Mainstage


Turbostaat - Schwan

28. Dez 2003 | von Robert

Nach dem phänomenalen Überflieger “Flamingo” war ich gespannt, ob Turbostaat mit “Schwan” diesen Klassiker noch toppen können. Immerhin haben sie ihren Sound beibehalten: melancholischer Deutsch-Punk mit vielen netten Gitarren-Harmonien und bizarren Texten.
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Sonnet: Musikalische Selbsthilfe zwischen Tocotronic und den Get Up Kids

28. Dez 2003 | von benni

Nach fünf Jahren Bandgeschichte gelang es der Kasseler Band Sonnet nun endlich, ihr lang ersehntes Debut aufzunehmen und auch zu veröffentlichen. Wir liessen uns in diesem Interview unter anderem über die Wurzeln zwischen den Get Up Kids und Tocotronic aufklären. Das Sonnet aber etwas komplett eigenständiges ist, warum das mit dem Album so lange gedauert hat und wie man ein möglichst ausführliches Interview macht, ohne viele Fragen stellen zu müssen, erklärten uns Sonnet nach ihrer Releaseparty in der Kasseler Barracuda Bar.

<b>Da unsere geneigte Leserschaft euch größtenteils wohl noch nicht so kennt, stellt die Geschichte von Sonnet doch einmal kurz vor.</b>

Michael: Also angefangen hat es am Silvesterabend 1998, als der Matthias und ich uns zufällig in Bad Karlshafen auf einer der legendären Hallenparties kennengelernt haben, durch ein Mädchen.
Matthias: Wir kannten uns damals natürlich noch nicht. Das war ‘98, also die schwerste Tocotronic Phase und da war es halt so, dass ich genau so aussah wie er. Ich hatte so ‘ne Schlaghose und ‘nen Seitenscheitel, genau wie er. Die Sandra Spieker aus Karlshafen hat zu mir gesagt ?Matthis, da drin ist einer, der Spormann, den musste mal kennen lernen. Der sieht genau so aus wie du und der hört genau die gleiche Musik wie du, Tocotronic und so.? Dann hat sie uns vorgestellt und er war wie immer total besoffen. Dann war da irgendwie ‘ne Gitarre und dann haben wir uns in ein Auto gesetzt und den ganzen Abend nur Tocotronic-Lieder gespielt. Danach haben wir gesagt ?Wir beide müssen jetzt ‘ne Band gründen?
Frank: Nach einigen netten, nach anderen weniger netten Konzerten sind wir jetzt vier junge Menschen, die mit viel Liebe Musik machen.
Michael: …und die zeigen wollen, dass man auch Rockmusik machen kann, ohne den Teufelsfinger in die Luft zu strecken!
Matthias: Dazu kommt jetzt natürlich das zeite große Thema neben Tocotronic. Man muss es ja erwähnen, es geht ja nicht anders, auch wenn es sehr ungerne gesagt wird. Das zweite große Thema ist ja das ?E-Thema?. Das war auch ‘98, ich hatte da mal so ‘ne Freundin, die hat das nur gehört, so mit Get Up Kids und so. Also am Anfang, viel früher, als das dann wirklich gekommen ist. Da bin ich dann so dazu gekommen. Viel später erst haben wir das dann auch dazu genommen. Das war immer da, aber wir haben uns immer die ganze Zeit nach Tocotronic angehört. Irgendwann haben wir uns dann gedacht, dass wir das auch einbauen, das war nach 2000.
Michael: Dazu möchte ich jetzt sagen, dass hier so viel über andere Bands oder andere Musikrichtungen geredet wurde… das ist ja eigentlich ganz egal! Wir denken, wir haben unser eigenes Ding gefunden. Hat sich was mit Tocotronic oder sonstwas… alles coole Bands. Aber wir sind hier, wir sind Sonnet, wir machen Musik. Sag ja zu Musik!<b>

Ihr habt irgendwann diesen Schreigesang dazu genommen, wie du gerade schon erwähnt hast. Stellt sich mir die Frage nach dem ?warum?. </b>

Roman: Eigentlich war das ja noch, bevor das alle toll fanden. Und eigentlich muss ich ja auch sagen, dass es im Deutschen immer schwer ist, den Leuten klar zu machen, dass wir eigentlich das gleiche machen wie englische Bands, nur auf deutsch. Das wird dann immer erst mit Hamburger Schule in Verbindung gebracht, weils halt deutsch ist.
Die Idee mit dem Schreigesang kam halt dadurch, dass wir verschiedene Backgrounds hatten und mit der deutschen Musik angefangen hatten, dass aber gar nicht mehr alle unbedingt gehört haben. Daraus ist das dann irgendwie entstanden. Es war eigentlich am Anfang, was uns jetzt im Nachhinein immer zu Gute gehalten wird, aber es war am Anfang schon schwer, dass es auf der einen Seite noch so poppig klingt und auf der anderen Seite den Leuten klar zu machen, dass wir halt nicht die Super-Emo-Band. Das wollen wir auch gar nicht sein, wir sind auch keine Super-Hamburger-Schule-Band, wir sind halt Sonnet und wir haben Schreien da drin, weil es teilweise echt gut in die Lieder rein passt, sich einfügt und auch irgendwie zu der Stimmung passt.
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Michael, du hast eben was vom Teufel gesagt und da fällt mir ein, dass der erste, der in eurem Booklet gegrüsst wird, Gott ist. Setzt das vorraus, dass ihr alle streng gläubige Menschen seid?</b>

Michael: Nein das überhaupt nicht und da legen die anderen auch wert drauf, dass ich das sage. Ich glaube ziemlich stark an Gott und glaube auch, dass er uns viel geholfen hat, aber wegen den anderen hätte der Satz da nicht stehen müssen. Der Matthias studiert Theologie, sei an dieser Stelle gesagt und der fand das auch gut. Aber die anderen nicht.
Roman: Wir widersprechen uns da eigentlich nicht, weil wir immer gesagt haben, dass wir für das Gute kämpfen und nicht für das Schlechte. Und nur weil Frank und ich jetzt sagen ?Wir vertreten das nicht so und sind auch nicht in der Kirche? heisst das noch lange nicht, dass wir dagegen sind.
Frank: Jeder hat seinen Glauben und das ist sehr gut so, von daher können wir dagegen gar nichts sagen.
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Womit wir übers Booklet nun die Brücke zu eurem Album geschlagen hätten. Es hat ja recht lange gedauert, bis es nun endlich erhältlich war ? was ja seine Gründe hat, welche ihr bitte mal ausführt.</b>

Roman: Ich muss, weil ich so’n Trollo bin, jetzt dafür gerade stehen… Meine Festplatte ist einmal kaputt gegangen, im Zuge des Sommers, der Baustelle, die gegenüber war und einfach der viel zu heissen Festplatte. Dadurch konnten wir bis auf das Schlagzeug alles nochmal machen. Was irgendwo auch gut war, weil wir immer wieder Neuerungen reinbringen konnten.Was natürlich dadurch ein bisschen länger gedauert hat, weil wir ? oder gerade ich da ziemlich perfektionistisch bin und so immer alles ziemlich lange gedauert hat, bis überhaupt mal was fertig war.
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Bedeutet das, dass jetzt, 1 ½ Jahre nachdem ihr das Album das erste Mal aufgenommen habt, die Songs auf dem Album alle schon 1 ½ Jahre alt sind, oder habt ihr da nach dem Festplattencrash neue Songs reingebracht oder habt ihr die Songs verändert….?</b>

Matthias: Die hören sich jetzt alle zumindest anders an, als vorher. Hätte man die Platte von vor 1 ½ Jahren neben der von jetzt gehört, hätte man es nicht wieder erkannt. Also wir haben in bestimmten Liedern völlig andere Gesangslinien reingebracht. Ganz andere Gitarren, es hat sich alles völlig verändert, andere Melodien und alles mögliche… Wir konnten immer weiter dran feilen, das war halt gut. Das war der Vorteil vom Ganzen. Am Ende waren wir echt froh, im Nachhinein, dass die Festplatte abgeschmiert ist. Auch wenn es natürlich genervt hat, dass es so lange gedauert hat.
Frank: Ich denke Mal, jetzt sind wir musikalisch da, wo wir schon immer hin wollten. Von daher war es wirklich gut, dass diese Platte nicht auf Anhieb in 2, 3 Monaten fertig geworden ist.
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Wie läuft das Songwriting bei Sonnet ab und worum dreht es sich in den Texten?
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Michael: Jeder schreibt zu Hause seine Texte, bringt die dann mit und die besten Lieder werden dann ausgewählt. Wer die letztendlich schreibt, ist ja hier nicht relevant. Wenn du zu einem Text was wissen willst, frag’ halt speziell…
Frank: Was wir ziemlich oft schon gesagt haben und was ich auch sehr gerne sage ist, dass wir mit dem Schwert der Liebe kämpfen und dass für mich die Liebe und andere Sachen, die damit zu tun haben, eine ziemlich große Inspiration sind.
Matthias: Wir sind ja auch auf gar keinen Fall eine politische Band ? und das ist auch beabsichtigt. Erstens können das andere machen, das brauchen wir nicht machen. Das war auch nie unser Ding. Mich haben immer andere Sachen beschäftigt. Wir hatten alle mit bestimmten Sachen zu kämpfen, Depressionen und so. Politik war einfach nie unser Ding.
Roman: Da kann man auch sehen, wo die Prioritäten bei uns allen sind. Weil wenn es einem von uns irgendwie schlecht geht, dann hat das nie was mit Politik zu tun. Deswegen würde ich auch keinen von uns als unpolitisch betrachten, aber wir sind einfach ein anderer Typ Mensch, als diejenigen, die sich morgens schlechtgelaunt in die Uni setzten, weil sie meinen, unterdrückt zu werden.
Frank: Politik ist schon wichtig, aber wir beschäftigen uns eher mit den interessanteren Sachen…
Michael: Was heisst ?interessanter?, das Weltgeschehen ist ja schon doof, aber es lohnt sich für uns nicht, drüber zu singen. Ich denke, damit kann man nichts veändern, wir können uns nur selber Helfen, wenn wir unsere Lieder schreiben.Und den der’s mag natürlich mit der Musik erfreuen, aber in erster Linie helfen wir uns nur selber.<b>

Seid ihr komplett eine DIY-Band? Das Album habt ihr ja auch komplett alleine aufgenommen. Oder gibt es irgendwelche Aussichten auf ein Label oder jemand, der mit euch ‘ne Tour machen will oder wie auch immer?</b>

Roman: Das ist ja nicht so, als wollten wir uns nicht helfen lassen oder so. Mit der CD gehen wir jetzt auch zum ersten Mal auf Labelsuche, aber letztendlich war es bei uns immer so, dass wir die Erfahrung gemacht haben, dass wir als Team unheimlich gut zusammen arbeiten. Es war bei aussenstehenden immer schwer, die so einzufügen, dass es uns allen gepasst hat. Wir können so alles alleine machen und regeln können, sodass uns allen das Recht ist. Das ist auch was, woran wir über die Jahre auch gewachsen sind.
Michael: Aber wir hätten natürlich gerne jemanden, der uns dabei hilft!
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Wie macht ihr das mit der Labelsuche? Und wenn ihr euch bislang immer so darüber gefreut habt, alles alleine machen zu können, warum plötzlich anders?
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Michael: Wie wir das machen… wir nehmen ‘nen Briefumschlag, kleben ‘ne Marke drauf und schicken das an Firmen.
Roman: Zu dem ?warum?… das ist eigentlich ganz einfach. Ich finde immer, dass ganz viele Leute, die mit der Band bis zu dem Zeitpunkt nichts zu tun hatten und dann eine Aufgabe gestellt bekommen oder meinen, sie müssten irgendwas machen, sich dann aber soweit einmischen, dass sie meinen, sie wüssten, was das Beste für die Band ist. Damit sind wir auch nicht alleine, damit haben viele Bands Probleme, dass Aussestehende immer meinen erklären zu müssen, wie man berühmt wird und was man alles falsch macht. Deswegen machen wir das alles alleine. Bei ‘nem Label ist das ja was komplett anderes, unser primäres Ziel ist ja erstmal, ein Label zu finden, das uns soweit unterstützt.
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Ihr meintet vorhin, dass das euer zweites Interview ist. Kann man daraus schliessen, dass das Interesse an den Medien nicht so groß ist und wenn ja, woran liegt das?</b>

Roman: Ich glaube ganz einfach, dass wir die Prioritäten noch ganz anders setzen, als andere Bands. Wir machen nicht drei neue Lieder und gehen damit groß auf Tour, sondern wir versuchen das immer, anders rum zu machen. Also ein Set so perfekt wie möglich zu machen und daran zu arbeiten und dann spielen wir ein, zwei Konzerte. Darauf ist die Resonanz für uns gesehen auch immer ziemlich gut, nur dass wir nicht so an die Öffentlichkeit damit gehen.
Wenn das Interesse an den Medien erfragt wird, können wir natürlich jetzt groß mit unseren tollen E-Mails kontern…
Matthias: Es haben sich bestimmte Leute zu der Platte positiv geäussert. Unter anderem der Kavka von MTV und der Typ von Pittiplatsch. Die meinten, dass es sehr gut klappen könnte und wir uns mal ein Label suchen sollten…
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Wenn alles so klappt, wie ihr euch das vorstellt, wo seht ihr euch dann in einem halben Jahr?
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Matthias: Bei Rock am Ring!
Nein, alsowie gesagt, es geht erstmal darum, dass wir überhaupt etwas finden. Es denkt natürlich jeder irgendwann, wir wollen natürlich mal irgendwas damit machen, das wäre ganz toll. Also ich hab keine Lust, weiter zu studieren, der Michel hat mir eben im Auto auch gesagt, dass es keinen Bock macht… es ist schon unser Ding.
Das ist ja immer so eine Sache, ich glaube, dass man mit Musik einer bestimmten Gruppe etwas gibt. Wir sind nicht die Unterhalter, wir sind nicht die Spaßmacher. Das ist noch so’n bisschen von damals hängen geblieben, auch wenn wir sonst gar nichts mehr damit zu tun haben, mit Tocotronic. Aber trotzdem kann man damit etwas aussagen.
Frank: Das grösste haben wir natürlich schon geschafft: Spaß an der Musik zu haben und Spaß daran zu haben, was wir im Moment machen.
Michael: Ja und wir sind zwar ‘ne Indieband, aber wir wollen trotzdem 10 Millionen Euro verdienen.

Amical - Fill in the Blanks

24. Dez 2003 | von benni

Es gibt CDs, die lässt man aufgrund ihres eigentlich so gar nicht ansprechenden Covers erstmal links liegen. ?Fill in the Blanks? von Amical ist eine solche. Dann fällt dir irgendwann die Bandinfo in die Hände und du erhaschst Vergleiche mit Quicksand und At the Drive-In, was das Ganze natürlich plötzlich interessant macht.
Also voller Vorfreude das Ding in den Spieler geschmissen und gespannt gewartet, was da kommt.Und anfangs etwas enttäusht gewesen. Vielleicht sollte man nicht immer gleich mit den ganz großen Referenzieren, denn nach einigem Reinhören wissen Amical durchaus zu gefallen, ohne im Schatten ihrer Vorbilder zu verschwinden. Schreigesang trifft auf Melodien, soweit nichts Neues und Unerwartete, jedoch hat der melodische Gesang bei den vier Schweden deutlich weniger Zuckersüße abbekommen und der gekrächze erscheint weniger aggressiv.
Das Programm von Amical bietet auf dieser ihrer dritten, vier Songs enthaltenden EP weniger Kontraste, als man es von den angeführten ATDI kennt, wirkt dadurch aber runder und tragender. Nett noisig.

Was wirklich zählt

24. Dez 2003 | von Emrah

Normalerweise braucht es mehr, um einen von seinen Taten zu überzeugen. Bei Kju: reichen vier Symbole (siehe Bandlogo), drei Buchstaben, zwei Punkte und eine neue CD ("The Pieces Fit"). Was noch fehlte? Diese hoffnungsvollen Newcomer einmal auf der Bühne sehen. Und an jenem Abend, in der Kölner Live Music Hall war die Bühne verdammt groß. Aber nicht für die vier Hannoveraner von Kju:. Dort gehören sie nämlich hin. Nach einem fantastischen Auftritt sorgte ein Interview mit Schlagzeuger Peter und Gitarrist Kord für weitere Überzeugungsarbeit.

<b> Erzählt mir doch zum Einstieg etwas über eure Entstehungsgeschichte! Wie fing alles an?</b>

Peter: Ich bin 1998 nach Hannover gezogen und wollte unbedingt in einer Band spielen, kannte aber noch niemanden.
Mir wurde dann ein Sänger empfohlen und so hatte ich dann mein erstes "Blind-Date" mit Tobi. Wir haben uns einfach mal in den Innenstadt getroffen und nach zwanzig
Minuten war klar, dass wir uns zusammen einen Proberaum suchen wollen. Tobi kannte noch einen Bassisten, der dann mitgemacht hatte, aber
es fehlte uns noch ein Gitarrist. Wir haben es dann mit Annoncen probiert, aber da kamen nur Freaks. Bis Tobias die Idee mit Kord hatte.
Kord: Tobias hatte mich mal mit meiner ehemaligen Band, einer Punk-Combo, live gesehen. Wir waren gerade dabei, uns aufzulösen, es war also unsere letzte Show.
Anfang 1999 hat mich Tobi dann angerufen und gefragt, ob ich nicht mal mit seinen Jungs jammen will.
Nach der zweiten oder dritten Probe bin ich dann fest eingestiegen.
Peter: Unser damaliger Bassist ist dann zum Studieren nach Berlin gezogen. Also brauchten wir jetzt einen Basser, doch glücklicherweise kannte Tobi noch jemanden aus der Schule,
mit dem er auch schon Mal zusammen gespielt hatte. So ist dann Sven-Olaf in die Band gekommen. Das jetzige Line-Up besteht also seit Herbst 1999. Dann kam die Zeit, wo wir festgelgt haben, in welche Richtung das Ganze denn gehen soll.
Kord: Und natürlich brauchten wir einen Bandnamen. Die Idee mit Kju:, was ja die englische Lautschrift des Buchstaben Q ist, hatte noch unser alter Bassist. Da gibt es aber keinen Hintergedanken. Wir wollten einen kurzen prägnanten Namen, wo man uns nicht gleich in eine Schublade stecken kann.
Peter: Dann haben wir uns noch unsere persönlichen Icons hinzu gepackt (siehe kju-music.de, d. Verf.). Kord hat die Flamme, ich hab das Ahornblatt, Tobi hat die Sonne und Kutte die vier Basslinien.
Kord: Wir fanden, dass es ganz gut ins Konzept passt, ohne dass es unbedingt etwas größeres zu bedeuten hat. Tobi ist ja auch Grafik-Designer und hat das auch alles entworfen.

<b> Habt ihr eure Band und Musik von Anfang an ernst genommen oder hat sich das erst später entwickelt? </b>

Peter: Für mich stand erstmal der Job im Vordergrund, aber klar, hatte ich den Traum, das alles irgendwann zu professionalisieren. Wir haben es aber nicht drauf angelegt, als wir zusammen kamen.
Kord: Wir hatten ja erstmal ein Demo aufgenommen, damit wir etwas haben, um es an Veranstalter zu schicken und Gigs zu organisieren. Über Umwege hat das Bauke de Groot von Swell Creek Records in die Hände bekommen. Er hat uns dann 2000 angerufen und wollte uns gleich treffen und unter Vetrag nehmen. Es war also großer Zufall, weil wir das
ja gar nicht an irgendwelche Labels geschickt hatten. Das Treffen mit Bauke war so der Zeitpunkt, wo wir realisiert hatten, dass unsere Musik noch mehr Leuten gefallen könnte. Von da an haben wir Kju: etwas ernster genommen. Im Mai 2002 haben wir dann mit "Draw Lines on" unser Debut-Album herausgebracht.

<b> Was würdet ihr sagen, sind die Unterschiede zwischen eurem Debut und "The Pieces Fit"? </b>

Peter: Beim ersten Album wussten wir eigentlich noch gar nicht wirklich, wie eine Produktion funktioniert.
Wir waren also unserem damaligen Produzenten ausgeliefert, auch wenn er einen sehr guten Job gemacht.
Aber direkt nach dem Debut war uns klar, dass wir unbedingt noch eine zweite Platte aufnehmen müssen. Bei
der ersten CD waren die Songs ja eher gesammelte Werke von der Entstehung bis zur Aufnahme, also über einen längeren Zeitraum angesammelt.
Wir haben also gleich nach Fertigstellung von "Draw Lines On" neue Songs geschrieben. Das hat etwa ein Jahr gedauert.

Kord: Da wir über Umwege die Band Harmful kennen, sind wir über die an unseren neuen Produzenten Guido Lucas ran gekommen.
<b> Hat er etwas an euren Songs geändert? </b>

Kord: Er war zwar nicht die ganze Zeit dabei, hat aber viele Ideen eingebracht, gerade im Bereich Overdubs und Gesang. Aber wirklich Einfluss auf das Songwriting hat er nur bei einem Song gehabt.

Peter: Das ist ja das gute an einem Produzenten. Da sitzt jemand, der Erfahrung hat und weiss, wie ein Song am besten funktioniert.
Kord: Wir hatten ja vorher schon in Hamburg eine Pre-Produktion gemacht. Da konnten wir uns die Sachen dann schon Mal anhören, um bei der richtigen Produktion dann zu wissen, wie es klingen soll.

<b> Stimmt es, dass ihr das Album live eingespielt habt? </b>

Peter: Ja, das Schlagzeug, Bass und Gitarre wurden live, also gleichzeitig aufgenommen. So kam es, dass, wenn ich einen perfekten Take hatte und einer von den anderen sich verspielt hat, wir alle nochmal von vorne anfangen mussten.
Und umgekehrt natürlich genauso.

Kord: Dadurch lebt die Platte aber! Wir haben die drei Wochen Aufnahmezeit bis zur letzten Minute ausgreizt. Und es hat uns für unsere Live-Performance unheimlich geschult!

Peter: Wir haben teilweise Nachtschichten einlegen müssen, aber Guido hat da immer mitgemacht. Insgesamt hat es wirklich sehr gut funktioniert, trotz des Stresses.
Kord: Obwohl wir in Hannover wohnen und ja auch dort aufgenommen haben, hatten wir unsere Betten im Studio, sind also nicht jeden Tag nach Hause.

Peter: Es sollte halt das Feeling entstehen, dass wir komplett abgeschottet sind, damit wir uns auf unsere Sachen konzentrieren können und nicht abgelenkt werden.

<b> Wie würdet ihr eigentlich euren Stil beschreiben? </b>

Kord: Wir sind etwas stolz darauf, dass wir nicht eindeutig einer bestimmten Kategorie zuzuordnen sind. Wir versuchen Musik zu spielen, die uns allen gefällt. Wir kommen ja auch aus verschiedenen Bereichen.

Peter: Ich komme ja mehr aus dem Hardcore-Bereich und das war auch eine schöne Zeit. Mit Kju kann ich jetzt meine andere Seite ausleben. Aber Musik ist ja auch ein großer Kompromiss.

Kord: Bei mir ging es mit Gitarren-Musik erst Anfang der Neunziger los: Pantera, Rage Against The Machine, Nirvana usw., später dann auch Metal. Aber wir haben uns nie gesagt, dass wir
eine bestimmte Richtung machen wollen. Andererseits sind wir natürlich durch unser musikalisches Können eingeschränkt. Aber wir entwickeln uns immer weiter.

Peter: Viele Rezensenten haben wirklich Probleme, unsere Musik zu definieren. Ich hab da schon viele verschiedene sachen gelesen.

Kord: Im Hammer stand "New Metal", in der Rock Hard "Alternative" und in der Visions "Emo". Das ist schön und gut, aber uns ist es wichtig, dass unsere Musik die Leute packt und zum Zuhören zwingt.

Peter: Die Platte ist nicht unbedingt zum Nebenbeihören gedacht, denn dann fällt der Einstieg schwer. Aber mit der Zeit entdeckt man viele Sachen, die einem gefallen könnten.

<b> Ihr habt ja verschiedene Endorsement-Deals (u.a. Zooyork, Ezekiel, Etnies). Wie seid ihr da ran gekommen und was bedeutet das für euch? </b>

Peter: Die Idee stammt von mir. Ich habe mich schon immer für Klamotten interessiert und bin früher sehr viel Skateboard und Snowboard gefahren. Ich hab dann eins und eins zusammen gezählt und mir überlegt, warum wir das nicht auch machen können, wenn andere Bands das tun. Ich hab mich dann bei den entsprechenden Firmen gemeldet, einfach stumpf angerufen und uns vorgestellt.
Ich hab denen unser Material zugeschickt und unser Konzept vorgestellt.

<b> Wie sieht das Konzept denn aus? </b>

Peter: Wir bekommen die Klamotten von denen, dafür präsentieren wir deren Artikel auf Pressefotos und Live-Auftritten. Es gibt aber keinen Zwang, denn wir würden die Sachen auch so tragen. Marken wie Vans oder Eastpack sind ja im Musikbereich auch als Sponsoren engangiert, aber bei unseren Marken sind wir wohl die ersten, die das machen.

<b> Inwiefern ist Kju: für euch noch ein Hobby? Habt ihr bei so vielen Terminen überhaupt noch Zeit zum Arbeiten?</b>

Peter: Ich habe einen sehr kulanten Chef, dem ich gleich von Anfang an gesagt habe, dass ich auch gerne mit meiner Band touren würde und das hat er dann glücklicherweise akzeptiert. Es ist also für mich kein Problem, Urlaub zu nehmen.

Kord: Ich habe seit drei Jahren keinen richtigen Urlaub mehr gemacht. Jeder freie Tag ist für die Band draufgegangen.

<b> Und wenn ihr euch eines Tages zwischen eurem Job und der Band entscheiden müsst? </b>

Peter: Ich würde auf jeden Fall die Musik vorziehen, wenn ich mich entscheiden müsste. Das geht den anderen in der band auch so, sonst wären wir gar nicht so weit gekommen.

Kord: Glücklicherweise kriegen wir das zur Zeit noch unter einen Hut. Es macht ja auch Spaß.

Peter: "Zeitmanagement" ist momentan mein Lieblingswort. Band, Job, Freundin, Freundeskreis, Familie, das ist wirklich nicht einfach.

<b> Wohl war! Vielen Dank für das Interview! </b>

<a href="http://www.kju-music.de"target="_blank">Website von Kju:</a>

<a href="http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=reviewdetail&id=636"target="_blank">Rezension zu "The Pieces Fit"</a>

<a href="http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=konzertbericht&id=139"target="_blank">Live-Bericht zu Kju:</a>

<a href="http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=tourdetail&band=750"target="_blank">Tourdaten von Kju:</a>

<a href="http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=fotos&band=750"target="_blank">Live-Fotos von Kju:</a>

Rage Against The Machine - Live At The Grand Olympic Auditorium

23. Dez 2003 | von Emrah

Rage Against The Machine waren nicht nur auf Platte, sondern auch auf der Bühne eine der beliebtesten Rock-Formationen der Neunziger. Auch wenn die Band sich mittlerweile aufgelöst hat, sorgen ihre Songs immer noch für überfüllte Tanzflächen, hitzige Diskussionen und politisches Engagement. Jetzt gibt es mit "Live At The Grand Olympic Auditorium" (Epic/Sony) eine Dokumentation ihrer letzten beiden Auftritte
vom 12. und 13. September 2000. Produziert wurde der Mitschnitt von Sound-Guru Rick Rubin, der die Atmosphäre gut aufgefangen und widergegeben hat. Songs wie "Bulls On Parade" oder "Bombtrack" sind auch in der Live-Version wahre Burner und somit ist gerade für Leute, die noch keine CD dieser Band besitzen, die Anschaffung von "Live A The Grand…" eine sinnvolle Anschaffung. Besonders im Auto-CD-Player eine gute Wahl. Meine Favoriten übrigens: "Testifiy" und "Know Your Enemy". Kaufen, abspielen, springen. Im Auto aber besser sitzen bleiben.

The Bionic Elbows - Romeo Agents

23. Dez 2003 | von Emrah

Eigentlich wollten die Rheinländer von The Bionic Elbows eine Coverband der Sixties und Seventies gründen, doch wenn man schon bei der ersten Probe merkt, dass eigene Songs doch
besser sind, dann sollte man auch dabei bleiben. Auf ihrer Demo-CD "Romeo Agents" verkörpern und vertonen sie den Rock 'n' Roll in seiner reinsten Form. Fünf Songs, schnörkellos, wenig Tiefgang, dafür viel Spaß.
Der Sound hätte zwar etwas druckvoller sein können, aber hey, die Platte ist im Wohnzimmer des Drummers aufgenommen worden.
Teilweise klingt das ganze etwas punkig, aufgreichert durch eine Orgel, die sogar für das eine oder andere Solo herhalten muss. Wer auf Gluecifer oder The Hellacopters abfährt, könnte durchaus Gefallen dran finden, ansonsten hat man eher das Gefühl The Bionic Elbows machen die Musik für sich selbst, für ihre Idole, denen sie soundtechnisch Tribut zollen und für das Bier danach. Eine Website haben die Jungs leider auch noch nicht. Falls nun doch jemand neugierig geworden ist, wendet er sich an: pornstanley@yahoo.de

A Life Divided - Virtualized

23. Dez 2003 | von Emrah

Teilweise schwermütig, dann wieder hoffnungvoll, pendeln A Life Divided zwischen fettem Bombast-New-Rock und elektronischem
Synthi-Rock hin und her. Mal brachial mit dem Hammer auf den Kopf, mal im Schwebezustand über den Wolken, gerne auch mal in einem Song (höre z.B. "I Am God"). Facettenreich nennt man das wohl.
A Life Divided aus Bayern setzen mit ihrer Demo-CD "Virtualized" ein riesiges Ausrufezeichen. Haben noch keinen Deal, machen aber mit einer schick aufgemachten Scheibe (12-seitiges, sehr schön gestaltetes Booklet) und 13 Tracks einen auf dicke Hose. Zurecht muss ich sagen, denn die sechs
Herren wissen, wie man Musik macht. Die Musik ist schwer zu beschreiben, obwohl sie gar nicht fremd klingt. Stellt euch einfach vor, dass melodischer New Metal/Crossover auf 80er-Pop trifft. Als Vergleich fallen mir spontan höchstens Orgy und Zeromancer ein, doch A Life Divided klingen über weite Strecken
sehr eigenständig, ohne völlug abzudriften. Eine Coverversion gibt es auch noch, "Sounds Like A Melody" von Alphaville, und die ist sogar richtig gut gelungen, wenn auch nicht zwingend, denn das eigene Material ist gut genug, um sich Querverweise zu sparen.
Am eindeutigsten wird die Bandbreite des A Life Divided-Sounds bei den Tracks 12 und 13 klar. Erst mit "Heaven" ein langsamer Düster-Epos, ganz ohne Gitarren, dafür mit spacigen Keyboard-Sounds, bevor bei der Nachfolgenummer "No World Order" die Axt ausgepackt wird. Pumpende Double-Bass, messerscharfe Gitarren und ein zweistimmer Gesang, der die Soundwand zusammen hält.
Wer sich selbst ein Klangbild machen will, checkt: www.a-life-divided.de

NME.MINE - Unlove

23. Dez 2003 | von Emrah

Ab und zu sollte man doch etwas tiefer graben, denn im Untergrund verstecken sich oft Schätze, die
es verdient haben, an die Öffentlichkeit zu geraten. So z.B. die New Rocker von Nme.Mine aus Biberach. Auch wenn sie noch keinen
Plattenvertrag haben, klingt die EP "Unlove" äußerst professionell. Auf der sehr gut produzierten Scheibe befinden sich vier Songs, die
alle repeat-tauglich sind und mächtig grooven. Wer auf Bands wie Hoobastank, Incubus, Faith No More oder Life Of Agony steht, sollte sich "Unlove" unbedingt
mal reinfahren. Besonders der klare, aber trotzdem kraftvolle Gesang von Patrick "Smighty" Schmitt klingt richtig gut. Fazit: Moderne Rockmusik, die die Welt noch gut gebrauchen kann.

Infos unter: www.nmemine.de

"Glaube nicht an den Hype, glaube an die Musik!"

20. Dez 2003 | von Carsten

Auf dem diesjährigen Terremoto-Festival trafen wir anlässlich des neuen Albums ?From The Ashes?, Gitarrist und Kopf Fletcher von den Punkkrock-Veteranen Pennywise. Obwohl er zunächst ein wenig müde und wortkarg schien, brach in ihm doch noch ein Erzählfluss aus. Was ihn beschäftigt, was er von der derzeitigen US Regierung hält und warum man Good Charlotte am Besten mit McDonald?s vergleicht, könnt ihr im folgenden Interview lesen.

<b>Wie geht es Dir gerade?</b>
Ich bin momentan ziemlich müde und ein wenig abgebrannt. Das touren ist ziemlich anstrengend, ich kann Bus auch nicht so gut schlafen, daher bin ich gerade ein wenig platt.

<b>Wann seid ihr nach Europa gekommen? </b>
Wir sind vor ungefähr zwei Wochen nach Europa gekommen, unsere erste Show war beim Reading Festival in England, ja das müsste jetzt so ziemlich genau zwei Wochen her sein.

<b>So, lass uns mal auf Euren neuen Longplayer ?From The Ashes? zu sprechen kommen. Kannst Du mal den Namen ein wenig genauer erklären? </b>
Vielleicht mag es für manche in Europa oder in Deutschland schwer nachvollziehbar klingen. Wenn z. B. dein Haus abgebrannt ist und Du baust es wieder auf, aus der Asche. Es bezieht sich ziemlich stark auf den 11.09., auf die Asche des World Trade Centers. Dies war richtig tragisch was damals passiert ist. Die Texte für die CD schrieben sich dann fast wie von selbst. Wir hoffen auch, dass jeder in der Welt, diese Sache als eine große Warnung ansieht, als Zeichen was für Probleme Amerika, aber auch andere Länder in der Welt haben. Das man vielleicht dies als eine Art Neubeginn hat, dass sich etwas Gutes aus der Asche, aus der Tragödie herausgebildet hat.

<b>Kann man eventuell den Titel auch als Seitenhieb an die US Regierung sehen, was sie in Afghanistan oder im Irak getan haben?</b>
Ich denke, dass der Titel mehr auf die Geschehnisse vom 11.09. basiert, als auf die aktuellen Vorkommnisse im Irak. Die amerikanische Regierung hat über die Jahre natürlich viele Fehler gemacht und das amerikanische Volk weiß von vielem auch nichts, interessiert sich dafür auch nicht, weil sie denken, dass sie keinen Einfluss darauf haben, was die Regierung macht. Sie denken, dass sie in einer ordentlichen Demokratie leben, aber dabei ist es keine wahre Demokratie mehr.
Die Regierung hat ja früher auch Bin Laden unterstützt, sie hat seine Leute ausgebildet, damit sie gegen Russland kämpfen, wir waren Freunde von Osama Bin Laden, doch dann hat sich die Regierung von ihm distanziert, was ihn sauer gemacht hat. Dann gab die Regierung ihm noch mehr Macht und distanzierte sich wieder von ihm, was ihn wieder sauer gemacht hat. Dann hat er Amerika angegriffen und Amerika hat ihn angegriffen, dadurch sind viele Menschen gestorben. Dies ist dann zu einer Art Teufelskreis geworden, aber die Welt muss verstehen, dass Gewalt nur noch mehr Gewalt schürt.
<b>Pennywise ist mittlerweile zu einer politischen Band geworden und verteilt auch ziemlich Arschtritte an die Regierung oder andere Institutionen, die euch nicht behagen. </b>
Ja, ich mein Pennywise hat als eine Band angefangen, die sich um die persönlichen Dinge gekümmert hat, wie z. B. sei stark, mach was Du willst, geh deinen eigenen Weg. Nach und nach haben wir dann uns auch gegen die eigene Regierung, aber auch andere Regierungen in der Welt ausgesprochen. Auch gerade ?From The Ashes? ist ein höchst politisches Album geworden. Wir lieben zwar Amerika, gerade die Freiheiten die wir dort haben, aber die Regierung ist ein ziemliches Problem und je mehr sie weiter so agieren, wie bis jetzt, desto mehr Leute in der Welt hassen Amerika. Und unschuldige Leute, wie ich z. B., die nicht Bush gewählt haben, die diese Probleme ändern wollen, werden schließlich zu Zielen von Osama Bin Laden oder Saddam Hussein.
Aber auch die Deutsche Regierung hat viele Probleme, die Russen, oder auch die Franzosen haben viele Probleme. Es gibt also viele Probleme mit Regierungen, wir leben halt in Amerika, daher konzentrieren wir unsere Wut auf unsere.
Schröder?s Haltung zum Irak-Krieg finde ich okay, aber die deutschen haben die Bunker für die Iraker gebaut, die Franzosen machen ihre Geschäfte im Bankwesen mit dem Irak, die Russen bekommen Öl von ihnen, so hat jeder seine verschiedenen Gründe.

<b>Während Lagwagon fünf Jahre brauchte um ein neues Album aufzunehmen, hat es bei Euch nur zwei Jahre gedauert, die Themen bei Pennywise scheinen nicht auszugehen.</b>
Die Jungs von Lagwagon sind einfach faul! (lacht) Ich denke aber auch, dass es bei Pennywise jemals daran scheitern wird, weil es keine Themen mehr geben wird, dafür ist die Welt einfach viel zu verrückt. Zwei Jahre zwischen den Alben sind okay. Wir gehen auf Tour, kommen dann zurück nach Hause, schreiben wieder neue Songs und gehen dann wieder raus und spielen ein paar Shows.

<b>Denkst Du, dass es einen großen Unterschied zwischen dem europäischen und amerikanischen Publikum gibt?</b>
Es ist zwar kein riesiger Unterschied, aber auf jeden Fall ist ein Unterschied vorhanden. Ich denke, dass die Leute hier mehr aus Spaß aus sind und auch nicht so auf ihren Style achten, was populär ist. Die Leute haben ein freieres Denken und auch mehr Energie. In Amerika ist es ein wenig anders, es gibt viele Orte in denen man gar kein Punkrock hört. Dennoch gibt es auch dort ein großartiges Publikum, genauso wie in Australien, oder Europa. Überall ist es ein wenig anders, aber gerade die Energie, die das Publikum rüberbringt ist in Europa besonders gut.

<b>Meiner Meinung vertretet ihr eine Punkrock-Generation wie, z. B. Blink 182, Green Day oder Sum 41, wie siehst Du das Ganze?</b>
Ich denke, dass die neuere Punk-Generation mehr auf der Kommerz-Schiene abfährt, wie z. B. bei Good Charlotte, bei denen es um nichts anderes geht als ein Rockstar zu sein. Die haben keine Botschaft, die Musik mag zwar okay sein, sind aber nicht sie selbst, sie kleiden sich sogar extra punkig für ihre Shows um ihr Image zu wahren.
Sum 41 sind da wieder anders, sie sind trotz ihres Erfolges ziemlich auf dem Boden geblieben und ich würde sagen sie sind eine echte Band, denen es nicht nur ums Geld machen geht. Wenn ich mir dann andere Bands ansehe, die dann die Punkeinflüsse genommen haben, und die es dann zum Mainstream gemacht haben, hat dies dann nichts mehr mit Punkrock zu tun, sondern ist einfach Mainstream-Kommerz-Rock.

<b>Das einzig Gute an solchen Bands ist doch, dass sie die Leute in die richtige Punk-Szene einführt. </b>
Ja, mag sein. Nur wenn die Kids mit Good Charlotte oder Blink 182 groß geworden sind, haben sie einen völlig falschen Eindruck von der Szene bekommen. Deshalb haben sie noch lange nichts von Black Flag, Minor Threat gehört, sie müssen ja noch nicht einmal was von Pennywise gehört haben, aber sie sollten wenigstens wissen worum es im Punkrock überhaupt eigentlich geht.
Ich meine, über die Jahre ändert sich alles. McDonald?s war früher auch mal gut, als sie noch hausgemachte Hamburger und Pommes verkauft haben und wenn man es heute betrachtet ist es einfach nur noch Mist. Die meisten Leute kennen halt nur noch dieses McDonald?s, aber nicht wie es früher einmal gewesen war. Und genauso ist es im Punkrock, die Kids sollten halt wissen wo es ursprünglich herkommt, was sie heute hören, wissen es aber nicht. Denn viele Bands spielen Songs der alten Bands wie Black Flag, Misfits oder Minor Threat.
Also Kommerz-Punk ist absolut keine gute Sache!

<b>Ich habe mal gelesen, dass Du eure Musik als Hardcoremelodicpunk bezeichnest, ein ziemlich ungewöhnlicher Begriff um einen Musikstil zu charakterisieren, wie ich finde. </b>
Hm, ja dies ist im Grunde nur ein Wort, um die Musik unserer Band auf einen anderen zu kategorisieren. Ich meine, Hardcore: Sick Of It All oder Agnostic Front sind hardcore. Melodicpunk: Bad Religion. Bewegen wir uns zwischen SOIA und Bad Religion, ich denke nicht. Allerdings wenn ich sage ich mache Punkrockmusik, denken viele ?ah der macht Musik wie Good Charlotte?, und will ich das? Und dies will ich nicht. Ich spiele seit 20 Jahren in einer Band die schnell, laut, aggressiv spielt und hinter alledem eine Aussage steht.

<b>Was können wir in Zukunft von Euch erwarten?</b>
Wir gehen erst einmal zurück nach Amerika, touren und veröffentlichen dort erst mal unser Album. In ein paar Monaten wollen wir dann auch wieder nach Europa um hier dann einige Clubshows zu spielen. Wir haben hier schon einige Shows in Clubs gespielt, was sehr viel Spaß gemacht hat, da dort keine Barrieren und Security sind. Später geht es dann nach Australien und Japan und dann zurück um die nächste Platte aufzunehmen.

<b>Noch ein Schlusswort?</b>
Glaube nicht an den Hype, glaube an die Musik, glaube an das, was dein Herz sagt. Folge dem, was Du denkst das es richtig ist und folge nicht irgendwelchen Trends. Glaube nicht an das, was MTV oder das Radio, oder irgendwelche Leute sagen: ?Das ist cool?. Dies ist nicht cool. Wenn Du meinst Punkrock ist cool, dann verpass den Punkrock nicht.
Etwas anderes zu tun und dabei selbst zu sein, das ist cool!!!

Give Up The Ghost - We´re down till we´re underground

19. Dez 2003 | von Robert

Nach einem langwierigen Namensstreit mussten sich die früheren American Nightmare umbenennen und sind nun als Give Up The Ghost wieder da und haben mit ?We´re down till we´re underground? auch gleich ein neues Album mitgebracht, welches in Europa via Burning Heart erschien. Am Stil hat der Namenstreit aber nichts geändert, denn die fünf Jungs von Give Up The Ghost bieten immer noch harten und schnellen Hardcore, der eine gehörige Portion Punk beinhaltet und hauptsächlich auf Metalanleihen verzichtet. Anstatt dessen gibt es lieber eine gutes Stück Rotz, Wut und Brachialität, welche Give Up The Ghost zu einer der Vorreiterbands der Hardcoreszene und insbesondere im Bezug auf diesen Stil werden lassen.
So bleibt auch nur zu sagen, dass ?We´re down till we´re underground? ein verdammt gutes Werk geworden ist, welches vollauf überzeugt und mit seinen 13 Songs auch jeden Hardcorefan auf seine Seite ziehen müsste. Verdammt starkes Teil, einer guten Band, der Namensprobleme zumindestens musikalisch nicht anzumerken sind.

The Bullocks - Ready, Steady, Cash

19. Dez 2003 | von Robert

Die zweitälteste Punkrock Band Düsseldorfs, gemeint sind die Bullocks, hat sich just dieser Tage zurück gemeldet und mit ?Ready, Steady, Cash?, erschienen auf Wolverine Records, ihren fünften Longplayer nach 15 Jahren Bandgeschichte mitgebracht. Die vier Urpunker zeigen auch auf diesem Werk, dass Punk lange noch nicht tot ist und das man auch nach 15 Jahren noch gute Alben schreiben kann.
?Ready, Steady, Cash? enthält 13 Punkrockperlen im Stile von den Lurkers, Cock Sparrer und den Dickies und weiß sowohl durch rauhen Punk N Roll, als auch durch Spielwitz zu überzeugen. Nein, Punkrock ist noch lange nicht tot, dass wird einem so richtig klar, wenn man diese Scheibe hört. Im Gegenteil, denn totgesagte leben bekanntlich länger und das beweisen die Bullocks nur allzu deutlich im Jahre 2003. Gutes Teil und wenn man auf die Obengenannten Bands steht und mit dem Teenie Punk der Neuzeit nichts anfangen kann, dann sind die Bullocks genau das richtige. Unbedingt antesten!

Casualties - Die Hards

19. Dez 2003 | von Robert

Wenn man sich das Cover zu ?Die Hards? (Side One Dummy) anschaut, ist eigentlich sofort klar, was den Hörer erwartet. Zu sehen sind vier Junge Männer in Nieten Jacken und mit Iro Frisuren und verdammt bunten Haaren. So wundert es nicht, dass, wenn man sich nun nicht hat abschrecken lassen und die CD in den CD-Player schiebt, lupenreine Punkrockmusik ertönt. Und das nicht zu knapp und ohne Kompromisse. Die New Yorker verstehen ihr Handwerk, orientieren mit ?Die Hards? aber eindeutig an englischen Punkgrößen, wie The Exploited, Discharge und Conflict, wobei sie noch kompromissloser zu Werke gehen und damit ordentlich Punkte einfahren. Außerdem hat man mit ?Made in N.Y.C.? auch noch eine passende Punkhymne mit an Bord, die dem ganzen dann noch einen abwechslungsreicheren Schliff verpasst und besonders durch seine Sing A Long Parts besticht. Auch wenn ?Die Hards? schon aus dem Jahre 2001 ist und erst dieser Tage hier richtig vertrieben wird und zusätzlich Anfang nächsten Jahres das neue Werk der Casualties erscheint, lohnt sich ein reinhören allemal, denn ?Die Hards? ist zwar ein recht krasses Album, aber auch verdammt gut.

Fiddlers Green - Nu Folk

19. Dez 2003 | von Robert

Fiddlers Green gehören schon seit langem zu den führenden Folk Rock Bands Deutschlands und müssen auch längst den internationalen Vergleich nicht mehr scheuen. Nun hat man ein neues Album mit ?Nu Folk? vorgelegt, welches genau diese Aussagen untermauert. Insgesamt 16 Songs hat man verewigt und mischt hier munter Folk, mit Rock und einer Portion Punk, was einen dann doch immer wieder an Bands wie The Pogues (mal abgesehen vom Gesang) oder The Oysterband gedenken lässt. Dennoch, die Eigenständigkeit überwiegt ganz klar und Fiddlers Green bewiesen, dass FolRock einfach gut ist.
?Nu Folk? hat alles, was man braucht. Schnelle Stücke zum tanzen und langsame zum schmusen und dürfte eine ganze Reihe an Freunden finden, sowohl im Folk-, Rock-, als auch im Metal- oder Punkbereich.
Den Erlangenern ist hier wieder ein gutes Album gelungen, was einfach nicht langweilig wird, weil man auch die Trumpfkarte Abwechslung setzt und damit sticht. So würde ich sagen, erst reinhören, dann kaufen und erinnert sich noch jemand an ?Cotton Eye Joe? von Rednex? Dieser Song ist hier auch verewigt und beweist, manchmal ist Abwechslung einfach alles!

Eastpak Resistance Tour 2003 in Magdeburg mit u.a. Madball

19. Dez 2003 | von Robert

Die Eastpak Resistance Tour hat sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Highlight in Sachen Hardcore entwickelt. Auch in diesem Jahr war der Tross wieder unterwegs, vielleicht größer und besser denn je. Schließlich waren im Line Up keine geringeren als Ignite, Madball und Suicidal Tendencies vertreten. Und das war doch ein Line Up genau nach meinem Geschmack. So trommelten wir ein paar Leute zusammen und fuhren am 29.11. zum vorletzten Konzert der gesamten Europa Tour nach Magdeburg, um uns dort im Kulturwerk Fichte dieses Megakonzertereignis nicht entgehen zu lassen.
Wir kamen nach einigen kleinen Verfahrenstechnischen Fehlern rechtzeitig am Kulturwerk an, um die erste Band nicht zu verpassen. Denn pünktlich um 18 Uhr legten Knuckeldust aus London aus los. Leider waren zu diesem doch sehr frühen Zeitpunkt noch nicht viele Besucher anwesend, so dass die Londoner ihren Oldschool Hardcore mit leicht prolliger Attitüde vor fast leeren Rängen präsentierten. Hauptsächlich spielte man Songs vom aktuellen Album ?Universal Struggle? in ihrem gut 20 minütigen Set, der mir sehr gut gefiel und Lust auf mehr machte. Diese Band war einfach gut
Was aber nicht unbedingt auf Length of Time, die zweite von acht Bands des Abends, zutraf. Denn die Belgier langweilten mich mit ihrem Metal Hardcore Gemosche und der extrem prolligen Haltung schon nach wenigen Augenblicken gewaltig. Ein Teil der Zuschauer feierte sie dennoch ab, im sich so langsam füllenden Kulturwerk.
Es folgten Backfire aus den Niederlanden. Schon wieder prolliger Tough Guy Oldschool Hardcore, der aber zu überzeugen wusste und mir durchaus gefiel. Zum ersten mal füllte sich der Bereich vor der Bühne gewaltig und eine großer Moshpit entstand. Zum ersten mal wurde auch klar, dass die meisten Leute wohl hauptsächlich wegen prolligen Oldschool Bands gekommen waren, wie auch der restliche Abend noch bewies. Backfire spielten eine gelungene Mischung aus neuen Songs vom aktuellen Album ?Change The Game? und einer ganzen Reihe alter Songs, die besonders abgefeiert wurde.
Auf zur nächsten Band, Sworn Enemy. Doch Metal Hradcore ist nicht so meins und so begeisterten mich Sworn Enemy keineswegs. Ihr Debütalbum ?As Real as ist gets? wurde zwar von Jamie Jasta von Hatebreed produziert, aber überzeugt hat mich das auch nicht. Aber auch egal, denn der Rest des Publikums gab ihnen dennoch gute Unterstützung.
Anders sah es da schon bei Death By Stereo aus, denn diese Band gehört zu meinen absoluten Favoriten und kann vor allem Live mächtig Arsch treten. Kenne kaum eine Bnad, die live mehr Wumms hat, als DBS und die so voller Energie strotzt. Songs gabs hauptsächlich von den letzten beiden Album ?Into the Valley of Death? und ?Day of the Death?. Eine verdammt gute Show, die leider für meinen Geschmack viel zu früh mit ?No Shirt, No Shoes, No Salvation? endete. Für mich waren DBS das erste richtige Megahighlight des Abends.
Welcher aber dennoch umgehend getoppt werden sollte, denn Madball enterten als nächstes die Bühne. Eigentlich hatte man sich ja bereits aufgelöst, aber Reunions sind ja bekanntlich immer machbar und so fanden sich die New Yorker wieder zusammen und wie. Denn Madball ballerten einen wahnsinnigen Set heraus und zeigten, dass sie im Bereich des Hardcore eine der besten Livebands überhaupt sind (vielleicht mal abgesehen von DBS). Das war schon ein sehr guter Set, der Moshpit wuchs riesig an und auf einmal prasselten die Stage Diver nur so im Sekundentakt von der Bühne. Musikalisch gabs es neben der ungeheuren Livenenergie Songs aus der kompletten Bandgeschichte, wie ?Demonstrating my Style? und ?Down by Law? aber auch zwei Songs von der neuen ?N.Y.H.C: EP?. Wie gesagt, das war ein famoser Auftritt, Madball lebt und wie.
Als nächstes kamen Ignite, die zwar auch nicht schlecht waren, aber an die beiden Vorgängerbands nicht herankamen. Da fehlte einfach der Elan und Spielwitz von früher. Aber wirklich schlecht waren sie auch nicht, und besonders Zoli Teglas zeigte sich von seiner witzigsten und angenehmsten Seite. Es wurde viel geredet und gescherzt und auch das Ballerina Kostüm, dass er zu Beginn des Gigs trug, wies auf seine gute Laune hin. Musikalisch gab es Songs wie, ?Sunday Bloody Sunday?, ?Who Sold out now?, ?Maradonna? (Coverversion von The Business) und ?Call on my Brothers?. Das war alles nett, aber mehr nicht, auch wenn viele der weiblichen Anwesenden, dass anders sahen. Vielleicht liegt es auch daran, dass mit Ausnahme von Zoli und Gitarrist Brett die gesamte Band ausgetauscht wurde. Wie dem auch sei, so langsam neigte sich der Abend dem Ende entgegen.
Doch eine der absoluten Hammerbands des Abends sollte noch folgen. Kein geringerer als Suicidal Tendencies, die auch gleich mit ?You cant bring me down? mächtig loslegten. Cyco Miko Muir beschränkte sich endlich mal aufs singen und redete nicht soviel, was dem Konzert echt gut tat und rannte wie ein Berserker rastlos von einer Bühnenhälfte zur anderen. Überhaupt, die ganze Band strahlte mächtig Spielwitz aus und besonders die Brunner Brüder an Schlagzeug und Bass, sind vielleicht die besten Musiker im gesamten Hardcorebusiness, Wahnsinn. Das kann man zum Auftritt von ST sagen, in dem vor allem ältere Songs gespielt wurden, wie ?I saw your Mummy?, ?Send me your money? und vieles mehr. Tolles Konzert. Was aber leider nach gute 40 Minuten abprupt beendet wurde. Das Ende war ein bisschen merkwürdig, denn sofort ging das Licht, sehr schade, denn ich hätte STZ noch ewig zuschauen können.
Auch wenn die Zeit anscheinend überschritten waren, es war ein langer, aber verdammt guter Konzertabend gewesen. Highlights waren sicherlich DBS, Madball und ST. Ich freu mich schon auf die nächste Ausgabe, dann vielleicht mit ein zwei Bands weniger, denn acht Bands gehen schon irgendwann an die Substanz. Egal, Klasse Konzert!

Fireball Ministry - The Second Great Awakening

18. Dez 2003 | von Chris

?Mit diesem Album wollten wir das Gefühl einfangen, dass man hat, wenn man zu einer Show geht und völlig gefangen wird. Wenn die Musik richtig gute Riffs hat, die hart und nicht schmalzig sind, das finde ich aufregend. Das ist Musik, die ich gerne höre.? Prächtig, denn damit teilt Gitarristin Emily Burton den Geschmack einer Menge von Fans des heavy Rock?n?Roll.
?The Second Great Awakening? (Nuclear Blast) heißt das Album der Band aus LA., die eben diese Musik schnörkellos und ungemein groovend auf CD gepresst hat. Die meisten Nummern sind im Midtempo gehalten, basieren auf einfachen Riffs und verknüpfen den Charme alter Black Sabbath mit modernen Stoner-Rock-Verweisen. Sänger James Rota hat ein dazu vorzüglich passendes Organ ? kräftig und clean, mit hohem Wiedererkennungswert. ?The Second Great Awakening? ist bereits das dritte Album des Quartetts, in dem die dicken genau wie die dünnen Saiten von Frauen gedehnt werden. Die Erfahrung hört man: So kurz, wie man die Aufnahmen gehalten hat (? Es braucht nicht acht Monate, um ein Album aufzunehmen. Spiel deine Gitarren, sing deine Songs, pack die Sachen auf Plastik und bring es raus!?), so geradeaus klingt die gesamte Musik. Alles, worauf es beim Heavy Rock ankommt, findet Ihr auf diesem Album. Ein geiles Teil.

Suck Inc. -

16. Dez 2003 | von Chris

?Auf ihrem ersten Output ?…From The Era Of The Broken Vows? nehmen Suck Inc. aus Walsrode keine Gefangenen!? ? Boah, ich kann diese abgedroschene Musikmag-Sprache nicht mehr hören. Richtig unangenehm wird?s erst dann, wenn die Musik nicht hält, was die Plattitüde verkündet, doch das ist glücklicherweise nicht der Fall.
Suck Inc. wringen auf ihrem Demo 7 Songs aus den Instrumenten, die metallisch-noisig, dissonant-anstrengend bis hardcorelastig klingen. Eine kranke Mischung für ungeübte Ohren, jedoch rhythmisch anspruchsvoll und akzentuiert, mit netten Einfällen und einer Schwertransporterladung Aggressivität sowie einer guten Dosis Unzugänglichkeit. Sänger Jens Bruns sollte jedoch von einem Abstand nehmen: richtigem Singen. Das haut schlicht nicht hin und klingt bei ?Placenta? einfach mies. Der Rest gefällt und sollte von Konsumenten, für die Easy-Listening einem Sakrileg gleichkommt, ruhig angetestet werden. Ein Großteil der Songs steht auf der Homepage www.suckinc.de online, dort könnt Ihr für 7 Euro auch die CD bestellen.

Nothing In Common - Leaving Without Moving

16. Dez 2003 | von Sebastian

Die Kölner Nothing In Common spielen netten midtempo Emo-Punk. Das klingt beim Opener ihres zweiten Albums &#8222;Leaving Without Moving&#8220; (Elektrozmog / Killer Release), dem Beinahe-Ohrwurm &#8222;Miles Away&#8220;, noch ganz interessant und erinnert entfernt an Pale. Im Laufe des Albums wird dann jedoch ein und derselbe Song quasi acht weitere Male einfach variiert &#8211; nur der letzte Song, &#8222;Growing Up And Giving In&#8220;, bricht noch einmal aus dem arg vorhersehbaren Schema aus. Zudem machen Nothing In Common aus ihren Anlagen herzlich wenig: Die Möglichkeiten, die zwei Gitarren einer Band bieten, werden hier fast gar nicht genutzt. Wenn eine Passage ruhig klingen soll, wird sie schlicht vom Bass allein bestritten. Das mag zwar irgendwie noch dem Credo des Punk gerecht werden, ist aber trotzdem unglaublich langweilig. Wer sich heutzutage einen Stil wie Emo auf die Flagge schreibt, muss sich doppelt anstrengen, wenn er in der Schwemme an unbekannten Bands auffallen will, die sich alle an ein paar wenigen großartigen amerikanischen Vorbildern orientieren. Man hat alles schon mal irgendwo gehört &#8211; ein Zitat vom Zitat vom Zitat. Das nervt gewaltig und scheint vor allem bei deutschen Bands ein Problem zu sein. Denn während auf der anderen Seite des großen Teichs noch immer Hoffnung auf talentierten Nachwuchs im Emobereich besteht, ist bei uns wohl in puncto Ideenreichtum und Eigenidentität schon Hopfen und Malz verloren. Bands wie Nothing In Common lassen mich das zumindest manchmal denken.