Mainstage


Verse – Rebuild

27. Feb 2005 | von Jakob

VERSE sind eine dieser Bands, die ich an dieser Stelle uneingeschränkt jedem empfehlen kann, der auch nur annähernd daran denkt auf die Frage nach seiner favoritisierten Musikrichtung das Wort Hardcore in den Mund zu nehmen. Auf der aktuellen Veröffentlichung ?Rebuild? (Rival Records) beweisen sie eindrucksvoll, wie man Hardcore spielt.

Grob könnte man die fünf Amerikaner in die AMERICAN NIGHTMARE / GIVE UP THE GHOST Schublade stecken, aber das würde ihnen nicht gerecht. Zu gut ist das Dargebotene, zu wütend die Texte, zu mitreißend das treibende Schlagzeug, zu gezielt die Gitarrenarbeit insbesondere in den melodiösen Teilen und die Crew Parts sind verdammt noch mal viel zu eingängig und fett, als dass man sie vergessen oder als pures Plagiat abtun könnte!!

Das Intro des Titeltracks erinnert an die seligen UNBROKEN, kurz darauf geht aber der klassische Power Hardcore der Boston Schule los und zeigt, wer momentan Herrscher im Ring ist. Schnelle Strophen, im Midtempo gehaltene Crew Parts, kurze Breaks und schon ist es wieder vorbei, nach genau 1:38 Minuten.
Man wird direkt entlassen in den ersten großen Hit des Albums ?Tear down these Walls?, die wiederkehrende Chorus Zeile wird von einem dermaßen fetten Chor geschrieen, dass einem das Blut in den Adern gefriert ? auch dieser Song geht nur 1:40. So soll es sein, keine Sekunde ist zu viel und mit Sicherheit auch keine zu wenig.
So könnte man jetzt beliebig mit jedem Song weitermachen. Auf ?Rebuild? sind elf Kracher erster Kajüte enthalten, die jedem der sein Herz noch nicht gegen eine HATEBREED Platte eingetauscht hat, dazu bringen sollten lautstark vor der heimischen Anlage Fingerpointend die Crew Parts mit zu shouten.
Textlich bewegt sich das ganze auf einem sehr hohen, kämpferischen Niveau. Es geht um den Zustand der Szene, Sell Out, Modeerscheinungen innerhalb des Hardcore, Glorifizierung von Musikern, usw. und das alles auf einem sehr persönlichen Level. Der Gesang ist extrem wütend, mitreißend, kämpferisch und voller Verzweiflung, man hört in jeder Sekunde die volle Hingabe zur Musik heraus. Es gibt also doch noch Menschen, denen die ganze Sache was bedeutet und die dafür was tun und bereit sind etwas dafür aufzugeben.
Das ist keine platte Hardcore Prolligkeit, Zeilen wie ?Just because of differences we are beaten and bruised, but in the end we will all lose? (Searching) spiegeln keine oberflächliche Tough Guy Mentalität wieder sondern geben eine klare Absage an Gewalt.
Musikalisch handelt es sich bei VERSE in erster Linie um schnell gespielten Hardcore mit teilweise schönen gegensätzlichen Gitarrenmelodien, die dem ganzen die emotionale Tiefe geben, durch die das herzzerreißende Geschrei erst die richtige Grundlage erhält um einem wirklich nahe zu gehen.
Die in jedem Song vorhandenen Crew Parts unterstreichen die Integrität der Band und sorgen live bestimmt für eine großartige Stimmung.
Alles in allem ist ?Rebuild? eine der besten Platten, die ich in der letzten Zeit in die Finger bekommen habe. Mich bewegt diese Platte wesentlich mehr als vieles, was momentan unter dem Titel emotionaler Hardcore veröffentlicht wird und das ohne irgendwelchen Gesangs-Schnick-Schnack. Zumal die Texte auch tausendmal besser, ehrlicher und integrer sind als die der Konkurrenz.
Das ist Hardcore wie er sein sollte: Laut, kraftvoll, emotional, kämpferisch und mit dem Gespür für kleine, feine Melodien und große, fette Crew Parts.
Spätestens mit der nächsten Platte werden VERSE in aller Munde sein und beweisen, dass man moderne Hardcore Musik auch ohne Metal-Gitarren und Emo-Sing-Sang spielen und trotzdem Menschen berühren kann.
Absolute Kaufempfehlung.

Dresden Pop Punk

27. Feb 2005 | von Jakob

Am 19. Februar gastierten die vier sympathischen Jungs von FLYING WINDMILL im Rahmen ihrer knapp zweiwöchigen Tour durch Deutschland im Kasseler K-19, um dort erstmalig eine nordhessische Bühne zu entern. MAINSTAGE nutzte diesen Anlass um kurzfristig ein paar mehr oder weniger improvisierte Fragen an den Sänger und Gitarristen Corny und den Sänger und Schlagzeuger Marko zu stellen:
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Taking Back Sunday signen bei Warner!

27. Feb 2005 | von Markus

Lest hier das Gesprächsprotokoll…

<b> Eddie. Ihr habt vor wenigen Tagen mit My Chemical Romance in London gespielt. Ich hatte gestern das Vergnügen gehabt mit ihnen ein Interview durchzuführen. Gitarrist Frank plauderte mir aus, dass ihr bei Warner Music unterschrieben habt. </b>

<i>Eddie schaut etwas verdutzt, kommt aber dann doch zu potte</i>

Eddie: Das stimmt. Wir haben letzten Monat einen neuen Vertrag bei Warner unterschrieben. Victory Records konnte mit uns nicht mehr arbeiten.

<b> Willst du mir damit sagen, dass Victory kein Interesse mehr an euch hatte? </b>
Eddie: Wir haben uns im beiderseitigen Einvernehmen entschieden, getrennte Wege zu gehen. Nach all den Jahren war es einfach Zeit sich zu trennen. Victory Records ist immer noch ein Independent Label und wir haben mit ihnen so viele Platten verkauft, wie es nur möglich war. Sie hatten einfach nicht mehr das Geld und die Ressourcen, uns in dieser Liga zu unterstützen. Deshalb haben sie uns zu einem Major ziehen lassen, da hier einfach andere Möglichkeiten an Kapazitäten vorhanden sind. Das war genau das, was wir letztendlich wollten.

<b> War Warner das einzige Major-Label was Interesse an euch an hatte? </b>
Eddie: Natürlich waren etliche Labels an uns rangetreten. Bei Warner sahen wir halt Bands wie The Used und My Chemical Romance, die sehr zufrieden bei diesem Label sind. Warner unterstützt sehr, redet den Bands aber nicht rein. Die Bands behalten ihre kreativen Freiheiten und werden nicht kontrolliert. Warner war das einzige Label, das so arbeitet. Bei den anderen Angeboten war es doch erschreckend, wie sehr man kontrolliert werden sollte. Das hat uns nicht zugesprochen und so war es klar, dass Warner für uns als Band nur in Frage kam.

<b> Habt ihr denn schon neues Material? </b>
Eddie: Nein, bis jetzt haben wir noch nichts Neues. Erst nach dieser Tour werden wir uns wieder hinsetzen und an neuem Material arbeiten.

<b> Was genau war denn der Grund dafür, dass die Konzerte in Berlin und gecancelt wurden und somit diese hier in Köln die einzige Deutschlandshow ist. </b>
Eddie: Ich weiß nicht genau, warum die Shows ausgefallen sind. Ich glaube dem Veranstalter waren die Vorverkaufszahlen der beiden Shows zu gering und in Berlin hätten wir am selben Tag wie My Chemical Romance gespielt. Da wir beide das selbe Publikum ansprechen, zog man uns wieder ab. Hier in Köln hat man den Vorteil, dass My Chemical Romance gestern schon spielten. Ich find?s schade.

<b> Wenn man so ein Album wie ?Tell All Your Friends? veröffentlicht hat, was damals wirklich alles an die Wand presste, was auf dem Markt war, ist es da nicht besonders schwer ein neues Album zu veröffentlichen, das den gleichen Anspruch an Niveau besitzt wie das Debüt? </b>
Eddie: (lacht ein wenig) Naja, ich finde schon, dass ?Where You Want To Be? besser geworden ist als ?Tell All Your Friends?, das vor vielen Jahren geschrieben wurde. Man wächst mir der Zeit und das auch entsprechend als Musiker. Wir wollten den nächsten Schritt nach vorne und nicht noch einmal klingen wie auf dem Album zuvor. Ich halte es für extrem langweilig, wenn Musiker von Album zu Album die gleiche Musik schreiben. Man muss sich doch entwickeln. Für uns ist es wichtig, dass wir den Weg fortschreiten, den wir eingeschlagen haben. Wir haben sicherlich einige erschrocken, dass ?Where You Want To Be? doch sehr rockig klingt. Man kann davon ausgehen, dass das nächste Album vom Sound ein ausgereifter Mix aus beiden Alben sein wird.

<b> Wie betrachtest du die Entwicklung im Emocore? </b>
Eddie: Für mich ist Emo schon 1995-97 gestorben. Es sind die Labels, die diesen Begriff noch am Leben halten, um ihre Musik in dieser Form zu vermarkten. Wir zum Beispiel waren nie eine Emo-Band. Wir sind eine Punk/Hardcore-Band aus New York. Der Begriff Emocore ist auch falsch. Emo war von den Texten her sehr gefühlvoll geschrieben. Aber das findet man im Emocore zum Beispiel nicht. Betrachtet man es musikalisch, ist der Begriff Emocore die einfache Weiterentwicklung des New School Hardcore, die es geschafft hat solche eine Masse anzusprechen, dass jede Band, die sich so nennt, mittlerweile auf MTV läuft. Es gibt ja viele die es Post Hardcore nennen, was definitiv die Sache eher trifft als Emocore.

<b> Wie empfindest du es, wenn Leute Taking Back Sunday als Vorreiter dieses Sounds deklarieren? </b>
Eddie: Das ist sehr cool. Ich empfinde es als ein Kompliment. Naja, wenn uns die Leute Emo nennen, dann sollen sie es tun. Ich kann das ja eh nicht ändern.

<b> Heute Abend spielen Fire In The Attic als Support für euch. Sie werden momentan sehr hoch gehandelt. Wenn man so will spielen sie nix anderes als zig hunderte Bands auch was sich, da sind wir wieder, Emocore nennt. Wie ist es, wenn man durch Europa tourt und in jeder Stadt spielt eine lokale Support Band, die immer nur nach Amerika schielt und eigentlich immer nur von den Großen kopiert. Kann man sich das sich als Amerikaner überhaupt noch antun? </b>
Eddie: Es ist halt die Auswirkung des Einflusses, den amerikanische Bands auf Europa haben. Ich denke, dass es ganz natürlich ist. Punk und Hardcore startete halt bei uns in New York. Auch wenn es einige Leute gibt die meinen, dass die Sex Pistols den Punk erfunden haben. Das ist reinster Bullshit. Sex Pistols war eine Boyband, die zusammen gewürfelt wurde. Die waren doch niemals Punkrock. Der Ursprung all dieser Musik wie Punk, Hardcore oder auch Emo stammt aus Städten wie New York, DC oder Detroit. Das alles ging dann um die Welt und beeinflusste halt. Momentan ist es so, dass wir Amerikaner immer noch andere beeinflussen. Es kann durchaus sein, dass ich eines Tages hier sitzen werde und mich europäische Bands beeinflussen. Aber solange es so ist, dass wir, Taking Back Sunday, andere Musiker beeinflussen, finde ich es echt cool. So was sorgt dafür, dass die Musik nicht ausstirbt.

<b> Aber eines Tages muss jede Band auch ihren eigenen Weg gehen. </b>
Eddie: Yeah, das auf jeden Fall. Es passiert ja auch, dass die Bands ihren eigenen Stil entwickeln. Als ich damals anfing Musik zu machen, wollte ich auch wie klingen wie Bas Brains oder Minor Threat. Mit der Zeit jedoch entwickelt sich ein eigener Style. Dennoch, Einflüsse sind wichtig für jeden, der Musik macht und machen möchte. Es ist ein Fixpunkt, an dem man sich orientieren kann.

<b>Kennst du eigentlich einige deutsche Bands? </b>
Eddie: Ich kenn nur einige Death Metal Band aus Deutschland.

<b>Zum Beispiel? </b>
Eddie: Waren Kreator aus Deutschland?

<b> Die sind aus Deutschland und es gibt sie immer noch. Gerade erst ist ein neues Album von ihnen erschienen. </b>
Eddie: Destruction sind auch noch eine deutsche Band. Ja, genau. Destruction und Kreator waren die Bands, mit denen ich aufgewachsen bin.

<b>Magst du die neue Band von eurem Ex-Kollegen? </b>
Eddie: Wenn ich ehrlich bin, habe ich bis heute noch nichts von ihm gehört. Man sagte mir, dass es doch sehr ?soft? und unterschiedlich sein soll. Ich wünsche ihm halt viel Erfolg und nur das Beste, dass er mit dem was er macht glücklich ist. Es kam halt der Punkt an dem wir erfahren mussten, dass wir keine Freunde mehr sein können und haben uns schließlich getrennt.

<b> Ist es überraschend, dass Straylight Run plötzlich so ?soft? wurde? </b>
Eddie: Nein, das nicht. Er wollte damals schon immer was softer werden, was wir aber nicht wollten. Deshalb ist er auch nicht mehr dabei. Reisende soll man nicht aufhalten und wenn er sein Ding durchziehen möchte?.bitte schön.

<b> Auf den Weg hierhin zur Halle dachte ich mir, dass ich mal nach euren Autos frage. Was für einen hast du denn? </b>
Eddie: (lacht) Ich habe zwar ein Auto, aber den fährt meine Frau immer. Es ist ein kleiner Chevrolet.

<b> Und die anderen? </b>
Eddie: Die haben keine Autos. Die fahren immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir leben ja in einer Stadt.

<b> Hast du ein Haus? </b>
Eddie: Meine Frau und ich wohnen in einem Apartment in Queens.

<b> Wohnt ihr alle in Queens? </b>
Eddie: Nein, Adam und Matt leben in Brooklyn. Marc in Long Island. Ziemlich nah am Wasser. Das ist echt cool bei ihm. Wir kommen eigentlich alle aus Long Island, aber im laufe der Jahre sind wir halt in die verschiedenen Stadtteile umgezogen.

(31.01.2004, Köln, Live Music Hall)

NO REVOLUTION ANYMORE??? (21.02.2005, Köln, Underground)

25. Feb 2005 | von Markus

Ob es an der Abschiedtour von WIZO lag, die in der benachbarten Live Music Hall spielten mag man bezweifeln.
Dennoch waren zu Beginn von ADJUDGEMENT gerade mal 30 Leute im neu umgebauten Underground. Die fünf Jungs aus Hannover spielten ein solides und kurzweiliges Set von einer dreiviertel Stunde. Die, die vor der Bühne standen zeigten sich brav in Kopfnickermanier und auch das ein oder andere Bein fing an zu zucken. Selbst bezeichnen sich ADJUDGEMENT als No School Band, jedoch kann man getrost davon sprechen, dass eine Band wie SNAPCASE hier Pate stand. Die Songauswahl lag verstärkt auf ihrem aktuellem Album ?AT TWO o?Clock? welches bei den Kritikern des Genres sehr gut ankam. Schade, dass nur so wenige Leute im Saal waren, denn trotz der hervorragenden Musik war es recht kalt im Underground.

Vier lange Jahre ist es nun her, dass THE EXPLOSION als Support von SICK OF IT ALL mein Herz eroberten. Es ist schon sehr strange, wenn man bedenkt, dass die Band im Jahre 2002 schon ihre Abschiedtour spielte die so erfolgreich war, dass man gleich ein Angebot von einem Major bekam. Anstatt dem eigentlichen Plan sich der herkömmlichen Arbeit zu widmen entschloss man sich weiterhin der Musik treu zu bleiben – welch ein Glück. Etwas unglücklich dagegen die Tatsache, dass diese Tour vor dem offiziellen Europarelease ihres neuen Album ?Black Tape? statt fand. Entsprechend sollte hier noch einmal das grandiose ?Flash Flash Flash? Album gefeiert werden, was gespickt ist von fetten punkigen und rotzigen Songs. Wer die Jungs schon vorher sehen durfte fiel gleich auf, dass Sänger Million Doller Matt Hock eine doch ansehnliche Bierwampe bekommen hat und auch nicht mehr so aktiv über die Bühne sprang wie in den Jahren zu vor. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass er an dem Abend einfach zu tief schon ins Glas geschaut hat. Wenn man böse ist, könnte man vermuten, dass er den Mirkoständer nur festhielt um nicht umzufallen. Ok, so schlimm war es nun aber auch nicht, aber die leicht verdrehten Augen waren der Indiz für hohen Alkoholgenuss. Wer kennt so was nicht? Trotzdem war die Show recht ansehnlich und so feierte der elitäre Kreis vor der Bühne, der scheinbar wirklich jede Textstelle kannte worauf man gewartet. Songs wie ?God Bless The S.O.S? oder ?Terrorist?. Vom neuen Album gab es natürlich auch einiges zu hören. Das wohl am bekanntesten, war ?Here I Am?, welches auf der offiziellen Homepage der Band zu hören gibt. Weiter ging es mit ?Reactor? bis hin zum Höhepunkt ?No Revolution?. Es folgten zwei Zugaben und die Vorstellung, dass die Punkrock Kiddies bei GOOD CHARLOTTE bei solch einer musikalischen Darbietung verängstigt zusammen zucken und vor Demut erstarren werden. Denn es ist schon hart, dass THE EXPLOSION den Support der Mode-Punks übernimmt. Cooles Konzert, wie es sicherlich in dieser Form nicht mehr geben wird. Denn eins ist gewiss: Von THE EXPLOSION wird man sicherlich noch einiges
hören werden und dann sind solche Shows rappelvoll.

Progressiver Hardcore oder doch 0815 Metalcore?

25. Feb 2005 | von Markus

Aus Dayton/Ohio stammt die Band Twelve Tribes, die sich vor sieben Jahren gründete.
Es folgten harte Lehrjahre in der lokalen Undergroundszene und zwei selbstproduzierte Demos. Es ergab sich ein Plattendeal bei ?Eulogy Records?, worüber 1999 das Debüt "As Feather To Flowers and Petals to Wings" erschien. Das war der überregionale Durchbruch, der diverse Touren mit Bands wie Poison the Well, From Autumn to Ashes oder Every Time I die folgen ließ.

Es folgte eine weitere EP, die derart verstrickt und schwer unzugänglich war, dass die Band eine Pause einlegte, um ihren kreativen Output neu zu ordnen. Das Ergebnis ist ?Rebirth Of A Tragedy?, ein progressives Hardcore-Album, das in den Staaten über Ferret Records erschien, dessen Veröffentlichungen für Europa über Roadrunner lizenziert sind.
Folgedessen war Twelve Tribes mit Killswitch Engage auf Tour, wo Frontmann Adam Jackson in Essen für ein kurzes Interview Zeit fand.

<b>Wie ist es zum ersten Mal in Deutschland zu sein? </b>
Adam: Es ist cool. Wir sind ja schon seit gestern hier und haben unsere erste Show in Herford gespielt. Die Show war großartig.

<b>Also war das Publikum in Herford dankbar??</b>
Adam: Ja, die Menge ging gut ab und es wurde die entsprechende Energie abgegeben, die eine gute Show ausmacht. Ich bin total zufrieden, weil uns ja kaum einer kannte.

<b>Was ist dein erster Eindruck von Deutschland? </b>
Adam: Die Leute hier sind sehr freundlich. Sie sind sehr hilfsbereit und was für mich klasse ist, sie sprechen alle Englisch. Das macht das ganze hier um einiges leichter. Auch wenn man durch die Strassen läuft, sich die Beine vertritt und nach etwas bestimmten sucht, findet man direkt Hilfe.

<b>Kannst du eine Fremdsprache? </b>
Adam: Ich kann ein wenig Spanisch sprechen, aber nicht wirklich viel. Ich muss aber erwähnen, dass ich Belgien sehr faszinierend fand, da die Leute 2-3 Sprachen drauf hatten und quasi mit jedem kommunizieren können. Das ist echt cool und ich wünschte mir, dass es so was auch in den Staaten gebe. Bei uns hat man zwar auch die Möglichkeit Fremdsprachen zu lernen, aber man benötigt es kaum, sofern man nicht mal in den Süden der USA oder nach Europa kommt.

<b>Wie sieht es denn mit Deutsch auf dem Lernplan bei euch aus? </b>
Adam: Deutsch gibt es in der High School. Aber die meisten lernen halt Spanisch, weil es einfach gängiger ist.

<b>Euer Bandname stammt aus der Bibel. Habt ihr einen religiösen Einfluss, den ihr verfolgt? </b>
Adam: Jedes Mitglied von Twelve Tribes hat seinen eigenen Glauben. Der Bandname spiegelt nicht die Einstellung der Einzelnen wider. Wir wählten den Namen halt aus, weil er kraftvoll ist und das wiedergibt, was unsere Musik vermitteln soll.

<b>Ihr habt euch ziemlich viel Zeit gelassen für die Aufnahmen zu ?Rebirth Of A Tragedy?. </b>
Adam: Das stimmt. Wir haben uns nach der letzten EP zwei Jahre Zeit gelassen. Wir waren halt ständig auf Tour und brauchten diese Pause. Wir gingen uns schon ziemlich auf die Eier und wir waren richtig ausgebrannt. Man merkt es auch am Sound, dass wir die Pause nötig hatten. Es ist viel passiert in den zwei Jahren Pause, was sich entsprechend positiv bemerkbar gemacht hat.

<b>Wo siehst du denn die größten musikalischen Unterschiede zwischen eurem neuen Album und der Zeit davor? </b>
Adam: Die musikalischen Hauptelemente sind auf jeden Fall geblieben. Nur wir alle haben uns weiterentwickelt ? musikalisch und natürlich auch beim Songwriting. Wir entwickeln jetzt Songs, die einen Fokus besitzen und nicht zu sehr ins Chaotische gehen wie am Anfang.

<b>Also siehst du es auch als eine Art Comeback? </b>
Adam: Ich würde eher sagen es ist ein Neubeginn.

<b>Warum sprichst du von einem Neubeginn? Ist es wirklich die
Soundveränderung oder sind es auch noch andere Gründe, warum du von einem Neubeginn sprichst? </b>
Adam: Natürlich gab es auch bei uns einige Wechsel in der Band. Wir haben im Laufe der Zeit unseren Drummer und unseren Gitarristen gewechselt. Das braucht natürlich seine Zeit bis wir optimal aufeinander abgestimmt sind. Das wiederum macht sich dann beim Songwriting bemerkbar. Wir wollten uns wirklich Zeit damit lassen und genau das machen, womit wir letztendlich hundertprozentig zufrieden sind. Denn das Endergebnis musste stimmen. Nur aufgrund dieser soliden Arbeit bin ich hier in Deutschland und spiele einige fantastische Shows mit Killswitch Engage

<b>Was waren denn die Gründe warum einige bei euch aufgehört haben? </b>
Adam: Klar. Das lange Touren ist nicht jedermanns Sache. Vor allem, wenn man Familie hat oder nebenbei die Chance hat, Karriere zu machen. Wir haben uns aber auch von Leuten getrennt, die uns musikalisch einfach nicht mehr weiterbrachten. Es kommt halt vor, dass ein einzelner an die Grenze seiner Fähigkeit gelangt, aber die Band noch lange davon entfernt ist. Dann ist es halt so, dass man aufgrund dieser Differenz getrennte Wege gehen muss.

<b>Der Titel eueres Albums lautet: ?The Rebirth of Tragedy? Welche Tragödie wird denn damit gemeint? </b>
Adam: Jeder Mensch besitzt seine eigene Geschichte bzw. Tragödie. Es handelt davon, dass wir nicht mehr allzu gut unterscheiden können, was wirklich gut und böse ist in dieser Welt. Es fehlt die richtige Balance. Das ist meiner Meinung nach ausschlagend für einige Probleme, die wir hier haben. Es ist wirklich abstrakt, aber spiegelt das Album am Besten wider. Der Titel ist auch eine Metapher für uns als Band. Wir hatten diese lange Pause und dann passt es mit der Wiedergeburt ganz gut.

<b>Man merkt also schon, dass die Band dein Baby ist. </b>
Adam: Yeah. Mein ein uns alles. Andi, der Gitarist, und ich sind seit Anfang an dabei und wir ziehen das hier voll durch.

<b>Howard Jones von Killswitch Engage ist euer Manager. Wie kam es dazu? </b>
Adam: Das stimmt. Howard kommt aus Ohio, so wie wir. Wir wuchsen in der gleichen Gegend auf und besuchten immer dieselben Shows. Ich kenn ihn seit ich 15 bin. Er ist ja auch Sänger bei Blood has beed shed und mit denen waren wir Anfangs auch auf Tour. Als er dann noch Sänger bei Killswitch Engage wurde und sich neue Kontakte erschlossen, sprachen wir darüber und wurden uns einig. Im Musikbusiness ist es wichtig, dass man Freunde hat, auf die man sich verlassen kann. Jetzt haben wir einen exzellenten Manager, der auch unser Freund ist. Was Besseres kann einem nicht passieren.

<b> Welche Band von Howard magst du eigentlich mehr: Killswitch Engage oder Blood has been shed? </b>
Adam: Ich mag beide auf unterschiedlicher Art sehr. Killswitch Engage ist Musik, die ich mir definitiv öfter anhören kann als die von Blood has been shed. Sie ist einfach eingängiger. Ich empfinde Blood has been shed als technisch visierter und als eine größere Herausforderung für den Hörer.

<b> Hast du noch was wichtiges, was du unbedingt loswerden willst? </b>
Adam: Wir werden im April wieder in Deutschland sein, zusammen mit 36Crazyfists und From First to Last werden wir einige Shows spielen. Ich hoffe, dass viele von euch kommen und uns supporten werden. Ich würde mich dann auch über jedes Gespräch mit unseren Fans freuen. Wir sind immer eine Band, die man vor und nach der Show am Merch-Stand trifft. Wer uns bis jetzt noch nicht kennt, der sollte unsere Homepage abchecken. www.twelvetribesmusic.com Danke!

Interview vom 28.01.05 (Essen, Zeche Carl)

Fliegende Windmühlen auf deutschen Bühnen

24. Feb 2005 | von Jakob

FLYING WINDMILL kommen aus dem tiefsten Osten der Republik, aus Dresden. Dass sie erstens nicht den typischen, uns allen bekannten Ost-Dialekt sprechen und zweitens nicht den ost-typischen Metalcore spielen sind zwei Besonderheiten der Band.
Bei FLYING WINDMILL hat man es vielmehr mit PopPunk der amerikanischen Schule zu tun. Am ehesten hat es mich aber an eine deutsche Band erinnert: EVEREST, und das ist beileibe kein schlechte Vergleich. Die Dresdener gehen zwar nicht so emo-mässig zu Werke und haben auch keine Tasteninstrumente an Bord, eine Ähnlichkeit ist aber trotzdem auszumachen.
Pünktlich (oder zumindest fast…) zur Tour hat die Band dann auch eine Single aufgenommen, die schon einen Vorgeschmack auf das noch dieses Jahr erscheinende Album geben soll.
Wer also auf PopPunk aus Deutschland steht und sich ärgert, dass die ATARIS und Konsorten so selten Deutschland beehren, der sollte schleunigst zum nächsten FLYING WINDMILL Konzert eilen und einer aufstrebenden Band aus heimischen Gefilden mal eine Chance geben.
Viel Spaß dabei!!

Deconstruction Tour 2005

24. Feb 2005 | von Jakob

Wir freuen uns euch mitteilen zu können, dass wir Präsentator der diesjährigen DECONSTRUCTION TOUR sind.
Dieses Jahr wird die wohl beste Festivaltour Europas mit dem fettesten Line-Up seit langem durch Europa touren.
Mit dabei sind folgende hochkarätige Bands:
NO USE FOR A NAME, BOYSETSFIRE, STRUNG OUT (nur vom 5. bis 15. Mai!), STRIKE ANYWHERE, FROM AUTUMN TO AHSES, CAPDOWN, ONLY CRIME, PEPPER und bei einigen Shows zusätzlich dazu noch folgende Bands: LAGWAGON, TRIBUTE TO NOTHING, MAD SIN, BANDA BASSOTTI, NO COMPLY, und andere.

Das Line-Up verspricht ein großartiges absolut sehenswertes Festival, was gerade auch für Hardcore/Emocore Liebhaber sehr interessant sein dürfte. Mit BOYSETSFIRE ist eine Band der ersten Stunde des emotionalen Hardcores dabei, die live bislang immer alles gegeben hat und uns dieses Jahr wohl alles andere als enttäuschen dürfte.
Desweiteren sind die momentanen Metal/Emo/Hardcore Lieblinge FROM AUTUMN TO ASHES mit an Bord, die mit ihren furiosen Gitarrenlinien, dem krassen Schreigesang und dem zuckersüßen Melodiegesang wohl so einige Fans hinzugewinnen werden.
Außerdem sind die Polit-Hardcore Stars von STRIKE ANYWHERE mit im Programmm. Im letzten Jahr gehörten die fünf sympathischen Amerikaner zu den besten Bands der Tour, da sie mit ihrer Live-Energie einfach jeden mitreißen und so schnell nicht mehr aus den Klauen ihrer Mixtur von altem Hardcore und schönen, schnellen Melodien loslassen.
Ansonsten noch dabei: NO USE FOR A NAME. Nicht nur für mich waren sie in der Jugendzeit wohl eine der prägensten Bands. Der auf den Punkt perfekt gespielte Melodycore kalifornischer Prägung wird auch heute noch, nach der großen CaliPunk Welle von vielen geschätzt und verehrt. Bei dieser Band wird wohl jeder anwesende die Hits seiner Jugend lauthals mitsingen.
So könnte man jetzt mit jeder anderen der oben genannten Bands fortfahren, aber das würde den Rahmen sprengen. Es sei nur soviel gesagt: TRIBUTE TO NOTHING sind eine der besten britischen Emo Punk Bands der Gegenwart, STRUNG OUT sind ähnlich wie NO USE FOR A NAME absolute Legenden der schnellen kalifornischen Punkmusik mit einem leichten Metaltouch, und auch all die anderen Bands sind absolut sehenswert.

Wer also nicht zur DECONSTRUCTION TOUR 2005 erscheint ist selbst dran Schuld und wird sich spätestens bei erscheinen der ersten Reviews der Tour zu tode ärgern.
Also: Arsch hoch und hin zur DECONSTRUCTION TOUR in deiner Nähe.

Million Dollar Marxists on the Rocks

22. Feb 2005 | von benni

Das Göttinger Osho schickt sich seit einiger Zeit, auch neben den Noize Factor Parties halbwegs regelmässig "Rock"-Konzerte zu veranstalten. Die Nachfolge von den Briefs im Dezember traten gestern die Million Dollar Marxists aus Kanada an.
Kalt war es an diesem Montag abend, sowohl vor als auch hinter den Türen des Oshos. Wohl einer der Gründe dafür, dass die sperrlich angereisten Besucher (an die 30) anfangs nicht recht auftauen wollten und sich brav entlang der Wände des kleinen rechteckigen Raumes verteilten. Der Marxisten-Sänger brauchte nicht lange, um den freien Bereich vor der Bühne mit in seine Show einzubeziehen. Dabei braucht er zweifelsohne Vergleiche mit Pelle Almqvist und Konsorten in Sachen Intensität und Pfeffer im Arsch nicht zu scheuen, kein Winkel des Oshos war vor ihm sicher.
Musikalisch gabs wunderbaren Rocknrollpunkrock, etwas rotziger als The Hives vielleicht, auch wenn der Vergleich an dieser Stelle sicher etwas hinkt. Eigen sind sie durchaus, die reichen Kommunisten, und qualitativ hochwärtig allemal. Ein etwas dumpfer Sound bremste das ganze etwas aus, das Ganze hätte noch wesentlich besser nach vorne gehen können, wenn die Akustik gestimmt hätte. Auch das Abwechslungsbrötchen gabs wohl nicht zum Frühstück, ab und an wäre vielleicht ein wenig mehr davon nicht verkehrt gewesen. Machte aber alles nichts, denn: das war ein klasse Konzert von einer Band mit einer Menge Potential, die es wirklich nicht verdient hat, vor nur 30 Leuten aufzuspielen. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Jungs auf der laufenden Tour angucken, es lohnt sich ganz sicher!

Emocore par excelence: UNDEROATH, ROSES ARE RED und THE HURT PROCESS in Frankfurt

18. Feb 2005 | von Jakob

UNDEROATH haben mit ihrem grandiosen Album ?They are only chasing safety? in der Szene für einigen Aufruhr gesorgt, verbinden sie doch auf dem 2004 veröffentlichten Tonträger spielerisch wie kaum eine andere Band die besten Teile von Metal, Emo, Hardcore und was sonst noch so dazu gehört um aus dem großen Wust aus gleichklingenden Bands hervorzustechen. So war es auch allerhöchste Zeit, dass sie die deutschen Clubs betouren würden um den zahlreichen Fans die neuen Songs auch live vorzustellen. In Frankfurt spielten sie im ausverkauften Club O25.
Ursprünglich waren SILVERSTEIN und THE HURT PROCESS als Support angekündigt. SILVERSTEIN mussten die Tour leider canceln, dafür wurde aber hochwertiger Ersatz in Form von ROSES ARE RED gefunden. Diese begannen den Abend dann auch mit einem anständigen Set, welches soweit ich das mitbekommen habe, nur aus Songs vom aktuellen Album ?Conversations? bestand.
Die Band feierte sich von Anfang an selbst ab und nach und nach wurde auch das Publikum mitgerissen und strömte in die ersten Reihen vor der Bühne. Der Sänger, der laut Aussage von xMarcox aussieht wie einer von CATCH A GOGO, hat live eine nicht ganz so druckvolle Stimme, wie ich gehofft hatte – auf Platte wirkt das dann doch noch wesentlich besser, kraftvoller und weiß mich einfach mehr mitzureißen. Dafür war die Bühnenaction der Amerikaner umso besser, der Bassist hätte nicht nur einmal um ein Haar den Sänger mit seinem Instrument enthauptet und die Gitarristen wirbelten über die Bühne, als würde es um Leben und Tod gehen. Beeindruckend hierbei war vor allem, dass der Sound trotzdem echt fett war und das Stageacting nicht auf Kosten der Musikalität ging. Das einzige Problem bei ROSES ARE RED ist halt einfach nur, dass sie sich kein Stück von anderen Bands des Genres unterscheiden, an der einen Ecke grüßen TAKING BACK SUNDAY und an der nächsten SILVERSTEIN und THE USED. Bei einer solchen Live Performance kann man da aber auch mal locker drüber hinweg sehen, und schlecht machen sie ihre Sache ja auch nicht wirklich.
Nach knappen 45 Minuten war es dann auch schon vorbei und es folgten THE HURT PROCESS. Die Musik des Fünfers aus England war härter und nicht ganz so poppig, wie die von ROSES ARE RED. Der Sänger setzte teilweise zu sehr krassen metallischen Schreipassagen an, nur um dann im nächsten Moment wieder mit einer beeindruckend hohen Stimme die großartigen Refrains zu intonieren. Das war schon wesentlich ausgereifter als das was die vorangegangene Band gezeigt hat.
Die Bühnenshow wurde hier, wenn auch nur wenig, zu Gunsten metallischer Gitarrenpassagen zurückgeschraubt. Teilweise erinnerte mich gerade der hohe Gesang an, das muss man ja mittlerweile sagen, die alten WATERDOWN und in Kombination mit der Stimme vom Gitarristen ergab das wirklich großartige Refrains, die immer wieder auf die Wucht von harten Mosh-Parts trafen. Einen neuen Stil haben THE HURT PROCESS zwar sicherlich auch nicht erfunden, aber die Musik ist schon wesentlich erfrischender als vieles andere was momentan auf den Markt strömt.
Auch die Engländer durften nicht viel länger als 45 Minuten spielen, denn das Konzert sollte schon um Zehn zu Ende sein und es mussten ja noch die Headliner UNDEROATH auf die Bühne.
Nach kurzem Umbau war es dann auch soweit. Das Keyboard Intro des aktuellen Albums ertönte und nur wenige Sekunden später mit einsetzen der Band brach die Hölle bzw. der Himmel los. Spätestens jetzt war jedem klar wer vollkommen zurecht die Headliner Position bekleidete und wegen wem hier wohl 90% der Leute waren.
UNDEROATH boten eine so dermaßen fette Show, dass einem der Atem stockte. Das fulminante Drumming, die oberfetten Gitarrenwände und der krasse Schreigesang im Wechsel mit gemäßigten Gesangspassagen mit Keyboardeinsatz und Melodiegitarren. Alles passte, jeder Schlag saß und jede Note wurde auf den Punkt gespielt. Der Sänger, der eher wie Adam Green als wie der Schreihals einer Hardcore Band aussah, schrie so krass und herzzerreißend, dass er damit wohl jedem Konzertbesucher höchstpersönlich den Teufel ausgetrieben haben dürfte. Mit Ausnahme von zwei-drei Stücken wurden nur Songs, und damit nur Hits, des aktuellen Albums dargeboten, inklusive aller Intros, Outros und allem was sonst noch so dazugehört. Das war schon höllisch nah an der Perfektion einer Albumproduktion.
Die Sechs kleinen Amerikaner ließen sich aber auch nicht lumpen und gingen einfach mal alle ab, als hätte ihnen der Allmächtige persönlich den Auftrag gegeben die Bühne zu zertrümmern. Allen voran der langhaarige, bärtige, zahnspangentragende, kleine Gitarrist auf der linken Seite. Warum sollte man sich nicht auch einfach mal an die Front-Boxen hängen, die Gitarre dagegen schlagen, schreien, spucken, die Gitarre als Waffe gegen alles was in den Weg kommt benutzen und dabei trotzdem nahezu perfekt die Songs spielen!? Beeindruckend. Aber das war noch längst nicht alles.
Der Schlagzeuger spielte so dermaßen viele Breaks, dass einem schlicht und ergreifend schwindelig wurde, wenn man zu lang hinsah, und das selbst in den Parts in denen er die melodischen Gesangsparts übernahm. UNDEROATH merkt man an, dass sie sich in den letzten Jahren den Arsch wund getourt haben, da passt alles vom Sound über die Show bis zu den Ansagen.
Das Publikum quittierte die erstklassige Qualität der Band mit hysterischen Kreischattacken zwischen und während der Songs, Stagediving, Mosh Pits und nicht enden wollendem Applaus. Was mir erst zu dem Zeitpunkt auffiel war, dass erstaunlich viele weibliche Konzertgäste anwesend war, Frauen kann man sie aufgrund des Durchschnittsalters von etwa 16 Jahren wohl noch nicht nennen. UNDEROATH sind momentan scheinbar sehr angesagt, auch außerhalb der Szene, in eher Alternative-Musik orientierten Bereichen.
Wie lang die Band gespielt hat weiß ich gar nicht mehr, auf die Uhr zu gucken wäre bloße Zeitverschwendung gewesen. Pünktlich um fünf vor Zehn war die Band dann aber fertig und verabschiedete sich brav beim Publikum, Zugaben gab es keine.
Am Ende war aber dann doch jeder glücklich, hatten wir doch einen großartigen Konzertabend mit einem klaren Höhepunkt erlebt.
Bei nächster Gelegenheit sollte sich jeder der keine Karte mehr bekommen hat oder das Konzert ganz einfach verpasst hat unbedingt UNDEROATH ansehen und sich selbst ein Urteil bilden, für mich definitiv eines der Konzerthighlights des noch jungen Jahres.

The Next Big Thing

17. Feb 2005 | von Markus

Goldene Zeiten im Hause Warner? Mit My Chemical Romance kommt der neuste Clou aus den Staaten. Konnten sich die Herren vor gut zwei Jahren in Europa ihre ersten Sporen verdienen, so befinden sie sich mit ihrem zweiten Album in einer unglaublichen Situation: Eine restlos ausverkaufte Tour und allerorts Lobeshymnen bis der Arzt kommt. Sie treffen genau ins Knochenmark derer, die sich Bands wie The Used, Finch oder Thursday auf die Fahne schreiben.
Das Jahr 2005 wird sicherlich von My Chemical Romance geprägt sein. Also Bühne frei?.

Es ist schon ein kleines Büffet, was im Backstage Bereich des Kölner Prime Club aufgetischt wurde. Neben etlichen Tuben Senf, Ketchup und derartigem Zeug lag recht viel Süßes auf dem Tisch.

<b> Kennt ihr überhaupt die ganzen Süßigkeiten auch in den Staaten? </b>
Gerard: Nee, eigentlich nicht. Ich finde die Super Dickmann aber ziemlich klasse.
Frank: Die sind hier ziemlich beliebt, oder? Lustiger Name: Super DICK-Maaannn

<b> Klar, Dickmanns mag jeder. Wie sieht es mit Kinder Schokolade aus? </b>
Frank: I like Kinder-Egg (Überraschungseier). Alleine wegen des Spielzeugs liebe ich sie. Wie auch Haribo, was wir in den Staaten nicht haben. Davon kann man gleich ne ganze Tüte weg drücken.

<b> Was war euer erster Gedanke, als ihr hörtet, dass die Show heute Abend restlos ausverkauft ist? </b>
Frank: Ich war richtig überrascht.
Gerard: Yeah!
Frank: Wir haben vor zwei Jahren unsere erste Europa-Show hier in diesem Club gespielt, damals zusammen mit The Used. Ich kann mich daran erinnern, dass die Show nicht ausverkauft war. Jetzt nach zwei Jahren sind WIR alleine auf Tour und bekommen den Laden voll. Das ist echt cool.
Gerard: Man bekommt es doch mit, was hier in Deutschland so geht und man erzählte uns schon, dass wir momentan sehr gefragt sind. Die Kids mögen unsere Musik und werden sicherlich auch eine gute Show von uns geboten bekommen.

<b> Seid ihr nervös? </b>
Beide: Noch nicht! (lachen)

<b> Ihr sagtet es bereits, dass ihr das zweite Mal hier in Deutschland seid. Es gibt viele Stimmen die sagen, dass ihr ?The Next Big Thing? nach The Used 2003 und Billy Talent 2004. Was haltet ihr selbst davon? </b>
Frank: Ich denke, dass dazu viel Glück gehört.
Gerard: Wenn es so ist, fühlt es sich nicht schlecht an. Ich spüre keinen Druck, der uns jetzt belastet, so wie wir jetzt gehandelt werden. Wir sind eine Band, die an sich gearbeitet und entsprechend weiterentwickelt hat. Wenn das Ergebnis dieser Arbeit der gleiche Erfolg sein soll, den The Used oder Billy Talent in den letzten Monaten hatten, nehmen wir es an und verweigern uns nicht dieser Entwicklung.

<b> Ist es denn ein Zufall, dass alle Bands auf Warner Music sind? </b>
Gerard: Schon etwas komisch. (lacht)
Frank: Offensichtlich scheint es so, dass sie gute Arbeit machen. Sie wissen genau, wie man mit Bands wie The Used, Billy Talent, Taking Back Sunday und Green Day umgehen muss, um Erfolg zu haben.

<b> Taking Back Sunday auf Warner Music? Das ist mir aber jetzt ganz neu. </b>
Frank: JA! Sie haben dort unterschrieben.
Gerard: Wichtig für den Erfolg dieser Bands ist, dass das Label nicht in deren Arbeit funkt. All diese Bands besitzen ihre Freiheiten, um genau das zu machen, wonach ihnen gerade ist. Das war in den letzten Jahren nicht immer so der Fall. Es ist aber wichtig, dass man Freiräume lässt. Denn kreative Menschen kann man nicht in ein Korsett zwängen. Das war auch ein Grund, warum wir uns für Warner entschieden haben. Sie gaben uns das Vertrauen, das wir wollten. So war für uns klar, dass wir dort genau das wiederfinden, was uns wichtig ist.

<b> Wer euer neues Album ?Three Cheers For Sweet Revenge? hört, wird sicherlich, so wie ich, begeistert sein. Wie waren denn die Aufnahmen zu diesem Album? </b>
Gerard: Danke, dass es dir gefällt.
Frank: Die Aufnahmen sind echt super gelaufen.
Gerard: Sie waren schmerzfrei.

<b> Schmerzfrei? </b>
Gerard: Ja, wenn man so will. Das Label und unser Produzent haben uns super unterstützt. Die Art und Weise, wie wir arbeiten und aufnehmen konnten, war fantastisch. Wir hatten genügend Zeit für eine Pre-Production und verbrachten etliche Zeit mit unserem Produzenten. Wir konnten so lange an den Songs feilen bis sie perfekt waren. Alleine die Zeit für die Pre-Production belief sich auf fast 3 Monate.
Frank: Gerade wenn man im Studio ist, bekommt man unglaubliche Möglichkeiten an seinem Sound zu experimentieren. Wenn man dann an die Aufnahmen zu ?Brought You My Bullets? denkt, liegen da wirklich Welten dazwischen. Damals diese Low-Budget-Produktion und dann dieses Perfekte. Ich hab jede Sekunde im Studio genossen.

<b> Verspürt man bei solch einem Umfeld keinen Druck? Auch nicht für sich selbst? </b>
Frank: Es gab keinen Druck von außerhalb. Der einzige Druck, den wir spürten, war unser eigener Druck. Wir als Band müssen ja mit dem zufrieden sein, was wir machen. Wenn das nicht stimmt, dann macht das alles keinen Sinn.

<b> Wo sieht ihr eurer Geheimnis, dass fünf individuelle Personen es schaffen, ihren kreativen Output so zu fokussieren, um solch eine energiereiche Platte zu machen? </b>
Frank: Ich glaube, dass es kein Zufall war, dass wir uns als Band gefunden haben. Sieh es als eine Art Schicksal, das uns zusammen gebracht hat. Wir verstehen uns alle super und wissen genau, was um uns passiert. Wir ziehen alle an einem Strang und das gibt jedem von uns das gegenseitige Vertrauen, was enorm wichtig ist.
Ich denke, dass das der Boden ist, auf den wir setzen und entsprechend zusammen arbeiten. Es gibt da kein Geheimnis. Wir haben uns einen Plan gemacht. Am Anfang waren es kleine Schritte und je mehr wir diese kleinen Schritte gegangen sind, umso mehr dachten wir darüber nach, uns neue Ziele zu setzen. Wir bauten uns selbst kontinuierlich auf. Demnach wird alles untereinander besprochen und entwickelt. Gerade dass wir so offen zueinander sind, ist, wenn man so will, das Geheimnis. Obwohl es Blödsinn ist, es als ein Geheimnis zu titulieren.

<b> Für wie wichtig empfindet ihr Merchandising? </b>
Frank: Merch ist sehr wichtig für Bands, wie wir es sind. Sie sind eine wichtige Einnahme, die uns überleben lässt. Trotz Major-Deals verdienen wir unser Geld bei den Live-Shows. Und Merch ist ein Bestandteil eines jeden Konzertes. Es ist dann natürlich ein hervorragender Support für uns, wenn die Leute Shirts mit unserem Namen tragen. Dadurch steigt der Bekanntheitsgrad und die Neugier der anderen.

<b> Gerard, du hast mal als Animationszeichner gearbeitet, nicht wahr? </b>
Gerard: Ja das stimmt. Das ist aber schon lange her.

<b> Also hast du in der Vergangenheit selbst T-Shirts kreiert? </b>
Gerard: Ja, dass habe ich. Ich finde es wichtig, dass Shirts und auch die Booklets der Alben ein schönes Design haben. Es gehört doch irgendwie alles zusammen und schließt das Gesamtbild besser ein.

<b> Könnt ihr etwas mit dem Begriff Dark-Emo anfangen? </b>
Gerard: Nee. Das höre ich jetzt zum ersten Mal. Nennt man so unseren Stil? Welche Bands sind denn da noch betroffen?

<b> AFI oder Alkaline Trio. </b>
Gerard: Man hat uns mal als Goth-Punk bezeichnet. Das find ich ziemlich witzig. Nee, man hat uns sogar als Goth-Punk-Gang bezeichnet. Goth-Punk-Gang My Chemical Romance.
Frank: Der Begriff ?Gang? ist echt scheiße. Wir haben uns noch nie als eine Art Gang gefühlt. Wir sind eine Band und es entspricht absolut nicht dem Verhalten einer Gang. Manchmal ist es echt komisch wie man plötzlich beschrieben wird. Auch Dark-Emo finde ich sehr seltsam. (lacht)

<b> Habt ihr einen Tag im Jahr, an dem ihr besonders gerne spielt? </b>
Frank: Halloween!
Gerard: An Halloween hat Frank nämlich Geburtstag. Es gibt keinen schöneren Tag. Alle sind verkleidet und es herrscht diese Gruselstimmung.
Frank: Sich verkleiden ist cool, ich mag das sehr. Ihr habt doch auch so was wo sich alle verkleiden. K-Ka-Kar Karneval???

<b> Öh! Ja. Karneval. Das haben wir nächste Woche. </b>
Frank: Ich dachte das geht seit November.
<b> Ja, schon. Aber man feiert es auf der Straße nur jetzt an einem Wochenende und dann ist auch Schluss damit. </b>

(mat)

EMOTIONAL, METALLISCH, RELIGIÖS – Underoath (Köln,10.02.05)

17. Feb 2005 | von Markus

Schon ein wenig ärgerlich, wenn auf den Eintrittskarten ?Beginn 21Uhr? steht und man beim Eintreffen um 21.15 merken muss, dass bereits die zweite Band des Abends mitten in ihrem Set ist. Entsprechend musste man sich schnell sammeln, um den Klängen von The Hurt Process zu lauschen. Sie machten ihre Sache nicht schlecht. Ein typischer Mix aus altbekannten Elementen, die den Screamo so attraktiv machen. Sie präsentierten ihr Debüt ?Drive By Monologue? mit entsprechender Spielfreude und wirkten sehr sympathisch. Das Publikum zog gut mit und so war der Weg geebnet für Underoath und die Frage, ob es der aktuelle Sänger Spencer Chamberlain drauf hat, die alten Songs so zu präsentieren, wie man sie vom ehemaligen Frontmann Dallas Taylo her kannte.

Naja, die Frage kann man direkt beantworten: Underoath spielten gerade Mal drei alte Songs, die aber 1A rüber kamen. Darunter der wohl bekannteste Song ?When The Sun Sleeps?. Der Sound im umgebauten Underground entpuppte sich als besser denn je und folglich waren die Keyboard-Klänge und Sampler genau auf den Punkt gebracht. Dabei tobte Keyboarder Chris wild hinter seinem Instrument. Sänger Spencer zog es immer wieder an die Front der Zuschauer, wo ihm etliche Finger entgegen gestreckt wurden. Arron an den Drums, der für die cleanen Gesangsparts zuständig war, fügte dem Geschrei die brillante Schönheit des emotionalen Gesangs hinzu. Songs wie It's Dangerous Business Walking? mit dem Kinderchor als Hintergrund, oder ?A Boy Brushed Red….Living In Black and White? waren live sehr intensiv und perfekt gespielt. ?Reinventing Your Exit? steckte da auch nicht zurück und wurde wie alle Songs des Abends gefeiert. Nach einer Dreiviertelstunde war dann Schluss und Underoath hinterließen eine überwiegend erfreute Gemeinde. Schade, dass die Band nicht auf ihre religiösen Texte eingegangen ist. Sicherlich wäre dies doch interessant gewesen bei einer Band, dessen religiöser Einfluss sich wie ein Roter Faden durch die Texte zieht. Ansonsten war es eine feine Show.

"Do You Wanna" – Rock N Roll mit den Bones in Augsburg

16. Feb 2005 | von Robert

Die Bones aus Landskrona im schönen Schweden stehen für extrem fetten Rock´N Roll der alten Schule, mit einer gehörigen Portion Punk und einem Schuss Elvis, irgendwo zwischen Social Distortion und Motörhead, aber so eigenständig, dass man einen Vergleich eigentlich nicht mehr bemühen muss, die Bones sind die Bones, fertig.
Nach ihrem dritten Studioalbum ?Straight Flush Ghetto? sind Boner, Beef Bonanza, Andi Nero und Spooky Fred eigentlich pausenlos auf Tour und die Hallen füllen sich immer mehr. Und so war es nicht verwunderlich, dass die Bones am Sonntag, den 13.2. mal wieder in Deutschland aufspielen würden. Diesmal führte mich die Reise nach Augsburg im schönen verschneiten Bayern, denn man kann ja das Besuchen von Freunden immer gut mit Konzerten verbinden.
Austragungsort war die Kantine, der Eintrittspreis lag bei fast schon unverschämten 14 Euro Abendkasse, zum Vergleich vor gut einem Jahr spielten die Bones in Hannover in der Glocksee für die Hälfte. Dennoch war die Kantine bereits gut gefüllt, als wir gegen 21 Uhr dort aufschlugen, wenig später begannen die Commandos aus München auch mit ihrem Programm. Doch die jungen Nachwuchscombo mit drei Typen und einem Madel, bemühte sich zwar redlich, konnte sich aber mit ihrem zu belanglosen und langweiligen Streetpunk ohne wirklich innovative oder große Momente, nicht wirklich neue Fans erspielen. Und so verbrachten wir die Zeit an der Bar, bis endlich die Bones loslegten und der Laden mit sicher knapp 450 Leuten extrem gut gefüllt war (und das bei dem Preis!).
Los ging es mit ?Spit it out? vom ?Straight Flush Ghetto? Album, dann folgte eine verdammt gute Auswahl an alten und neueren Songs, wie ?Dog Almighty?, ?Do You Wanna?, ?Half Of Nothing? (?Straight Flush Ghetto?), ?Going Nowhere?, ?Hey Baby?, ?Memphis 77? oder ?Screwed Blued and Tatooed? (vom Vorgängeralbum ?Bigger Than Jesus?) und natürlich auch eine ganze Reihe vom Debütalbum ?Blued, Screwed and Tatooed?, wie ?Monsters Prefer Blondes? und noch einige andere.
Die Mischung stimmte, die Stimmung auch. Sowohl auf der Bühne als auch davor gab man mächtig Gas und so war das Konzert in der Kantine in Augsburg mal wieder ein wirklich gutes, auch wenn die Spielzeit mit knapp einer Stunde recht kurz erschien. Dennoch, wieder einmal haben die Bones bewiesen, dass ihnen in Sachen Rock´N Roll so schnell keiner mehr etwas vormacht und dass sie sich mittlerweile auch einen sehr großen Rezipientenkreis erspielt haben. Alles in allem also ein mehr als gelungener Abend, auch wenn der Eintrittspreis sicher auch danach noch etwas schmerzte.

The Used – In Love And Death

13. Feb 2005 | von Torben

Das erste, selbstbetitelte Album von THE USED erntete überall Beifallsstürme und wurde sogar von Einigen als das Album des Jahres 2003 abgefeiert. Das Quartett um Frontmann Bert McCracken dürfte also definitiv kein Unbekannter mehr sein, der der Vorstellung bedarf, und so meldet man sich hierzulande Anfang 2005 mit dem "In Love And Death" betitelten Nachfolger zurück. Was mir als erstes auffällt und durchaus etwas Besonderes für eine derart durchstartende Band darstellt, ist die Tatsache, dass trotz diverser Probleme kein Bandmitglied auf der Strecke geblieben ist. Weder Drogenexzesse einzelner Bandmitglieder noch die regelmäßige Verausgabung auf der Bühne bis hin zur totalen Erschöpfung von Frontmann Bert, der sich dabei häufig übergeben muss und mit ernsten Problemen der Bauchspeicheldrüse zu kämpfen hat, konnten an dem Gerüst der Band wackeln und haben vielmehr für Unmengen an Emotionen gesorgt, die sich herrlich in einem neuen Album verarbeiten lassen.

Wo geht überhaupt der Weg hin für THE USED? Zwei Jahre sind heutzutage schon fast eine Ewigkeit im Musikbiz und genügend vielversprechende Bands mit ähnlichem Sound haben mittlerweile das Licht der Welt erblickt oder sind durchgestartet wie beispielsweise MY CHEMICAL ROMANCE. Mit "In Love And Death" haben THE USED ihr Debütalbum jedenfalls nicht nochmal neu aufgelegt sondern warten zum einen mit einer unüberhörbaren, härteren Tendenz auf und machen an anderer Stelle einen Abstecher in die Welt der poppigen Leichtigkeit. Der Opener "Take It Away" ist eine straighte Rocknummer, die sich der bewährten THE USED Elemente aus Emo/Screamo/Rock zuzüglich einer kleinen Elektroeinlage bedient und auch auf der Vorgängerscheibe Platz gefunden hätte. Balladeskere Nummern im TAKING BACK SUNDAY Format erwarten einen z.B. bei "I Caught Fire", "It's Hard To Say" oder "All That I've Got" welches in die Gewässer des Poppunks abdriftet, während mit "Yesterday's Feelings" eine zum Dahinschmelzen einladende Popnummer hingelegt wird. Wie schon gesagt können THE USED auch bedeutend härter und so wird sich bei dem zwischen Melodie und Härte pendelnden "Sound Effects And Overdramatics" in ungewohnter Aggressivität die Seele aus dem Leibe gekotzt, was bei McCracken eventuell nicht nur bei dem Wortspiel bleiben dürfte. Um zu Resümieren muss festgestellt werden, dass "In Love And Death" ein herausragendes und wesentlich vielschichtigeres Album als sein Vorgänger ist und besonders das Songwriting qualitativ zugelegt hat. Ob jetzt MY CHEMICAL ROMANCE oder THE USED die Band der Stunde repräsentieren, soll jedoch jeder für sich selbst entscheiden…

9/10

We proudly present: Open Your Heart Festival

11. Feb 2005 | von benni

Am Samstag, den 05.03., präsentiert wir euch das OPEN YOUR HEART FESTIVAL im Hertener Club ?JZ Nord?. Als Headliner werden die Recklinghausener Durchstarter The Heartbreak Motel spielen – Lesern unseres Magazins hoffentlich ein Begriff. Des Weiteren die Berliner Punkrocker Brainless Wankers, die Kieler Band One Fine Day und der schweizer Geheimtip Ephen Rian. Zu guter Letzt wird die Duisburger Band Action Film Sourvivors für schweißtreibende Stimmung sorgen.
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05.03.2005 – RAB-Core 05 in Trendelburg

11. Feb 2005 | von benni

Schon im letzten Jahr war das Rocking All Boudariez in die Trendelburger Kulturhalle ein voller Erfolg. In diesem Jahr geht's daher mit einem großen Schritt und leicht abgewandeltem Namen nach vorne. Gleich sechs lokale und dieses mal auch überregionale Metal bis Hardcore Bands werden am 5. März 2005 den Boden erbeben lassen.
Neben den Gastgebern My Agony (Metalcore) werden wie letztes Jahr Global Pollution ihren Mix aus traditionellem Hardcore und eigenen Einflüssen zum Besten geben. Darüber hinaus konnten Crowleys Passion (Metalcore aus Höxter), Embraced by Hatred, Adjudgement (sie spielten auf dem "With Full Force 2004") und Settle the Score (international erfolgreich) verpflichtet werden. Jaaa, ihr habt nicht falsch gelesen! Settle the Score kommen nach Trendelburg! Settle the Score sind eine Größe in dem Hardcore Geschäft mit europaweiten Auftritten.
Einlass ist um 19.00 Uhr und von 19.30 bis 20.30 Uhr gibt es 2 Getränke zum Preis von einem. Eintritt: 5 Euro

Suffocate Faster – Only Time Will Tell

10. Feb 2005 | von janina

Also, das Rad erfinden Suffocate Faster nicht wirklich neu mit ihrer Musik, die sehr an Trustkillbands wie Bleeding Through oder Throwdown erinnert. Der Sound ihres Debütalbums ist jedoch hervorragend! Die Bassdrum könnte etwas weniger nach Pappkarton klingen, aber die Abmischung des Gesangs ist mal was neues: so eine Mischung aus Zao-Dreifach-Gesang und einfachem Gebrüll. Sehr nett! Bei den Songs mit Backingvocals klingen Suffocate Forever ein bisschen nach Most Precious Blood, was sie mir sehr sympathisch macht. Mit ihrem Pro American Fistfight Lyrics erreichen sie allerdings nicht mehr als das übliche träge Metalcore-Gepose. Live kann ich mir gut vorstellen, dass die ersten drei Reihen Kickboxen und moshen wie blöde…na ja, wer?s mag. Alles in allem ist die Platte jedoch ganz gut hörbar, wie gesagt nix wirklich neues, aber so richtig verkehrt machen die Jungs aus Cincinnati auch nichts.
Alles in allem kriegen sie von mir 6 Punkte…der Most Precious Blood und Gesangsabmischungsbonus!

Joachim Deutschland – Rock sei Dank

10. Feb 2005 | von Torben

Was soll man von einem Sänger halten, der mit Zeilen wie "Schlampe, Drecksau, ich hoffe es geht dir schlecht.." seinen Einzug in die Charts geschafft hat und sich allzu gerne mit freiem Oberkörper präsentiert. Die Rede ist nicht von AGGRO BERLINERN oder KOOL SAVAS sondern dem Deutschrocker JOACHIM DEUTSCHLAND, der zumindest einen äußerst interessanten Werdegang aufzuweisen hat.

Als Kind einer Musikerfamilie lebt Christoph Faber aka JOACHIM DEUTSCHLAND den Traum als Basketballprofi in der NBA zu landen, und der Hühne schafft es sogar durch eine Empfehlung von Earvin "Magic" Johnson (!) in einer High School Mannschaft in San Diego zu landen. Irgendwann zu College Zeiten entschließt man sich Fallschirmspringer beim US Militär zu werden, was ich hier mal möglicht wertfrei im Raum stehen lasse. Es folgt die Fahnenflucht nach Deutschland und die Entscheidung Musik zu machen. Nach Bands mit Namen wie ECHT SCHEISSE oder DIE SPIEßER-ORGIEN folgt JOACHIM DEUTSCHLAND der "Musik wegen Frauen" macht. Bei einer unbekümmerten Reise in die Staaten landet er wegen Fahnenflucht im Knast und es kommt zur unehrenhaften Entlassung, die mit Latrinenputzen etc verbunden ist.

In jener Zeit entsteht das vorliegen "Rock sei Dank" Album, auf dem sich JOACHIM DEUTSCHLAND ironisch-philosophisch präsentiert, die Fahnen für "Ein wenig Anarchie" hochhält und gewohnt über Frauen und Liebe sinniert. Einer Dame namens Jane ist diesmal ein Song gewidmet, der sich jedoch bei weitem nicht so eingängig wie "Marie" präsentiert und nur bedingt überzeugen kann. Streicher, sowie Bläser untermalen einige der Songs, die allesamt recht ordentlich gezimmert sind. Knackpunkt ist und bleibt JOACHIM DEUTSCHLAND und seine teils gezwungen wirkenden Lyriks, die bestimmt eine Anhängerschaft haben und finden, jedoch weit hinter den Qualitäten vieler deutschsprachiger Acts zurückbleiben. Mit "It Ain?t Easy" wird dann ein ordentlich rockender Punksong in englischer Sprache an den Start gebracht, der durch seine Lässigkeit wesentlich mehr überzeugt als ein Großteil der restlichen Tracks. An JOACHIM DEUTSCHLAND werden sich wohl weiterhin die Geister scheiden, mich kann "Rock sei Dank" trotz diverser, komischer Momente jedoch nicht überzeugen.