Was hier klingt wie ein Pasta-Rezept ist in Wirklichkeit das neue Album der Minnies aus Mailand / Italien. „Un´Estate Al Freddo“ (Heartfelt Records) heisst übersetzt „Ein Sommer im Kalten“, und in den Sommer gehört dieses Album auch. Minnies spielen relativ schnellen, sauber umgesetzten Punk mit einem winzigen Hauch Emo. Die Texte sind bis auf gelegentliche Satzfetzen auf italienisch (so schreckt man dann manchmal aus der Monotonie des Nix-Verstehens auf, weil man das eine oder andere bekannte Wort erhascht hat), was dem ganzen noch einen gewissen Charme verpasst. Leider schafft die Band es jedoch nicht, meine anfängliche Aufmerksamkeit über das zehn Songs umfassende Album bei der Stange zu halten. Die Geschwindigkeit bleibt irgendwie stets gleich, und die Melodien klingen auch alle sehr ähnlich. Spieltechnisch ist diese Band allerdings wirklich gut, nur hätte ich mir hier und da ein bisschen mehr Abwechslung gewünscht.
„Keine weitere Veröffentlichung aus der scheinbar kein Ende nehmenden Emo / Punk Schublade, sondern eine Band mit einer Platte, die ganz nah dran ist am Leben. Authentizität. Mehr als ein Schlagwort. Kernpunkt und Basis.“, sagt mir der blumige Infotext zu dieser Band. Naja, das stimmt natürlich, wie in den meisten Fällen, alles kein Stück. Wie gesagt, die Band versteht ihr Handwerk, aber bis auf die exotisch anmutenden italienischen Texte ist dies für mich eine weitere eher abwechslungslose Punkplatte von vielen, auch wenn die Songs alle ihre netten Momente haben.
Minnies - Un´Estate Al Freddo
30. Sep 2003 | von SebastianCargo City - Life Without Sunglasses
30. Sep 2003 | von ChrisDie Welt braucht Bands wie CARGO CITY, die Musik spielen fernab von angesagten Strömungen. Bands, nach deren Konzerten man gut gelaunt vor die Tür tritt und wünscht: ?Hoffentlich werden die mal bekannter, sie hätten`s verdient.?
Die fünf Jungs sind eigentlich schon bekannt ? wenn auch nicht unter ihrem aktuellen Bandnamen. Bis 1999 spielten sie als BOILER im Vorprogramm von Formationen wie BIOHAZARD, SICK OF IT ALL oder SAMIAM ihren Hardcore-Emo-Punk. Irgendwann nach zwei veröffentlichten Alben zog es die fünf Stuttgarter dann back to the roots. ? Zum Boogie-Rock, wie sie ihre melodiöse Mischung aus aktuellem Pop und 70er-Retro- sowie 80er- Schweinerock selbst beschreiben. Die 11 Songs ihres Debüts ?Life Without Sunglasses? treten niemandem auf den Schlips, haben lustige Texte und klingen wunderbar relaxed. Das geht ins Ohr, beschwingt und macht sich mit jedem Durchlauf unentbehrlicher.
?Life With Sunglasses? ist über das bandeigene Label St. Mary Records erschienen und kann nur über die Homepage der Band (www.cargocityband.de) oder auf Konzerten bezogen werden. CARGO CITY sind (noch) ein Geheimtipp ? endlich wieder eine Band ganz für uns alleine…
The Quill - Hooray! It's A Deathtrip
30. Sep 2003 | von Chris?Hooray! It`s A Deathtrip!? Ja und was für einer! Traurig, dass SOUNDGARDEN und KYUSS das Zeitliche gesegnet haben? ? Dann führt Euch THE QUILL mit ?Hooray…? (SPV) ohral ein, denn diese Band muss die Reinkarnation zu Lebzeiten sein: eine Mischung aus arschfetten MONSTER-MAGNET-Gitarrenwänden, KYUSS-Melodien und SOUNDGARDEN-Gesang. Wirklich verblüffend, was Sänger Magnus Ekvall da aus seinen Stimmbändern herauszaubert: Der Mann hat den Grunge mit Löffeln gefressen, scheint es, und eine Portion 80er-Metal-Bräu hinterhergespült. Gemeinsam mit Gitarrist Christian Carlsson bildet Ekvall das Fundament der Band. Um die erdigen Bass-Lines kümmert sich Roger Nilsson, bekannt durch seine Arbeit bei SPIRITUAL BEGGARS und ARCH ENEMY auf deren Amiland-Tour. Mit Death Metal hat THE QUILL aber rein gar nichts zu tun ? Rock`n`Roll ist das Stichwort: Fett, lebendig und retro, nicht Innovationspreis-verdächig aber durchweg klasse. Das mittlerweile vierte Album der Skandinavier wirbelt den Dreck von den Boxen und macht einfach Laune. Kramt die Holzfäller-Hemden raus und wirbelt die fettige Mähne!
The Agony Scene - The Agony Scene
30. Sep 2003 | von ChrisAuhaua-ha, die sind angepisst. THE AGONY SCENE ist eine neue Band aus Oklahoma und debütiert mit ihrem selbstbetitelten Album bei Century Media. Schon mal was von Zwischentönen gehört? Die fünf Jungs anscheinend nicht, mit wenigen Ausnahmen regiert der Dampfhammer. Gesanglich wurzelt Sänger Michael Williams im Black Metal, der Sound mischt Knüppel-Core mit dunklem Metal Marke Thrash. Technisch bewegen sich THE AGONY SCENE auf hohem Level, das Album wird mir gegen Ende dann allerdings doch zu eintönig. Dass die Band ursprünglich aus dem Hardcore-Bereich kommt, hört man noch hier und da (z.B. ?Vivid?), die Tatsache reißt das Steuer aber auch nicht herum.
?Paint It Black? von den ROLLING STONES ist als Cover-Extrem-Version vertreten, mehr als ein belustigtes Lächeln bewirkt der Stampfer bei mir allerdings nicht. Mein Kopf nickt im Takt, mein Mund verzieht sich zu einer Grimasse, und trotzdem springt der Funke nicht richtig über. - Leider die Schwäche von ?The Agony Scene?, auch wenn ich die Scheibe garantiert noch mal hören werde.
Nayled - The Phantom E.P.
30. Sep 2003 | von ChrisNAYLED kommt aus Buxtehude und beschäftigt fünf Bandmitglieder. Die aktuelle EP umfasst 5 Tracks, wurde im Soundlodge-Studio produziert und heißt ?Phantom E.P.?. Soviel zu den trockenen Fakten. Überraschenderweise klingt das Teil recht amtlich für ein Demo, und auch die Songs gefallen mir überdurchschnittlich gut. Zeitgemäßer Metal-Core verbindet sich mit einigen Death-Metal-Zitaten zu einem recht eigenständigen und gefälligen Sound. Man merkt den Jungs an, dass sie in ihren Bands MEPHISTOPHELES, RADICAL CHRLEADING SQUAD und NECKSHOT (alles nie gehört) bereits Erfahrungen gesammelt haben. Die beiden Gitarristen machen sich gut ? der eine sorgt für eine fette Power-Chord-Basis, der andere flirrt Melodien darüber. Das Zusammenspiel ist ohne Tadel, die Songs treten Arsch und halten neben kürzeren Blastbeat-Attacken (guter Schlagzeuger!) auch Melodien parat.
Wenn auch alles schön tight klingt, so muss ich dennoch Kritik an Sänger Marc üben. Die durchschnittliche Variabilität seiner Stimme führt leider zu einigen kleinen Ausrutschern und somit zu einem Abzug in der Gesamtnote. Wenn hier noch mehr gearbeitet wird, sollte dem angestrebten Platten-Deal aber nicht mehr viel im Wege stehen.
Die CD gibt`s für 5 Euro über www.nayled.de
P.S.: "Ansonsten wäre es cool von Euch ein Objektives Review zu schreiben. [...] Also reinhauen." - Bei solchen Aufforderungen ziehe ich sonst von vorne herein 'nen Punkt ab. Sagt mir nicht, wie ich meine Arbeit machen soll und arbeitet lieber an `ner vernünftigen und fehlerfreien Band-Info, Suckerz …!
Bouncing Souls - Anchors Aweigh
30. Sep 2003 | von RobertMit ?Anchors Aweigh?, via Epitaph/SPV herausgekommen, liegt mittlerweile das vierte Full Length Studioalbum der amerikanischen Melodiccore Punker Bouncing Souls vor. Und ähnlich wie der letzte Output ?How I spent my summer vacation? ist den vier Jungs aus … ein richtig gutes Werk gelungen.
?Anchors Aweigh? hat einfach alles, was ein gutes Werk der Bouncing Souls ausmacht. Drive, viel Schnelligkeit, mitreißende Texte, schöne Melodien, ja fast ein wenig Sexappeal, was auch die hervorragende Stimme von Michael Mc Dermott ausmacht. Wie immer wechseln sich die melodischen Songs mit Songs im HC/ Punk Stile ab, ohne allerdings die eigentliche melodische Schiene zu sehr zu vernachlässigen. Man kann einfach zusammenfassen, die Bouncing Souls 2003 klingen besser denn je. Ihnen ist mit ?Anchors Aweigh? eine wahrlich herausragende Scheibe gelungen, die noch Highlights wie ?Inside out?, ?Better Days?, ?Born Free? und ?I Get lost? beinhaltet, was die Platte noch mehr hervorhebt. Ein sehr gutes Teil, welches es aber immer schwerer macht, beim nächsten Werk noch eins draufzusetzen. Allerdings habe ich auch schon beim letzten Output ?How I Spent…? gesagt, diese Platte wird schwer zu toppen sein. Doch ?Anchors Aweigh? belehrt mich eines besseren. So bleibt nur zu sagen, legt euch diese Scheibe zu und hoffen wir, dass die nächste Platte der Bouncing Souls noch einmal ein bisschen besser wird!
Rancid - Indestructible
30. Sep 2003 | von RobertWer kennt sie nicht die Vorzeige Punker von Rancid, zusammengesetzt aus Tim Armstrong, Lars Fredriksen, Matt Freeman und Brett Reed. Und wie viel war doch geredet worden, nach dem bekannt geworden war, dass Rancid zu Warner gewechselt waren, doch irgendwie sind sie das dann auch nicht wieder richtig und so blieb ein leicht verwirrter Fan zurück, der sich dennoch auf das lang angekündigte neue Album tierisch freute.
Und was soll ich sagen, jetzt wo ?Indestructible? endlich vorliegt, ist es sicherlich eins der Albumhighlights des Jahres. Denn ?Indestructible? rockt einfach so was von das Haus, besticht durch tolle Songs, Melodie und Ohrwürmer, ohne das Sozialkritische zu vernachlässigen.
Doch der Reihe nach, insgesamt sind 19 Songs auf ?Indestructible? enthalten. Alle 19 Songs werden in einer Mischung aus Punkrock, mal weniger mal mehr melodisch vorgetragen, manchmal mit leichten Skaeinflüssen versehen, wie ?Red Hot Moon? beweist. Doch auch die restlichen Songs können sich sehen lassen, kein Songs muss sich verstecken. Absolute Ohrwürmer sind das bereits angesprochene ?Red Hot Moon?, ?Fall Back Down?, ?Memphis?, das extrem sozialkritische und langsame ?Django? und ?Born Frustrated. Letztlich sind aber alle Songs auf dieser großartigen Scheibe Highlights.
Sah es nach den letzten beiden Scheiben ?Life won´t wait? und ?s/t? von Rancid so aus, als wäre der Zenit dieser Band vielleicht schon erreicht, beweist ?Indestructible? eindrucksvoll das Gegenteil und kann sogar am vielleicht besten Album der Band ?Out come the Wolves? nahtlos anknüpfen und mit Songs wie ?Time Bomb? oder ?Olympia? können so einige Songs dieser Platte beinahe mithalten. Es ist der reinste Wahnsinn, wie eindrucksvoll sich Rancid zurückgemeldet haben. Diese Band ist einfach Spitzenklasse und ich kann einen Kauf dieser famosen Scheibe jedem nur mehr als wärmstens ans Herz legen.
Backfire - Change the Game
30. Sep 2003 | von RobertVia I Scream Records kam vor kurzem das neueste Werk der niederländischen Oldschool Hardcoreler von Backfire! auf den Markt. Und die Combo, die nun seit gut 9 Jahren existiert, macht auch auf dem neusten Werk wieder eine extrem gute Figur. Natürlich erwartet den Hörer wieder leicht prolliger Holland Oldschool, was auch die Gastvocals von Billy Graziadei (Biohazard) und Freddy (Madball) beweisen.
Doch, wenn man das mal ausklammert, so haben die Holländer wieder einmal ein gutes Stück Hardcore im Stile von 25 Ta Life, Warzone und Madball erschaffen, der einfach nur richtig in die Fresse ballert und keine Kompromisse zulässt. Die Jungs lassen es einfach tierisch krachen, überzeugen und so kann man schon mal über das doch sehr prollige Gehabe von Backfire! hinwegsehen, auch wenn es den Gesamteindruck ein wenig schmälert.
Kinison, The - Mortgage Is Bank
30. Sep 2003 | von SebastianThe Kinison sind der jüngste Neuzugang bei Fearless Records, und die Debut-EP der fünf Jungs hat es in sich. Was hier geboten wird, klingt zu guten Teilen wie eine furiose Mischung aus At The Dive-In, Glassjaw und Refused. Treibender Posthardcore vermischt sich mit härteren Breakdowns, darüber kreischt sich der Sänger die Seele aus dem Leib, nur um im nächsten Augenblick in einen Gesang überzugehen, der oft dem Sprechen näherkommt als dem Singen.
Auch wenn Vergleiche mit oben genannten Bands nahe liegen, bringen The Kinison doch genug eigenes in ihre Musik ein, um jegliche Plagiatsvorwürfe zu entkräften. Besonders angenehm an dieser 5-Track-EP ist, dass die Band es schafft, immer wieder auch melodisch zu werden, ohne jemals poppig zu sein, was ihrer Musik meiner Meinung nach eine wesentlich längere Halbwertszeit verschaffen wird als die von anderen all zu eingängigen neuen Acts aus der „Screamo-Ecke“ (wie beispielsweise Matchbook Romance). Die Songs von The Kinison haben genügend Ecken und Kanten, um sich nicht schnell abzunutzen.
Ich bin zumindest sehr gespannt auf den ersten Longplayer dieser Band, denn bereits die EP verrät, dass hier eine Menge Potenzial vorhanden ist.
Iron Maiden - Dance Of Death
29. Sep 2003 | von OliverNur zwei Songs unter fünf Minuten, gar vier über sieben ? Iron Maiden haben ihrem auf den vorigen Alben schon angedeuteten Faible für Überlänge auf Dance Of Death weiter gefrönt und pendeln sich bei der Durchschnitts-Songlänge langsam aber sicher bei sechseinhalb Minuten ein. Fast jeder Song ein Epos, der ähnlich wie Fear Of The Dark oder Brave New World bedächtig anfängt, sich gemächlich steigert und schließlich in einem Gitarren-gewitter entlädt. Das zeugt zwar von Klasse, wird auf Dauer aber auch etwas langweilig. Besonders, weil die kurzen, knackigen typischen Maidenhits leider etwas unterrepräsentiert sind. Einzig die Kracher Rainmaker und New Frontier sowie die Single Wildest Dreams sind doch etwas wenig ? zumal bei dieser der Chorus doch arg ans Nervenkostüm geht.
Sound und Songwriting sind der Fear Of The Dark sehr ähnlich, mit der sich Maiden 1992 vom Sound der Achtziger verabschiedet hatten. Mehr als einmal fühlt man sich an From Here To Eternity oder Afraid To Shoot Strangers erinnert. Zwischendurch blitzt allerdings auch immer mal wieder die (ganz) alte Klasse auf: Hier ein Solo, da ein Riff, das einem verdächtig bekannt vorkommt, und schon erwischt man sich dabei, wie man vergnügt Number Of The Beast oder Powerslave vor sich hin pfeift.
Eine Powerslave oder auch eine Seventh Son werden Maiden zwar nie wieder schreiben, doch Dance Of Death ist auch so eine gute Scheibe geworden, die als direkter Nachfolger von Fear Of The Dark und Brave New World gelten kann (die dunkle Bruce-lose Zeit mal außen vorgelassen). Mit Rainmaker und New Frontier sind den Irons zwei echte Hymnen gelungen und No More Lies wird live in einer Reihe stehen mit Hallowed Be Thy Name, Heaven Can Wait, Fear Of The Dark und Brave New World. Mit Journeyman gibt?s sogar noch ne richtig gute Ballade oben drauf. Der Rest ist zwar durchweg gut, aber auch durchweg zu lang.
<b>Fazit:</b> Maiden können nach wie vor die großen Hits und epische Übersongs schreiben und zwischendurch noch immer gute alte Zeiten aufleben lassen. Diese Scheibe ist unterm Strich nicht ganz so gut wie die beiden letzten mit Bruce, dafür ist sie aber näher am Feeling alter Zeiten dran. Nächstes Mal sollten es allerdings zwei, drei Siebenminüter weniger sein. Und bitte auch wieder ein richtiges Maiden-Cover.
Nickelback - The Long Road
29. Sep 2003 | von OliverEins vorweg: Nickelback haben auf The Long Road (Roadrunner) nicht versucht, elf neue How You Remind Me?s zu schreiben ? das wird gleich beim ersten Song Flat On The Floor deutlich, der dermaßen rotzig ins Gesicht geht, dass es eine wahre Pracht ist. Und auch bei Songs wie Believe It Or Not oder Because Of You geht es für Charts-gewohnte Ohren vielleicht etwas zu hart zu.
Bei aller neuer/alter Roughness vergessen Nickelback allerdings nicht ihr unglaubliches Hitpotential: The Long Road verfügt über Hammersongs ohne Ende. Do This Anymore, das live ein echter Kracher werden dürfte, die brilliante Single Someday, das lässige Feelin? Way Too Damn Good oder das Abgeh-Monster Another Hole In The Head zeigen, dass die Kanadier das Hitschreiben keines-wegs verlernt haben. Es fehlt vielleicht nur die ganz große Nummer a?la How You Remind Me. Dennoch werden sich Fans von Silver Side Up auf The Long Road schnell zu Hause fühlen.
Im Gegensatz zum Vorgänger-Album überzeugt die neue Scheibe aber auch als komplettes Album und nicht nur als Hitlieferant. Zwar fehlt hier die potentielle Nummer-Eins-Nummer, doch dafür gibt es ein Album, bei dem jeder Song von Anfang bis Ende knallt und kracht wie nur was. Ausfälle Fehlanzeige. The Long Road schreit danach, die Anlage auf Anschlag zu drehen und es von vorne bis hinten durch zu hören. Immer und immer wieder.
Kommerziell wird das Ganze vielleicht etwas weniger einschlagen als Silver Side Up, weil die Charts nun mal mit Übersingles erobert werden, aber wenn man mir so ein Hammeralbum vorlegt, verzichte ich auch gerne auf die Übersingle.
<b>Fazit:</b> Nach der Hitmaschine Silver Side Up bringen Nickelback mit The Long Road eine Platte an den Start, die sich von vorne bis hinten gewaschen hat und auch locker ohne How You Remind Me auskommt. Ein absolut würdiger Nachfolger. Live wird?s abgehen!
Limp Bizkit - Results May Vary
28. Sep 2003 | von ChrisMan kann zu ihnen stehen, wie man will: LIMP BIZKIT machen keine schlechte Musik. Ihr gelungenes `97er Debüt ?Three Dollar Bill, Y`all$? wurde noch als KORN-Anlehnung verstanden und blieb längere Zeit unbeachtet, bevor sie `99 mit ?Significant Other? eine eigene Liga im Hip-Hop-Meets-Metal-Lager etablierten und diese mit ?Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavoured Water? 2000 erneut bestätigten. Das 2001er Remix-Album ?New Old Songs? brauchte niemand so wirklich, bis nun endlich wieder Neues von Rotkäppchen und seinen 4 Mitstreitern in unsere Charts stolpert: ?Results May Vary" (Interscope) lautet der endgültige Titel des Albums, der vorher neben allerlei anderen Versionen mit ?Panty Sniffer? angekündigt war, harhar…
16 Songs finden sich auf dem Scheibchen, darunter die Cover-Version des THE WHO-Songs ?Behind Blue Eyes? und ein Song mit SNOOP DOGG. Vorab: Die Bizkits könnten Fans verlieren.
Schlecht für die (Fans), gut für mich: Dieses Album hat mehr zu sagen als ?Jump!? und ?Fuck!?, schon rein musikalisch ist man abgewichen von der reinen New-Metal-Schiene. So platt es klingt, aber ?Results May Vary? ist erwachsener als seine Vorgänger. Erstaunlich viele ruhige Nummern befinden sich auf der Platte, die Texte wirken reflektierter und persönlicher als vormals, insgesamt herrscht mehr Abwechslung. Ur-Gitarrist Wes Borland, im Herbst 2001 ausgestiegen, wurde durch Mike Smith (Ex-SNOT) ersetzt ? und auch dieser spielt gerne mit dem Delay-Pedal (?Almost Over?, ?Lonely World?).
Songs wie ?Eat You Alive? klingen einerseits typisch nach LIMP BIZKIT, tragen andererseits aber auch mehr rockige Elemente in sich, die dem Sound eine ungewohnte Intensität verleihen. ?Underneath The Gun? ist als einziger Track schlicht langweilig. Mit ?Down Another Day? erhalten erstmals balladeske Töne Einzug. ?Build A Bridge? überrascht mit akustischer Gitarre ? hier bewegt sich die Band näher als zuvor im Rock-Bereich, auch der zweistimmige Chorus klingt ungewohnt, passt aber sehr gut zum Song. ?Red Light ? Green Light? mit SNOOP DOGG ist einfach klasse, zumal SNOOP immer für einen Lacher gut ist und diesem Lied eine Portion Selbstironie mit Augenzwinkern beimischt.
Ich könnte so fortfahren, doch lange Rede, kurzer Sinn: ?Results May Vary? besitzt in meinen Augen nicht die kurze Halbwertzeit seiner Vorgänger. - Es hat mehr Substanz und variiert mehr Nebentöne. Vermutlich wird genau das die jungen Fans enttäuschen, die sich ein Remake von ?Chocolate…? oder ?Singnificant…? erhofft hatten. Viele jedoch, die mit dem BIZKIT-Zeug aufgewachsen sind und diese Spielweise des New-Metal langsam nicht mehr hören können, werden positiv überrascht sein. Das Album ist klasse, denn die Band hat sich an vielen Stellen getraut, aus der eingefahrenen Spur auszuscheren und versucht, ein neues Kapitel aufzuschlagen.
Vielleicht sollte das hauptsächlich akustisch gehaltene THE WHO-Cover oder das melancholische ?Drown? am Schluss der CD eine Art musikalisches Nicken zu solcherlei Beobachtungen sein. Das wäre spannend für die Zukunft, die mit diesem schönen Album gelungen eingeläutet wurde.
Ill Nino - Confession
28. Sep 2003 | von DenizIll Nino legten mit ?Revolution Revolucion? (2001) das wahrscheinlich letzte interessante Debutalbum einer Nu Metal Band hin. Dementsprechend schlug das Werk auch recht erfolgreich ein und konnte bis heute eine sehr ansehnliche Fanschar um die sechs in den USA beheimateten Südländer versammelen. Der Latino-Metal-Mix aus brachialen Gitarren, percussiven, heftigen Rhythmen und teils brutalem, teils melodischem Gesang, gewürzt mit Einflüssen ihrer südamerikanischen Wurzeln, wie z.B. Salsa-Gitarre, zündete heftigst.
Nach nun zwei Jahren, unzähligen Touren (u.a. im Vorprogramm von Machine Head und P.O.D) und einem kleinen Besetzungswechsel (an der Gitarre und an den Percussions) legt man nun mit ?Confession? (Roadrunner Records) kräftig nach.
Der Hauptunterschied zum Erstling liegt in der detail-orientierteren und melodischeren Ausrichtung der Musik. Ultraheftige Eruptionen, wie sie beim Debut noch dominierten, wurden ein wenig zurückgeschraubt, um Sänger und Goldkehle Christian Machado neben derben Shoutings mehr Spielraum für gefühlvolle Gesangslinien zu geben. Zwar gibt es mit ?Te Amo?I Hate You?, ?Two (Vaya Con Dios)?, ?Life?Lifeless? und ?Re-Birth? wieder Trainingsmaterial für die Nackenmuskulatur, aber der Rest der Songs wird vermehrt mit melodischen, fast schon poppigen Parts aufgelockert, die der Band sehr gut zu Gesicht stehen, wobei gerade Sänger Christian Machado zu glänzen weiß. Man merkt sehr deutlich, dass an dieses Werk sehr durchdacht rangegangen wurde und man auch mehr Mut zu Experimenten hatte, wie der recht poppige aber sehr charmante Song ?Numb? beweist. Die Mischung aus Metal, Latin und Pop stimmt und dürfte diesmal auch einer größeren Zahl Musikfans schmecken.
Anhänger des Debuts brauchen sich aber keine Sorgen zu machen, das Maß an Härte haben sich die Jungs natürlich bewahrt, schließlich sprechen wir hier immer noch von einem Metalalbum, eins das durch Ideenreichtum und Kontraste zu gefallen weiß.
Einen kleinen Minuspunkt gibt es nur für die etwas zu glatte Produktion, der aber nur einen kleinen Kratzer auf einer glänzenden Platte darstellt.
Übrigens gibt es auf der CD noch das Video zur Single ?How Can I Live? zu bewundern. Wer aber die Jungs live sehen möchte, sollte sich die kommende Roadrage Tour angucken, wenn Ill Nino zusammen mit Spineshank und Chimaira zum Mosh-Tanz bitten.
Deadline - Goodlife
27. Sep 2003 | von EmrahSo schnell kann das gehen. 1997 gegründet, 1999 der erste fähige Sänger, 2001 beim Emergenza-Finale gewonnen und 2003 mit Starproduzent Wolfgang Stach im Studio um bei Wea Records/Warner ?Goodlife? zu veröffentlichen. Ich muss zugeben, dass die Band für mich bisher unbekannt war, doch haben sie schon Live-Auftritte im Vorprogramm von Lifehouse, The Get Up Kids, Fu Manchu und bei Rock Am Ring vorzuweisen. Die Berliner Deadline sind weder Alternative, noch Emo, noch irgendwas. Ähnlich wie Hundred Reasons, Rival Schools, A Perfect Circle oder SubUrban Tribe liefern sie ein modern klingendes Feuerwerk ab, dass jedem Fan anspruchsvoller Rockmusik gefallen müsste. Vor allem klingen Deadline kein bißchen deutsch, was in diesem Fall ein kompliment ist. Eigentlich hätten Deadline überalle herkommen können. ?Goodlife? ist ein zeitloses Album, dass man in keine Schublade stecken kann. Mal deftig, mal sanft. Man merkt dem Album an, dass wirklich viel Zeit ins Songwriting investiert wurde. Kein Schnellschüsse, sondern ausgefeilte Melodien und Spannungsbögen. Nur bei den Texten und Songtiteln hätte man sich etwas mehr einfallen lassen müssen. Wie oft hatten wir denn schon ?She?, ?Without You?, ?Talk To Me? oder ?Close Your Eyes?? Tut das denn Not? In der Presseinfo steht, dass die Lyrics über das übliche Jungen-Mädchen-Schema hinausgehen. Das kann aber nicht ernst gemeint sein, oder wie soll ich mir Textpassagen wie ?You´re my Sunhine, you´re the one I need, …., I will never let you go, cause you´re my love? erklären? Dabei ist das Booklet so schön gestaltet, aber bei so klischeehaften Texten schau ich da kein zweites Mal rein. Wie gesagt: die Musik ist wirklich sehr, sehr gut. Mein persönliches Album der Woche!
Mehr Infos unter www.thedeadline.de
Michael Schenker - Forever & More - The Best Of
27. Sep 2003 | von EmrahMichael Schenker gehört zu der Sorte Gitarristen, die zwar schon dutzende von Alben aufgenommen haben, aber nie längere Zeit mit dem selben Line-Up arbeiten konnten. So weiss man auch gar nicht, wo man anfangen soll, wenn es um die musikalische Vergangenheit des Hannoveraners geht. Am ehesten ist Schenker dafür bekannt, dass er einige Zeit bei U.F.O und den Scorpions (wo auch sein Bruder Rudolf immer noch die Saiten zupft) gespielt hat. Auf die unzähligen Solo-Alben will ich hier nicht näher eingehen, weil auch diese unter verschiedenen Namen veröffentlicht wurden. Auch wenn ?Forever And More? (Steamhammer/SPV) den Beinamen ?The Best Of…? trägt, so muss man fairerweise sagen, dass neunzig Prozent der Tracks Live-Aufnahmen seiner letzten Tourneen sind. Liegt wahrscheinlich daran, dass sein aktuelles Label die Rechte an den Originalversionen nicht besitzt. Somit fehlen Klassiker wie ?When I´m Gone? (vom 92´er MSG-Album), doch ganz so schlimm ist es nicht, denn die Live-Songs sind spielerisch und soundtechnisch gut umgesetzt. Dazu wurden ein paar neuere Instrumentals draufgepackt, die für Abwechslung sorgen, denn hier geht Schenker in eine ganz andere Richtung (eher weg vom Siebziger- und Achtziger Hard Rock). Am Ende zählt jedoch eh nur, dass Michael Schenker ein außergewöhnlich guter Gitarrist ist und in seiner über zwanzigjährigen Laufbahn unzählige Klassiker geschrieben hat. Und diese findet ihr reichhaltig auf dieser Doppel-CD. Für Neueinsteiger empfehlenswert, der Rest wird wohl die Originalscheiben bevorzugen.
Sick Of It All - Life on the Ropes
25. Sep 2003 | von RobertEs gibt kaum eine Band aus dem Bereich des Oldschool Hardcore, die erfolgreicher ist als Sick Of It All. Immerzu ausverkaufte Hallen in Europa sprechen da für sich. Und nun liegt das neueste Werk der NY Hardcorehelden vor, auf das mit Spannung gewartet wurde. Denn gerade das letzte Album ?Yours Truly? war doch ein wenig umstritten, da SOIA auf diesem ein wenig mit Crossover und ruhigeren Sounds experimentierten. Doch um es vorneweg zu nehmen, ihr könnt euch beruhigen. Sick Of It All legen mit ?Life on the Ropes? eine wahre Hardcoregranate vor, die letztlich im Grunde nur von ?Scratch the Surface? getoppt wird.
Doch im zum einzelnen: ?Life on the Ropes? kommt via FatWreck, beinhaltet 16 Songs, alles NYHC Perlen, mit einer Spielzeit von gut 38 Minuten und verzichtet auf irgendwelche Experimente. Sick Of It All konzentrieren sich 2003 wieder auf ihre Wurzeln. Schönen, aggressiven Oldschool Hardcore, der teilweise auch mit ein wenig Melodie aufwartet. Mit dieser Musik wurden sie beliebt und mit dieser Musik und diesen Attributen kommen sie nun wieder. Und wie, denn ?Life on the Ropes? ist, wie ich schon erwähnte, für mich das beste Album nach ?Scratch the Surface?, da sowohl die Produktion, aber auch die Songs einfach nur genial sind. Und wie kaum eine andere andere Band schaffen es SOIA such auf ihrem neuen Album, wieder Hits und Mitgröhlsong zu kreieren, die schon ein wenig an ?Step Down? erinnern. Gemeint sind ?For Now? (dieser Song besonders), ?Relentless? und Kept in Check?.
Sick Of It All bringen den Hardcore wieder zum Punkt und schaffen es, sich an ihre Wurzeln zurück zu orientieren. Dadurch ist ?Life on The Ropes? zu einem der Albumhighlights dieses Jahres geworden.
Adam West - God´s Gift to Women
25. Sep 2003 | von RobertWas ist eine Band zu leisten im Stande, die sich nach einem Kultschauspieler der 1970er und 80er Jahre benannt hat, nämlich Adam West, welcher als Batman in der gleichnamigen Kultklatsch Fernsehserie für Aufsehen sorgen konnte. Einiges, denn Adam West gelingt es mit ?God´s Gift to Women? eine wahrlich gute Scheibe auf den Markt zu bringen.
Am besten kann man Adam West beschreiben, in dem man 60er Jahre Garage Punk mit AC DC, Kiss, den Misfits und Iggy Pop kreuzt, denn man erhält ein wahrlich rockendes Ungetüm, welches sich schließlich Adam West schimpft und schon seit einer kleinen Ewigkeit existiert. Genau 10 Jahre nach der Veröffentlichung der ersten Single beweisen Adam West, dass sie ganz oben am Rockolymp gelandet sind, denn diese Scheibe rockt tierisch und auch nach dem zwanzigsten Durchlauf durch den CD-Player fallen keine Schwächen auf.
Der Band aus Washington D.C. gelingt es nach dem doch etwas schlechteren ?1993-99 Rocksteady Adam West?, wieder die Kurve zu kriegen, alte Songs alte Songs sein zu lassen, tierisch drauf loszurocken und musikalisch die Sau rauszulassen. Und wie ihnen das glückt. Ein verteufelt gutes Werk, was Adam West da 2003 gelungen ist.





