Mainstage


U2 – Into The Heart (Buch von Niall Stokes)

31. Jul 2003 | von Emrah

U2 haben zweifellos Rockgeschichte geschrieben und tun es auch immer noch. In diesem Jahr feiern sie ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum. Die irische Erfolgsgruppe hat nicht nur musikalisch, sondern gerade auch im sozialen Kontext tiefe Eindrücke hinterlassen. Der Autor Niall Stokes, Gründer und Herausgeber des irischen Magazins ?Hot Press?, verfolgt den Weg der Band seit über 25 Jahren und hat jetzt mit ?U2 – Into The Heart? (erschienen im Rockbuch Verlag) ein imposantes Werk veröffentlicht. Nicht nur eingefleischte U2 ? Fans, sondern alle Musik-begeisterte Rockfans sollten sich diese Werk zulegen. Der Untertitel des Buches heisst ?Die Story zu jedem Song?, was schon erahnen lässt, wie umfangreich ?Into The Heart? geworden ist. Dabei gibt der Autor unglaublich genau recherchierte und fundierte Hintergrund-Infos zum Besten. Natürlich kommt auch die Band selbst zu Wort und das macht das ganze noch um einiges unterhaltsamer. Ich kann dieses Buch absolut empfehlen, denn man lernt so einiges über diese großartige Band. Aufmachung/Gestaltung, Fotoauswahl und Qualität stimmen ebenfalls. Im Anhang findet sich eine Chronolgie, ebenso eine Discographie. Zudem werden auch alle B-Seiten Tracks, Projekte, Filmmusik-Beiträge usw. dokumentiert.

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Rockbuch Verlag
www.rockbuch.de

Katzenstreik – Emowürstchen

31. Jul 2003 | von Sebastian

Ich gebe zu, anfangs war ich skeptisch. Da bekomme ich das Album einer Göttinger Band namens Katzenstreik mit dem ungewöhnlichen Titel ?Emowürstchen?, das ganze dann noch statt in normalem CD-Case als Din-A-5-formatiges Heft aufgemacht. ?Abgefahren?, denke ich und erwarte irgendetwas seltsames. Doch beim ersten Lied horche ich auf, beim zweiten freue ich mich, beim dritten macht mir die CD richtig Spaß und am Ende des Albums, nach 53 Minuten, bin ich wirklich begeistert und höre mir das ganze gleich noch mal von vorne an. Und vermutlich werde ich mit dieser Begeisterung auch nicht alleine dastehen, denn Katzenstreik bieten auf ihrem bereits 2002 bei Freecore-Records erschienenen Album wirklich Großes.
Die Band spielt schön altmodischen, unglaublich intensiven Midwestern-Emo mit deutschen Texten, das ganze im Stile Jimmy Eat Worlds und der frühen Get Up Kids zu ?Four Minute Mile?-Zeiten. Gerade an dieses Album erinnert mich ?Emowürstchen? auch des öfteren. Der Sound ist ähnlich rau und ?echt?, und vor allem die Stimme des Sängers Bolle lässt einen manchmal an Mathew Pryor denken. Trotzdem sind Katzenstreik weit vom Vorwurf der Unselbstständikeit entfernt.
?Emowürstchen? ist Emo im besten Sinne des Wortes. Ich habe lange kein Album mehr gehört, das so ehrlich emotional klingt wie dieses. Und das liegt nicht nur an den tiefsinnigen Texten und dem gefühlvollen Gesang, sondern auch an der tollen Gitarrenarbeit, die wie selbstverständlich zwischen ruhigen, atmosphärischen Passagen mit wunderschönen Melodien und harten Ausbrüchen pendelt. Das ganze erweitert die Band bei einigen Songs auch noch um Instrumente wie Streicher, Trompete(!) und Klavier. Und spätestens in der zweiten Hälfte des Albums schwingen sich Katzenstreik mit drei epischen, ruhigen Stücken in wahre ?Clarity?-Höhen auf. Ganz großes Kino. Ich war eigentlich nie ein Freund von deutschen Texten, aber hier passen sie irgendwie verblüffend gut.
Schade nur, dass sich Katzenstreik auf ihrem nächsten Album in Richtung schneller Punk-Rock bewegen wollen. Schade, aber verständlich, immerhin hat die Band im Punk ihre Wurzeln. So wird wohl ?Emowürstchen? der vorerst letzte Ausflug in emotionalere Gefilde bleiben. Aber dieser fällt dafür umso erfreulicher aus und sollte trotz irreführendem Bandnamen und Albumtitel keinesfalls unterschätzt werden. Und auch die ungewöhnliche CD-Aufmachung stellt sich beim zweiten Blick als sehr gelungen heraus. Es ist doch schön, wenn man seine eigenen Vorurteile widerlegen kann.

Freiheit für Chiapas

31. Jul 2003 | von Robert

Panteon Rococo ist vielleicht einer der interessantesten Bands, die ich seit langem getroffen habe. Zum einen macht ihre musikalische Mischung aus Ska, Reggae, Rock, Salsa und leichten Punklementen einfach nur Spaß, zum anderen gibt es kaum eine bessere Liveband, denn die Jungs verstehen es, ein Publikum in ihren Bann zu ziehen. Aber auch sonst steckt hinter der zwölf Mann Combo aus dem Chiapasgebiet in Mexiko eine ganze Menge, wie uns Sänger Luis und Bassist Dario vor dem Konzert in der Uni Göttingen erzählten. Dabei nahmen sie kein Blatt vor den Mund und erzählten uns von der Politik in ihrem Lande, von den Menschen und über den Zapatismus. Doch lest selbst!

<b>Erzählt doch mal allen, die euch noch nicht kennen etwas zu Panteon Rococo.</b>

Luis: Panteon Rococo wurde gegründet vor gut acht Jahren. Nach der Schule haben sich ein paar Leute zusammengetan, um Musik zu machen. Anfangs waren es gerade mal fünf Musiker, und nun sind es zwölf Musiker, die regelmäßig auf der Bühne stehen. Wir haben uns gegründet nach dem Bürgerkrieg im Chiapas Gebiet in Mexiko im Jahre 1994. Wir haben uns gegründet um mit unseren Texten und Liedern zum Ausdruck zu bringen, dass wir keinen Krieg wollen, dass wir aber auch nicht wollen, dass einige soziale Randgruppen im Chiapas so unterdrückt werden. Im Großen und Ganzen wollen wir auf die Missstände aufmerksam machen und so spielen wir auch in Mexiko regelmäßig in autonomen Gebieten oder Gebäuden. Chiapas ist mittlerweile ja auch zu einem autonomen Gebiet erklärt worden, obwohl der Status immer noch recht unklar ist.

<b>Könnt mir einiges zu euerer letzten CD erzählen ?Companieros Musicales?? Worauf beziehen sich die in spanisch vorgetragenen Texte?</b>

Dario: ?Companieros Musicales? ist unser zweites Studioalbum. Es geht in den Texten auf diesem Album um viele verschiedene Dinge. Wir haben Liebeslieder und sozial kritische Texte auf dieses Album gebracht. Der Name ?Companieros Musicales? bezieht sich auf eine Gruppierung all der Musiker, die sich aufgrund des Chiapas Krieges gegründet haben oder so einfach nur dagegen angehen, dass so was wieder passiert. Und in dieser Vereinigung befinden sich mittlerweile eine ganze Reihe an Bands und Musikern. Hauptsächlich geben diese Bands und Musiker Konzerte vor Studenten, als eine Art Vorlesung zur Aufklärung der Situation im Lande. Es befinden sich Ska, Rock und Punkbands darunter.
Unsere erste Single aus dem Album ?Mexico?, handelt zum Beispiel von den armen Leuten in Mexiko und davon gibt es in diesem Land eine ganze Menge. Und diese Leute, obwohl es der Großteil der Bevölkerung ist, hat keine Lobby, keine Möglichkeit ihre Situation zu verändern, oder zu wählen und zu sagen, ich will dieses Leben nicht. Es gibt es keine Möglichkeiten zu studieren oder die Situation für ihre Kinder zu verändern, also besser zu gestalten. Dieser Song handelt genau von diesen Problemen und versucht den Leuten so mal eine Basis zu schaffen. Und so in der Struktur sind die Texte der anderen Songs auch gehalten.

<b>Erzählt doch noch mal ein wenig mehr über eurer LineUp! Wie gliedert sich das in den Instrumenten, schließlich seit ihr immerhin zwölf Leute auf der Bühne!</b>

Luis: Wie schon erwähnt, am Anfang waren wir gerade mal 5 Musiker auf der Bühne. Aber mit der Zeit merkten wir, dass etwas fehlt, das musikalische Elemente fehlten. Wir waren ja gerade mal 2 Gitarristen, Bassist, Schlagzeuger und Sänger. Nun sind wir also zwölf Leute, die Musik machen und auf der Bühne stehen. Wir haben jetzt eine Percussion Sektion mit zwei Percussionisten, zwei Gitarristen, einen Schlagzeuger, einen Keyboarder, vier Bläser, aufgeteilt in einen Trompeter, zwei Posaunisten und einen Saxophonisten, sowie einen Bassisten und einen Sänger. Das ist die Band, das ist Panteon Rococo. Aber manchmal, wenn wir in Mexiko sind, oder auch auf Tour in Europa oder anderswo, mit Musikern oder Bands, die wir kennen oder gar befreundet sind, dann sind wir manchmal total viele Leute auf der Bühne. Einmal waren wir 21 Musiker auf der Bühne, die Musik gemacht haben. Es ist schon außergewöhnlich. Teilweise ist es auch sehr schwer mit zwölf Leuten, denn jeder hat seine eigene Meinung und seinen eigenen Kopf und so ist oft sehr schwer eine Entscheidung zu fällen, die wir immer gemeinsam tragen. Aber im Grunde macht es einfach nur Spaß und ist sehr lustig. Wir sind gerade auf Tour eine sehr große Familie und es ist immer eine große Party.

<b>Erzählt doch mal etwas über eure Konzerte in Mexiko, was ist da so los, was geht da so ab?</b>

Luis: Ich denke es kommt immer auf die Band an, was macht die für Musik und was ist deren Message. Wir haben eigentlich immer schon eine recht große Masse an Besuchern bei Konzerten, wenn wir in Mexiko spielen, ganz egal wo, ganz egal wie. Vielleicht ist unser Fanzuspruch in Mexiko auch ein wenig zu hoch, ich weiß es nicht.
Das größte Konzert was wir dort je gespielt haben, war vor 150.000 Leuten. Das war schon etwas besonderes. Aber es ist immer recht verrückt. Als wir uns gegründet haben, dachten wir an so etwas nicht, wir wollten auch keine große Rockband werden. Nein, nein. Wir wollten den jungen Leuten in Mexiko etwas bieten. Denn im Gegenteil zu den USA, Deutschland oder auch Spanien, gibt es in Mexiko keine Plätze für Jugendliche, wo sie sich aufhalten können.
Es leben 30 Mio. Menschen in Mexiko, aber so richtige Plätze oder Möglichkeiten für die Leute sich mal woanders aufzuhalten gibt es kaum. Erst langsam wächst so eine Art Underground Szene heran, wo das dann möglich ist. Natürlich gibt es auch Bars und Diskos, aber die sind einfach zu teuer. Und für über 90 Prozent der Jugend einer Stadt ist es nicht möglich dorthin zu gehen, denn du bezahlst 50 Euro für ein Ticket. Des wegen sitzen die Leute auf den Straßen, trinken dort und so entsteht häufig sehr viel Gewalt. Daher haben wir uns auch gegründet, um bei unseren Konzerten der Jugend eine Möglichkeit, eine Plattform zu bieten, wo sie billig hingehen können, wo sie sich aufhalten können und wo sie wichtig sind. Auch andere Bands machen das so, wie Matatena Royal Club oder Sekta Core und viele andere. Du brauchst doch einfach die Möglichkeit auch mal legal rumzuhängen und so kommen die Kinder, die Jugendlichen halt von der Straße, wenigstens ab und zu und werden nicht so leicht kriminell.

<b>Habt ihre eigentlich gute Verbindungen oder Freundschaften zu anderen Bands aus Mexiko, wie vielleicht Molotov?</b>

Dario: Nein, wir haben keine Verbindung zu Molotov. Wir kommen aus dem mexikanischen Underground und dort befinden sich Bands wie Sekta Core, La Matatena, Roy Tabacco und andere zu denen wir schon eine sehr gute Beziehung haben, weil sie aus dem gleichen Umfeld kommen wie wir und wir auch daher sehr viel mit Ihnen zu tun haben.

Luis: Es gibt sehr viele gute Bands in Mexiko mit denen wir auch arbeiten und Konzerte veranstalten, sei es in Chiapas oder anders wo. Das kann in sozialen Einrichtungen sein oder auch in der Natur oder sonst wo. Es kann auch sein, dass wir Konzerte für die Straßenkinder geben. Anders verhält es sich mit den Bands die dem mexikanischen Maintream angehören. Molotov gehört genau zu diesen Bands. Zwar reden sie in ihren Texten auch von Freiheit und gebt uns die Macht und die Kraft, aber sie wissen nicht von was sie da reden und schon gar von was wir reden. Sie sind einfach viel weiter weg von den armen Schichten und von der Bevölkerung, als wir es sind. Wir haben zu diesen Bands keinen Kontakt, da wir nicht aus deren Umkreis stammen. Wir sind eine Underground Band und befinden uns jetzt irgendwo in der Mitte zwischen einer Bandgründung und dem Mainstream. Unsere Ideologie ist ganz anders ausgerichtet. Wir kämpfen darum, dass die Leute die zu unseren Konzerten kommen, besonders die die zum ersten Mal da sind, etwas mitnehmen und merken, dass da jemand zu Ihnen spricht und genau weiß, die sind wie wir und die wissen wie es uns geht. Wir versuchen den Leuten zu sagen, dass sie etwas verändern können. Wir versuchen Ihnen Mut zu machen, auch wenn sie kein Geld und keinen Job haben, dass es weitergeht und sie immer wieder hoch kommen können. Das versuchen wir Ihnen bei jedem Konzert und auch in jedem Text mit zu geben, das ist Panteon Rococo. Aus diesem Grunde ist es auch gut, dass wir hier sein können, denn niemand kennt Panteon Rococo, niemand erwartet etwas von uns. Und das ist mehr an der Wirklichkeit. Wir merken hier wieder richtig, dass wir auch Menschen sind, weil wir anders wahrgenommen werden. Hier können wir einmal abschalten und an etwas anderes denken, dass macht uns wieder Mut, denn das brauchen auch wir mal. Ich will damit nicht sagen, dass wir Mexiko nicht lieben, im Gegenteil, aber manchmal ist es so schwer und doch so wichtig den nötigen Abstand zu bewahren.

Dario: Konzerte hier in Europa zu machen, ist wie ein Neuanfang für uns, wir starten von null an und das ist sicher gut für uns.

<b>Könnt ihr uns einiges über den Zapatismus erzählen? Ich weiß leider sehr wenig darüber, was kann man sich darunter vorstellen?</b>

Luis: Das Ganze geht zurück zum Bürgerkrieg im Chiapas im Jahre 1994. Es ist eine zivile Bürgerbewegung. Von diesem Zeitpunkt an haben wir angefangen mit vielen Bands, bestimmten Teilen und Organisationen der zivilen Gesellschaft, Studenten aus den Universitäten und Schulen und mit Organisationen der Arbeiterklasse zusammen zu arbeiten. Es geht um sie Situation und das zentrale Problem in Chiapas, eigentlich in ganz Mexiko und besonders auch in Mexiko City, das tägliche Leben im Chiapas (bzw. in Mexiko). Es geht um die Grundrechte, die eigentlich nicht existieren, es geht um Kampf zwischen Paramilitärs und dem mexikanischem Militär um Rechte und Macht, die auch vor Gewalt gegenüber der Bevölkerung nicht zurückschrecken.
Es ist einfach so, dass sie sagen ihr wisst nichts über uns, lasst uns hier leben, lasst uns in Ruhe, doch das passiert nicht, da die mexikanische Regierung das nicht zulässt. Für sie ist es ein riesiges Problem, dass jemand sagt ich will leben wie ich will, will meiner Religion nachgehen, die ich will. Denn die Regierung gibt den Bewohnern, besonders den Indianern des Chiapas gar nichts, lässt sie aber auch nicht in Ruhe. Es ist ein großes Problem für die mexikanische Regierung sich mit einheimischen und unabhängigen Einwohnern einer Region auseinander zu setzen, denn dass sollten sie ja nach mexikanischem Recht nicht sein. Der Regierung war es wichtiger eine gute Beziehung zu den USA zu haben, eine kommerzielle Beziehung, die besiegelt wurde durch das Freihandels Abkommen mit der USA. Dabei ist es unserer Regierung total egal, ob die Bevölkerung hungert oder ob es ihr schlecht geht, Hauptsache ist, die können sich ihre Taschen füllen und so ist es im Chiapas ja auch. Die Indianer hier werden unterdrückt, sie dürfen keine Meinung haben, da die Regierung Angst davor hat und befürchtet es könnte Ihnen schaden.
Doch den Menschen ist das egal, sie wollen ja nur etwas zu essen, medizinische Versorgung, Kleider und ein Dach über dem Kopf aber selbst dafür fühlt sich unsere Regierung nicht verantwortlich. Wir geben jetzt Konzerte und planen Veranstaltungen mit, um den Menschen zu helfen und um aufzuklären. Denn seit nun mehr 9 Jahren existiert dieses Problem, existiert die nicht Anerkennung der Menschen im Chiapas Gebiet und es ist immer noch keine Lösung in Sicht und das ist das schlimme daran.

<b>Könnt ihr abschließend noch etwas zu Kommandante Marcos erzählen, der wie ich gehört habe der Anführer der Zapatisten Bewegung ist?</b>

Dario: Super Kommandante Marcos ist die Stimme des Chiapas Gebietes, das Idol dort, denn er ist der Einzige der sich traut, sich dieser Themen anzunehmen, der sich darum kümmert und darüber spricht. Er ist wie eine Ikone, denn die Leute vergöttern ihn, denn er sagt was er denkt. Und ich denke wirklich, dass er wichtig für das Chiapas Gebiet ist, denn ergibt den Leuten Hoffnung, ob es im Endeffekt etwas bringt ist nicht sicher, aber im Grunde zählt das auch erst mal nicht, denn die Hoffnung ist das was zählt.

Luis: Er managt die gesamten Sachen mit der internationalen Presse und kümmert sich darum. Ich respektiere ihn auch, er ist irgendwie extrem intelligent, zegit Charakter für sein Land und die Leute. Man kann sagen, dass er das mediale Zentrum der gesamten Bewegung ist und alle tun halt im Grunde was er vorschlägt und sagt. (Anm.d.Verf.: Kommandante Marcos ist im Chiapas so eine Art Revolutionsführer, kämpft aber mit Worten, nicht mit Waffen. Interessant ist, dass die mexikanische Geheimpolizei mit Hilfe der CIA immerhin vier Jahre brauchte um die Identität dieses Mannes zu klären, da er immer mit schwarzer Sturmhaube, Zigarre und Fidel Castro Mütze in der Öffentlichkeit auftritt.

<b>Habt ihr näheren Kontakt zu ihm?</b>

Luis: Nein eigentlich nicht, aber wir haben ihn mal getroffen. Vor zwei Jahren haben wir auf einer Massenveranstaltung gespielt, wo er auch war, um eine Rede zu halten. Es war der Jahrestag des Aqtial Massaker aus dem Jahre 1998. Wir haben da gespielt mit einigen anderen Bands und Marcos hat uns, also den Companieros Musicales gedankt und wir hatten von diesem Zeitpunkt an die Idee unsere Platte so zu nennen.
Comapanieros Musicales ist halt eine Verbindung um seine Meinung zu dieser Problematik zu äußern.

<b>Vielen Dank für das Interview und alles Gute weiterhin auf eurem Weg!</b>

Biffy Clyro – The Vertigo Of Bliss

28. Jul 2003 | von Sebastian

Gerade etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass das schottische Trio Biffy Clyro mit ihrem Debüt ?Blackened Sky? ein beachtliches (aber leider größtenteils unbeachtetes) Album voller atmosphärischer, spielerisch vertrackter Ohrwürmer vorlegte. Und nun also ?The Vertigo Of Bliss? (Beggars Banquet), der in der Rekordzeit von einem Tag (!) produzierte Nachfolger. Wenn Bands so schnell nachlegen, kommt oft eine gewisse Skepsis hinsichtlich der Qualität des neuen Materials auf. Das klassische Problem mit richtig guten Debütalben ist ja meistens, dass der direkte Nachfolger oft ein bisschen enttäuscht. Auf gewisse Weise ist es auch so mit ?The Vertigo Of Bliss?.
Biffy Clyro entfernen sich auf ihrem neuen Album musikalisch ein wenig vom melodischen, noch überschaubar strukturierten Emo/Alternativegemisch des ersten Albums und bewegen sich nun in weitaus vertrackteren Gefilden. Musikalisch lässt sich der Sound der Band jetzt in der Schnittmenge aus Posthardcore, Grunge und Emo verorten, wobei es immer wieder erstaunlich ist, was die drei jungen Musiker so alles aus ihrer Minimalbesetzung (Gitarre, Bass und Schlagzeug plus dreistimmiger Gesang) herausholen. Die Songs sind im Vergleich zu ?Blackened Sky? länger, weitaus komplexer und nehmen teilweise recht verblüffende Wendungen. Dabei fällt es bei den ersten Hördurchgängen zunächst schwer, Anhaltspunkte zu finden, die im Ohr hängen bleiben, so dass gerade im Direktvergleich zum ersten Album eine gewisse Enttäuschung entsteht. Aber nach und nach, mit wiederholtem Hören, entwickelt das Album eine ganz eigene Dynamik und zieht den aufmerksamen Hörer immer mehr in seinen Bann.
?The Vertigo Of Bliss? ist mit seiner Spielzeit von 62 Minuten ein ziemlicher harter Brocken Musik, und man muss Biffy Clyro ihre bewusste Verweigerungshaltung gegenüber ?normalen? Hörgewohnheiten hoch anrechnen, denn nichts anderes ist das Konzept hinter diesem Album. Wo andere Bands nach einem kommerziell nicht sonderlich gezündeten Erstlingswerk die Mainstreamschraube beim Nachfolgealbum noch einmal anziehen, gehen die drei Schotten den genau entgegengesetzten Weg. Das fängt schon bei den herrlichen, schwer einzuprägenden Songtiteln an, von denen ?Toys, Toys, Toys, Choke, Toys, Toys, Toys? sicherlich die unbestrittene Krönung ist, und endet bei unüblich langen Instrumentalpassagen in den Stücken. Aber gerade dieses Bestreben, anders zu klingen, ist es, was Biffy Clyro schon auf ihrem Erstling von anderen Bands des Genres Emo/Posthardcore unterschieden hat, und auf ?The Vertigo Of Bliss? führen sie es zur Perfektion. Und auch wenn einige der dreizehn Songs des neuen Albums nicht an die Qualität des Vorgängers heranreichen, ist ?The Vertigo Of Bliss? doch ein ungewöhnliches, kreatives und vor allem mutiges Album geworden. Und das alles an nur einem Tag hinzubekommen, erfordert schon eine Menge Können.

Kill Your Idols – Funeral for a Feeling

28. Jul 2003 | von Robert

Die New York Hardcoreszene ist eine der bedeutendsten der Welt. Sick Of It All, Madball oder auch Biohazard fallen einem spontan dazu ein. Doch wer kennt da schon Bands, die eigentlich wirklichen NYHC machen, aber lange nicht so bekannt sind? Kill Your Idols ist genau so eine Band, ich möchte an dieser Stelle aber nicht sagen, dass SOIA oder Madball kein Hardcore ist, er ist nur ein wenig anders und hat mehr Erfolg. Aber die vier zu meist leicht untersetzten Herren von Kill Your Idols mischen NYHC mit einer gesunden Prise Punk und fetzen so durch ihre Platten.
Wie auch auf ?Funeral for a Feeling?, mit 17 Songs in immerhin 34 Minuten, was schon eine recht lange Zeit für die Hardcoreler ist. Kompromisse gibt es keine, aber dafür ordentlich eins auf die Mütze. Als besten Vergleich könnte man sagen The Exploited meets Sick Of It All, die ich immer noch für eine der besten Hardcorebands aller Zeiten halte, doch auch Kill Your Idols, die auch schon eine Ewigkeit dabei sind, können mithalten und voll überzeugen. Keiner der 17 Tracks fällt aus dem Rahmen, immer wieder fallen einem sogar recht melodische Parts ins Auge, die für reichlich Abwechslung sorgen und so kann man als Fazit festhalten, dass nicht nur Kill Your Idols eine sehr gute Hardcoreband sind, sondern, dass ?Funeral for a feeling? eine wahrlich großartige Hardcorescheibe ist, die alles hat was den Oldschool Hardcore ausmacht, vielleicht sogar ein bisschen mehr!

Grouvie Ghoulies – Go! Stories

28. Jul 2003 | von Robert

Die Grouvie Ghoulies kommen aus Amerika und schaffen es schon seit Jahren auf deutschen Bühnen für Furore zu sorgen. Und mit ?Go! Stories? haben die drei Herrschaften, um Sänger und Bassist Kepi, Gitarristin Roach und Neu-Schlagzeugerin Scampi ihr mittlerweile schon 10 Studio Full Length herausgebracht, auf der sie wieder in bester Grouvie Ghoulies Manier brillieren. Das die gesamte Scheibe wie auch sonst sehr nach den Ramones klingt ist kein Zufall, schließlich gelten die Grouvie Ghoulies als eine der besten Nachfolgebands der alten Punkheroen. Und sie machen ihre Sache wirklich gut, denn Songs wie ?Ghoulies are go?, ?I don´t wanna be like that, ?Kick Ass? und auch ?The Bay Bridge Club? können definitiv an die alten Ramones anstinken und mit Songs wie ?Genna is a Punkrocker?, ?Jeani is a Punk? und ?Blitzkrieg Bop? mithalten.
Hier meldet sich definitiv eine Band zu Wort, die auf den Spuren der Ramones wandelt aber dennoch eigene Züge besitzt, sei es die Melodie, oder der Gesang, einschließlich dem weiblichen Backgroundgesang oder einfach nur die Cover der CDs, die immer von skurrilen Zeichnungen von Sänger Kepi verziert werden. Auf jeden Fall bleibt der einzigartige Stil der großen Ramones so am Leben erhalten und wird nicht vergessen. Die Grouvie Ghoulies zollen mit ihrer Musik Tribut und Anerkennung und machen das fast besser als ihre Vorgänger. Großartige Band, großartiges Album!

Brazen Abbot – Guilty As Sin

28. Jul 2003 | von Chris

Nach sechs Jahren Pause beehrt Komponist und Multiinstrumentalist Nikolo Kotzev die Welt des melodischen Power-Metal mit einem Werk qualitativer Sonderklasse: ?Guilty As Sin? (SPV)! Auch 2003 sind Brazen Abbot so etwas wie ein All-Star-Projekt mit mehreren Sängern (u.a. dem früheren Rainbow-/Deep Purple-Vokalist Joe Lynn Turner, Goran Edman, der schon Yngwie Malmsteen unterstützte, sowie Jörn Lande, bekannt durch TNT, Masterplan und Company Of Snakes) und einer ebenbürtigen Palette an Musikern, die sich auf den 12 Tracks (abwechselnd) die Ehre geben. ? Als da wären Schlagzeuger Ian Haughland, Bassist John Leven sowie Keyboarder Mic Michaeli, allesamt durch die einstigen Heroen Europe zu Rang und Namen gelangt. Aber genug mit Namedropping und zur Musik:
?Guilty As Sin? klingt wie ein Klassiker aus Melodic-Rock und Metal. Flitzefinger-Soli, technische Sperenzchen an allen Ecken und Enden, ein wenig 80er-Hauch durch Hammond-Orgel-Einsatz und die obligatorischen Moschparts sowie die meist in höherer Stimmlage gehaltenen Sangesleistungen erinnern nicht nur an die oben genannten Bands, sondern klingen für meine Begriffe einfach erfrischend ?erwachsen?, um nicht ?retro? zu sagen. – Das gefällt Pappi, der immer noch im Rainbow-Shirt rumläuft, und das lockt auch Sohnemann aus der Reserve, der sonst mit Dream Theater mehr anfangen kann. Ein wenig Kitsch ist auch dabei, aber Balladen wie ?Eve? sind einfach zu schön, um sie ernsthaft zu kritisieren. Vielleicht bin ich deshalb so angetan, weil Alben dieser Ausrichtung sonst eher selten den Weg in meinen Player finden ? und gerade das sollte ein deutliches Zeichen sein, ?Guilty As Sin? zumindest mal anzutesten!

11. Großes Bei Chez Heinz Open Air im Fössebad Hannover

28. Jul 2003 | von Robert

Seit ein paar Jahren findet jedes Jahr im Sommer das Bei Chez Heinz Sommer Open Air statt. Austragungsort war auch diesmal wieder der Wiesenbereich des Fössebades in Hannover Linden, welches sich über und hinter dem Bei Chez Heinz befindet. Vom-18-20. Juli war es wieder soweit, aber den dritten Tag schenkten wir uns, da dort nur Regionalbands spielten, die uns nicht besonders reizten.
Am Freitag den 18. Juli begann das Festival. Es war nicht so warm, aber die Sonne brannte dennoch schon ganz schön. Gegen 18 Uhr trafen wir am Fössebad ein, wenig später begann die erste band des Tages, des Festivals, Miami Golem. Die Band aus Hamburg und Berlin überzeugte mit einer Mischung aus Alternativem Hardcore und ein wenig Rock N Roll. Hauptsächlich wurden Songs von der letzten EP ?Support your local Bluesband? geboten, aber viele Leute waren um diese Zeit noch nicht im Freibad des Fössebades. Und diejenigen, die da waren, regierten noch recht zurückhaltend und blieben in großem Abstand zur Bühne stehen. Dennoch spielten Miami Golem einen guten Stiefel runter und beendeten nach 45 Minuten ihren Set.
Es folgten Steakknife aus Saarbrücken. Auch sie spielten so ungefähr 45-50 Minuten und schafften es im mittlerweile ganz gut gefüllten Fössebad die ersten Leute zum sich bewegen zu animieren. Punkrock der alten Schule wurde geboten, der ziemlich treibend war. Es gefiel sehr gut, doch gerade bei Steakknife wurde zum ersten Mal deutlich, dass die meisten Besucher gar nicht unbedingt wegen der Musik da warn, sondern diese nur als Randerscheinung wahrnahmen iund sicher lieber auf ein gemütliches Schwätzchen und ein kühles Bier konzentrierten.
Abschließend kamen Smoke Blow aus Kiel und nun füllte sich zum ersten mal der Bereich vor der Bühne richtig und der Pogo begann. Zum ersten Mal war es wirklich voll vor der Bühne und mehr Leute standen, als dass sie saßen. Die Kieler legten furios los, mit ihren zwei Sängern, die sich immer abwechseln und ihrem doch recht prolligen Gehabe besonders von Sänger Letten und Sänger MC Straßenköter. Dennoch gefielen Smoke Blow, sie rockten das Heinz und bewiesen, dass sie zurecht der Headliner dieses ersten Tages waren, denn sie wurden auch mächtig abgefeiert und präsentierten sich in guter Form und Laune. Musik gab es hauptsächlich vom großartigen aktuellen Album ?German Angst? und somit eine sehr gute Mischung au altenm Hardcore der 1980er Jahre und dreckigen Punk´N Roll.
Leider war um 22 Uhr nach einer guten Stunde schon Schluß, da die Open Air Veranstaltungen auf Druck der Anwohner leider zu dieser frühen Stunde schon aufhören müssen. Ein aber trotzdem toller Tag an Musik und allem drum herum ging zuende, mit einem Bad im kühlen Nass, denn der Eintritt sah auch die Möglichkeit im Freiluftbecken zu baden vor. Danach ging es noch weiter im Kellergewölbe des Chez Heinz, hinten auf dem Rasen oder einfach vor der Tür
Samstag, der 19 Juli, zweiter Tag, über 30 Grad Celsius im Schatten. Diesmal sollten vier Bands beim Sommer Open Air im Bei Chez Heinz spielen. Wir waren so gegen 18 Uhr Vorort und verpassten leider so schon die erste Band, 27 Red. Als wir kamen war das Fössebad schon sehr gut gefüllt und P.O. Box aus Frankreich standen gerade auf der Bühne. Und die Franzosen konnten als erste Band die wir sahen schon überzeugen. Zwar war es auch für mich zu diesem Zeitpunkt noch Hintergrundakustik, aber der Skapunk der Franzosen kam recht eigenständig daher und machte richtig Spaß, erstes Highlight des Tages!
Nach einer etwas längeren Umbaupause, ein paar Bierchen und immer noch richtig großer Hitze, kam die nächste Band aus Frankreich, Skarface, eine schon rechte alte Band, die mit ihrem Oi beeinflussten 2 Tone Ska, von vorne rein die Leute auf ihrer Seite hatte. Der erste Moshpit des Tages bildete sich vor der Bühne und Skarface rockten knapp eine Stunde dieses Festival und beendeten diesen guten Gig erst nach 3-4 Zugaben, denn das begeisterte Publikum ließ die Band nicht so leicht von der Bühne. Echt guter Auftritt der sympathischen Franzosen, hoffentlich bald mal wieder auf Deutschland Tour.
Es folgte das absolute Highlight des Tages und eigentlich auch des ganzen Festivals: Panteon Rococo aus Mexiko, die mich schon vor ein paar Wochen in Göttingen mit ihrem Latin Ska-Salsa-Rock total beeindruckten. Und auch diesmal waren die Mexikaner die Band des Festivals, überzeugte durch Späße auf der Bühne und zog mit Abstand das meiste Publikum vor die Bühne. Und dann folgte eine Supershow, tolle Musik und viel Spaß. Bei Platten wurden ähnlich gut bedient, leichter Schwerpunkt war aber dennoch die neueste Platte…. Aber im Grunde war das sowieso egal, denn alle waren begeistert und feierten die Band total ab und ging bei jeder Animation mit, egal ob man nach unten in die Knie ging und dann wider gemeinsam nach oben oder ob es nur ums mitsingen ging. Alle waren begeistert und nur das frühe Ende um 22 Uhr schmerzte ein wenig, jeder hätte Panteon Rococo gerne noch länger gesehen.
Dann war das Open Air für uns beendet, den nächsten tag wollten wir uns ausruhen, aber ein Sprung ins kühle Nass musste noch sein. Es war ein super Open Air, welches sehr viel Spaß machte und sehr viel Vorfreude aufs nächste Jahr zu lässt. Weiter so, Chez Heinz, weiter so!

BERLINOVA FESTIVAL: Fantastische Premiere

27. Jul 2003 | von benni

Berlin heisst Berlin und nova heisst neu – das Berlinova ist ein in deutschen Landen neues Festival, auf dem rund 100 km südlich von Berlin gelegenen alten Militärflughafen MZA Luckau. Zwei Tage Festival mit Camping, so bekannte Bands wie NoFX, SEEED, SPORTFREUNDE STILLER, BOYSETSFIRE oder TRICKY und ein mehr als fairer Eintrittspreis von 35 Euro wurden vom vom Idealismus motivierten Berlinova – Team angekündigt und 10.000 Musikbegeisterte erwartet – es sollten aber noch wesentlich mehr werden. Zusätzlich sollte das musikalische Programm durch die Deutsche Skateboard Meisterschaft und ein Fußballtunier (Bands gegen Fans, wie man es auch vom Immergut kennt) unterstützt werden. Vielversprechende Ankündigungen also, die hohe Erwartungen aufkommen liessen. Diese sollten nicht enttäucht werden.
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, oder in diesem Fall: der Campingplatz. Wer sich für eine Anreise am Freitag Abend entschieden hatte, der musste zwar durch keinen lästigen Stau hindurch, fand aber bereits tausende andere Camper vor, die allesammt einen besseren Campingplatz als die noch zu Verfügung stehenden abgegriffen hatten. Der in den nächsten Tagen so häufig zu absolvierende Weg 'Zelt – Bühne' fiel folglich leider viel zu weit aus, was aber zu dieser frühen Stunde noch nicht für Trübsalblaserei sorgen konnte – schließlich wurde man vom Einweisungspersonal sehr freundlich empfangen. Das anstehende Wochenende sollte zeigen, dass dieser lockere Umgangston zwischen Offiziellen und Publikum solch entspannter Natur bleiben sollte.
Das Freizeitangebot am Festivalvorabend hielt sich in Grenzen und war auf den vom Hurriccane importierten "Titty Twister" beschränkt. Musikalisch eher schlecht als recht oder auch massenkompatibel als alternativ wurden hier mit Bier und Tanzmusik die Urinstinkte der Festivalbesucher bedient. Das eigentliche Festivalgelände blieb den Besuchern vorerst noch verschlossen und so hatte man am Freitag abend erstmals im Jahre 2003 die Gelegenheit, die typische Festivalcampingplatzathmosphäre zu geniessen und zwischenmenschliche Kontakte zu knüpfen.
Samstag zeigte sich das Festivalgelände in einem etwas anderem – nämlich vom Sonnenaufgang getränktem Licht. Das Auge des Betrachters erblickte nun die weiteren Einrichtungen vor Ort, wie zum Beispiel den Dusch- und Toilettenkomplex, welcher unter dem Motto "Shit & Shower for Charity" lief. Benutzer von Dusche und WC konnten auf freiwilliger Basis für die Benutzung der Einrichtungen bezahlen, die Einnahmen hieraus sollten einem guten Zweck zukommen. Erbärmlich, dass besagtes Geld letztendlich von einem – in diesem Fall wohl ungebetenem – Gast entwendet wurden. Auch das Gelände war nun geöffnet und neben den üblichen Ständen von Trashmark & Co fanden sich eben solche von unterstützenswerten Organisationen wie PeTA oder Greenpeace. Hauptaugenmerk allerdings die beiden Bühnen, welche nach dem Twinstage Prinzip direkt nebeneinander aufgebaut waren. So konnte der musikalische Ablauf perfekt organisiert werden, niemand lief Gefahr, eine Band nicht sehen zu können, da es keine Überschneidungen gab. Nach einem Konzert bewegte sich die Masse einige Meter weiter, um dem nächsten zu lauschen. Etwas zu lückenlos leider, denn ab und zu wäre eine kleine Pause von 10 Minuten zwischen den Auftritten doch wünschenswert gewesen.
Um 10.30 Uhr hatten BOMSH die Ehre, dass erste Berlinova zu eröffnen. Gefolgt von MUFF POTTER und COSMOTRON wären planmässig STRUNG OUT an der Reihe gewesen, Stimmung zu verbreiten. Deren Bus allerdings zog es vor, irgendwo im Nirgendwo einen Straßengraben zur Übernachtung aufzusuchen. Der Band gelang es allerdings, mit den BOUNCING SOULS einen mehr als ebenbürtigen Ersatz auf das Gelände zu dirigieren. Diese hatten an diesem Samstag ein Gastspiel in Hamburg und schauten spontan auch noch in Luckau vorbei, wo sie anfangs für verduzte, später aber für hocherfreute Gesichter sorgten.
Es war 13 Uhr, als die britischen Newcomer HELL IS FOR HEROES die bereits glühenden Wände der Dixieklos zum erbeben brachten und ihren Bekannt- wie Beliebtheitsgrad hierzulande hoffentlich ein wenig steigern konnten. READYMADE lieferten einen soliden Auftritt und erfreuten sich einer zunehmend größer werdenden Menschenmasse vor der Bühne, bevor dann die Aachener PALE vor einer erstaunlich großen Kulisse mitsingender Fans einen wie nicht anders erwartet guten und Sympathischen Auftritt auf der VisionsStage ablegten. Erstmals richtig Arsch traten anschliessend THE HELLACOPTERS auf der benachbarten FritzStage und sammelten dabei ordentlich Pluspunkte für das "Die-Bands-auf-dem-Berlinova-waren-alle-toll" – Konto. Ganz anders hingegen die folgenden ALTERNATIVE ALLSTARS um Claus Grabke, welcher des Öfteren lieber nichts – anstelle des dargebotenen – gesagt hätte. Die DONOTS machten aber diese Wehrmutstropfen weder wett und überzeugten mit einer wirklich guten und wie gewohnt routinierten Show das Luckauer Publikum.
Leider verletzungsbedingt kurzfristig absagen mussten die SPORTFREUNDE STILLER aus München, für diese ebenso kurzfristig einspringen taten die Berliner BEATSTEAKS, welche auf dem Berlinova selbstredend ein Heimspiel absolvierten und folglich recht selbstbewusst auf der Bühne standen. Bei Sänger Arnim war es schon etwas viel des Guten und schlug fast in eine gewisse Arroganz um, welche die hochgradige Qualität des Auftritts allerdings nicht schmälern konnte. Mit MIA. verhielt es sich ähnlich wie mit Grabke und Co, bevor GENTLEMAN mit seiner FAR EAST BAND den wohl mitreissendsten und besten Auftritt des ganzen Festivals ablieferte. Bei KETTCAR dann eine ähnlich riesige Menschenmasse wie bei GENTLEMAN vor der Bühne, die sich mit deutschsprachiger Popmusik aus Hamburg durch den Sonnenuntergang führen liess. Wohl kaum eine andere Band wäre zu dieser Uhrzeit passender angesetzt gewesen. NoFX schließlich gaben noch einmal ordentlich Gas und stellten ihr neues Album erstmals einem deutschen Publikum vor – und machte diesen ihren Job verdammt gut.
Der Sonntag wurde ein "lazy Sunday afternoon", an welchem uns ein paar Bands weniger aus den Zelten locken konnten. Als vielversprechendes neues Motor-Signing eröffneten also THE MONOCHORDS rotzig rocknrollig den ebenfalls sehr sonnigen Tag und konnten die hohen Erwartungen nur bedingt erfüllen. Mit der Zeit wurde es langweilig, die Abwechslung fehlte den noch recht spärrlich erschienenen Festivalgästen, welche zum Großteil wohl aber doch recht begeistert von dieser Band zu sein schienen. Auch die TERRORGRUPPE begeisterte ihre zahlreichen Fans, allerdings mit einem oft gesehenem Standardreportoire mit altbekannten "Hits" wie dem Skateboard, welches wichtiger als Deutschland ist. BOYSETSFIRE liessen es sich nach Dauerpräsenz in deutschen Landen auch nicht nehmen, das Berlinova zu besuchen und begeisterten wie gewohnt, wenn auch deutlich wurde, dass die Band um Nathan Gray eher in einen Club als auf eine Festivalbühne passt.
Abschliessend liessen es sich die Berlinoveraner, ihr Festival mit großartigen Konzerten zu beenden. Da waren noch THE STREETS, TRICKY und die Berliner Dancehall Caballeros SEED, welche noch einmal ein wahres Freudenfest auf dem Gelände entfachten. Ein würdiger Abschluß, welcher gleichzeitig noch einmal den Abwechslungsreichtum des Festivals unterstrich.
Rückblickend eine grandiose Festivalpremiere mit vielen großartigen Konzerten, nicht zu vielen aber dafür durchweg sympatischen Gästen und einer lockeren und gleichzeitig professionellen Organisation auf einem sich als geeignet erwiesenen Militärflughafen – kurzum: Das war super und man kann jetzt schon auf das Berlinova 2004 gespannt sein!

Nevermore – Enemies Of Reality

26. Jul 2003 | von Deniz

Die Metalgötter aus Seattle sind zurück, um uns mit ihrem bereits fünften Streich mal wieder an die Wand zu blasen.Nevermore ist einfach eine hammergeile Metalband, die sich mit ihrem eigenen Sound in keine wirkliche Schublade stecken lässt. Ihre Musik hat Power ohne Ende, düstere Gefühle, wirre Melodien und technisches Können allererster Güte. Also gnadenlose Riffattacken, mörderische Drumteppiche und ein Sänger, der sich den gesamten Weltfrust aus der Seele singt, schreit und wimmert. Das gute dabei ist, Nevermore klingen nicht gewollt modern und auch nicht altbacken, sondern machen einen Sound, der das Beste vom Besten natürlich und scheinbar superlässig vereint.
Und so ist ?Enemies Of Reality? (Century Media Records) mal wieder Nevermore in Vollendung, höchste Kunst auf härtester Ebene. Mit ?Dead Heart in A Dead World? haben die Seattlelaner ein ultimatives Meisterwerk in Sachen Metal vorgelegt, das kaum zu toppen ist. Nicht mal von ihnen selbst. Das brauchen sie auch nicht, denn der neue Silberling bleibt vielleicht einen Millimeter hinter dem Vorgänger zurück. Das heißt, ?Enemies Of Reality? ist gewohnt genial und dürfte jeden Nevermore-Fan glücklich machen.
Gleich der Opener und Titeltrack lässt die Kinnlade runterknallen, und zeigt das gesamte Nevermore-Reportoire auf: Höllische Rifforkane, ein lässig aber hart wirbelnder Schlagzeuggroove, ein famoses Solo und ein wahrlich großer Gänsehaut-Refrain. Mit den gleichen Zutaten geht es auch auf dem Rest des Albums weiter. Einzig und allein die großartigen Refrains bleiben bei dieser CD ein wenig auf der Strecke, und sind auch der Grund dafür, warum dieses Album den Vorgänger vielleicht nicht toppen kann. Egal, machen wir weiter. Denn auch der nachfolgende Track ?Ambivalent? macht mit seiner abgefahrenen Struktur keine falschen Gefangen. Das verschachtelte ?Never Purify? zeigt Nevermore mehr von ihrer progressiven Seite, während man mit der schön treibend eingängigen Halbballade ?Tommorrow Turned Into Yesterday? eine kleine Verschnaufpause einlegen kann, bevor es mit ?I, Voyager? rasant weitergeht. Messerscharfes Riffing und ein saugeiler Beat bevor der schmerzliche Gesang von Warrel Dane einsetzt. Der Hammer! ?Create The Infinite? ist eine schnörkellose Riffwalze, die keine Gnade kennt. Umso mehr der Nachfolgende Track ?Who Decides?, der nach gewittrigem Anfang in gefühlvolle Gitarrenleads und theatralisch harmonischem Gesang übergeht, um im Refrain wieder in den ultratiefen Sound der Gitarren einzutauchen. ?Noumenon? ist weniger ein Song, sondern eher eine spannungserzeugende Überleitung zum letzten Song ?Seed Awakening?, bei dem es wieder die thrashige Nevermore-Vollbedienung gibt. Ein Krönender Abschluss eines mehr als amtlichen Metalbretts.
Was man zu dem Album noch sagen kann, ist, dass die Songs teilweise mehrere Durchläufe brauchen, damit sie die volle Wirkung entfalten können. Aber leichte Kost, war die Musik der fünf Maniacs ja noch nie.
Vielleicht mag ?Enemies Of Reality? nicht 100%ig an die Genialität des Vorgängers ankommen, aber man soll ja nicht immer vergleichen. Und wenn man das so sieht, dann ist ?Enemies Of Reality? schlicht und einfach ein geniales Album und sollte ganz oben auf der Einkaufsliste eines jeden Metalfans stehen.

The Assistant – we'll make the roads by walking

25. Jul 2003 | von Jakob

?The Assistant? gehen mit ihrer neuesten Platte, ?we?ll make the roads by walking?, genau den Weg weiter, den sie schon mit dem Debüt-Album und der darauf folgenden Split-Single (mit ?Scarlet Letter?) beschritten haben.
Was man hier geboten bekommt, ist sehr metallastiger Hardcore mit viel Geschrei und seltenen Gesangseinlagen. Das Ganze ist Bands wie ?Converge? und ?You and I? (was übrigens die Vorgängerband von ?The Assistant? ist) nicht unähnlich. In den wenigen ruhigen Parts erinnert es mich irgenwie auch ein bisschen an ?…trail of dead?. Der große Unterschied zu ?You and I? ist jedoch der hohe Metalanteil von ?The Assistant?. Meiner Meinung nach könnte es auch ruhig etwas weniger davon sein, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache.
Die Midtempo Parts sind auf jeden Fall viel kraftvoller und emotionaler als das (Chaos-) Geknüppel.
Bei den ersten drei Songs bekommt man erst mal die volle Screamo Kelle in die Fresse. Das ist alles so brachial, dass einen die wenigen ruhigen Stellen erst mal durchatmen lassen, bevor der Screamo/Metal Orkan wieder losbricht und alles niederreißt.
Mit dem vierten Song wird es dann etwas ruhiger, aber nicht minder emotional. Es wird sogar gesungen! Für mich ist das der beste Song der Platte, und das nicht wegen des Gesangs, sondern wegen dem mehrstimmigen Geschrei am Ende. Der Song ist echt der Hammer.
Insgesamt findet man sieben Songs auf der CD, diese sieben Stücke haben aber immerhin eine Gesamtspielzeit von über 45 Minuten! Das Booklet ist mit Kommentaren bzw. Erklärungen zu den Songtexten versehen. Sehr gut, diese Band macht sich also Gedanken über das was sie singen. So sollte es sein!
Als Fazit lässt sich sagen, dass ?we?ll make the roads by walking? ein gutes Album ist, aber nicht an die übermächtigen Releases der Vorgängerband ?You and I? rankommt. Dennoch ist das Album ein Pflichtprogramm für all diejenigen, die sonst gerne ?Converge?, ?Uranus? oder eben auch ?You and I? hören und das nicht zuletzt wegen des guten Booklets.

Generators – Exess Betrayal…and our dearly departed

25. Jul 2003 | von Robert

Die Generators sind vielleicht eine der vielversprechendsten Bands aus dem Hause People Like You. Mit ?Exess Betrayal…and our dearly departed? liegt nun die neu Langrille der Ruhrpöttler vor, die dieses deutlich unter Beweis stellt. Allerdings Vorsicht, denn ?Exess Betrayal…? ist keine CD, die sich gleich vom ersten Moment dem Hörer erschließt, sondern bei jedem weiteren Durchlauf seine gesamte Kraft entfaltet, und die ist letztendlich gewaltig.
Den Generators gelingt es auf ?Exess Betrayal…? eine einmalige leicht düstere Atmosphäre zu schaffen und diese mit schönem Punk angehauchtem und melodiösem Rock`N Roll zu untermalen. Alles verstanden? Nein? Macht auch nichts, denn viel erklären kann man diese Platte nicht, man muss sie einfach hören. Anspieltipps sind übrigens ?Out of the shadows? und ?Thirty seconds?.
Es ist einfach ein verdammt cooles Teil was die Generators gezaubert haben, da sie aus der Masse der Punk`N Roll Bands durch den düsteren Einfluss, aber auch durch die gesamte Atmosphäre der Platte herausstechen. Also Kerzen an, Generators in den CD-Player und dann kann es losgehen mit einem gemütlichen Abend. Weiter
so!

The Apers – The Buzz Electric

25. Jul 2003 | von Robert

Aus unserem nordwestlichsten Nachbarstaat kommen bekanntlich eine ganze Reihe an interessanten und guten Bands. Auch The Apers ist eine von diese. ?Buzz Electric? heißt ihr aktuelles Album, welches via Stardumb Records auf den Markt kam. Und die vier Holländer zünden auf diesem Werk wirklich ein fulminantes Rock`N Roll Feuerwerk.
Das ganze erinnert natürlich schon irgendwie an die Hellacopters, weil auch Gitarist Jerry Hormone, dem Sänger und Gitaristen der Schweden … verdammt ähnlich sieht. Doch die Apers bringen auf ?The Buzz Electric? auch eine gehörige Spur Punk mit ins Boot, wodurch man sagen kann, dass sie wie eine Mischung aus den Ramones und den Hellacopters klingen. Und sie machen ihre Sache auf diesem rotzigen Werk recht gut. Das einzige was ein wenig fehlt ist die Abwechslung, aber wen hat das denn schon bei den Ramones gestört? Dann wird es auch niemanden bei den Apers stören.

Plans Mistaken for Stars – Fucking Fight EP

25. Jul 2003 | von Robert

Mit ?Fucking Fight? legen Plans Mistaken for Stars hier via Ignition Rec. ihre neue EP vor. Allerdings befinden sich mit ?Fucking Fight? und ?The part you left out? lediglich zwei Songs auf dieser EP. Dadurch wird es sehr schwierig Plans Mistaken for Stars richtig einordnen zu können. Fakt ist, dass diese zwei Songs schon recht gut gefallen und irgendwo zwischen Hot Water Music, Grade und Small Brown Bike liegen. Ne wirklich, beide Songs sind außerordentlich gut und langsam keimt so ein bisschen Wehmut in mir auf, dass hier nur zwei Songs auf dieser Mini CD enthalten sind, denn ich hätte noch gerne mehr gehört. Allerdings gibt es auch einen Unterschied, während ?Fucking Fight? eigentlich nur in Richtung HWM geht, kommt bei ?The Part you left out? noch eine Spur EmoCore mit dazu, was die Musik von Plans Mistaken for Stars nur noch interessanter macht und einfach die Lust nach mehr weckt. Da werd ich wohl auch dringend mal reinhören müssen, in eine Full Lenght von PMFS, weil das hier macht Laune und eigentlich kann ich die Band nur empfehlen.

Northshore – Get grip through family

25. Jul 2003 | von Robert

Spätestens seit Bands wie The 4 Sivits oder Full Speed Ahead wissen wir, dass Hardcorebands aus dem Osten unbedingt beachtet werden müssen und insbesondere, dass dieses noch zu selten geschieht.
Genauso verhält es sich mit Northshore, welche via Eastcore ihr Erstlingswerk herausgebracht haben und auch bei einigen Konzerten der letzten Tour von ATWI und TVTIS mit von der Partie waren. Auf jeden Fall kann man sagen, dass Northshore auf diesem Erstling eine gute und interessante Portion Hardcore abgeliefert haben. Das Ding macht von der ersten bis zur letzten Minute Spaß, auch wenn es bei der Produktion sicherlich noch Abzüge gibt. Aber ansonsten fetzen die 10 Songs in bester H20 oder Ignite Manier durch den CD-Player, aber ohne als Plagiat zu wirken, denn gerade durch den Gesang und die Melodie, die sich Northsore bewahren, schaffen es die Jungs aus Leisnig ihre eigene Note zu kreieren. Gutes Debüt, jetzt heißt es, dass Teil noch gut vermarkten und wir werden bald mehr hören, Potential besitzen Northshore alle Mal!

JR Ewing – Ride Paranoia

25. Jul 2003 | von Robert

Auf GSL Records veröffentlichten die Noise und Sreamo Hardcorler mit emotionalem Einschlag JR Ewing aus Norwegen, ihre letzte und neueste CD ?Ride Paranoia?. 13 Songs befinden sich bei den Osloern auf der CD. Geboten wird, wie gesagt eine Mischung aus emotionalem Hardcore, leichtem Emocore Einschlag und einer gehörigen Portion Screamo, die wie ich finde seines gleichen sucht. Es gibt auf dieser CD keine Ausfälle, jeder der 13 Songs fetzt ziemlich. Aus diesem Grunde ist, wie ich finde, ?Ride Paranoia?, eine wirkliche gute Platte geworden. Anspieltipps und unmittelbare Highlights sind mit Sicherheit ?when you´re gone?, ?naked pavements? und ?and introduction to…?.
Hier liegt also eine ausgezeichnete Platte vor, die besonders Fans aus dem Hardcore- und Emocorebereich gefallen dürfte, aber auch Fans von Bands wie The Refused, die mir spontan als beste Vergleichsband einfallen, durchaus gefallen sollte. Zugreifen!

Shattered – Paradise Regrained

25. Jul 2003 | von Robert

Hinter Shattered verbergen sich fünf junge Belgier, die sich mit ihrer zweiten MCD ?Paradise Regrained? einen Weg auf den Hardcore-Olymp erkämpfen wollen. Doch so ganz funktioniert das nicht, denn keiner der vier Songs will so recht zünden. Gründe dafür sind schnell ausgemacht. Zum einen fehlt mir die Innovation der Belgier, zum anderen kann man mit dieser Art der Hardcoremusik nach meiner Meinung noch kaum jemanden hinter dem Ofen hervorlocken. Musikalisch ist das hier eine totale Kopie von Größen wie Biohazard, oder vielleicht auch noch von Madball, doch Biohazard sind schon als Vorbilder klar auszumachen. Bei mir sträuben sich bei Bioahazard schon ein wenig die Nackenhaare, denn ich bin sicherlich kein Fan der prolligen Brooklyn Hardcorler. Auch wenn die prollige Note Gott sei dank bei Shattered fehlt, fehlt leider auch die Eigenständigkeit, die viele Oldschool Hardcore Bands ausmacht. Shattered schaffen es nicht, eine eigene Note der Hardcoremusik aufzudrücken und somit bleibt der Hardcore-Olymp in unerreichbarer Ferne.