Mainstage


U.D.O. - Thunderball

31. Mär 2004 | von Emrah

Seit bereits mehr als 25 Jahren ist Udo Dirkschneider eines der Aushängeschilder der deutschen Metal- und Rockszene. Dabei ruht sich der Sänger mit der unverkennbaren Stimme nicht nur auf den großen Erfolgen seiner ehemaligen Band Accept aus, sondern haut unter dem Namen U.D.O. in schöner Regelmäßigkeit einen Knaller nach dem anderen raus. Und obwohl er im April diesen Jahres seinen 52. Geburtstag feiert, klingt er so lebendig wie eh und je. Sein neuestes Werk "Thunderball" (AFM Records) ist jedenfalls keinen Deut schlechter als das Material, was er sonst bisher aufgenommen hat. Ganz im Gegenteil! "Thunderball" überrascht wieder einmal mit klassischem Metal, der perfekt in Szene gesetzt wird. Zu den Highlights gehören der Titeltrack, das mit einem coolen Gitarrensolo glänzen kann, die melodische Mitsing-Hymne "The Land Of The Midnight Sun" und die auf russisch gesungene Polka-Metal-Nummer "Trainride In Russia". Besonders hervorzuheben ist auch der Abschlusstrack "Blind Eyes", bei dem die Gitarren nicht so braten wie üblich und auch Udo Dirkschneider etwas gemächlicher als sonst singt. Mit "The Bullet And The Bomb" ist zwar auch ein echter Langweiler aufs Album geraten, aber insgesamt machen U.D.O. wie eh und je einen starken Eindruck.

36 Crazyfists - A Snow Capped Romance

29. Mär 2004 | von Deniz

Mit ihrem Debüt ?Bitterness The Star? haben die ?36 verrückten Fäuste? bereits 2002 eindrucksvoll bewiesen, dass sie von Alaska aus sämtliche Fans aus den Wut-Orientiertem (S)creamo-, Hardcore- und Metallagern gleichermaßen bedienen können. Die außerordentlich staubaufwirbelnde Roadrage-Clubtour, die jährlich die neuen Pferde aus dem Roadrunner-Stall präsentiert, tat ein Übriges, um die 36 Crazyfists zu einem mehr als respektablen Geheimtipp zu hieven.
Noch besser, da griffiger, dynamischer und ideenreicher, als auf ihrem Erstling begeistert der junge, zielstrebige Viererbob auf ?A Snow Capped Romance? (Roadrunner) mit aggressivem Geshoute, derben Riffattacken, wuchtigen Beats, einfühlsamen Melodien und einer düster-melancholischen Grundhaltung. Sänger Brock Lindow zeigt erneut wozu er mit seiner aussergewöhnlichen Stimme in der Lage ist, erschütternde Shouts und gefühlsbetone Gesangseinlagen, für ihn kein Problem. Auch wenn entgegen des Titels von Schneelandschaftsromantik nichts zu spüren ist, hat der US-Vierer immer genügend epischen Stoff im Gepäck, um das musikalische Beben nicht trist werden zu lassen.
Um euch selbst ein Bild von der 36-fachen Vielseitig der Fäuste zu machen, sei der Uptempo-Opener ?At The End Of August?, das dynamische ?The Heart And The Shape?, der düster-schöne Kracher ?With Nothing Underneath? oder der Stimmungsmacher ?Destroy The Map? empfohlen. Melodischer Post-Hardcore gepaart mit metallischen Einflüssen und leichtem Emocharakter (ohne abzuwhimpen), der dem letzten Output von A Boy Sets Fire gehörig in die Margengrube tritt. Bravo, Jungens!

Es muss perfekt sein

29. Mär 2004 | von Emrah

In Flames sind im Metal-Geschäft mittlerweile eine Institution. Mit "Soundtrack To Your Escape" ist ihnen ein würdiger Nachfolger zu "Reroute To Remain" gelungen, welches bisher den größten Erfolg der Band-History darstellt. Die schwedischen Perfektionisten haben aber noch lange nicht genug und möchten am liebsten die ganze Welt erobern. Bevor das passiert hat mainstage.de mit Bassist Peter Iwers gesprochen.

<b> Als ihr euch für das neue Album ins Studio begeben habt, was hattet ihr euch da für Ziele gesteckt? </b>

Wir wollen immer besser sein als beim letzten Album. Dabei kommt aber der Druck nicht von außen, sondern von uns selbst, denn wir sind sehr ehrgeizig. Trotzdem sind wir auch mit unseren älteren Alben noch sehr zufrieden, wir würden im Nachhinein auch daran nichts ändern und da sind wir sehr stolz drauf. Schließlich haben wir damals unser Maximum rausgeholt und das tun wir heute auch noch.
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<b> War es nicht schwierig, noch bessere Songs als auf "Reroute to Remain" zu schreiben? </b>

Nicht wirklich. Meistens ist es so, dass Jesper und Björn mit einer Handvoll Gitarren-Riffs ankommen und wir uns dann gemeinsam treffen. Dabei versucht dann jeder seine Ideen einzubringen und so entstehen nach und nach fertige Songs, die wir dann so lange üben bis sie auch wirklich gut genug sind. Wenn ein Song nicht mit anderem Material von uns mithalten kann, dann nehmen wir ihn auch nicht auf. Jeder neue Song muss besser sein als der vorherige!
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<b> Aber trotzdem oder gerade deswegen muss der Druck auf euch doch immens gewesen sein. </b>
Das war auch einer der Gründe, warum wir dieses Mal woanders (in einem Landhaus in Dänemark, Anm. d. Verf.) aufgenommen haben. Wir wollen nämlich nicht, dass uns irgendjemand reinredet, was wir zu tun haben. Wir haben selbst so hohe Ansprüche an uns, dass man sich da von außen auch wirklich keine Sorgen machen müsste. Insofern schirmen wir den Druck von außen ab. Und jeder, der mit uns zusammen arbeitet, weiß sowieso, dass wir immer gute Qualität abliefern. Und so war es eben auch dieses Mal.
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<b> Beschreib mal bitte die Atmosphäre bei euch im Studio. Ich habe gelesen, dass sehr viel Bier getrunken wurde. </b>

Das stimmt! Wir trinken lieber Bier als irgendwelche Drogen zu uns zu nehmen. Es war also sehr relaxt, aber gleichzeitig auch sehr professionell. Erst wenn die Arbeit getan war, durfte gefeiert werden. Wir waren im richtigen Augenblick immer mit dem richtigen Ernst bei der Sache. Da geriet nichts außer Kontrolle, keine Sorge.
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<b> Ich habe den Eindruck, dass ihr auf "Soundtrack To Your Escape" mehr mit neuen Sounds, Effekten und Samples experimentiert habt. </b>

Das ist möglicherweise richtig, denn sie fallen mehr auf. Es war aber nie unsere Absicht, da möglichst viele neue Sounds zu integrieren. Für uns steht immer der Song im Vordergrund.
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<b> Wenn man sich eure Anfänge anhört (das erste Album erschien 1994), habt ihr euch immer mehr vom traditionellen Metal entfernt, seid aber gleichzeitig härter und moderner geworden. Wie beurteilst du diese Entwicklung? </b>

Es ist auf jeden Fall schwierig, unseren Stil treffend zu beschreiben. Wir haben aber auf jeden Fall nicht unsere Wurzeln abgelegt, wir haben sie immer bei uns. Wir wollen unsere Ursprünge durch neue Elemente verfeinern und noch interessanter gestalten. Das ist einfach ein Prozess, der sich entwickelt hat. Wie man letztendlich unseren Sound beschreiben möchte, sollen andere beurteilen. Mir ist das zu schwierig. Aber ich will nicht bestreiten, dass wir anders als auf "The Jesters Race" klingen, schließlich ist das Album schon fast zehn Jahre alt. <p>
<b> Könnt ihr euch vorstellen, dass ihr einiges Tages so weit seid, dass ihr eure Wurzeln ganz ablegt? </b>
Nein, das werden wir nie tun. Es soll immer nach In Flames klingen. Wir müssen aber auch aufpassen, dass es für uns persönlich interessant bleibt, da wir ja unsere Musik auch die nächsten Jahre mit uns rum tragen werden. Und wenn wir jahrelang jeden Abend unsere Songs spielen, müssen wir auch Fans unserer eigenen Musik sein. Wir werden aber nie plötzlich in eine andere Richtung einschlagen! Dann wäre es auch nicht mehr In Flames.
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<b> "Soundtrack To Your Escape" klingt meiner Meinung nach härter, aber auch melodischer als eure Vorgänger. Würdest du mir da zustimmen? </b>

Wenn es so sein sollte, war es auf jeden Fall nicht geplant. Wir gehen nicht an ein Album ran, mit der Zielsetzung, härter oder softer zu klingen. Unsere Songs entwickeln sich ganz natürlich und sind immer von unserer jeweiligen Stimmung abhängig. Wir lassen uns da von verschiedenen Sachen inspirieren. Wichtig ist, dass der Song unsere Ansprüche erfüllt.
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<b> Was soll der Titel des neuen Albums ausdrücken? Wovor flüchtet ihr denn? </b>
Manchmal, wenn wir auf Tour sind, dann gibt es Augenblicke, da möchte man ganz abschalten und mal auf andere Gedanken kommen. Das ist natürlich nicht einfach, da ständig Leute um einen herum sind. In solchen Momenten wünsche ich mir mehr Ruhe, mehr Privatleben. Und genau dann hilft die Musik, um abschalten zu können. Am besten geht das mit Kopfhörern, dann kann man aus dem Stress des Alltags flüchten. Und es wäre schön, wenn das für viele mit unserem Album genauso wäre. Man hört es und vergisst all die Probleme, die einen plagen. Daher der Titel.
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<b> Ihr gehört zu den Bands, die immer tierisch lange auf Tour sind. Was war bisher deine schönste Erinnerung? </b>

Auf jeden Fall die Tour mit Slayer! Ich war schon immer ein Riesen-Fan von ihnen. Es war schön zu sehen, dass sie total bodenständig und zuvorkommend sind. Eine tolle Erfahrung!
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<b> Entstehen eigentlich immer Freundschaften, wenn ihr mit anderen Bands unterwegs seid? </b>

Auf jeden Fall! Auf Tour sitzen wir alle im selben Boot. Da freundet man sich natürlich auch mit den anderen an. man kann aber auch nicht mit jedem auskommen. Das ist aber normal. Von den 30 Bands, mit denen wir getourt haben, hatten wir zu 29 ein freundschaftliches Verhältnis.
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<b> Für eine skandinavische Metal-Combo wart ihr ungewöhnliche lange in Amerika unterwegs. Ist es nicht etwas schwierig, die USA zu erobern? </b>

Wir wollen die ganze Welt erobern, ha ha! Für uns ist nur wichtig, dass viele Leute zu unseren Shows kommen. Da spielt es keine Rolle, wo wir spielen. Wir wissen aber auch, dass wir mehr Leute erreichen können, wenn wir mit Bands wie Slayer oder Slipknot spielen. So etwas finden wir wichtig. Die ganze Welt soll mitbekommen, dass es In Flames gibt. Egal, ob man uns mag, oder nicht.
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<b> Mit welcher Band würdest du gerne Mal auf Tour gehen? </b>

Iron Maiden! Das war schon immer ein Traum von mir!
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<b> Kommen wir zur letzten Frage: Glaubst du, dass ihr euch mit In Flames momentan auf dem Höhepunkt eurer Karriere befindet? </b>

Unser Höhepunkt ist erst erreicht, wenn wir das perfekte Album aufgenommen haben. So Lange machen wir weiter. Und so lange wir noch Spaß an der Sache haben, geht es für uns auch immer aufwärts. Ich hoffe, das es auch so, bleibt, sonst müssten wir ja aufhören und das haben wir nicht vor!
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<b> Alles klar, danke für das Interview! </b>
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www.inflames.com

Alternative Allstars - 110% Rock

28. Mär 2004 | von Chris

Hast Du einen dicken Schädel von gestern, relativ miese Laune und willst Dir was richtig Gutes tun, dann pack das neue Album der Alternative Allstars in den Schacht. Bei diesem Bandnamen und dem Titel ?110% Rock? (SPV) sollte da nicht viel schief gehen, die Kombi lässt zumindest Großes vermuten. Um es kurz vorweg zu nehmen: ?110% Rock? werdet Ihr nach mehreren Durchläufen nicht mehr hergeben wollen.
Über zwei Jahre lang wurde gewerkelt und produziert, u.a. weil man durch das Debüt ?Rock On? (2000) ? das ich leider nicht kenne - die Tantiemen für den Ausbau des eigenen Studios beisammen hatte. Eine ziemlich lange Zeit, an deren Ende 35 Songs standen ? die Besten, klar, landeten auf der Scheibe. Sänger Klaus Grabke dürfte Euch als Sänger von Thumb ein Begriff sein, und er ist nicht die einzige Stimme, die auf ?110% Rock? zu hören ist: ?I Get Around? wird durch Ingo von den Donots kräftig unterstützt, ein absolut fetter Song, der all das in sich vereint, wofür das Album steht: Catchy zeitgemäßer Rock fuckin? Roll, der ? das hört und spürt man - von Herzen kommt. Auf ?Falling From Grace?, einem erdigen Mid-Tempo-Titel, springt Ron von 4Lyn mit ein, und auch die anderen Songs (außer vielleicht ?Emotions?, einer eher kitschigen Nummer mit spacigen Gitarren) gehen richtig gut ab. Meine Lieblingsnummer neben ?I Get Around? ist das straighte ?Love So Strong? mit seinem knackigen Break und einem feinen Refrain. Der Klang der Platte ähnelt sehr stark dem der letzen Thumb-Releases: Ziemlich trocken und mitten-/höhenbetont. Keine Soundwand also, aber das gleicht der Volume-Regler wieder aus. Also erstens kaufen und zweitens: Play it loud!

Dark Funeral - De Profundis Clamavi Ad Te Domine (Live)

28. Mär 2004 | von Chris

Wenn man hierzulande auf ein Black Metal-Konzert geht, wird man in aller Regel ein recht zurückhaltendes Publikum sehen, einige Headbanger in den ersten Reihen natürlich ausgenommen. - Man gibt sich als Anhänger dieser extremen Spielart eben selber gerne unnahbar und finster. Das Live-Album der schwedischen Teufelsknechte Dark Funeral zeigt, dass es auch ganz anders geht: Die Stimmung des Publikums auf ?De Profundis Clamavi Ad Te Domine? (Regain Records) ist nahezu euphorisch, was aufgrund der großartigen Setlist (hier wurde der gesamte Backkatalog berücksichtigt) wiederum nicht ganz so verwunderlich ist. Vermutlich mussten die Fans auch lange darauf warten, Dark Funeral live sehen zu können, denn das Album wurde auf der Südamerika-Tour durch Brasilien, Chile und Kolumbien aufgenommen. Die Soundqualität ist nicht herausragend, wenngleich für eine BM-Scheibe absolut in Ordnung. Schwachsinnige Texte gibt?s natürlich ohne Ende, doch der Klanggenuss von fünfzehn rasenden Hymnen genügt als Entschädigung.

Exhumed - Platters Of Splatter

28. Mär 2004 | von Chris

Hätte mein CD-Player den Geschmack eines durchschnittlichen Musikkonsumenten und könnte kotzen, ?Platters Of Splatter? (Relapse) würde in hohem Bogen aus der Lade fliegen. Gut, dass dem nicht so ist, denn so kann ich mich noch ein Weilchen an der Ladung Gore Metal dieser 2-CD-Kollektion von Exhumed erfreuen.
Insgesamt 56 Tracks geben einen Eindruck vom kruden Schaffen der Band zwischen 1992 und 2002, darunter Stoff von EPs, Tribute-Alben, Demos, etc. ? das dürfte Fans wahre Freudentränen in die Augen treiben. Das Ganze erscheint im bestmöglichen Klanggewand, selbst die ältesten Sachen wurden neu gemastert. Da die Mischung aus Grind, Gore und Death der natürliche Feind von etwa 95 Prozent der Erdbevölkerung ist, lohnt sich die Anschaffung nur bei bereits Süchtigen. Oder als Einstiegsdroge für den Nachwuchs, für den übrigens dringend etwas getan werden muss…

Soulfly - Prophecy

27. Mär 2004 | von Deniz

?This is the prophecy? gröllt uns ein gewohnt gereizter Max Cavelera, Stammeshäuptling von Soulfy, beim ?Roots?-ähnlichen Opener ?Prophecy? durch die Boxen und sieht schon den ?New Millenium Tribal War? voraus, zu dessen Kriegstanz Soulflys Tribal-Metal mal wieder wie die Faust aufs Auge passt. Auf ?Prophecy? (Roadrunner) präsentiert uns der Bob Marley des Metal seinen neuen Stamm ? Marc Rizzo (Git.), Bobby Burns (B.) und Joe Nunez (Dr., spielte bereits auf dem zweiten Album mit) sind neu im Zelt ? und hat auch diesmal auf einen Stargast nicht verzichten können: Dave Ellefson (ehemals Megadeth) zupft bei einigen Tracks die dicken Saiten.
Aber eigentlich ist es egal, wer bei Soulfy mitspielt, es bleibt immer Maxes Ding. Er ist der Mastermind und Kreativitätsvulkan - es sind seine Visionen, seine Ideen, die umgesetzt werden. Trotzdem kann der Metal-Veteran gerade mit Marc Rizzo ein klares Ass aus dem Ärmel schütteln. Denn der junge Bursche mit dem dämlichen Rucksack auf dem Rücken ist bei den Shooting Stars Ill Nino ausgestiegen, um sich ursprünglich ganz den Facetten und Latino-Tönen der Flamenco-Gitarre zu widmen. Jetzt spielt er halt bei Soulfly, wo einfach-pushende, straighte Tribal-Thrash-Riffs den Sound dominieren, kann aber gleichzeitig seine geliebte Flamenco-Gitarre in den ruhigeren Momenten exzellent in das Metalgewand einstricken. Ein echter Joker für Mr. Cavelara, und ein dickes Plus für ?Prophecy?.
Das nunmehr vierte selbständige Werk Cavaleras bietet die gewohnte Abwechslung seines triballastigen, eigenen Metal-Stils zwischen mächtig drückenden Keulen (?Defeat U?, ?Mars?? I Belive?), schnellen Thrash-Dreschern (?Execution Style?, ?Born Again Anarchist?) und dem bewährten Touch von Worldmusic á la ?Soulfly 4? (mal wieder wunderschön). Auch das neue Schwergewicht lässt unerlässlich Haupt und Tanzbein schwingen. Soulfly haben eindeutig ihre Stärken noch weiter ausgebaut. Es werden noch fiesere Riffs gestampft, kernige Old-School-Leads und -Soli abgefeuert, exotische Instrumente so homogen wie in kaum einer anderen Band integriert und gänzlich jegliche musikalische wie auch kulturelle Grenze gesprengt. ?Prophecy? besitzt einfach diese unwiderstehliche Soulfly-Power und seinen ganz eigenen Charme, der einfach nur Bock auf Live-Gemoshe macht!
Zu erwähnen wäre noch der außergewöhnliche Song ?Moses? ? ein ungezogener Bastard aus Reggae und Metal. Sehr cool ist auch Max? Interpretation von Helmets ?In The Meantime? geworden, das mit seinem archaischem Groove geradezu zum Stammestanz um das brodelnde spirituelle Feuer einlädt. Auch diesmal heißt es ganz klar: Max, you bring da shit!

www.soulfly.com

Lunaris - Cyclic

27. Mär 2004 | von Emrah

Wie man es von Earache Records gewohnt ist, gibt es auch bei den Norwegern von Lunaris derben Stoff. Mit "Cyclic" legen uns Lunaris ein Album vor, dass mit abwechslungsreichem, modernem, Doom-, Black- und Death Metal bestückt ist. Im Unterschied zu anderen Genre-Kollegen verwenden sie gerne futuristische Sounds und progressive Elemente. Lunaris halten sich nicht an Regeln, sondern brettern ihre Riffs und Grooves gnadenlos durch, halten zwischendurch gerne mal für ein Break an, nur um dann noch schneller und brachialer weiterzuprügeln. Obwohl das atmosphärische Keyboard relativ häufig zum Einsatz kommt, ist der Sound roh und erdig, ohne altbacken zu klingen. Die Stimme wechselt zwischen klarem, kreischendem und hypnotisierenden Gesang. Wer "Nexus Polaris" von Covenant (die sich mittlerweile The Kovenant nennen) im Schrank hat, dürfte auch hieran gefallen finden. Was für abgefahrene Musiker Lunaris sind, hört man am besten bei "Slaves Of Opinion". Hier ziehen Lunaris alle Register ihres Könnens! Auf "Cyclic" gibt es übrigens auch ein paar illustrierte Gastmusiker wie Bass-Wunder Steve DiGiorgio oder Testament-Axeman Eric Peterson zu hören, was das Ganze natürlich um einiges aufwertet. Teilweise verzetteln sich die Jungs leider etwas, so dass der Gesamteindruck nicht unbedingt positiv ausfällt. Manchmal wäre weniger etwas mehr gewesen. Ich bin mir aber sicher, dass Lunaris in ihrem Metier punkten können.
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www.lunarisweb.

http://www.earache.com/bands/lunaris/lunaris.html

Brainless Wankers - Consider Yourself Rocked

24. Mär 2004 | von Robert

In den vergangenen Jahren haben sich die Berliner mit dem doch ein wenig überflüssigen Namen Brainless Wankers, durch zahlreiche Konzerte und Festivalauftritte, einen Namen in ganz Deutschland gemacht. So liefen sie mir zum Beispiel als Vorband der Satanic Surfers über den Weg und gefielen mir damals schon besser als der Hauptact. Nun werden die Wankers auf der nächsten Mainstage Party (im Rahmen ihrer kommenden Deutschland Tour) im März auftreten und haben passend dazu ihr neues Album ?Consider yourself Rocked? via dem noch sehr jungen Label Rockhit Records? herausgebracht.
Geboten werden wieder 12 Songs feinster Skapunk, die allesamt sehr ordentlich herüberkommen, zwar melodisch, aber dennoch immer voll aufs Tempo drücken. So kennt man die Wankers, so sind sie und so bleiben sie. Soll heißen, dass großartige Veränderungen nicht vorkommen, dass aber dieses Album dennoch nicht langweilig wird, im Gegenteil. Denn ?Consider Yourself Rocked? ist ein sehr amtliches Album geworden und rockt von der ersten bis zur letzten Minute. Absolute Schmankerl sind sicherlich ?(it is gonna be) all riot?, zu dem auch ein Video zu finden ist, ?The Idols are Dead? und ?Wanna be Trash?. Die Brainless Wankers sind in vergangenen Jahren zu einer verdammt guten Party Punkband herangereift, dass beweisen nicht nur dieses verdammt starke Album, sondern auch ihre Livequalitäten. Starkes Album, kaufen und auf ein Konzert kommen!

Subhumans - Live in a Dive

24. Mär 2004 | von Robert

Die ?Live in a Dive? Serie von Fatwreck hat ein neues Kapitel. Denn nun hat man die Subhumans bei einem Konzert mitgeschnitten und nun ihre Liveplatte veröffentlicht. Man kann nun mal wieder über den Sinn und Zweck von Livealben diskutieren, aber das wollen wir uns an dieser Stelle mal ersparen. Ich bin auch nicht so der Fan davon, aber die Live in a Dive Serie ist schon ziemlich gut. Auch die Subhumans beweisen dies. Vor diesem Output kannte ich die Subhumans gar nicht, aber die 26 Songs auf dieser Platte in 68 Minuten überzeugen.
Seit 1983 existieren die Subhumans mittlerweile und bringen auf dieser Live CD so ziemlich alle ihre großen Hits in eine neues Licht, steht zumindestens in der Bandbeschreibung. Geboten wird Oldschool Punk, irgendwo zwischen den Ramones, 7 Seconds und Discharge, mal härter und schneller, mal melodischer, aber immer rau und immer irgendwie ein wenig dreckig. In allem ist dieser Part der Live in a Dive Serie wieder wirklich gut gelungen. Da kann man nur auf den nächsten Part warten, aber auch auf neues von den Subhumans gespannt sein.

Madball - NYHC EP

24. Mär 2004 | von Robert

New York Oldschool Hardcore as its best ist tot? Dann habt ihr wohl noch nicht das neueste Lebenszeichen von Madball, einer der Legenden des NYHC gehört. Denn die haben sich mit der ?N.Y.H.C. EP? zurückgemeldet und wie. Fulminant und brachial wie immer präsentieren sich die vier muskulösen Herren auch auf dieser EP und zeigen deutlich, wir leben und ihr müsst nach wie vor mit uns rechnen, was sie dann ja auch gleich im letzten Jahr auf einer Headlinertour und bei der Eastpak Resistance Tour eindrucksvoll beweisen haben.
Viel neues gibt?s zwar nicht, kann man aber auch mit dem Namen Madball eigentlich auch nicht verbinden. Im Gegenteil, man setzt auf bewährtes, auf erwartetes und fährt so richtig gut in den vier Songs, die auf der ?N.Y.H.C. EP? zu finden sind. Madball sind wieder da und beweisen, dass dieses hier noch lange nicht ihr letzter Streich war, denn NYHC ist nicht tot, er lebt und wie!

Catch 22 - Dinosaur Sounds

24. Mär 2004 | von Robert

Nach einigen Umbesetzungen in der Band erschien im letzten Jahr endlich das neue Album von Catch 22 ?Dinosaur Sounds? auf Victory. Mit neuem Sänger versuchen die Kalifornier noch mal anzugreifen. Allerdings gelingt Ihnen das nur bedingt. Denn die Tatsache, dass direkt vor dieser CD die neue Platte der neuen Band ihres Ex Sängers, Streetlight Manifesto, erschien und sie darauf genau so klingen, wie Catch 22 heute klingen sollten, erschwert Catch 22 sicher gehörig das Leben.
Saxophonist Ryan Eldred versucht sich nun an den Vocals und macht seine Sache doch recht gut. Allerdings schwebt der Geist des alten Sängers Tomas immer noch über der Band und man kann gar nicht glauben, dass da noch Catch 22 drin sind, wo es draufsteht. Vielleicht hätte man ähnlich wie As Friends Rust, den Namen ändern, nach den tiefgreifenden Veränderungen und einen Neuanfang starten sollen, denn ?Dinosaur Sounds? ist zwar ein gutes Album im melodischen Skapunk Stil, kann aber älteren Alben von Catch 22 niemals das Wasser reichen. Da kann man sagen, dass das neue Werk von Streetlieght Manifesto, eher an Catch 22 herankommt und dadurch einen klaren Punktsieg davonträgt. Wie gesagt, schlecht ist ?Dinosaur Sounds? nicht, aber wirklich überzeugen kann es auch nicht, da es einfach nicht mehr an Catch 22 erinnert. Klammert man mal den Namen aus, bleibt eine recht gute Skapunkband über, nicht mehr und nicht weniger

A Day's Work - Drowning In What I Believe

24. Mär 2004 | von Deniz

Die aus Holland stammenden A Day?s Work legen nach ihrem ersten Full-Lenght-Album (?Above And Within?, 2003) schnell mit ihrer neuen EP ?Drowning In What I Believe? nach, um ihren bereits guten Ruf in holländischen Clubs weiter zu festigen. Vielleicht könnte das auch in Deutschland klappen, ist denn die Vier-Track-EP nicht von schlechten Eltern und dürfte all denen gefallen, die sich bereits mit den ebenfalls niederländischen Face Tomorrow angefreundet haben. Schroff, melodisch, melancholisch. Obwohl ich schon weitaus besseren Emo gehört habe, können sich vor allem ?From Where I Stand? (mitreißend) und ?Around My Head? (dynamisch) durchaus hören lassen. Wer eh schon auf Emocore steht und vielleicht auch auf eine Band wie Muse kann, geht hier wenig Risiko ein.
Zudem kann man durch einen Multimediateil (Videos, Fotos, Bonustracks und sogar Tabs) einen Einblick in die kleine Welt von A Day?s Work erhalten. Sehr nett!
Mehr Infos unter www.adayswork.nl

Dirty Americans - Strange Generation

23. Mär 2004 | von Emrah

Wie heißt es bei Müttern immer so schön? "Junge, wenn du deinen Teller nicht leer isst, wird morgen schlechtes Wetter!" So ähnlich verhält es sich mit dem Album "Strange Generation" (Roadrunner Records) der Dirty Americans. Denn an beiden Tagen, an denen ich mir die Scheibe der vier Rocker aus Michigan reinzog, kam die Sonne hinter den Wolken hervor und man konnte endlich mal auf seine lästig gewordene Winterjacke verzichten. Als ich das Album dann aber am dritten Tag wieder auf die Warteliste setzte, wurde das Wetter auch wieder schlechter. Konklusio: Wer endlich den Sommer herbeizwingen möchte, muss sich die Dirty Americans anhören, sonst wird das nix!
Ihre Debut-Show spielte die Band im Frühjahr 2001, nachdem die Vorgänger-Combo The Workhorse Movement auseinander brach. Zu den Highlights gehören "Burn You Down", "Way To Go" und der Foo Fighters-mäßige Titeltrack "Strange Generations".
Der Sound ist zwar nicht unbedingt bombastisch und Arena-tauglich wie uns die Presse-Info glaubhaft machen will (eher smooth, erdig und laid back), aber um euch amtlich die Gehörgänge durchzupusten absolut ausreichend. Fans des Retro-/Seventies- und Abgehrocks sollten die Dirty Americans unbedingt antesten, auch Black Crowes und Monster Magnet -Anhänger dürften Gefallen daran finden. Gut-Wetter-Fanatiker sowieso.

<a href="http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=fotos&band=1633"target="_blank">Live-Fotos von den Dirty Americans</a>

Strenght Approach - 96 - 2k1 Early Years

22. Mär 2004 | von Andreas

Eine der bekanntesten italischen Hardcore Bands wartet hier mit einer Discography ihrer bisherigen Schaffensphase auf. Old School Hardcore wie er im Buche steht. Insgesamt sind 31 Songs auf der STRENGTH APPROACH "96-2k1 Early Years" enthalten, die letzten 6 als Bonus Live-Songs. Es ist immer wieder interessant zu sehen bzw. zu hören, wie sich eine Band innerhalb von 5 Jahren verändert. Als erstes fällt natürlich sofort auf, dass der Sound stetig besser wurde, kein Rauschen und Kratzen mehr im Hintergrund.
Was das Songwriting betrifft, ist man im Old School Bereich naturgemäß etwas ein-geschränkter als in anderen Sparten. Trotzdem hört man STRENGTH APPROACH an, dass sie über die Jahre gewachsen sind. Die Songs sind mehr auf den Punkt gespielt, die melodische Note ist besser ausgearbeitet und platziert. Das heißt nicht, dass die alten Songs im Vergleich abfallen, sondern nur, dass man die positive Entwicklung quasi verfolgen kann. Im Endeffekt sollte das ja auch Ziel jeder Band sein.
STRENGTH APPROACH liefern ein drucksvolles Dokument ihrer Bandgeschichte ab und zeigen dass sie in Sachen Old School definitiv in Europas oberen Liga spielen. Im Herbst 2004 erscheint übrigens das neue Album, welches von Altmeister Don Fury abgemischt wurde; man darf also gespannt sein ….

Funeral For A Friend - Casually Dressed And Deep In Conversation

22. Mär 2004 | von Andreas

Die britische Hype-Maschine läuft mal wieder auf Hochtouren und FUNERAL FOR A FRIEND werden zur Zeit gerne als der Emorock-Newcomer aus dem Königreich verkauft.
Wenn unsereins aber dann das hochgelobte Album&#8220;Casually dressed and deep in coversation&#8220; (eastwest) näher &#8222;behört&#8220; , stellt man sich schnell die Frage: &#8222;Warum eine solche Aufregung&#8220;?
Beileibe keine schlechte Musik, aber mit Sicherheit auch nicht die nächsten Shooting-Stars des Emo-Cores. Das Debütalbum zeigt sich - von ein paar Ausnahmen abgesehen &#8211; viel
&#8217;mainstreamtauglicher&#8217;, als man es bei dem Ruf von FUNERAL FOR A FRIEND zunächst vermuten würde. Während der Opener "Rookie of the Year" noch mit eingängiger Melodie und viel Energie überzeugen kann, stellt sich schon nach kurzer Zeit leichte Eintönigkeit ein
&#8211; denn Bands mit abwechselnd viel Geschrei und Gesang hat man nicht gerade selten vorgesetzt bekommen. Und wenn dann den einzelnen Titeln die nötige Eingängigkeit fehlt um dauerhaft in Erinnerung zu bleiben, sowie der einem ständig in den Ohren liegende Vergleich mit Waterdown, spricht das sicherlich nicht gerade für die Briten…
Dass sie es können zeigt etwa der Song "Red is the new black". Das Händchen für gute Melodien ist da, der Gradwanderung zwischen Härte und Weiche gelingt. Schade, dass nicht jeder Song so heraussticht.

Kevins Campfire - Change Of Tune

21. Mär 2004 | von Deniz

Kevins Campfire: Zwei Jungs, eine Frau am Bass und eine neue CD mit acht ordentlich rockenden Tracks. Der Ingolstadt Dreier ist zwar erst seit Sommer 2002 in dieser Einheit zusammen, konnte aber schon so namentliche Bands wie Emil Bulls, 4 Lyn, Slut, Dredg und Raised Fist supporten, was dem Songwriting der neuen EP ?Change Of Tune? hörbar gut getan zu haben scheint. Zwar können sie es sich noch nicht ganz erlauben, sich in eine eigene Schublade zu stecken, die sie in der Info etwas naiv ?Massive Alternative Noise? nennen, doch brauch sich Kevins Campfire mit diesen jugendlich-energiegeladenen Songs hinter keiner anderen Band zu verstecken. Die Einflüsse von Vorbildern wie Jimmy Eat World, Deftones, Finch, Slut oder Trust Company sind allgegenwärtig, so dass eine frischer, harter Mix aus zeitgemäßen Metal, Emo und Alternative Rock entsteht, der ohne Umwege direkt ins Ohr geht und trotz oder gerade wegen des Abiband-Charakters der Produktion sehr sympathisch zum mitrocken einlädt. Feine Melodien, coole Riffs, ein paar sanfte Doublebass-Schläge, eingängige Songstrukturen, gelegentliche Backgroundvocals der hübschen Basserin Ramona und fertig ist eine empfehlenswerte CD, die man für schlappe 5 Euro auf der Webseite www.kevinscampfire.de ordern kann. Zugreifen würd ich sagen!