Bright Eyes – I´m Wide Awake, It´s Morning
26. Jan 2005 | von WernerFür mich war Conor Oberst zu ?Fever And Mirrors? Zeiten, einer meiner heimlichen Götter, die ich allerdings gerne verschwieg, weil ich für mein Faible meist nur Spott und Unverständnis erntete. Conor Oberst, der Vorreiter einer neuen jungen Generation von Songwritern, der sein Herz verschlüsselt auf seiner Zunge trägt, und genau das in Metaphern erzählt, was einem im Leben verirrten 20 Jährigen Jungen durch den Kopf geht, wenn er täglich aufs neue aufesteht, ohne eine Ahnung was er hier macht und wozu er überhaupt auf diesem Planeten ist und existiert. Conor, der introvertierte Junge, der scheinbar nicht viel auf dieser Welt hat, als sein unglaubliches Talent und seine Gitarre als Ventil. Was mich immer mit Bright Eyes verband war tiefste Identifikation und die schonungslose Ehrlichkeit, die durch jeden seiner Songs transportiert wurde.
Und heute?etwa 5 Jahre später nach meinem ersten Kontakt mit seiner Musik, steht er zusammen mit ein paar der größten Rockmusiker der Welt auf einer Bühne vor Millionen Fans. Wäre diese Welt fair und hätte Geschmack, wäre genau dies bereits vor langer Zeit der Fall gewesen. Doch ich bin mir verdammt sicher, dass er es mit diesem Epos von zwei Alben zjm gleichen Zeitpunkt schaffen wird mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die Frage ist nur ob er das will, und vor allem ob es seinem zurückgezogenen eher isoliertem Charakter gut tun wird. Doch das sind alles Ansätze, die ihr bitte in der Intro oder anderen Hip-Magazinen nachlesen solltet.
Ich habe mir ?I´m Wide Awake, It´s Morning? als zweites der beiden Alben angehört und ich glaube es war die richtige Entscheidung. Während ?Digital Ash? eher den klassichen Bright Eyes Albumcharakter besitzt, ist dieses eher ungewohnt aber keinswegs unerwarteter Natur; Dass Mr. Oberst keinen Hehl zu seiner Liebe zu Legenden wie Neil Young macht, hat er unlängst auf der ?There´s No Beginning To The Story? 12´´ bewiesen, als er ?Out On The Weekend? coverte. Und in genau dieser Gangart spielt sich das vor mir liegende Album ab. 10 Songs, die inhaltlich besonders Conor Oberst, als Storyteller zeigen, der von gelben Vögeln und anderen Fabelwesen singt, und immer schön den Querverweis zu generellen Hürden des Lebens zieht. Ein Spagat zwischen Klassik, wohlbekömmlichen Popstrukturen, Tiefgang und aufgehenden Sonnenszenarien, die nicht enden wollen. Ich kenne derzeit keinen Musiker, der es auch nur ansatzweise schafft, mit den gängigen Mitteln und mit minimalem Aufwand solch große Songs zu schreiben wie ?We Are Nowhere And It´s Now? oder von mir aus auch ?First Day Of My Life?. Doch wer Bright Eyes kennt, der weiß genau, dass es genau das ist was dieser Act wie am Fließband produziert. An manchen Stellen kommt es mir so vor, als ob noch ein wenig Platz gefüllt werden musste, und einzelne Songs wirken nur halbherzig, aber dafür kann man sicher sein, dass jede Sekunde ein Song folgt, der dieser wieder wettmacht. Bringen wir es auf den Punkt: Vor uns liegt in Form der beiden neuen Bright Eyes Alben, das weitaus beste Material von Herrn Oberst und seiner Saddle Creek Familie, die als Band agiert, wie der Hörer es gewohnt ist ! Unschlagbar!
Bright Eyes – Digital Ash In A Digital Urn
26. Jan 2005 | von WernerSo Wirklich still geworden ist es um den 24jährigen Bright Eyes Mastermind Conor Oberst zwar nicht, aber das letzte, hoch angepriesene Album ?Lifted? ist nunmehr auch schon zwei Jahre her. In der Zwischenzeit hat sich der scheinbar von allen missverstandene Ausnahme- Songwriter, jedoch nicht auf seinen geernteten Lorbeeren aisgeruht sondern fleißig weiter musiziert und vor allem experimentiert. Mir persönlich sind noch besonders die Split 7´´ mit The Album Leaf und die vor kurzem erschienene und todschicke Collabo 10´´ mit dem aktuellsten Saddle Creek Signing Neva Dinova (Auf Crank!!!) in beeindruckender Erinnerung geblieben. Und nun ist Mr.Bright Eyes wieder da. Und zwar gleich mit 2 Alben!
Und eins vorweg: es ist mir unergründlich, wie ein Musiker einen so dermaßen großen Output haben kann wie dieser. Phänomenal kommt noch der unglaubliche Abwechslungsreichtum dazu den er besonders und zuletzt mit diesen beiden völlig unterschiedlichen Alben beweist. Wie auch immer: Im Vorfeld war ich zugegebenermaßen nach Hören der beiden Singles ?Take It Easy? (vom Digital Ash Album) und ?Lua? ein wenig enttäuscht und skeptisch was die Qualität der beiden Alben angeht. Als ich jedoch zuerst ?Digital Ash In A Digital Urn? einschiebe und das atmosphärische Intro und Oberst einzigartiges Organ sich überlappen höre, scheint jeder Zweifel bereits wie weggeblasen: Bright Eyes anno 2005 sind nach wie vor pure Magie, die wie eine warme Quelle durch jede Note fließt und mir diese wohlige Wärme des ?Fever And Mirrors? zurückbringt. Erst jetzt merke ich seit langem mal wieder wie sehr mir dieses Gefühl gefehlt hat. Als nach dem Intro ein Wecker mich aus meinem ersten Traum reißt, falle ich sofort mit Einsatz von ?Gold Mine Gutted? in den nächsten Tagtraum. Der sonst so missverstandene und verzweifelt klingende Oberst, scheint in den vergangenen Jahren und Monaten aus dem hörbaren emotionalen Loch geklettert zu sein und scheint etwas mehr Hoffnung geschöpft zu haben, ohne dabei die nötige und die allgegenwärtige Melancholie verloren zu haben. Nur steht jetzt die Hoffnung wesentlich deutlicher im Vordergrund. Die Arrangements sind ausgefeilter, klingen kaum noch nach Keller, und die Songs sind einfach wesentlich kompakter und schlichtweg besser, auch wenn man zugeben muss, dass der einst so trashige Charm seiner damaligen 4 Spurgeräte und seines veralteten Equipments, ein wenig hinterher weinen lässt. ?Take It Easy?, die Single, brachte ja im Vorfeld schon etwas Zündstoff für die Musik Boulevardpresse. Die Frage ob sich der Song inhaltlich mit Oberst´s kurzweiligen Liason zu Winona Ryder dreht ist und bleibt wohl auch nach unzähligen Diskussionen ungeklärt, aber auch völlig egal.
Es bringt reichlig wenig hier jeden einzelnen Song auseinander zu nehmen, denn im Grunde genommen entspringt jeder dem gleichen Ursprung: Grandioses Songs treffen auf Oberst´s einzigartiges Songwriting und seine Texte, die irgendwo zwischen Pathos, Gesellschaftskritik und Storytelling tendieren. Wenn euch also jemand fehlt, der euch zum Schlafengehen eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt?.ich kenne da jemanden. Das Album endet mit ?Easy/Lucky/Free?, einem Song der das Album in 5 Minuten komprimiert revué passieren lässt und den bisherigen Gesamteindruck noch mal rot unterstreicht. Ich habe keine Ahnung wie oft ich das Album mittlerweile verspeist habe, aber es will nicht aufhören zu wachsen und mehr von seiner unsagbaren Schönheit preiszugeben. Auch wenn es schwer fällt sich zwischen den beiden neuen Alben zu entscheiden gefällt mir ?Digital Ash? doch besser, aber wahrscheinlich auch nur weil es genau das ist was man erwartet hat. Und jede Erwartung wird zweifelsfrei erfüllt, auch wenn man sich drauf einlassen muss. So genug der leeren Worte, denn diese können kaum beschreiben wie sich dieses Album anfühlt. Mir stockt der Atem.
Everest – Demons For Company
18. Jan 2005 | von IngoEverest sind eine der deutschen Bands, die sich in kurzer Zeit durch recht viele Supportshows (u.a. für The Ataris, Donots, Taking Back Sunday ) schon einen kleinen Namen in der Punk / Emo / Indie – Szene erspielt haben! Ihre nunmehr zweite LP "Demons For Company" haben sie auf ihrem selbstgegründeten Label "Like The Mountain" veröffentlicht, nachdem sie einige Majordeals abgeschlagen, und sich wieder voll und ganz der D.I.Y. – Ideologie gewidmet hatten. Allerdings muss ich gestehen, dass mich diese hochgepriesene Band auf diesem Release nicht wirklich vom Hocker haut: Die 11 qualitativ ordentlich produzierten Songs sind in meinen Augen nicht wirklich innovativ, und die verwendeten Mittel hat man schon oftmals von
einigen amerikanischen Mitstreitern gehört. Das was sie machen, machen sie zwar nicht schlecht, aber wer will schon etwas hören, was schon 1000 mal vorher da gewesen ist? Zwischen den recht poppigen Indierock-Nummern scheinen ab und an mal ein paar nette Ideen & Melodien heraus, aber im Großen und Ganzen fehlt mir doch der gewisse Arschtritt und die fehlende Eigenständigkeit! Trotz allem möchte ich die Platte hier nicht schlechter machen als sie ist – für eine deutsche Band ist das schon ganz ansehnlich, und für Anhänger von Bands wie Jimmy Eat World, Samiam und Konsorten auch sicherlich mal einen Lauscher wert!
Eighteen Visions – Obsession
16. Jan 2005 | von Torben?Obsession, Desire, Depression? wird beim Opener "Obsession" extasisch wiederholt bevor das düstere EIGHTEEN VISIONS Universum über den Zuhörer hineinbricht. Die Band aus Orange County ist mit ihrem von jeher richtungsweisenden Sound an einem Wendepunkt angelangt und hebt das gemeinsam erspielte Spektrum auf ein neues Level. Wurden die bereits auf Trustkill erschienenen Alben hierzulande jüngst via Roadrunner lizenziert, ist das vorliegende Album mit dem Namen "Obsession" in den Staaten bereits seit Sommer 2004 erhältlich. Man wurde durch Epic entdeckt und gesignt, tourte mit Mainstream-Bands wie HIM oder den befreundeten LOST PROHETS durch die halbe Welt und nun ja man hat sich weiterentwickelt. Grund genug also für viele Genre-Fans, für die EIGHTEEN VISIONS als innovativer Vorreiter von jeher einen besonderen Status hatte, sich vom Quintett abzuwenden und "Obsession" gar nicht erst für ein Reinhören in Betracht zu ziehen.
Massenkompatibler als sein Vorgänger "Vanity" ist "Obsession" definitiv, schlechter deswegen jedoch nicht. Man gibt den bereits bei "Vanity" anklingenden rockigen und melodischen Ansätzen weitaus mehr Freiraum, chaotische Parts wurden ausgemerzt. Was bleibt ist die musikalische Versiertheit der Jungs und ein James Harts, der zwischen brachialen Wutausbrüchen und kantigen Rockharmonien pendelt. Das Knüppeln haben EIGHTEEN VISISONS nicht verlernt und auch die Hardcore-typischen Breakdowns finden Einsatz, hinzu kommen jedoch energetische Melodien und Riffs die sich mit ihren Kanten und Ecken in den Gehörgängen festkrallen sowie sphärische Momente. Ein "I Should Tell You" präsentiert sich dann sogar fast balladesk mit leichteren Ausbrüchen die ohne Aggressivität auskommen und das abschließende langsame "Said and Done" verzichtet sogar auf jeglichen Rocksound. Mit "Obsession" stellen sich also die neuen EIGHTEEN VISIONS vor, die wesentlich strukturierter, abwechslungsreicher und mit neuen Ansätzen zu Sache gehen. Die Songs sind gut und gefallen, ein kleiner Wehrmutstropfen für Fans des alten Sounds darf an dieser Stelle jedoch vergossen werden.
7 von 10
Gwar – War Party
16. Jan 2005 | von OlliRein opisch sind Gwar auch auf ihrem neuesten Album sofort wieder zu erkennen. Die Texte lassen ebenfalls keine Fragen über ihre Herkunft offen. Aber vom Sound her hat sich hier zweifellos einiges getan. ?Sänger? Oderus Urungus klingt zwar wie eh und je, jedoch scheinen alle Bandmitglieder recht fleißig auf ihren Instrumenten geübt zu haben. Und so bietet ?War Party? weit mehr als den üblichen Soundtrack zur Live-Show. Der simple Punk-Hardcore-Mix vergangener Tage musste, man höre und staune, technischem Thrash Metal weichen. Spontan muss ich da an Namen wie Anthrax, Forbidden und Exodus denken. Teilweise erinnert mich die Gitarrenarbeit auch etwas an Cannibal Corpse (z.B. im Opener ?Bring Back The Bomb?). Und Gwar laufen dabei Gefahr es mit dem Einsatz ihres Könnens etwas zu übertreiben. Einige der Riffs sind mir jedenfalls schon fast zu vertrackt. Aber da sich viele der Songs im Midtempo-Bereich bewegen, und auch die eine oder andere Melodie beinhalten, hinterlässt das Album einen insgesamt recht ausgewogenen Eindruck. Trotzdem handelt es sich um ein etwas gewöhnungsbedürftiges Stück Musik, nicht zuletzt für Fans der ?alten? Gwar.
7 von 10
Clutch – Blast Tyrant
16. Jan 2005 | von OlliClutch sind mit ihrem sechsten Album bei DRT Entertainment gelandet, und haben somit wohl erstmal genug von Major Labels. Musikalisch hat sich glücklicherweise nicht viel verändert. Die vier Jungs aus den USA haben es erneut geschafft ihren eigenständigen Stilmix in durchweg überzeugende Songs zu packen. Wenn man den Begriff Stoner Rock vermeiden möchte, könnte man vielleicht auch schreiben dass Clutch die ?zeitgemäße? Ausgabe von altehrwürdigen Doom Bands wie z.B. The Obsessed sind. Um den Vergleich noch ein wenig auszudehnen: ?Blast Tyrant? dürfte die Anhänger von Black Sabbath über Kyuss bis hin zu den Deftones ansprechen. Und das ohne dem Sound einer dieser Bands wirklich zu nahe zu kommen. Hier wird einfach schwer und abwechslungsreich gerockt. Dabei ist es nicht leicht irgendwelche Highlights zu nennen, denn Lückenfüller sind mir bisher keine aufgefallen. Und da auch die Produktion richtig knallt, gibt es hier wirklich nichts auszusetzen. Ein durchweg gelungenes Rock-Album also, das modern klingt, aber trotzdem so gar nicht in die NuRock Schublade passt?
8 von 10
My Chemical Romance – Three Cheers For Sweet Revenge
11. Jan 2005 | von TorbenMit "I Brought You My Bullets, You Brought Me Your Love" im Jahre 2002 sorgte eine junge Band aus New Jersey mit ihrem Debütalbum auf Eyeball Records für gewaltig Furore. Ihr hektischer und brodelnder Sound fand schnell seine Anhängerschaft und so tourten die fünf Jungs alsbald mit musikverwandten Bands wie THE USED, TAKING BACK SUNDAY oder STORY OF THE YEAR durch die Staaten, Japan und Europa. Die unglaublichen Energien die MY CHEMICAL ROMANCE sowohl live als auch auf ihren Alben entfachen gingen nicht spurlos an der Industrie vorbei und so erscheint das lang erwartete Nachfolgeralbum "Three Cheers For Sweet Revenge", welches bereits seit einiger Zeit in den Staaten erhältlich ist, nun auch hierzulande via Warner.
Hat man bei "Three Cheers For Revenge" anfangs den Eindruck, die Jungs sind durch ihr Major Debüt gewaltig zahmer und ruhiger geworden, wird man schnell eines Besseren belehrt. Aus dem gewaltigen Musiktopf wurden abermals die bekannten Elemente von Emo, Gothik, Metal, Hardcore und Punkrock aufgegriffen, um hieraus ein durchaus eigenständiges Süppchen mit gewaltig Hitpotential und vielen Experimentchen zu kochen. Sperrige Parts, mischen sich mit eingängigen Melodien, temporeiche Passagen kommen und gehen Hand in Hand mit ruhigen, theatralischen Momenten. Gerard Ways markanter Gesang thront emotional und düster über dem geschaffenen Szenario und wirkt deutlich gereift. Der eingängige Hit "I?m Not Okay (I Promise)" ist mit seiner punkigen Kante ein klarer Tanzflächenkandidat und reiht sich perfekt in die abwechslungsreiche Tracklist aus mitreißenden Krachern und facettenreichen, langlebigen Nummern. Die dicke Major Produktion tut ihren Rest um MY CHEMICAL ROMANCE als düstereren Nachfolger von THE USED an die Spitze der Alternative Charts zu katapultieren.
Codeseven – Dancing Echoes / Dead Sounds
8. Jan 2005 | von TorbenWas soll man noch zu den Jungs von CODESEVEN sagen? Mit ihrem genialen Hardcore/Punk/Metal Sound haben sie sich damals in mein Herz gespielt. Im Jahre 1995 durch die drei Brüder James, Jon und Matt sowie weitere Freunde gegründet, schaffte man es mit der Cover Version von "Boys Of Summer", die THE ATARIS auch zu gefallen schien, auf ihrem Erstlingswerk "A Sense Of Coalition" direkt an die Spitze der College Radio Charts. Mit dem 2002 veröffentlichten "The Rescue" löste sich die Band von den genreseitigen Beschränkungen und ließ experimentelle, seichtere Klänge in ihren noch immer von den rauen, punkigen Energie angetrieben Sound Einzug haben. Die Abkehr von einem Großteil des bandeigenen Aggressionspotentials stieß viele Fans vor den Kopf und hatte mehr oder weniger die Entstehung einer neuen Band mit neuem Sound jedoch unter altem Namen zur Folge. Nun folgt das Equal Vision Debüt welches den Namen "Dancing Echoes / Dead Sounds" trägt und weiter auf dem Fundament aufbaut, das mit "The Rescue" geschaffen wurde und noch ein gewaltiges Stück weiter geht. Mal düsterer, mal spaceig und immer mit elektronischen Einflüssen à la MOGWAI und einer Indie Kante, die an SIGUR-ROS erinnert spinnen CODESEVEN ein verträumtes Fantasieszenario, das den Zuhörer aus seiner eigenen Welt entführt. Sei es das Pianostück "Pathetic Justice" oder das New-Wave Flair bei "All The Best Dreams", stets werden unterschiedlich Stile kombiniert und in emotionale Stimmungsbilder umgesetzt. Obwohl ich dem alten Sound von CODESEVEN noch immer hinterhertrauere ist die ruhige Intensität, die die einzelnen Songs auf "Dancing Echoes / Dead Sounds" entwickeln einfach nur atemberaubend und atmosphärisch. Schön wäre es, wenn es 2 Bands mit beiden Sounds gäbe..
Glass Casket – We Are Gathered Here Today
8. Jan 2005 | von TorbenDie Metal/Hardcore Szene North Carolinas brodelt ja schon seit einiger Zeit und spuckt mit Bands wie HOPESFALL, BETWEEN THE BURIED AND ME, BELOVED, UNDYING, DILLINGER ESCAPE PLAN oder SHADOWS FALL regelmäßig geballte Ladungen in die Welt hinaus, die Genremäßig starke Einflüsse hinterlassen. GLASS CASKET stammen ebenfalls aus dieser Szene und haben ihren Arsch definitiv im Metal Bereich verankert. Auf der Debütscheibe des Quintetts mit dem Namen "We Are Gathered Here Today?" knallt dem Zuhörer technischer Death Metalcore mit einer gewaltigen Thrashkante und Grindattacken entgegen, der sich zu einem vertrackten Bollwerk auftürmt und alles andere als leicht verdaulich ist. Trotz der Komplexität der einzelnen Tracks, die mit einer ungeheuerlichen Leichtigkeit von harten Elementen ins Chaotische übergehen und in der nächsten Sekunde das Tempo mit einem langsamen, melodischen Break drosseln, verstehen es die Jungs eingängige Elemente in ihre Songs zu integrieren. Frontmann Adam weiß sich diesen Strukturen ebenfalls anzupassen und pendelt wahlweise zwischen herzhaftem Geschrei und düsteren Growls. Durch die Produktion von Jamie King (BETWEEN THE BURIED AND ME, BELOVED) wurde dem Ganzen nochmal der richtige Druck gegeben, der sich nachhaltig seinen Weg durch den Musikjungle bahnt. Kleines Extra dieser von Bastardized Recordings hierzulande lizenzierten Scheibe ist das Video von "In Between The Sheets", welches sich auf dem Silberling befindet. "We Are Gathered Here Today?" ist ein düsteres und anspruchsvolles Release, das sich außerhalb der üblichen Schnittmenge aus Hardcore und Metal eindrucksvoll seine Daseinsberechtigung schafft. Alles andere als massenkompatibel jedoch definitiv hörenswert.
Yeah Yeah Yeahs – Tell Me What Rockers To Swallow DVD
3. Jan 2005 | von TorbenAusverkauftes Haus im Fillmore, San Francisco und mit den ersten elektronischen Klängen vom Hit "Y-Control" fängt das Publikum frenetisch an zu jubeln noch bevor die charismatische Frontfrau Karen O auf die Bühne stürmt… Die YEAH YEAH YEAHS, als eine der derzeit angesagtesten Bands, bringen nach ihrem fulminanten Debütwerk und der abgefeierten EP ihre erste DVD mit dem Namen "Tell Me What Rockers To Swallow" auf dem Markt, die von keinem Geringeren als Top-Regisseur Spike Jonze in Szene gesetzt wurde. Das New Yorker Trio bestehend aus Frontfrau Karen O, Gitarrist Nick Zinner und Drummer Brian Chase zelebrieren im Kernteil der qualitativ absolut hochwertigen DVD ihren trashigen Disco-Art-Punk, der ohne Bassist auskommt aufs Äußerste und servieren eine ihrer berühmt berüchtigten YEAH YEAH YEAHS Shows. Karen O, die wie immer eine One Man Show für sich darstellt, springt und tanzt in freizügigem Ballerina-Punk-Style über die Bühne und weiß das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Mal absolut divenhaft, mal äußerst anrüchig beweist sie, dass sie für nichts anderes als die Bühne geboren, und der Hype um ihre Person absolut gerechtfertigt ist. Schräge Outfits, die diverse Male gewechselt werden gehören bei der knapp 90 Minuten dauernden Show, die jedes Fanherz höher schlagen lässt, einfach zum Programm.
Neben dem aus den verschiedensten Perspektiven aufgenommenen Konzertmitschnitt wartet die DVD natürlich noch mit einem gewaltigen Batzen an Bonus Features auf. Das Kapitel mit dem Namen "They Don't Love You Like I Love You" stellt einen Kurzfilm dar, der vor und während des Konzertes gedreht wurde und im wesentlichen kurze Interviews mit Fans, sowie einige Szenen aus Fan-Perspektive zeigt. Ein weiteres Filmchen bringt Ausschnitte von der letztjährigen Japan Tour, bei denen man unter anderem sieht, wie Karen 0 rücklings über den Monitor fällt und anschließend ihre Wunden leckt oder Nick seine Gitarre zertrümmert, um die sich anschließend ein Dutzend Fans reißen. Mit dem Auftritt bei den MTV Movie Awards sowie den Videos zu "Maps" "Date With The Night" "Y-Control" und "Pin" wird diese DVD zu einem genialen YEAH YEAH YEAHS Package abgerundet, welches die Zeit zum nächsten Longplayer erträglicher gestalten sollte.





