Underminded – Hail Unamerican
31. Aug 2004 | von TorbenMit UNDERMINDED holt sich das für seine eher melodischen Klänge bekannte Kung Fu Label einen krachenden Act zwischen Punk und Hardcore mit einer gehörigen Portion Metal ins Haus. Was als frischer Wind für das Label gedacht ist, entpuppt sich als ein kraftvoller Wirbelsturm, der kein Genreübergreifendes Alibi-Signing darstellt.
UNDERMINDED stammen aus dem für sonnengereiften Poppunk stehenden San Diego. Das seit dem Jahre 2000 bestehende Quartett hat bereits 2002 eine EP in eigener Regie auf den Markt geschmissen. Damit der Sound auf ihrem Debüt Longplayer "Hail Unamerican!" auch stimmt, holten sich die Jungs Sergio Chavez ins Boot, der bereits als Produzent mit VELVET REVOLVER, LIMP BIZKIT oder EVANESCENCE zusammengearbeitet hat. Musikalisch erinnern mich UNDERMINDED mit ihren kraftvollen und treibenden Riffs sowie den wohl platzierten Breakdowns an THRICE. Gesanglich faucht und bellt Frontmann und Gitarrist Nick Martin aggressiv und wutendbrand ins Mic. Während mich die pointierten und vor Energie berstenden Shouts an STRIKE ANYWHERE erinnern erlangen UNDERMINDED durch die stetigen und charakteristischen "Shout-alongs" der gesamten Band inklusive Drummer einen ganz eigenen Sound. Die gemeinsamen Chöre von Matt Johnson, Brandon Cardwell und Joe Mullen liefern sich ein Duell mit Leadsänger Nick Martin, dominieren die Refrains oder bekleiden sogar ein komplettes, wenn auch nur kurzes Lied. Inhaltlich geben sich UNDERMINDED äußerst kritisch. Neben Politik und gesellschaftlichen Missständen widmet sich die Band mit dem Song "Burn The Metropolis" dem Thema des Kindesmissbrauches. Mit "Hail Unamerican!" gelingt UNDERMINDED ein gewaltiges Debüt welches ihnen erheblichen Zuspruch in der Hardcore/Punk Gemeinde verspricht und Kung Fu einen Fuß in der Tür des Hardcore Biz ermöglicht.
Various Artists – Roadrage 2004 (DVD)
31. Aug 2004 | von EmrahAuch wenn die Roadrage-Tour noch nicht ansteht, verschaffen uns Roadrunner Records mit der gleichnamigen DVD wieder einmal einen weit reichenden Überblick über die Videoclips ihrer aktuellen Künstler. Einige dürfte man bereits auf MTV oder Viva gesehen haben, ein Großteil dürfte vielen aber doch unbekannt sein. Denn so selten wie Metal Platz im TV-Programm findet, ist das auch kein Wunder. Wer also keinen Bock hat, sich die Clips auf irgendwelchen Fan-Seiten in mieser Qualität und Ruckel-Effekt zu saugen oder sonntag nachts stundenlang vor der Glotze zu hängen, nur um zu sehen, dass ein Wunsch-Clip doch nicht gespielt wird, der sollte sich die Roadrage-DVD unbedingt besorgen. Mit dabei sind diesmal u.a. Killswitch Engage, Chimaira, Ill Nino Slipknot, Soulfly, Devildriver, Fear Factory, Machine Head und viele andere aus dem Metal-Sektor. Alternativ dazu gibts mit den Nickelback, den Murderdolls, Dirty Americans und To My Surprise auch Rock verschiedenster Kategorien. Mit Every Time I Die und Scarlet finden sogar Ferret-Bands zu ihren Platz, es ist also wirklich für jeden was dabei. Insgesamt 26 Clips, das auch noch zum Special-Price – das ist ein fairer Deal und ein Grund zum Kaufen! Gute Musik gibts natürlich auch….
<a href=" http://www.roadrunnerrecords.de/artists/Roadrage/bio.asp"target="_blank">TRACKLIST</a>
Amon Amarth – Fate Of Norns
31. Aug 2004 | von EmrahAmon Amarth haben sich nicht nur in der skandinavischen Szene in den letzten 13 Jahren einen großen Namen gemacht. Mit ihrem rüden Wikinger-/Nordic/Death–Metal sind sie längst ein internationaler Act, der zumindest in Deutschland schon Platz auf der Titelseite des Rock Hard-Magazins bekommt. Zu Recht, wie das neue Werk "Fate Of Norns" (Metal Blade Records) beweist. Das Geheimnis dieser Band ist wohl die Rohheit und die direkte Auslegung. Während viele Genre-Kollegen Sinfonie-Orchester mieten, mit Keyboards künstliche Atmosphäre erzeugen und gigantische Chöre einsetzen, spielt sich bei Amon Amarth alles im "normalen" Bereich ab. Soll heißen: Bis auf die übliche Instrumentierung gibt es hier keine Effekthascherei, sondern puren Viking-Metal, der einen mit auf die Reise nach Walhalla nimmt. Klar, die Riffs und die Songstrukturen sind teilweise recht hervorsehbar, aber trotzdem zugleich spannend, was eigentlich schon ein Kunststück für sich ist. Dafür bekommt man auch relativ schnell Zugang zu den acht Titeln, die alle auf dem selben, hohen Niveau angesiedelt sind, weswegen ich mal auf Anspieltipps verzichte. Egal ob schleppend oder treibend, Amon Amarth machen alles richtig, geben immer nur genau so viele Zutaten hinzu, wie es nötig ist. Keine Frage, wer sich für Metal skandinavischer Prägung begeistern kann und auf rohe Kunst wert legt, wird mit "Fate Of Norns" ordentlich bedient.
www.amonamarth.com
2raumwohnung – Es Wird Morgen
31. Aug 2004 | von Emrah2Raumwohnung braucht man ja mittlerweile gar nicht mehr groß vorstellen, denn das Berliner Pop-Duo hat in der jüngsten Vergangenheit hier zu Lande für genug Furore gesorgt. Richten wir den Blick lieber nach vorne oder besser gesagt auf das Hier und Jetzt. Nach der relativ unspektakulären Single “Spiel mit mir” kommt nun das Album “Es wird morgen” (It Sounds/BMG). Was bietet uns die Scheibe?
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Die Slackers mit schönem Ska in hannover
31. Aug 2004 | von RobertAm 22.8.2004 war die Sommerpause des Bei Chez Heinz endlich vorbei, es wurde wieder Livemusik geboten. Und als ob das nicht genug wäre, kamen mit The Slackers eine der besten Ska und Rocksteady Bands, die es zur Zeit gibt.
Gegen 22.30 Uhr kamen die 7 New Yorker auf die Bühne und legten gleich ordentlich los. Die rund 300 Zuschauer begannen auch sofort zu tanzen und die Band abzufeiern. Wie immer hatte man übrigens im Chez Heinz auf eine Vorband verzichtet. 45 Minuten lang gab es hauptsächlich Songs vom aktuellen Album ?Close My Eyes? bevor es zur ersten Pause hinter die Bühne ging. 20 Minuten danach ging es dann aber schon wieder weiter mit der perfekten Mischung aus Ska, Rocksteady Beats und Reggea. Auch sonst war die Band irgendwie super sympathisch. Dazugehörte sicherlich auch der Vergleich von George Bush mit Sauron aus Herr Der Ringe.
Nach 90 Minuten ging man dann erneut von der Bühne, aber nicht ohne ganze 7 mal (!!!) wieder zu kommen und ordentliche Zugaben zu geben. Vor gut einem Jahr hatte ich die Slackers noch verpasst, doch diesmal konnte ich sie mir Gott Sei Dank anschauen und es war ein wahrlich tolles Liveerlebnis, denn die Slackers sind eine tolle Liveband, was sie wieder unter Beweis stellten.
Audio Karate – Lady Melody
30. Aug 2004 | von TorbenIm Jahre 2001 lieferten AUDIO KARATE aus Kalifornien mit "Space Camp" eine kleine aber feine Perle des emotionalen Poppunks ab, die den ganzen Sommer über meinen Durst nach wunderschönen, rockenden Melodien mit eingängigem Gesang stillen konnte.
3 Jahre später meldet sich das Quartett, dass seit Kindheitstagen befreundet ist zurück. Der Sound ist immer noch AUDIO KARATE jedoch hat sich die Band innerhalb der kurzen Zeit auf ein weit höheres Level geschraubt. Liegt es an den vielen Touren mit Bands wie THE ATARIS oder SOCIAL DISTORTION oder am Produzenten Bill Stevenson, der alleine dieses Jahr schon an den Alben von den DESCENDENTS, SILENT DRIVE und A WILHELM SCREAM mitgebastelt hat? Jedenfalls haben AUDIO KARATE mit "Lady Melody" eine Scheibe geschmiedet, die sich über den simplen Poppunk hinausbegibt und dennoch seine charmante Eingängigkeit nicht verliert. Die charakteristische Stimme von Frontmann Arturo Barrios hört sich noch verrauchter, kehliger und vielseitiger an und erinnert trotz des hohen Grundtones an Größen wie HOT WATER MUSIC und JAWBREAKER. Musikalisch überzeugt Gitarrist Jason Camacho durch komplexere Songstrukturen, die sich dennoch in den Gehörgängen des Zuhörers verankern und für kontinuierliches Hitpotential sorgen. Bei "Gypsyqueen" bindet Camacho ein verspieltes Solo in die Strophe ein, welches dennoch oder gerade mit dem melodischen Gesang von Barrios harmoniert. Songs wie "Jesus Is Alive And Well (And Living In Mexico)" oder "Ms. Foreign Friendly" gehen gewaltig nach vorn und überzeugen durch ihre Tanzbarkeit während "Catch And Release" mit einem cleanen, langsamen Part beginnt und dann anschließend zum absoluten Überhit avanciert. Mit "Lady Melody" haben AUDIO KARATE ein durchweg überzeugendes Werk aufgenommen, welches sie in rasender Geschwindigkeit in eine Liga mit Bands wie ALKALINE TRIO oder HOT WATER MUSIC katapultiert. Für mich definitiv eines der besten Alben dieses Jahres.
Acid Milk – Acid Milk
30. Aug 2004 | von DenizAcid Milk, eine junge Band aus München, die den großen Sprung wagt und das erste schlicht mit "Acid Milk" (Zerberus Music) betilte Album auf den deutschen Rock-Markt wirft. Eine Bruchlandung wird das bestimmt nicht, aber viele werden dieses leider nur durchschnittliche Album nicht auffangen. Dazu ist der Crossoversound zu mittelmäßig und gesichtlos, die Melodien zu schwach, die Wutausbrüche zu scheu. Man hört der Musik an, dass mindestens ein Album von Limp Bizkit, Rage Against The Machine, Godsmack, Helmet oder H-Blockx bei den fünf Jungs im Plattenregal steht. Aber anstatt sich aus den besten Momenten dieser Bands ihre eigene heiße Suppe zu kochen, rühren Acid Milk eine lauwahrmen Brei, der bei mir nur wenig Emotionen auslöst. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich prickelnd. Als Anspieltipp wäre höchstens der Track "Say" oder "Prison" zu empfehlen. Sorry, insgesamt ist das nur Regionalliga. Aufstieg aber möglich.
Deadsoil – The Venom Devine
30. Aug 2004 | von DenizNach den Burning Skies vor zwei Wochen liefern nun die Labelkollegen Deadsoil mit "The Venom Devine" ihr Lifeforce-Debut ab, das, wie sollte es anders sein, in der inzwischen ziemlich engen Death/Thrash-Core Schublade seinen gemütlichen Platz mit ungemütlicher Musik findet. Die deutsche Band dürfte schon vielen Fans im Underground bekannt sein, nicht zuletzt durch die Ex-Mitglieder von nicht minder harschen Bands wie Night In Gales, Copykill oder Surface.
Deadsoil machen ihre Sache definitiv gut, nur leider nicht viel anders als etliche andere Bands aus diesem stark florierenden Genre. Thrash-Hammer prügeln sich mit Stakkato-Riffiing, Flitzefinger-Gehacke und Endlos-Doublebass – Carnal Forge lassen immer wieder grüßen – auf die Fresse. Klar, dass Sekunden später Metalcore-Grooves einem den Mund wischen. Insgesamt, liebe Neohärtner, verfehlen die Härteorgien ihre Wirkung nie, wenngleich auch die Produktion ein wenig dumpf ballert. Im Prinzip alles nach Plan, aber auch alles irgendwie schon 20 mal gehört. Für die nötigen aber leider zu seltenen Farbtupfer sorgt der cleane Gesang in Songs wie "Hate" oder "The Absolute Never". Stimme und Einsatz der sphärischen Melodien erinnern dabei sehr stark an die letzten beiden Alben der Straight Edge-Ikonen Earth Crisis. Eine willkommene aber eben nur kleine Verzierung im vernichtenden Harcore-Metal-Brett. Live abzubangen ab August/September. <Br>www.deadsoil.net
Ein entspannter Abend mit MARITIME und SNAILHOUSE
29. Aug 2004 | von FrankEndlich ging es mal wieder ins UJZ Korn, wo an diesem Abend die drei US-Amerikaner von Maritime und das kanadische "Duo" Snailhouse spielen sollten. Über Maritime wurde ja bereits im Vorfeld der Tour viel Aufhebens gemacht, was natürlich an der Vergangenheit der einzelnen Bandmitglieder liegt. Hier eine kurze Aufklärung für die Wenigen, die es noch nicht wussten: Sänger/Gitarrist Davey Van Bohlen spielte früher mit Schlagzeuger Dan Didier bei THE PROMISE RING, Bassist Eric Axelson bei DISMEMBERMENT PLAN. So weit, so gut. Das Hamburger Label Grand Hotel Van Cleef ist ja für seine geschmackvolle Auswahl an Bands bekannt, so dass dies ein weiterer Garant für ein tolles Konzert war. Und zu guter Letzt räumte das bereits seit einiger Zeit erhältliche Album "Glass Floor" die letzten Zweifel aus. Alles sah also nach einem wirklich schönen Abend aus.
Los gings mit Snailhouse, wobei der Begriff Band hier der Sache nicht gerecht werden würde. Kopf der Band ist der Kanadier Michael Feuerstack, der auf bereits drei Alben plus einiger weiterer Veröffentlichungen verschiedenste Künstler um sich scharte, die ihn auf seinen Tracks unterstützten. Auf dieser Tour hat er Jeremy Gara dabei, der im Hintergrund die Synthesizer und Effekte bedient. So weit zum Umfeld von Snailhouse, kommen wir nun zum Konzert. Zunächst stand dort ein etwas schüchterner, aber sehr sympathischer junger Mann auf der Bühne, der dem Publikum seine Interpretationen von Songs im Singer/Songwriter-Stil darbringen wollte. Zur klaren Stimme gesellten sich vereinzelte Synthies im Hintergrund, so dass man grobe Parallelen an ältere Onelinedrawing-Auftritte erkennen konnte. Für einige Songs betraten aber noch alle drei Mitglieder von Maritime die Bühne und bescherten den Songs somit ein voll instrumentiertes Soundgewand, was in meinen Augen fast noch besser funktionierte. Auch das Publikum verhielt sich angenehm ruhig, was sich vor allem in den zahlreichen leisen Passagen bemerkbar machte. Dies wiederum spiegelte sich auf Sänger Michael wider, der sich mehrmals für diese nicht immer selbstverständliche Aufmerksamkeit bedankte. Zwischendurch kam es noch zum netten Austausch mit dem Publikum, als immer mal wieder wichtige Fragen wie "Was bedeutet birds and bees?" geklärt werden mussten. Die Songs vergingen wie im Fluge, und nach etwas über einer halben Stunde wurden nicht wenige Leute aus ihrer verträumten Atmosphäre gerissen, als Snailhouse mit "Birds And Bees" und "Chimney Sweep" die letzten beiden und besten Songs spielte/n. Ein sehr schöner und, nicht zuletzt durch die Unterstützung des eigentlichen Hauptacts, passender Auftritt. Übrigens, liebe A&Rs: es gibt für keins der Alben ein deutsches Label…ich würde lieber gleich zuschlagen, sonst ist es zu spät.
Nach kurzer Erfrischungspause begannen dann Maritime, und nicht wenige waren überrascht, auch hier wieder fünf Leute auf der Bühne zu sehen. Die beiden Schneckenhäuser standen nun Maritime mit zweiter Gitarre sowie den Synthies und Hintergrundklängen zur Seite, was sich auf Grund der verschiedenen Elemente auf "Glass Floor" natürlich mehr als anbot. Hier wurde wohl heimlich geprobt! An Songs wurden sowohl die des Albums als auch ein neuer geboten, der den anderen in nichts nachstand. Großartiger Poprock mit einem Auge auf den Melodien und mit dem anderen auf der Tanzfläche. Sänger Davey hatte sichtlich Spaß, die Songs live zu performen, so sah man ihn nicht stillstehen und gutgelaunt das Tanzbein schwingen. Das Publikum hatte da weit weniger Lust, sich zu bewegen, was aber keinen Schluss auf dessen Gefallen ziehen ließ. Jubelnder Applaus gab dem Trio bzw. hier dem Quintett recht, das der (für mich logische) Schritt vom letzten Promise Ring-Album "Wood/Water" zum reinen Gitarrenpop nur konsequent war. Die größten Hits waren für mich natürlich die erste Single "Someone has to die", aber auch "James" und "Adios" sind live noch einige Klassen besser als sie bereits auf Platte sind. Zwischendurch gab es kurze Probleme mit den Monitorboxen, was ein wenig Ärger bei Sänger und Bassist erzeugte. Zum Glück wurden diese schnell behoben, so dass das Konzert so beendet werden konnte, wie es begann: mit einer gut gelaunten Band, gutem Sound und tollen Songs. Auch eine Zugabe gab es noch, wobei "James" einfach noch einmal gespielt wurde. Machte aber nichts, solche Hits kann man nicht oft genug hören. Dann wars auch schon wieder vorbei, und ein Ende um 23.30 Uhr ist im UJZ Korn auch eher ungewöhnlich. Die Band ließ sich noch am Merch blicken und plauderte mit den Fans, für mich ging es dann mit einem weiteren erlebten Konzerthighlight dieses Jahres nach Hause.
Unearth – The Oncoming Storm
28. Aug 2004 | von DenizOK, wir wissen es alle, Metalcore ist momentan DAS große Ding; mittlerweile egal, ob in Amerika oder Europa. Dabei spült der Boom viele gute Bands nach oben aber auch einige hammermäßig geile. Unearth waren Kennern schon immer ein Begriff, da die Jungs aus Boston mit ihren bisherigen drei Releases neben Bleeding Through, Killswitch Engage oder Shadows Fall zu den knalligsten Formationen der Szene gehören. Aber jetzt muss sie einfach jeder kennen, dem harte, moderne Musik irgendwie lieb ist. Unearth sind mit "The Oncoming Storm" (Metal Blade) zu absoluten Spitzenreitern in der Königsklasse der Härte, Melodie und Anspruch verbindenden Bands geworden. Dieses Genre-Überhighlight ist ein Metalcore-Fest par excellence, das die bisherige Nummer 1, "The End Of Heartache" von Killswitch Engage, zu jeder Sekunde vom Thron zu stoßen fähig ist. Die Ironie dabei: KSE-Hyperaktivist Adam Dutkiewitcz fungierte höchstpersönlich als Produzent an den Reglern und verpasste "The Oncoming Storm" einen perfekten, glassklaren, oberamtlichen Sound. Paralellen zu seiner eigenen Band sind auch oft auszumachen, aber Unearth spielen nicht einfach Metalcore, nein, sie brillieren in jeder Hinsicht. Auf geradzu progressivem Niveau reizt das Quintet jedes Trademark noch weiter aus als alle anderen Konkurrenten und groovt musikalisch auf einem höllisch hohem Level, so dass selbst Bands wie Soilwork oder In Flames einpacken können. Schweißtreibende Rhythmuswechsel, komplexe Arrangements, eine mitreißende Riff-Power, burnende Geschwindigkeiten, nacken(un)freundliche Heavieness, hochmelodische, versierte Göteborg-Gitarren, mehr Soli als auf einem Iron Maiden Album und natürlich die obligatorischen Metalcore-Grooves, die alles und jeden zu Mehl stampfen. Das schöne daran ist, dass alle Genialitäten in jeden Song gepackt wurden, sich aber kein Killerpart mehr als zwei mal wiederholt, denn Unearth, so scheint es, haben unendlich viele davon – Abwechslung pur, der schiere Wahnsinn. Einen Song hervorzuheben wäre Sinnlos – ein Highlight jagt das nächste, der Titel passt perfekt. Was soll man also anderes machen als ausrasten, wenn nach einem Knüppelpart plötzlich die eine Gitarre höllisch walzt, die andere mit einem Yngwie Malmsteen-Tapping-Solo daherflitzt, die Percussion alles maltretiert und der Sänger Trevor Phipps mit unbändiger Action sich die Seele aus dem Leib brüllt? Geiler geht's nicht! Ein Metalcore-Killermassaker, an dem sich in Zukunft nicht nur Unearth messen lassen müssen!
The Heavils – Heavilution
28. Aug 2004 | von DenizEs ist immer wieder schön, wenn CDs auf meinem Schreibtisch landen, die sich in keine Schublade stecken lassen und dennoch, oder gerade deswegen meinen Geschmack treffen. Damit ihr auch etwas davon habt, hier eine grobe Orientierung: Die Jungs von System Of A Down fahren im gutgelaunten Zustand Rob Zombies Monster-Cadillac, der Fahrer ist ziemlich aggro und heißt Devildriver, auf dem Weg zum Strapping Young Lad Konzert schaut man noch in kleineren Whisky-Rock-Kneipen vorbei, wo ordentlich gepogt und gesoffen wird. Ihr erkennt es schon, bei "Heavilution" (Metal Blade) handelt es sich um einen superben Bastard aus unbändiger Heaviness, coolen Breaks, verspielten Ideen und einem lässigen Rock 'N Roll Flavour mit Arschtritt-Atittüde. Die Amis von The Heavils brauchten natürlich für ihre rigorose Musikalität einen Produzenten, der leicht verrückt und ein Garant für bombige Sounds ist. Na, auf wen trifft das zu? Richtig, Professor Devin Townsend schmiedete einen superfetten Sound, der Lust auf bangen, moshen, tanzen und rotzen macht. The Heavils sind erfrischend und kommen genau richtig in einer Zeit, in der die meisten Bands sich an angesagten Mustern orientieren. Macht mit bei der "Heavilution"!
The Ocean – Fluxion
28. Aug 2004 | von DenizVon dem im letzen Jahr erschienen Debutalbum des 8-Köpfigen Berliner Kollektivs hab ich leider bisher keinen einzigen Ton gehört, nur überschwengliche Kritiken über ein angebliches Ausnahmewerk gelesen. Voller Neugier riss ich mir das neue Album "Fluxion" (Make My Day Records) unter die Fittiche nur um Sekunden nach Einlegen der CD mit meinem Kinn auf dem Erdboden zu knallen. Was sich auf "Fluxion" mir entgegentürmt ist eine gewaltige Soundwand sondergleichen, quasi im Kinoleinwandformat mit cineastischen Ausmaßen. Was ich über das erste Werk gelesen habe, lässt sich auch leicht auf den aktuellen Longplayer übertragen: "Fluxion" ist eine sinfonisch angelegte Düsterwalze, die den Hörer mit epischer Breite, dunkler Dichte und dramatischer Leidenschaft fesselt und dennoch mit Hadcore-lastiger Brutalität daherkommt, die Neurosis heute vor Neid erblassen sollte. Die Soundtrack-Anleihen, bei denen klassische Live-Instrumentalisten prachtvoll im Vordergrund stehen, ergeben mit der Tsunami hohen, teils doomigen, teils groovenden Gitarrenarbeit ein orchestral-intensives Klangerlebnis, dessen Erhabenheit sich kein modern und dunkel ausgerichteter Musikhörer entziehen könnte. Waren die Kompositionen vom Erstling noch rein Instrumental, so wird auf dem neuen Monumentalwerk mit infernalen Vocals gearbeitet, die der Tiefe der neun Klangspektakel einen weiteren Schub und eine wichtige Mehrdimensionalität verleihen. Wut wurde selten zuvor in ein so fettes, vor filmmusikalischen Mitteln strotzendes Noise-Gewand gepackt. Jeder, der nur annähernd etwas mit den bereits genanten Neurosis, der deutschen Extrem-Metal-Band Disbelief oder auch Mogwai anfangen kann und auf Soundtrack-Flair abfährt, muss dieses Riesending unbedingt abchecken. Packend!
Kante – Zombi
27. Aug 2004 | von FrankKante sind zurück. Nach dem überwältigenden, auch kommerziellen Erfolg des zweiten Albums "Zweilicht" und der daraus resultierenden wachsenden Belastung stieg Peter Thiessen bei Blumfeld aus, um sich vollkommen auf seine Band Kante zu konzentrieren, die er bereits 1995 mit Schlagzeuger Sebastian Vogel gegründet hatte. Man zog sich gute drei Jahre zurück, um am "Zweilicht"-Nachfolger zu arbeiten, und das Resultat ist beeindruckend.
Man merkt, dass sich das Hamburger Quartett in den drei Jahren eine Menge Zeit genommen hat, um sowohl seinen eigenen Sound weiter zu spezialisieren, als auch neue Elemente aufzunehmen und auszubauen. Peter Thiessen ist neben Kante noch in Free Jazz-Projekten tätig, und das hört man vielen Songs auch an. Zusehends auskomponiert und arrangiert, besitzen sie eine sehr unaufdringliche Dichte, die sich zwar erst nach mehrmaligem Hören erschließt, dann aber umso länger vorhält. Diese Zusammenführung von vielen Einflüssen lässt die Songs jeweils für sich alleine stehen, lässt aber gleichzeitig genug Raum, um dem Album insgesamt einen roten Faden einzuhauchen. Hier wird zwar mit verschiedensten Sparten jongliert, aber auf eine angenehm organische Weise, so dass es niemals orientierungslos wirkt. Im Gegensatz dazu kann man "Zombi" textlich als eine Art Konzeptalbum verstehen, das sich zum größten Teil um die innere Zerrissenheit dreht, um einen Umbruch vom Ist zum Soll, dabei aber die Erwartungen metaphorisiert.
Die erste Single "Zombi" ist einer der schnelleren Songs des Albums und in meinen Augen auch am besten dazu geeignet, um den Hörer auf sich aufmerksam zu machen. Leider schafft es das Album nicht, mich auf voller Länge zu fesseln. Zu oft verliert es sich in schöngeistigem Dahinplätschern und ich möchte weiterskippen, verharre dann aber doch ehrfurchtsvoll vor den natürlich erstklassigen Arrangements. Kantefans kommen hier voll auf ihre Kosten, aber auch allen anderen sei geraten, auf www.kantemusik.de vorbeizuschauen. Eine der schönsten Seiten im Netz wartet mit allen erdenklichen Infos inclusive Albumstream und Lyrics auf.
Avoid One Thing – Chopstick Bridge
27. Aug 2004 | von TorbenJoe Gittleman ist Punkrocker. Als Mitbegründer der MIGHTY MIGHTY BOSSTONES und Mitglied der GANG GREEN ist er eine feste Größe im Bostoner Punk Biz. Währen seiner Zeit als Bassist bei den BOSSTONES arbeitete Gittleman seit 1995 an eigenen Songs, die er mit seinem Nebenprojekt AVOID ONE THING im Jahre 2002 veröffentlichte. Überschattet wurde das Release des selbstbetitelten Debüts durch den unerwarteten Tod von Drummer und Freund Dave Karcich, dessen Beerdigung am Tag stattfand, als das Album in den Regalen der Musikgeschäfte landete. Man beschloss weiterzumachen und Heute steht AVOID ONE THING als Hauptband von Gittleman da. Gemeinsam mit dem neuen Drummer John Lynch und Gittaristin Amy Griffen präsentieren sich AVOID ONE THING als klassisches Trio.
"Chopstick Bridge" heißt die aktuelle Scheibe der Bostoner und anders als beim selbstbetitelten Debüt entstand hier ein Großteil der 14 Tracks in gemeinschaftlicher Arbeit. Vom Sound her stehen AVOID ONE THING mit ihrem melodischen Punkrock ganz in der Tradition von Bands wie HUSKER DU oder THE REPLACEMENTS. Eine Brücke zu den MIGHTY MIGHTY BOSSTONES lässt sich auch gut schlagen, denn die Melodiebögen auf "Chopstick Bridge" erinnern schon ein wenig an Gittlemans andere Band, natürlich ohne Bläser und ohne Ska-Einflüsse. Gesanglich wird Gittleman fleißig durch die klare Stimme von Gittaristin Amy unterstützt, und so rocken AVOID ONE THING munter im Midtempo daher. Persönlich gefällt mir der Song "All That You?ve Heared", bei dem Amy den größten Gesangpart hat, besonders gut. Produziert wurde das ganze durch Paul Q. Kolderie, der auch schon für RADIOHEAD, THE PIXIES, HOLE und natürlich die BOSSTONES tätig war. Insgesamt ist "Chopstick Bridge" ein ordentliches Album mit schönen Melodien und eingänglichem Sound, etwas wirklich Besonderes bringen Gittleman und Co jedoch nicht zustande.
ON WHEN READY, FIRE IN THE ATTIC und mehr…
27. Aug 2004 | von FrankAn diesem Freitag ging es mal wieder nach Braunschweig ins B58, wo einerseits die beiden Redfield-Bands ON WHEN READY und FIRE IN THE ATTIC auf ihrer derzeitigen Tour Halt machten, andererseits auch noch FORCE OF CHANGE sowie THREE SIDED LIFE spielen sollten. Vier Bands also, das bedeutete einen frühen Beginn und lange Wartezeiten…
Als wir um 21.30 Uhr im B58 eintrafen, war ich zunächst überrascht, dass bereits soviele Leute da waren. Da ist man von einschlägigen Konzerten anderes gewohnt. Kurze Zeit später betraten auch schon On When Ready die Bühne und eröffneten erwartungsgemäß den Abend mit einer flotten Mischung aus eingängigem Punkrock mit den bekannten Emo-Einschlägen. Leider hatten sie das schwere Los eines jeden Eröffnungsacts zu tragen, und so war vor der Bühne nicht allzu viel los. Nichtsdestotrotz legte das Gelsenkirchener Quartett einen guten Auftritt hin und unterstrich live, dass sich zu Chris' wirklich ansprechender Stimme auch das passende Soundgewand gesellt. Geboten wurden Songs von beiden Alben, wobei sich zwischen den meist im Uptempobereich gehaltenen Songs auch einige langsamere fanden, die dann zum Ende hin meist in Ausbrüchen gipfelten. Hier sah ich auch die größte Stärke der Band, da gerade der Gesang diese Stimmungen gut untermalte. Ich hatte das Gefühl, dass die Jungs mit Spaß und Herz bei der Sache sind und sich auch von eher verhaltenem Publikum nicht abschrecken lassen, sondern ihre Gefühle diesem auch weitergeben.
Kurze Zeit später kam dann für mich die erste Überraschung, als bereits Fire In The Attic auf die Bühne kamen. Ich hätte eher mit einem späteren Auftritt gerechnet, aber so hatte die Band wohl den Vorteil eines nüchternen Sängers, hehe. Ole gab diesmal eine weit bessere Figur ab als vor ein paar Wochen in Göttingen und so konnte sich das Publikum von seiner sehr variablen Sangeskunst und seinem vielleicht etwas gewöhnungsbedürftigen Make-Up überzeugen. Auch der Sound war sehr angenehm, und so gingen die flott nach vorne gehenden Emopunk-Songs gut ins Ohr. Zum Gesang gesellten sich auch noch die passenden Shouts vom Gitarristen Richard, so dass der Sound im Vergleich zu On When Ready um einiges aggressiver war. Das dachten sich auch Leute aus drei verschiedenen Dekaden, die sich nebeneinander vor der Bühne einfanden und sich auf verschiendenste Arten und Weisen der Musik hingaben. Leider war es insgesamt aber immer noch recht leer vor der Bühne, was ich bei diesem Auftritt nicht unbedingt begreifen konnte. Diesmal konnten mich die Jungs voll überzeugen, da geht noch was! Nach etwas mehr als dreißig Minuten war dann das eigentliche Konzert für mich schon vorbei, war ich doch nur wegen der ersten beiden Bands gekommen.
Force Of Change boten dann typischen Old School-HC mit den bekannten Ansagen und Aufrufen. Ansonsten nix Neues oder Erwähnenswertes, außer vielleicht den SXE-Kids, die die Ansagen dankbar aufnahmen und vorne den ersten Pit des Abends bildeten. Ach ja, ins Mikro schreien durften sie auch einmal, was bestimmt den einen oder anderen Eintrag ins Tagebuch hervorrief. Die größte Überraschung des Abends gab es dann zum Schluss, als die wohl nicht nur mir völlig unbekannten Three Sided Life aus Braunschweig den Headliner gaben. Scheinbar ist ihnen dieser Status im Vorfeld zu Kopf gestiegen, so hörte ich einige Stories aus dem "Backstage"-Bereich, die jeder Diva zur Ehre gereicht hätten. Nun ja, hätten sie qualitativ das gehalten, was sie verbal versprachen, wäre das alles ja zumindest für den Otto-Normal-Fan zu verschmerzen gewesen, aber diesen völlig uninspirierten Amirock haben Incubus schon vor fünf Jahren besser hinbekommen. So wurde es bereits nach dem ersten Song deutlich leerer im Raum, als ich mich der allgemeinen Aufbruchstimmung anschloss und den Heimweg antrat.
Fazit: Ein Konzert mit vier Bands für acht Euro Eintritt, das man wohl besser auf mindestens zwei verschiedene Gigs aufgeteilt hätte. Weniger ist manchmal doch mehr.
Commercial Breakup – Candied Radio
26. Aug 2004 | von FrankCommercial Breakup sind/ist mir das erste Mal vor gut drei Jahren aufgefallen, als die Single "Bizarre Love Triangle", eine Coverversion des alten New Order-Hits, auf allen Musikkanälen rotierte. Zuckersüß, aber jenseits aller Ironie, war der Hit mit Elke Brauweiler, ihres Zeichens Sängerin von Paula.
Drei Jahre später sind wir beim aktuellen, mittlerweile zweiten Album "Candied Radio" angelangt, dessen erster Vorbote "Superman" bereits seit April erhältlich ist. Doch los gehts mit (der zweiten, im September erscheinenden Single) "Holding On", einer gefälligen Uptemponummer mit einem Riesenohrwurm im Refrain. Die Vocals steuert hier Selda Kaya bei, wobei über das ganze Album verschiedene weibliche Guestvocals verteilt sind, die in Bands wie Tenfold Loadstar oder TokTok (remember Soffy O.?) singen. Es ist also ein reines Produzentenalbum, und genau da ist wie so oft der Haken: man ist darum bemüht, einen roten Faden zu finden, was aber durch die unterschiedlichen Charaktere der Gäste kaum möglich ist. Der instrumentelle Unterbau ist natürlich größtenteils gleich, so bekommt man fast durchgängig smoothe 4/4-Takter serviert, die einem die Zeit bis zur After Work-Party verkürzen. Darüber werden dann die Akzente durch die Guestvocals gelegt, was aber nur teilweise gelingt. Songs wie der schon erwähnte Opener "Holding On" funktionieren sehr gut, in der Mitte des Albums knickt selbiges dann aber ein, schon weil man irgendwann einen Höhepunkt erwartet, dieser aber nie einsetzt. Hier wird ein, sicherlich nicht niedriges, Niveau auf Albumlänge gehalten und verliert dadurch leider gehörig an Attraktivität. Einzeln funktionieren die Songs mit Sicherheit besser, so bleibt es typische Kaffeehausmusik für den Nachmittag.
Blackfield – Blackfield
26. Aug 2004 | von ChristianDas Debüt von Blackfield trägt klar die Handschrift Steve Wilsons, und falls das nicht schon Qualitätsbeweis genug ist, sei hiermit versichert: Wer die letzten Porcupine Tree-Alben sein Eigen nennt, der sollte unbedingt in ?Blackfield? (Snapper Music / SPV) reinhören.
Bevor ich zur Musik komme, ersteinmal zu den Texten: Schade nämlich, dass ich keine vorliegen habe. Mich hätte schon interessiert, was Wilson (Frontmann von Porcupine Tree) und Aviv Geffen, das Duo hinter Blackfiled, im Einzelnen zu sagen haben. Zumal der Israeli Geffen in seinen Songs Partei für diejenigen nimmt, die in seinem Land wenig zu sagen haben und als einer der dort wichtigsten und anerkanntesten jungen Musiker die Meinungen polarisiert. ? Nicht zuletzt durch seine Ballade ?I Cry For You?, die in Israel zur inoffiziellen Nationalhymne wurde.
Doch wie klingt die Musik dieses anscheinend genialen Duos, das sich gegenseitig zu Shows einlud und bei jedem seiner Treffen weitere Songs für vorliegendes Album aufnahm? Sie klingt poppig, melancholisch und hoffnungsvoll, wunderbar elegisch und zeitlos, blumig, voller Gefühl und atmosphärisch warm. ?Lullaby? beispielsweise ist mit Klavier und Streichern durchgehend klassisch gehalten, im Refrain von ?Open Mind? stampfen die Beats, die Strophe hingegen verzichtet auf alles Laute und stützt sich auf eine cleane Gitarre, der Titelsong geht mit Drums, Klavier, Gitarre und Keyboard eher ins Rockige. Insgesamt überwiegen die sentimentalen Momente, die gemeinsame Vorliebe für den Classic-Rock der 60er/70er hört man deutlich heraus, ebenso wie ein Faible für progressive Arrangements, bekanntlich ebenfalls ein Markenzeichen der blutsverwandten Porcupine Tree. Wilson singt den überwiegenden Anteil, natürlich ergreifend wie eh und je, oftmals ergänzen sich die beiden Musiker im Refrain.
?Blackfield? ist ein wunderbares Album geworden, das man einfach nur nebenher, vor allem aber konzentriert und bewusst, in traurigen wie auch in fröhlichen Momenten hören kann. Es ergänzt jeglichen Augenblick nahezu perfekt.





