Exploited in Kassel/ Spot
30. Apr 2003 | von RobertEs gibt’s Bands, da muss man einfach hin! Dieses trifft besonders bei alten Punkbands zu. Wenn dann noch The Exploited in der Nähe spielen, heißt das zusätzlich, die alte Punkkutte anziehen, Aufnäher draufgebügelt, Nietengürtel umgehängt, Irohaarschnitt gemacht und am besten noch rot gefärbt. Dann ins nächste Auto gesprungen und ab nach Kassel gefahren, denn dort fand das Konzert am 9.4.03 ja im Spot statt.
Bei 13 Euro Eintritt wird sich der eine oder andere Vertreter der Punkzunft schon übel geärgert haben, einige sollen des wegen gar ihre Nietengürtel vor der Halle teuer verkauft haben, hab ich so gehört. Aber erst mal im Spot drin, wollte man eigentlich gleich schon wieder fluchtartig raus. Den gut 300 Leuten, die dann doch die 13 Euro berappt haben, ging es wohl ganz ähnlich. Grund war die erste von zwei Vorbands, Backslide. Denn die Band aus Deutschland war mit ihrer Mischung aus altem Punk und Street Punk eine absolute Zumutung und lockte niemandem hinter dem Ofen hervor. Besonders der erbärmliche Auftritt auf der Bühne nervte tierisch, von der langweiligen Musik mal abgesehen, denn irgendwie fehlte die Innovation und die Abwechslung. Die Band bewegte sich immer gleich und Gesang und Musik waren einfach überhaupt nicht gut. Gott sei Dank spielen Vorbands immer nur recht kurz. Des wegen war das Konzert recht schnell vorbei. Man sah anschließend nur glückliche Gesichter.
Doch kaum war die erste Peinlichkeit vorbei, folgte schon die nächste. Dritte Wahl überzeugten auch nicht und nervten von der ersten Minute an ähnlich wie Backslide. Deutschsprachiger Anarcho- und Polit-Punk schallte von der Bühne, begeisterte zwar die Kutten-, Nieten- und Irohaarschnittträger, aber sonst niemanden. Ne, auch die zweite Vorband, zwar schon besser als die Erste, war nicht das Wahre. Doch dem Himmel sei Dank, gibt es ja eine Hauptband. Und das war ja die mit The Exploited auch der eigentlich Grund warum man am 9.4. nach Kassel gekommen war.
Gegen 23.30 Uhr begann das gut 70 minütige Konzert der Punkheroen. Das Motto lautete „Fuck the System“, genau wie das gleichnamige letzte Album, der alten Punklegende. Zwar sind außer dem Sänger und dem Schlagzeuger niemand mehr von der Stammbesetzung übrig, und der Gitarist könnte auch glatt der Bruder des Frontmannes von P.O.D gewesen sein, dennoch war es ein Blick zurück in die Vergangenheit. Von der neuen Platte wurden zwar auch ein paar Songs gespielt, aber hauptsächlich folgte ein Klassiker auf den nächsten, wie z.B. „Beat the bastards“ u.a.! Allerdings fehlte bei The Exploited irgendetwas. Das Konzert wirkte recht langgezogen, Ansagen gab es nicht und Bewegung auf der Bühne wurde nicht unbedingt großgeschrieben. Das gesamte Auftreten war einfach schon ein bisschen zu routiniert, zu sehr eingespielt. Vielleicht haben die alten Recken ja auch langsam keine Lust mehr, nach 27 Jahren Punkrock vielleicht auch kein Wunder.
Das Konzert war, um ein Fazit zu ziehen, auf keinen Fall schlecht, doch irgendwie richtig vom Hocker gehauen, hat es mich nicht, von den Vorbands gar nicht zu sprechen. Ich denke, dass die Briten vielleicht ihren Zenit schon überschritten haben und langsam aber sicher von der Bühne des Punks abtreten sollten.
CRADLE OF FILTH + SEPULTURA
29. Apr 2003 | von EmrahSepultura mit Cradle of Filth auf gemeinsamer Tour? Passt doch nicht! Das war auch mein erster Gedanke, als ich von diesem unbestreitbar geilem Package hörte. War es für Cradle Of Filth die große Tour zum neuen Album ?Damnation and a Day? und gleichzeitig der ersten Major-Veröffentlichung (Sony), so war es für Sepultura nur eine kleine Gelegenheit im Vorprogramm der Black Metaller dem europäischen Publikum zu zeigen ?Wir sind noch da!?, zumal Ende Mai das neue Album ?Roorback? der Brasilianer erscheint, also reine Warm-Up Gigs. Die Band stand noch nicht mal auf den Tourplakaten.
Und eigentlich freute ich mich auch mehr auf meine alten Helden Sepultura, war aber im Vorfeld schon etwas skeptisch, wie sehr ein Auftritt im Vorprogramm von Cradle Of Filth die wahre Livepower von Sepultura repräsentieren kann. Die Skepsis wurde noch dadurch gestärkt, dass wirklich 90 Prozent der Anwesenden im mit schätzungsweise 2500 Nasen ausverkauftem E-Werk wegen dem Headliner da waren. Einige der wenigen Sepultura Die-Hard Fans sind sogar nach dem Auftritt! Für mich etwas unverständlich, dafür 22 Euro zu bezahlen.
Die Frage, wie oder ob überhaupt Sepultura von der Meute (vielleicht etwas intoleranter?) Schwarzkuttenträger akzeptiert werden würde, wurde gleich nach dem heftigem Old-School Opener ?Troops Of Doom? geklärt. Die Exoten-Thrasher kamen gut an, bekamen zwar kein euphorisches, aber doch recht positives Feedback. Die Band präsentierte sich in guter Spiellaune, haute einen Hit nach dem anderen tight und brutal runter, ganz so wie ich es erwatet hatte. Klassiker wie ?Chaos A.D.?, ?Arise? oder das von allen ungeduldig geforderte ?Roots Bloody Roots? waren natürlich die Sahnestücke einer durchweg guten Show. Aber auch unbekanntere Titel, wie die zwei Tracks von den letzten beiden leider kommerziell etwas erfolglosen Alben ?Nation? und ?Against? oder das U2 Cover ?Bullet The Blue Sky? von der kürzlich erschienen Cover-EP ?Revolusongs? führten zu keinem Qualitätsabfall. Sepultura sind einfach eine Bank, und das schon seit 1985. Egal ob mit oder ohne Max Cavalera. Gerade zum neuen Sänger hörte ich häufig viel Rumgenörgel. Klar, der Spirit ist verloren gegangen und mir wäre Sepultura auch mit Max lieber (dafür haben wir jetzt zwei geile Bands, siehe Soulfly!), aber auch der nicht mehr ganz so neue am Mikro Derrick Green konnte ohne Frage überzeugen. Nicht nur stimmgewaltig, sondern auch gewaltig in seiner Präsenz: mindestens zwei Meter groß, Arme so dick wie Conan, der Barbar und dazu der grimmige Blick. Furchteinflößender als jeder einzelne Black Metal Clown in der Konzerthalle. Für mich war die Show von Sepultura nach einer Stunde natürlich viel zu schnell zu Ende, für andere war der Auftritt wahrscheinlich überraschend lang. Ich muss die Jungs auf jeden Fall noch mal auf einer Headliner-Tour sehen, dass steht für mich fest, denn in diesem Rahmen war es schon ein wenig merkwürdig.
Das eigentliche Spektakel sollte ja noch kommen. Es war Zeit (obwohl halb zehn ist noch etwas früh für Black Metal, oder?) Cradle Of Filth. Ich war sehr gespannt, war es doch für mich mein erstes Konzert einer so extremen Metalband, außerdem sind die Engländer die wohl angesagtesten Blutwurstmucker der Düsterszene.
Cradle Of Filth dürften wohl niemanden enttäuscht haben. Theatralisch, bombastisch und super heavy hauten die Mannen um Dani Filth einen Black-Metalkracher nach dem anderen runter. Was besonders auf den neueren Platten trotz aller Heaviness und Bombast noch sehr differenziert klingt, war live ein ultrabrutales Soundinferno der Sonderklasse (im positiven Sinne natürlich), was das Material noch um einiges heftiger rüberkommen ließ. Zu bemängeln war nur der Schlagzeugsound der während der ersten Hälfte des Sets etwas unterzugehen schien und die Snare nur bei den langsamen Parts zu hören war, was natürlich an der Anschlagtechnik liegt. Bisher hatte ich nie Bock mir diese blöden Ohrstöpsel reinzustecken, doch diesmal war mir, als würde der Deibel persönlich in meine Ohren schreien. Apropos Schreien, was ich nicht für möglich gehalten hätte, wurde mir das Gegenteil bewiesen. Nämlich, dass Sänger Dani live alle Schrei-, Keif- und Brüllfacetten ohne Aussetzer oder Schwächen rüberbringen könne. Nicht schlecht, was Herr Filth für extreme Laute aus seiner Lunge heraus zaubern kann. Das Auftreten der Band insgesamt war auch überzeugend. Unterstützt durch eine Sängerin wurde nicht nur der musikalische, sondern auch der atmosphärische Ton der Erfolgsalben wiedergegeben. Nur ein wenig mehr Intros, wie es auf den Studioalben der Mucker Gang und Gäbe ist, hätte ich schon erwartet. Einzig und allein das Intro vor der Show und das geilgemachte Star Wars Thema vor dem letzten Drittel des Sets konnten für ordentlich Spannung sorgen. Na ja, man war nicht des Gruselns wegen da, sondern wegen der Musik. Und hier ließen die sieben Hexer keinen Wunsch offen. Kein Album und kein Hit wurde ausgelassen. Songs wie ?From The Cradle To Enslave?, ?Dust And Her Embrace?, ?Her Ghost In The Fog? und ?Ebony Dressed For Sunset? trugen zu einer Art Best Of Programm bei.
Den Fans sollte es recht sein. Aber gerade in den Fans sah ich die wohl einzige wirkliche Enttäuschung bei diesem Black Metal Happening. Alle nur wegen ihrer Lieblingsband COF da, fast alle trugen ihre T-Shirts und ein nicht geringer Preis wurde für dieses Konzert ausgegeben. Ich hab erwartet, dass die Halle überkocht, im Kollektiv ein Massenheadbanging veranstaltet wird. Nichts davon war der Fall. Enthusiasmus kam immer erst dann auf, wenn es Dani Filth von seinen Jüngern mit einem ?C?mon? immer und immer wieder gefordert hatte. Sind wohl auch in der scheinbar so unkommerziellen Black Metal Szene viele Möchtegerns… Ist ja auch egal, mich persönlich hat die Show überzeugt und darauf kommt?s schließlich an. Kann mich jetzt gar nicht entscheiden, wen ich besser fand. Sepultura oder Cradle?
(Deniz Kilic)
Chung – The Demented Mentors of Spazzwave
25. Apr 2003 | von RobertNeulich sah ich die Band Chung im Chez Heinz in Hannover. Da sie mir doch sehr gut gefielen, besorgte ich mir danach die CD der Jungs aus Bremen. Und siehe da, auch die CD, besser gesagt auf der aktuellen Scheibe ?The demented mentors of spazzwave? können mich Chung noch mehr überzeugen. Das Teil rockt und kann insbesondere durch seine Vermischung mit einem Keyboard, sprich also Elektro Parts, positiv punkten.
Chung fallen durch ihre doch interessante Mischung von Noise und Rock´N Roll, sowie leichten Punkeinflüsse wirklich aus dem Rahmen. Irgendwie klingt das ganze wie ein Musikalisches Treffen zwischen The Hives, At the Drive In und Sonic Youth. Wie ihr seht eine wirklich interessante Mischung, die einfach wirklich gut fetzt und ins Ohr geht.
Einziges Manko, gerade durch die Noiseeinflüsse, ist die CD aber auch eine Scheibe, die man nicht immer hören kann, da sie nur für bestimmte Momente passt und sonst wohl nerven kann. Aber ansonsten ist den Bremern hier eine tolle Platte gelungen, die fetzt, rotzt und rockt, bis der Arsch auf Eimer fällt!
Turbo AC´s in Hannover/ Bei Chez Heinz
25. Apr 2003 | von RobertKarfreitag hat sich mittlerweile die Tradition guter, sogar herausragender Konzerte im Chez Heinz in Hannover eingeschlichen. Auch diesmal, Karfreitag, der 18. April, stieg ein Megakonzert im Laden meines Vertrauens. Waren es im letzten Jahr die Peepshows zusammen mit Peter Pan Speedrock gewesen, spielten diesmal, wie 2001, die Turbo Acs auf. Unterstützt wurden sie dabei von den Schweden Punkrockern Down and Away.
Als wir gegen 21.30 Uhr im Chez Heinz aufschlugen, war schon schnell klar, dass es sehr voll werden würde. Gegen 22.15 Uhr begannen Down and Away mit ihrem Set, der Laden nun schon brechend voll, sollte während des Gigs von Down and Away noch ausverkauft vermelden.
Die Band um Marky Madness, den ehemaligen Sänger von Voice of Generation, legte eine solide Punkshow hin. So ziemlich alle Songs von der letzten EP „Make it Matter“ und auch eine ganze Reihe Songs vom Debüt „Who´s got the delieverance“ wurden zum Besten gegeben. Allerdings wollte der Funke nicht überspringen, obwohl sich die Band alle Mühe gab. So spielte man eine ganze Reihe von Coverversionen, allerdings weiß ich im Detail nicht mehr so genau, welche das waren, und siehe da, wenigtens ein paar Leute begannen mitzugehen und das Tanzbein zu schwingen.
Der Bassist wirkte übrigens, aufgrund der Massen an Publikum, wie ich denke, total verunsichert und nervös, blinzelte verstört ins Publikum und wagte sich kaum zu bewegen. Ansonsten war das eine ordentliche Show, die mir gut gefiel. Nach 45 Minuten machten Down and Away dann aber die Bühne frei für die Band, die jeder der 450 Besucher unbedingt sehen wollte, die Turbo AC´s.
Und die drei Jungs legten los wie die Feuerwehr. Ihr Surfpunk brachte das Chez Heinz im Nu zum Kochen, man konnte sich kaum bewegen, schwitzte wie eine Sau, hatte kaum Luft zum Atmen, aber rockte wie Hulle. Das war einfach der schiere Wahnsinn, den die Turbo AC´s da boten. Einfach ein phantastisches Konzert, mit allem drum und dran auch gut 80 Minuten lang, war es mit das Beste was ich in diesem Jahr live gesehen hatte. Die drei Proll Rocker boten dabei ein wildes Potpourri aus ihren fünf Full Lenght Alben und stellten natürlich hauptsächlich ihre neue CD „Automatic“ vor. Aber es blieben auch die anderen Wünsche nicht unerfüllt, keine Scheibe kam zu kurz und jeder Hit der New Yorker kam zum Tragen. Eine famose Vorstellung, die einem da am Karfreitag geboten worden war und so ging ich glücklich heim.
Ein tolles Konzert, auf jeden Fall, allerdings wäre es vielleicht besser gewesen, eine halbe Stunde früher den Einlass zu schließen, denn es war so voll, dass man teilweise Beklemmungen und Angstgefühle bekam. Über die Luftzirkulation müssen wir daher auch gar nicht sprechen. Sachen, die den Gesamteindruck dieses Abends ein wenig schmälerten.
Auf dem Weg nach Europa
24. Apr 2003 | von RobertEntstanden aus den Überresten von Burried Alive und Carry On, ist Terror mittlerweile der Hardcore Gehimtipp aus den USA. Scott Vogel und Todd Jones gründeteten die Band vor gut einem Jahr und legten mit "The lowest of the low" ein wahnsinnig vielversprechendes Debüt vor, welches bislang eine der besten Hardcore Scheiben des Jahres ist. Nun steht die erste Europatour an, mit keinem geringerem als Caliban und Biohazard und da haben wir uns Scott Vogel vor das Aufnahmegerät geholt und ihn ein wenig mit Fragen belästigt, aber lest selbst.
<b>Meine Lieblings Anfangsfrage: Erzähl mir etwas über eure Band und eure Geschichte!</b>
Als Band kamen wir zusammen im März 2002 und spielten unsere erste Show im April. Am Anfang waren es hauptsächlich einige lokale Shows. Dann kam der Durchbruch mit dem Auftritt auf dem Hellfest in Syracuse NY. Von da an lief es, denn Death Threat nahmen uns mit auf ihre Tour im Juli. Seitdem sind wir fast ohne Unterbrechung am Touren. Es folgten die Aufnahmen zu unserer ersten EP im September, die nun auf Bridge 9 Records und in Europa auf Reflection Records herausgekommen ist.
<b>Kannst du den Style euerer Musik beschreiben?</b>
Schnell, hart, Hardcore. Mit einem Touch Metal.
<b>Was ist für euch wichtig wenn ihr Hardcore spielt?</b>
“Keeping it real! Keeping it from the heart! No Bullshit ! Straight Up!”
<b>Was erwartet ihr von der Europatour mit Biohazard und Caliban?</b>
-Es wird großartig! Ich kann es kaum erwarten. Es ist mein erstes Mal dort drüben in Europa und deshalb erwarte ich dass es aufregend wird. Wir sind sehr glücklich eine so gute Tour bei unserem ersten Mal in Europa bekommen zu haben. Ich habe auch schon einige gute Dinge über Caliban gehört; ich werde mir diese Typen noch mal genauer anschauen.
<b>Eure letzte CD "Lowest Of The Low" hat nur eine Spielzeit von 16min. Wieso sind die Songs so kurz?</b>
Sie sind kurz, aber ich denke sie halten die Energie der Platte weiter am Laufen. Kurz und simpel und genau auf den Punkt gebracht.
Wir planen als nächstes 15 Songs für unser Album zu schreiben. Das sollte die Spielzeit unserer nächsten Platte ein wenig erweitern.
<b>Erzähl mit etwas über die Produktion dieses großartigen Albums!</b>
Wir nahmen das Album in Cleveland/Ohio bei Mars Compound mit Bill Korecky auf, der schon durch seine Arbeit mit Integrity, One Life Crew und Ringworm bekannt ist. Allzu viel Zeit haben wir nicht investiert. Die Aufnahmen haben drei Tage gedauert und dann noch mal zwei für das Abmischen, fertig war das Teil. Wir sind mehr als zufrieden mit „Lowest of the low“!
<b>Erzähl mir etwas über die Bedeutung eures Bandnamens. Was wollt ihr mit "Terror" sagen?</b>
-Wir versuchen eigentlich nichts mit dem Namen zu sagen. Als wir ihn uns ausdachten, merkten wir, es passt gut zur Musik, that's it! Es steckt keine Bedeutung oder sonstiges dahinter.
<b>Was sind eure Pläne für die Zukunft?</b>
Wir werden diesen Sommer und Herbst viel touren. Die Aufnahmen zur LP sind für Oktober geplant. Wahrscheinlich werden wir uns den Winter über, wenn wir die Platte aufgenommen haben, etwas ausruhen und wenn dann im Frühling die Platte erscheint, wieder auf Tour gehen.
<b>Vielen Dank für das Interview!</b>
Übersetzt von Alex
Spass und Bier, dass gönn ich mir!
24. Apr 2003 | von RobertGuttermouth sind eine von den Bands, die gute Musik, mit viel Spaß verbinden. Kurz, sie machen Funpunk und man hat manchmal das Gefühl, sie seien noch nicht so ganz erwachsen geworden, schließlich übergegeben sie sich manchmal sogar auf der Bühne aus lauter Spaß. Dennoch, die Musik ist gut und so war es natürlich klar, dass wir uns mit Ihnen mal unterhalten würden. Gesagt getan, im Rahmen des 10 Jahre Terrorgruppen Geburtstages in Berlin, schnappten wir uns die verrückten Kalifornier und zwangen sie zu einem Gespräch im Umkleidetrakt.
<b>Mainstage: Erzählt doch mal etwas zu euerer Bandentstehung, euerer Bandgeschichte und eueren Platten!</b>
Guttermouth: Es war das Jahr 1989, die Stadt Le Havor in Kalifornien, äh nein, Entschuldigung, die Stadt war Huntington Beach Kalifornien, in Orange County, im Staate Kalifornien, wie ich ja schon erwähnte., in Amerika.
Wir kannten uns bereits alle von der Schule, genauer von der Highschol. Wir begannen als Skateboard fahrende Punks und spielten des wegen auch zuerst mal Skatepunk. Wir waren Freunde, machten viel zusammen und so war es leichter für uns auch neben dem Skateboard fahren mit Musik anzufangen und Punkrock zu spielen.
<b>Mainstage: Habt ihr denn bis heute das gleiche Line Up beibehalten?</b>
Guttermouth: Wir in all den ganzen Jahren, immerhin jetzt schon 14 Jahre, nur einen einzigen Wechsel im Line Up zu verzeichnen, ja in 14 Jahren, Wahnsinn oder? Vier Originalmitglieder sind noch übrig, unser Schlagzeuger wechselte zum Bass über und so brauchten wir dann nur noch einen neuen Schlagzeuger und den haben wir schließlich gefunden.
<b>Mainstage: Eure letzte CD hieß „Gusto“, erzählt doch mal ein wenig darüber!</b>
Guttermouth: Wir waren total besoffen, hatten zu viel Bier und Wein und andere alkoholischen Getränke zu uns genommen und beschlossen eine neue Platte aufzunehmen. In Amerika, können wir solche Fragen ausblenden lassen und sie nicht beantworten, besonders, wenn es um die Texte geht, haha.
Aber egal, es war eine ziemlich extreme Angelegenheit. Wir haben einen Kühlschrank gekauft und mit Bier gefüllt, haben harten Alkohol hingestellt und uns eingeschlossen und dann sind wir nur wieder herausgekommen, wenn der Kühlschrank leer war, oder die anderen Getränke zur Neige gingen. Die CD ist aber echt cool geworden, ist halt ziemlich verrückt. Wir haben jeden Tag getrunken und Songs geschrieben und waren total besoffen, jeden Tag, und so entstand dann „Gusto“.
<b>Mainstage: Warum habt ihr sie „Gusto“ genannt?</b>
Guttermouth: Oh, „Gusto“, ja gut, das Wort „Gusto“ in englisch heißt so viel wie: “gib so viel, wie du bekommen hast“, also leb am Limit und gib alles zurück. Aber im Grunde tun wir das gar nicht. Es ist eine Art leichtes „Gusto“ des „Gusto“, wenn ihr versteht was ich meine! (<b>nein, aber wir verstehen auch schon lange nicht mehr, warum wir hier sind, was wir hier machen und sowieso eigentlich nur Bahnhof ; Anm d. Red</b>). Aber nächstes Jahr, wenn wir die richtige „Gusto“ aufnehmen werden, dann wird alles gut. Nein, aber werden wir mal ein wenig ernster. (<b>Na ob das geht?; Anm. d. Red.</b>) „Gusto“ ist im Grunde ein Album, welches aus dem Kühlschrank entstanden ist, so kann man aussagen, glaube ich. Es ist also eine Bier- CD, aber im Grunde kann man sagen es ist eine Alkohol-CD, aufgenommen nur mit gutem Zeug!
<b>Mainstage: Wo glaubt ihr, liegt der Unterschied, zwischen „Gusto“ und euren älteren Alben?</b>
Guttermouth: Ich für meinen Teil, ich bin übrigens Mark, hatte Erwartungen, dass unser Label einige Veränderungen damit machen würde, und das Label tat es auch. Es wurde halt ein wenig besser produziert, als die früheren Sachen. Wir wollten einen ganz großes Album machen und unser Label auch, ganz groß, riesig groß sollte es werden. Man kann also sagen, hauptsächlich in der Produktion und in der Vermarktung hat sich etwas verändert, besonders in Amerika, aber ansonsten eher weniger, es ist halt Punk. Wir wollten damit neue Fans gewinnen und ich denke das haben wir geschafft. Es ist eine interessante Scheibe und wir sind doch sehr stolz darauf, dass wir eine solche Scheibe aufgenommen haben. Und nun können wir berühmt werden. Daher ist dieses Album verschieden von den anderen Alben dieser Band. Da liegt der Unterschied. Jeder in Amerika, besonders die Cowboys, wollte dieses Album schon haben, wieder ein Unterschied (<b>ne, ist klar; Anm d. Red.</b>).
<b>Mainstage: Heute in Berlin ist ja euere vorletzte Station euerer doch sehr langen Europa Tour. Wie war es bis jetzt, könnt ihr eine positives Resümee ziehen? War die Tour für euch ein Erfolg?</b>
Guttermouth: Ja, es war ein Erfolg, überall kamen wir gut an, bis auf Barcelona. „Barcelona sucked“. Niemand mochte uns dort, in dieser großen widerlichen Müllhalde. Wir denken, die waren alle zu Hause und haben Fernsehen geschaut und sich nicht um eine Punkband wie uns gekümmert. Wir werden so lange wir leben nie wieder nach Barcelona zurückkehren (<b>oh Gott, glückliches Barcelona; Anm. d. Red.</b>). Sie haben auch ihre Stierkämpfe dort für uns nicht unterbrochen, wie arm das ist, nein wirklich, im allgemeinen, wir halten davon nichts. Aber es ist das gleiche wie in Südamerika, nur gibt es dort mehr Regeln.
Aber Spanien ist ein schönes Land, aber ich werde nie wieder auf eine Konzert dort hin zurückkehre, Urlaub ist etwas anderes.
<b>Mainstage: Was denkt ihr über die politische Situation in Amerika?</b>
Guttermouth: Die ist uns egal, Politik interessiert uns nicht, das sind doch alles Vollididioten. Außerdem können wir als Einzelpersonen da so sowieso nichts ausrichten, also lassen wir es ganz, es ist einfach nicht interessant.
<b>Mainstage: Wie kamt ihr dazu, auf dem Konzert der Terrorgruppe zu ihrem 10 jährigen Geburtstage zu spielen?</b>
Guttermouth: Der einzige Grund ist, wir wollten ein Teil sein auf ihrer Geburtstagsparty. Wir haben schon einmal eine Tour mit ihnen gemacht und sind seitdem befreundet und so haben uns die Jungs der Terrorgruppe zu ihrem Geburtstag eingeladen. 10 Jahre ist eine lange Zeit und so war klar, dass wir hier spielen würden. Für uns letztendlich aber auch nur wichtig, dass wir eine gute Zeit haben, wenn wir abends auftreten und das haben wir aber auf der Bühne so gut wie immer, heute abend sicherlich auch. Der restliche Teil des Tages ist total langweilig und nur nervig, aber die Konzerte machen immer Spaß.
<b>Mainstage: Okay, kommen wir zum Abschluß, gibt es etwas was ihr zum Ende dieses Interviews noch unbedingt loswerden wollt?</b>
Guttermouth: Ich, Mark ist wieder hier, habe noch kein Testament gemacht, aber ich bete zu irgendjemanden, dass ich heil mit dem Flugzeug wieder nach Hause komme. Ich hoffe es bricht kein Krieg aus, bevor wir nicht wieder in den USA, in der Heimat, sind. Ich will das Ganze nämlich am Fernseher verfolgen. Ich habe 186 Kanäle Satellitenfernsehen und alles umsonst.
<b>Mainstage: Ja dann guten Heimflug und vielen Dank für das Interview!</b>
Horace Pinker – Red Eyed Regular EP
22. Apr 2003 | von RobertVor der Europa Tour der Band aus Arizona, Horace Pinker, schieben die vier Herren noch mal kurz eine EP mit ?Red-Eyed Regular EP? vor, bevor dann im April auch die nächste Full Length, mit ?110 Texas? folgen wird. Enthalten sind fünf Songs, der Band, die bereits seit 1991 existiert, und die alle gut ins Ohr gehen. Alle fünf Songs sind im Bereich melodischer Punkrock anzusiedeln und wissen ordentlich zu rocken. Ausfälle sucht man vergebens. Eine gute EP, die die Herren von Horace Pinker da vorgelegt haben und die deutlichen Appetit auf das Album macht. Schönes Teil das, aber warum kommt nicht gleich das Full Length heraus, denn das möchte ich jetzt doch mal dringend hören?
Schöne Songs, die definitiv Bock auf mehr machen.
A 18 – Foreverafternothing
22. Apr 2003 | von RobertBevor ich auf die Musik eingehe, muss ich erst mal bei A 18 meckern, denn das Artwork und die Bilder im Cover lassen sich an Geschmacklosigkeit kaum übertreffen. Zu sehen sind Bilder von Selbstmordopfern und andere Leichen, blutende Wunden, zugeführt und erschaffen durch Rasierklingen, die natürlich auch nicht fehlen dürfen. Wie schwachsinnig, so ein Blödsinn, sollen sich die Bands doch lieber mehr auf die Musik konzentrieren und nicht so einen unsinnigen Müll fabrizieren. Ich kann mich ja total aufregen über diesen Toughguyschwachsinn.
Aber kommen wir doch mal zum wesentlichen, der Musik, wenn ich mich ein wenig beruhigt habe. A 18 haben hier nämlich ein ganz nettes Werk mit ?Foreverafternothing? erschaffen, welches mich irgendwie an eine Mischung von Madball und Prong erinnert. Man kann also zusammenfassend sagen, groovige Oldschool Parts treffen auf etwas metallischer klingende Parts hinzu kommt eine Stimme, die noch mehr nach Prong klingt. Im Großen und ganzen aber echt ein recht gutes Album, aber lasst doch mal diesen unnötigen Schwachsinn weg, ja ich fang schon wieder an, da ich das einfach nicht verstehe. Denn musikalisch ist A 18 wirklich hörbar und eine nette Hardcorealternative!
Opposition Of One – I try to understand this
22. Apr 2003 | von RobertDer deutsche Hardcore boomt zur Zeit. Auch Opposition of One stoßen auf ?I try to understand this?, ihrer Debüt EP ins gleiche Horn. Grooviger Oldschool wird zum Besten gegeben. Fünf Songs sind enthalten, die gut ins Ohr gehen. Klar, irgendwie neu ist das was die Ludwigsburger machen definitiv nicht. Klingt alles schon mal da gewesen, aber es ist Oldschool, was schon mal positiv aufgenommen wird. Ansonsten erinnert mit Opposition of One an Turmoil oder an Figure Four. Ganz nett diese EP, aber wirklich vom Hocker haut mich ?I try to understand this? dann doch nicht, da einfach immer das gleiche irgendwann selbst mich mal langweilt. Und das ist hier der Fall, zwar Oldschool, aber auch mehr nicht!
Snowdogs – Deep Cuts, Fast Remedies
22. Apr 2003 | von RobertAus dem Hause Victory flattert hier mal wieder eine Scheibe einer Band auf meinen Schreibtisch, die wie wenig andere die Lager spalten wird. Snowdogs, mit ?Deep cuts, fast remedies? gehen an den Start und bieten gemütlichen Poppunk, mit Emoeinlage und Ohrwurmmelodien, der aber niemanden, so denke ich zumindestens wirklich umhauen oder beeindrucken wird. Das ganze geht schon in die Richtung großartiger Bands, wie Taking Back Sunday oder Hot Rod Circuit, weiß aber nicht so einmalige Gefühle zu hinterlassen, wie die vorher genannten Bands.
Ja, okay schlecht ist das Ding auch nicht, ich tu mich sehr schwer damit, weil mir auch die Stimme des Sängers nun gar nicht gefallen will. Aber wie gesagt, eigentlich kann man sich damit auch anfreunden, denn wer melodischen Popunk mag, könnte auch hier gefallen dran finden, ich hab nur meine Schwierigkeiten damit, weil mir die Innovation fehlt und mir die Scheibe garantiert nach sechs Mal hören aus den Ohren hängen wird.
Sub Simplex – Quality and Speed
22. Apr 2003 | von RobertAus Düsseldort kommt eine Band, Sub Simplex mit Namen, die mit ihrer EP ?Quality and Speed? zwar nicht unbedingt den Musikmarkt oder gar die Szene revolutioniert, deren Ambitionen aber bei jedem Songs zu merken sind und die auch zu gefallen wissen. Jeder der fünf enthaltenen Songs (plus 2 Liveaufnahmen) weißt irgendwie Unterscheidungsmerkmale auf. Während der Opener ?selfish song? noch Poppunklastig daherkommt und ganz schön ?Speed? drauf hat, kommt schon beim zweiten Song ?whining? die ?Quality? zum tragen. Wir haben es mit Emorock zu tun. Song drei, ?always feel like cooking? ist dagegen schon fast Skatepunk
In der Art und Weise geht es bis zum Schluss weiter. Zwar sind alle Arten von Stilen in sich schon mal da gewesen, aber die musikalische Bandbreite stimmt bei Sub Simplex. Daher weiß die Musik auch zu gefallen. Hier kommt eine Band, die gerade durch Abwechslung auf sich aufmerksam macht und daher auch gut beim Hörer ankommt.
Boy Sets Fire – Tomorrow come Today
22. Apr 2003 | von benniKnapp drei Jahre ist es jetzt her, dass BOYSETSFIRE mit "After the Eulogy" die Brücke zwischen Hardcore und Melodie schlugen und damals einen Kracher mit Seltenheitswert vorlegten. Nun kommt der Nachfolger "Tommorow come Today" und zumindest nicht alles ist mehr, wie es einmal war.
BOYSETSFIRE sind ihrer Message treu geblieben und transferieren wie gehabt gesellschafts- wie politikkritische Texte und nutzen somit ihre Musik als musikalisches Sprachrohr. Dieses Mal werden sie damit ein wesentlich breiteres Spektrum erreichen, als es ihnen noch mit dem schon jetzt zum Klassiker avancierten "After the Eulogy" gelang. Ja, in der Tat, die Band um Nathan Gray ist massenkompatibler geworden, man hört sofort, dass für die Produktion das große Geld zur Verfügung stand. Less Hardcore, more rock. Vor allem der so charakteristische Gesang hat sich verändert und geht nun weniger in die Gretsche zwischen Geschrei und zuckersüße Melodien und auch der Rest hat einiges an (lästigen?) Kanten verloren. Zwar sind auch auf "Tomorrow come Today" auch nach wie vor aggresive und nach vorne preschende Songs dabei, jedoch befinden diese sich deutlich in der Unterzahl.
Ist das nun alles gut oder schlecht? Die Antwort auf diese Frage wird jeder für sich selber finden müssen. Von den alten und den neuen Boysetsfire gleichermassen fasziniert zu sein wird den wenigsten gelingen. Denn "ganz die alten" sind Boysetsfire 2003 sicher nicht – womit sich die Band allerdings auch fernab von musikalischer Stagnation befindet.
Mehr Infos: <a href="http://www.hardplace.de/boysetsfire" target="_blank">www.hardplace.de/boysetsfire</a>
MyBalloon in Köln
16. Apr 2003 | von Deniz KilicAm 10.4. hatte ich die Gelegenheit, die smarten Jungs von Myballoon livehaftig näher unter die Lupe zu nehmen. Eine wirklich eigenartige Karriere hat das Trio ja schon gehabt, erst flogen sie mit ihrem großen Hit „On My Way“ ihres Debutalbums „Perfect View“ in die Charts, sahnten Preise ab und spielten auf großen Festivals, um dann später doch bei ihrer Plattenfirma rauszufliegen. Warum? Mmh, keine Ahnung. Is auch egal, denn nun sind sie bei Gun Records unter Vertrag, haben ihre Chance ergriffen und brachten im Februar ihr nun zweites Album „Between here and away“ heraus.
Gegenwärtig sind die Jungs also auf Clubtour, um die Qualitäten ihrer neuen Scheibe auch live unter Beweis zu stellen. Der Ort des Geschehens hieß Prime Club, für Myballoon fast schon zu groß, denn so ganz gefüllt war der Club überraschenderweise doch nicht.
Doch bevor die smarten Jungs überhaupt die Bretter betraten, hieß es für die etwa 150 Besucher, die Vorband abzuchecken. My Mother’s Little Helpers dürfte den Anwesenden zwar noch gänzlich unbekannt sein, hielt die Fans aber nicht davon ab, die durchweg guten Songs der Band höflich zu honorieren. Die fünf Musiker, die ebenfalls wie Myballoon aus Berlin stammen, sehen ihre Einflüsse wohl eher in 70er Jahre Rockgrößen denn in modernen Rock- und Popsounds, klangen aber zu keiner Zeit altbacken, sondern kamen stets frisch, verspielt und gutgelaunt rüber. So schafften sie es auch, das Publikum stimmungsmäßig auf Myballoon vorzubereiten.
Um etwa 22:30 war es dann auch Zeit für Myballoon, die unerwatet straight rockend ihr Set begannen. Spätestens ab dem dritten Song war auch die Schüchternheit in der Menge überwunden, so dass Sänger Tom die Fans mehr und mehr zum Mitgehen animieren konnte. Trotzdem fand ich, dass die Kommunikation der Band mit ihrem Publikum recht sparsam war. Musikalisch war die Band aber sehr spielfreudig und motiviert, was sich auch in der guten Stimmung vor der Bühne wiederspiegelte, besonders bei der Erfolgssingle des Debutalbums „On My Way“, die wohl jeder im recht gemischten Publikum kannte. Ansonsten wurde ein ausgewogenes Set aus alten und neuen Songs vom aktuellen Album „Between Here And Away“ geboten, die eigentlich alle gleich gut ankamen.
Insgesamt präsentierten sich die Berliner live eher von ihrer rockigen Seite. Für Pop blieb kaum Platz. Selbst bei den obligatorischen zwei Balladen konnte es sich die Jungs nicht nehmen, die Songs kantiger rüberzubringen als auf Platte. Gegen Ende des Konzerts wurde das Material zwar etwas softer und leider auch langatmiger (ausgedehnte Gitarren-Exzesse), konnte den aber insgesamt positiven Eindruck der Band nicht mindern, was die Fans der Gruppe wohl genauso gesehen haben dürfte. Nach über 90 Minuten war dann aber doch Schluss und man konnte zufrieden nach Hause gehen.
Dementi – Zweigefühl
15. Apr 2003 | von Chris"Wir haben emotionale Texte, wollen aber keinen Weltschmerz verbreiten, heben nicht den Zeigefinger und haben auch keine dementsprechende Message. Wir wollen die Leute lediglich zum Nachdenken anregen. Auch wenn wir abgründige Themen besingen, soll die Lösung doch positiv sein ? der Wunsch, durchs Dunkel ins Licht zu gelangen."
Dementi heißt die Band, die mit diesem Statement Bezug nimmt auf ihr erstes Labelalbum ?Zweigefühl? (Re:Pop). Thematisch streift man die typischen Elemente aus Dark Wave-, Industrialrock- und Elektronikmusik, aus deren Ingredienzien denn auch die Musik zusammengesetzt ist. Einsamkeit, Tod, Liebe, Schmerz in allen Schattierungen ? das ist der Stoff, aus dem dunkle Musik gewoben wird, und der auch hier dominiert. ?Zweigefühl? klingt stellenweise ein wenig zu pathetisch, zu klischeebeladen, die Texte teils durch sonderliche Akzentuierungen und eigenwillige Wortwahl ungewollt komisch: ?Das einzige, was mir jetzt noch bleibt, ist der Dreck unterm Fingernagel. Vom Rubellos des Schicksals, das ich für mich [...] nur allein gelöst hab.?
Hörbar von Bands wie Das Ich, Crematory oder auch Oomph! beeinflusst, streifen Dementi aber leider nur deren Klasse. Auch wenn es wirklich Hörenswertes auf ?Zweigefühl? gibt, wie das balladeske und berührende ?Zeitlos? oder das rifflastige und tanzbare ?Kind der Nacht?, vermag das Album lediglich auf halber Strecke zu überzeugen. Dennoch werden nicht nur Gothik-Mädels ?Zweigefühl? mögen, zumal es gute Momente hat und für die Zukunft zur Hoffnung musikalischer und auch textlicher Weiterentwicklung der Band Anlass gibt.
Crosscut – Nonesizefitsall
15. Apr 2003 | von ChrisDer Frühling kommt, die Headbanger schlagen aus … so zumindest der Eindruck bei ?Nonesizefitsall? (BMG), dem Zweitling der fünf Jungs von Crosscut aus dem Ruhrgebiet. Aus den Boxen knallt eine amtliche Melange aus Hardcore, Thrashmetal, Crossover und modernem Metalstuff. Eigenständigkeit wird dabei groß geschrieben, und was der ein oder andere als ?Zerissenheit? des Gesamteindrucks werten mag, sehe ich eher als Ausdruck von Vielseitigkeit und Unangepasstheit. – Klartext: Nonesizefitsall basiert auf den unterschiedlichsten Einflüssen, bastelt daraus aber eine sehr eigene Mischung, die nicht mit NuMetal oder Crossover zu klassifizieren ist. Das Album klingt zwar homogen genug, um eine breitere Basis potentieller Hörer erreichen zu können, bietet aber auch genügend Kanten und schräge Parts, die einen aus der Hörroutine stoßen.
Somit steckt das Werk voller Ideen, schöner Melodien, Abgehparts ohne Ende und stellt mit 16 Songs und 65 Minuten Spielzeit eine überaus lohnenswerte Investition dar.
Am Beispiel der Gastauftritte von Mille Petrozza, als Sänger von Kreator ein altgedienter Thrash-Opa, und Braz von den NuMetalKids 4Lyn lässt sich unschwer erkennen, dass Crosscut auf Genreloyalität husten. ? Wer selbst in keiner Schublade wohnt, kann sich eben aus allen anderen frei bedienen. Dass das funktioniert, beweist ?Nonesizefitsall? mit neuem Sänger eindrucksvoll. ? Daumen hoch!
Big in Berlin
15. Apr 2003 | von benniDie Berliner Poppunker Ransom sind gerade auf zweiwöchiger Deutschlandtour, um ihr Debutalbum "Escape from Suburbia" vorzustellen. Selbiges taten sie letzten Donnerstag im Berliner Wild at Heart, wo wir uns mit Gitarrist Jan und Sänger wie auch Bassist Timo im Backstageraum verkrümelten, um ihnen die Gelegenheit zu geben, uns ein wenig Nachhilfe im Fach "Ransomsche Geschichte" zu geben.
<b>Stellt euch doch bitte kurz vor.</b>
Timo: Das ist Jan. Der spielt Gitarre.
Jan: Ich bin Jan. Ich spiel' Gitarre. Und das ist Timo, der spielt den Bass.
Timo: Hallo!
<b>
Erzählt ein wenig zu eurer Bandgeschichte. Wie hat alles angefangen?</b>
Timo: Da kann ich nichts zu sagen, weil ich da noch nicht dabei war.
Jan: Uns gibt es seit '97 und es ist wirklich aus 'ner Schülerband entstanden. Wir haben zusammen Musik gemacht im Jugendzentrum damals bei uns und haben uns dann irgendwann Rasom genannt. Vorher war das nur so'n Projekt – ein paar Klassenkameraden, die zusammen Musik gemacht haben. Dann kam der erste Auftritt und ein Bandname musste her. Ich war gerade auf einem Interkontinentalflug und habe diesen Film mit Mel Gibson gesehen – fürchterlicher Film! Aber er hiess halt Ransom… und da haben wir uns Ransom genannt. Weil wir fanden, dass es gut klang.
<b>
Habt ihr also eine besondere Beziehung zu Mel Gibson?</b>
Jan: Nee, eigentlich nicht. Obwohl, nackt is er ja ganz……
Timo: Ich fand Mel Gibson in "Was Frauen wollen" in Strumpfhosen gut.
Jan: Alles mit Mel Gibson und 'nackt' ist gut. Ich find' er hat einen geilen Arsch!
Nein, also, wir haben als Schülerband angefangen und haben dann einen Besetzungswechsel gehabt. Neuer Schlagzeuger, neuer Bassist… dann noch ein neuer Bassist, bis dann irgendwann Timo dazu kam… 2000 war das. Ab da war es eigentlich "Ransom".
Timo: Ab 2000 ging es eigentlich richtig los, da haben wir angefangen, Songs zu schreiben… Ich würde ja auch mal gerne wissen, was ihr in der Zeit vorher gemacht habt?!
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Ihr habt dann ja auch relativ schnell recht grosse Toursupports gespielt…</b>
Timo: Ja! Mein zweites Konzert mit Ransom war direkt vor Blink. Das war schon ein bisschen irritierend. Wir hatten davor auf diesem Emergenzafestival gespielt, das ist son Nachwuchsding. Und dann das nächste mal direkt mit Blink.
Jan: Da hatten wir damals aber auch Schwein… die Beatsteaks sollten da glaub' ich vor Blink spielen. Die konnten dann nicht aus irgendwelchen Gründen und es musste ganz schnell 'ne Supportband gefunden werden und da waren wir gerade zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle.
Timo: Also der Mensch, der die Beatsteaks managt, der Torsten, der hat auch irgendwie mit uns was zu tun, besorgt uns mal ein Konzert oder sowas. Beziehungsweise eigentlich macht der total viel für uns und nimmt dafür kein Geld, was sehr vorteilhaft ist. So sind wir auch an die zwei Toursupports dran gekommen. No use for a Name war das eine und das andere warn Mad Caddies. Ist beides auf dem selben Wege zustande gekommen, weil irgendwie ne Vorband ausgefallen ist und dann sollten die Beatsteaks einspringen. und jedes Mal, wenn die Beatsteaks nicht konnten, hat der eben uns als nächstes angeboten und meisstens wurden wir dann auch genommen. Ob das so an Qualität liegt oder nicht, kann man so genau denke ich gar nicht sagen, weil die Leute halt froh waren, jemanden zu haben. Für uns war das natürlich klasse.
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Die erste Veröffentlichung war die Split letztes Jahr mit Always Outnumbered?</b>
Jan: Vorher gab's diverse Demos, die wir mal aufgenommen hatten, aber die erste richtige Platte war dann die Split mit Always Outnumbered.
Timo: Das war so die Phase, wo wir mit TFR den ersten Kontakt aufgenommen hatten. Die meinten, es wäre ganz praktisch, wenn wir mit Always Outnumbered 'ne Split machen würden, weil wir damals ihr neuester Fang waren und Always Outnumbered gerade rüber kamen.
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Wie kam die Verbindung zu TFR zustande? War das so dieses 'Berliner Ding'?</b>
Jan: Die Verbindung kam zustande übers Waste of Mind, das kennst du ja bestimmt. Ich hab mit dem Kai vom Waste of Mind zusammen gewohnt und übers Waste of Mind hat die Plattenfirma 'ne MP3 von uns gehört und hat dann Kai gefragt, ob da irgendwie Kontakt zu der Band bestehen würde. Der war natürlich da und dann haben sie uns gefragt, ob wir nicht Lust hätten, eine Platte zu veröffentlichen. Zu dem Zeitpunkt waren wir aber noch so im Umbruch, weil da gerade Timo dazu gekommen war und wir waren noch nicht bereit für 'ne Platte, wir wollten noch kein ganzes Album aufnehmen. Dann ist halt die Idee mit der Split von der Plattenfirma gekommen, weil Always Outnumbered wie gesagt auch touren wollten in Europa und dann haben wir gesagt "Okay, drei Songs, machen wir". So kam die Split zustande.
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Besteht persönlicher Kontakt zu Always Outnumbered?</b>
Jan: Leider lief das so'n bisschen blöd. Wir haben nur zwei Shows mit denen zusammen gespielt, wollten eigentlich mehr, hatten aber noch ein anderes Tourangebot in der Zeit – welches dann leider ins Wasser gefallen ist. Da hatten wir diese Always Outnumbered – Tour schon mehr oder weniger gecancelt und die andere Tour hatte auch leider nicht stattgefunden und so haben wir nur zwei Shows mit denen gespielt.
Timo: Das war auch sehr lustig, weil die alle erst 18 oder 19 gewesen sind, hier rüber gekommen sind und sich erstmal sowas von die Hucke zugesoffen haben… weil die in Kanada ja nicht saufen dürfen. Aber nach dieser Tour haben sie auch ihren einen Gitarristen rausgeschmissen, weil der das die ganze Tour durchgezogen hat und die anderen das nicht mehr wollten. Was echt ein Verlust war, weil der wirklich saunett war. Das war so der, mit dem wir auch am meissten zu tun hatten.
Jan: Wir waren halt immer auf dem selben Level….
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Musikalische Entwicklung… ist da eine zu verzeichnen?</b>
Timo: Nö! Ne, doch, klar. Als ich in die Band gekommen bin, da waren noch Ska-Lieder dabei. Die jetzt komplett aus dem Set gestrichen sind. Also bis auf zwei oder drei Lieder ist in diese Richtung gar nichts mehr dabei. Es hat schon 'ne Veränderung gegeben, aber man merkt das immer nicht so, wenn man drin steckt.
Jan: Das passiert halt alles fliessend. Aber zu diesem Zeitpunkt ein Album aufzunehmen, da war uns auch klar, dass da noch zviel mit uns passiert ist. Da eine Platte aufzunehmen wär' absolut nicht repräsentierbar gewesen und wir hätten uns kurze Zeit später nicht mehr mit wohl gefühlt.
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Also denkt ihr, dass ihr jetzt sowas wie "euren Sound" gefunden habt?</b>
Jan: Joa… unseren Sound gefunden?! Also jetzt haben wir auf jeden Fall eine Platte gemacht, hinter der wir stehen können, wo wir sagen "das ist Ransom". Davor hätte es dem noch nicht entsprochen, weil wir eben gerade einen neuen Sänger und Bassisten hatten und das Album wäre einfach nicht repräsentativ gewesen.
Timo: Das wären ja alles noch Songs gewesen, die schon Jahre alt gewesen wären.
Jan: Es hat sich zu dem Zeitpunkt einfach 'ne Menge bei uns getan.
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Ja, das Album… erzählt mal!</b>
Timo: Wir haben aufgenommen im K4 – Studio, was ein super Platz ist! Das war früher das DDR-Radio und die ganze erste Etage ist DDR-Radio gewesen und die vier Etagen über dem Ding war alles Stasi, die das DDR-Radio überwacht haben. Das Gebäude ist riesengroß, da ist 'ne Halle drin, wo die Symphoniker immer aufnehmen und du kannst einen 100m – Sprint drin machen und dann bist du grade mal ein Drittel durch das Haus durch. Wir haben dann in der Schaltzentrale von diesem Radio aufgenommen. Von der Stimmung her fand ich's schon ganz lustig.
Wir haben mit Stefan Linde aufgenommen, der das sehr gut gemacht hat. Wenn wir zusammen sind, werden wir meisstens ziemlich hektisch und der hat uns dann immer so'n bisschen beruhigt.
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Wie lange habt ihr aufgenommen?</b>
Timo: Neun Tage. Also dafür, dass er uns immer beruhigt hat, war das natürlich trotzdem eine relativ kurze Zeit. Wir haben dann immer zwischendurch bei den Eltern angerufen und gefragt, ob sie uns zu Weihnachten nicht nich einen Tag Studio schenken können.
Reines Aufnehmen wäre in der Zeit gar kein Problem gewesen. Aber Stefan hat halt dann nochmal unheimlich viel Arbeit reingesteckt, dass es dann auch so klingt wie es jetzt klingt. Auch Arbeit, die er nicht hätte machen müssen, also da war er total nett einfach.
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Also hätte es sich schon anders angehört, wenn ihr noch mehr Zeit gehabt hättet? Es gibt ja Bands, die gehen mal eben drei Monate ins Studio…</b>
Timo: Naja klar, man hätte noch mehr dran rumfeilen können…
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Hättet ihr das gewollt oder sagt ihr "So is okay"?</b>
Timo: War gut so! Auf jeden Fall! Hat auf jeden Fall gereicht. Mit dem Vorwissen, dass wir im Studio nur neun Tage Zeit haben, haben wir vorher schon an den Songs rumgefeilt und uns besser drauf vorbereitet. Ich denke, für die Band ist es so besser, weil wenn wir die Möglichkeit haben, 'Wischiwaschi' zu sein, dann sind wir 'Wischiwaschi' und wenn wir die nicht haben, dann ist das gut!
Ich bin total glücklich damit! Wenn man das erste aufgenommen hat, hört man natürlich immer, was man beim zweiten besser machen würde, aber was da jetzt erstmal rausgekommen ist, ist geil geworden!
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Was würdet ihr denn besser machen wollen?</b>
Timo: In den Reviews steht jetzt schon immer drin "könnte auch ein bisschen mehr eigener Stil sein"…. ich hab' keine Ahnung, wie man sowas macht, aber ich würde natürlich lieber Songs schreiben, wo wenn die jemand anmacht, der gleich sacht "das sind ja Ransom". Klar, aber ich glaube, das ist 'ne Sache, die kann man nicht gut beeinflussen.
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Also versucht ihr schon ein bisschen, euch nach den Reviews zu richten?</b>
Timo: Ne, das eigentlich gar nicht. Es ist natürlich auch ein Anspruch, den man an sich selbst hat, da einfach eien Band zu sein, die nach nur dieser Band klingt. Ich fänd' das schon angenehm.
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Ist es ein großer Vorteil, wenn man als Band aus Berlin kommt?</b>
Jan: Weiss ich nicht, ob das ein Vorteil oder ein Nachteil ist…
Timo: Nee, absolut nicht! weil an Berliner Bands auch nochmal mit 'nem ganz anderen Anspruch rangegangen wird. So "Oh, ihr, aus der Hauptstadt" und so weiter und so fort… Ich komme nicht aus Berlin und ich weiss noch, wie ich vorher über Berlin gedacht hab. Da muss immer was ganz revolutionäres und riesiges herkommen, und wenn das nicht so ist, dann ist das natürlich auch ein Nachteil.
Jan: Der Vorteil ist, dass man hier ganz viele Bands hat, die sich gegenseitig unterstützen. Ansonsten ist das wirklich eher ein Nachteil, weil wenn du ein Konzert hier spielst, dann hast du noch mindestens drei Gegenveranstaltungen und… ich weiss auch nicht…
Timo: Man bekommt bestimmt mehr Aufmerksamkeit, wenn man aus Berlin kommt, man wird aber auch kritischer beäugt, wenn man aus Berlin kommt.
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Von den Connections her ist es doch wahrscheinlich auch nicht schlecht?!</b>
Timo: Die Connections sind absolut vorteilhaft! Das was man hier so an Connections hat, das kenne ich von keiner anderen Stadt, in der ich vorher gewohnt hab. Es gibt vor allem viele Leute, die einen Unterstützten, ohne dass sie was dafür wollen… das ist schon ganz praktisch, auf jeden Fall.
<b>
Okay! Wie geht's weiter?</b>
Timo: Touren. Ab nächster Woche sind wir auf Tour, erstmal für zwei Wochen. Und dann im Sommer viele Konzerte – und Festivals auch ein paar. Und dann hoffe ich, dass wir irgendwie relativ schnell die nächste Platte hinkriegen… nächstes Jahr um die Zeit wieder oder so.
DE/VISION zum Tanzen und Träumen
12. Apr 2003 | von EmrahEndlich einmal De/Vision live erleben! Erst vor zwei Jahren wurde ich auf diese Berliner Band aufmerksam, die seit 1988 Garant für gute elektronische Popmusik sind. Seit einigen Jahren besteht die Band nur noch aus zwei festen Mitgliedern, verstärkt durch einen Live-Gitarristen und Schlagzeuger, die dafür sorgen, dass sich die Band (zumindest live) einen alternativen Touch bewahrt und nicht mit irgendwelchen stumpfen Wave-Bands in einen Topf zu werfen sind. Den wirklichen Durchbruch haben De/Vision leider nie geschafft, obwohl sie einige Zeit bei WEA-Records unter Vertrag waren und der Clip zu ?Heart Shaped Tumor? (vom vorletzten Album ?TWO?) oft im Musikfernsehen zu sehen war. Es ist schon schade, dass De/Vision so untergehen, sind sie ihren Vorbildern Depeche Mode qualitativ nicht wirklich weit entfernt.
In der Live Music Hall, die gut, aber nicht voll gefüllt war (schätze so 700 Fans waren da) spielten FAQ (ehemals Carpe Diem) als Vorband, aber Bands bei denen die Musik (fast) komplett vom Band kommt, haben bei mir schlechte Karten. Irgendwie wurde nichts besonderes geboten, auch wenn es nicht wirklich schlecht war. Wave-Pop wie er in den Achtzigern groß war.
Dann endlich De/Vision, die die erste Viertelstunde viel Mühe hatten, dass schläfrige Publikum in ihren Bann zu ziehen. Das klappte erst mit ?I Regret? und von da an wurde es ein gutes Konzert, auch wenn Sänger Steffen wohl etwas unzufrieden mit den nicht gerade enthusiastischen Reaktionen der Fans war. Musikalisch gab es eigentlich nichts auszusetzen, leider fehlten aber einige meiner Lieblingssongs wie ?Freedom?, Heart-Shaped Tumor? und ?Ride On A Star?. Songs vom neuen Album ?Devolution? wurden gut angenommen, wobei besonders ?When The World Dissappeared? und ?Drifting Sideways? echte Highlights sind.
Abschließend muss ich sagen, dass irgendwie der Funke nicht überspringen wollte, obwohl soundtechnisch alles vom feinsten und Steffen auch gut drauf war. Ich kann es nicht erklären, aber irgendwie fehlte mir etwas. Ich glaube es lag am schläfrigen Publikum. Vielleicht sollten De/Vision auf ihrer nächsten Tour in kleineren Clubs spielen (so bitter das auch klingt und sie eigentlich zehn mal so viel Fans haben müssten..) und dann bitte auch ?Freedom?! Ich hab´s mir irgendwie geiler vorgestellt.





