The Distillers – Coral Fang
30. Jan 2004 | von RobertDie Distillers waren im Punkbereich nicht zuletzt durch die Ehe und der Trennung von der charismatischen Sägerin Brody mit Tim Armstrong von Rancid im Gespräch, sondern auch durch ihr famoses zweites Album ?Sing Sing Death House?. Nach diesem Hammeralbum folgt nun das neue Werk, ?Coral Fang?, welches erst mal damit fertig werden muss, immer mit seinem so grandiosen Vorgänger verglichen zu werden. Auch ich will erst mal diesen Weg einschlagen. Denn auf den ersten Blick sieht es nach dem typischen Weg aus, die Distillers wechselten auf Sire Records, einem Unterlabel von Warner, also zu einem Major und dementsprechend melodischer, ruhiger und massenkompatibler wirkt ?Coral Fang? auf den ersten Blick. Mit ?Sing Sing Death House? hat das ganze nur noch wenig zu tun, was mich zuerst enttäuscht hat, doch nach mehrmaligen Hören wird ?Coral Fang? immer besser, erschließt sich zunehmend und ist auch irgendwie düsterer geworden. Denn die Distillers haben eine neues Werk vorgelegt und sich dafür ein wenig verändert, um nicht den Fehler zu machen ?Sing Sing…? toppen zu wollen, was auch nicht möglich gewesen wäre. Da bin ich ehrlich, auch wenn ich es mir gewünscht hätte. Nein, man wagt einen Neuanfang und der erschließt sich erst nach einigen Durchläufen. Daher nicht aufgeben, fleißig hören, denn ?Coral Fang? ist im Grunde doch ein sehr gutes Album geworden, was es nicht einfach haben wird aus dem Schatten vom Vorgänger herauszutreten, was aber nicht zuletzt dank Songs wie ?Drain the Blodd? und ?Dismantle Me? dennoch das Zeug dazu hat!
Gluecifer – Automatic Thrill
30. Jan 2004 | von RobertDie Rock Giganten aus Norwegen melden sich zurück. Gar nicht solange Zeit ist verstrichen, als uns Gluecifer, denn von keiner anderen Band ist hier die Rede, zum letzten Mal beehrten und mit ?Basement Apes? ein wahrlich gutes Werk vorlegten. Und nun folgt ?Automatic Thrill?, via SPV/ Steamhammer, welches nach den doch ab und an poppigen Ausflügen auf ?Basement Apes?, wieder zurückkehrt zu den harten Rock´ N Roll Wurzeln. Poppige Elemente findet man auf ?Automatic Thrill? wahrlich wenig, sieht man mal von ?Here come the pigs? ab, denn Gluecifer sind Rock´ N Roll und werden es immer bleiben. Alles andere können andere Bands machen, denn ?Automatic Thrill? ist 100% bester Rock` N Roll aus Oslo und kann einfach nur überzeugen, nicht zuletzt auch durch so Klasse Tracks, wie ?Car Full Of Stash? und ?Take it?.
Gluecifer 2004 sind vielleicht besser denn je. Ihr neues Album ist definitiv eine Rockgranate geworden, so können alle alten Glueicfer Fans unbeschwert zugreifen und der Rest sollte mal unbedingt reinhören. Denn Gluecifer sind einfach die Kings Of Rock!
Die Kassierer – Männer, Bomben, Satelliten
30. Jan 2004 | von RobertWie hab ich mich doch vor diesem Tag gegraust, wie hab ich es doch immer wieder herausgezögert, dieses Review zu schreiben. Doch irgendwann musste ich es mal machen. Heute, heute schreib ich die Kritik zu Die Kassierer und ihrem neuen Output ?Männer, Bomben, Satelliten?. Doch keiner kann von mir verlangen, dass ich nicht absolut ehrlich zu dieser Platte bin. Denn schon beim ersten Song ?Ich bin faul? kommt mir ein leichter Übelkeitsreiz, den ich nicht mehr loswerde beim weiteren Durchlauf dieser Platte, im Gegenteil. Warum muss man mich denn so quälen, denn zu Textpassagen ?..er kackt auf meinen Sessel?, fällt mir nicht mehr viel ein, oder ?Kot, alles stinkt nach Kot? und das ist wohlgemerkt nur aus dem ersten Song. Und es wird nicht besser.
Gehen die Kassierer auf politische Pfade, wird es dann doch etwas besser, sogar ein bisschen lustig. Doch ihre Fäkalien Texte sind so tief unter der Gürtellinie, wie die Titanic auf dem Grund des Meeres liegt. Man echt, ich glaub manchmal, Leute wie die Kassierer haben kein Sexualleben und stellen nur ihr Wunschleben zur Schau. Außerdem nervt der Gesang so dermaßen….
Okay, das ist hier absolut nicht meine Baustelle. Im Gegenteil, schlimmer geht es kaum noch. Ich habe auch immer wieder ein paar Probleme mit Deutschpunk, aber das hier ist eine Zumutung. Allerdings, für alte Kassiererfans, das soll es ja geben, dürfte dieser Schrott wie Weihnachten und Neujahr zugleich sein und die sollten zugreifen, wenn sie es noch nicht getan haben. Allen anderen Deutschpunkfans empfehle ich, ganz vorsichtig reinzuhören, aber auf eigene Gefahr, und dem Rest, einen weiten Bogen um ?Männer, Bomben, Satelliten? zu machen und bei einem musikalischen Anflug schnell Reißaus zu nehmen. Grauenhaft!
Dreadlock Pussy – Tsumi
29. Jan 2004 | von EmrahDreadlock Pussy aus Holland schaffen es, alles was in den letzten zehn Jahren im Rock- und Metal-Bereich hip war, unter einen Deckel zu bekommen. Auf "Tsumi" (Seamiew Records) klingen so dermaßen viele Stilarten durch, dass es schwer ist, den Sound zu beschreiben, andererseits macht genau dieser Umstand die Sache anprechend und interessant. Auf "Tsumi" finden sich von agressivem Nu Metal ("Crass") bis Clawfinger-mäßigem Crossover ("Bygones) und Emocore ("Jacob´s Ladder) alles, was das Herz begehrt. Teilweise könnte der Sound etwas druckvoller sein und das Songwriting etwas konsequenter, aber Frische und Qualität sind trotzdem im oberen Level. Zu den Highlights gehört das Linkin Park-mäßige "T Minus" und die mit Scratch-Einlagen versehene instrumentale Halb-Ballade "Effigy". "Tsumi" bedeutet übersetzt Sünde, aber es ist bestimmt keine Sünde, dieses Teil beim Plattenhändler eures Vertrauens abzuchecken.
www.dreadlockpussy.com
Divine Empire – Nostradamus
29. Jan 2004 | von EmrahMit Florida verbinden viele am ehesten Miami Beach, Disney World und viel Sonne. Klingt alles recht freudig, nebenbei hat sich in den frühen Neunzigern aber auch eine recht populäre Death Metal-Szene entwickelt, die Bands wie Morbid Angel, Death, Deicide und Orbituary hervorgebracht hat. Von einer lebendigen Szene kann man zwar nicht mehr sprechen, doch gibt es immer noch Acts, die die Fahne des Florida-Death-Metal voller Stolz hochhalten. Dazu gehören zum Beispiel Divine Empire, die es auf ihrem Neuling "Nostradamus" (Century Media) schaffen, den Geist früherer Tage zum Leben zu erwecken, ohne dabei antiquitiert zu klingen. Dabei klingen Divine Empire eigentlich auch weniger nach ihren lokalen Kollegen, sondern mehr nach schwedischem Death- und Black Metal, mit rasanten, aber auch melodischen Hass-Attacken (Anspieltipp: "Aggravated Battery"). Die Band (besteht übrigens aus Ex-Mitgliedern von Malovent Creation) kann handwerklich voll überzeugen und schafft es, das gesamte Spektrum aggressiver Musik abzudecken, so dass eine relativ große Anzahl an Death-Metal-Fans angesprochen wird. Auch der moderne Sound gibt der Platte eine positive Note und so beweisen Divine Empire, dass auch extremer Metal noch seine Berechtigung hat. Besonders positiv ist zu vermerken, dass der "Gesang" für Todesmetal-Verhältnisse recht abwechslungsreich klingt. Florida hat also durchaus mehr zu bieten als Sonne, Strand und Frauen in Bikinis.
www.metalasylum.com/divine
Motörhead – 25 & Alive – Live at Brixton Academy
29. Jan 2004 | von RobertIch glaube über Motörhead muss man wenig bis gar keine Worte mehr verlieren, denn wer kennt sie nicht die alten Metal und Rock`N Rollhaudegen aus England, die schon seit jetzt einer halben Ewigkeit die Bühnen dieser Welt unsicher machen und immer noch verdammt gut sind. ?Mit 25 Years and Alive ? Live at Brixton Academy? kommt nun die vollständige Fassung ihres Jubiläumskonzertes vom 22. Oktober 2000 auf den Markt, in Form einer Doppel CD, via SPV/ Steamhammer, DVD folgt im Februar.
Im Grunde ist dieses Livealbum ein besseres Best Off Album, denn alle großen Hits sind vertreten, wie zum Beispiel ?God save the Queen?, ?Bomber?, ?Orgasmatron?, ?Overkill?, ?Ace of Spades?, ?Sacrifice? ?Born to raise Hell? und viele mehr. 23 Songs insgesamt, bei einer Gesamtspielzeit von gut 110 Minuten.
Auch die Produktion ist recht gut geworden, wodurch dieses Livealbum wirklich hörbar wird. Über den Sinn und Zweck von Livealben lass ich mich jetzt a dieser Stelle aber nicht aus.
Allerdings wirkt es so, als würde der letzte Druck, der letzte Wums fehlen, womit ich schon beim Manko, oder auch dem Schwachpunkt dieses Albums angelangt bin. Dennoch stellt ?Live at Brixton Academy? eine schöne Lebensgeschichte da und zeigt, was für gute Musik doch von den drei älteren Herren in 25 Jahren so geschaffen worden ist. Nicht nur was für Fans!
Grafzahl – Alles muss schwimmen
29. Jan 2004 | von RobertHinter Grafzahl verbergen sich drei junge Herren aus Siegen, die schon seit 1995 existieren, und die mit ?Alles muss schwimmen?, Tumbleweed Records, ihren zweiten Longplayer veröffentlichten. Geboten wird deutschsprachiger Punkrock, der sehr experimentell und sehr melodisch daher kommt. Die Texte haben durchaus Tiefgang und kommen ganz gut an, wodurch sich bei mir der Vergleich mit But Alive, Muff Potter und auch ein bisschen Dritte Wahl auftut.
Zwar ist Deutschpunk, Deutschrock etc. nicht unbedingt mein Ding, aber dennoch kann Grafzahl auch mich überzeugen, denn den Jungs ist hier mit ?Alles muss schwimmen? ein gutes Album mit Anspruch gelungen, welches mehr Aufmerksamkeit als bisher verdient hätte. Also, sagt euch eine der Vergleichbands zu, dann testet Grafzahl unbedingt an, es lohnt sich!
Erdbeertörtchen – Wald
29. Jan 2004 | von RobertWas kann man über ein Album sagen, was auf den ersten Eindruck so gar nicht auf unsere Seite und passt und auf dem der Gesang fehlt? Das es ein instrumentales Album ist und die Band, mit dem doch etwas anmutenden Namen Erdbeertörtchen, schafft s auf ?Wald?, ihrem ersten Album (Tumbleweed) doch durch gerade diese instrumentale und sehr experimentelle Musik, einen gewissen Hauch an Alternativer Musik zu zaubern. Harte Gitarren und bretterne Schlagzeuge sucht man vergeblich, im Gegenteil, ?Wald? ist genau die Platte, die es schafft, dass man mal abschalten kann und die es ebenfalls schafft, dass sich auch bei ruhiger Musik mal ein Lächeln auf mein Gesicht zaubert. Abwechslung ist übrigens durch die wechselnde Instrumentierung und diverse Tempiwechsel auch geboten.
Gerade durch die famosen Melodien wird Erdbeertörtchen zu einem Geheimtipp und jeder von euch sollte hier mal reinhören, denn ?Wald? ist überraschend gut geworden.
Four Sided Cube – Daily
28. Jan 2004 | von ChrisIch weiß nicht, wie viele Runden ?Daily? von Four Sided Cube bereits gedreht hat. Ich muss nur endlich mal eine Rezension über die Scheibe schreiben, damit ich das Teil endlich wieder aus meinem CD-Player rausbekomme.
Die Musik der 4 Jungs aus Mannheim hat so ziemlich alles, was man braucht: Eine tolle Grunge-Nummer am Anfang, eine tolle Grunge-Nummer in der Mitte und am Ende. Und zwischendurch natürlich. Oder nennt es Post-Grunge, Alternative-Rock mit viel Eddie Vedder in der Stimme, egal. Und Gefühl ist dabei, schöne Melodien, wohlklingende akustische Gitarren, mehrstimmiger Gesang, Popappeal und daneben noch so viel Substanz, dass es erst nach schätzungsweise 15 Komplettdurchläufen langsam Zeit ist, wieder die härtere Gangart in den Schacht zu schieben. Das liefert ?Daily? nämlich nicht ? Härte. Dafür ist alles in sich stimmig, von A bis Z ? und das nach einem Jahr Spielen in der aktuellen Besetzung. Four Sided Cube haben zwar schon einige Erfahrung (hier liegt ihr drittes Demoalbum vor), aber die Jungs sind alle Anfang 20 und somit eigentlich noch gar nicht fit für die großen Würfe. Sollte man meinen, haha, aber ?Daily? ist ein großer Wurf, und auch die Produktion kann sich sehen lassen. Für mich eine der Newcomerbands des Jahres, also unterstützt die Kollegen und besucht www.foursidedcube.de . So, eine Runde gebe ich der Scheibe noch ?
The Heroines – King of my Dark Heart – EP
26. Jan 2004 | von RobertThe Heroines aus Stuttgart haben mit ihrem ersten Longplayer ?Groupie? einen musikalischen Auftakt nach Maß vorgelegt. Ein Klassealbum ist dabei herausgekommen. Nun haben sich die zwei Damen und zwei Herren wieder ins Studio begeben und eine Vorabsingle für die zweite Platte, die im Sommer herauskommt, aufgenommen. Und ?King from my dark heart EP? kann sich wirklich sehen lassen,. Denn wieder haben es Galactica, Chris Missile, El Filippe und die neue Gesangsfrau Elektra geschafft harvorragenden Punkrock mit weiblichemGesang zu machen, der irgendwo zwischen Bands wie L7 und den Faboulous Disaster anzusiedeln ist und wahrlich eine ganze Reihe an eigenständigen Passagen aufweist.
Besonders der Titeltrack hat es total in sich. Denn ?King of my dark heart? rockt richtig und ist großartige geworden. Man kann nur hoffen, diesen Songs bald auf diversen Tanzflächen zu hören, denn die Heroines haben das verdient und der Song hat verdammt noch mal absolut das Potential dazu.
Die anderen beiden Songs gehen in die selbe Richtung, können den hohen Standard halten und runden dieses Megastarke EP hervorragend ab. Heroines, ich will mehr!
Female Voice Punkrock vom allerfeinsten
26. Jan 2004 | von Robert"King of my dark Heart" heißt die neue Single der Heroines. Im Sommer folgen Album und Tour. Doch "King of my dark heart" ist echt super geworden und somit der legitime Nachfolger vom ersten Longplayer "Groupie". Die Female Voice Punkband überzeugt und macht verdammt gute Musik. Irgendwo zwischen den Donnas und L7 sind die Heroines anzusiedeln, auch wenn ihnen dieser Vergleich nicht unbedingt zusagt. Doch die neue EP macht Lust auf mehr und so war ein Interview unvermeidlich und so sprachen wir mit Gitarristin und Sängerin Galactica und Bassist Chris Missile.
<b>Hallo, stellt euch doch mal vor und beschreibt euch ein wenig.</b>
Galactica: Habe gerade meine Hand mit nem wasserfesten Edding beschrieben. Da steht
jetzt: Interview beantworten nicht vergessen.
Wir sind ja Electra, El Filipe, Chris Missile und Galactica von The Heroines
und da kann man vor lauter Hektik schon mal ins schleudern kommen, da wir
gerne und viele Konzerte spielen, Interviews geben, Songs schreiben, proben
wie verrückt und uns mit allerlei Dingen beschäftigen.
<b>Erzählt doch mal etwas zur Bandgeschichte von The Heroines!</b>
Galactica: Es waren einmal zwei Mädchen, die wollten hinaus in die große Welt. Da
Frauen wissenschaftlich bewiesen einen schlechteren Orientierungssinn haben,
angelten sie sich zwei Jungs zum sicheren Geleit. Eines Tages kam das eine
Mädchen vom rechten Pfad ab und verschwand auf nimmer wiedersehen. Die neue
Weggefährtin wurde Electra, das war im kalten Winter 2003.
<b>Wie würdet ihr euch musikalisch definieren?</b>
Galactica: Glam-punk-n-roll-to-save-the-world-in-style bringt die Sache ganz gut auf
den Punkt. Wir haben zweistimmigen Damengesang und sind trotzdem nicht die
donnas.
<b>Wie ist eure wirklich gute aktuelle EP ?King of my Dark Heart? entstanden?</b>
Mr. Missile: Die werte Frau Galactica kam eines Tages in den Proberaum mit
dem Titelsong unserer Single, worauf die Heroines sich im
allgemeinen kreativen ergossen, ein bisschen am Songwriting und der
Darbietung getüftelt haben. Dann ist uns ein bekannter Ton-Ing eingefallen,
mit dem zumindest ich schon immer mal arbeiten wollte…gesagt, getan.
El Filipe ruft den Akeem (Achim Köhler) an und zwei Wochen später haben wir
das zeug dann aufgenommen…so richtig mit zig verschiedenen Gitarren, Amps
und Boxen und einem studio, in dem einem alle Möglichkeiten offen stehen….
<b>Seht ihr da Unterschiede zu früheren Aufnahmen?</b>
Mr. Missile: ja, klar: die Single klingt reifer und ausgewachsener, ist ja
schon ein Unterschied, ob man sich vornimmt, 13 Songs in 9 Tagen aufzunehmen
oder 1 Song in egal wie langer zeit (wir haben pro Song zwei Tage
gebraucht).
<b>Erzählt doch mal etwas zum dem Titelstück, welches ich übrigens sehr gut
finde, was es aussagen soll und so.</b>
Mr. Missile: Da fragst du mir mal lieber eine unserer Herzdamen. Die müssen das
ja schließlich auch dauernd trällern…aber mit Sicherheit geht es um Jungs
und oder Liebe…
Galactica: Es geht um Jungs, Liebe,… nee. Also eigentlich doch, was ich damit
sagen will: Da ist so ne Ische, die von ihrem mysteriösen Liebhaber
verlassen wird, um sich im Anschluss eine mittelschwere Psychose zuzuziehen,
die sich darin äußert, dass sie Stimmen hört und völlig am Rad dreht.
<b>Wie seid ihr an die ?It´s not just boys fun compilation? geraten und was
seht ihr darin für Chancen für euch, bzw. haltet ihr davon?</b>
Galactica: Unser Labelboss Sascha von Wolverine-Records ist der Initiator des
Samplers. Da lag es nahe uns mit drauf zu packen.
Vorteilhaft an solchen Samplern ist es, ein anderes Publikum zu erreichen.
Leute die uns nicht kennen und sich wegen einer anderen Band oder aber weil
sie "Female-Fronted"-Stuff mögen die CD kaufen, können so auf uns aufmerksam
werden. Auch untereinander kann man sich austauschen. Ein paar Ladies die auch
vertreten sind, haben mich schon angeschrieben und wollen Gigs mit uns
spielen oder Kochrezepte austauschen.
<b>Ist es wirklich manchmal so schwer, als eine Band mit weiblichen
Akteuren im Punkbereich Fuß zu fassen und akzeptiert zu werden?</b>
Mr. Missile: Nicht mit unseren Mädels.
Galactica: Nein, ist es nicht und war es für uns noch nie. Aber das scheint eine
fest verankerte Annahme zu sein. So langsam würde ich gerne mal wissen, wer
so was immer verbreitet. Wir profitieren eher davon, weil wir durch unsere Feminität anders sind als andere.
<b>Oder werdet ihr da von Vorurteilen erschlagen?</b>
Galactica: Wie gesagt, uns kommt es gerade recht.
<b>Was haltet ihr von den Vergleichen mit L7, den Donnas und Turbonegro?</b>
Galactica: Nix. Während Turbonegro mit drei Gitarren auf der Bühne stehen und zur
Panflöte greifen, schreiben die Donnas keinen ihrer Songs selbst und sind
auch nicht in meiner Plattensammlung auffindbar. L7 machen komplett andere
Musik und die Über-Einen Kamm-Schererei kommt wohl nur daher, dass die drei
genannten Bands den gleichen Lidschatten wie wir benutzen.
Mr. Missile: Also Donnas oder L7 lass ich mir zwar auch nur der Mädelsquote
wegen gefallen, aber Turbonegro hab ich noch nicht ganz verstanden, also den
Vergleich.
<b>Was gibt es für Pläne bei euch eine neue Platte oder Tourneen betreffend?</b>
Mr. Missile: Im März sind wir erst mal auf Tour und die Bookings für danach
laufen auch schon an…mal schauen, ob wir nicht doch die 90-100
Gigs-Pro-Jahr-Marke schaffen. Unsere Platte wird hoffentlich bis zum Sommer
fertig aufgenommen sein.
<b>Vielen Dank für das Interview</b>
Stoned from the Underground
26. Jan 2004 | von RobertAwesome Machine aus Schweden veröffenlichten im November letzten Jahres ein verdammt gutes Album mit Namen "The Soul of a Thousand Years" via PLY und schafften damit den eindrucksvollen Spagat vom Stoner Rock hin zu einer Metal, Hardrock Mischung, irgendwo zwischen Motörhead, Kyuss und Queensryche. Darüber sprachen wir mit Bassist Tobbe und löcherten ihn auch gleich noch mit vielen anderen Fragen und Themen.
<b>Erzähl mir etwas über eure 7 jährige Bandgeschichte.</b>
Die Band wurde 1996 von unserem früheren Bassisten und unserem Gitarristen, Christian Smedström, gegründet. Wir haben mehrere Demos aufgenommen, die ?Demo des Monats? in mehreren der großen Zeitungen in Schweden wurden. Eins der Demos führte schließlich zu unserem Plattenvertrag mit PLY. Seitdem haben wir einen neuen Bassisten und haben zwei Full-Lengths ?it?s ugly or nothing? und ?Under the influence? aufgenommen. Wir haben drei Europatouren gemacht und mit Bands wie Dozer, Karma 2 Burn und Mushroom River Band… gespielt. Wir haben auch mehrere Splits und Singles herausgebracht und waren auf einigen Compilation Albums vertreten.
<b>Wie würdest du euer neues Album ?the soul of a thousand years? beschreiben, was bedeutet der Titel und erzähl doch auch noch etwas über die Produktion.</b>
Ich würde sagen, es ist eine Reise durch verschiedene Landschaften von Hardrock…man kann Elemente von Metal, Psych, Folk und reinem Hardrock finden. Der Titel spielt sowohl auf die Unsterblichkeit von Musik als auch darauf an, dass wir es als notwendig erachten seine Seele in die Musik zu stecken.
Die Produktion fand bei Oral Majority Recordings statt und die Platte wurde von Roberto Laghi (Mustasch, Eleven Pictures, Transport League) produziert. Allerdings produzierten wir jeden Track in einem kleinen primitiven Studio vor, so dass wir gut vorbereitet waren als wir in das richtige Studio kamen… Alle Tracks wurden live mit Overdubs aufgenommen. Wir wollten, dass der Sound so natürlich wie möglich klingt und ich glaube, das hat sehr gut geklappt. Unsere kreative Seite scheint in Songs wie ?Ghost of Patroklos? oder ?Scars? zum Beispiel durch.
<b>Wie würdest du die Musikszene in Schweden und besonders die Stoner Rock Szene beschreiben?</b>
Also, die Musikszene in Schweden ist zur Zeit sehr gut. Wir haben einige erfolgreiche Bands und viele von ihnen sind Hardrock Acts, wie etwa In Flames, Hammerfall, Mustasch, The Crown etc… Ich denke die Gesamte Musikgemeinschaft ist von sehr hoher Qualität und wir klingen sehr ?international?, wenn du weißt was ich meine…
Was die Stoner Rock Szene betrifft muss ich leider sagen, dass sie stirbt….es gab Inflation zwischen den Bands für einige Zeit und es gibt zu viele Wiederholungen in der Musik. Awesome Machine hat seit dem letzten Album versucht das Stoner Image loszuwerden und ich denke es sind auf ?The Soul of a thousand years? nur wenige Tracks übrig geblieben. Es ist sehr traurig, dass viele Leute The Awesome Machine? automatisch mit Stoner Rock verbinden…ich denke wenn sie sich das Album wirklich anhören, werden sie sehen, dass es noch viel mehr ist….
<b>Was denkst du, warum machen so viele Menschen in Schweden Metal, Punk oder Rock?</b>
Ich hab keine Ahnung! Es gibt genauso viele Pop- und R?n?B-Bands etc., ich denke daher nicht, dass wir extrem viele Hardrock-Bands haben….es sieht wahrscheinlich nur so aus weil wir ein kleines Land sind und nur 9 Miliionen Einwohner haben
<b>Was denkst du über den Vergleich mit Kyuss?</b>
Kyuss war eine super Band…aber ich denke es ist so ähnlich wie mit dem Stoner Image, die Leute ziehen diesen Vergleich ein bisschen zu leichtfertig heran. Klar, am Anfang konnte man hier und dort etwas Kyuss hören, aber heute sind weit von dem entfernt, was wir 1995 gemacht haben. Auf dem neuen Album haben wir zum Beispiel keine einzige Fuzz-Pedal benutzt… bei Kyuss war alles dieser Fuzzy Sound… wir haben auch viel mehr Heavy Metal-Einflüsse als sie….Ich denke also, es ist schon etwas unfair uns heute mit Kyuss zu vergleichen….Wie gesagt, ich denke, die Leute, die das tun, haben sich unsere Musik nicht richtig angehört! In einem Review wurden wir als ein Mix zwischen Dio, the Cult, Black Sabbath und Running Wild beschrieben. Das trifft es schon viel eher….
<b>Wie wichtig waren das ?Stoned from the Underground Festival? und der ?Desert Rock? Sampler für euch?</b>
Das ?Stoned from the Underground Festival? war der absolute Wahnsinn! Es war das erste Festival, dass wir bis dato geheadlined haben und es war wirklich phantastisch. Und klar, es war ein sehr wichtiges Festival für uns, denn da waren eine ganze Reihe an großartigen Bands und viele wichtige Leute von vielen Labels und Magazinen. So trafen wir zum Beispiel unseren Labelboss Andre und viele andere wichtige Personen, die uns weiterbringen könnten.
Der ?Desert Rock? Sampler ist im Grunde genauso eine Compilation wie einige andere auf denen wir vertreten sind. Aber ich denke, dass es immer wichtig ist, seinen Namen auf verschiedenen Samplern zu präsentieren, um ihn mehr und mehr Leuten zugängig zu machen und bekannter zu werden.
<b>Erzähl doch mal etwas über eure Zusammenarbeit mit PLY</b>
Also, das läuft bisher gut…besonders bei der Arbeit zum neuen Album. Wir haben totale künstlerische Freiheit, was sehr gut ist….wir können unsere Songs schreiben und performen wie wir wollen ohne, dass jemand hinter uns steht und uns sagt, was wir zu tun haben…Wir sind glücklich mit einem kleinen independent Label wie PLY zusammenzuarbeiten….Natürlich wünscht man sich manchmal etwas mehr finanzielle Sicherheit, aber ich denke als Band lernt man auch eine Menge über low budget Produktionen.
<b>Was sind eure nächsten Pläne?</b>
2004 werden wir weiterhin durch Europa touren und im Sommer können wir hoffentlich bei ein paar Festivals spielen… TAM is here to stay…haha
<b>Danke für das Gespräch!</b>
übersetzt von Meike
positive Grundstimmung
26. Jan 2004 | von CarstenAnlässlich des heute erschienen fünften Albums ?The Flame? der spanischen Band Dover hat uns Songwriterin und Gitarristin Amparo Llanos vorab am Telefon ein nettes und informatives Interview gegeben. Warum z. B. im Booklet so viele Leckereien abgebildet sind wie das neue Album entstanden ist und was man alles auf der ebenfalls neuen DVD findet, erfahrt ihr im Interview?
<b>Ehrlich gesagt, war ich sowohl überrascht, als auch glücklich, dass ihr schon das neue Album herausbringt, nachdem ihr ja 2002 fast durchgehend auf Tour war, dachte ich eher das ihr 2003 etwas lauer angeht.</b>
Oh ja, das war schon ganz schön anstrengend, aber wir wollen eigentlich auch nicht länger als zwei Jahre zwischen den Alben vergehen lassen. Daher haben wir uns hingesetzt und am neuen Album ziemlich hart gearbeitet, nun es ist es da und ich bin auch wirklich glücklich und zufrieden damit.<b>
Ihr habt ja auch eine DVD herausgebracht, die einen sehr guten Einblick in die Geschichte von 10 Jahren Dover gibt.</b>
Eigentlich wollten wir die DVD schon in den letzten ein, zwei Jahren herausbringen, aber wir hatten nie so richtig das Gefühl, dass sie wirklich fertig war. Wir waren immer der Meinung, das irgendetwas fehlen würde. Wir haben immer geguckt, ob dies oder das passen würde, oder ob wir noch etwas anderes machen könnten. Wir hatten immer Kopf gehabt, sie herauszubringen, haben es aber dann doch nie getan. Wir haben uns schließlich dazu entschieden, das wir damit glücklich sind, und das sich darauf alles befindet, was die Fans und wir auf einer DVD zu finden hoffen. Deshalb haben wir sie erst jetzt und nicht schon vor zwei Jahren veröffentlicht.
<b>
Wie wichtig war es für Euch euer neues Album ?The Flame? in Spanien schon im letzten Jahr zu veröffentlichen?</b>
Ja, das ist ganz witzig. Wir haben eigentlich so vor knapp einem Jahr damit angefangen an ?The Flame? zu arbeiten. Wir wollten es eigentlich so um den September veröffentlichen, da wir die Fans nicht zu lange auf das neue Album warten lassen wollten. Momentan ist es leider hier in Spanien aber eine ziemlich harte Zeit für Rock ?n? Roll Bands, da jeder zur Zeit Latino-Musik hört. Wir haben es daher eigentlich mehr für die Fans herausgebracht. Okay, wir haben es auch wenig für uns getan, wir konnten nicht mehr an uns halten, wir mussten einfach ein neues Album rausbringen und wollen dann auch wieder touren, das ist es was wir mögen.
<b>
Das neue Album ist um vieles fröhlicher und hat eine positivere Grundstimmung, als das Letzte, schon der Opener verbreitet Freude, so dass man am liebsten tanzen würde.</b>
Ich denke auch, dass es um vieles fröhlicher ist. Auch gerade ?The Flame? ist ein ziemlich positiver Song, aber eigentlich ist er nur einer von vielen, es gibt viele die einen positiven Text haben. Wenn Ich die CD mit der letzten ?I was dead…? vergleiche, ist sie um einiges fröhlicher. ?I was dead…? war um einiges dichter und düsterer ich mag das Album und bin auch wirklich stolz darauf, doch ?The Flame? ist neuer, daher mag ich es gerade mehr.
<b>
Ihr habt die Platte ausschließlich in Madrid aufgenommen, wolltet ihr nicht wieder ins Ausland, weil Ihr das letzte Mal eine nicht allzu gute Zeit in Los Angelos hattet?</b>
Ja, kann sein. Eigentlich hat es verschiedene Gründe gehabt. Um ehrlich zu sein, lag es zum einen daran, dass wir zu faul waren uns groß nach einem Studio umzusehen. Wir hatten hier in Madrid eine gute Zeit und haben hart am Album gearbeitet, so dass die ganze Arbeit in Madrid entstanden ist. Schließlich haben wir das kleine Studio gefunden, welches ziemlich in der Nähe unseres Proberaums und Wohnungen ist. Ja, wir waren zu der Zeit schon ein wenig faul, wir dachten uns einfach, lass uns dieses Mal einfach zuhause bleiben. Beim nächsten Mal kann es sein, dass wir wieder in die USA, London oder wo auch immer ins Studio gehen. Auf der anderen Seite haben wir vor drei, vier Monaten daran gedacht zu den Aufnahmen nach New York zu gehen, letztendlich haben wir es doch nicht gemacht, da Rick (Rick Will, der Produzent, anmerk. d. Verf.) dorthin nicht wollte. Er schlug uns Los Angelos, Australien und Madrid vor, von da an war die Sache gegessen und haben gesagt, okay dann Madrid.
<b>
Nach welchen Kriterien habt Ihr euren neuen Produzenten Rick Will ausgesucht, nachdem es mit dem letzten nicht so gut geklappt hat?</b>
Das erste was ich dachte, als wir ihn gefunden hatten, war, dass es großartig für die Band ist ihn bekommen zu haben. Das erste was Rick gesagt hatte, als er zu uns nach Madrid kam war, dass das Album in einem aufgenommen werde soll, da er nicht zu einer Vorproduktion in ein Studio wolle. Wir haben bereits am ersten Tag damit angefangen, das Album live einzuspielen, d. h. dass nicht zuerst das Schlagzeug, dann Bass, dann Gitarre. Er wollte, das wir alle auf einmal im Raum sind und zusammen spielen, aber wir haben so was vorher noch nie gemacht und dachten, dass wir das nicht schaffen würden. Wir dachten wir wären nicht gut genug dies zu tun. Er sagte nur, worüber redet ihr überhaupt, es ist doch nichts anderes als würdet ihr auf der Bühne stehen und live spielen. Das Album ist dadurch sehr direkt und schlicht geworden, zudem was wir vorher gemacht haben. Es hat Spaß gemacht und es ist auch gut für das Album gewesen. Ich erinnere mich noch an den zweiten Aufnahmetag, wir sollten ?The Flame? aufnehmen, als wir anfingen zu spielen war ich richtig nervös. Es war fast so, als würden wir vor einem Publikum spielen, bei einem Konzert ist man auch immer ein wenig aufgeregt. Diesmal war es nur so, dass ich bei den ersten drei, vier Takes gezittert habe, so aufgeregt war ich. Rick hat uns aber sehr gut geholfen und unterstützt, ich halte ihn auch für einen sehr guten Produzenten.
<b>
Ihr habt auch seit langer Zeit wieder einen Video-Clip im TV laufen, wie kam es zu diesem Entschluss?</b>
Eigentlich machen wir oft Videos zu den Dingen auf die wir stolz sind. Die Sache ist nur, das MTV oder Viva in Deutschland die Videos einfach nicht spielen wollen. Wir haben ne Menge Videos zu unseren Songs.
Bei ?The Flame? war es so, dass Cristina ein wenig müde von unseren eher praktischen Videos war, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Wir brachten immer nur noch zum Set fahren, wo der Regisseur schon alles fertig hatte, so dass es z. B. in rot, grün oder blau war. Wir brachten uns nur noch hinstellen und zum Playback spielen, aber dieses mal wollten wir es einfach anders machen, zumal wir zwei Kameras hatten. Bei ?The Flame? ist es jetzt dann auch so, dass uns diese zwei Kameras über mehrere Tage lang verfolgen.
<b>
Ich mag das Booklet zu Eurer CD, mit all diesen Polaroids, aber irgendwie scheint Ihr auch mächtig Hunger gehabt zu haben als Ihr es gemacht habt.</b>
Cristina war für das Booklet hauptverantwortlich und sie hattet dann die Idee all diese Leckereien darin aufzunehmen, na ja und sie ist immer hungrig. Sie liebt halt Eis, Hamburger und all dieses Zeug. Ich mag das auch, aber ich versuche mich immer noch zu kontrollieren.
<b>
In Spanien seid Ihr auf dem Cover des Rolling Stone gewesen, wie wichtig ist es für einen Musiker heutzutage noch auf deren Cover zu sein?</b>
Da habe ich keine Ahnung. Es ist trotzdem schön, wenn man gefragt wird. Wir kennen auch den Fotografen, der die Fotos hier in Spanien für das Rolling Stone macht und er es ist ein guter Freund von uns, wir haben auch schon einige Jahre nichts mehr von ihm gehört, bis er sich jetzt bei uns gemeldet hat. Er ist auch ein wirklich guter Fotograf, seine Fotos sind immer ein wenig künstlerisch angehaucht. Es ist immer ein Vergnügen, ein Photoshooting mit ihm zu machen. Es ist außerdem immens wichtig, ob sich das Album später verkauft oder nicht, na ja eigentlich ich hab davon keine Ahnung, aber ich hoffe mal.
<b>
Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit dem neuen Album!</b>
Watch Them Die – Watch Them Die
25. Jan 2004 | von ChrisTief in der San Francisco Bay Area, wo zwischen Exodus und Testament auch Metallica einst dem Boden entwuchsen, gedieh seit Anfang 2000 zwischen punkbewachsenem Gehölz aus Grind und Crust ein kräftiger Sproß Thrashmetal von hässlichem Blattbild zu mächtiger Größe. Böse ächzt das Gewächs im Winde, streckt angriffslustig seine verkrüppelten Äste gen Himmel und krächzt zornig seine Kunde hinaus ins Dunkle: ?Watch Them Die!?
Eine Band wie ein Baum, ein Album wie der Fangschuss auf einer Jagd nach brutal-genialer Musik, der auf der einen Seite den Hörkanal durchschlägt, um auf der anderen das Gehirn herauszutreiben. Band und Release (Century Media) hören auf denselben Namen: ?Watch Them Die?. Brutale Härte, viele stimmunsgvolle Samples, Melodien an den richtigen Stellen und desaströses Gebolze ergeben ein derart intensives Gesamtstimmungsbild, dass sich regelrechte Schauer über meinen Rücken ziehen. ?Watch Them Die? ist spieltechnisch einwandfreier Thrashmetal auf der Schwelle zum Grindcore, gesanglich sogar stellenweise zum Black Metal tendierend, der Deine Ohren bluten und Deinen Puls rasen lässt. Hammer!
The Punkles – Pistol
25. Jan 2004 | von ChrisThe Beatles-Songs im Rotz-Riff-Stil, das kommt in Japan an. Dort waren The Punkles, die Hamburger Band, dauerhaftes Thema der Medien, ?The Punkles 1998-2003? stieg dort sogar in die Top 50 der Charts ein.
?Pistol? (Bitzcore) ist ein frisches Werk, das 15 Beatles-Cover aus der Spät- bis Endphase der Liverpooler unter der Haube hat, die gut rocken und erfrischend ?anders? klingen. ? Leider nicht ausnahmslos, denn einige Songs erkennt man kaum wieder, so lieblos wurde zu Werke gegangen. Das Album wirkt dadurch ein wenig zu stark auf Punk getrimmt, man hätte sich wenigstens mit den (teilweise recht schiefen) Vocals mehr Mühe geben können. Der Video-Track auf der CD zu ?Magical Mystery Tour? ist, wie das Cover selbst, recht witzig, auch wenn die alternden Jungs mit Perücken und albernen Klamotten völlig daneben aussehen. Aber das bezeichnet man wohl als Punk und hat meiner Meinung nach auch seine Daseinsberechtigung, weil unter?m Strich eine Menge Spaß bei ?rumkommt.
The Gathering – Sleepy Buildings – A Semi Acoustic Evening
25. Jan 2004 | von ChrisDie einen: ?Was ist aus The Gathering bloß für eine Hausfrauencombo geworden. Da rockt ja gar nichts mehr!? Die anderen: ?Wow, seit The Gathering nicht mehr Death-Metal bolzen, kann man das Ganze sogar hören!? Und ich: ?Schade, dass The Gathering sich seit Jahren ganz der ruhigen Schiene verschrieben haben. Aber das neue Album ?Sleepy Building ? A Semi Acoustic Evening? (Century Media) ist schon ?ne feine Scheibe ??.
Nach 14 Jahren Bandbestehen und einem musikalischen Richtungswechsel um etwa 180 Grad haben die Niederländer heute Fans aus allen Schichten ? wer Radiohead, Metallica, Tori Amos, Slayer und The Cure nebeneinander im Rack stehen hat, bei dem findet sich auch oftmals The Gathering. Die Band selbst beschreibt ihre melancholische, mittlerweile eher poppige Musik mit dem Begriff ?Triprock?, der mit halbakustischer Instrumentierung auf zwei exklusiven Live-Shows in Nimwegen (NL) für das aktuelle Album aufgezeichnet wurde. Das Spektrum erstreckt sich über eine repräsentative Auswahl an Songs aus der gesamten Schaffensphase, darunter sogar zwei umarrangierte Tracks aus Death-Metal-Tagen (?The Mirror Waters?, ?Stonegarden?). Mit dem Titelsong befindet sich eine völlig neue Nummer auf dem Album, die, lediglich begleitet von einem Klavier, auf ein großartiges kommendes Album hoffen lässt.
Frontfrau Anneke von Giersbergen agiert phantastisch gefühlvoll und charismatisch, die Instrumentalisierung klingt ausgewogen, warm und zurückhaltend. Die gesamte Produktion ist sehr dicht am Puls der Musik, stimmungsvoll und durchaus ergreifend. ?Sleepy Buildings ? A Semi Acoustic Evening? sollte in Eurem Regal stehen. Neben Radiohead, Metallica ?
Spirit Caravan – The Last Embrace
25. Jan 2004 | von ChrisSpirit Caravan waren eine der letzten Bastionen im Slow-Rock-Stoner-Doom-Bereich. Die Band gibt?s nicht mehr, Frontsau Wino (ehemals St. Vitus, Obsessed) zockt mittlerweile bei ?The Hidden Hand?. Tolotta, das Label von Spirit Caravan, schloss seine Pforten, die Alben sind teilweise nicht mehr erhältlich.
Hier kommt People Like You ins Spiel, denn das Label bringt mit ?The Last Embrace? einen 2-CD-Schinken raus, der das angeblich Beste aus den beiden Spirit-Caravan-Alben (?Jug Fulla Sun? und ?Elusive Truth?) vereint. Gekrönt wird das Ganze mit Limited-Release-Songs und den letzten drei Aufnahmen der Band, bevor sie sich auflöste.
Oldschool-Stoner- und Doomfreaks werden auf ihre Kosten kommen, denn hier schleppts und riffts, dass es nur so staubt. Die alten Black Sabbath sollten Euch nicht nur gesanglich gefallen, um Vergnügen an ?The Last Embrace? finden zu können. – Querverweise zu Ozzy und Co. finden sich zuhauf. Musikalisch ist bei Spirit Caravan die Zeit stehen geblieben. Einen langen Atem braucht Ihr zudem, um Euch durch die insgesamt 29 Songs durchzuhören, die teilweise recht anstrengend verspielt und sperrig durch die Membrane dampfen. Queens Of The Stone Age sind hiergegen Kindergeburtstag, also antesten!





