Serafin – Day By Day (Single)
30. Nov 2003 | von DenizSerafin ? eine Band, die mit ihren dreckig rohen Gitarren und britischen Nöl-Aggrogesangs-Harmonien in England seit 2001 stetig weiter aufsteigt und sich heimlich dran macht in den Alternative-Olymp aufzusteigen. Das erste Album ?No Push Collide? (Columbia, 2003) konnte auch schon hierzulande die Alternative Szene aufhorchen lassen.<b>
Nach ?Things Fall Apart? folgt nun mit ?Day By Day? die zweite Singleauskopplung, die als fetten Bonus noch vier weitere Songs aus Überresten, Demos oder B-Seiten parat hält.
Die Uptempo-Nummer ?Day By Day? dürfte jedem, der Serafin schon kennt, eh bekannt sein. ?How To Think Of Always? nervt ein wenig mit demohaftem Geschrammel; dafür kann die herrlich schräge Ballade ?Countries For Breakfast? deutlich überzeugen. ?Drug Dog Handler? und ?Keep It Away? sind dann wieder gewohnt ordentliche Rocker in der Schnittmenge von Weezer und Sonic Youth. Good Stuff!
Exorcist meets Like A Prayer
30. Nov 2003 | von ChristianRauh, kraftvoll, angepisst, dunkel, abwechslungsreich… ? Alles Bezeichnungen, die auf My Ruins aktuelles Brett ?The Horror Of Beauty? zutreffen. Frontvamp Tairrie B machte sich die Mühe, meine Fragen zur Band und zum Album ausführlich per E-Mail zu beantworten. Selbstbewusst wie eh und je…
<p> <b> ?The Horror Of Beauty? tritt gewaltig Arsch ? der Sound, die Stimme, alles. Was war das Rezept? </b> <p>
Einige Soli, viele Schreie, ein wenig Spoken Word und eine Menge Rock And Roll Metal. Unser Rezept ist einfach, alles was du tun musst, ist, uns vier in einem Studio zusammenzubringen, and what you hear is what you get. Wir versuchen, unsere Musik nicht überzuproduzieren oder tonnenweise Effekte zu benutzen, damit die Vocals nicht falsch oder beschönigt klingen. Wir wollen, dass die Leute uns live erleben und dieselbe Band hören wie auf der CD. Mick, Meghan, Yael und ich arbeiten wirklich gut zusammen im Studio und auf der Bühne. Wir loben und motivieren uns gegenseitig wenn wir spielen.
<p> <b> Was hat sich im Vergleich zu den letzten Alben geändert? </b> <p>
Wir sind eine lebende, atmende Band geworden und haben begonnen, zusammen zu schreiben, aufzunehmen, zu touren und uns richtig kennenzulernen. Das hört man in unserer Musik. Das neue Album zeigt wirklich wer wir sind, zu dieser Zeit an diesem Ort in unserer Band. Es kombiniert so viele musikalische Elemente und Ideen. Dieses Album hat eine Menge Soli!!!!! Yeah Mick!
<p> <b> Euer Stil vermengt Doom- und Thrash-Metal, Stoner Rock und ein wenig Black Metal (im Gesang). Würdet Ihr ihn ?Stoner-Metal? nennen? </b> <p>
Nicht wirklich. Einige Songs mögen dieses Gefühl hervorrufen, aber wir sind auf jeden Fall keine Stoner Rock-Band. Bis auf die Tatsache, dass unser Gitarrist Mick, der zudem das neue Album produziert hat, ein ziemlich großer Stoner ist… haha.
Ich bin definitiv keine Black-Metal-Sängerin. Ich denke, Angela von Arch Enemy ist gesanglich mehr auf diesem Level. Ich weiß wirklich nicht, wie man meinen Gesangstil definieren könnte. ?Exorcist meets Like A Prayer? mit einem großen Schuss Jack Daniels und Spucke. Ich mach einfach mein Ding am Mikro. Ich versuche nicht, wie ein Mann zu klingen oder so super unheimlich, dass die Leute keine Ahnung mehr von dem haben, was zur Hölle ich sage. Meine Texte sind wichtig für mich und ich möchte, dass sie gehört und verstanden werden, sowohl beim Recorden als auch dann, wenn wir live spielen. Ich denke, wir sind keine Band, die man in eine Schublade stecken und musikalisch kategorisieren kann, da wir eine Menge Elemente und Inspirationen in unserer Musik vermischen. Mick ist Südstaatler. Er kommt aus Knoxville, Tennessee und ist stark beeinflusst von alter 70er Rockgitarrenmusik. Er ist kein Korn-Depp, der die selben lahmen und aufgewärmten Riffs schreibt und spielt, die von den letzten 50 Bands geklaut wurden, die Korn in den letzten paar Jahren kopiert haben. Dieser Scheiß ist abgegriffen und langweilig und… TOT!
<p> <b> Welche Botschaft steckt hinter den Texten auf dem neuen Album? </b> <p>
Da sind eine Menge Botschaften, direkt ins Gesicht wie auch versteckt zwischen den Zeilen. Die Hauptaussage des neuen Albums ist Selbstliebe und Ehrlichkeit. Es geht darum, andere Leute nicht definieren zu lassen, wer du bist. Viele Songs sind an die Musikindustrie gerichtet, die Schönheitsindustrie, die Medien, Beziehungen (auf beiden Seiten, persönlich und geschäftlich). Jeder Song hat eine einzigartige und spezielle Bedeutung für mich, da ich von meinen alltäglichen Lebenserfahrungen berichte, vergangenen wie auch aktuellen.
<p> <b> Wo liegen Deine musikalischen Wurzeln? </b> <p>
Tja, ich bin aufgewachsen mit Classic Rock und Oldies. Damals, 1989, war ich Rapperin. Auf der High School habe ich Rock, New Wave, Punk und eine Menge Soul und Funk gehört. Ich habe alles Mögliche geliebt und gehört. Alles, was mich bewegt und irgendwo emotional berührt hat. In den späten 80ern stand ich auf Hardcore Rap wie NWA, Public Enemy, Schoolly D, Boogie Down Productions und ähnlichen Kram. Ich kam zum Hardcore und Metal so um 92/93 und habe meine erste Band Manhole zu der Zeit gegründet. Eine für mich natürliche musikalische Entwicklung. Eine Art Rap-Metal Band. Das war der Beginn in dieser Musiksparte. Manhole war mein Anfang als spätere Shouterin am Mikrophon. Das sind meine Wurzeln in aller Kürze.
<p> <b> Drei Frauen, ein Mann. Wie kam das? War das beabsichtigt? Funktioniert das überhaupt, gerade auf Tour? Und habt Ihr männliche Groupies? </b> <p>
WOW! Was für eine Menge verrückter Fragen. Es kam ganz von selbst und war in keiner Weise geplant oder vorgegeben. Wir betrachten uns nicht als herkömmliche Chick-Band. Wie auch immer, wir sind zu ¾ Frauen und schmeißen uns nicht in einen Topf mit den ganzen weiblichen Metal-Bands. Mick ist nur ¼ der Band, aber in Wirklichkeit ist er mehr als die halbe Band. Er ist der musikalische Hauptverantwortliche und Produzent. Manchmal wird er durch den Frauenfaktor in den Schatten gestellt, und das nervt, da er extrem talentiert ist und die Band ohne ihn nicht bestehen würde.
Ja, es funktioniert. Wenn nicht, wären wir nicht zusammen, oder? Auf Tour und zu Hause, im Studio oder bei der Probe… es funktioniert alles. Warum vermutest Du das Gegenteil… weil wir ¾ Frauen sind? Die Frauen bei My Ruin können es musikalisch absolut mit jedem Mann auf jeder Bühne aufnehmen. Glaub mir. Das ist kein Ego-Gelaber sondern Tatsache. Wir haben Fans und Freunde, darunter Männer sowie Frauen. Groupies sind nicht unser Ding, und unsere Fans sinken nicht auf ein solches Level. Sie sind intelligenter als das und respektvoll zu uns und untereinander.
<p> <b> Wie schreibt Ihr Eure Songs? </b> <p>
Wie es kommt und ohne Vorplanung. Wir kreieren einfach das, was wir fühlen. Wir schreiben für uns, nicht für?s Radio oder Label. Keiner diktiert, was wir mit unserer Musik machen.
<p> <b> Die Stimme ist Hölle! Welche Technik braucht es, um so zu klingen? </b> <p>
Eine starke Kehle und ein kräftiges Paar Lungenflügel, dankenswerterweise. Ich weiß wirklich nicht, wie meine Stimme das tut, was sie tut. Sie hat sich in den letzten Jahren selbst zu diesem eigenen Stil entwickelt. Sie ist mein bester Freund und kann mein schlimmster Feind werden, wenn ich sie vernachlässige. So versuche ich, sie zu pflegen, wenn wir touren und recorden. Ich trinke eine Menge Rachentee mit Honig und frischem Ingwer, genauso oft mit einem Schuss Whiskey gemischt. Ich habe viele kleine Elixiere, die mir helfen, beim Shouten durchzuhalten.
<p> <b> Existieren Manhole / Tura Satana noch? </b> <p>
Nun, Manhole waren Tura Satana. Wir waren nur gezwungen, auf unserem zweiten Release den Namen zu ändern. Nein, Tura Satana existiert nicht mehr. Ich habe die Band 1993 gestartet und nach zwei Alben, vielen Touren und einer Menge Drama habe ich die Band Ende 1998 an den Nagel gehängt, um etwas Neues zu beginnen, was zu My Ruin geworden ist. Ich bin weiterhin sehr eng befreundet mit meinem früheren Schlagzeuger Marcelo Palomino, und ich habe gelegentlich Kontakt mit Rico. Mit unserem ursprünglichen Gitarristen Scott Ueda bin ich nicht befreundet. Tatsächlich war er, nachdem wir ihn nach dem zweiten Album rausgeschmissen haben, mit keinem mehr aus der Band befreundet. Wir bekamen einen neuen Gitarristen namens Brian Harrah, der später zu Professional Murder Music gegangen ist, nachdem wir aufgehört haben. Niemand meiner alten Bandmitglieder spielt in Bands, mit Ausnahme von Rico, der nun bei Downset eingestiegen ist (sie sind wieder zusammen).
<p> <b> Gibt es irgendwelche Bands, die Euch beeinflusst haben? </b> <p>
Black Sabbath, vermute ich. Mick ist von 70er Gitarrenmusik und 70er Rock beeinflusst. Wir schauen nicht wirklich nach Bands in unserem Genre als Einfluss, aber wir lieben Bands wie Fu Manchu, Monster Magnet, Clutch und Zeke. Wir haben privat alle ziemlich verrückte Musikgeschmäcker, aber wenn es ums Songwriting geht, versuchen wir einfach das zu schreiben, was wir in dem Moment fühlen, in dem die Inspiration uns trifft. Gemeinsam und auch einzeln.
<p> <b> Was hältst Du von den gecasteten Fernseh-Popstars? </b> <p>
I don?t really give a fuck! Das hat nichts mit meiner Welt oder Musik zu tun. Absolut nicht relevant für mich.
<p> <b> Gibt es Bands, mit denen Ihr gerne mal touren würdet? </b> <p>
Es gibt viele Bands, mit denen wir liebend gerne auf Tour gehen würden… und viele, mit denen nicht. Ich nenne am besten keine Namen, egal welcher Richtung. Wir werden sehen, was unterwegs passiert. Manchmal tourt man mit einer Band, die man für cool hält und mag, und sie erweisen sich als Arschlöcher und Selbstverherrlicher. Ich hab das schon einige Male erlebt. Manchmal triffst Du eine Band, die Du weniger spannend findest, und das ganze endet damit, dass man gut Freund und Fan ihrer Musik wird. Das passiert auch.
<p> <b> Welche Anforderungen stellt Ihr an Eure Musik? </b> <p>
Ich habe keine Ahnung, was diese Frage bedeutet, aber ich will es versuchen. Meinst Du, was mich stresst, bei dem, was ich tue? [Nein - die Frage hätte ich auf Englisch vermutlich etwas besser formulieren sollen, als ?What are the demands on your music?...] Um ehrlich zu sein, bin ich momentan ein wenig gestresst von den viel zu langen täglichen E-Mail-Interviews, während ich versuche, mich auf die anstehende UK-Tour in zwei Wochen vorzubereiten. Ich bin so eine Art Bandmanager und entwerfe das Design des Merchandise und der Website, tanze also noch auf vielen verschiedenen Hochzeiten, neben dem Job als Sängerin der Band. Es wäre schön, mal einen Ruhetag für mich alleine zu haben, ohne mich dafür schuldig fühlen zu müssen.
<p> <b> Habt Ihr Jobs neben der Band? </b> <p>
Nein. My Ruin ist ein täglicher Full-Time-24/7-Job. Besonders mit dem neuen Label, dem Album und der anstehenden Tour.
<p> <b> Wie sehen Eure Zukunftspläne aus? </b> <p>
Wir wollen das neue Album so viel wir können betouren und die Arbeit an unserem nächsten langsam aber sicher beginnen.
<p> <b> Gibt es eine Chance, Euch in Deutschland zu sehen? </b> <p>
Das hängt alles von unserem Label in Deutschland ab. Ob sie bereit sind, uns in Europa touren zu helfen oder nicht. Wir können das zwar in der UK, aber wir haben Europa nie als My Ruin betourt (jedoch viele Male mit meiner letzten Band). Wir wollen auch auf den Festivals dieses Jahr spielen, wir werden also sehen, was passiert, wenn es so weit ist.
<p> <b> Einige Worte zu den deutschen Fans? </b> <p>
Tut mal ein wenig Eis in die Cola, die ist viel zu warm!!! Oh yeah… OUR FANS ARE THE BEST… RUIN THE REST!
Linkin Park – Live In Texas
26. Nov 2003 | von Chris"Live In Texas" (Wea) ist musikalischer High Noon, ohne Cowboystiefel und schmierige Gangstervisagen. – Es sei denn, man wirft Bands wie Linkin Park oder Limp Bizkit Verrat am Metal vor, aber das ist ein ganz anderes Thema. Fakt ist, dass besagte Combos im Mai zusammen mit Deftones und Mudvayne auf Summer Sanitarium Tour waren, um die Helden von Metallica (es sei denn, man wirft… Verrat… Metal… anderes Thema…) zu supporten. Dass dies für die Beteiligten nicht nur Erfolge brachte, zeigte die Fanreaktion auf die Bizkits, die beispielsweise in Chicago von der Bühne gejagt wurden. Anders mit Linkin Park, die überzeugen konnten, schenkt man den Reaktionen auf dem Live-Album sowie der beigepackten Bonus-DVD Glauben.
High Noon also, fettes Konzert und fettes Live-Album, mit allen Hits und Schmankerln, die "Hybrid Theory" und "Meteora" zu bieten haben. Hier und da sind leichte stimmliche Schwankungen in Chester Benningtons Gesang zu hören. – Doch das trägt bei zum Live-Feeling, das wegen relativ leise zu hörender Fans nicht ganz so authentisch rüberkommt, wie man sich das vielleicht erhofft hatte. Dafür kann man über den Klang der Aufnahmen nicht meckern, auch wenn sich die Frage stellt, ob der Kauf Sinn macht, wenn man die beiden regulären Alben besitzt. Angesichts der beigepackten DVD (größtenteils gedreht auf 25mm-Film), die sogar fünf weitere Stücke parat hält, kann man dieses Package als visuell an der Band interessierter Fan jedoch bedenkenlos einsacken. Wer bisher nichts von Linkin Park gehört hat, dem sei "Live In Texas" in jedem Fall als "Best Of" ans Herz gelegt.
Im Februar und März kommenden Jahres könnt Ihr Euch auf der Europa-Tournee selbst von den Livequalitäten der fünf Jungs überzeugen.
Korn – Take A Look In The Mirror
26. Nov 2003 | von DenizEines vorweg: Ich bin, wie man es so schön, nennt ein ?echter? Korn-Fan und das nicht erst seit gestern, und dementsprechend freu ich mich eigentlich auch auf ein neues Album des Bakersfield-Fünfers. Eigentlich?
Das letzte Album ?Untouchables? (2002), das sich insgesamt leider nur spärlich verkaufte, ist, meiner Meinung nach, das beste Werk neben oder nach dem Genreklassiker, Kultalbum und Debütwerk ?Korn? (1994). Ich verstehe bis heute die Kritik an dieser genialen CD nicht. ?Untouchables? ist so dermaßen detailreich, pompös, voller großer Melodien und perfekt arrangierter Songs, wie man es kaum von einer Band wie Korn erwartet hätte. Ein reifes Kunstwerk, zu dem man wild bangen konnte, aber auch eins, dass sich herrlich unter den Kopfhörern machte. Ich schätze mal das Durchschnittsalter der Kritiker dieses Werks auf 15. Anders kann ich es mir nicht erklären.
Leider gaben Korn dieser Zielgruppe zu viel Recht. Recht hatte aber auch Sänger Jonathan Davis, als er vor dem Release von ?Untouchables? sagte, dass die ungeraden Alben, die besseren von Korn seien. Aha, jetzt steht also Album Nummer 6 an, ?Take A Look In The Mirror? heißt es und soll wieder ?ultra heavy und brutal? sein, ganz wie auf dem neun Jahre alten Erstling. Als ob sie jemals super heavy oder zu soft gewesen waren?
OK, ein klein wenig härter geworden ist es schon. Heißt das aber auch besser? Nein! Nur weil Frontdepri Davis wieder mehr röchelt und die Songs völlig schnörkellos durch die Boxen quirlen, macht das die Angelegenheit nicht besser und vor allem nicht glaubwürdiger. Wer nimmt Herrn Davis seine Wutausbrüche anno 2003 auf diese ausgelutschte Art und Weise noch ab (zu den Texten sag ich lieber nichts?)? Ich jedenfalls nicht (mehr) . Natürlich hat die wieder entdeckte Aggressivität und Rohheit ihre Reize, doch mir klingt das Ganze einfach zu gewollt und gekünstelt. Leider ging der Härtegrad nämlich auf Kosten der Kreativität.
Die Riffs der einst innovativen Gitarristen Munky und Head sind stellenweise arg billig (z.B. in ?Right Now? ? schlechtester Korn-Song aller Zeiten, ?Break Something Off?, ?Did My Time?, ?Everything I?ve Known?). ?Play Me? mit Rapper Nas wäre vielleicht vor acht Jahren cool gewesen, aber die Machart des Songs klingt echt überflüssig. ?Alive?, einst ein Demo von 1993, hätten sie lieber auch nur soundtechnisch bearbeiten und nicht komplett neu Aufnehmen sollen. Dabei ging nämlich ganz schön stark die Intensität und Authenzität verloren. Schade. Besser sind die melodischeren Tracks wie ?Counting On Me?, ?Here It Comes Again? oder ?I?m Done?.
Das nächste Mal sollten sich Korn lieber wieder einen Produzenten suchen. Diese hatten wohl bisher maßgeblich positiven Einfluss auf das Songwriting (siehe ?Korn? oder Untouchables?) und konnten wenigstens auch das penetrante Klackern des Basses in Grenzen halten.
Wenn Jonathan Davis immer so stolz erzählt, dass er privat soviel Death- und Black Metal hört, warum lässt er das dann nicht konsequent in die Songs einfließen? Ich weiß nicht, für mich klingt ?Take A Look In The Mirror? wie, wenn jemand vor allen Leuten laut furzen will und es kommt doch nur ein leises, laues Lüftchen raus, das aber umso mehr stinkt.
?Take A Look In The Mirror? ist bestimmt kein schlechtes dafür aber ein sehr zwiespältiges Album geworden, in dessen Spiegel Korn nicht unbedingt besser aussehen?
Also Jungs, bitte lasst euch das nächste mal mehr Zeit, hört auf blöd rumzutönen und macht ein Album, hinter dass ihr auch nach fünf Jahren noch stehen könnt. Ich höre es nämlich schon: ?Auf dem letzten Album haben wir den Fehler gemacht, dass???
www.hardplace.de/korn
Ojo Rojo – Tunes from the Wayout
25. Nov 2003 | von RobertOjo Rojo kamen mir vor gut einem Jahr vor die Augen, als sie bei einem Konzert in Kassel als eine der ersten Bands auf die Bühne mussten. Schon damals gefiel mir ihre Musik ganz gut, was sich auch nicht geändert hat, als ich ihre neueste CD ?Tunes from the wayout?, erschienen auf SwellCreek, in meinen CD-Player schob. Im Gegenteil, denn Ojo Rojo klingen auf CD ja so was von fett.
13 Songs erwarten den geneigten Hörer dieser verdammt guten CD, die einfach herrlich abrockt. Musikalisch vermischen die Berliner Stoner Rock Elemente mit Rock N Roll der 1970er Jahre und einer gehörigen Portion Bloodrock, sprich Punk gemischt mit Metal und HC, wodurch Ojo Rojo schon manchmal an die Kieler von Smoke Blow erinnern. Aber fakt ist, dass ?Tunes from the wayout? ein verdammt gutes Album ist, welches tierisch nach vorne geht und besonders durch seine ausgezeichnete Produktion punkten kann. ?Tunes from the wayout? kommt so heavy und brachial daher, dass sich nicht nur Rock`N Roll Fans, Punker und Metalfans dieses Teil zu legen sollten, sondern dass auch jeder der harte Musik mag, hier mal reinhören muss. Denn Ojo Rojo mit ?Tunes from the Wayout? sind einfach der absolute unltimative Härtetipp. Daumen ganz weit hoch für ein Klassealbum einer starken Band, auch wenn sich wieder einige aufregen werden, wie oft ich hier Superlativs Attribute verwende. Doch hört euch die Scheibe erst an, dann meckern!
Slapshot – Digital Warfare
25. Nov 2003 | von RobertTotgesagte leben bekanntlich länger. So kann man das Review zum neuen Slapshot Album vielleicht am besten eröffnen, denn die Oi-Hardcore Legende aus Boston meldet sich zurück. Zwar war man nie ganz weg vom Fenster, aber nach gut 30 Bandjahren sind die Herren und insbesondere Frontmann Jack Kelly in die Jahre gekommen, legen aber dennoch noch einmal ein weiteres Werk ihres typischen Boston Oi Hardcores vor.
?Digital Warfare? ist das mittlerweile siebte Full Lenght Album, inklusive einem Live- und einem Best Off Album. Aber irgendwie merkt man auf dem Album, dass ein wenig die Luft raus ist bei Slapshot. Dennoch ist ?Digital Warfare? recht nett geworden, typisch Boston Oldtime Hardcore ala Slapshot eben. Auch kann man kaum erwarten, dass Slapshot immer noch so Kracher wie ?Hang up your Boots? produzieren, dazu ist einfach auch schon zuviel Zeit verstrichen, seit diesem und anderen Hits.
Es bleibt aber festzuhalten das Slapshot 2003 immer noch so klingen wie früher, dass aber auch gleichzeitig ein wenig das Feuer und der Elan abhanden gekommen sind, was sich dann doch schon ein wenig negativ auswirkt und den Gesamteindruck schmälert. Da bleibt die Frage, ob es vielleicht sinnvoller wäre, die Boots nicht wirklich an den Nagel zu hängen und aufzuhören, denn obwohl das Album nicht schlecht geworden ist, könnte es so langsam an der Zeit sein, Slapshot zu Grabe zu tragen. Es wäre vielleicht besser, denn wer weiss, ob nicht der Ruf der HC Legende sonst darunter leidet. Erste Anzeichen für Verschleiß sind auf jeden Fall auf ?Digital Warfare? unverkennbar.
Burden – Every Step Forward
25. Nov 2003 | von RobertDie Oldschool Hardcorewelle kam in den letzten Monaten doch ein wenig ins trudeln. Denn der Hype um Metal- und Newschool HC nahm kaum ein Ende und verdrängte den Oldschool Hardcore ein wenig aus den Medien. Doch nun fängt man im Oldschoolbereich an, sich zu wehren und viele längst totgeglaubte Bands wie Slapshot oder auch Madball melden sich wieder verstärkt zu Wort. Zu diesen Bands muss auch Burden aus Vancouver in Kanada zählen. Nun haben die Kandier mit ?Every Step Forward? eine neue EP vorgelegt, auf der 5 Oldschool Perlen enthalten sind.
Das ganze ist recht gut produziert, erinnert aber musikalisch schon stark an Youth of Today und andere. Der Straight Edge Core ist ganz nett, haut mich aber nicht endgültig vom Hocker, denn musikalisch ist das ganze dann doch ein wenig zu steril und neues ist auch nicht zu hören auf ?Every Step Forward?. Okay, kann man bei Oldschool HC auch nicht erwarten, das ist richtig, aber dennoch fehlt das letzte Quäntchen, um eine Über EP zu sein. Daher ist das Teil zwar nett und gut, aber auch nicht mehr!
Solid – Total Rush
25. Nov 2003 | von RobertDumpfer schwerer Oldschool Hardcore, versehen mit Metal HC und Newschoolanleihen schlägt einem entgegen, wenn man Solid und deren neues Werk ?Total Rush? in den CD-Player schiebt. 10 Songs lang kann man sich überzeugen, wie diese Mischung klingt. Die 1994 gegründete holländische Band muss aber auf jeden Fall in die Ecke des Prollcores gerechnet werden, wodurch sie bei mir schon Abzüge zu verzeichnen hat. Aber auch sonst können mich Solid nicht wirklich überzeugen, denn was sie hier auf ?Total Rush? bieten, ist allemal höchstens Durchschnitt und ist und war in so vielen Formen schon besser zu hören. Die Musik erinnert mich übrigens phasenweise an Prong.
Hier fehlt irgendwie die Innovation und die Leidenschaft, von Abwechslung oder gar neuen Einflüssen mal gar nicht zu reden. Aber Solid können auf ?Total Rush? einfach nicht richtig begeistern, sind wieder nur eine weitere Hardcoreband von vielen, die zwar von der Grundidee auf dem richtigen Weg war, aber diese nicht im geringsten richtig umsetzen kann. Schade!
Jack Daniels Rocknight 2003 in der Uni Göttingen u.a. mit Sepultura und Danko Jones
25. Nov 2003 | von RobertSeit nun mehr gut 4 Jahren gibt es die Jack Daniels Rocknight im Norden. Auch dieses Jahr machte der Tross in Göttingen wieder halt. Da die alte Veranstaltungsstätte Outpost mittlerweile das zeitliche segnete, zog man einfach mal wieder in die Zentralmensa der Universität um und präsentierte mit SEPULTURA, DANKO JONES, FLAMING SIDEBURNS und ELECTRIC EEL SHOCK ein verdammtes gutes Programm.
Wir schlugen so gegen 20.30 Uhr an der Uni auf, wo uns mitgeteilt wurde, das Konzert sei bereits restlos ausverkauft. Im Innern begannen gerade die Japaner von ELECTRIC EEL SHOCK mit ihrem Set, der so kurz war, dass wir gerade noch 2 Songs hörten, bis wir Eingangskontrolle und Garderobe hinter uns gelassen hatten. Das was wir noch mitbekamen waren 3 verrückte Japaner, die gehörig über die Bühne wirbelten, ziemlich rockten, ohne wirklich zu überzeugen, das ganze erinnerte schon irgendwie an Metallica meets Rolling Stones und auch nicht davor zurückschreckten, die höchsten Boxentürme zu erklimmen. Showmässig war das ganze ganz spaßig, aber musikalisch konnten mich die Japaner nicht vom Hocker hauen.
Dafür waren schon eher die FLAMING SIDEBURNS anwesend, die ich das dritte mal zu Gesicht bekam und die nach einer Umbaupause von gut 30 Minuten endlich die Bühne betraten. Ihre Mischung aus 60er und 70er Jahre Rock´N Roll und spacigem Wave kam zwar nicht so gut bei den meisten der gut 1500 Besucher an, gefiel mir aber ganz gut, auch wenn der letzte Druck hinter der Musik diesmal irgendwie fehlte. Ich weiß nicht woran es lag, vielleicht war es der Sound, der aber ansonsten bei allen Bands recht gut war. Wie dem auch sei, die Finnen rockten gehörig und fielen so nicht nur durch das lila Glitzer Hemd des Sängers auf. Gute Show!
Die absoluten Gewinner des Abends sollten dann als nächstes kommen und enterten auch nach einer weiteren recht langen Umbaupause die Bühne. Gemeint sind die Kanadier von DANKO JONES um ihren charismatischen gleichnamigen Sänger, der wie ein Derwisch seinen Kopf durch heftige Bewegungen traktierte und auch sonst eine recht nette Bühneshow hinlegte. Auch sonst konnten die drei Jungs überzeugen. Ihre heftige Rock´N Roll Wand, die mehr am Metal als an Punk orientiert war, vermischt einer gehörigen Portion Blues, überzeugte viele der Anwesenden von Anfang an, so dass DANKO JONES mächtig abgefeiert wurden. Musikalisch stimmte auch die Mischung zwischen alten und neuen Songs vom aktuellen Album ?We sweat Blood?. Highlight war aber, als Danko Jones während eines Songs eine ganze Reihe von Sängern und Rockgrößen, die leider nicht mehr unter uns weilen, eine Laudatio zu Teil werden ließ. Gemeint sind u.a. Bon Scott, Joey Ramone, Joe Strummer und ?The Man in Black? Jonny Cash. Nicht nur des wegen ein verdammt gutes Konzert und definitiv der Gewinner des Abends.
Abschließend folgten die Trashmetal Götter der 90er Jahre SEPULTURA aus Brasilien, die aber seit dem Weggang ihres alten Frontmannes Max Cavelera mit gehörigem Imageverlust zu kämpfen hatten. Doch so langsam gelingt es ihnen, das Blatt zu wenden, wie schon das letzte Album ?Roorback? und die aktuelle Single ?Bullit the Blue Sky? bewiesen. Und auch besonders live stellten die Brasilianer mit ihrem mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Sänger Derrick Greene unter Beweis, dass sie noch immer eine verdammt gute Liveband sind und das Derrick Greene eben doch ein guter Nachfolger für Max ist. Das bewies er eindrucksvoll, der Zwei Meter Mannn mit den langen Haaren und den verdammt dicken Oberarmen, vor dem man direkt an der Bühne stehend schon Angst bekommen konnte. Auf jeden Fall feierte man Sepultura gehörig ab, die Band und Greene gaben ihr Bestes und bangten und rockten sich durch die gut 70 minütige Show, in der auch viele alte Klassiker, wie Roots? oder ?Rise? nicht fehlten und auch andere ältere Songs nicht zu kurz kamen. Zwar stellte ich fest, dass Sepultura sechs Jahre nach dem ich sie zum letzten Mal live gesehen habe, nicht mehr so ganz meine Welt, aber noch immer eine verdammt gute Band sind, ohne jeden Zweifel. Allerdings frag ich mich, warum der Mischer ausgerechnet bei Sepultura den Lautstärkepegel noch ein mal verdoppeln musste? Man war das laut!
Danach ging ein guter rockiger Abend zu Ende, der nur die Hoffnung zulässt, dass es auch im nächsten Jahr wieder eine Jack Daniels Rocknight mit so guten Bands geben wird, die hoffentlich auch wieder in Göttingen und anderen Städten des Nordens halt macht!
Gute Musik auch ohne Schublade
23. Nov 2003 | von RobertAdjudgement kommen aus Hannover und haben gerade ihren dritten Longplayer "At 2 O´Clock" vorgelegt, der wieder einmal eindrucksvoll bewies, dass Musik auch ohne eine Zurodnung in eine Schublade verdammt gut sein kann. Denn die Hannoveraner überzeugen mit ihrem No School Core. Über Schubladendenken, die Entstehung des letzten Albums und vieles, vieles mehr plauderten wir ein bisschen mit der Band.
<b>Stellt doch Adjudgement mal vor, erzählt mal wie ihr euch gegründet habt und was in den 10 Jahren so alles passiert ist!</b>
Also Adjudgement hat folgendes Gesicht:
Marc Brodowski ? Gesang, Ruven Brodowski ? Schlagzeug, Wilko Brodowski ? Bass, Markus Henke ? Gitarre, Tim Duensing ? Gitarre.
Die Idee zur Band entstand, als wir im Schwimmbad herum lagen und GO! aus dem Kassettenrekorder spielte. Die coole Musik hat uns inspiriert, es selber auch zu versuchen. Das daraus nun zehn Jahre geworden sind, hat damals niemand gedacht…
Willst Du wirklich wissen, was in der Zeit so passiert ist? Nun, ich will nicht übertreiben, aber `nen kurzen Roman kannste damit schon füllen! J Aber ernsthaft: 300 Konzerte, drei Touren, drei Longplayer und zwei Singles sind in der Zeit auf insgesamt vier Labels entstanden. Dabei verbringen wir sehr schöne Momente auf der Bühne und dahinter. Innerhalb sind wir fünf sehr zusammengewachsen und es macht unheimlich viel Spaß unterwegs oder im Studio zu sein.
<b>Wie ist euer neues Album ?At two o´clock? entstanden, erzählt doch mal etwas dazu.</b>
Zuerst ist da ein Riff, ein Stück von einem Lied. Das entsteht im Kopf eines der Bass- oder Gitarrenspieler und wird im Proberaum vorgespielt. Dann drucksen die anderen Bandmitglieder rum, wenn es scheiße ist, oder jubeln, wenn es gut ist. Anschließend wird das eine Riff durch andere ergänzt und im Proberaum zusammengebastelt. Danach kommt ein Text drauf. Anschließend heißt es: Proben, proben, proben! Im Detail ist das recht kompliziert und dauert so seine Zeit, soll ja auch gut werden!
<b>Ihr hattet ja ein paar Probleme mit eurem Studio, was ist passiert? Und wie habt ihr das verarbeitet?</b>
Ja, so eine dusselige Geschichte. Die Aufnahmen sollten am Donnerstag um zwei Uhr nachmittags im ?Rekorder? Studio in Hamburg mir Gregor Hennig starten. Drei Tage vorher kommt der Anruf, es hätte im Studio gebrannt und die Stromversorgung wäre in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Aufnahmen sind deshalb im ?Tank-Records? Studio in Luthe mit Marc Dörge entstanden. Eine Woche später war das Studio in Hamburg wieder fit und wir konnten mit Gregor die Sachen mischen.
Der Schock war für uns zuerst sehr groß. Im Endeffekt ist die Erfahrung aber sehr positiv, mit unterschiedlichen Tontechnikern Aufnahme und Mischung zu machen. Dadurch bekam ?At Two O?Clock? den speziellen Sound.
<b>Habt ihr diese Probleme auch in eure Platte einfließen lassen, vom Titel mal abgesehen?</b>
Nein, als es klar war, dass wir im Tank aufnehmen konnten, war es eigentlich kein Problem mehr. Außerdem war die Zeitspanne zu kurz, um noch textlich oder songtechnisch darauf einzugehen.
<b>Wo seht ihr selber die Unterschiede zwischen ?Information fallen to rock bottom? und ?At two o`clock?? Was habt ihr diesmal verändert und anders gemacht, was habt ihr beibehalten, weil es vielleicht letztes Mal schon gut gelaufen ist?</b>
Die Unterschiede liegen in der prinzipiellen Herangehensweise. Auf der ?Information Fallen To Rock? sind die Lieder innerhalb von zwei Jahren nach und nach entstanden. Bei der neuen ?At Two O?Clock? haben wir uns einen Zeitraum gesetzt in dem wir keinerlei Konzerte spielten und nur an dem Album gearbeitet haben. Dadurch konnten wir dieses Mal Perkussion und Samples ganz gezielt einfließen lassen.
Beibehalten haben wir mir Gregor Hennig den Tontechniker und unsere gute Laune bei den Aufnahmen.
<b>Ihr seid ja aus Hannover, beeinflusst euch diese Stadt oder die Musikszene dort in euren Texten oder eurer Musik? Oder was ist euch im generellen so wichtig für Musik und Texte?</b>
Die Musikszene beeinflusst uns genauso wie jede andere Musik auch. Es lassen sich auch keine textlichen Zusammenhänge mit der Stadt ausmachen. Aber natürlich gebe ich Dir Recht, dass hat Hannover mit seinen zahlreichen und qualitativ hochwertigen Bands maßgeblich zur Entwicklung des Hardcores in Europa beigetragen hat.
<b>Wie beurteilt ihr das Schubladendenken in der Musik und im Hardcorebereich im Besonderen? Wo würdet ihr euch und eure Musik so einordnen?</b>
Ich finde es gut, dass Du diese Frage stellst. Das Denken in Kategorien verstärkt sich immer mehr. Woran das liegt, kann ich Dir aber auch nicht sagen. Ich finde es nur bedenklich, von vornherein den Versuch zu unternehmen, Musik einzuordnen. Dadurch gerät man schnell in die Gefahr, andere Ideen zu schnell zu beurteilen oder schlicht zu verurteilen.
Zum zweiten Teil Deiner Frage: Wir machen No-School-Hardcore, da wir diese Kategorisierung kategorisch ablehnen!
<b>Wie beurteilt ihr die deutsche Hardcoreszene im Vergleich zu anderen Ländern und wo seht ihr euch da und in 5 Jahren?</b>
Die deutsche Hardcoreszene ist schwer zu beurteilen. Sie ist musikalisch genauso weit gestreut wie inhaltlich. Auf die einzelnen Strömungen möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Generell finde ich die Menschen gut, die durch Konzerte, Fanzines und andere Aktionen die Szene bereichern, Alternativen zum Mainstream erarbeiten und anderen Menschen zugänglich machen.
Im Vergleich zu anderen Ländern kommt es nun konkret auf die Szene in eben diesen an. Wir haben zwar europaweit sehr viele Kontakte, können uns aber nicht als Kenner dieser Szenen bezeichnen. Deshalb wäre eine Aussage dahingehend zu einseitig.
Wir sehen es schon als wichtig an, Musik zu machen, die nicht einfach in die gewohnten Schubladen gesteckt werden kann. Wir sind eine Hardcoreband, PUNKT!
Alles andere geht uns am Arsch vorbei, garantiert.
<b>Was sind eure nächsten Pläne? Was plant ihr neben eurer Tour im Oktober als nächstes?</b>
Die neuen Songs möglichst vielen Menschen zu präsentieren, deshalb startet im Februar eine Europatour.
<b>Wollt ihr noch etwas loswerden?</b>
Startet Aktionen und lasst Euch dabei nicht unterkriegen, also dranbleiben!
Vielen Dank für das Interview!!!
The Forsaken – Traces Of The Past
22. Nov 2003 | von DenizDas dritte Album ?Traces Of The Past? (Century Media) von The Forsaken wurde in den legendären götheborgschen Abyss Studios eingezimmert und produziert, wo im Halbjahrestakt schon etliche Schweden Death Metal Klassiker entstanden. Kein Wunder, denn die seit 1997 existierende Band kommt ebenfalls aus Schweden und spielt dementsprechend auch den populärsten Sound ihres Heimatlandes, den es derzeit auf dem europäischen Metalmarkt gibt.
Ein Hammeralbum wie sie ihre ohrenscheinlichen Vorbilder At The Gates, Amon Amarth, The Haunted oder Dark Tranqulity schon zu Genüge rausgebracht haben, können The Forsaken leider auch beim dritten Versuch nicht servieren.
Der wuchtige Sound zwischen schnellem Thrash Metal, brutalem Death Metal und melodischen Einsprengseln seitens der Gitarre deckt zwar einzeln betrachtet alle Ansprüche, die man rasantem, schwedischem Death Metal stellen kann, insgesamt können mich die Songs aber nicht vollständig überzeugen. Ideen und Ansätze wie auch die technische Umsetzung gehen durchaus in Ordnung, keine Frage. Allerdings gibt es kaum einen Track, der mich zu mehrmaligem Hören zwingt, weil ich da sagen kann ?Killer!?. Das Problem ist einfach, dass das Album extrem zerfahren ist und dadurch die geballte Wucht fehlt, die ich mir von solch einer Art Musik wünsche. Mir fehlen schlicht die Hits, die mir zielgenau auf die Fresse hauen. Stattdessen hier mal ein geiles Riff, da mal ein cooles Soli und dort mal eine kreative Songidee, aber nie in einem Lied.
Wenn The Forsaken es das nächste Mal schaffen ihren Kompositionen einen Tick mehr Eingängigkeit und Kompaktheit zu verpassen, werde ich auch sagen können, dass wir es bei The Forsaken mit echter Konkurrenz zu den oben genannten Bands zu tun haben. Dafür gibt es als Rauschmeißer auf "Traces Of The Past" eine cool dargebotene Coversion von Metallica's "Blackened". Yeah!
Red Hot Chili Peppers – Greatest Hits
20. Nov 2003 | von DenizDie Crossover-Pioniere werden stolze 20 Jahre alt. Pünktlich zum Geburtstag gibt es für die Chili- Fans, quasi als Geschenk, eine ?Greatest Hits? (WEA Records) CD, die einen groben Querschnitt des Schaffens der letzten 14 Jahre der vier Kalifornierfreunde darstellt. Die größten Hits seit ?Mother?s Milk? also.
Abgesehen von dem mittlerweile als Rarität gehandelten Track ?Soul To Sqeeze? vom Soundtrack zum Film Coneheads (19993) und zwei brandneuen Songs (?Fortune Faded? und ?Save The Population?), die im Rausch der Kreativität auf der letzten Tour geschrieben wurden, gibt es keine wesentlichen Überraschungen. Fast alle Hits und Singles wurden beachtet, wobei mit 5 von insgesamt 16 Songs ein deutlicher Schwerpunkt auf das 99er Millionenseller-Album Californication gesetzt wurde, was ich für ein klein wenig übertrieben halte. Dafür fehlen dann nämlich Nummern wie z.B. ?Me & My Friends?, ?I Could Have Lied? oder ?Aeroplane? ? ich erinnere mich vage, das war doch ein Hit, oder? Na ja, diesen Song gibt es zumindest auf der ?Greatest Hits?-CD+DVD-Version.
Warum nicht einfach paar mehr wichtige Songs draufgepackt wurden, ist mir ein Rätsel?Bei knapp 66 Minuten wäre noch locker Platz gewesen. Marketing? Kann sein, denn abgesehen von den zwei bisher unveröffentlichten Songs hat man doch als Fan eh alles im Schrank stehen. Diese werden aber für viele Anreiz genug sein, sich diese ?Greatest Hits? auf den Weihnachtswunschzettel zu schreiben. Ansonsten eher was für Neu-Neugierige.
Settlefish – Dance a while, upset
20. Nov 2003 | von Arne und GDiejenigen die Settlefish wärend ihrer knapp einmonatigen Deutschland Tour gesehen haben, dürften von der unglaublichen intensität der shows positiv überrascht gewesen sein. Das Quintett aus Italien rockte sich in kleineren Clubs und auf lokalen Veranstalungen (trotz teilweise skeptischem Publikum) die Seele aus dem Leib. Besonders in Erinnerung blieb der charismatische Sänger Jonathan Clancy, der sich wortwörtlich in der eigenen Musik vergaß und wild über die Bühne zappelte während der Rest der Band den dazu passenden emotionalen Sound verbreitete.
Die aktuelle Platte hingegen fällt bedeutend nachdenklicher aus. Das Ergebnis sind zehn fast durchweg melancholisch klingende Nummern, die in ihren schnelleren passagen ein wenig an "At the Drive in" erinnern. Der Gesang variiert von schnellen abgehackten Vocals über klagende Passagen bis hin zu schrillem Geschrei. Die Instrumente werden zum Teil mehr malträtiert als gespielt, was die Intensität der einzelnen Songs noch weiter steigert. Auffallend ist, dass die Gitarren die meiste Zeit clean gespielt werden während sich der Bassist sich im Hintergrund auf technisch hohem Niveau die Finger wund bollert.
Anspieltipps:
Breeze – Ein ruhiger Opener der mit emotionalen Ausbrüchen gespickt ist
Blindfolds the Leaves – energiereichstes Lied das auf anhieb mitreißt, vielleicht das beste Stück
Measures can Divide – Gleichermaßen simpel wie schön
11PM estival in Hannover u.a. mit THE BREAK und AND THE WINNER IS
20. Nov 2003 | von RobertFreitag 24.10. Im Chez Heinz zu Hannover stieg das 11 PM Festival, veranstaltet und organisiert vom Label und Onlinemagazin 11 PM. Es war natürlich klar, dass wir bei dieser Veranstaltung unserer Kollegen nicht fehlen durften und so trafen wir gegen 21.30 Uhr im Heinz ein um erstaunt festzustellen, dass der Einlass trotzt vier Bands noch nicht begonnen hatte. Das wurde jedoch bald nachgeholt und kurz nach 22 Uhr enterte die erste Band, PN aus Belgien, die Bühne. Allerdings setzte ich mich auch schon bald wieder in den Nachbarraum, denn die Emo Hardcore Schiene mit gehörig Screamo Metal Attitüde, die PN fuhren, haute mich irgendwie überhaupt nicht vom Hocker, war eher extrem langweilig, da es nichts neues oder innovatives zu hören gab.
Anders war das dann schon bei der zweiten Band des Abends, Face Tomorrow aus den Niederlanden, die zur Zeit mit The Break auf großer Deutschland Tour sind. Diese konnten im Gegensatz zu PN doch schon überzeugen, mit ihrem Emo Rock, der manchmal stark von Punk und Hardcorelementen durchsetzt ist. Musikalisch gab es Songs der letzten beiden Alben, wobei der Schwerpunkt auf dem aktuellen Werk ?For who you are? lag. Abgerundet wurde ihre gutes und gut 45 minütiges Set von ?Worth the Wait?, ihrem absoluten Überhit, bekannt von sehr vielen Samplern.
Im Laufe der Zeit füllte sich das Chez Heinz immer mehr, ich denke gute 200 Leute waren da, um als nächstes die Hannoveraner Melodik Punker von And The Winner Is ein nettes Heimspiel zu bescheren. Die Leute rasteten aus, zum ersten Mal wurde gepogt und gedivt und Atwi hatten sichtlich ihren Spaß. Allerdings richtig überzeugen konnten mich die fünf Jungs diesmal nicht, denn ich hatte sie schon erheblich besser gesehen, kann aber auch nicht wirklich festmachen, woran es lag. Auch hier wurde gut 45-50 Minuten gerockt.
Abschließend, nach einer recht langen Umbaupause, folgten dann The Break aus New Jersey, die mich einfach nur schier begeisterten und umhauten. Waren sie mir ein wenig von ihrem Debütalbum ?s/t? bekannt, konnten mich da aber nicht so ganz überzeugen, taten sie das aber live allemal. Wow, Hammershow, geile Musik und dabei hotteten sie ab, wie kaum eine andere Band (Anm.: okay, Heartbreak Motel sah ich einen Tag später zum ersten Mal, wodurch ich mich hier noch nicht auf sie beziehen konnte). Musikalisch überzeugten sie auch mit Punkrock, der mal ein wenig mehr an Hot Water Music, mal ein bisschen an Social Distortion erinnerte, wobei aber der Gesang sehr klar und clean war und so mit den genannten Bands natürlich wenig gemein hatte. 40 Minuten, dann war das Konzert leider vorbei, aber wir waren doch sehr begeistert und freuen uns schon auf das nächste Mal The Break und auch das nächste Konzert im Chez Heinz zu Hannover.
Tad Morose – Modus Vivendi
18. Nov 2003 | von EmrahMein Gott, Tad Morose gibt es ja immer noch. Wenn ich den Bandnamen höre muss ich immer daran denken, wie ich vor einigen Jahren deren 1995er-Output ?Sender Of Thoughts? an einen Second-Hand-Dealer verkaufen musste, weil mein Konto Ebbe anzeigte und ich irgendwie an Geld kommen musste. Im Gegensatz zum aktuellen Album ?Modus Vivendi? (Century Media Records) klang die Band damals aber noch ein wenig verspielter und vor allem Keyboard-lastiger. Mittlerweile setzen die fünf Schweden auf traditionellere Sounds, also Gitarren-betonten Power Metal. Tad Morose schaffen es, auf Modernität zu verzichten, ohne antiquitiert zu klingen. Ein Kunststück wie es in den letzten Jahren nur wenigen Bands aus dem Metal-Bereich gelungen ist. Das Tempo variert zwischen stampfenden Hard Rockern wie ?Afraid To Die? (geht in Richtung der alten Pretty Maids) und ?Cyberdome? (Highlight!) oder den meiner Meinung nach weniger dollen Up-Tempo-Nummern ?Mother Shriptonßs World? und ?Clearly Insane?. Tad Morose haben ihre besten Momente, wenn sie einen Gang zurückschalten und das Fuß vom Gaspedal nehmen. Dann erzeugt ihre Musik nämlich viel mehr Atmosphäre. Wer auf melodischen, typisch skandinavischen Power-Metal steht und auch gerne mal Bands wie Symphony X hört, dem sei Tad Morose wärmstens emphohlen. Allen anderen sei gesagt, dass sie hier nicht sonderlich viel verpassen.
www.tadmorose.com
Diabolic – Infinity Through Purification
16. Nov 2003 | von ChrisWoran denkt der beleckte Heavy-Fan, wenn er das Wort "Florida" hört? Wohl kaum an Urlaub, so wie evtl. der Rest der Hörerschaft. Aus Florida kommen Bands, die den Death- oder Black-Metal prägten: Morbid Angel, Deicide oder die Gore-Helden Cannibal Corpse. Da wird eine Band aus Tampa, die "Diabolic" heißt, auf ihrem neuen Album "Infinity Through Purification" (Century Media) wohl kaum Blasmusik spielen.
Blastmusik spielen sie, brutalst-möglichen und technisch enorm anspruchsvollen Death-Metal. 1998 erschien ihr erstes reguläres Album "Supreme Evil", nach zwei weiteren handelt es sich heute also um den vierten Release des düsteren Quartetts. Im Juli enterte man zusammen mit Produzent Neil Kernon (Cannibal Corpse, Nevermore, Testament) das Studio. – Das Ergebnis klingt fast wie der Soundtrack zur Apokalypse. Mit dem Unterschied, dass die enormen (Emotions-) Ausbrüche in noch hörbare Bahnen gelenkt wurden. Die Musik gehört mit zum extremsten, was die Oberliga des Death-Metal zu bieten hat: Schlagzeuger Gael Barthelemy ist nicht von dieser Welt, vermutlich wurden seine Arme und Beine nach den Aufnahmen wegen Zerbröselung zwangsamputiert. Im Wechsel zwischen atmosphärisch-doomigen und geknüppelten Parts zeigt das Album seine Stärke – es wird nie langweilig. Die Gitarren erinnern mich an ruhigeren Stellen teilweise an den Sound der Sechssaitigen auf alten Amorphis-Alben, die ähnlich psychedelisch angehaucht klingen (hört Euch "Procession Of The Soulgrinders" an).
Nach diesem Hörgenuss heißt es tief durchatmen. So schnell wird Diabolic nichts in den Schatten stellen.
Molly Hatchet – 25th Universary – Best Of Re-Recorded
16. Nov 2003 | von ChrisMolly Hatchet feiern 25jähriges Bandbestehen – Glückwunsch meinerseits, aber wozu diese CD?
"Best Of Re-Recorded" (SPV) widmet sich 17 Songs aus der Vergangenheit, die in neuem Sound-Kleidchen gar artig anzuhörenden Southern-Rock abgeben – und viel mehr kann ich mangels Kenntnis der Diskographie leider auch nicht dazu anmerken. Aber wäre es falsch zu sagen, "Molly Hatchet covern sich selbst"? Schließlich ist vom Ursprungs-Line-Up der Band niemand mehr anwesend! Gitarrist Bobby Ingram und Kumpane machen ihre Sache jedoch wirklich gut. Die Musik klingt rockig, spritzig und ist allemal dazu geeignet, einem Abend richtig gute Stimmung zu verleihen.
Ingram sagt über die Musik: "Wir sind nicht hier, um etwas besser zu machen. Das könnte man auch gar nicht, dazu haben die Originalversionen einfach zu viel Eigenleben. Unser Ziel war es, die alten Songs härter, größer und dynamischer klingen zu lassen." Ob Molly Hatchet das geglückt ist, kann ich nicht beurteilen. Das, was ich höre, gefällt mir jedoch gut – und wenn jemand nicht weiß, wie amtlicher Southern Rock klingt, sollte sich "Best Of Re-Recorded" zumindest mal zur Horizonterweiterung reintun.





