Zwar existiert die Band schon seit drei Jahren, hat bisher eine LP und kürzlich eine EP herausgebracht, und die Bandmitglieder haben in so illustren wie unterschiedlichen Bands gespielt, doch erst jetzt schaffen sie es, auf längere Europatour zu kommen. Die Erwartungen sind hoch, und kurz vor Beginn der Europatermine und mitten in der noch laufenden USA-Tour, konnte ich ein paar Fragen an Cory stellen, seines Zeichens Bassist bei Minus The Bear. Kurz und knackig, manchmal etwas augenzwinkernd beantwortet, findet Ihr hier einen kurzen Abriss der Bandgeschichte und weitere Ansichten der Jungs.
<b>Erzähl doch erstmal, wer was in der Band macht.</b>
David Knudson spielt Gitarre, Matt Bayles spielt Keyboards, Erin Tate spielt Schlagzeug, Jake Snider spielt Gitarre und singt, und ich bin Cory Murchy und spiele Bass.
<b>Seit wann spielt Ihr zusammen und in welchen Bands habt Ihr vorher gespielt?</b>
Wir haben vor etwas über drei Jahren als Minus The Bear angefangen. Dave hat vorher bei Botch gespielt, Jake bei Sharks Keep Moving, Erin und ich waren bei Killsadie.
<b>Welche Einflüsse verarbeitet Ihr in Eurer Musik?</b>
Jeder in der Band hört viel Dance und Hip Hop, unsere Einflüsse sind aber breit gefächert. Ich persönlich höre viel Dub und alten Reggae.
<b>Wer ist denn bei Euch fürs Songwriting zuständig, wie kommen die Songs zu Stande?</b>
Normalerweise kommt Dave mit einem Riff in den Proberaum, dann tragen wir nach und nach alle etwas zum Song bei. Das läuft alles sehr diplomatisch ab. Oft verändern sich die Songs auch komplett von der ersten Idee bis zum fertigen Song.
<b>Was denkst Du über Euren Sound? Ich würde ihn grob als "90er Indierock mit Keyboards" einordnen, wenn sowas möglich ist…</b>
Das ist eigentlich schon eine ganz gute Beschreibung. Man könnte es auch als "tanzbaren Indierock" bezeichnen.
<b>Ist der Sound aus der Band heraus entstanden oder wurde er von vornherein von einem von Euch mit eingebracht? Ihr habt ja vorher in ziemlich verschiedenen Bands gespielt…</b>
Ich denke mal, dass unser Sound eine Mischung aus all unseren verschiedenen Einflüssen ist und hoffentlich einen ganz eigenen Sound ergibt.
<b>Meiner Meinung nach ist der Unterschied zwischen Eurem Debüt "Highly Defined Pirates" und der neuen EP "They Make Beer Commercials Like This" der nunmehr verstärkte Keyboardeinsatz. Was denkst Du darüber?</b>
Ja, das stimmt. Es ist aber auch das Resultat aus drei Jahren Zusammenspiel und konstantem Touren. Wir verstehen uns in der Band alle sehr gut, daher wachsen unsere Songideen und -strukturen auch immer weiter.
<b>Die Songtitel sind doch bestimmt das Ergebnis aus langen Nächten und verschiedenen Mixturen?!</b>
Hmmm…. wir neigen schon dazu, uns etwas gehen zu lassen, wenn wir Spaß haben… Die meisten Titel sind alberne Sachen, die uns einfallen, wenn wir irgendwas genommen haben. Zu dem Zeitpunkt kommt uns das immer lustig vor…
<b>Was steckt hinter den Lyrics? Für mich wirken sie wie Rückblicke auf ganz bestimmte Situationen.</b>
Ich glaube, Jake lässt in seine Texte sowohl Geschichten aus seinem Leben als auch reine Fiktion einfließen. Es ist also ein Mix aus beidem.
<b>Was steht hinter Minus The Bear? Was wollt Ihr uns mitteilen?</b>
Wir wollen die Leute dazu bringen, Spaß zu haben, zu tanzen, zu singen, zu trinken und all das. Zumindest diese Dinge wollen wir erreichen und Du weißt ja… je mehr, desto besser.
<b>Ist es für Euch wichtig, politische Statements in der Musik zu setzen?</b>
Wir haben zwar alle unsere politischen Meinungen, bringen sie aber nicht in die Musik ein. Ich denke, in dieser Band ist es besser, es voneinander zu trennen. Die Band als solche ist eher realitätsfern, und das ist für manche Fans genauso wichtig wie klare politische Aussagen. Es ist wichtig, politisch zu sein, aber es ist genauso wichtig, die schönen Seiten des Lebens zu genießen, so lange man noch kann.
<b>Was denkst Du über die verschiedenen "Szenen" im Hardcore und Punk? Findest Du Dich selber in einer dieser Szenen wieder? Ist sowas überhaupt wichtig?</b>
Ich sehe uns in keiner bestimmten Szene. Glücklicherweise kommen wir alle aus verschiedenen Bereichen. Es ist schön zu sehen, dass so viele unterschiedliche Leute zu unseren Konzerten kommen. Es ist immer gut, Mauern der bestimmten Vorstellungen einzureißen und die Leute zu sehen, wie sie alle miteinander feiern.
<b>Das Downloaden von Musik erfreut sich ja immer größerer Beliebtheit. Was hältst Du davon? Ist es nicht auch eine Chance, gerade für Indiebands wie Euch?</b>
Ich kann es verstehen, wenn man sich die Musik erstmal anhören möchte, bevor man sie sich kauft. Es ist ein tolles Mittel, neue Bands kennenzulernen, aber es ist genau so wichtig, diese Bands auch zu unterstützen, indem man sich deren Musik auch kauft.
<b>Wenn Du das Touren in Europa und in den USA vergleichst, welche Unterschiede siehst Du?</b>
Naja, bisher haben wir nur in Spanien gespielt, daher freue ich mich, in neuen Ländern zu spielen. Europa ist großartig, einfach weil es nicht die USA sind. Ich liebe die verschiedenen Kulturen und freue mich schon drauf, neue Menschen kennenzulernen und neue Eindrücke zu sammeln.
<b>Was sind Eure Zukunftspläne?</b>
Erstmal werden wir natürlich weiter spielen und touren. Solange, wie wir damit glücklich sind und natürlich Leute zu unseren Shows kommen, machen wir weiter.
<b>Zum Abschluss seien Dir noch die berühmten letzten Worte gegönnt:</b>
Kommt zu unseren Shows und habt Spaß. Tanzt, singt und lasst uns ne Menge saufen!
<a href="http://www.mainstage.de/mainstage/php/global/v4_index.php?page=konzertbericht&id=209">Konzertbericht ihres Auftritts in Berlin</a>