We don't care as long as you stay who you are – Die Beatsteaks in Hannover
29. Dez 2004 | von benniDen richtig großen Durchbruch – den schafften die Beatsteaks wohl mit ihrem im Frühjahr erschienenen Major-Debut “Smack Smash”. Riesige, ausverkaufte Hallen und ein Video nach dem anderen auf den Musiksendern. Kürzlich dann noch die Ehrung als “Best German Act” bei den MTV Europe Music Awards – da verkauft man dann auch schonmal das Capitol in Hannover aus.
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LA CHAISE DU ROCK
27. Dez 2004 | von benniOPER STRIKES BACK – LA CHAISE DU ROCK VOL.2
LIVE: PALE
Zu allererst: wir sagen DANKE! Danke, an alle, die unsere erste CHAISE DU ROCK Party zu so einem tollen Abend verwandelt haben, alle 160 und die paar Zerquetschten. Ihr wart grossartig!
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Pizza à la Poppunk
26. Dez 2004 | von benniDie Italiener Vanilla Sky kommen nun schon zum wiederholten Male nach Deutschland und können mittlerweile auf eine solide Fanbase hierzulande bauen. Zu Recht, denn auch wenn wir musikalische Tiefe wie bei so vielen Bands dieses Genres oft vergeblich suchen, machen sie ihr Ding doch erstaunlich gut und liefern immer wieder eine astreine Liveshow ab, wobei sie ab und zu an die deutschen Poppunkikonen, die Donots erinnern.
The Blueprint – Phenomenology
23. Dez 2004 | von TorbenDas sich EARTHTONE9 aufgelöst haben, empfanden viele als tragisch. Frontmann Karl Middleton hat jedoch nicht lange gefackelt und mit Leuten von Bands wie CONSUMED oder PITCH SHIFTER eine neue Formation mit dem Namen THE BLUEPRINT zusammengetrommelt. Das musikalische Resultat der Combo wurde nachfolgend in Form von zwei EPs auf die Menschheit losgelassen. Anno 2004 Haben THE BLUEPRINT nach ausgedehntem Getoure mit Bands wie FUNERAL FOR A FRIEND oder MILLION DEAD einen Deal mit Golf Records in der Tasche und veröffentlichen ihren ersten Longplayer mit dem Namen "Phenomenology". Satter, größtenteils melodischer Hardcore, der auch gerne mal in die aggressive Rocksparte hineindriftet macht sich über abwechslungsreiche 11 Tracks im Raum breit und weiß durch eine ordentliche Produktion zu überzeugen. Atmosphärische Momente zwischen melodischem Gesang und hartem Geschrei lassen jeglichen Vergleich zum melodischen Punkrock à la CONSUMED im Keime ersticken. Da scheint der EARTHTONE9 Einfluss schon zu überwiegen, was Fans sicherlich erfreuen wird. Auch bei langsameren Stücken wie "Leading Into Trees" ist die druckvolle Energie der Jungs allgegenwärtig und verliert nicht an Spannung, ein Vergleich zu den grandiosen TOOL ist hier nicht von der Hand zu weisen. Persönlich verschwindet mit das ganze jedoch ein wenig zu sehr im Mainstream, ich hätte mir entweder kompromisslosere Härte oder mehr Emotionen gewünscht. Hier beschränken sich THE BLUEPRINT auf den "sicheren" Mittelweg, der auch bestimmt seine Anhängerschaft finden wird.
ANDTHEWINNERIS, MONTREAL und THE HEARTBREAK MOTEL in Hannover
23. Dez 2004 | von benniAndthewinneris feierten am letzen Samstag im Bei Chèz Heinz zu Hannover das Release ihres Debutalbums "The Punch and Judy Story". Als Support durften in dieser kalten Dezembernacht Montreal aus Hamburg und The Heartbreak Motel aus Recklinghausen herhalten.
THE HEARTBREAK MOTEL machten den Anfang und spielten glatt erstmal jede andere Band an die Wand, die da noch kommen sollte. Wahnsinn! Ich war wohl einer der wenigen im Publikum, der überhaupt mit Erwartungen an diese erste von drei Bands herangegan war, da mich die Recklinghäuser schon desöfteren begeistert hatten. Was an diesem Abend aber im Heinz passierte, war wohl zweifelsohne die beste Show der Jungs, die ich je sehen durfte. Der kraftvolle Mix aus Rocknroll und Hardcore kam auch beim Publikum bestens an und schon nach kurzer Zeit wurde fleissigst das Tanzbein geschwungen. Keine Frage, Heartbreak Motel hatten während des Auftritts definitiv Chili-Schoten im Arsch! Ohne hier der allzugroße Lobhudelei verfallen zu wollen, aber das war kurz vor Schluß noch Mal eines der besseren Konzerte des Jahres!
Darauf folgend nun MONTREAL aus der Hansestadt Hamburg, welche gleich Mal zum Biertrinken in einer der hinteren Ecken des Lokals einluden. Irgendwie Punkrock, auf jeden Fall deutsch und musikalisch absolut unterm Durchschnitt, somit auch nicht weiter erwähnenswert.
Dass ANDTHEWINNERIS es in Hannover nicht schwer haben würden, war von vorne herein klar. Was zum einen daran liegt, dass es nunmal ein Heimspiel war, zum anderen aber sicher auch daran, dass man es hier nach wie vor mit einer absolut guten Liveband zu tun hat – auch wenn die Jungs mit ihrem neuen Album in eine ruhigere, nennen wir es reifere Richtung gegangen sind. Das geht natürlich auch an der Performance nicht spurlos vorrüber und man merkte doch, dass ATWI nicht mehr ganz so verspielt wie zu früheren Tagen ans Handwerk gehen. Nichts desto trotz bot sich eine wie gewohnt schweißtreibende, poppunkige Show dar und Hannover liess es sich nicht nehmen, dass Heinz zum Kochen zu bringen. Kein Höhenflug dieses Mal, aber definitiv nett anzuschauen.
Public Enemy – revolverlution Tour Australia 2003
20. Dez 2004 | von AndreasPublic Enemy ,denke ich, braucht man an dieser Stelle nicht mehr vorstellen, nennen wir es gleich beim Namen: Ein Live-DVD-Set.
Zugegebener Maßen, man macht so etwas nach 15 Jahren Bandgeschichte. Und wenn man auch noch die letzten drei Jahre mehr oder weniger um die Welt tourt, liegt das ja schon sehr nahe.
Aber: man hat doch alle Alben eh schon; und einen Haufen Schotter verschenken um sich ein Konzert mit dem üblich-grottigen Sound am Fernseher reinzuziehen … !? … Nun ja bei den Hardfacts wir einem ja auch was geboten, wie liebevoll-düster gestaltetes Artwork, eine ganze DVD nur Hintergrundmaterial wie Radiointerviews, etc. und das ganze Konzert auf zusätzlich auch auf Audio-CD. Kleine Highlights wie History, Photogalerie und Tourtagebuch und vieles mehr sind da schon fast obligatorisch.
Kommen wir aber zum Kern der Sache:
?makelovefuckwar?-Worldtour 2003 – ?Revolverlution? in Australien live.
Es gerät in heutiger Zeit ein bisschen in Vergessenheit, dass HipHop doch mehr seine Wurzeln im Funk und eigenständigen Aussagen findet als bei schnellen Autos und leichtbekleideten Mädels. Selbst für mich aus der ?ultrabösen? Fraktion ist der Mitschnitt ein Erlebnis. Bester Sound ? ich wiederhole das sicherheitshalber noch mal: Bester Sound ? gute Kameraführung und oldschool Funky bis der Arzt kommt. Die Songauswahl liegt definitiv bei Klassikern wie aus ?It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back?oder ?Fear Of A Black Planet?, aber auch neue Stücke verirren sich hierher.
Das Teil passt wirklich in jedem Haushalt ? innovativ, jammig, rockt wie Sau und klingt auch noch astrein.
Waysted – Back From The Dead
19. Dez 2004 | von EmrahWaysted wurden von Ex-UFO-Bassist Pete Way bereits 1983 ins Leben gerufen, doch Ende der Achtziger löste sich die Briten schnell wieder auf. Wer weiß warum, und wer weiß schon, warum Waysted nun plötzlich wieder da sind. Der Großteil von euch hat Waysted wahrscheinlich eh noch nie gehört, geschweige denn vermisst. Nun gut, wir müssen jetzt irgendwie damit leben, dass die wieder da sind und zwar heißt die Comeback-Scheibe "Back From The Dead" (Majestic Records), ein treffender Titel. Geboten wird unterhaltsamer 70er und 80er-Hard Rock, der relativ lebendig rüber kommt und auf ausufernde Gitarrensolis wert legt. Eher was für die Ü45-Kneipe von nebenan, als für den durschnittlichen Rock-Liebhaber von heute. Wer sich nach den (guten?) alten Zeiten sehnt, sollte mal ein Ohr riskieren, der Rest wird nichts verpassen. Auch wenn's nicht wirklich schlecht ist.
www.waysted.co.uk
Straylight Run – Straylight Run
19. Dez 2004 | von EmrahStraylight Run muss man nicht kennen, es tut aber bestimmt auch nicht weh, wenn man das aktuelle, gleichnamige CD (Victory Records) zuhause im Schrank stehen hat. Die Band aus Long Island/New York spielt harmlosen Emo, der nur selten den Funke überspringen lässt, aber auf emotionaler Ebene punkten kann. Vor allem der zweite Track, "The Tension & The Terror" erinnert ein wenig an Taking Back Sunday, was natürlich nicht schlecht ist. Doch den Drive und die Energie von TSK lassen Straylight Run nur selten aufblitzen. Ruhige Momente dominieren, wobei das Piano eine tragende Rolle spielt. Nach den ersten sieben Songs folgt dann die erste Überraschung: Gesungen wird der Song von Michelle Nolan (Schwester von Sänger John), die Drums werden durch Computer-Beats ergänzt. Nett, aber nicht zwingend. So wie die ganze CD, schön zum Einschlafen, aber ob man dafür 15 Schliefen auf die Theke legen muss? Entscheidet selbst…
www.straylightrun.com
Donots, Strike Anywhere und Peakocks auf der Suche nach dem Spirit
18. Dez 2004 | von benniDie Spirit Tour zieht durch die Lande und hat dieses Mal die Donots, Strike Anywhere und die Peakocks im Gepäck. Am Ende gehen idealer Weise hunderte Zuschauer nach Hause und denken sich "Mensch, die Motoradindustrie, die is ja eigentlich doch gar nicht so schlimm und die waren ja auch alle so nett und haben sogar ein Moped verlost". Zumindest wenn es nach den Werbestrategen geht, die hinter der Sache stehen. Ein bisschen erinnert das Ganze an "o2 macht's möglich, Jimmy Eat World in Köln".
Den Abend begannen in der Hannoverschen 60er Jahre Halle die Peakocks aus der Schweiz, welche mit Kontrabass bewaffnet soliden Punk'n'Roll zum Besten gaben. Das Ganze war doch recht unterhaltsam, wenn die Herren einem auch vielleicht ein bisschen leid tun konnten, denn der Job, den sie dort verrichteten, doch ein recht undankbarer war: Niemand interessierte sich recht für das, was dort auf der Bühne geschah. Alle warteten eben auf die Hauptacts.
Was Strike Anywhere sich nun dabei gedacht haben, plötzlich mit den Donots auf Tour zu gehen, war vielen wohl ein Rätsel. Auf persönlichen Wunsch der Ibbenbürener, heisst es seitens der Plattenfirma, vom "zweiten Bildungsweg für den Nachwuchs" ist die Rede. Nun gut, aber ob die an sich so politisch aktive Band genau wusste, auf was für eine Tour sie sich da hat einladen lassen, bleibt fraglich. Wie auch immer. Als Strike Anywhere nun die Bühne betraten, tobte die Faust (dem aufmerksamen Leser mark die grandiose Doppeldeutigkeit dieser Formulierung aufgefallen sein…). Erstaunlich viele Fans der Amerikaner befanden sich offensichtlich im Publikum und feierten das auf die Zehntelsekunde halbstündig getrimmte Set. Eine Zugabe war wohl vom Organisator untersagt wurden, und so liessen sich Strike Anywhere doch recht lange bitten, bis der innere Kampf siegte und sie noch einen Song zum Besten gaben. Großes Kino, das gespannt macht auf das neue Jahr: Gibt es im Januar doch mit "To Live In Discontent" eine Sammlung von rarem und unveröffentlichtem Material der Band, das die schon seit langem vergriffene "Chorus Of One" EP, die "Bread Or Revolution" 7inch sowie Outtakes des letzten Albums "Exit English" und Coverversionen von COCK SPARRER, DAG NASTY und GORILLA BISCUITS vereint.
Es kamen abschliessend die Donots auf die Bühne und die sich frenetisch bewegende Masse vor der Bühne vergrösserte sich noch ein wenig, wobei die meissten Charaktere wohl in der Umbaupause ausgetauscht wurden. Einige waren auch schon gegangen, andere belächelten die Show der Ibbenbürener ein wenig, wieder andere machten sich lustig. Dabei taten die Donots im Prinzip nichts, was man nicht von ihnen erwartet hätte. Eine solide Show mit Augenmerk auf neueren Songs, die aber auch alte Klassiker nicht aussen vorliess. Erstaunlich gut standen der Band einige neuere, auffällig harte Sachen, nervig waren die üblichen Trallala-Songs ohne Eier in der Hose. Man kann ja einiges über die Donots behaupten, aber sicher nicht, dass sie eine schlechte Live-Band seien. Sind sie nämlich nicht.
Auffällig für ein Donots-Konzert: es fehlten die sonst zu Hauf anreisenden kleinen Groupies. Also entweder sind die alle erwachsen geworden oder sie konnten sich den Eintritt vom Taschengeld nicht leisten. Denn arg negativ an diesem Abend fiel eben der Eintrittspreis ins Gewicht. An der Abendkasse ganze 17 Euro zu verlangenfür ein Konzert, welches eigentlich nur dem Zweck dient, das Image eines Industriezweigs ins rechte Licht zu rücken, ist schlichtweg dreist und unverschämt. Punkt aus.
The [International] Noise Conspiracy Ersatzkonzert in der Glocksee, Hannover
17. Dez 2004 | von TorbenEs war ein denkwürdiger Abend in der Glocksee Hannover. Die TOTEN HOSEN sollten eigentlich einen großen Gig in der Tui Arena spielen, der jedoch inklusive einiger weiterer Tourdaten abgesagt wurde. Der für die Tour mit an Bord geholte Support THE [INTERNATIONAL] NOISE CONSPIRACY, der mit seinem aktuellen Album "Armed Love" ja sein Major Debüt gewagt hat, ist dennoch nach Hannover gekommen um in kleinem, familiären Rahmen mit seinen Fans zu feiern.
Die Nachricht des Ersatzgigs wurde zwei Tage zuvor bekanntgegeben und keiner wusste so genau wie schnell sich die Kunde verbreiten würde. Bereits gegen 20:00 Uhr versammeln sich die ersten ambitionierten Fans vor den noch verschlossenen Toren der Glocksee, lediglich der dicke Nightliner vor der Tür verspricht, dass das ganze nicht nur einen bösen Scherz in der Vorweihnachtszeit darstellt. Es nieselt, es ist kalt und die 30 Minuten bis zum Einlass scheinen gar nicht zu vergehen. Als es dann endlich soweit ist, geht es auch zügiger voran. Die Leute strömen in die Glocksee und kurz vor 22.00 Uhr ist die Location proppen voll. Um punkt 22.00 betreten T[I]NC von tobendem Applaus begleitet die Bühne. Das erste was natürlich auffällt ist das Fehlen von Dennis Lyxzéns langjähriger Freundin und Keyboarderin Sara Almgren. Zwar wurde ein adäquater Ersatz gefunden, der jedoch nicht mit der außerordentlichen Coolness und Gelassenheit der ehemaligen Besetzung mithalten kann. Es ist schön die Jungs so einem kleinen Laden zu sehen und die positive Stimmung aufzusaugen. Live waren und sind T[I]NC eine einzige Offenbarung und auch diesmal springt der Funke sofort auf die Crowd über, die fröhlich tanzt oder wahlweise durch die Gegend springt. Satte Orgel-Melodien und der charakteristische Rock?n?Roll Sound der 60er wird mit souligen Einflüssen vermischt und lassen dem Publikum hier auch keine andere Wahl. Politische und durchdachte Ansagen gehören bekanntlich zum Standard-Repertoire von Lyxzén und auch Heute erzählt er von seinen Punk-Roots oder bringt pro-kommunistische Parolen an den Mann. T[I]NC versorgen das Publikum fast ausschließlich mit der Playlist der aktuellen Scheibe, auf Hits wie "Smash It Up" und "Survival Sickness" wartet man leider vergebens. Auch wenn die Spuren der Zeit an Lyxzén nicht vorbeigegangen sind, ist der T[I]NC Frontmann agiler und fitter denn je, wenn er auf der Bühne rumspringt, die Boxen empor klimmt und seine neuen Tanzstyles präsentiert. Das Publikum feiert mit und es ist glaube ich mein erstes T[I]NC Konzert bei dem (fast) keine Rufe nach alten REFUSED Songs nach vorne getragen werden. Somit haben die Jungs es scheinbar geschafft, aus dem großen Schatten von Lyxzéns Ex-Combo herauszutreten und verabschieden sich nach der tapfer herbeigeklatschten Zugabe "Capitalism Stole My Virginity" von ihrem Publikum. Ein bisschen länger als 60 Minuten hat das Ganze gedauert ? es war definitiv eines der überragenden Konzerte in diesem Jahr.
Call Me Lightning – The Trouble We´re in
12. Dez 2004 | von DiegoWenn man sich diese CD anhört, weiss man automatisch , wie die Band wohl auf der Bühne agiert. Da wird rumgehüpft wie ne Horde fliehender Antilopen, der Sänger schüttelt seine Matte (der hat bestimmt eine) und der Trommler sabbert bestimmt ganz ganz dolle. Das hier ist schräger Rock N?Roll, der zwar nicht ganz so hitlastig ist wie beispielsweise die Hives, dafür aber umso erbarmungsloser und hektischer. Der Sänger hat auf jeden Fall irgendwie nen Knacks, klingt er doch ziemlich krank und verstört. Nebenbei fällt mir auf, dass sich Lied Numero 4 ?Pizza Party? auf Grund seines Gitarrenriffs irgendwie nach ?Are you gonna go my way? von Lenny Kravitz anhört. Wie gesagt, kein Song hat richtigen Ohrwurmcharakter, stattdessen baut man hier auf schlichte Schrägheit. Zehn Songs hauen uns die Burschen hier um die Ohren, insgesamt nicht ganz mein Fall, für Freunde von Bands wie den Liars, Blood Brothers oder Since By Man aber vielleicht interessant.
Sleepingodslie – Phlegma
2. Dez 2004 | von DenizShit, Platteninfo verloren. Naja, macht nix, schätze, die hätte in Bezug auf ?Phlegma? (Silverdust) etwas von wegen ?Auslotung der Genregrenzen? oder ?eigene Definition von Crossover? erzählt. Eigentlich nicht falsch, hört man sich das frisch erschienene Debüt der fünf Münchener an. Denn mit Sänger David ?Pablo? Eggersch haben Sleepingodslie einen echten Reggae-Fan und darüber hinaus variablen Sänger am Start. Besonders bei Songs wie ?Babylon?, ?The Agony? oder dem Schlusstrack ?War Song? toastet sich der Frontmann in jamaikanische Regionen vor, während seine Hintermannschaft mit griffigen, teils aus der Stoner-Steppe, teils vom Alternativ-Metal hergeholten Riffs einen ordentlich Rockbelag ausrollt ? nicht kreativ aber immer mit Funktion.
Insgesamt lässt sich ?Phlegma? wirklich schwer einordnen. Und das ist auch leider das Problem. Der Mix aus bratenden Gitarren (?Higher Ground?, ?The Force?), seichten Emotionen von trüber Melancholie bis hin zu lockerem Flow, melodischem Gesang und wildem Reggae-Slang passt bei mir irgendwie zu keiner Stimmung. Mir scheint, als könnten sich Sleepingodslie nicht entscheiden auf welche Trademarks sie mehr gewicht legen sollen. So hängen sie für meinen Begriff zwischen den Stühlen anstatt auf ihnen zu sitzen – für den Reggae fehlt der Pepp, für den Metal die Kraft. Wie sonst ist es auch zu erklären, dass sich trotz gutem Songmaterials kein Titel in meinen Kopf frisst, geschweige denn ich hier Hits aufzählen könnte? Wie es wirklich (ab)geht haben Skindred, die Nachfolgeband von Dub-War, mit ihrem Erstling ?Babylon? (wer hätte es gedacht) vorgemacht. Sleepingodslie sind nah dran. Auf jeden Fall trauen sie sich was. Ihr auch?
The Je Ne Sais Quoi – We Make Beginnings
2. Dez 2004 | von TorbenBei THE JE NE SAIS QUOI handelt es sich nicht um den neusten Export aus französischen Gefilden sondern um einen schrägen Post-Core Act aus dem Lande ABBAs. Was grandiosen Postcore betrifft ist der Schwedenstempel ja mittlerweile ein Garant für stilsicheren und innovativen Sound und auch THE JE NE SAIS QUOI machen hier keine Ausnahme und zeigen mit "We Make Beginnigns" was Stockholm so zu bieten hat. Ausgestattet mit reichlich Retro-Instrumentalien vom Flohmarkt oder Großmutters Dachboden, orientiert sich das gemischte Quartett weniger am trashigen Garage Sound wie THE HIVES oder JR JEWING sondern gestalten ihr 10 Tracks umfassendes Party-Programm wesentlich Beat-lastiger mit gehörigem Groove Einfluss. Omnipräsente, blecherne Beats vom Drumkit sowie die röhrenden Hammond-Orgel formen hier in Kombination mit dem Standard-Instrumentenset einen innovativen und abwechslungsreichen Sound, der nur noch durch den zweistimmigen Gesang von "J" und "Miss J" getoppt wird. Während der männliche Gesang Js teilweise durch eine gleichgültige Monotonität besticht, erinnert Miss Js Organ mit ihrer unterschwelligen Aggressivität an Bands wie PRETTY GIRLS MAKE GRAVES, LE TIGRE oder auch YEAH YEAH YEAHs. Viele kompakte und tanzbare Hits lassen sich auf "We Make Beginnigns" antreffen, ihr müsst das gute Stück nur auschecken…





