10 Jahre ?Rock gegen Regen?
25. Mai 2004 | von benniDas zehnte Mal veranstalteten die Jungs von Lautstrom Booking am letzten Samstag ihr Musikspektakel gegen schlechtes Wetter in Warburg-Scherfede, nord-westlich vom hessischen Kassel gelegen. Und auch, wenn bei den vorangegangenen Episoden nie wirklich Geld übriggeblieben ist (und wir wissen ja alle: darum geht es nicht), zum Jubiläum kann man schon Mal was springen lassen. In diesem Fall waren das die DONOTS, in der Preisklasse sicher nochmal ein paar Stufen höher als der letztjährige Headliner KETTCAR.
Desweiteren lockten die Bands PALE, SONDASCHULE, EVEREST und SOFTDRINK in die Mehrzweckhalle Scherfede. Ein Ruf, dem zwischen 700 und 800 Musikbegeisterte folgten. Den Anfang machten die dem benachbarten Hofgeismar entstammenden Softdrink, eine in der Regel durchaus gute Liveband. Auf der großen Bühne jedoch wirkten sie etwas verloren und dem Publikum hätte eine etwas schwungvollere Show sicher auch gefallen. Noch besser, als das eh schon der Fall war, den wirklich entttäuschend waren Softdrink nicht, man hat nur auch schon durchaus besseres von ihnen gesehen.
Es folgten Everest, die, wie sie auch selbst sagen, ein ziemlich schwaches Album am Start haben, live aber ?eine Wucht?, wie der Volksmund so schön sagt, sein sollen. Dem war in Scherfede allerdings nicht so. Auch für Everest gilt: schlecht war das Dargebotene sicher nicht, noch viel weniger jedoch herausragend und so näherte man sich einem ?Rock gegen Regen ? Einheitsbrei?.
Das gerade noch verhindern konnten die nun folgenden Damen und Herren von PALE. Dass Aachen nicht nur eine total tolle Fußballmannschafft, sondern auch musikalisch einiges zu bieten hat, ist mittlerweile weit über die Grenzen der Stadt bekannt. Auf dieser Jubiläumsfeier allerdings bekam man PALE tatsächlich in Bestform zu sehen. Das Set glänzte durch Perlen aus razzmatazz ? Zeiten, auf Post-Durchbruchsalbum-Songs hat man wohl bewusst überwiegend verzichtet, ganz zu schweigen vom frischen Material des gerade entstehenden neuen Longplayers: dies stand zwar auf der Setlist, wurde aber dennoch nicht gespielt. Protagonist Holger Kochs zog es vor, vorher seine Gitarre und seines Bruders Schlagzeug zu zerstören. Man hatte sich die eher nicht so glamurös ausfallenden Konzertkritiken zur letzten Tour anscheinend zu Herzen genommen und wieder ein bisschen mehr Gas gegeben. Gut so ? dem Publikum hat's gefallen.
Es wurde Zeit für den Headliner, in diesem Fall bekanntlich die Donots. Ibbenbüren rockt ? das stellten die Münsterländer abermals unter Beweis. Die Kids wussten es wie zu erwarten zu würdigen und feierten Ingo, Guido, Eike, Alex und Jan-Dirk in gewohnter Manier ordentlich. Man gab sich schließlich auch alle Mühe, die Stimmung anzuheizen. Auf die Ohren gab es eine durchwachsene Mischung der letzen Alben sowie einige Ausblicke auf das kommende Werk ? auch die neue Single ?We got the Noise? fehlte selbstredend nicht und abgeschlossen wurde das ganze handelsüblich mit der Twisted Sister ? Coverversion von ?We're not gonna take it?. Die Donots ? eine feste Größe in der hiesigen Musiklandschafft und immer wieder nett anzuschauen.
?Habt ihr den Typen gesehen? Mann sieht der scheiße aus!?. Wenige Minuten später stand selbiger als Sänger der Gruppe mit dem vielsagendem Namen Sondaschule auf der Bühne. Offensichtlich spielt man hier gerne mit…. wie war gleich das Nomen zu ?albern?? Manche mögen das lustig finden, meine Wenigkeit hingegen kann das Auftreten der Skapunkband nicht wirklich ernst nehmen. Aber darum geht es den Musikern wahrscheinlich auch gar nicht. Die Halle leerte sich allmälich und ein sehr schönes Jubiläum fand seinen Höhepunkt in einer gigantischen Aftershowparty in einem Laden mit ?Kultcharakter?, dem schönen Scherfeder ?Alibi?. Man darf gespannt sein auf Episode elf eines Festivals mit wahrem Kultcharakter.
emo for the masses: THURSDAY in Köln
25. Mai 2004 | von JakobPünktlich um 20 Uhr durften erstmal Nme.Mine loslegen, die relativ
kurzfristig ins Set rutschten und vermutlich das erste Mal vor so großem
Publikum gespielt haben. Der Fünfer aus der Nähe des Bodensees konzentrierte
sich in erster Linie auf neues Material, was aber wohl den wenigsten
aufgefallen war, schließlich kannte so gut wie niemand der Anwesenden
Nme.Mine. Das ist auch kein Wunder, denn ein Label-Deal ist noch
Zukunftsmusik, aber wohl bald auch unter Dach und Fach, wie Gitarrist Phil
nach dem Auftritt bestätigte. Trotz der guten Performance zeigte sich das
relativ arrogant wirkende Publikum leider sehr zurückhaltend. Na ja, kein
Visions-Hype und dann auch noch aus Deutschland, da kann man ja ruhig mal
mit verschränkten Armen rumstehen. Gott sei Dank hat es Sänger Rob, der im
Vergleich zur "Unlove"-EP einiges an Aggressivität in seiner Stimme zugelegt
hat, mit Humor genommen und das beste draus gemacht. Ansonsten sei noch zu
sagen, dass sich die Band wohl so langsam sowohl vom Life Of Agony-Sound als
auch vom New Rock löst und immer mehr fett klingende Emocore-Elemente ins
Spiel bringt, was auf eine spannende nächste Platte hoffen lässt. Und
hoffentlich spielen Nme.Mine demnächst dann vor einem Publikum, dass etwas
mehr open minded ist. <BR><BR>
<a
href="http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=inter
view&id=118"target="_blank">Interview mit Nme.Mine</a><BR><BR>
(bis hier geschrieben von Emrah) <BR><BR><BR>
Nachdem Nme.Mine ihr Set beendet hatten und es ihnen mit relativ wenig Applaus gedankt wurde, betraten die Musiker von AEROGRAMME die große Bühne der Live Music Hall.
Die Band baute im einen Moment schönste Klangkaskaden auf nur um sie im nächsten Augenblick völlig unerwartet durch furiose Gitarren- und Schrei-Attacken niederzureißen. Von den vier Schotten ging eine beängstigende Energie aus, gerade so als ob sie ihr letztes Konzert spielen würden. <BR>
Die Soundteppiche die teils mit Electronic, teils mit den Instrumenten der Männer erschaffen wurden gingen einem unweigerlich ans Herz um es schmelzen zu lassen nur um es in der nächsten Sekunde mit brachialer Gewalt in Form von verzerrtem Gesang und heftigsten Gitarren aus der Brust zu reißen. Gerade bei diesen extremen Momenten der Musik AEROGRAMME?s zeigte sich die große Musikalität die alle Vier an den Tag legten. Vor allem der Schlagzeuger brillierte mit facettenreichem und eigensinnigem Spiel und stellte so den perfekten Hintergrund für die grandiosen Soundwände der Saitenfraktion. <BR>
Die ruhigeren Momente überwogen zwar eindeutig in den knapp 45 Minuten, die die Band spielte, aber nichtsdestotrotz war es eine sehr energetische Show, die mich ganz klar zu begeistern wusste. Dem restlichen Publikum schien die Musik auch gefallen zu haben, was man am anständigen Applaus merkte. Gerne werde ich mir bei Gelegenheit auch mal eine Headliner Show von AEROGRAMME ansehen. Definitiv eine gute Band!! <BR><BR>
Während der relativ kurzen Umbaupause nach AEROGRAMME füllte sich die Halle zunehmend und es wurde langsam eng. Als dann nach dem Umbau das Licht gedimmt wurde, kamen schon die ersten ekstatischen Schreie der Fans aus den vorderen Reihen, obwohl von THURSDAY noch nichts zu sehen war. Das war für mich schon etwas ungewohnt, so was kenne ich von den Konzerten, die ich mir sonst ansehe eher nicht. Als die Band dann die Bühne betrat, waren der Applaus und die Schreie schon wesentlich lauter, als bei den grandiosen AEROGRAMME, ohne das auch nur ein Ton aus den Instrumenten der sechs Musiker kam. Auch das war neu für mich. Spätestens jetzt war mir klar, dass ich eher auf einem Pop Konzert, denn auf einem Hardcore Konzert war, zumindest vom Publikum her. <BR><BR>
Als Opener wird der erste Song der aktuellen Platte gespielt. ?For The Workforce Drowning? zeigt gleich, dass THURSDAY live um einiges härter und längst nicht so poppig wie auf den Alben agieren. Vor allem der Gesang von Geoff Rickley zeigt das ein oder andere Mal eindeutig, dass es sich um eine Hardcore Band handelt. Es wird mehr geschrieen, als gesungen und mehr laut gelitten als leise gewimmert. Warum machen die das bei den Aufnahmen so selten? <BR>
Der Sound ist gut. Das Schlagzeug kracht, die Gitarren schneiden wie Messer durch die dicke, verschwitzte Luft, der Bass treibt die Band nach vorne, die Keyboard Sounds nerven nicht und vermischen sich in den ruhigen Teilen wunderschön mit den cleanen Gitarren der beiden Gitarristen und über all dem thront der anklagende Gesang von Sänger Geoff und vor allem die Schreie fast aller Bandmitglieder. In den Momenten, wo die Gitarristen, der Keyboarder und der Sänger gleichzeitig zu den knallharten Schreiattacken ansetzen stellen sich einem unweigerlich alle Nackenhaare auf. <BR>
Natürlich wurden die Hits der beiden bekannten Alben gespielt. Kaum ein Wunsch blieb offen, ?Signals Over The Air?, ?Understanding In A Car Crash? oder auch ?Paris In Flames? wurden gespielt und von dem Publikum dankend angenommen. Und doch, ein Song fehlte, ob das jetzt an der konsequenten Band lag, die die Single nicht spielen wollte, oder daran, dass es schlicht und ergreifend vergessen wurde, kann ich nicht sagen, aber ich fand es lustig zu sehen, wie die Kids in den ersten Reihen auf den Überhit ?Cross Out The Eyes? warteten. Eine Enttäuschung war es für mich definitiv nicht, halte ich doch andere Songs der Band für besser, oder zumindest gleichwertig. <BR>
Die Band interessierten die Zurufe aus dem Publikum auch nicht sonderlich, sie spielten ihr Set voller Energie und Leidenschaft, sodass man merkte, dass es den Jungs eben doch noch was bedeutet vor den eigenen Fans zu spielen und diese zu begeistern, auch wenn man nicht jeden gewünschten Song spielt. <BR>
Vor allem der Frontmann THURSDAY?s bot eine wirklich überzeugende Show. Er schoss von einer Bühnenseite zur anderen, interagierte vor der Bühne mit dem Publikum, schmiss das Mikrofon um sich und schrie sich dabei auch noch die Seele aus dem Leib. Dass bei einem solchen Hochleistungssport kaum noch Puste bleibt um die melodischen Gesangsteile ähnlich herausragend wie auf Platte zu präsentieren, mag man als Kritikpunkt sehen. Ich fand es schön zu erleben, dass die Songs auch mit mehr Geschrei und weniger melodischen Vocals funktionieren. Außerdem half bei einigen Teilen auch noch der Gitarrist mit und präsentierte uns eine auch nicht zu verachtende Stimme. <BR>
Nach einer knappen Stunde war dann erst mal Schluss, doch THURSDAY ließen sich nicht lang bitten und spielten noch ein paar Songs als Zugabe. Mit meinem persönlichen Favoriten ?Autobiography Of A Nation? beschlossen sie ihr grandioses aus (fast) allen Hits bestehendes Set und zeigten uns noch einmal alles was in dieser Band steckt. Melodische cleane Strophen und eruptive harte Refrains die aber immer im genau richtigen Moment wieder den Bogen finden um dich gefangen zu nehmen und dein Herz an diese Band zu verlieren. <BR>
Nach diesem letzten Song war es dann endgültig vorbei und kurz nachdem die Band die Bühne verlassen hatte ging auch schon das große Saallicht an. Die Atmosphäre war somit vorüber und ein resümieren über das Gesehene mochte dann auch nicht mehr wirklich gelingen. Zu abrupt war das Ende gekommen und zu krass war der Unterschied zwischen der hellen, riesigen Halle und dem zuvor gesehenen intimen Hardcore Konzert. Doch vielleicht war es auch nur Einbildung oder das Ausblenden der Realität, dass mir dieses Konzert während der Show so gut gefallen hatte. Ein fader Beigeschmack bleibt aber bestehen. War es vielleicht doch nur ein Popkonzert!?
Moonlyght – Progressive Darkness
24. Mai 2004 | von EmrahOkay, es gibt viele Bands, die viele verschiedene Einflüsse in ihren Sound einbringen, aber ich kenne keine andere, die das so perfekt hinbekommt wie Moonlyght aus Kanada. Messerscharfe Gitarrenriffs, süßliche Akustikgitarren, einfühlsames Klavier, bezaubernder Frauengesang, Gothic-mäßige Düsternis, rasender Black Metal der Marke Dimmu Borgir, hymnische Wikinger-Sounds, Dream Theater-artige Progressivität, skandinavische Aggressivität und Verspieltheit à la Children Of Bodom, sphärische Keyboard-Passagen wie aus den Achtzigern, peitschende Drums, mittelalterliche Folklore, klassische Geigen, bedrohliche Stimmungen, ein Gesangsspektrum das von himmlisch gut bis teuflisch böse reicht – und das alles in jedem der sieben, größtenteils überlangen Songs. Was Moonlyght auf "Progressive Darkness" zelebrieren ist schier unglaublich! Dabei musste man hier in Deutschland auch noch zwei Jahre warten, bis das Album über veröffentlicht wurde, aber jetzt hat es endlich geklappt. So gesehen ist es kein Wunder, dass man bisher von der aus Quebec stammenden Band noch nicht viel gehört hat, aber das sollte sich hoffentlich bald ändern. Wer aufgrund der oben aufgeführten stilistischen Vielfalt, Zweifel hegt, ob das Ganze denn überhaupt noch klingt, dem sei gesagt, dass alles homogen und geschlossen klingt! Sämtliche Songs sind Mega-Highlights, Schwachstellen gibt es nicht und auch Sound, Aufmachung etc. sind vom feisnten. Jeder, der auf abwechslungsreichen, progressiven Metal steht, der wird mit diesem Album seine Freude haben, das garantiere ich!
<p> www.moonlyght.ca
Force Of Evil – Evil Comes… Alive (DVD)
24. Mai 2004 | von EmrahDas ging aber fix! Nach nur einem Album entschließen sich Force Of Evil, bereits ihren zweiten Gig für eine Live-DVD mitzuschneiden, die in diesen Tagen unter dem Titel "Evil Comes … Alive" (Escapi New Media) erscheint. Wem Force Of Evil nichts sagt, kann vielleicht eher was mit den Namen Hank Shermann (neuerdings mit modischer Kurzhaarfrisur und cooler Sonnenbrille auf der Bühne), Michael Denner, Hal Patino und Bjarne T. Holm anfangen, denn dabei handelt es sich um Musiker, die in der Vergangenheit bei Mercyful Fate bzw. King Diamond tätig waren/sind. Und da sie nicht untätig herumsitzen wollen, während ihr Meister in den Staaten sich ein neues Horror-Märchen ausdenkt, haben sie 2002 ihre eigene Band gegründet und mit Martin Steene einen bisher eher unbekannten Sänger an Land gezogen. Die Musik erinnert an frühe Priest-Tage, ist also eher leicht progressiver Old School Metal, was nicht verwundert, denn die Herren Shermann und Denner sind ja vom 70er und 80er-Rock beeinflusst, was sie zu keinem Punkt leugnen. Mit "Curse Of The Pharaos" und "Evil" sind natürlich auch zwei Mercyful-Fate-Klassiker vertreten, aber auch das eigene Songmaterial konnte mich recht schnell überzeugen. Zusätzlich zu den Live-Aufnahmen, die im Vorprogramm eines Stockholm-Gigs von Trouble und Candlemass entstanden sind, gibt es noch zwei längere, sehr interessante Interviews eine Fotogallerie u.v.m. Da auch Sound- und Bildqualität stimmen, kann ich jedem Fan klassischer Metal-Mucke raten, Force Of Evil anzutesten.
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Website: www.forceofevil.net
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Ein lesenswertes Interview mit Hank Shermann gibt es <a href="http://www.live4metal.com/forceofevil.htm"target="_blank">hier</a>
Exilia – Unleashed
24. Mai 2004 | von EmrahGanz so wild wie das Raubtier auf dem Cover oder die Matte von Frontfrau Masha ist die Musik der italianischen Shooting Stars Exilia zwar nicht, aber hart genug, um im Rock-Business oder auf MTV genug Aufmerksamkeit zu erregen. Nachdem ich schon die Single <a href="http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=reviewdetail&id=921"target="_blank">Stop Playing God</a> kannte und Exilia auch vor kurzem im Vorprogramm der Labelkollegen Oomph! live gesehen hatte, wusste ich, was mich auf ihrem neuesten Album "Unleashed" (Gun/Supersonic) erwarten würde: Massentauglicher New Rock, der nicht nur aufgrund der Stimme Gemeinsamkeiten zu den Guano Apes und Die Happy aufweist. Die Mucke ist zwar fett und groovy, aber leider ist das Songwriting größtenteils nur durchschnittlich. Dafür, dass die Band schon seit 1998 existiert, kann man etwas mehr erwarten, denn wie Newcomer sollte man sie nicht mehr betrachten. Aber das Label wird es schon irgendwie hinkriegen, Exilia in die Charts zu pushen, deshalb sollte die Band sich keine großen Sorgen haben. Aber noch so ein durchschnittliches Album können sie sich bestimmt nicht leisten…
www.exilia.de
Chanson auf Deutsch
23. Mai 2004 | von OliverGerade mal zwei Platten hat er am Start, der Junge mit der Gitarre, aber trotzdem hat er schon einen Großteil dessen erlebt, was das Musikbusiness an Erfahrungen bereithält.
Die erste Platte ?Dagegen? entstand bei einem Major-Label, das den Jungen, namentlich Tobias Schacht, mit zwei Videos zu ?Meer sehn? und ?Hallo, worum geht?s, ich bin dagegen? auch ordentlich pushte. Von den Fachjournalisten aus Spex und Intro geschmäht, hatten die Feuilletonisten der Süddeutschen und Frankfurter Allgemeinen Zeitung schnell einen Narren am Jungen und seinen selbstbewussten, frischen Texten gefressen. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung nominierte ihn denn auch für den Grand Prix. Tobias nahm die Herausforderung an. Und scheiterte.
Danach wurde es erstmal still. Vielleicht die Ruhe vor dem Sturm. Tobias trennte sich von seiner Plattenfirma, suchte sich eine Band und begann mit den Aufnahmen zu seiner neuen Platte. ?Im Affekt?, so heißt das gute Stück, ist nicht minder genial wie der Erstling. Nur, dass diesmal kein Major pusht. Der Junge spielt in kleinen Klubs vor hundert Leuten. Der Stimmung tut dies keinen Abbruch. Mit großartigen Ansagen zeigt Tobias im Cafe der Münchner Muffathalle echte Entertainer-Qualitäten.
Im Anschluss an zwei Stunden starke Songs und gute Stimmung machen wir es uns im viel zu kleinen Backstageraum ?bequem?. Zeit für ein paar Antworten?
<b>Tobias, wie ist es, nach langen Jahren allein jetzt mit einer Band unterwegs zu sein? </b>
<b>Tobias:</b> Das macht Spaß! Wenn man es jahrelang gewohnt ist, allein auf die Bühne zu gehen, dann ist das schon eine Erleichterung, wenn da jetzt noch zwei Leute mit dir auf der Bühne stehen. Das erleichtert vieles. Ich kann z.B. ganz andere Sachen auf der Gitarre spielen und auch viel mehr solieren, wenn der Bass die Harmonien trägt. Das genieße ich schon. Außerdem: Ich bin jetzt fast dreißig – wenn ich noch mal rocken will, dann doch bitte jetzt!
<b>War nach deiner Grand-Prix-Teilnahme im letzten Jahr deine Karriere in Gefahr? </b>
<b>Tobias:</b> Was heißt Karriere? Ich mache Musik nicht, weil ich Karriere machen will. Die Frage war halt, ob es das letzte sein sollte, was ich mache, oder ob ich doch noch mal was anderes mache und das letzte Wort habe. Natürlich war die Sache in Gefahr, aber es war bald klar, dass ich noch ne neue Platte machen will. Und dann hab ich mich eben von meinem Management getrennt, mein Umfeld gewechselt, mich komplett neu aufgestellt und ein neues Album geschrieben, produziert und aufgenommen.
<b>Die neue Platte ?Im Affekt? ist deutlich vielseitiger geworden als die letzte. Hängt das auch mit der Band zusammen? </b>
<b>Tobias:</b> Ja. Es macht Spaß, wenn man andere Leute dabei hat, die einen auch inspirieren und andere Ideen einbringen. Wir sind ja auch miteinander befreundet und keine Zweckgemeinschaft. Eine richtige Band halt. Die Songs sind aber nach wie vor alle auf der Akustikgitarre entstanden. Ich könnte sie in anderen Versionen auch durchaus wieder allein spielen, was ich bei den Konzerten ja teilweise auch tue.
<b>Deine Musik ging früher mehr in Richtung Liedermachen. Warum ist das auf der neuen Platte zurückgegangen? </b>
<b>Tobias:</b> Die Frage ist: Was ist ein Liedermacher? Rammstein schreiben auch Lieder. Das, was ich mache, kann man vielleicht als Chanson bezeichnen. Wenn sich die Musik an den Text anlehnt. Bei mir ist es oft so, dass ich eine Textidee habe und dann überlege, welche Musik da am besten zu passt. Dass ich also nicht nur Punkrock mache und dazu trotzdem über verschiedene Themen singe. Das ist für mich Liedermachen. Text und Musik so nah wie möglich zusammen zu bringen. Und das hat sich bei mir eigentlich nicht viel geändert.
<b>Wo würdest du dich in der deutschen Musiklandschaft mit all den Hamburger, Berliner und Münchner Bands einordnen? </b>
<b>Tobias:</b> Das ist mir egal. Diese Begrenzungen habe ich mir abgewöhnt. Wenn mich jemand nach meiner Stilistik fragt, dann sage ich, dass ich der Junge mit der Gitarre bin. Und wenn ich ein Jazz-Album machen will, dann mache ich ein Jazz-Album!
<b>Dein Auftreten ist nicht mehr so brav wie bei deiner ersten Platte ?Dagegen?. Ist das jetzt Zufall oder gewollt? </b>
<b>Tobias:</b> Das ist kein Zufall. Bei der ersten Platte wurde mein Image vom Label gestaltet, und bei der zweiten Platte hab ich mein Image selbst gestaltet. Das ist der einzige Unterschied.
<b>Die meisten Reaktionen auf deine Musik sind entweder ?richtig geil? oder ?richtig scheiße?, dazwischen gibt es kaum etwas. Warum? </b>
<b>Tobias:</b> Das ist die Grenze in den Köpfen der Leute. Das ist nicht mein Problem, ich habe diese Grenze nicht. Es gibt an jeder Musik gute und schlechte Seiten. Das sind die Leute, die eben nur ?gut? oder ?scheiße? kennen. Es gibt aber nicht immer nur Gut und Schlecht.
<b>Liegt es vielleicht auch an den selbstbewussten Texten? </b>
<b>Tobias:</b> Das liegt eher daran, ob man es zu einer Szene zuordnen kann, oder nicht. Alle, die Wir Sind Helden geil finden, finden auch Virginia Express und Angelika Jetzt geil, und das ist mir egal. Ich bin ein Einzelgängertyp, dem die eigene Welt genügt.
<b>Bist du mit der Tour bisher zufrieden? </b>
<b>Tobias:</b> Nein. Ich bin nicht zufrieden. Natürlich nicht. Da draußen stehen achtzig Leute, von denen 25 auch noch auf der Gästeliste stehen. Es will halt keiner, weil es eben nicht diese Szene hat. Entweder man ist Nazi oder Punk. Und ich bin halt weder noch.
Tobias wirkt enttäuscht von diesem Abend in München. Obwohl er nur wenige Minuten zuvor ein wahrhaft großartiges Konzert hingelegt hat. Zwei Stunden lang gute Laune, witzige Ansagen und Spielfreude pur. Keiner, der nicht glücklich und gut gelaunt den Heimweg angetreten hätte. Tobias ist trotzdem enttäuscht. Hundert Zuschauer sind zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Die Tour ist finanziell ?ein Desaster?, wie Tobias noch auf der Bühne zugibt. Mit einem Grinsen, von dem Backstage allerdings nicht mehr viel übrig ist. Ärger über Musikmagazine, die ihn nicht oder kaum würdigen. Focus, Spiegel, Süddeutsche und FAZ ? sie alle sind von seiner Qualität überzeugt. Die für den Erfolg wichtigen Musikexpress, Intro und Spex lassen ihn jedoch links liegen. ?Der Junge mit der Gitarre ist verbrannte Erde hier in Deutschland?, wirkt Tobias fast schon ein bisschen verzweifelt. ?Da draußen standen heute achtzig Leute. Klar, denen hat es super gefallen. Aber wenn da 1000 Leute gestanden hätten, dann hätte es den 1000 gefallen?, sagt er trotzig. Damit hat er Recht. Vielleicht ist Tobias ? fast 30 hin oder her ? aber auch einfach nur ein bisschen zu ungeduldig. Die achtzig, die da waren, sind nämlich glücklich nach Hause gegangen. Und das wird sich rumsprechen?
<a href=http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=reviewdetail&id=977>Zum Review von "Im Affekt"</a>
<a href=http://www.djmdg.de/>Zur Homepage vom Jungen</a>
<a href=http://djmdg.friendagent.de/index.php?id=21>Zu den Tourdaten vom Jungen</a>
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The Quireboys – Well Oiled
20. Mai 2004 | von DenizWenn Sänger Spike seine Band dem Zuhörer mit "We are the Quireboys . and this is Rock 'n Roll"
vorstellt, liegt er verdammt goldrichtig. The Quireboys nehmen uns auch auf ihrem fünften Album
"Well Oiled" (SPV) mit auf eine Zeitreise, die um mindestens 30 Jahre in die Vergangenheit geht, als
die meisten von uns noch gar keine Idee vom Leben hatten, der Rock aber schon eine frecher Knabe
mit rotziger Attitüde war. Authentische Vintage-Sounds, Garage-Rock, Rhythm and Blues, die gute
alte Hamond-Orgel, Klaviergeklimmper, Southern-Mundharmonika – Rock And Roll in seiner pursten
Form, mega-retro!. Dabei blicken die fünf Herren auf die Altmeister, den Rolling Stones, zurück,
bleiben aber auch von den einstmaligen Stadion-Königen, Guns 'N Roses, nicht unbeeindruckt, wie
sie es in der schönen Ballade "Too Familiar" zum Ausdruck bringen. Mit dem Titel kann aber schon
mal nicht die Stimme des Sängers gemeint sein, der klingt nämlich extrem nach Rod Stewart –
Whisky und verdammt viele Kippen schimmern deutlich aus dem Old Time Rock heraus. Ehrlich
gesagt, vertrage ich weder all zuviel Whisky, noch bin ich scharf auf Lungenkrebs, aber vielleicht bin ich
auch einfach zu jung für diesen doch sehr nostalgischen und für mich zu wenig arschtretenden
Sound. Wer es aber nicht urig genug haben kann, der schwinge sich bitte auf sein Motorrad und düst
zum nächsten Plattenladen. Motor ölen nicht vergessen!
Dark Tranquillity – Exposures ? In Retrospect And Denial
20. Mai 2004 | von DenizDark Tranquillity Fans aufgepasst! Die schwedischen Melodic-Death-Metal Miterfinder und Urgesteine
warten zu ihrem 15-jährigen Bandbestehen mit einem besonderen Schmankerl auf: Eine Doppel-CD
zum fairen Preis von einer einzelnen. Für CD 1 wurden teils megarare, teils unveröffentlichte Songs
und sogar das von 1991 stammende "Trail Of Life Decayed" Demo ausgekramt. Selbst von ihren B-
Seiten können andere Death-, Black- und Metalcore-Bands noch was lernen. Besonders interessant
hierbei ist der Track "Misery In Me" von den Sessions zum Album "Haven", der die Langhaarträger von
ihrer (fast!) schmusigen Seite zeigt.
CD 2 beinhaltet eine über 70-minütige Live-Aufnahme (19 Tracks!), die beweist, dass auch live Dark
Tranquillity ihrem Image einer technisch versierten Metalband gerecht werden.
Wenn dann auch noch das 20-Seitige Booklet gefüllt ist mit umfangreichem Fotomaterial, sämtlichen
Songtexten und einer ausführlichen Geschichte des Ursprungs und der Entwicklung des Schweden-
Sounds, dann sollten Dark Tranquillity Fans eigentlich nicht anders können, als mit ihren Helden und
"Exposures – In Retrospect And Denial" (Century Media) Geburtstag zu feiern. Congratulations!
Mob Rules – Among The Gods
20. Mai 2004 | von EmrahNachdem mich die deutschen Bombast-Metaller Mob Rules vor einigen Monaten im Vorprogramm von Helloween überzeugen konnten, war ich gespannt, was sie auf ihrem dritten Studio-Album bieten würden. Leider hat sich der gute Eindruck, den ich live bekommen hatte, nicht ganz bestätigt. Irgendwie ist "Amoing The Gods" (SPV) nicht die erhoffte, große Nummer geworden, was in erster Linie an dem größtenteils verhaltenen Songmaterial liegt.
Los geht's mit dem relativ unspektakulären Opener "Black Rain", der nicht gerade der glücklichste Einstieg ist, da die Nummer überhaupt nicht zünden will. Mit "Hydrophobia" kommt dann endlich etwas Schwung in die Bude, ein flotter Reißer, der zwar nicht die Welt verändert, aber durchaus Daseinsberechtigung hat. "Invitation Time", "The Miracle Dancer" und "Among The Gods" zeigen sie dann eher den AOR-Touch mit viel Keyboard und Hammond Orgel-Einsätzen. "New World Symphony" ist wie der Titel bereits ausdrückt eine symphonische Nummer, die auf Gitarren verzichtet, aber eigentlich nur ein Lückenfüller ist. Und auch die restlichen Tracks sind nicht gerade umwerfend, auch wenn jeder Ton an der richtigen Stelle sitzt. Trotzdem klingt zum Beispiel der letzte Song "Arabia" einfach nur belanglos und langweilig. Schade…
www.mobrules.de
Predator – Predator
20. Mai 2004 | von EmrahNach einigen Besetzungswechseln hat sich die deutsche Underground-Legende Stormblade in Predator umbenannt und nun über Remedy Records ihr erstes, selbstbetiteltes Album veröffentlicht, dass genau das Richtige für Freunde des 80er-Metal ist. Hier werden also tausend Mal gehörte Oldschool-Riffs verbraten, sämtliche Metal-Klischees bedient und die alten Helden (Judas Priest, Scorpions, Helloween etc.) abgefeiert bis zum geht nicht mehr. Rein technisch beherrschen die Musiker ihre Instrumente perfekt und auch der Sound ist für die Art von Musik recht gelungen.
Der stärkste Song auf der Platte ist ausgerechnet eine Ballade ("Dream's Assasin), scheint so, als ob Predator öfter Mal einen Gang zurück schalten sollten. Denn wenn sie aufs Gas drücken, klingen sie nicht gerade eigenständig und vor allem nicht unbedingt sehr einfallsreich. Und das ist genau das Problem der Scheibe. Predator versuchen zu selten, einen eigenen Stil zu finden und geben sich mit zu wenig zufrieden. Besonders bei den Gitarrenriffs ist Kreativität kaum vorhanden, obwohl, wie schon gesagt die Musiker einiges drauf haben und auch der Gesang okay ist. Etwas mehr Mut beim nächsten Mal könnte aber nicht schaden.
Zum Abschluß möchte noch auf das Promofoto aufmerksam machen, dass wahrscheinlich mehr aussagt, als meine Rezension.
<a href=" http://www.predatorband.com/pics/promo06.jpg"target="_blank">Hier</a> klicken!
<p>
weitere Infos gibt es bei <a href="http://www.remedyrecords.de"target="_blank">Remedy Records</a>
Altaria – Divinity
20. Mai 2004 | von EmrahAltaria kommen aus Finnland, spielen melodischen, leicht progressiven Power Metal und veröffentlichen mit "Divinity" ihr zweites Album, das über AOR Heaven/Soulfood erscheint. Mit Taage Laiho haben sie auch einen neuen Sänger, dafür aber auch einen Gitarristen weniger. So weit zu den Fakten. Nun zu meiner persönlichen Meinung: Insgesamt ist "Divinity" eine zweifelhafte Angelegenheit. Einerseits überzeugen Altaria mit einer guten Produktion und starken Songs wie "Will To Live" oder "Falling Again", leider gibt es aber auch Ausfälle wie "Darkened Highlight", wobei die guten jedoch Momente überwiegen. Wer auf Stratovarius steht, aber eine zusätzliche Portion Keyboards vertragen kann, ist hier genau richtig. Eine gute, aber eben nicht großartige Platte, bei der man sich gut überlegen sollte, ob es nicht stärkere Releases auf diesem Sektor gibt. Ein Versuch ist Altaria jedoch wert.
www.altariamusic.com
Estampie – Signum
20. Mai 2004 | von DenizEstampie ist die Mittelalterformation um Sängerin Sigrid Hausen und Mastermind Michäl Popp. Mit
ihrem Schaffen und sieben Alben seit 1990 gelten sie als Pioniere der heute schwer angesagten
Mittelalterszene, und dürften mit ihrer Interpretation altertümlicher Musik demnach als
Inspirationsqülle für Chartstürmer wie In Extremo und Subway To Sally gedient haben. Was
Estampie auch auf ihrem achten Werk namens "Signum" (Distant Mirror Records) von ihren
"Abguckern" unterscheidet, ist, dass sie Mittelalter in ihrer reinsten Form kreieren, also gänzlich ohne
Rockwerkzeug arbeiten. Auf ihrem Konzeptalbum bieten Estampie Musik aus dem 12. bis 15.
Jahrhundert, mystisch, mit vielen Chören und so original wie möglich. Und ich muss zugeben, dass
diese Musik auch ohne Gitarren oder vielleicht gerade deshalb eine gewisse Faszination auslöst. Ich
denke, "Signum" könnte auch bei World-Music-Liebhabern funktionieren. Ganz zu schweigen von den
Schwertträgern.
Endstille – Dominanz
20. Mai 2004 | von DenizWarum sollte man eine Band unterstützen, die beschissene Musik spielt und dazu auch noch ein absolut gestörtes Verhältnis zur Kriegsgeschichte Europas hat, wie ich in einigen Interviews nachlesen konnte? Endstille nennen ihr drittes Album “Dominanz” (Twilight Records), auf dem Cover und im Booklet sind Seeschlachtbilder aus dem Ersten Weltkrieg zu sehen. Endstille, so scheint es, spielen den Soundtrack dazu. Aber wer will denn schon Krieg hören? Die vier Kieler beherrschen nicht Instrumente, sondern laut Inlay Artillerie, Bombenhagel, Sturmgeschütz und Propaganda. Ja, so klingt der Mist auch. Ich möchte es schon gar nicht mehr Black Metal nennen, das würde all die Musiker aus dieser Richtung beleidigen, die wenigstens versuchen, echte Songs zu schreiben. Auf “Dominanz” klingt fast alles nach infernalen Störgeräschen. Fuck hell? Fuck this record!
The Boonaraaas – Go Get Goo Goo
19. Mai 2004 | von RobertDie Boonaraas sind eine All Girl Punkrockband aus Düsseldorf, was soviel bedeutet wie: Da sind also fünf Mädels, die sich irgendwann vor gut 3 Jahren gesagt haben, wir machen Musik und das in Düsseldorf. Im letzten Jahr kam dann ihre zweite Langrille heraus, mit dem schönen Namen ?Go get Goo Goo?.
Auf diesem Album sind insgesamt 16 Songs enthalten, die allesamt locker flockig daher kommen und von Anfang an Gas geben. Denn die Mädels kennen keine Kompromisse. Wer jetzt irgendwelchen Frauen Pop erwartet hat, liegt falsch. Im Gegenteil, denn auf ?Go Get Goo Goo? wird schneller 60ies Punkrock geboten, der manchmal an die Ramones erinnert, aber auch klare Erinnerungen an die LunaChicks, L7 und The Donnas hervorruft. Doch durch eine gehörige Portion Schnelligkeit und Spielwitz bewahren sich die Boonaraaas ihre Eigenständigkeit und fabrizieren hier sehr schöne Musik, die zwar nicht beim ersten Mal zündet, aber nach und nach direkt ins Gehirn geht und für den einen oder anderen Glücksmoment sorgt. Daher ist ?Go Get Goo Goo? eine gute Platte geworden, die immer wieder durch meinen CD-Player wandert und Lust auf mehr macht.
.Auch live sind die Mädels nicht nur optisch ein Augen- und Ohrenschmaus, überzeugen könnt ihr euch am Samstag 22.5. auf der Mainstage Party in Göttingen.
No Doubt – The Videos 1992-2003 (DVD)
19. Mai 2004 | von ChrisNachdem No Doubt mit ?The Singles 1992-2003? im letzten Jahr so etwas wie eine ?Best Of? herausgebracht haben, bescheren Sie uns mit ?The Videos 1992-2003? nun die visuellen Höhepunkte ihrer unglaublichen Karriere. Was wir vorher nur hörten, wird ohne große Schnörkel auf den Bildschirm gezaubert ? und das macht mächtig Laune. Besonders spannende Extras besitzt die DVD nicht, dafür jedoch die kompletten Musikvideos der Band sowie zwei Remixe zu ?Bathwater? und ?Don?t Speak?. Neben ein wenig unspektakulärem ?Behind The Scenes?-Material gibt?s zusätzlich einige Kommentare von Gwen und Co. zu einzelnen Clips.
Es ist schon erstaunlich, wie sich Musik und Optik in den Jahren gewandelt haben, vergleicht man beispielsweise ?Trapped In A Box? (No Doubts allererstes Video, das mir bis dato gar nicht bekannt war) mit ?Hey Baby?. Nicht jeder freut sich über die Entwicklung der Band, die auch in meinen Augen einiges an Rock?n?Roll eingebüßt hat. Dennoch ist diese DVD nicht nur für Fans zu empfehlen, denn mit visueller Untermalung funktionieren auch die neuen Songs irgendwie besser. ? Ob es daran liegt, dass Frau Stefani so verdammt sexy rüberkommt ? ?
Ballboy – A Guide for the Daylight Hours
18. Mai 2004 | von EmrahDass die Briten schon immer einen merkwürdigen Geschmack haben, ist den meisten Leuten unter uns wohl klar, aber was Ballboy aus Edinburgh/Schottland auf "A Guide For The Daylight Hours" (Sputnik Records/Cargo) ist für mich einfach nur als Belästigung zu bezeichnen. Nervtötender Indie-Pop, der innerhalb von Sekunden dafür sorgt, dass man sich übergeben möchte. Der Sänger ist so langweilig, dass man fast Mitleid hat (man höre zum Beispiel die Schnarchnummer "You Can't Spend Your Whole Life Hanging Around With Arseholes"). Diese Scheibe ist einfach nur grausam und spätestens jetzt ist klar: die spinnen, die Briten! Ich will diese CD nie wieder hören müssen. Danke.
Morgain – Abandoned in the Forest of Weariness
18. Mai 2004 | von DenizMetal aus slowakischen Wäldern die Zweite. Konnte ich Galadriel noch an einigen Stellen etwas
abgewinnen, schaffen es Morgain problemlos sich selbst in meine unterste CD-Ständer-Etage zu
befördern. Was sich mir auf "Abandoned in the Forest of Weariness" (Metal Age Productions) (der
Vorgänger heisst "Rhymes from the Forest of Weariness" – sehr kreativ!) bietet, ist ein unheimlich
grottiger Doom Metal, der einfach nur abtörnend ist. Nicht nur das die schon mindestens 40
jährigen Musiker und Musikerinnen auf Teufel komm raus eine okkulte Stimmung zu erzeugen
versuchen (Mundharmonika, Casio-Keyboards), nein, sie beherrschen noch nicht einmal ihre
Instrumente. Schlagzeug kann im Osten wohl niemand spielen, weshalb man auf einen schlecht
programmierten Drumcomputer ausweicht. Der Gitarrist zeichnet sich auch nicht gerade durch
Filigranität aus, wenn er durchgehend Achte-Klasse-Schüler-Rhythmus-Riffs spielt (eine einzige
Gitarrenmelodie auf dem ganzen Album!). Hinzu kommen billig klingende Keyboardmelodien, die man
liebsten erwürgen möchte. Den Vogel schiesst aber dann doch das Gesangsduo aus Frau und Mann
ab. Warum grölt der Herr wie ein Besoffener, der sich im Wald verlaufen hat und seinen Wodka nicht
findet, und warum hat die Dame vor den Aufnahmen nicht wenigstens etwas Englisch gelernt? Nee,
Leute, ein ganz böses Album.





