Mainstage


Dashboard Confessional – A Mark, a Mission, a Brand, a Scar

31. Okt 2003 | von Sebastian

Mit seinem dritten Album wartet Chris Carrabba mit einer handfesten Überraschung auf: Dashboard Confessional ist jetzt kein Soloprojekt mehr, sondern eine vierköpfige Band. Auch wenn Carrabba nach wie vor für das Songwriting zuständig ist und seine außergewöhnliche Stimme wie gewohnt im Mittelpunkt steht, ist ?A Mark,…? (Vagrant / Interscope) doch durch und durch ein Bandalbum geworden. Während ja beim Vorgänger ?The Places You Have Come To Fear The Most? Bass und Schlagzeug noch sehr verhalten bei gerade mal der Hälfte der Songs eingesetzt wurden und ansonsten vor allem Carrabbas akkustisches Gitarrenspiel den Sound von Dashboard Confessional prägte, gibt es auf dem neuen Album tatsächlich elektrische Gitarren, und es darf auch mal ordentlich gerockt werden. Nur noch die Songs ?Carry This Picture? und ?Ghost Of A Good Thing? erinnern an den bekannten reduzierten Songwriterstil der beiden ersten Alben, der Rest von ?A Mark,…? ist voll instrumentiert. Und ich muss sagen, die neue Ausrichtung steht Dashboard Confessional sehr gut. Durch die Bandkomponente bekommen Carrabbas Songs mehr Drive und Verspieltheit, auch wenn natürlich etwas von der Intensität der früheren Akkustikalben verloren geht. Im ganzen ist ?A Mark,…? eine ganze Ecke beschwingter als alles, was man zuvor von Chris Carrabba gehört hat. Es wimmelt nur so von großartigen Ohrwürmern wie ?Hands Down?, ?As Lovers Go? und ?Bend And Not Break?. Trotz des erhöhten Eingängigkeitsfaktors sind die dreizehn Songs des Albums nach wie vor sehr emotional und songwritererisch sehr gelungen.
Natürlich ist ?A Mark,…? noch wesentlich mainstreamgeigneter als das vorherige Dashboard-Material, und ich höre die ?Sellout? ? Rufe schon bis hier. Aber wenn man bedenkt, wie bekannt Chris Carrabba in den USA ist (immerhin hat er ein eigenes MTV-Unplugged einspielen dürfen), ist die neue Ausrichtung der (wie man jetzt ja sagen muss) Band nur konsequent. Ich persönlich begrüße es ja, wenn Künstler sich weiterentwickeln, und wie hat schon der kürzlich verstorbene Elliott Smith gesagt: ?Es macht keinen Sinn, immer wieder dasselbe Album aufzunehmen?.

10 Fold B-Low – Demo

30. Okt 2003 | von Deniz

10 Fold B-Low ist ein junge Band, die aus dem Kölner Raum stammt und seit 2001 existiert. Der Sound des Fünfers wird auf der Bandeigenen Hompage www.10foldb-low.de recht lustig mit ?Low-Tuned New Old School Metal? beschrieben. Nah dran, aber den Begriff ?Old School? könnte man getrost raus- und dafür das ?New? unterstreichen. Hier vermischen sich alle neumetallischen Härte-Klischees zu einem fiesen und heftigen Cocktail: Corey Taylor-Gebrüll, tiefergestimmte, neuzeitliche Psycho-Gitarren-Riffs, hämmernde Doublebass und sogar weinerliches Gewimmer der Marke Korn wecken Erinnerungen an alte New Metal Klassiker.
Die Songs sind gar nicht mal so schlecht, aber teilweise wird echt dreist geklaut. Eigenständigkeit? Mangelware?Bestes Beispiel: ?Obey? ? klingt verdächtig wie ne Mischung aus Korn zu Debützeiten und Slipknot. Zumindest die Songs ?Bloodshed? (schöne Gitarrenmelodie im Refrain) und ?Pain In Progress? (Neckbreaker) wissen zu gefallen. Wer auf Frustabbau mit rohem Demo-Sound steht, kann ruhig mal die CD abchecken oder auf das im nächsten Jahr erscheinende Full-Length Album warten. Hoffentlich hört man auf der ein paar eigene Ideen mehr.

Infos auf www.10foldb-low.de

Das Imperium schlägt zurück

30. Okt 2003 | von Emrah

Machine Head are back! Und wie! Mit dem fünften Album ?Through The Ashes Of Empires? sind die Bay Area Thrasher so stark wie schon lange nicht mehr. Glücklicherweise fand Frontmann Rob Flynn während seiner Promo-Tour auch Zeit für mainstage.de. Im Interview erzählt der sympathische Sänger, wie alles zustande kam und was er über die Band denkt.

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<b> Meiner Meinung nach geht ?Through The Ashes Of Empires? wieder mehr in Richtung eures 94´er Debutalbums ?Burn My Eyes?.</b>
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Ich höre Elemente von vielen unserer Scheiben. New Stuff, old Stuff und Sachen, die wir vorher noch nie so gemacht haben. Es geht möglicherweise mehr in Richtung von ?Burn My Eyes?, aber wir haben nicht versucht, das Album zu kopieren. Es ist etwas ganz eigenständiges, das möchte ich hier klar stellen.
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<b> Hattest Du genug von runtergestimmten Gitarren, modernen Sounds und New Metal?</b>
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Ich finde nicht, dass wir überhaupt schon Mal diese typischen New Metal-Gitarren hatten.
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<b> Wie kam es, dass du den Metal und Rock der älteren Schule wiederentdeckt hast?</b>
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Ich habe schon immer viele verschiedene Sachen gehört. In letzter Zeit habe ich mich aber viel mit Progressive-Rock aus den Siebzigern und vor allem mit der Band ?Rush? beschäftigt. Alben wie ?Moving Pictures? kannte ich natürlich schon vorher, doch hatte ich mich nie so richtig mit den Siebzigern auseinandergesetzt, wie ich das jetzt getan habe. Da gab es echt verrückte Sachen, die heutzutage leider keiner mehr macht. Dave, unser Drummer, hat mich dazu gebracht, mir die alten Scheiben aus den Siebzigern mal anzuhören. Ich bin total ausgefreakt! Wow! – Musiker, die total unkonventionelle Songstrukturen verwenden. Ausgedehnte Parts, sieben bis acht Minuten lange Songs und sehr viel Kreativität. Das hat mich beeindruckt und das war dann auch etwas, wo ich zu mir gesagt habe: ?So was musst du auch mal machen?. Natürlich ist unsere neue CD nicht mit solchen Sachen direkt vergleichbar, vor allem weil wir nicht so gute Musiker sind. Aber es hat unser Verständnis für Musik erweitert und uns dazugebracht, noch härter und konzentrierter an unseren Songs zu arbeiten. Das war einfach eine große Inspiration, die uns motiviert hat. Wichtig ist immer, dass bei langen Tracks die Energie und der Flow nicht verloren gehen. Bei einigen unserer neuen Stücke denkt man, dass der Song jetzt zu Ende wäre, doch dann kommt plötzlich was ganz neues. Wir haben aber darauf geachtet, dass alles zusammenpasst und wie ein Ganzes wirkt. Das war uns sehr wichtig. Wenn man einen Part rausgenommen hätte, wäre der Song unvollständig gewesen.
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<b> Machine Head gibt es nun seit fast zehn Jahren. Hattest du damals gedacht, dass es euch so lange geben wird? Überrascht dich der Erfolg?</b>
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Dass es uns so lange geben würde, hatte ich schon gedacht. Aber dass wir so erfolgreich werden würden, konnten wir nicht erahnen. Bei unseren ersten Album ?Burn My Eyes? hatten wir ein Ziel: Einmal in Oakland als Support für Slayer spielen. Ich meine nicht die gesamte Tour, sondern wirklich nur die eine Show in Oakland. Und wir wollten weltweit mindestens 20.000 Exemplare von ?Burn My Eyes? verkaufen. Dann wären wir die Kings!
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<b> Aber der Hunger war dann noch längst nicht gestillt.</b>
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Ich bin immer hungrig. 20.000 CD´s waren für uns damals sehr viel . Es wurden dann fast eine halbe Million. Selbst das Album, dass sich von uns am schlechtesten verkauft hatte, erzielte immer noch das zehnfache von dem, was für uns am Anfang unserer Karriere erträumt hatten. Unsre Erwartungen damals waren wirklich nicht sehr hoch, aber es fühlt sich großartig an, wenn man sieht, wie weit man gekommen ist. Ich glaube, das hatte niemand in unseren Umfeld erwartet.
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<b> Welche Ziele sind denn noch geblieben?</b>
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Wir haben noch viele Ziele. Einige haben wir schon erreicht, doch wir schauen nach vorne. Mit jedem Album setzten wir uns auch ein neues Ziel. Das ist jedes Mal so. Ich glaube, dass ist genau das, was dich so pusht. Du musst aber auch immer realistisch bleiben. Wir wussten von Anfang an, dass wir nie so groß wie eine Hitparaden-Popgruppe werden würden. Wir sind zu weit vom Mainstream entfernt. Als MTV zum ersten Mal das Video zu ?Devidean? spielte, sind wir fast ausgeflippt. Wir konnten gar nicht glauben, dass so was passieren würde. Okay, das war bei ?Headbangers Ball?, doch das war uns egal. Wir wussten, dass wir einen anderen Ansatz haben müssten. Wir wollten eine Fan-Base entwickeln, die wirklich ganz unten, bei den Wurzeln entsteht. Gerade in Amerika, wo unsere Sachen nicht gespielt wurden, mussten wir uns den Arsch aufreißen. Wir standen teilweise den halben Tag, um Flyer für unsere Shows oder Cover für unsere Demo-Tapes zu kopieren. Als wir dann einen Vertrieb fanden, wurde alles einfacher. Mein Ziel ist es aus Machine Head das zu machen, was ?The Grateful Dead? für die Folk-Musik sind. Obwohl ich ?The Grateful Dead? hasse wie die Pest, bewundere ich deren Status. Sie waren immer abseits des Mainstreams, taten das, worauf sie Lust hatten. Sie hatten sich ihre eigene Nische erschaffen und fanden viele Fans, die ihren Weg begleiteten. Wenn sie heute in Amerika spielen, sind die Konzerte immer ausverkauft, egal in welcher Stadt. Die haben auch auf dem ?Street-Level? angefangen. Und genau diesen Weg wollen wir mit Machine Head auch gehen.
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<b> Kannst du dir ein Leben ohne Machine Head vorstellen?</b>
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Nein, das kann ich nicht. Musik ist ein Teil meines Lebens.
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<b> Ihr habt einen neuen Gitarristen, Phil Demmel. Siehst du ein neues Bandmitglied als frischen Input, der neue Impulse und Energien bringt, oder würdest du lieber immer in der selben Besetzung zusammen bleiben?</b>
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Das wichtigste ist, dass die Chemie untereinander stimmt. Es kann auch tödlich sein, wenn eine Band immer das selbe Line-up hat. Es kommt aber wie es kommt, wir planen Besetzungswechsel natürlich nicht. Phil ist ein Kick-Ass-Gitarrist, mit dem ich schon vor über zehn Jahren bei Vio-Lence zusammen gespielt habe. Wir sind jetzt ein richtiges Gitarren-Team bei Machine Head und das gab es vorher nicht. Bei seinem Vorgänger Logan war es so, dass jeder sein eigens Ding durchgezogen hat. Bei Phil und mir ist es so, dass jeder von uns beiden weiß, was der andere tun wird. Manchmal reicht auch nur ein Wort. Als er im April zu uns stieß, waren wir sehr froh, denn wir wussten, dass wir jetzt viele Sachen gemeinsam ausarbeiten können. Wir probierten viele verschiedene Gitarren-Harmonien und abgedrehte Sachen aus. Das hat der Band gut getan. Er hat auch bei zwei Songs mitgeschrieben. Es ist toll, jemanden in der Band zu haben, der hungrig ist und sich den Arsch aufreißt. Er gibt uns das Gefühl, dass es das beste Line-up ist, das wir haben können.
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<b> Ist so eine CD-Veröffentlichung und die dazugehörige Promo- und Livetour eigentlich schon so etwas wie Routine für dich? </b>
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Ich muss erst mal sagen, dass wir es lieben, auf Tour zu gehen. Das macht mir viel mehr Spaß, als im Studio eine Platte aufzunehmen. Für uns läuft es immer darauf hinaus, live zu spielen. Das heißt, die CD-Produktion ist nur der Startschuss von allem. Anders als die Studioarbeit ist eine Liveshow für uns immer wie eine Party. Es gibt viel zu trinken, du lässt dich gehen und machst verrückte Sachen. Da auf dem Konzert alle so drauf sind, guckt dich auch keiner komisch an. So muss das sein!
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<b> Also siehst du die Arbeit im Studio mehr als Job an? </b> <p>
Es ist nur so, dass dieses auf-Tour-gehen für mich eine ungeheure Anziehungskraft ausübt. Aber beides kann spaß machen, vor allem wenn du kreativ bist. Du hast im Studio zwar immer eine ungefähre Vorstellung von dem, was du vor hast, aber was dann am Ende dabei wirklich rauskommt, kannst du vorher nicht planen. Bei manchen Songs wusste ich wirklich nicht, was aus ihnen werden würde. Wir hatten nicht so etwas wie einen Masterplan. Oft hatte ich nur ein Riff und dann haben wir zusammen etwas daraus gemacht. Ich finde das sehr spannend.
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<b> Vor einigen Wochen gab es auf MTV eine Show, bei der aktuelle Chartbreaker Songs von Metallica gecovert haben. Und auch ihr habt Mal einen Metallica-Track gecovert (?Battery?). Von welcher Band würdest Du gerne Mal eine Machine Head-Cover hören? </b>
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Allright, endlich mal eine neue Frage, die mir vorher noch keiner gestellt hat! Ich habe schon ein paar Machine Head-Coversongs gehört. Da waren aber viele schlechte Versionen dabei. Wenn ich mir eine Band aussuchen dürfte?
(lange Pause)
Ich glaube von den Deftones würde ich gerne Mal was hören.
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<b> Welchen Track? </b>
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?None But My Own?. Und von Coldplay würde ich gerne ?The Burning Red? hören:
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<b> Zu welchem Song des neuen Albums wird es ein Video geben? </b>
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?Imperium?.
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<b> Das Stück ist aber ziemlich lang. </b>
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Fuck yeah!
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<b> Wird die Single-Version kürzer sein? </b>
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Fuck no! Es wird wie auf dem Album über sieben Minuten gehen. Da wird nichts editiert. Wir wurden zwar gebeten, es zu tun, aber selbst wenn wir eine Minute herausgeschnitten hätten, wäre er immer noch sechs Minuten lang gewesen und deswegen haben wir es gleich sein lassen. Der Song bleibt so wie er ist. Wenn sie ihn spielen und die Reaktionen darauf sind positiv, dann haben sie gar keine Wahl: Sie müssen ihn spielen!
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<b> Habt ihr schon ein Konzept für das Video? </b> <p>
Es geht in dem Song darum, dass man sich nicht von den Medien manipulieren und versklaven lassen soll. Gerade wenn es darum geht, dass die einem Angst machen wollen. ?Your kid could be a ticking timebomb!? Solche Sachen halt. Ich hasse so etwas, das macht mich wirklich krank. Deswegen schaue ich auch nicht mehr so gern fern. Die Aussage lautet: I will be different! I won´t be your slave!
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<b> Was hältst Du eigentlich davon, dass Arnold Schwarzenegger als Gouvaneur in Kalifornien kandidiert? </b>
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It stinks! Ich will nicht den Terminator als Gouvaneur! Er ist ein verdammter Idiot!
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<b> Vielen Dank für das Interview! </b>
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www.machinehead1.com
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<a href="http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=reviewdetail&id=645" target="_blank">Rezension zu "Through The Ashes Of Empires"</a>

Brand New – deja entendu

29. Okt 2003 | von Jakob

Schon wieder eine Band aus den USA, die den so angesagten Emocore meets Popharmony Sound spielt. Der Stil von BRAND NEW aus dem Staate New York ist gar nicht so brandneu, wie es uns der Name weismachen will. In letzter Zeit häufen sich die Bands, die so klingen.
Auf dem mir vorliegenden Album ?deja entendu? versuchen BRAND NEW so ziemlich jede Facette des Emo-Bereichs abzudecken, zugegebenermaßen gelingt ihnen das nicht schlecht. An einigen Stellen erinnert es stark an TAKING BACK SUNDAY an anderen wieder eher an amerikanischen Power Pop á la WEEZER. <BR>
Die Produktion ist, wie so oft, fett und ohne jeden Makel. <BR>
Vielleicht ist ?deja entendu? nicht ganz so anbiedernd und poppig, wie die Alben von Bands wie MATCHBOOK ROMANCE und anderen, aber irgendwie finde ich das ganze doch recht schnell langweilig. Es ist einfach zu viel auf dem Album vertreten. Die obligatorischen langsamen Songs, teilweise nur mit Gitarre und Gesang, dann (natürlich) die Screamo-mässigen Schreiparts und zweistimmiger Gesang. <BR>
Naja was soll ich groß dazu sagen, mich macht sowas schon lang nicht mehr sonderlich an, für Fans von genannten Bands lohnt sich das hinhören aber bestimmt, nicht zuletzt, weil BRAND NEW auch mal (selten) etwas komplexere Parts einbauen. <BR>
Das Album erscheint übrigens via Epitaph. Vor ein paar Jahren war das noch ein reines Punkrock Label. Emo verkauft sich halt momentan besser…

Blueline Medic – Text_Bomb

29. Okt 2003 | von Jakob

BLUELINE MEDIC spielen wunderbar rockige Songs irgendwo zwischen den großen Eckpfeilern JETS TO BRAZIL und FARSIDE. Soviel hatte ich von dieser Band gewusst, bevor ich in das aktuelle Album ?Text_Bomb? hörte und ich war echt überrascht. So gut hatte ich mir das nicht vorgestellt. Schöne Gesangsmelodien treffen auf rockende Gitarren und eine gute Rhythmus Gruppe. Trotz der offensichtlichen Vorbilder ist das Album recht eigenständig geworden. <BR>
Teilweise kommen Hintergrund Gesänge in den Refrains zum Vorschein, was das ganze noch schöner und Hymnenhafer macht. Die Gitarren sind nicht übermäßig verzerrt und rocken trotzdem so gut nach vorne, dass es nur selten mal weinerlich wird. Ein bisschen HOT WATER MUSIC kommt da zum Vorschein. Sehr gut. <BR>
Die Jungs aus Melbourne wissen wie man gute, emotionale Songs schreibt, die trotz den manchmal auftretenden Pop Tendenzen immer recht rau und ganz und gar nicht Radiokompatibel sind. <BR>
Der Gesang erinnert mich positiv an die Revelation Punk/Emo Bands der Mittneunziger.
Endlich mal wieder eine Band, die auf jegliches Popappeal scheißt und 11 emotionale Rocksongs veröffentlicht. So was müsste es mal wieder öfter geben. <BR>
Unbedingte Kaufempfehlung für jeden und jede, die mal wieder echte Songs hören will abseits von Chartbeeinflusstem Pseudo-Emo-Pop. <BR>
Und Live würde ich die Band auch gerne mal sehen, da kommen die Songs bestimmt echt schön. <BR>

Various Artists – Headbangers Ball

29. Okt 2003 | von Emrah

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich in der Nacht von Sonntag auf Montag immer auf MTV Headbanger´s Ball geschaut habe. Vanessa Warwick und überhaupt die ganze Sendung war einfach Kult! Dann zog der Mainstream ins Land und plötzlich wurde die Sendung eingestellt. Später gab es dann zwar noch die Metal-Sendung ?Metalla? (auf Viva) mit dem ulkigen Adam Turtle und später dann mit dem ober-arroganten Anti-Metaller Markus Kavka (die Sendung hieß dann ?Virus?), aber irgendwie waren diese Formate nicht das wahre. Nach langer Zeit gibt es jetzt in den USA wieder Headbanger´s Ball (auf MTV 2), zudem wird die Sendung von irgend´nem Hatebreed-Typen moderiert. Davon haben wir zwar gar nichts, aber Roadrunner Records dachten sich, dass man da unbedingt einen Sampler auf den Markt schmeißen müsse. Auf der Doppel-CD sind 40 Titel, hauptsächlich neuerer harter Stoff (u.a. Spineshank, Godsmack, Hatebreed, Deftones, Poison The Well, Cradle Of Filth, Mariliyn Manson), Kult-Bands (Slayer, Anthrax), Schweden-Metal (In Flames, Soilwork, Meshuggah), aber auch unbekanntere Acts wie Mastadon, E.Town Concrete oder Lamb Of God. Sicherlich eine gute Mischung, aber ich wünsche mir lieber die Original-Sendung zurück. Ich sach nur ?Triple Thrash Treat!?

Anti Flag – The Terror State

28. Okt 2003 | von Robert

Die vielleicht angesagteste und zur Zeit auch präsenteste und wichtigste politische Punkband, gemeint sind die grandiosen Anti Flag, hat mit ?The Terror State? ein neues Album via Fat Wreck vorgelegt! Und dieser Status wird mit der neuen CD eindrucksvoll untermauert. Musikalisch gibt es von Anti Flag den gewohnten melodischen Skatepunk auf die Ohren, der sehr viel Ohrwurmcharakter hat, sich im Kopf festsetzt und nicht mehr loslässt. Aber auch die Mitgröhl Ecke wird mal eben locker mit Songs, wie dem mitreissenden ?Turncoat? und der Hymne ?One People, One Struggle? bedient.
Textlich befassen sich die vier Pittsburgher mit politischen und sozialkritischen Texten und dabei in erster Linie mit den Taten den George W. Bush, seiner kleinen Clique, welche Amerika belügt und ausbeutet, Krieg und allen andern Ungerechtigkeiten. Aber auch Zitate früherer politischer Meisterwerke der Literatur dienten zur Verwendung bei der Kreation der Texte, oder ältere Songs, wie zum Beispiel Passagen aus Liedern von Woody Guthrie (?Post War Breakout?).
Produziert wurde das ganze übrigens von keinem geringerem, als Tom Morello (Rage Against The Machine, Audioslave), der dem ganzen einen hervorragenden Schliff und Sound verpasst hat. Eigentlich bleibt da nur eines festzuhalten: Anti Flag legen hier mit ?The Terror State? einen Meilenstein des politischen Punkrocks vor, der es in sich hat. Denn Ihnen ist mit dieser neuen Platte ein wahres Skatepunk Meisterwerk gelungen. Hut ab, Augen auf, denn hier kommt einer der Abräumer der nächsten Monate und sicherlich eines der absoluten Albumhighlights des gesamten Jahres. Note 1,0!

Terrorgruppe – Fundamental

28. Okt 2003 | von Robert

Nach der Vorabsingle ?Angela/ Hundsgemein?, erschien nun vor einigen Tagen das passende Full Length Album ?Fundamental?, auf dem Bandeigenen Agropop Label, dazu. Geboten werden dabei 15 sehr unterhaltsame Punkrocknummern mit deutschen Texten, mal witzig, mal sozialkritisch und politisch, aber nie zu ernst, um sich nicht ein kleines Schmunzeln abzuringen. Dabei ist ?Fundamental? textlich aber alles andere als albern. Im Gegenteil. Die vier Berliner beweisen Humor, sprechen aber auch ernste Themen an, die sie nur extrem sarkastisch verpacken. Und das machen sie so gut, wie kaum eine andere Band. Und wie immer hat man sich auch diesmal wieder ein paar Figuren des öffentlichen Lebens herausgepickt, die man besonders auf dem Kieker hat und sie deshalb verstärkt durch den Kakao zieht. Diesmal sind das die bereits angesprochene Angela Merkel in ?Angela? und Barbara Salesch in dem Song ?Barbara?.
Musikalisch gibt es wie immer schönen Punkrock, mal schneller, mal melodischer, der es ordentlich krachen lässt. Mit ?Fundamental? ist den Berliner hier ein wahrlich gutes und sauwitziges Punkalbum gelungen, was mit Sicherheit das beste ist, was sie jemals produziert haben. Eine ganz starke Scheibe, einer wirklich witzigen und starken Band! Absolut Empfehlenswert!

Revolvers – End Of Apathy

28. Okt 2003 | von Robert

Aus dem Hause People Like You Records kommen in letzter Zeit eine ganze Menge Outputs. Man ist dort also gerade sehr aktiv. Einer ihrer Aushängeschilder könnten dabei auch bald die Revolvers aus Essen werden, die kürzlich ihr zweites Werk ?End of Apathy? vorlegten.
Und damit sollte den sympathischen New Wave Punkern eigentlich der Durchbruch gelingen, denn ?End Of Apathy? ist ein Klassealbum geworden. Das Teil rockt einfach so herrlich ab, dass man gar nicht anders kann, als ordentlich mitzuwippen oder gleich durch die Wohnung zu hüpfen und laut Hals mitzugröhlen.
Keiner der 13 Songs enttäuscht, bei jedem Song möchte man einfach den Text kennen und mitsingen, denn der melodische New Wave Punk der Revolvers verzaubert und animiert.. Das beweisen insbesondere Songs wie ?Idiots&Idols?, ?What happened to my Attitude?, ?No Clash Reunion? und ?Generation Damnation?. Doch im Grunde sind alle Songs in ähnlicher Ohrwurmqualität gehalten und überzeugen durch die Bank weg.
Musikalisch kann man sich vielleicht am Besten ein Bild von den Revolvers machen, wenn man Bands wie Backyard Babies und Hardcore Superstar zum Vergleich heranzieht. Aber mit ?End of Apathy? brauchen die Essener den Vergleich mit den genannten Bands nicht mehr zu fürchten, denn man schließt zu ihnen auf und lässt sie auch gleich mal locker hinter sich. Da heißt es sich warm anziehen, denn hier kommen die Revolvers.
Für mich ist ?End of Apathy? eines der absoluten Highlights des Jahres. Daumen sehr hoch!

Tama Waipara – Triumph Of Time

28. Okt 2003 | von Sebastian

Jeder Reviewer stößt irgendwann auf seine Nemesis: Die CD, zu der ihm partout nichts einfällt außer &#8220;Öhm…ja&#8221;. Und genau dieses Gefühl der Sprachlosigkeit überkommt mich nun, da ich mich gezwungen sehe, irgendetwas Konstruktives über &#8222;Triumph Of Time&#8220; (ObliqSound) sagen zu müssen. Falscher Reviewer und vor allem falsches Musikmagazin, denn das Debütalbum des Neuseeländers Tama Waipara ist eine ziemlich experimentelle Mischung aus Jazz, elektronischen Elementen, Worldmusic und Songwriter-Soul und erhält noch eine gewisse Extraportion Anspruch dadurch, dass den Texten der Songs Gedichte von Shakespeare und Swinburne (ein britischer Dichter des späten 18. / frühen 19. Jahrhunderts) zugrunde liegen. Starker Tobak. Das ganze mag bestimmt künstlerisch sehr löblich sein und einem jeden Fan gehobener E-Musik das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen, aber ich für meinen Teil kann damit leider gar nichts anfangen und halte mich auch in diesem Musikbereich für nicht qualifiziert genug, um mir hier ein angemessenes Urteil erlauben zu können. Die CD verdient vermutlich keinen Verriss, und darauf würde es von meinem subjektiven Eindruck her hinauslaufen. Deshalb: Ein dickes Fragezeichen, was die Bewertung angeht. Sorry, Tama.

Blackmail live in Hannover

28. Okt 2003 | von Oliver

Nach dem im Mai dieses Jahres erschienenen Klasse-Album ?Friend Or Foe? waren Blackmail wieder mal in aller Munde. Deutschlands Indie-Hoffnung Nummer Eins, Antwort auf die Queens Of The Stone Age ? die Fachpresse überschlug sich des Lobes. Bei so manchem Festival wurden die Koblenzer dann ? Lob hin, Lob her ? wieder mal zu viel zu früher Stunde verheizt. Festivals halt. Seit dem 18.10. sind Blackmail nun endlich wieder auf Clubtour in Deutschen Landen unterwegs. Am vergangenen Samstag stand das Faust in Hannover auf dem Plan und 300 Gestalten waren gekommen, um sich den Gehörgang ordentlich durchpusten zu lassen. Denn eins schonmal vorweg: es war laut!

Den Anheizer hatten zuvor Mob aus Dänemark mit wuchtigem Noiserock gegeben. Ok, zwar alles schon mal gehört, aber trotzdem ganz nett. Druck hatte es jedenfalls. Nach einer halben Stunde war Schluss, und ein paar neue Fans dürften hinzugekommen sein.

Danach kurze Umbaupause, schneller Soundcheck und ab dafür: Blackmail betreten die Bühne und es heißt anschnallen. Was für Gitarren! Von ganz tief unten haut Gitarrist Kurt die wuchtigen Riffs in die Menge. Live knallt der Blackmail-Sound definitiv noch mehr als auf Platte. Beste Stimmung, auch wenn sich die Jungs nicht gerade gesprächig zeigen. Die Songs sprechen für sich und mit ?Evon?, ?Dive?, ?It could be yours?, ?Same sane? und ?Ken I die? hauen Abay und Co in den ersten vierzig Minuten gleich die großen Nummern raus. Stellt sich natürlich die Frage, was da noch groß kommen mag.

Die Antwort gibt es leider nur fünfzehn Minuten später: Nichts. Beziehungsweise Zugabe, denn nach nicht einmal einer Stunde verlassen Blackmail bereits zum ersten Mal die Bühne. Arg kurz, auch wenn es noch rund zwanzig Minuten Zugabe gibt. Erst ?Friend" (inklusive ganz kurz ?Foe?) und dann noch rund zehn kaum enden wollende Minuten reinstes Noise-Gejamme. Naja. Ein gelungener Abschluss sieht sicher anders aus. Und insgesamt 75 Minuten sind doch etwas dürftig. Zumal es nun nicht so ist, dass den Jungs nach einer Stunde die Songs ausgehen. Allein die beiden ersten Platten ?Blackmail? und ?Science Fiction? hätten noch so einiges zu bieten gehabt. Und wenn man mit ?Foe? eine aktuelle Single draußen hat, die auch bei MTVIVA läuft, dann kann man die auch ruhig komplett spielen und muss sie nicht in einem anderen Song unterbringen.

Trotzdem: ein Klasse-Konzert, denn Blackmail sind einfach eine großartige Band. Nächstes Mal nur bitte mehr davon.

"Beim nächsten Mal würde ich gerne noch mehr selber machen wollen!"

27. Okt 2003 | von Carsten

Vier Jahre nach Gründung der Band She-Male Trouble und drei Jahre nach dem Überraschungserfolg der EP "Burner", ist endlich das langersehnte Debüt "Back From The Nitty Gritty" herausgekommen. Warum es solange auf sich warten lassen hat und was sonst so im Leben der Berliner passiert ist, erzählt uns Bassist Torsten.

<b>Kannst vielleicht ein wenig über Eure Entstehungsgeschichte erzählen?!</b>
Entstanden sind wir aus Female Trouble, das war eine reine Frauenband. Dann bin ich irgendwann dazu gekommen, die Schlagzeugerin ist zurück nach Sizilien gegangen, die Gitarristin wurde dann irgendwann Schwanger. Wir haben dann Ersatz gesucht und uns war es auch egal, ob es Männlein oder Weiblein sein soll und zufälligerweise sind dann für die zwei Mädchen die gingen drei Jungs reingekommen. Und so waren vier plötzlich eine vier Jungs und ein Mädchen Band, mit dem Namen Female Trouble, wir haben dann mit dem Gedanken gespielt uns umzubenennen. So sind wir dann auf She-Male Trouble gekommen, was auch ganz gut zu dem Sex-Chance in der Band passte und darüber hinaus weiß jeder der She-Male Trouble hört, das es von Female Trouble kommt.

<b>Wie ist das eigentlich mit dem Bizarre-Auftritt zustandgekommen? Es ist ja ziemlich ungewöhnlich, dass dort eine Band spielt, die noch gar kein Album in der Tasche hat. </b>
Okay, dann sag ich an dieser Stelle mal herzlichen Dank an Dave Pollack (Chef von Destiny)!! Ihm hab ich immer gesagt: "Hey David, wenn Dir jemals eine Band auf dem Bizarre fehlen sollte, wir würden ja gerne". Einige Monate später treffe ich dann in einer Kneipe und er meinte nur: "Ey ich habe Euch gerade für das Bizarre gebucht". Tja und dann waren wir da.

<b>Wie war es dann dort für Euch? </b>
Das war schon ne große Ehre. Gerade den Abend zuvor haben wir auf einem Open Air in Friesland, auf nem Bauernhof, gespielt. Als wir dann dort auf dem Bizarre ankamen lief Carola über die Bühne und kam zum Bus zurückgelaufen und meinte:"Boah, ganz schön fett hier, aber wo ist denn die kleine Bühne, auf der wir spielen sollen?" Unser Kommentar war dann nur: "Das ist die kleine Bühne!"
Wir dachten ja auch, dass nicht so viele Leute dort sein würden. Wir spielten ja ziemlich früh gleich als zweites, aber das war zum Glück nicht so. Bis zum Mischpult war es dann schon ziemlich gut gefüllt und das sind ja auch schon ein paar Leute. Einige haben uns dann auch schon zugerufen als wir auf die Bühne liefen und ein paar hatten auch selbstgemachte Pappschilder, das war schon echt nett.

<b>Lass uns mal auf Euer Album zu sprechen kommen! Erste Frage: Warum hat das eigentlich so lange gedauert? </b>
Ja, das ist die Frage die ich jetzt am meisten beantwortet habe. Also da gibt es mehrere Gründe für, also im Januar 2000 kam die Single "Burner" heraus mit 4 Songs. Der Plan war halt, dass wir eine vorab Single herausbringen und dann relativ schnell genug Songs zu schreiben, um möglichst bald ein Album nachzulegen. Dann glich wir auch gleich die Tour mit den Peepshows gemacht und sind gleich danach mit Dover durch Spanien getourt. Wir hatten dann im Prinzip im Herbst dann die Songs zusammen, so dass wir loslegen konnten. Nur dann kamen wir dummerweise auch an den Punkt, das wir uns mit zwei aus der Band gar nicht mehr verstanden haben, dies hat dann menschlich und auch musikalisch überhaupt nicht mehr funktioniert. Die sind dann beide auch ausgestiegen, was für uns alle auch ganz gut war, denn bei einem hat auch die Freundschaft darunter gelitten, aber das ist jetzt auch wieder gut. Wir standen am Ende des Jahres quasi wieder bei null, hatten aber das große Glück mit einem Anruf gleich zwei neue Leute zu finden.
Es hat erst mal ein wenig Zeit gedauert, bis wir wieder angefangen haben zu spielen. Dann haben wir eine kleine Tour gespielt und sind dann im Sommer 2001 in Studio gegangen und haben die ersten acht Songs aufgenommen, also erst mal die Grundtracks ohne Gesang. Dann haben wir gedacht, dass wir noch ein paar Songs schreiben, so dass wir im Herbst damit fertig sind. Wir haben aber zu uns selbst gesagt, dass wir nicht nur so ein Album machen, denn auf diesem Planeten gibt es einfach eine Million Alben zuviel. Wir wollten dann eins machen, was zumindest wir persönlich ziemlich geil finden. Dadurch legt man sich selbst die Messlatte so hoch, da haben wir dann Songs umgeschmissen, aufgenommen, neu aufgenommen, gemixt, neu gemixt. Dann waren wir am Ende des Jahres fast fertig, hatten alles aufgenommen und es galt lediglich noch fünf Songs zu singen.
Bei der zweiten Trans-Gender Tour ist dann uns dann leider Carola auf der Bühne umgekippt und lag dann erst mal für ne ganze Weile im Krankenhaus. Na ja, und dann waren halt irgendwann dreieinhalb Jahre um.

<b>Hattet ihr auch ein wenig Angst für "Back From The Nitty Gritty", nachdem "Burner" so ein großer Erfolg war? </b>
Das war ja auch echt so nen Hammer, das hatten wir auch gar nicht erwartet, das war so ein Schnellschuss. Das war genauso in der Phase, wo die Drummerin entschieden hatte, dass sie nach Italien zurückgehen werde und dann kommt der und der rein. Das war dann so eine komische Phase in der wir nicht so richtig genau wussten, wo wir eigentlich stehen. Dann haben wir einfach gesagt, wir nehmen einfach mal vier Songs auf, dies ging dann so zack zack zack und fertig waren sie. Und die sind halt gut geworden, wir fanden sie halt ziemlich gut und die Reaktionen von der Presse waren auch ziemlich klasse.
Dies war dann halt auch so ein Grund warum die Meßlatte für das Album sehr hoch lag, das musste ja da zumindest mithalten wenn nicht sogar toppen.

<b>Also wenn man sich Eure Bandhistory anschaut sind einige Dinge, aber auch gerade die Aufnahme des neuen Albums ziemlich unkonventionell. </b>
Ja, manche Dinge sind absichtlich unkonventionell und andere Dinge ergeben sich halt so aus der Situation.

<b>Ihr habt Euer Album in drei Studios, im Proberaum und einem Schlafzimmer aufgenommen. Warum ein Schlafzimmer? </b>
Wir haben uns irgendwann mal selber Equipment gekauft, und wir wollten dann auch ziemlich viel selber machen. Tja, das Schlafzimmer stand halt zur Verfügung und im Proberaum ist es immer schwierig wenn Du Gesangsaufnahmen machst, weil da sind so 20 andere Proberäume drum herum und ein Gesangsmikrofon ist so empfindlich, dass das dann gar nicht geht, da du dann alles auf der Aufnahme hörst.
Wenn einer im anderen Raum eine Zeitung umblättert, das hörst Du dann. Es gibt dann zwar auch ein paar witzige Sachen, auf "Ugly" z.B. im Zwischenteil gibt es so ein paar klimpernde Flaschen, als Carolas Tochter mit Leergut während der Aufnahme rumhantiert hat.

<b>Wie lange seid ihr jetzt im Studio gewesen? </b>
Hui, echt keine Ahnung. Vor allem, das Tolle wenn Du selbst aufnimmst, du machst dann was, du kannst es erst mal so setzen lassen. Schneidest es, hörst es Dir an, kannst es eventuell noch mal machen. Du stehst nicht so unter dem Druck, jeder Tag kostet so und so viel Geld und am ende des Tages muss es im Kasten sein. Es ist zwar nicht so, dass wir keinen Druck hatten, denn je länger was liegt, kam dann auch der Druck von uns, das was fertig werden müsse.
Ich würde das auch gern so weiterführen , wenn wir wieder dazu kommen ein neues Album aufzunehmen würde ich gerne noch mehr selber machen.

<b>Vielen Dank!!!

Balzac – Out of the Light in the 13 Dark Night

26. Okt 2003 | von Robert

Balzac sind die japanische Antwort auf die Misfits. Seit nun mehr gut 10 Jahren aktiv, kommen sie nun mit einem Best Off Album zum ersten mal zu uns nach Europa. ?Out of the Light of the 13 Dark Night? ist ein absoluter Leckerbissen für alle Fans des Gruftrocks. Nein noch besser, denn die vier Japaner verstehen ihr Handwerk so gut, dass sie in Amerika sogar auf Misfits Records sind und von Jerry Only und Konsorten voll anerkannt werden (das ist schon eine große Ehre!).
Die 17 Songs sind also alle in bester Misfits Manier gehalten, nein eigentlich fast noch besser. Das was Balzac hier vorstellen, kommt an die alten Misfits noch mit Glenn Danzig als Sänger sehr gut ran und übertrifft die letzten Alben der Misfits bei weitem. Balzac klingen heute so, wie die Misfits Ende der 70er Jahre geklungen haben und wie sie heute klingen müssten. Insofern sind hier die Nachfolger der im Grunde nicht mehr existenten Misfits auf der Bildfläche erschienen und beweisen mit ?Out of the Light of The 13 dark Night?, dass sie zu recht das Erbe der Misfits antreten werden. Ganz starke Vorstellung, die die Japaner hier abliefern.

Farmer´s Boulevard – Still Four

26. Okt 2003 | von Robert

Hardcore aus dem Osten, das wird immer mehr zu einer riesigen Szene. Farmers Boulevard aus Leipzig sind mit Sicherheit eine der Vorreiterbands dieser Szene. ?Still Four? ist nun das mittlerweile zweite Full Length Album der seit 1997 existierenden Band, erschienen auf PCS Records. Musikalisch bekommt man eine sehr nette Mischung aus Oldschool und Newschool Hardcoregebolze, welches richtig fett und wummernd aus den Boxen dröhnt. Und dennoch fällt es auch bei Farmers Blvd. Schwer eine richtige Schubladeneinordnung vorzunehmen. Doch das ist auch gar nicht nötig, denn dass was hier produziert wurde ist ehrlicher und straighter Hardcore, der einem so richtig wüst in die Fresse schlägt.
Farmers Boulevard sind mit ?Still Four? auf dem besten Weg eine der Vorzeigehardcorebands Deutschlands zu werden, denn sowohl die Produktion als auch die gute Musik, mit dem kraftvollen Geschrei und der brachialen Musik kommt sehr gut. Textlich rechnen Farmers Bouleward mit Staat, Gesellschaft und dem Faschismus ab und legen diese Wut so gut in die Musik, dass ?Still Four? in jeder Beziehung überzeugen kann.

Genocide Superstars – III – Superstar Destroyer

26. Okt 2003 | von Robert

Ich hatte immer gedacht, schneller oder lauter als Peter Pan Speedrock oder Motörhead, das geht einfach nicht. Und dann landete durch einen großen Zufall das neueste Werk von Genocide Superstars ?III?, erschienen auf Relapse Rec., auf meinem Schreibtisch und schon war meine Illusion zerstört
Und die Superstars, mit dem bescheuerten Bandnamen, lassen es so richtig Krachen. Wie heißt es so schön in der Bandbeschreibung: ?…the fastest Punkband ever…? und recht haben sie damit. Denn das was Genocide Superstars hier auf ihren dritten Longplayer so zu Werke bringen, stellt Motörhead an Schnelligkeit und Härte noch in den Schatten, ohne den Speedrock- und Punkfaktor aber zu vernachlässigen oder gar hinter sich zu lassen und zu sehr in die Metalecke abzudriften. Denn das tun sie mitnichten. Hier liegt einfach ein unglaublich schnelles und kurzweiliges Stück Musik vor, welches es mit allem aufnimmt und wo die Band einfach keine Kompromisse kennt. Gutes und verdammt schnelles, rockiges Teil!

Freezeebee – Demo (Rocksystem)

26. Okt 2003 | von Chris

Sie sind jung, sie sind wild, sie haben einen beschissenen Bandnamen und rocken wie frisch entlassen: Freezeebee aus Frankfurt! Ich hab? die vier Jungs als Support von Harmful gesehen und war echt beeindruckt: Starke Performance, klasse Musik. Da ist fast alles drin: Noise, Metal, Funk, Jazz, Stoner-Rock, Indie und Grunge, klasse Melodien und schräge Soli, derbe Gitarrenansagen und Stimmen, deren Bänder wie frisch massiert und eingeölt klingen. Kurz angefragt, schon lag die aktuelle und mit klasse Sound ausgestattete Promo-CD im Briefkasten; Urteil: Yeehaaw! Das rollt und rockt, hüpft und zuckt in allen Bereichen, wenn nicht gerade die Metal-Keule aus dem Sack gelassen und das Nackenkarussell angeschoben wird. Heruntergestimmte Gitarren ja, seelenlose Trendmugge nein. Freezeebee spielen keinen Stil, sie haben ihn. ? Ein Konglomerat aus Helmet und King?s X, wenn man so will. 1992 war Bandgründung, seit 2001 exaltieren Freezeebee in der aktuellen Besetzung mit zwei Gitarristen. Nach diversen Compilation-Beiträgen und Demos wundert es umso mehr, dass noch kein Label diese Perle von der Straße geholt hat. – RUFT….DIE…..AN! Für alle anderen: www.freezeebee.de

Zwischen Eishockey und den Ramones: Hanson Brothers live in Hannover

26. Okt 2003 | von Robert

Diese Band ist nicht zu verwechseln mit Hanson, welche Mitte der 90er Jahre mal mit ?M bop? einen Hit hatte. Nein, im Gegenteil. Hinter den Hanson Brothers verbergen sich die Jungs der alten Punkrocklegende von No Means No, die sich gesagt haben, wir machen eine Eishockey thematisierte Punkrockband auf, die Texte über Eishockey, Bier und Kanada schreibt und mit allem und besonders der Musik auch noch den Ramones huldigt.
Und genau diese Band spielte am 7.10.03 in der Korn in Hannover und gut 200 Leute waren gekommen, um sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen. Und sie sollten ihr kommen nicht bereuen. Ich hatte mich schon so lange darauf gefreut, als Eishockey und Ramones Fan und wurde auch nicht enttäuscht, im Gegenteil, aber fangen wir mal vorne an.
Den Auftakt machten Annex 5 aus Hannover, die wir uns 2 Songs lang antaten, die uns aber mit ihrem völlig langweiligen Punkrock nicht wirklich begeisterten konnten und so verließen wir den oberen Tanzsaal der Korn und kehrten im Pub noch auf ein Bierchen ein. Doch wenig später ging es wieder hoch um endlich die Hanson Brothers abzufeiern. Benannt haben sich die vier Kanadier übrigens nach den drei Brüdern aus dem Film ?Slapshot? mit Paul Newman aus den 70er Jahren. Dieser Film und besonders die bebrillten Chaoten und Schläger, die Hanson Brüder, sind seitdem zum absoluten Kult geworden. Und so benannte man sich nach ihnen.
Auf die Bühne kamen dann Kenny, Robbie, Johnny und Tommy Hanson in Eishockey Trikots und Bassist Robbie mit einer Torwart Maske. Es ging gleich gut los mit ?My Game? vom gleichnamigen letzten Album und ging dann immer mit einem fröhlichen one, two, three, four… weiter. Pausen wurden fast keine gemacht. Im Gegenteil, man konzentrierte sich aufs erste auf die Musik und ballerte einen Song nach dem anderen der drei Alben umfassenden Bandgeschichte heraus. Dann gab es eine Pause, in der sich Drummer Kenny am Mikro versuchte, was in einer handfesten Rauferei endete. Dann folgte eine Orgie an Witzen über die Hannover Scorpions (einer der ortsansässigen Eishockeyvereine) , die sogenannten ?Hannover Motherfuckers? und das deutsche Eishockey im Allgemeinen. Dann gab es wieder Musik, eine Hommage an Joey Ramone, samt großem Plakat und ?Blitzkrieg Bop? in Eishockeyversion. Nach 50 Minuten war es dann vorbei, allerdings nicht ohne die Zugaben und den Schiedsrichter, der Drummer Kenny immer wieder mit Trillerpfeife zurück hinter das Schlagzeug befördern musste.
Es gab dann noch mal 30 Minuten auf die Ohren, samt einer Coverversion des kanadischen Eishockey Klassikers ?Good Old Game?. Auch eine Abschlussrauferei, fliegende Eishockeyschläger und ein sabbernder Gittarist durften natürlich fehlen. Nach insgesamt 80 Minuten war es vorbei. Wir hatten da wohl eines der lustigsten und besten Konzerte seit langem gesehen uns ich hoffe, dass uns die Jungs bald wieder beehren werden.