Mainstage


Masters Of Reality/Chris Goss - Give Us Barabbas

30. Apr 2004 | von Deniz

Wie man schon am Namenszusatz des Masterminds erkennt, handelt es sich bei ?Give Us Barabbas? (Brownhouse Records) nicht um ein reguläres Masters Of Reality-Album, sondern um Chris Goss zusammengetragene Soloschnippsel der fast letzten zwanzig Jahre. Warum die zwölf Tracks den jeweiligen MOR-Alben vorenthalten wurden, wird schnell deutlich: Statt durchzechten Nächten in der (Blues)-Rock-Wüste und QOTSA-mäßigen Dreck-Riffs präsentiert sich der charismatische Produzenten-Guru von seiner vielseitigen Singer-Songwriter-Seite, die ein eher akkustisch-folkloristisches und auch mal psychedelisches Bild abgibt. Steht ihm gut, dem Glatzkopf mit der markanten Stimme. Doch für den durchschnittlichen MOR Fan dürften Songs wie der mit Streichern unterlegte, über siebenminütige Opener ?The Battle Of Jody Frosty?, die Cowboykutsche ?Voice And The Vision?, die Folklore ?Off To Tiki Ti?, der John-Lennon-Blues ?It?s So Hard? eine dicke Herausforderung sein, für die er eine gewisse naturkundige Offenheit lieber mitbringen sollte. Dem gewohnten Sound seiner Lieblingsband kann man am ehesten noch mit dem beschwingten ?Brown House On The Green Road?, dem bluesigen ?The Desert Song? oder der schönen, von Scott Weiland (Stone Temple Pilots) mitgesungenen Ballade ?Jindalee Jindalie? lauschen, auch wenn selbst die noch auf einem verhältnismäßig unrockigen Gleiß fahren. Aber unrasiert, mit Kippe, Bier, Lagerfeuer und einem Grillwürstchen geht das schon in Ordnung. Trotzdem, nicht irreführen lassen, sondern vorher reinhören!

1349 - Beyond The Apocalypse

30. Apr 2004 | von Deniz

Ich hab keinen blassen Schimmer was die Zahl 1349 bedeuten soll. Ist es die Summe, die sich aus dem Alter aller Bandmitglieder ergibt? Oder vielleicht der Geburtstag der Schwiegermama des Bassisten. Oder aber das Jahr in dem Satan himself beschlossen hat, das Genre Black Metal zu erfinden? Ich weiß es nicht.
Aber mit dem Ultra-Anti-Gott dürfte ich mich bei ?Beyond The Apocalypse? (Candlelight Records) zumindest auf dem richtigen Pfad befinden. Feuerspuckender, animalischer Schwarz-Metal, der ganz tief im Keller, schon fast ein Stockwerk über dem Höllenfürst, gespielt wird. Da, wo es natürlich auch keine digitale Aufnahmetechnik gibt. Brauchen die Jungs um die Zahl 1349 bestimmt auch nicht, denn sie sind ja schließlich ?real Underground?. Riffs und Geschwindigkeiten sind mächtig old-school, auf romantisierende Keyboards spuckt man; der pure, eiskalte und doch fast epische Sound entsteht lediglich durch die Fiesness der Gitarrenarrangements, die auf Kosten des Saitenverschleißes gehen und bei denen der Finger wild hin und her zu rutschen scheint ? das muss brennen! Das ganze geht in Richtung Mayhem, Immortal oder Gorgoroth. Wer also sein Steak Blut-spritzend mag, nur bei Nacht das Haus verlässt und auch im Bett seine Nietenbänder anbehält kann hier gerne mal reinlauschen. Alle anderen machen lieber einen großen Bogen um die Zahl 1349 (nicht anrufen oder klingeln!)

Fangorn - Fangorn

30. Apr 2004 | von Deniz

Auf die dritte und selbstbetitelte Scheibe (G.U.C.) von Fangorn kann man als Metalfan gar nicht anders als mit gemischten Gefühlen reagieren. Der Sound bietet mit seinem Querverkehr aus midtempo Melodic Death, unterkühltem Gothic Tod, vereinzelten Thrash-Attacken, Black Metal-Verweisen und einem dezenten Hang zu progressiven Ufern durchaus interessante und spannende Facetten. Wenn auch nicht besonders originell, lassen die elf einwortrigen Titel das Können der Musiker, auch durch die trockene und druckvolle Produktion bedingt, ohne Zweifel durchblicken. Das war sozusagen die gute Nachricht.
Die schlechte Nachricht: Der Sachsen-Sechser will zu viel. Bei einer Spielzeit von über 60 Minuten und der Tatsache, dass die Songs von Track zu Track immer länger werden bis sie schließlich die sieben Minuten Marke erreichen, kann man als Konsument in der heutigen Zeitdruck-Gesellschaft auch mal die Geduld verlieren. Denn dazu sind einige Parts einfach nicht zwingend genug als das man auf ihnen herumreiten muss. Weiteres Manko: Der weibliche Gesang. Gute Idee, aber leider schwach umgesetzt. Die durchgehend deutschen Texte klingen aus der dunklen Kehle des Sängers richtig cool, aber sobald sich die kränkelnde Elfenstimme erhebt, wird mir doch etwas Flau im Magen. Sorry, das haben andere Sängerinnen (z.B. bei Theater Of Tragedy, Lacuna Coil) schon besser hingekriegt.
Aber da sich schlechte und gute Nachricht ausgleichen, bleibt ein stillvolles Düsteralbum, das all diejenigen glücklich machen könnte, die weder immer nur puren Death noch Gothic hören wollen und auch auf deutsche Texte gut können.

The Von Bondies - Pawn Shoppe Heart

29. Apr 2004 | von Robert

THE VON BONDIES die mit ?Pawn Shoppe Heart? ihr Majordebüt für Wea/Warnermusic aufgenommen haben, waren vorher in Deutschland noch recht unbekannt, doch das wird sich jetzt schlagartig ändern. Musikalisch erinnern die Von Bondies an Bands wie die WHITE STRIPES und die STROKES, welche beide größtenteils gehypt werden, wie sonst was. THE VON BONDIES nun, na ja, ein wenig Hype lässt sich nicht verkennen, aber: Die Band überraschte mich, nachdem ich einen Song gehört hatte und, zugegeben, nicht viel außer lahmen Rock erwartet hatte.
Das Quartett um Sänger/Gitarristen Jason Stollsteimer macht zwar keinen Punk, lässt diesen, ich nenne es mal ?Punk-Appeal? aber durchaus durchscheinen. Die VON BONDIES haben definitiv einiges vom Sound der WHITE STRIPES/STROKES, klingen aber auch manchmal stark nach THE CURE, wie ich finde. Eine Kopie aber, ist die Band nicht. THE VON BONDIES bringen einige Elemente aus dem Garagenpunk-Lager ein und scheuen sich auch nicht, mal theatralischen Gesang a la früher DANZIG aufs Parkett zu legen. Schöner Rock mit einigem Punk/Garage und ein wenig Trash-Input, das könnte eine ganz gut passende Beschreibung für die elf Stücke auf ?Pawn Shoppe Heart? sein.
Das schöne an dem Album ist des Weiteren, dass die zwei Jungens und zwei Mädels aus Michigan ihrem Sound etwas Variation geben, indem es nicht straight durch elf Songs geht, sondern die Band mal langsamer, mal ganz langsam/schmalzig, eben a la DANZIG, klingt und mal schneller wird und dabei an eine Mischung aus den HIVES und den WHITE STRIPES erinnert. Abwechslung wird also großgeschrieben, im Hause Von Bondies, was der Platte außerordentlich gut steht. Das ist zwar nicht ganz so punkig, in Songs wie der ersten Single ?C?Mon C?Mon? oder dem Opener ?No Regrets? aber durchaus sehr nett zu hören. Auch der wechselnde Gesang, zwischen Mann und Frau muss noch lobend erwähnt werden und bringt noch einmal eine weitere frische Note in die Musik der Von Bondies. Okay, zugegebenermaßen muss man sich ein wenig an die VON BONDIES gewöhnen, hat man das aber getan, gefällt ?Pawn Shoppe Heart? gut, mir zumindest. Schönes Album mit guten Ohrwürmern und einer Menge Sinn für Melodien, aufgeweckt frischen Garagenrock und, ja, ?Punk-Appeal?. Und, leider, leider, habe ich gerade genau das getan, was ich anfangs gar nicht wollte: In einen Hype einstimmen. Aber wenn die Musik doch so gut ist…

Messiah's Kiss - Metal

28. Apr 2004 | von Emrah

Das Zweitwerk von Messiah`s Kiss ist wohl genau das, was man Hausmannskost nennt. Nichts neues, aber auch nicht unbedingt schlecht. Auf "Metal" (Steamhammer/SPV) wird klassischer Metal zelebriert (ach was!?), der so dermaßen Old-School ist, dass es schon fast zuviel des guten ist. Songtitel wie "Fight Or Fall", Tears In The Rain" oder "Holy Waters" (Totalausfall - was für ein mieser Track) erfüllen sämtliche Klischees, wie auch Albumcover, Songwriting etc.. Die erste Hälfte der Platte ist ziemlich enttäuschend, wenn man mal bedenkt wie sehr diese band gehypt wurde. Ab Song Nummer sieben wird das Ganze dann aber zunehmend besser und vor allem flotter. Messiah's Kiss haben dann ihre besten Momente, wenn sie einen Gang hoch schalten. Für Freunde von Running Wild und Gamma Ray sicherlich ein Leckerbissen, mich hat's aber nicht unbedingt umgehauen. Dafür fehlt mir der letzte, entscheidende Kick.

Electric Lizard - Monster Soul

28. Apr 2004 | von Emrah

Charmanter Rotz Rock aus Berlin, nein, nicht die Beatsteaks, leider knapp daneben. Electric Lizard nennen sich die drei Radaubrüder, die mit ihrem Debut "Monster Soul" (Pussy Empire Recordings) anecken möchten, wo es nur möglich ist. Derbe Texte, dreckiger Sound und ein out-of-this-world-posing im Booklet, das zwar nicht großes Kino, aber für ne Tüte Popcorn allemal ausreichend ist.
Electric Lizard haben bereits im Vorprogramm illustrierter Acts wie Monster Magnet und Henry Rollins gezockt, Produzent der Scheibe ist Uwe Sabirowsky, der auch schon für die Beatsteaks, Waterdown und Keith Caputo an den Reglern saß. Beste Voraussetzungen also, um kräftig durchzustarten? Ich weiß nicht so recht, dazu ist mir das Songwriting einfach noch nicht direkt genug. Manchmal hat man sogar das Gefühl, man hört hier gerade die Bloodhound Gang, weil die ähnlich chaotisch und unorientiert klingen. Electric Lizard sind einfach nicht funny genug, um als Spaßkappelle durchzugehen, andererseits aber auch nicht unbedingt bierernst. Wobei Bier ja, ernst nein. Ihr wisst, was ich meine. Kann mich irgendwie nicht entscheiden, ob ich die Scheibe jetzt gut oder schlecht finden soll. Habt ihr wahrscheinlich schon gemerkt. Live sind sie bestimmt voll der Hammer, aber soll ich jetzt anfangen zu spekulieren? Lassen wir das und beenden diese Rezi mit dem herrlich genialen Satz aus der Biografie der Jungs: "Erste Demotapes wurden bei illegalen Autorennen verteilt, um primitive Kräfte freizusetzen." Ach habe ich eigentlich erwähnt, dass ich die Scheibe doch ganz gut finde?

checkt www.electriclizard.de

<a href="
http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=tourdetail&band=1712"target="_blank">Aktuelle Tourdaten</a>

The Alarm - In The Poppy Fields

28. Apr 2004 | von Emrah

Aha, The Alarm gibt es also schon seit 1981, angeblich waren die Waliser sogar recht erfolgreich damals und einige Songs gehören wohl zur ewigen Rock'n'Roll-History. Nur komisch, dass ich noch nie was von ihnen gehört habe, zumindest nicht bewusst. 1992 brach die Band aufgrund der Solopläne von Sänger Mike Peters auseinander, um sich nun mit "In The Poppy Fields" (Snapper Music) wieder zurückzumelden. Die Mischung aus Stadion-Rock, Brit-Pop und New Wave haut einen zwar nicht unbedingt vom Hocker, tut aber auch nicht weh. Inwiefern The Alarm nun besser oder schlechter als früher sind, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber schlecht ist "In The Poppy Fields" auf keinen Fall. Als Anspieltipps taugen die flotte, punkige Singleauskoppelung "45 R.P.M." und die nach Travis klingende Nummer "New Home New Life". The Alarm klingen bei einigen Songs ziemlich angestaubt, überraschen teilweise aber auch mit modern klingenden Rock-Nummern. Somit könnten die älteren Fans beruhigt sein und gleichzeitig auch neuere gewonnen werden.

thealarm.com

Ska Daddyz - Rude Boyz

27. Apr 2004 | von Robert

Das erste Mal tauchten sie schon vor einigen Jahren auf, besonders mit ihrer großartigen Coverversion des Eagles Klassikers ?Hotel California?. Umso erstaunlicher ist es dann, dass erst jetzt ihr Debütalbum via Übersee Records vorliegt und das eben dieser Coversong auf dem Album ?Rude Boyz? enthalten ist.
?Rude Boyz? ist also ein klassisches Skaalbum mit 12 Songs, das von der ersten bis zur letzten Sekunde zum Tanzen einlädt. Musikalisch orientieren sich die Ska Dyddayz am recht flotten Two Tone Ska, wodurch ?Rude Boyz? extremen Drive bekommt und so einfach nur ins Ohr geht. Nicht zuletzt durch die bereits großartige Coverversion von ?Hotel California? ist das erste Album der Ska Daddyz außerordentlich gelungen, hat Drive, Groove und viel Melodie. Aber auch alle anderen Songs können mit ?Hotel California? mithalten und beweisen, dass die Ska Daddyz das covern im Grunde nicht nötig haben. Denn ?Rude Boyz? ist nicht zuletzt auch durch die eigenen Songs der Ska Daddyz ein verdammt geschmeidiges Album geworden. Gutes Teil, anhören!

Cosmic Ballroom - Stoned, Broke and Ready to Rumble

27. Apr 2004 | von Robert

Cosmic Ballroom sind wieder einmal eine neue frische Band aus Schweden, die sich als Ziel gesetzt hat, Europa mit Schwedentypischem Punk, Rock `N Roll und Schweinerock zu erobern. ?Stoned, Broke and Ready to Rumble? heißt das neue Werk, erschienen auf Zyxx Records, welches Ihnen diesen Weg ebnen soll.
Insgesamt finden sich 13 Songs auf diesem Album, plus Bonustrack ?Faster Than Me? und Video zu diesem Bonustrack. Stilistisch sind Cosmic Ballroom, wie schon erwähnt im für Skandinavien und besonders für Schweden typischen Soundbereich einzuordnen. Dabei erinnern Cosmic Ballroom am ehesten noch an die Backyard Babies, aber an Zeiten, als diese noch richtig gute waren, also zu ?Total 13? Zeiten. Im Klartext heißt das, dass da vier schwedische Herren den Sound der Backyard Babies neu aufleben lassen und den Stockholmern zeigen, wie sie heute zu klingen hätten. Das heißt auch, dass die Musik hier nicht neu erfunden wird, dass ?Stoned, Broke…? aber mit soviel Elan und Frische zu Werke geht, so dass man das Cosmic Ballroom auch nicht übel nehmen kann. Kurz, gutes Album, welches ziemlich rockt, dennoch aber auch irgendwie schon mal da war!

Knuckeldust - Universal Struggle

27. Apr 2004 | von Robert

Knuckeldust kommen aus England und haben bei der letztjährigen Eastpak Resistance Tour den Job des Openers sehr gut gemacht. Da war ich dann auch sehr auf ihr Debüt ?Universal Struggle? erschienen auf GSR gespannt. Geboten wird eine Mischung aus Oldschool und Newschool Hardcore der zwar kein Hardcore Klischee auslässt, sei es das blutige peinliche Cover oder auch musikalisch, aber dennoch keinesfalls schlecht ist. Das beweisen die 13 Songs auf ?Universal Struggle?, die zwar vom Stil her nicht neu sind und auch textlich keine neuen Wege einschlagen, aber brachial und ohne Kompromisse daherkommen, dass es nur so raucht.
Gefangene machen die Londoner wahrlich nicht, setzten auch gehörig auf Schnelligkeit und schlagen zwar einen altbewährten, aber auch erfolgreichen Weg ein und können so mit ?Universal Struggle? auf voller Linie punkten. Gutes Album, mit Abstrichen!

Blaze - Blood & Belief

24. Apr 2004 | von Emrah

Wer hätte gedacht, dass die neue Soloscheibe von Blaze Bayley ein dertartiger Kracher werden könnte? Wohl kaum jemand, denn nach seiner Trennung von Iron Maiden und Wolfsbane hatte der Brite nicht mehr den besten Ruf. Das sollte sich mit seinem dritten Studiowerk "Blood & Belief" (Steamhammer/SPV) aber ändern, denn dieses Album lässt keine Zweifel offen, dass Blaze zu den eindrucksvollsten Shoutern der Metal-Szene gehört. Hinzu kommt, dass "Blood & Belief" mit einer wuchtigen Produktion ausgestattet ist (Produzent Andy Sneap ist einfach ein Genie…) und somit richtig knallt. So muss moderner Metal klingen! Songs wie "Will To Win" und "Regret" sind absolut genial und kaum zu steigern. Hier jagt wirklich eine Mörder-Nummer die nächste. Endlich mal wieder ein Album, dass man von vorne bis hinten durchhören kann, ohne vorskippen zumüssen. "Blood & Belief" ist jedenfalls tausend Mal stärker als die Maiden-Ausfälle "The X-Factor" und "Virtual XI" (an denen Blaze auch beteiligt war, aber ziemlich versagte). Hoffe mal, dass Blaze endlich die Anerkennung bekommt, die er längst verdient hat. Gerade nach seinen Alkoholproblemen und Depressionen ist es ihm auf jeden Fall zu wünschen. Und hier kann man getrost der Label-Bio zustimmen: Blaze 2004, wie war er stärker als heute. Unbedingt anhören, you have to believe!

Mehr Infos unter www.planetblaze.com

Pigs Might Fly - …anywhere

22. Apr 2004 | von Meike

Die Pigs Might Fly bestehen aus 4 Jungs aus Berlin, die sich im Jahre 2001gründeten. Jetzt gibt es das Debütalbum ?….anywhere?.
Auf den ersten (optischen) Blick kommt die Platte sehr gut daher, gut layoutet und Booklet mit Texten und kleinem vielsagendem Poster auf der Rückseite. Die CD ist bei mossBEACH music erschienen und beinhaltet 11 Songs.
Um das optische geht es natürlich jetzt eigentlich nicht, es ist allerdings wohl das am leichtesten zu beschreibende an der CD, denn diese Musik kann man kaum richtig in Worte fassen.
Es wird ziemlich schnell deutlich, dass sich hier viele Komponenten zusammenfügen. Manchmal sind die Beats sehr punkig, teilweise fast schon Richtung Hardcore, dann hingegen gibt es auch sehr smoothe Passagen und auch sehr emotionale Teile. Dies sowohl verpackt in mehreren Songs als auch alles in einem. Und die Band versteht es wirklich, dass sich zum Schluss alles sehr rund anhört, im Sinne von zusammengehörend, nicht etwa langweilig. Denn das ist die Musik wirklich nicht.
Ebenso wechseln auch die Gesänge zwischen weich und hart. Eine sehr interessante Mischung, die im Endeffekt dabei herumkommt und die durchaus zu gefallen weiss.
In der Bandinfo der Plattenfirma wird der Stil als ?advanced emo? bezeichnet. Unter diesem Begriff kann ich mir persönlich allerdings wenig vorstellen, daher lieber selber mal reinhören!

Fourply - Another Boring

22. Apr 2004 | von Meike

Fourply, aus dem Raum Osnabrück, gibt es eigentlich bereits seit 1999. Jetzt kommt nach bislang nur aufgenommenen Demos die erste EP mit 5 Songs, die heißt ?another boring…..?.
Nach Informationen der Band ist die CD in Eigenregie am Computer entstanden, wodurch die Soundqualität zunächst mal hinten angestellt wird.
Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb (?) kommt die Band sehr sympathisch rüber. Die Musik wirkt auf ihre eigene Art sehr lebhaft und fröhlich.
Es ist eine bunte Mischung mit hörbaren Einflüssen von Punk und Indie, aber insgesamt wohl eher in die alternative Ecke einzuordnen. Die Melodien und Refrains sind sehr eingängig, allerdings ohne einem nach dem 3.Mal hören auf die Nerven zu gehen und wirken daher definitiv erfrischend.
Dennoch lässt mich der Eindruck nicht los, dass diese Musik noch sehr entwicklungsfähig ist, oder auch die Band, ob das vielleicht auch an der Aufnahme liegt?.
Allerdings weckt diese EP im Endeffekt auch Neugierde nach mehr. Dann lasst mal hören!

Bettie Ford - League of Fools

22. Apr 2004 | von Robert

Bettie Ford sind eine neue Combo aus Köln, die via Zyxx ihr Debütalbum ?League of Fools? herausgebracht haben. Und ich wage an dieser Stelle die Prognose, dass man noch viel von Bettie Ford hören wird. Aber gehen wir noch einmal einen Schritt zurück. ?League of Fools? bietet 15 Songs im melodischen Punk N Roll Stil. Der Ohrwurmcharakter der Songs ist dann auch das erste was neben den guten Melodien auffällt. Musikalisch erinnert das Ganze irgendwo ein wenig an die Peepshows.
Man kann wirklich sagen, dass ?League of Fools? ein gutes, recht eigenständiges Album geworden ist. Besonders die Produktion und die Songauswahl stechen positiv heraus. Im großen und ganzen also verhänge ich hier ein eher positives Prädikat, wäre da nicht der einzige Punkt, der den Gesamteindruck in meinen Augen schmälert. ?League of Fools? erscheint von Anfang an, sehr eingängig, vielleicht ein wenig zu eingängig. Nach dem zweiten Hören, konnte ich die meisten Songs schon mitsingen, wodurch ich mir dieses Album leider recht schnell überhören werde.
Dennoch bleibt festzuhalten, dass ?League of Fools? der erste Meilenstein auf einer großen Karriere von Bettie Ford sein kann und das dieses ganz gute Album die Band sehr weit bringen wird. Trotz Einschränkungen, gutes Album!

Neue Besen kehren gut

22. Apr 2004 | von Emrah

Soulfly are back, wenn auch mit neuer Besetzung. Nachdem Frontmann Max Cavalera seine komplette Begleitband ausgetauscht hat, ist er mit seinem vierten, wieder einmal beeindruckenden Album "Prophecy" erneut auf der Bildfläche. Unter welchen Umständen "Prophecy" entstanden ist, erzählte Max auf seiner Promo-Tour vor einigen Wochen. Mainstage.de hat zugehört…

<b> Was bedeutet der Titel "Prophecy" für dich? </b>

Die Idee zum Albumtitel kam erst vor ein paar Monaten. Ich habe ihn deswegen gewählt, weil es ein sehr starker Ausdruck ist und er sehr mächtig ist. Im Zusammenhang mit dem Lion of Judah auf dem Cover bekommt das Ganze sogar einen leicht mystischen Vibe. Es ist kein Konzeptalbum, aber alles gut passt zusammen. Das war mir sehr wichtig
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<b> Du hast jetzt bereits das zweite Mal das Album selbst produziert. Was war das für ein Gefühl? </b>

Was ich gelernt habe und worauf ich dieses Mal geachtet habe, ist, dass die besten Aufnahmen meistens beim ersten Take entstehen. Je öfter du etwas wiederholst, desto mehr geht die Ursprüngliche Energie verloren. Ich habe auch viel von den anderen Musikern gelernt, bin also nicht ganz auf mich alleine gestellt. Es hat wirklich Spaß gemacht, denn ich entdecke ständig neue Sache, die man machen kann.
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<b> Als du die Songs für "Prophecy" geschrieben hast, hattest du da schon ein musikalisches Konzept oder einen Plan, wie die Songs klingen müssen? </b>

Was ich auf jeden Fall dieses Mal wollte, war ein Opener, der dich gleich packt und fesselt. Alleine schon die sirenenartige Gitarrenmelodie am Anfang erzeugt eine Menge Spannung, so als ob der Hörer weiß, dass gleich etwas Großes passieren wird. Ich bin glücklich, dass ich endlich so einen Song geschrieben habe.
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<b> Vor allem der erste Teil der Platte besteht ja nur aus härterem Stoff… </b>

Ich finde das eigentlich ganz gut so. Zuerst kommen die düsteren, etwas härteren Songs, bevor das Album eine Wendung nimmt und mit "I Believe" und "Moses" positivere Stimmung aufkommt. Das war ja schon auf dem Album davor so.
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<b> Diesmal gibt es sogar ein paar Gitarren-Soli zu hören. Wie kam es dazu? </b>

Das liegt daran, dass unser neuer Gitarrist Marc Rizzo ziemlich vielseitig ist und genau weiß, an welcher Stelle ein Solo passt und wie lang es sein sollte. Zum einen ist er unheimlich gut auf der Flamenco-Gitarre, andererseits hat er auch coole Leads drauf. Es gab einige Stücke wie "Execution Style" oder "Defeat U", wo wir der Meinung waren, dass es genug Raum für Gitarrenmelodien bietet, ohne dass es unnatürlich klingt. Wenn das ganze zu aufgesetzt klingen würde, hätten wir es nicht gemacht. Oder hör dir mal den zweiten Track "Living Sacrifice" an. Diese Thrash Metal Soli passen ja wohl perfekt dazu. Andere Songs kommen wiederum ganz ohne Soli aus. Es war mir wichtig, dass das Ganze eine gewisse Balance hat und nicht in eine Richtung ausufert. Marc hat seine Aufgabe auf jeden Fall hervorragenderledigt.
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<b> Du wirst manchmal als "Bob Marley des Metal" bezeichnet. Was habt ihr außer den Dreads gemeinsam? </b>

Vielleicht, dass wir aus exotischen Ländern kommen - er aus Jamaika und ich aus Brasilien. Außerdem haben wir beide einen Hang zu spirituellen Dingen. Bob hat ja viel über seinen Glauben gesungen und auch ich tue das auf meinen Scheiben.
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<b> Deine Songtexte beinhalten sehr oft Gefühle wie Wut oder Hass. In Wirklichkeit bist du aber ein friedlicher, ruhiger Zeitgenosse. Wie kommt das? </b>

Ich denke, dass die Musik ein Ventil ist. Ich kann Dinge ausdrücken, die ich im normalen Leben nicht verwirklichen kann. Das ist doch normal. In der Kunst oder Literatur ist es genauso. Da kann man Sachen sagen, die man in der Realität nicht aussprechen kann. Bei vielen Buchautoren ist das so, das sie in ihrem Werk Dinge ansprechen können, was im normalen Gespräch nicht möglich ist. Musik ist halt eine spezielle Art der Kommunikation, bei der man vieles ausdrücken kann, was ich sonst nicht könnte.
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<b> Du hast ja vor dem Album die Band komplett neu besetzt. Hast du die alten Mitglieder einfach rausgeschmissen oder was ist da genau passiert? </b>

Da gab es einige Dinge, die mir einfach nicht gefallen haben. Zum Beispiel, dass ich auf der letzten Tour den Eindruck hatte, dass meine Kollegen nicht immer einhundert Prozent gegeben haben. Wenn wir vor einem großen Publikum gespielt haben, bei einem Festival beispielsweise, haben sie sich richtig ins Zeug gelegt und wenn wir dann mal einen kleineren Gig hatten, waren sie nicht mehr richtig bei der Sache. Das fand ich echt enttäuschend und das war nicht nur mein Eindruck, sondern der von vielen, die mit dabei waren. Ich finde, man sollte immer sein Bestes geben, egal ob dir 2 Leute oder 2 Millionen Menschen zuschauen. Da beschloss ich dann, Mikey an der Gitarre durch Marc Rizzo zu ersetzen. Auch aus dem Grund, da ich mir von Marc musikalisch mehr Input erhoffte. So führte eins zum anderen. Somit hatte ich die Gelegenheit, mit neuen Leuten einen Neuanfang zu starten und ich denke, es war das Beste, was Soulfly passieren konnte. Ich habe kein Problem damit, mit neuen Musikern zu arbeiten. Das war ja bisher auf jedem Soulfly-Album so.
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<b> Und was ist mit dem jetzigen Line-Up? Möchtest du auch langfristig mit deinen jetzigen Bandmitgiedern zusammenbleiben? </b> Darüber mache ich mir keine großen Sorgen, obwohl ich zugeben muss, dass es cool wäre, wenn ich länger mit diesen Jungs zusammen bleiben würde. Aber falls ich irgendwann wieder mit neuen Leuten arbeiten sollte, ist es auch okay. Wichtig ist, dass ich meine Vision umsetzen kann und Soulfly weiter wächst. Alles muss von Herzen kommen und den Fans gegenüber ehrlich sein. Ich werde immer alles geben, darauf könnt ihr euch verlassen! Es geht also nicht darum, wer bleibt und wer nicht.
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<b> Gibt es eigentlich noch eine Chance, dass du zu deiner alten Band Sepultura zurückkehren könntest? </b>
Diese Gerüchte gibt es ja schon seit einigen Jahren, aber um es ein für alle Mal klar zu stelle: Nein, ich werde nicht zurückkehren! Ich bin sehr zufrieden, wie es gerade mit Soulfly läuft. Jetzt, wo gerade Prophecy erscheint, bin ich natürlich extrem motiviert. Ich sehe keinen Grund, an etwas anderes außer Soulfly zu denken. Das wäre verrückt.

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<a href="http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=reviewdetail&id=887"target="_blank">Rezension zu "Prophecy"</a>
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<a href="http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=reviewdetail&id=209"target="_blank">Rezension zu "3"</a>
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<a href=" http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=tourdetail&band=339
"target="_blank">Tourdaten von Soulfly</a>
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Schandmaul - Wie Pech & Schwefel

21. Apr 2004 | von Deniz

Ich kenne mich weder in den Gefilden der Mittelalter-Szene aus, noch liegt mir eine Platteninfo vor, bei der mir die fertigen Formulierungen schon zugeschmissen werden. Aber es kann ja auch gut sein, wenn ein Redakteur absolut vorbehaltlos an ein Kritik-Objekt gehen kann. Szenehüter dürfen gerne ihre Meinung unten als Kommentar anbringen, wenn ich irgendwas total verraft haben sollte.
Das vierte Album ?Wie Pech & Schwefel? (F.A.M.E. Recordings) von Schandmaul, die zum Kreis der bekannteren Bands des Genres gehören, liegt mir also vor. Und ich muss sagen, ich bin positiv überrascht. Das Sextett glänzt mit einem breiten Sortiment an Instrumenten aus verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte. Mit Martin Duckstein, Matthias Richter und Stefan Brunner steht das moderne Rockbesteck, bestehend aus Strom-Gitarre, Bass und Schlagzeug, zur Stelle, während die beiden Damen Birgit Muggenthaler und Anna Kränzlein wörtlich den Bogen zur Historie spannen: mit Geige, Drehleier, Flöte, Dudelsack und Schalmei. Und in der Mitte all derer erklingt Thomas Lindner mit seinem vielfältigen Gesang, einer Akustik-Gitarre und dem Akkordeon. Doch zu meinem Wohlwollen muss ich mich nicht wie auf einem chaotischen Mittelaltermarkt fühlen, wo ich als post-moderner Mensch völlig meine Orientierung verlieren müsste. Die Arrangements sind stets songdienlich, auf den light-rockenden Grooves bestimmen jeweils einzelne Folk-Instrumente die durchaus schönen Melodien und Sänger Lindner hat einen angenehm natürlichen Ausdruck (im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen). Mal treibend, mal getragen entfalten die 15 Tracks stets eine freudige Harmonie.
Zwar sind ?Drachentöter?, ?Tyrann[en]? oder ?Geisterschiff[e]? nicht ganz mein Gebiet und auch diese reizende CD wird mich nicht umstimmen können, doch kann ich ?Wie Pech & Schwefel? die Qualitäten nicht absprechen. Für Folk- und Mittelalter-Narren bestimmt ein Freudenglück.
www.schandmaul.de

Feinstein - Third Wish

20. Apr 2004 | von Emrah

Bringen wir´s auf den Punkt: Vor zwanzig Jahren wäre "Third Wish" (Steamhammer/SPV) ein super Album gewesen, heutzutage kann man nur noch wohlwollend anerkennen, dass die Scheibe rockt, aber viel mehr ist da auch nicht zu holen. Einigen dürfte der Name Feinstein vielleicht bekannt vorkommen, da Namensgeber David Feinstein früher bei Elf und The Rods die Gitarre bediente. In letzter Zeit hörte man von ihm jedoch recht wenig. Jetzt will er es wohl noch Mal wissen, schließlich sind Bands wie Hammerfall ja recht angesagt zur Zeit. Also schnell ne Platte aufnehmen bevor es zu spät ist und unser Label es sich wieder anders überlegt. Wobei vermutlich Manowar-Boss Joey DeMaio seine Finger im Spiel hatte, er die Platte produziert hat und Manowar ja auch bei SPV unter Vetrag sind.
Die meisten Riffs und Gesangslinien kommen einem auf "Third Wish" leider schon bekannt vor. Einen fetten Punktabzug gibt es auf jeden Fall für die bei Iron Maiden geklauten Anfangsriffs bei "Rule The World" (= "Flight Of Icarus") und "Masquerade" (= "Two Minutes To Midnight"). Wer auf kraftvollen, blues-orientierten Hard Rock der Marke Dio, Whitesnake oder Rainbow steht, wird Feinstein bestimmt nicht ignorieren können. Dem Rest ist es wohl ziemlich egal.