Mainstage


Rufus Wainwright – Want Two

31. Mrz 2005 | von Torben

Nach "Want One" folgt "Want Two" und somit der zweite Teil des von Songwriter RUFUS WAINWRIGHT inszenierten "Want" Opus, der sich in theatralischen 13 Akten präsentiert. Bereits übers Artwork lassen sich die beiden Schöpfungen von Wainwright gut differenzieren. Zeigte sich Wainwright auf "Want One" in ritterlichem Outfit mit kompletter Rüstung ist er auf dem Cover zu "Want Two" in Frauenkleider geschlüpft und blickt äußerst verträumt auf dem Artwork. In der Tat sieht der Songwriter seinen zweiten Teil der "Want" Reihe als eine sehr feminine Platte, die von den mysteriösen dunklen Seite der Natur erzählt. Ein klarer Gegensatz also zu dem ersten Teil, der sich primär mit den persönlichen Triumphen von Wainwright und seinen "bestrittenen Kämpfen" befasste.

Geblieben und deutlich hörbar ist die Liebe Wainwrights zur klassischen Musik und der Oper, die er mit verschiedenen Pop Elementen zu verträumten Schnipseln verbindet, wobei auch folkige Klänge nicht fehlen dürfen. Ein "Agnus Dei", welches die lateinische Übersetzung für Lamm Gottes darstellt, ist von Klängen fernöstlicher Instrumente durchsetzt und umschreibt die Vergebung unserer Sünden. Der Song entstand zu Beginn der Irak Krieges und trägt eine ähnlich kritische Botschaft wie "Waiting For A Dream", bei dem sogar deutlich von einem "ogre in the oval office" geredet wird, womit sicherlich kein sympathieträger à la Shrek gemeint ist. Auch die Homosexualität wird immer wieder thematisiert. "Gay Messiah" ist ein Protestsong an das prüde Amerika, welcher mit äußerst deutlichen Worten sein Statement vertritt. Es werden noch verschiedene Thematiken aufgegriffen, die allesamt die bewährten Stilmittel Wainwrights aus, Melancholie, Emotionalität und Intimität aufgreifen und ein
anspruchsvolles Album für entsprechende Musikfans schaffen. Schwer verdaulich und intensiv, garantiert jedoch nicht jedermanns Sache.

6/10

Callejon – Chronos

31. Mrz 2005 | von Jakob

Auf dem Düsseldorfer Label My Favourite Toy Records erschien kürzlich die zweite Veröffentlichung von CALLEJON mit dem Titel ?Chronos?, eine 7-Song EP. Diesmal handelt es sich aber nicht, wie so oft bei MFT Records um eine schwedische, sondern um eine deutsche Band.
Um die Musik von CALLEJON, was aus dem spanischen ins deutsche übersetzt soviel bedeutet wie Sackgasse, zieht man auch am besten zwei deutsche Bands heran. Als erstes kamen mir die Metalcore Jungs von NARZISS in den Sinn, vielleicht liegt es an den häufigen zweistimmigen Metal-Gitarren, und kurz darauf erinnerte mich das ganze äußert positiv und ohne geklaut zu wirken an die großartigen YAGE aus Köln, nicht zuletzt wegen der Texte.

CALLEJON selbst beschreiben ihre Musik als scrEaMO-metal, für mich klingt es aber eher nach feinem Metalcore, mit den dazugehörigen Gitarrenleads, Moshparts und flottem Double-Bass Drumming, mit größtenteils geschrieenen, deutschen Texten mit einigen wenigen eingestreuten Gesangsparts. Womit ich auch schon bei dem einzigen Kritikpunkt der Platte wäre, die gesungenen Teile fügen sich irgendwie nicht richtig in die Musik ein und wirken zu gewollt und deplaziert. Ich hätte mir gewünscht, dass CALLEJON den Mut gehabt hätten auf die trendigen Sing Sang Parts zu verzichten und sich stattdessen lieber voll und ganz auf das wirklich gute Geschrei zu fokussieren. So bleibt ein wenig das Gefühl der Trendanbiederung, was aber auch nicht sonderlich ins Gewicht fällt, da wie gesagt nur wenige Gesangsparts in die Songs integriert wurden.
Herauszuheben ist, meines Erachtens nach, auch noch der Instrumental Song, welcher wirklich klasse in den darauffolgenden Song übergeht.
Von der Auswahl der Songs, über den guten Sound bis hin zum wirklich sehenswerten Coverartwork hat die Düsseldorfer Band fast alles richtig gemacht. Hätten sie sich gesanglich noch auf das Geschrei beschränkt wäre eine wirklich großartige Platte rausgekommen, die der Konkurrenz, wie NARZISS, o.ä. in nichts nachsteht.
Im Sommer gehen CALLJON übrigens auf Tour und ich bin mir ziemlich sicher, dass das Metalgemisch live ganzschön heftig abgeht und den ein oder anderen neuen Fan sichert. Wer solang nicht warten will sollte sich die Platte kaufen und schon mal fürs Moshpit üben. Fans von YAGE und NARZISS sollte die Band sowieso nicht mehr unbekannt sein.

Bushido ? 22.03.2005 ? Hannover Faust

31. Mrz 2005 | von Torben

Es ist gerade einmal ein paar Tage her, dass die Hiobsbotschaft bezüglich der möglichen Insolvenz des alternativen Veranstaltungszentrums Faust e.V. in Hannover umging. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass bei der Ankündigung eines BUSHIDO Konzertes sich bereits um 20:00 Uhr riesige Schlangen vor den Türen der Faust gebildet haben. Ausverkauftes Haus, und 700 erwartungsvolle Augen richten wenig später ihre Blicke in Richtung der abgehängten Bühne. Die Stimmung ist gut, als BUSHIDOS Stimme aus dem Backstage bereich erklingt und zunächst ein wenig DJing ankündigt.. Es vergeht eine knappe Stunde mit netten Ami-Beats bevor die Meute wieder ungeduldig wird. Wir befinden uns in mitten der Osterferien, was wohl auch das recht junge Publikum erklärt, dass sich vor der Bühne rumdrückt.

Als das Licht ausgeht ist das Getöse groß bevor wenig später der Vorhang fällt und BUSHIDO aka SONNY BLACK in Begleitung von SAAD die Bühne betreten. Ausgerüstet mit seiner Gordon Sport Lederjacke legt der Herr auch sofort los. Es ist zwar die "Electro Ghetto Tour" angesagt doch schnell ist ersichtlich, dass vielmehr "Carlo Cokxx Nutten II" auf dem Programm stehen. Natürlich dürfen auch die bewährten Hits wie beispielsweise "Electrofaust" nicht fehlen, bei dem erstmals die Crowd abgeht und die Hände in die Luft schmeißt. SAAD ist der neue Compagnion von BUSHIDO und hinterlässt einen guten Eindruck auf der Bühne. Das eingespielte Team treibt sein Spiel mit der Crowd bezüglich der Top 3 Städte der Tour, und das Publikum springt unmittelbar an. Die lautesten 3 Städte der laufenden Tour waren Köln, Frankfurt und Dresden und SAAD versichert immer wieder, dass Hannover verdammt laut ist und das Potential hat Frankfurt vom zweiten Platz zu stoßen, währen King BUSHIDO sich da nicht so sicher ist und eher skeptisch bleibt.

"Carlo Cokxx Nutten II" kommt jedenfalls blendend bei den Heads an und BUSHIDO, der immernoch auf der neuen deutschen Beef Welle reitet, punktet mit einem mit Punchlines vollgepackten FLER diss Track beste Güte. Natürlich hält der ?gute Jung? auch noch fest, dass er KEIN Aggro Berliner mehr ist und kommt nach weiteren Einlagen des neuen Albums schließlich zu "Electro Ghetto". Tja wie viele Männer braucht man für einen Gang Bang? BUSHIDO erklärt es auch ohne BASS SULTAN HENGZT und die Crowd feiert frenetisch. Auch im weiteren zeigen sich BUSHIDO und SAAD mit netten Anekdoten als sichere Entertainer, die von ihrem Leben in Hannover berichten. So verbrachte SAAD seine ersten Monate in Deutschland in einem Asylantenheim bei Hannover und auch BUSHIDO lebte
scheinbar für kurze Zeit in Linden. Naja mittlerweile hat es Hannover wohl auf den zweiten Platz der Top drei Städte der Tour gebracht und BUSHIDO singt accapella "die Hoffnung stirbt zuletzt" ohne CASSANDRA aber dafür für SAAD… Ein derart genialer Abend darf natürlich nicht ohne entsprechende Zugaben enden. Noch vor 24:00 Uhr bin ich erfreulicher weise zu Hause, denn nicht jeder Besucher des heutigen Abends drückt noch die Schulbank und hat Ferien. Mit den Gedanken an "Carlo Cokxx Nutten II" beginnt dann auch der nächste Arbeitstag. Mal schauen, ob Hannover sich in den Top 3 hält..

Kettcarfahren in der Mensa

31. Mrz 2005 | von Jakob

Ob es daran lag, dass ?Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen? in den Trendcharts auf Rang Zwei lag oder daran, dass die neue KETTCAR Platte so dermaßen gut ist, dass sich die Hamburger Schüler, die Hardcore Kids, die betrunkenen Proleten, die Punkrocker mit Ché-Shirt und die Kord-Sakko Studenten auf sie einigen können, dass das Konzert vom Jungen Theater in die Zentralmensa der Göttinger Universität verlegt wurde, weiß ich nicht. Sicher ist aber, dass in die Mensa mehr als 1000 Menschen hineinpassen und das ist für eine Stadt wie Göttingen schon mal ganzschön viel.
Was ist da los? Eine Hamburger Band, welche gerade ihr zweites Album auf dem eigenen Label rausbringt landet auf dem Visions-Cover, spielt fast überall vor ausverkauften Häusern und wird von allen und jedem abgefeiert.
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Millencolin – Kingwood

30. Mrz 2005 | von Torben

MILLENCOLIN sind wieder am Start. Für jemanden, dessen ersten punkigen Impressionen stark durch die Jungs von MILLENCOLIN geprägt wurden, gehört es zum Pflichtprogramm ein Ohr auf den regelmäßigen Output der Schweden zu werfen. "Kingwood" ist der nunmehr sechste, offizielle Studio Longplayer, über den man bereist im Vorfeld von einer Rückbesinnung auf die "alten Werte" munkelte. Und in der Tat präsentieren sich Sarcevic und Konsorten bereits beim Opener "Farewell My Hell" derart spielfreudig, und temporeich, dass einem die alten Tage wieder vor dem inneren Auge vorbeiziehen. Auch Frontmann Nikola Sarcevic besticht durch die leicht quäkigen Töne, auf die man bereits auf "Pennybridge Pioneers" größtenteils verzichtete und doch stets einen entscheidenden Wiedererkennungsfaktor besaßen. Die Solopfade scheinen Sarcevic absolut gut bekommen zu sein, denn nach dem doch sehr persönlichen, melancholischem Album scheint sein Herz wieder für den Melodycore der feinsten Sorte zu schlagen.

"Kingwood" ist das Dörfchen in dem MILLENCOLIN, wenn auch ohne Ska, ihrer Wurzeln gedenken. Bei dem Video zur Singleauskopplung "Ray" müssen sie dieses Dörflein auch gleich verteidigen, was ihnen letztendlich gelingt – MILLENCOLIN Fans müssen jedoch gar nicht erst großartig überzeugt werden, denn sie lieben die Band und ihren Sound. Nachdem
"Home From Home" doch ein großer Schritt in Richtung einer musikalisch gereifteren Band war und sich deutlich dem Rock'n'Rolligen Sound verschrieb, rudert man mit "Kingwood" doch schnell mal ein Stück zurück und versucht den Spagat aus alt bewährten und neueren Einflüssen. Auch wenn "Kingwood" vor Spielfreude nur so strotzt, sind die Texte häufig kritischer und nachdenklicher als man es von MILLENCOLIN kennt. Nichts desto trotz werden mit "Cash Or Clash", "Biftek Supernova" und "Mooseman´s Jukebox" astreine, hooklastige Punkrock Songs zum Besten gegeben, die die von MILLENCOLIN regelmäßig gefüllten Hallen in Bewegung bringen sollten. Jene, die sich an dem mit "Home From Home"
eingeschlagenen Pfad erfreut haben und gespannt auf die nächste Station der angetretenen Reise gewartet haben werden hier wohl nur bedingt zufriedengestellt, das Gros der Fans wird jedoch einmal mehr verzückt den Finger in die Luft strecken. Bleibt festzustellen, dass MILLENCOLIN als wohl bekanntester europäischer Genrevertreter wohl weiterhin die Einstiegsdroge für die Kids da draußen bleiben wird.

7/10

Hand To Hand Interview

28. Mrz 2005 | von benni

<b>Hello guys. A lot of people did not know anything about HAND TO HAND before your actual album “A Perfect Way To Say Goodbye”. Please give us a short introduction of HAND TO HAND.</b>
HAND TO HAND: We?re Rob(vox), Steve (bass), Brock (guitars), Zach (drums), and me Jay (guitars). We?ve been playing music together for what seems like forever. We?ve playing in what were different versions of Hand To Hand since 2000. Zach joined after he left As Friends Rust, and I was added later as a second guitarist. We?re just five people that love music so much that we couldn?t just listen to it. We had to write our own. So we write what we feel, or what comes our naturally. Aside from being honest with ourselves and our listeners, we want to bring back ?musical release? to shows where kids can come and go insane to release frustration, anger, and tension.
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Harmful : ZWISCHEN TYPISCH UND UNTYPISCH

25. Mrz 2005 | von Markus

Diese Band ist einfach nicht klein zu kriegen! Mit ?Sis Mases? bringt das Trio ihr bereits sechstes Album raus. Zur Überraschung aller zeigt sich Harmful von einer neuen Seite. Die Melodie hat Einkehr gefunden und steht der einstigen deutschen Vorzeige-Noiseband gar nicht mal so schlecht. Zugänglicher denn je ist es alle Male. Gerade diejenigen, die eh nicht viel mit Noise am Hut hatten, bekommen jetzt die Chance, einer der wichtigsten Band des Undergrounds neu für sich zu entdecken.

<b> Harmful anno 2005. Mit einem Satz bitte. </b>

Aren: Die Ankunft!

<b> Wie kommst du drauf? </b>
Aren: Ich habe das irgendwo über unsere neue Platte gelesen. Sagen wir so: Bei uns gab es immer diese zwei Welten. Die harte und die melodische Welt, die uns immer wieder dazu brachte, die Plattenfirmen zu überzeugen, unsere Platten zu veröffentlichen ohne selbst dafür zu zahlen. Es sind keine Kompromisse, es ist immer ein Kampf, um dort einen roten Faden rein zu bringen. Bei der neuen Platte ist es uns wirklich gelungen. Wir gehen halt viel mehr in eine melodische Richtung als zuvor.

<b> Liegt das an der Zusammenarbeit mit Kurt Ebelhäuser (Blackmail -Anm. des Verf.)? </b>
Aren: Auf jeden Fall. Ich habe dem Kurt immer schon gesagt, dass ich unbedingt mit ihm mal eine Platte machen will und dabei die Stärken beider Bands auf eine Platte zu bringen. Er ist ja derjenige, der mehr auf die Melodie Wert legt im Gegensatz zu uns, die wir kantig und hart sind. Die Mischung ist uns dabei sehr gut gelungen.

<b> Harmful lebt diesen Zyklus: Platte-Tour-Platte-Tour?.Ebenfalls gibt es einen Zyklus bei euren Labels. Nach SPV seid ihr jetzt bei Nois-O-Lution angekommen. </b>
Aren: Ja genau. Bei SPV war alles nicht so klar, wie es mit uns weitergehen sollte. Sie haben uns einige Angebote gemacht, die uns aber nicht wirklich vom Hocker gerissen haben. Sie wollten zuerst ?Art Of Rebellion? als Single raus bringen, um zu schauen, wie es so läuft. Aber das war uns alles irgendwie sehr unklar. Die neuen Sachen haben dem Arne (Label-Chef von Nois-O-Lution -Anm. des Verf.) sehr gut gefallen und er wollte das komplette Album mit uns machen. Dann fiel halt die Entscheidung, dass wir unsere Platte lieber da veröffentlichen, wo man zu 100% dahinter steht. Das war bei Nois-O-Lution so.

<b> Ich hab gelesen, dass du in Armenien warst. Welchen Eindruck hast du mitgenommen, den du konkret auf die Platte gebracht hast? </b>
Aren: Die typisch wirkende armenische Melancholie. Von dem, was rüber kommt, wirkt die Platte auch sehr persönlich. Wir haben versucht verschiedene Elemente einzubringen, die das Album verfeinern.
<b> Folklore? </b>
Aren: So kann man das nicht sagen. Vielmehr haben wir einige typische Instrumente benutzt und eingebaut. Wie zum Beispiel bei ?Interios?. Das hat alles prima geklappt und zeigt die neue Klangvariante von uns.

<b> Auf der Homepage eures Labels steht der Satz: ?Das Zeug zum Newcomer des Jahres, wenn nicht schon jeder den Namen im Regal hätte?. Euch gibt es jetzt seit 1992. Warum ist es immer so schwer gewesen, euch irgendwie einzuordnen? </b>
Aren: Das ist halt das Problem. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Viele Leute wollen halt bei der Musik immer Gewissheit. Das ist die Band und die Band macht den und den Sound. Wir haben jetzt die sechste Platte draußen und rückblickend kann man sagen, dass wir die ersten beiden Platten straight kompromisslos durchgezogen haben. Wir mussten unseren Horizont weiterentwickeln und ohne die Melodie ist es sehr schwer, heutzutage noch Leute zu überraschen. Dass wir eine harte und intensive Band sind, weiß jeder. Aber auf ?Sis Mases? wollten wir wieder ein Extrem weiter gehen und ein kompakteres Album hervorbringen. Zwar sind wir immer noch hart und intensiv, aber die Platte ist von vorne bis hinten melodiös. Es war für uns halt sehr wichtig, dass wir diesmal einen roten Faden hinkriegen.

<b> Wird diese Kompaktheit durch das Intro ?Sis? und dem Outro ?Mases? bestärkt, die die anderen Songs umschließen? </b>
Aren: Genau! Es ist uns sehr wichtig wie die Platte anfängt und wie sie endet. Es soll eine Reise sein. Ich finde schon, dass sehr viel Abwechslung drauf ist. ?Tempted To Complete? ist eine ziemliche Bass-Nummer. So was hatten wir bis dato auch noch nie gehabt. ?What You Will Find Is? hingegen ist ein typischer Harmful-Song, wenn man so will, und mit Art Of Rebellion? haben wir den poppigsten Song drauf, den wir je geschrieben haben.

<b>?Art of Rebellion? ist sicherlich ein untypsicher Song für euch. Aber warum wird gerade dieser auf diversen Samplern und auf eurer Homepage angeboten? </b>
Aren: Um die Leute halt zu provozieren. ?Expect the unexpected? ist eigentlich ganz gut. Natürlich werden einige alte Fans erschreckt sein. Aber wer sich die Platte holt und den Zusammenhang hört, wird schon merken, dass wir immer noch Harmful sind, aber einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht haben.

<b> Wer sich das Cover von ?Sis Mases? anschaut und es mit den anderen vergleicht, dem fällt auf, dass die typischen Harmful-Farben nicht mehr vorhanden sind. </b>
Aren: Genau. Wir wollten auch mit dem Cover diesen Bruch verdeutlichen. Eigentlich wollten wir das Cover-Artwork schon bei ?Sanguine? verändern. Damals haben wir realisiert, dass zu viele private Probleme dazwischen standen, um das noch zu ändern. Jetzt hatten wir halt mehr Zeit gehabt und konnten uns auch damit beschäftigen.

<b> Ist dieser Bruch auch als eine Art Befreiung zu verstehen? </b>
Aren: Nee, nicht als Befreiung. Wir haben einfach nur unseren Horizont erweitert. Du darfst nicht vergessen, wie viele Bands bringen sechs Platten raus ohne nie richtigen Erfolg zu haben? Keine, oder? Wie haben sechs Platten aufgenommen, weil wir unsere Musik lieben und nicht stehen bleiben. Wenn du eine Band bist, die mit dreimal der selben Platte erfolgreich ist, ist es einfacher weitere Platten in diesem Stil zu machen. Aber bei uns war es halt immer schwierig, da uns die Leute nie so richtig einordnen konnten. Wir haben es noch nie so einfach gehabt, mit der neuen Platte Leute zu erreichen, die von Harmful zuvor noch nie was gehört haben. Bis jetzt kommt ?Sis Mases? bei den Medienvertretern sehr gut an. Wie auch bei denen, die uns nie so richtig einordnen konnten. Es ist viel zugänglicher geworden. Dennoch ist ?What You Will Find Is? durch und durch ein typischer Harmful-Song, der uns gleich zuordnet.

<b>? Another Useless Try? wolltet ihr erst gar nicht auf die Platte nehmen. Warum? </b>
Aren: Das stimmt. Aber Guido hat gesagt, dass der Song drauf muss.
<b> Guido Lucas war dabei? </b>
Aren: Er ist immer dabei. Ich mag ihn ja sehr und frage ihn oft. Er ist auch für die Reihenfolge der Songs verantwortlich und hat auch einige Stücke gemischt. Er war der Meinung, dass ?Another Useless Try? ebenfalls ein untypischer Harmful-Song sei und darum drauf muss. Ich wollte anfangs auch nicht ?Art Of Rebellion? auf der Platte haben. Ich empfand es als sehr schwer, dass solch ein Song auf die Platte muss, um Leute zu überraschen. Das in positiver Hinsicht. Es ist zum Vergleich zu ?Sanguine? das krasse Brett. Viele dachten, wir würden jetzt eine noch härtere und rauere Platte machen, aber wir haben uns für das Gegenteilige entschieden.

<b> Zum Abschluss: Welchen Song von der neuen Platte würdest du demjenigen empfehlen, der richtig down ist? </b>
Aren: Ich würde sagen?.?Tempted To Complete? oder ?What You Will Find Is?

Interview vom 19.03.05 ?Köln, Live Music Hall

A PARTY FORMERLY KNOWN AS LA CHAISE DU ROCK

19. Mrz 2005 | von benni

Die Türen einer alten Legende mit dem Namen Oper werden sich Ende April unter dem Banner des einsB wieder öffnen und wir sind wieder mit dabei. Ladies and Gentlemen: ASTRA KID.
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Schweden Hardcore auf Deutschland Tour

17. Mrz 2005 | von Jakob

Die großartigen TRAKTOR aus Schweden beehren wieder deutsche Bühnen. Wer die Band nicht kennt, sollte schleunigst seine Freunde zusammensammeln, auf eine der sechs Deutschlandshows gehen und sich die grandiose Mischung aus chaotischem Hardcore und eingestreuten Meoldien live ansehen. Falls es jemand braucht: klingt wie REFUSED, JR. EWING und GRIZZLY TWISTER im Mixer. Chaotisch und mitreißend wie kaum eine andere Band!! Hingehen ist Pflicht.
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Hardcore 2005 – Das R.A.B.core Festival in Trendelburg

17. Mrz 2005 | von Jakob

Das RAB-Core Festival, welches letztes Jahr noch ?Rockin? all Boundaries? hieß, geht also nach dem erfolgreichen Start im letzten Jahr in die zweite Runde. Wo vor zwölf Monaten noch ausschließlich lokale Bands antraten, sollten am 5. März diesen Jahres etwas bekanntere Hardcore und Metal Bands das Line Up bekleiden.
Den Anfang machten aber zwei lokale Bands. MY AGONY aus Trendelburg, welche auch Veranstalter des Festivals waren, spielten gute 45 Minuten ihren Mix aus Metallica beeinflusstem Trash-Metal, Gitarrensoli und einem Schuss Hardcore. Als dann noch ein Rap-Part hinzukam wurde mir das ganze dann aber doch zu wild, vielleicht sollten MY AGONY sich mehr auf die wirklich sehenswerten Fähigkeiten ihres Gitarristen beschränken anstatt immer mehr Stile zu integrieren. Die schnellen Gitarrenläufe und Riffs wirkten einfach stimmiger als die Mosh Parts mit Hardcore Anleihen und Hip Hop Plattitüde.
Danach folgten die im Trendelburger Kreis sehr beliebten GLOBAL POLLUTION. Es wurde klassischer HATEBREED Hardcore mit vielen Mosh Parts und selten eingestreuten Melodien geboten. Aus gesundheitlichen Gründen musste einer der zwei Sänger absagen, sodass der übriggebliebene Shouter alle Parts allein beisteuern musste. Ohne die entschuldigenden Ansagen hätte man sicherlich nicht gemerkt, dass das nicht die originale Konstellation ist ? die ?fremden? Gesangsteile kamen tight und ehrlich rüber. Bei GLOBAL POLLUTION war vor der Bühne auch dann das erste Mal ein Moshpit zu beobachten.
Die Kids, die im Scheinwerferlicht die ersten Gehversuche in Sachen Pitacting unternahmen, haben den Bogen aber leider des Öfteren überspannt. Mehrere Jungs wurden mit blutigen Gesichtern und aufgeplatzten Lippen nach draußen gebracht. Irgendwie fehlt manchen Deppen halt einfach die Balance zwischen Pitfight und Rücksicht. Das ist nicht das worum es bei Hardcore geht, verstanden haben das aber noch längst nicht alle.
Aber eine Hardcore Show war es auch nicht wirklich, das Publikum glich eher dem eines Jahrmarkts. Kleine Mädchen mit extrem viel Schminke im Gesicht und noch mehr Haarspray in den Haaren standen neben Jungs mit Böse Onkelz T-Shirts und Feuerwehrhosen. Seine Getränke musste man sich mit Marken an einer Bar holen, an welcher, so schien es, der örtliche Angelverein bediente und vor der Tür war doch tatsächlich ein Pizzastand aufgebaut. Immerhin kamen aber circa 500 Menschen zur Veranstaltung und bescherten den Veranstaltern so volle Kassen.

Auch GLOBAL POLLUTION spielten relativ lang. Danach folgten die fünf Hardcorer von ADJUDGEMENT, welche mich mit ihrem hohen Geschrei an BROTHER?S KEEPER erinnerten, was ja beileibe kein schlechter Vergleich ist. Der Sound war wesentlich fetter als bei den beiden vorrangegangen Bands und ADJUDGEMENT boten eine tighte Performance. Manchem war das gebotene zu stumpf und langweilig, mir gefiel der Power Hardcore der Jungs aber ziemlich gut, sodass mir die lange Spielzeit nicht so bitter aufstieß. Nach einer Dreiviertel-Stunde war auch dieser Auftritt vorüber und die Kids im Pit konnten sich ein wenig ausruhen.
Es folgte die Metalcore Band CROWLEYS PASSION. Warum sich aber mittlerweile fast jede Metal Band ein ?core? dranhängt ist mir unbegreiflich. Im Prinzip war das dargebotene purer (Death)Metal mit tiefem Geschrei, massig Gitarrenläufen und schnellem Drumming. Technisch waren CROWLEYS PASSION die wohl beste Band des Abends. Aber mit einer Spielzeit von einer knappen Stunde zehrte die Musik schon stark an meinen Nerven, da war einfach zu viel Metal im Spiel, als das ich mich dafür begeistern könnte. Die Metaljünger in der ersten Reihe hatten aber sichtlich Spaß und schüttelten ihre Haare um die Wette.

Was dann kam ist kaum in Worte zu fassen. Eine zehnköpfige Hip Hop Crew hat wahrscheinlich nicht mal halb so viele Goldketten wie die Ruhrpott Combo EMBRACED BY HATRED. Mit zackigen Metalgitarren, Trainingshosen, Feinrippunterhemden und den eben erwähnten Goldketten ausgestattet betraten die Proleten des Abends die Bühne um ihre nicht gerade originelle Musik auf die Zuschauer loszulassen. Geboten wurde genau das, was ich erwartet hatte: tougher Ruhrpott Hardcore mit einer peinlich Metalkante. Für eine Überraschung sorgte aber der mit dem zweiten Song einsetzende latente Hip Hop Einfluss. In fast jedem Song wurde zu klischeebehafteten E-Moll Moshparts gerappt, nur um danach wieder das prollige New York Hardcore Geschbrüll auszupacken. Alles in allem war die Performance einfach nur lächerlich und einfach nicht ernstzunehmen, leider tat die Band aber genau das.
Irgendwie war es bezeichnend für den Abend, ein trauriger Höhepunkt dessen, was Hardcore 2005 bedeutet. Apropos Hardcore: dass Straight Edge mittlerweile wieder sehr angesagt ist wusste ich ja schon, aber der neueste Trend sieht wie folgt aus: X auf der einen, Bier in der anderen Hand, Oberarmtribal und deshalb nur den einen Ärmel hochgekrempelt, Böse Onkelz T-Shirt, Feuerwehrhose und Springerstiefel… Hier läuft irgendwas verdammt falsch!!
Als letzte Band boten SETTLE THE SCORE ihre Hardcore Show im TERROR Stil. Die großen Vorbilder sind da vermutlich die bösen Jungs aus Los Angeles, welche hier gekonnt im leicht abgewandelten Format wiedergegeben wurden. Das wirkte alles sehr professionell, aber aufgrund der schon sehr späten Stunde waren die Leute vor der Bühne doch etwas müde und gingen nicht mehr gebührend mit der Musik mit. Um die Kids noch mal zu etwas mehr Action anzuspornen machte der SETTLE THE SCORE Sänger dann die wohl beste Ansage des Abends: ?Das hier ist Hardcore!? Dass er damit aber so dermaßen falsch liegt hat er wohl selbst gar nicht gemerkt.
Die Musik war, mit Abstrichen, so ziemlich das einzige an diesem Abend, was in irgendeiner Form Hardcore war. Schade, denn einige wenige haben sich sicherlich auf einen schönen Hardcore Abend gefreut. Den übrigen Gästen wird es wohl gut gefallen haben, war doch alles vorhanden, was man auch auf einem Schützenfest findet.
Hardcore 2005 ? mach dich auf was gefasst…

Good Charlotte: Happy Hour im Kindergarten

16. Mrz 2005 | von Markus

Vor zwei Wochen standen gerade mal 70 Leute im Underground als The Explosion die Bühne betrat. Als Support von Good Charlotte waren es 2000 kreischende Teenies, die die Bostener empfingen.

Ob sich die Band damit einen gefallen getan ist schwer zu sagen. Obwohl die Teens sicherlich keinen Song kannten, geschweige überhaupt je was von The Explosion gehört haben, ging es getreu dem Motto: "Scheiss egal…Hauptsache laut" sichtlich ab. Die Arme wurden gen Himmel erhoben und die Teufelshörnchen gingen gleichmäßig im Takt hoch und runter. An jedem Arm diverse Nietenbänder und fertig war wohl das Bild des "wahren" Punks. The Explosion spielten gelassen ihr Set runter vergaben kleine Tipps zum sichern Umgang im Pit. Na ja, sofern man von einem Pit sprechen kann. Vielmehr war es ein Haufen voller kreischender Teens, die sich die besten Plätze für den Hauptact sichern wollten. The Explosion war nicht schlecht, aber zum Gig im Underground war es an diesem Abend kein Vergleich. Es ist einfach nicht das passende Publikum gewesen.

Nach einer doch recht langen Umbaupause und der Erkenntnis, dass man "Oben-Ohne" nicht herum laufen durfte, ermahnte ein Ordner zwei halbstarke Jungs dazu ihr T-Shirt wieder anzuziehen. Schließlich sind hier Minderjährige, denen man diesen Anblick nicht zumuten wollte. Die Jungs taten es nicht und tauchten im Gedränge wieder unter. Ordnung muss sein, dachte sich da wohl einer, selbst auf einem Punkrockkonzert. Obwohl der Begriff Punkrock bei Good Charlotte definitiv nicht angebracht ist. Man soll es lieber als Pop bezeichnet der eine leichte Attitüde des Punks vorweist. Nur wo ist diese Attitüde? Good Charlotte ist eine Boy-Group, wie man sie von anderen Musiksparten her kennt. Gut, die Jungs können ihre Instrumente halten. Das taten sie dermaßen statisch, dass der Anblick richtig langweilig wurde. Das wenige ?rocken? war ja nun wirklich nicht der Rede wert. Einzig der in weiß gekleidete Frontmann Joel hüpfte ein wenig und fuchtelte mit seinen Armen herum. Dabei zwinkte er freudestrahlend in die vorderen Reihen, die nach und nach in Ohmacht fielen. Die abgedroschensten Floskeln zwischen den Songs ?The World is Black? über ?Hold on? bis hin zu aktuellen Single ?I Just Wanne live? wirkten noch abgedroschender denn je. Wer braucht schon solche Ansagen, dass man nach Deutschland ziehen möchte, um die Frau seines Lebens zu finden? Egal. Es wurde weiterhin nur gekreischt. Wo war eigentlich Ole Tillmann von Top Of The Pops??? Sein dämliches Dauergrinsen hätte noch gefehlt. Besonders bei der Organisation des Circle Pits, den wollte Good Charlotte nämlich sehen. Wie das endete ist nicht die Rede wert, von einem ?Circle? war schließlich nix zu sehen.
Boy-Groups sollen tanzen und die neusten Modetrends präsentieren. Sie sollen nicht mit der Gitarre in der Hand auf einer Bühne stehen und so tun als seien sie Punk. Schließlich sind Nu Pagadi auch kein Metal. Umso erstaunter muss man bei Good Charlotte darüber sein, dass diese Band trotz ihres Marketings bei Kollegen (u.a Roger Miret von Agnostic Front) menschlich, nicht musikalisch, hoch im Kurz liegt.
Was kann man daraus schließen? Alles und jeder hat seinen Preis. Schade für das Publikum, sie hätten was Besseres verdient gehabt. Da konnten auch The Explosion den Karren nicht aus dem Dreck ziehen. Einzig ?Lifestyles Of The Rich & Famous? war ein netter Song eines doch recht langweiligem Konzertes.

(07.03.2005, Köln, E-Werk)

Foto: Markus Tils

The Academy is… – Almost Here

12. Mrz 2005 | von Torben

THE ACADEMY IS? stammen aus Chicago und haben ihren weg auf das Florida Label Fueled By Ramen geschafft. Zu Label Mates wie FALL OUT BOY oder PUNCHLINE passt der recht cleane und eingängige Poppunk Sound der fünf Jungs von THE ACADEMY IS… auch wie die Faust aufs Auge und da ist es kein Wunder, das man fast das gesamte Jahr 2004 mit Bands wie FALL OUT BOY, MIDTOWN, LESS THAN JAKE, MATCHBOOK ROMANCE oder ARMOR FOR SLEEP auf der Straße verbrachte. "Almost Here" ist der Name des Full Length Debüts, welcher sich so herrlich an den Bandnamen reiht. 10 Tracks voll catchy Hooks und einer sauberen Emo-Stimme von Frontmann William Beckett erinnern an MIDTOWN zu ihren besten Zeiten und besitzen absoluten Ohrwurmfaktor. Schöne Verse, die sich wahlweise im flotten Upbeat Tempo bewegen oder auch mal kleinere Math Rock Anleihen aufweisen, sich jedoch durchgehend in ihrem poppigen Rahmen bewegen, versprechen einen konstanten Hörgenuss. Der sich stets anschließende Ohrwurm-Chorus katapultiert das Ganze dann wieder in eine Gruppe von Bands die so ähnlich klingen und man schnell mal verwechseln könnte. THE ACADEMY IS? haben gehöriges Potential und die Spatzen pfeifen ja schon etwas von einem Major Deal von den Dächern. Ein schönes poppiges Album, das auf den Frühling hoffen lässt.

7/10

Verlosung zur "Where The Bad Boys Rock Tour 2005"

10. Mrz 2005 | von Robert

Vom 24.03.2005 an läuft sie wieder, die Rock´N Roll Festival Tour von People Like You Records. Dieses Jahr mit dabei sind MAD SIN, US BOMBS, THE GENERATORS, DISTRICT, DEADLINE und THE DEEP EYNDE.
Passend zu dieser Tour hat uns People Like You in Zusammenarbeit mit Starkult Promotion fünf tolle Toursampler zur Verfügung gestellt, wo alle sechs Bands mit je einem Song, meist mit ganz neuen, MAD SIN gar mit einem noch nicht veröffentlichen, vertreten sind.
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Never Heard Of It – 11 Days

6. Mrz 2005 | von Torben

NEVER HEARD OF IT wurden im UK bereits als das nächste Große Ding gehandelt. Das Ami-Quintett hat es bisher auf eindrucksvolle Weise geschafft als ungesignte Band mehr als 70.000 Cds über die Theke wandern zu lassen und 9 U.S. Touren selber zu finanzieren. Der Do-It-Yourself Gedanke wird bei den Poppunkern anscheinend groß geschrieben und nach wiederholter Präsenz auf der Warped Tour geht man mit "11 Days" in die nächste Runde der selbstgestrickten Erfolgsgeschichte. Das Album erscheint auf dem eigenen Label, Unmotivated Records, und wenn ich mir den Sound der Jungs anhöre, verstehe ich den ganzen Independent Gedanken nicht wirklich, denn NHOI machen doch recht kommerziellen und absolut radiotauglichenmelodischen, emotionalen Poppunk, der sich wunderbar in ein Mixtape zwischen NEW FOUND GLORY, FALLOUT BOY und GOOD CHARLOTTE schieben lässt. Persönlich kann ich mich damit absolut anfreunden und Frontmann DJ Dell?Osa legt die richtige Emotionalität in seine Stimme, dass ihm die weibliche Anhängerschaft bereits garantiert ist. 11 hooklastige Songs zwischen absoluter Catchyness und Mitsingrefrains machen keine Fehler und flutschen geschmeidig in meine Gehörgänge, wo sie nicht so schnell wieder rauskommen. Natürlich gibt es ähnliche Musik schon Palettenweise, doch ich höre es immer wieder gerne, wenn eine Band alles richtig macht und noch das Fünkchen Eigenständigkeit durchblitzt. Als kleine Bonus bekommt man auf der enhanced CD mit 3 live Videos auch noch was aufs Auge.

Die große Best of Show

6. Mrz 2005 | von Markus

Soll man sie als ein Phänomen bezeichnen? Jimmy Eat World mauserte sich von Jahr zu Jahr vom Geheimtipp bis hin zur Superband, die an diesem Abend das Palladium in Köln füllte. Und an dieser Stelle noch etwas über Jimmy Eat World zu schreiben wäre wie Eulen nach Athen tragen. Also gleich zur Sache:

Unter brennendem Applaus betraten Jim Adkins, Rick Burch, Zach Lind und Tom Linton die Bühne, nahmen ihre Instrumente und legten gleich mit ?Bleed Amercian? los, der begeistert aufgenommen wurde – gefolgt von ?Blister?. Was für ein Anfang, der die Leute gleich auf Hochtouren brachte. Der erste Song des neuen Albums war ?Future?, dem wiederum ?Nothing wrong? folgte. Zwar wurden die neuen Songs euphorisch abgefeiert, doch ließ einem der Gedanke nicht los, dass gerade hier die entsprechende Durchschlagskraft fehlte. Auch die Band ging energischer bei den alten Songs zur Sache. Umso besser, dass der Abend mehr oder weniger zu einem ?Best of? ?Abend wurde. Passend zur Musik war die Lichtshow sehr schon gewählt. Die Einstellung, dass sich ein Stern auf der Bühne befand, passte wirklich und unterlegte die besondere Atmosphäre. Wo andere Musiker ihr Publikum animieren, ließen Jimmy Eat World einfach ihre Musik für sich sprechen. Hier gab es keine große Show, kein Entertainment. Das wesentliche war die Musik, von der es jede Menge an diesem Abend gab. Das war genug Animation, um seine Alltagssorgen hinter sich zu lassen. So feierte man ausgelassen. Es war alles erlaubt was Spaß machte. Die Menge klatschte, tanzte, sprang und sang bei allen Songs mit. Jeder, der konnte, nahm seine Partnerin in den Arm und gab der Liebe frische Impulse. Überall nur glückliche Gesichter. Der Spannungsbogen saß straff bei Songs wie ?Lucky Denver Mint? und ?The Middle? und unterstrich die enorme Klasse dieser Band.
Nach dem obligatorischen ersten Abschied bedankte sich Jim Adkins vom ganzen Herzen beim Kölner Publikum. Schließlich feierten Jimmy Eat World ihren ersten Europa Auftritt in der Domstadt und die ist deswegen auch mit daran Schuld, dass viele Köln als Emo-Hochburg bezeichnen. Das Ende bestand noch einmal aus grandios performten Songs – darunter ?The Sweetness? ?Your New Aesthetic? und natürlich der neuste Hit der vier Jungs aus Arizona ?Pain?.
Aus die Maus! Wie immer ein Hammer-Konzert, wie man es von Jimmy Eat World her kennt und mittlerweile gewohnt ist. Jedes Mal ein schönes Erlebnis

(Köln, Palladium 27.2.2005)