische Band ist.
<b>Was war bislang euer größter Erfolg?</b>
Ich würde sagen, dass der größte Erfolg die Produktion dieses Albums war. Wir hatten zum ersten mal wirklich die Möglichkeit, alle unsere Ideen zu verwirklichen. Es hat einfach Spaß gemacht im Studio zu sein und das Ding aufzunehmen, eine coole Zeit. Wenn du Erfolge auf Konzertebene meinst, kann man das von zwei Seiten sehen Einmal die Sache mit den großen Bands…natürlich ist es etwas besonderes mal mit einer großen Band zu spielen. Das Konzert kann jedoch auch Scheiße sein, weil alle Zuschauer wirklich nur wegen der großen Band da sind uns sich auch demnach verhalten. Auf der anderen Seite sind da die kleineren Konzerte. Die sind vielleicht nicht ganz so gut besucht, besitzen aber viel mehr Charme…die Stimmung ist teilweise besser.
<b>Gibt es irgendeine witzige Geschichte, die ihr zum Beispiel auf Tour erlebt habt und hier unbedingt loswerden wollt?</b>
Lustig ist es eigentlich immer, wenn wir auf der Bühne stehen. Vor allem wenn der Alan loslegt passiert immer irgendetwas. Letztens in Köln hat er sich kurzerhand mal ins Schlagzeug verfrachtet, weil er das Gleichgewicht verloren hat, oder er spielt mal kurz einen Song ohne Kabel…naja.
<b>Nennt doch mal drei Dinge die euch an Deutschland stören und welche die euch sehr Gefallen. Kann die Musikszene betreffen, muss aber nicht.</b>
uns stört…
1.Intoleranz in der Hardcoreszene(siehe Ruhrpott)
2.Stoiber(der Teufel)
3.Schubladendenkeny
gut an Deutschland ist…
1.der Osten, die Leute da sind einfach lustig
2.das wir die Möglichkeit haben hier Musik zu machen(wir könnten die
auch irgendwo anders machen, aber wir wohnen halt hier…)
<b>Stört es euch eigentlich, wenn man euch ständig mit Bandgrößen, wie Boy Sets Fire vergleicht oder puscht das eher noch?</b>
Wieso? Boy Sets Fire ist eine gute Band. Solange niemand behauptet, dass wir irgendeine Band kopieren ist das OK!
<b>Wie sehen eure Zukunftsplanungen aus?</b>
Wir wollen spielen…überall…auch eine Tour ist in Planung…voraussichtlich so im Frühjahr. Außerdem wollen wir viel neues Material produzieren um wieder aufnehmen zu können. Und wir wollen glücklich sein und frohlocken… haha
Danke für das Interesse an unser Band und für das Interview.
Take Care
DAYLIGHT
Aqualung - s/t
26. Jan 2003 | von EmrahSchiebedach auf, Fenster runter und schön Gas geben zu dieser Musik. Denn schließlich ist die Single ?Strange & Beautiful? ja der Soundtrack zur VW Beetle - Fernsehwerbung. ?Nee, das ist ganz ruhige Musik? bekam ich dann zu hören und diese Warnung bestätigte sich dann auch ein paar Sekunden, nach dem die CD lief. Wenn eine Band wie Type O´Negative den Herbst vertont, dann ist das hier tiefster Winter. Wundert mich nur, dass die Lieder im Sommer aufgenommen wurden.
Sänger Matt Hales schrieb seinen ersten Song angeblich im zarten Alter von vier Jahren. Sagt man. Vielleicht ist die Musik deshalb so zart, denn was hier geboten wird ist langsam, traurig, melancholisch, wobei besonders die gefühlvolle Piano-Untermalung gefällt. Natürlich immer schön in Moll, damit ja nie Hoffnung aufkommt, es könnte mal was passieren. Man merkt: der Junge hat klassische Musik studiert und möchte mit schlichten Mitteln seine Gefühle vermitteln, was ihm auch gelingt. Im Vergleich dazu sind Coldplay und Radiohead Abgeh-Pop. Alle Tracks befinden sich auf dem selben Level, es gibt zu keinem Zeitpunkt einen Bruch. Percussions wurden nur spärlich eingesetzt, ab und an taucht im Hintergrund eine Akustik-Gitarre auf, die dann aber auch schnell wieder verschwindet, wenn sie dabei ist, sich zu etablieren. Einige Stellen beamen mich zurück in die Zeit, als ich Klavier-Unterricht hatte (?Just For A Moment?).
Und eins soll noch gesagt sein: Es gibt keine bessere CD zum Einschlafen. Das ist übrigens ein Kompliment, Matt!
Mal schauen, wie er sich auf der Bühne verkauft, wenn er im März mit David Gray auf Deutschland-Tour geht.
Nekromantix in Hannover/ Chez Heinz
23. Jan 2003 | von RobertNachdem in diesem neuen Jahr bislang die Konzerte eher rar gesäht waren, kamen am Montag den 20.1.03 mit Nekromantix aus Dänemark, mal wieder eine Kracherband in unmittelbare Reichweite. Also ab in den Zug nach Hannover, Freudin eingepackt und ins Chez Heinz gejettet.
Veranstaltet vom Rocky Beach Club gab es zwar diesmal nur eine Band zu sehen, aber vor und nach dem Konzert von Nekromantix heizte DJ Stoffel ein und das nichtmal übel. Die dänischen Psychobillystrategen, die als eine der besten Bands dieses Genres gelten, begannen dann gegen 22.20 Uhr mit ihrem Gig.
Und sie boten eine tolle Show. Die gut 250 Besucher, für einen Montagabend eine stolze Zahl, waren hellauf begeistert. Stilecht durfte bei den drei Musikern die Haartolle nicht fehlen. Zusätzlich war der Kontrabass in Sargform geschnitz und die Schnecke durch ein schwarzes Kreuz ersetzt worden.
Ähnlich wie die Aufmachung war auch die musikalische Darbietung Spitze. Mit insgesamt fünf Zugaben spielten die Dänen knapp 80 Minuten und überzeugten mich. Auch der Spassfaktor kam bei ihrer Musik nicht zu kurz. Neben den nicht ganz ernst gemeinten Schmankerln mit dem Kontrabass, handeln die Texte von toten Cheerleadern, Gruftipartys auf dem Campus und vielem mehr. Nicht nur ein Teenage Horrorfilm galt hier als Vorlage.
Der Abend war auf jeden Fall gelungen, die spontan Reise nach Hannover hatte sich gelohnt, zufrieden zogen wir von dannen. Ich freu mich schon aufs nächste Konzert vom Rocky Beach Club und im Chez Heinz.
Slipknot - Disasterpieces (DVD)
21. Jan 2003 | von Deniz?If you?re 555, than I?m 666? ? Auf Teufel komm raus haben Slipknot es geschafft mit nur 2 Alben zur bösesten und psychopatischsten Band auf Erden gehypt zu werden. Dass die neun maskierten Chaoten ihrem Image auch Taten folgen lassen, beweisen sie hier mehr als eindrucksvoll mit dieser Doppel-DVD, betitelt nach einem ihrer Songs vom neuen Album (?Disasterpieces?) und aufgenommen in der rappelvollen London Arena. Hier durften sich mehrere Tausend fanatische Fans davon überzeugen, dass Slipknot live wahrhaftig ein Inferno sind?
Doch fangen wir erstmal langsam an?
Bevor das Konzert überhaupt losgeht wird in rund fünf Minuten alles gezeigt, was so vor einem Slipknot Konzert passiert: Bühnenaufbauten, der Einlass der Fans und die Band selbst, wie sie sich auf die große Show vorbereiten. Dank der Musik im Hintergrund und der visuellen Effekte wird höllisch Spannung aufgebaut.
Dann darf es endlich losgehen. Die Band betritt die Bühne der Vorhang fällt und die Hölle bricht in Form des Openers ?People = Shit? los. Von da an gibt?s kein Halten mehr. Die Band kloppt mit ihren 14 Nu-Death-Metal Granaten alles in Grund und Boden. Was auf CD schon extrem Brutal wirkt, bekommt live eine ganz neue Dimension an Intensität und Wahnsinn. Wie ein paar Psychopaten, die gerade aus der Klapse entlassen worden sind, toben die Jungs über die Bühne, bangen bis der Arzt kommt (und sie wieder abholt ;-) ballern mit ihren Instrumenten wie wild um sich. Der Saal scheint überzukochen. Eine extrem große Bühne, eine wahnwitzige Lichtshow und ein Sound, der keine Wünsche offen lässt (Stereo Dolby-Digital 5.1) ermöglichen eine perfekt inszenierte Show, wie sie so leicht niemand überbieten kann.
Über 30 Kameras (teilweise auf den Instrumenten und Masken befestigt) dokumentieren mit schnellen aber nie zu hektisch wirkenden Schnitten dieses einmalige Spektakel. Selbst die kurzen Zwischenpassagen, in denen Bühnenaufbau, Soundcheck, Maskenanprobe und haufenweise durchgeknallte Konzertgänger gezeigt werden, tun dem Genuss keinen Abbruch.
Ach ja, als Highlight dürfte das Drum-Solo von Joey Jordison gewertet werden. Beim bloßen Zugucken wird einem schon schwindelig. Ihr werdet schon sehen, was ich meine. Eine Hammershow!
Als zusätzliches Feature gibt es noch alle bisherigen Videos der Band, sowie eine umfangreiche Foto-Galerie. Für Slipknot-Fans ist diese DVD ein Pflichtkauf, für Slipknot-Skeptiker eine Gelegenheit die letzten Zweifel an dieser Ausnahmeband abzulegen.
Nickelback - Live At Home (DVD)
21. Jan 2003 | von OliverNatürlich kann man darüber streiten, wenn eine Band nach drei Studio-Alben bereits mit einer Live-Scheibe aufkreuzt. Das Stichwort “Kommerz“ macht ja immer schnell die Runde. Im Falle von Nickelback muss ich jedoch sagen: geht absolut in Ordnung.
Wer sich in so kurzer Zeit weltweit einen solchen Namen macht wie es die Kanadier getan haben und wer innerhalb so kurzer Zeit solche Hammeralben an den Start bringt, der darf sich auch ruhig mal etwas gönnen. Nickelback haben das mit dieser DVD getan und beweisen, über welche Power sie live verfügen. Die ohnehin schon sehr guten Songs kommen live mindestens noch mal so gut!
Die DVD besticht auf der ganzen Linie und lässt eigentlich keine Wünsche offen: gute Songauswahl, phantastische Stimmung, nette Lightshow, ein paar Pyros, Akustik-Jams, dazu noch ein paar Videos, Backstage-Berichte, Interviews und einblendbare Songtexte (!) zum Mitsingen – was will man von einer Musik-DVD mehr erwarten?
Besonders hervorzuheben und absoluter Kaufgrund für diese DVD ist aber der unglaublich brillante Sound. So und nicht anders muss ein Konzert auf DVD klingen. Diese ganzen Konzert-DVD’s, auf denen dann der Sound nach nix klingt – alles Käse. Nickelback zeigen, wie’s gemacht wird. “Live at home“ – der Titel ist Programm. Doch nicht nur zu Hause, auch in der Halle ist frenetische Stimmung angesagt. Selten habe ich so glückliche Gesichter bei einem Konzert gesehen. Wer sich “Too bad“ ansieht wird mir beipflichten.
Als besonderes Vorkommnis wäre noch der Auftritt von Alice In Chains Gitarrist Jerry Cantrell mit “It ain’t like that“ vom Album “Facelift“ zu vermelden. Nickelback plays Alice In Chains – gar nicht mal schlecht.
Insgesamt sehr zu empfehlen. Einziger Kritikpunkt: 14 Songs sind ein bisschen wenig und vom 1996er Album “Curb“ ist kein Song vertreten (aber mal ehrlich – wer kennt das Album überhaupt?). Allen Fans sei diese DVD ans Herz gelegt. Allen Noch-nicht-Fans sei gesagt: Bevor ihr euch eine CD der Kanadier holt, kauft diese DVD. Live sind die Burschen eine Macht!
Avail - Front Porch Stories
15. Jan 2003 | von RobertAls vor zwei Jahren "One Wrench" erschien, dass letzte Studioalbum von Avail, war ich doch sehr enttäuscht. Daher stand ich dem neuerlichen Release eines Avail Albums doch etwas skeptisch gegenüber. "Front Porch Stories" heißt das mittlerweile sechste Album der Punkrocker. Und enttäuschen tut es nicht. Die Jungs aus Virginia haben die Kurve wieder bekommen und man könnte meinen, dass "Front Porch Stories" direkt am göttlichen "Over the James" Album von 1998 anknüpft.
Das neue Album hat wirklich Drive und schöne Melodien. Klar, "Over the James" kann einfach nicht mehr übertroffen werden. Und doch entfalten die zwölf Songs eigene Dynamik, die überzeugt. Fat Wreck hat da ein gutes Pferd im Stall, welches perfekt melodischen Hardcore mit einer gesunden Prise Punkrock zu vermischen vermag und auch die Melodien nicht vernachlässigt. Im Besonderen der Titeltrack weiß da als Beispiel herzuhalten. Jetzt fehlt nur noch die Tour durch Europa passend zum Album und ich bin wieder wunschlos glücklich. Denn Avail gehören, nicht zuletzt Dank ihres Cheerleaders Beau, zu einer der besten Livebands dieses Genres.
That Very Time I Saw - The Grand Theft
14. Jan 2003 | von EmrahSo langsam braucht man nicht mehr über den großen Teich schielen, um gute Bands aus dem Emocore-Lager ausfindig zu machen. Ich schalte jetzt mal nach Nordrhein-Westfalen, die Verbindung steht und ich empfange ein Signal von den Düsseldorfern That Very Time I Saw. Mal schauen, was sie zu sagen haben. Was ich zu Hören bekomme, ist das Debut-Album, das über Cargo Records erscheint. Okay, ich kann Euch hören!
Ein paar Tage später….
Jetzt wiederholt sich die Musik seit Tagen, denn die CD will meinen Player einfach nicht verlassen. Ist das schlimm? Nein, denn das, was da aus den Boxen tönt ist einfach gut gemacht, klingt frisch und braucht den Vergleich mit den amerikanischen Vorbildern nicht zu scheuen, auch wenn das Rad nicht neu erfunden wurde. Die 13 Tracks klingen wie aus einem Guss und auch der Sound lässt keine Wünsche offen. Mit den Songs ?Tables Turning? und ?Maybe We´ll Go To Rio? sind ihnen sogar kleine Hits gelungen. Besonders die melodische Gitarrenarbeit von Kai und Alex kann überzeugen und erinnert teilweise an die leider bereits aufgelösten Ambrose. Wenn man irgendetwas kritisieren kann an ?The Grand Theft?, dann ist es die mangelnde Abwechslung beim Songwriting, aber das hat mich bei Bad Religion eigentlich auch nie gestört.
Ich werde die Verbindung aufrechterhalten, gebe aber erst mal zurück in die Redaktion.
Such A Surge - Rotlicht
14. Jan 2003 | von ChrisSuch A Surge war noch nie eine Band, die sich musikalisch großartig wiederholt. Jedes Album der über zehnjährigen Bandgeschichte hat seinen eigenen Charakter und muss für sich erschlossen werden. Wobei das Hauptaugenmerk neben der Musik immer auch auf den Texten lag, die stets eine Aussage transportierten und den Fokus kritisch und distanziert auf Gesellschaft, inneren Kampf und den Umgang mit intensiven Gefühlen richtete. ?Rotlicht? (Sony) macht da keine Ausnahme, und um es gleich vorweg zu nehmen: Es ist das bisher vielleicht beste, weil straighteste Album der fünf Braunschweiger.
Gleich der Opener ?Sag jetzt nichts? zeigt auf, wo es langgeht: Flächige Gitarrensounds und verspielte Licks stehen weit mehr im Vordergrund als bisher. Die Musik orientiert sich weniger an Riffs als vielmehr an Tonfolgen, meist Dreiklängen, die eine intensive Spannung erzeugen, und die in ihrer reizvollen, effektiven Monotonie einen Gegensatz zum meist treibenden Schlagzeugrhythmus bilden. Das Album klingt insgesamt sehr mächtig und kraftvoll, auf unnötige Effekte wurde ganz verzichtet, und auch den durchweg deutschen Texten mangelt es nicht an Ausdrucksstärke. ? Persönlicher sind sie geworden, wirken verletzbarer und eindringlicher als bisher. Dieser Eindruck verstärkt sich durch die unterschiedlichen Gesangsmodulationen: Die Refrains werden oftmals geschrien, die Strophen gerappt, geflüstert oder auch gesungen.
Dabei gibt es keinen Bruch zwischen den einzelnen Songs, wie das auf den Vorgängeralben oftmals der Fall war. ?Rotlicht? vereint einen Stil, bleibt von Anfang bis Ende eindringlich und lebt von einer unglaublichen Dynamik. Auf Effekte wurde fast völlig verzichtet, wodurch die Songs zusätzlich an Intensität gewinnen. Die Stimmung ist melancholisch, denn Such A Surge haben auch dieser Tage keine Hallo-Lustig-Attitüde. Vielleicht kann man gerade deshalb eine mehr als gute Zeit mit diesem Album verbringen, denn es bietet Tiefe und somit die Möglichkeit einer intensiven Auseinandersetzung mit Musik und Texten.
Am 10. Februar stehe ich im Plattenladen. ? Wer dieses Album nicht auf CD besitzen möchte, dem ist kaum mehr zu helfen.
Das Feuer brennt weiterhin
14. Jan 2003 | von ChristianAm 10.02.2003 wird „Rotlicht“, das neue Album von Such A Surge, in den Plattenläden stehen. Wie klingen die „Surger“ nach zehn Jahren Bandgeschichte? Weht noch derselbe Wind? Und was hatte es nebenbei mit dem Best-Of-Album auf sich? - Ein lockeres Telefongespräch mit Sänger Olli brachte Licht ins Dunkle …
<b>Eure Platte zum 10jährigen Surge-Bestehen beschließt, wie auch auf Eurer Homepage zu lesen ist, das erste Kapitel der Band. Mit „Rotlicht“ beginnt Ihr das zweite … Was liegt Euch da besonders am Herzen? </b>
Nach zehn Jahren fragt man sich schon „Wie geht’s jetzt eigentlich weiter? Können wir das Vorgängeralbum noch toppen, und brennt überhaupt noch dieses Feuer in uns, was vielleicht vor sechs, sieben oder zehn Jahren gebrannt hat?“ - Wir haben das Songwriting schon anders gestaltet, als das zum Beispiel bei „Der Surge Effekt“ der Fall war. Die Songs haben wir nicht im Übungsraum geschrieben sondern in mehreren Sessions im Studio. Wir haben also Skizzen aufgenommen, diese fokussiert und daraus Songs gemacht. Dabei wurde uns ziemlich schnell klar, dass es noch Spaß macht und dass das sehr geil wird. Die Erwartung für das „zweite Kapitel“ wurde dann bestätigt: nämlich einfach zu sehen, ob wir noch gute Sachen machen, auf die wir dann hinterher stolz sein werden, wenn die Platte im Laden steht. Das ist bei „Rotlicht“ der Fall, wir sind alle sehr begeistert von der Platte.<b>
Eure Texte hatten bisher immer eine bestimmte Message oder einen Appell. War das bei „Rotlicht“ genauso wichtig, oder stand da mehr die Musik im Vordergrund? </b>
Bei „Rotlicht“ hat die Musik eigentlich noch extremer als bisher die Texte „mitgeschrieben“. Es war alles sehr frisch gerade dadurch, dass wir nicht monatelang im Übungsraum waren und ewig lange über Songs diskutiert oder sie totgespielt haben, bevor sie aufgenommen wurden. Schon alleine durch die Musik hatte ich ziemlich schnell eine Idee zu den Aufnahmen, deswegen steht die Musik genauso im Vordergrund wie die Texte. Das Album ist von den Texten an sich persönlicher, auch wenn das so ´ne Standardfloskel ist, die jede Band bringt. Ich spreche auf der Platte mehr über die Sachen, die in mir passieren, als über die Dinge, die um mich herum passieren. <b>
Bist Du dann hauptverantwortlich für die Texte, oder hatte Michel da auch ein Wort mitzureden? </b>
Der hatte da auf alle Fälle auch ein Wort mitzureden. Bei der Platte war’s halt so, dass er einfach nicht so viel gemacht hat, aus welchen Gründen auch immer. – Was nicht heißen soll, dass er da irgendwie in den Hintergrund rückt. Er ist halt leider auf der Platte ein bisschen seltener zu hören. Es ist natürlich so, dass wir uns da gegenseitig ergänzen - und leider zu wenig Sachen zusammen machen, wie ich finde. Da gibt es aber keine Diskrepanzen, dass der eine den anderen irgendwie abdrängt. Michel hat da genauso viel zu sagen wie ich auch, wenn er’s denn sagen will. <b>
Seht Ihr es als Eure Aufgabe, die Leute zum Nachdenken zu bewegen? Spaßmusik habt Ihr in diesem Sinne ja eigentlich noch nie gemacht … </b>
Es ist halt die Frage, ob sich das im Weg steht. Also ob Songs keinen Spaß machen dürfen, die zumindest für mich eine Aussage haben; die nicht so oberflächlich schön sind, dass sie „runtergehen wie Öl“. Wenn ich z.B. eine Band wie Portishead höre und Besuch habe, gibt es ganz unterschiedliche Reaktionen. Die einen sagen „Mach das aus, das zieht uns runter!“, und andere sagen „Geil, lass uns ´ne Flasche Rotwein aufmachen!“ und man driftet halt völlig ab, ist aber eigentlich sehr gut dabei drauf. Es fällt mir einfach schwer, über total schöne Sachen zu singen, das hat für mich einfach weniger Substanz. Und deshalb ist die Musik, die wir mit Such A Surge machen, eher zum Kanal geworden für andere Sachen. Ich sag jetzt auch bewusst nicht „depressive“ oder „wütende Sachen“, denn so sehe ich es einfach nicht. Für mich sind das einfach Emotionen, über die ich da spreche. Die Riffs, die unser Gitarrist Dennis schreibt, die sind einfach nicht „happy-joy-joy-mäßig“. Die klingen meistens schon so, dass ich dann beim Schreiben nie auf den Gedanken kommen würde, darüber zu singen, dass ich gerne Tretboot auf’m Ententeich fahre … <b>
Was bedeutet der Titel „Rotlicht“ ? </b>
Das verrate ich nicht. <b>
Hat das irgendetwas mit dem Kiez zu tun? </b>
Dieser Name lässt so viele Interpretationsmöglichkeiten zu, dass ich das gar nicht auf den Punkt bringen kann. Innerhalb der Band heißt es auch für jeden etwas anderes. Genau deswegen haben wir den Namen auch genommen, weil er für so Vieles stehen kann. Die einen denken an ´nen Rotlichtbezirk und Prostitution und bringen das in Zusammenhang mit dem Musikbusiness, die anderen denken an eine guttuende Wärmelampe. Dann gibt’s Leute, die denken bei Rotlicht an „Halt, Stopp, nicht weitergehen!“ - es gibt die verschiedensten Sachen … <b>
Ihr wart für die Produktion eigenverantwortlich. Was wolltet Ihr im Vergleich zu den letzten Scheiben anders machen? </b>
Wir haben eigentlich nichts anders gemacht als bisher. Wir haben zwei Stücke noch mit Wolfgang Stach gemacht, der auch die letzte Platte produziert hat, also als Produzent richtig dabei war. Aber auch da war es schon so, dass dieses „Produzentenbild“, was man als Hörer vielleicht hat, nicht so richtig bei uns gegriffen hat. Wir sind einfach eine Band, die im Studio ziemlich genau weiß, wie das klingen soll. Ich halte es für wichtig, dass man als Band noch andere „Ohren“ dabei hat, die einem einfach mal die Meinung sagen. Auch allein schon wegen der ganzen Studiotechnik, weil wir da auch gar nicht so mit umgehen können, dass wir da das letzte rausholen. Bei „Rotlicht“ hatten wir Jem aus Köln, der auch schon mit Miles und Surrogat und vielen weiteren deutschen Bands was gemacht hat. Der hat als Engineer, als der Mann, der an der Reglern zu drehen hat, an der Platte mitgearbeitet, war aber – wenn Du so willst – auch „Produzent“. Am Ende des Tages sind das dann halt nur „Stempel“, die vergeben werden. Bei einigen Songs hat er auch seinen Einfluss mit eingebracht, was wir sehr interessant fanden. Wir hielten es aber einfach für unnötig, zu sagen “Wir brauchen den oder den Produzenten, und der soll auch als solches arbeiten“. Wie gesagt, meistens sind die bei uns unterfordert, weil wir eh sagen „Nene, lass mal, das ist schon gut so, wie es ist“. <b>
Habt Ihr absichtlich mit der Tradition gebrochen, einen auf Englisch bzw. Französisch gesungenen Song mit draufzupacken? </b>
Nein, das ist einfach so entstanden. Die Musik war da, ich saß vor meinem Laptop und die Texte sind halt rausgeflossen. - Auf Deutsch kann ich mich einfach am besten ausdrücken. Englische Sachen machen auch Spaß, und wir werden so was bestimmt wieder machen, aber bei der Platte ist es einfach nicht dazu gekommen. <b>
Haben Euch beim Songwriting für „Rotlicht“ momentan angesagte Strömungen wie Emo, Nu Metal, etc. beeinflusst? Die Gitarre ist wieder stärker präsent … </b>
Schwer zu sagen. Ich bin da auch gar nicht so auf dem Laufenden. Es stimmt, die Gitarrenarbeit ist bei dem Album mehr in den Vordergrund gerückt. Es sind nicht mehr so percussive, groovige Songs, sondern mehr sphärische, noisige Flächen. Auf der Platte ist ja wirklich kaum ein groovendes, älteres Riff, wie man sie auch bei neuen Bands zuhauf hört. Dennis greift sehr schräg auf der Gitarre und verstimmt die bis zum Gehtnichtmehr. Er hat mit seiner Gitarrenarbeit das Album und eben auch die Texte dadurch sehr stark mitbeeinflusst. <b>
Es wird eine limitierte Auflage mit DVD von „Rotlicht“ geben. Was ist da drauf? </b>
Fast alle Videos, die wir gedreht haben. Wir haben die allerschlechtesten weggelassen, aber es sind wirklich superviele Videos von Such A Surge drauf. Die Nebenprojekte sind auch mit Videos vertreten, also von Originalton sind zwei Videos mit drauf, Dennis hat noch zwei Videos gedreht mit seinen „Jazzkünstlern“ aus Braunschweig, mit denen er ´ne Platte gemacht hat. Von Revolver, der „Geschichte“ von Antek, ist ein Video mit dabei … Ich hab’ mir den Dummy letztens angeguckt, das ist schon sehr fett, was da generell so drauf ist. Ich denke, für wirkliche Such-A-Surge-Fans ist das ein Muss. – Ich würde mir die selbst auch kaufen, wenn es das geben würde von Radiohead oder weiß der Geier … <b>
Apropos „Fankäufe“, das ist ein gutes Stichwort: Eure Best-Of-Platte „10 Jahre“ hab ich mir als Besitzer aller Surge-Platten nicht gekauft. War die eher für Leute gedacht, die Euch noch nicht so gut kennen? </b>
Ich bin einfach ehrlich: Laut Vertrag mit der Plattenfirma hätten wir zu dem Zeitpunkt ein neues Album abliefern sollen. Wir waren aber einfach noch nicht so weit und hatten vielleicht auch zu dem Zeitpunkt keinen Input bzw. Output. Dann haben die uns den Vorschlag mit der Best-Of gemacht. Zuerst haben wir gesagt „Das wollen wir nicht, wir sind nicht Die Toten Hosen oder Die Ärzte“. Dann haben die gesagt „Dann müsst ihr aber ein neues Album machen“, und wir dann „Ok, dann machen wir halt eure Scheiss-Best-Of, aber lasst uns das selbst machen, damit es wenigstens so qualitativ wertvoll wie möglich wird“. Wir haben uns dann schon Mühe gegeben, dass es wenigstens ein bisschen interessant ist - halt das Artwork mit Digipack und noch ein paar Bonustracks … Als es dann soweit war, dachten wir, es ist ja eigentlich nicht schlecht, denn es gibt bestimmt sehr viele Leute, die mal einen Song cool und mal einen scheiße fanden. Und die sich dieses Album mit fast allen Singles doch mal holen wollen. - Für diese Leute ist eigentlich die Platte gedacht. <b>
Wird es auch von Eurer Single „Fremdkörper“ ein Video für z.B. Viva oder MTV geben? </b>
Das ist mittlerweile ja so schwierig für Bands wie wir es sind … Wir haben ein Video gemacht zu „Fremdkörper“. Das ist allerdings zusammengeschnitten aus Aufnahmen, die wir letzten Sommer geschossen haben. Das ist dennoch sehr, sehr geil geworden, wie ich finde. Aber es ist für eine Band mit deutschen Texten und der Musik, wie wir sie machen, nicht so einfach, bei Viva und MTV überhaupt zu laufen. Mittlerweile überlegen wir uns, ob wir überhaupt noch Videos drehen, weil nur noch die total erfolgreichen Sachen laufen. Das Video ist aber auf der DVD mit drauf und wird auch irgendwann auf der Homepage stehen. Völlig umsonst war’s dann schon mal nicht … <b>
Ihr habt stets Euer eigenes „Ding“ gehabt, wart nie ganz Metal, nie ganz Hip-Hop. Früher nannte man das Crossover. Wie würdest Du heute Euren Stil beschreiben? </b>
Booaaah, ich hab keine Ahnung. Ich hab’ kein Problem mit „Crossover“, das soll jeder nennen, wie er will. Independent vielleicht? Ich hab keine Ahnung …Wir zählen uns zu keiner Szene und würden nie behaupten, dass wir der Kern von etwas sind. Wir drücken uns da keinen Stempel auf, das ist auch gar nicht wichtig. Das sollt Ihr machen, die Presse … <b>
Noch kurz zu Eurem Hardcore-Projekt „Pain In The Ass“. Wird es da in absehbarer Zeit auch was Neues geben? </b>
In absehbarer Zeit nicht. PITA haben wir gemacht, weil wir zu dem Zeitpunkt relativ arbeitslos waren, aber trotzdem Lust hatten, Musik zu machen. Wir werden dieses Jahr auch kaum Zeit haben, etwas aufzunehmen. - Wir spielen ja live immer ein paar PITA-Songs … mal gucken, was 2004 passiert. <b>
Gibt es abschließend vielleicht eine lustige Begebenheit aus dem Entstehungsprozess des neuen Albums, die Du uns mitteilen willst? </b>
Es gab sehr viele lustige Sachen, daher fällt es mir schwer, jetzt die lustigste herauszusuchen… Im Sommer haben wir ja die zwei Sessions gemacht und jeweils drei Wochen die Songs im Studio geschrieben. Es gab zwischendurch auch Tage, an denen uns absolut gar nichts eingefallen ist, und auch manchmal mehrere Tage hintereinander. Dieses Studio in Köln war einfach sehr gemütlich, ein ganz normales Familienhaus in einer eher konservativeren Gegend, und wir haben dann eben abends draußen im Garten gesessen, gegrillt und Tischtennis gespielt… Das war halt alles mehr wie ein Urlaub, und da fragt man sich dann natürlich auch zwischendurch „Mann, was kostet der Studiotag heute? – Na ja egal, leg noch ´n paar Würstchen auf.“ Das war alles sehr entspannend … <b>
Vielen Dank für das Interview!</b>
Schwarz auf Weiß - Jugendstil
13. Jan 2003 | von RobertIst deutscher Ska Rock tot? Nein, obwohl sich Schwarz auf Weiss mit ihrem letzten Album "Jugendstil", erschienen auf dem Weserlabel, vom Ska durchaus im Vergleich zum Vorgänger "Supersprint" ein wenig lösen. Dennoch zeigen die Bremer, was deutsche Ska angehauchte Musik ausmacht. Anspruchsvolle Texte und immer eine Möglichkeit das Tanzbein zu schwingen, das findet man bei Schwarz auf Weiss. Obwohl man unbedingt zu diesem Vergnügen die Bremer mal live gesehen haben sollte, denn die Jungs rocken ungemein.
Musikalisch fehlt der Bläsersatz zwar bei keinem Lied, aber Schwarz auf Weiss haben häufiger den Turbo, im Vergleich zum Vorgänger, rausgenommen. Dennoch ist "Jugendstil" ein Klassealbum. Normalerweise hab ich so meine liebe Not mit deutschsprachigen Bands, doch die anspruchsvollen Texte, die auch klar gegen rechts Stellung beziehen, wie bei "Geschlechterkampf", wo SaW durch einen Schülerchor unterstützt werden, liegen ziemlich auf meiner Wellenlänge. Anspieltipps auf einer großartigen Scheibe sind, "zu lange her", "fortschritt" und "ich weiß nicht was ich will". Lediglich der Titelsong "Jugendstil" fällt durch leichten Hip Hop Einschlag aus dem Ruder und will nicht so wirklich ins Ohr gehen, geschweige denn auf diese Platte passen. Jedoch ist Jugendstil nichts desto trotz ein richtig gut gelungenes Album, was Lust auf mehr Liveauftritte und weitere Alben der Bremer macht.





