Die DEAD PLAYBOYS sind wieder einmal eine von den unzähligen Rock´N Roll Bands aus dem Norden Europas, genauer aus Schweden, woher sonst? Aber hinter dieser Band steckt mehr. Denn ihr Debüt ?Last Call For Alcohol? sollte ursprünglich bereits im Oktober 2004 erscheinen, doch Ende September verstarb Sänger Rasmus im Alter von 21 Jahren bei einem Unfall. Alle Pläne lagen auf Eis, doch mit einem neuen Sänger kommt ihr Debüt nun dennoch heraus, als eine Art ?Tribute to Rasmus?. Tourneen etc. sind jetzt auch wieder in Planung.
Und es ist gut, dass sich die Jungs aus Nacka bei Stockholm dazu entschlossen haben, weiterzumachen und ihr Album ?Last Call For Alcohol? doch noch herauszubringen. Eine Band unter vielen? Das trifft bei den DEAD PLAYBOYS nur bedingt zu. Denn dieses Album ist ein sehr starkes Stück Rock´N Roll geworden. Die DEAD PLAYBOYS schaffen es hier Einflüsse von Bands wie TURBONEGRO, MISFITS und SOCIAL DISTORTION mit eigenen Ideen zu verknüpfen und so eine derbe rockende Scheibe zu kreieren, die immer manchmal ein wenig an SMOKE BLOW erinnert.
Von der ersten bis zur letzten Sekunde geht hier die Post ab, darf abgetanzt und abgefeiert werden, denn ?Last Call For Alcohol? ist ein wirklich gutes Power Rock´N Roll Album geworden. Lediglich die 25 Minuten Spielzeit lassen Raum zur Kritik, ansonsten verdient sich dieses Album das Prädikat: Besonders Wertvoll!
Man darf gespannt sein, in welche Richtung sich die DEAD PLAYBOYS nun entwickeln, und inwieweit der neue Sänger seinen Vorgänger Rasmus, den Mann mit der Superröhre, ersetzen kann. Sehr großes Potential ist auf jeden Fall vorhanden.
Dead Playboys - Last Call For Alcohol
29. Apr 2005 | von RobertDisco Ensemble - First Aid Kit
29. Apr 2005 | von Robert?Viper Ethics? hieß das Debüt der vier Finnen von Disco Ensemble, die mir bis vor gut sechs Wochen noch völlig unbekannt waren, bis das Re-Release von besagtem Debüt auf meinem Schreibtisch landete. Allerdings sagte es mir mit seinem typischen Skater Poppunk, mit emotionalen Touch nicht zu und so wanderte die Scheibe weiter. Ein paar Wochen später landete nun das neue Album der Finnen ?First Aid Kit?, erschienen bei Fullstream Records, ebenfalls auf meinem Schreibtisch und verschwand bis vor wenigen Tagen erst mal unter einem großen Haufen an Papieren und CDs, bis ich es wieder entdeckte und einfach mal in den CD-Player schob. Und schon nach wenigen Sekunden drehte ich automatisch die Anlage lauter. Nach dem ersten Hören folgte gleich Durchgang Nummer zwei und danach Nummer drei. Denn was Disco Ensemble auf ?First Aid Kit abliefern ist wirklich ein Ohrenschmaus der Sonderklasse. Disco Ensemble entwickeln ihr erstes Album so konsequent weiter, dass man annehmen muss, dass da jemand erwachsen geworden ist. Aus dem Durschnittspoppunk wurde emotionaler Punkrock mit viel Tiefgang, Atmosphäre und großartigen Melodien, die auch mal Gänsehaut verleihen, vor allem wenn Sänger Mikka Koivisto die langsamen Parts singt. Nicht zuletzt wird dieser Gesamteindruck durch die Keyboard Parts noch verstärkt. Besonders Songs, wie ?We Might Fall Apart?, ?Drop Dead Casanova? und der Titelsong ?First Aid Kit? sind Hammersongs, die es hervorzuheben gilt und die man sicher bald auf vielen Tanzflächen hören wird. Disco Ensemble sind für mich bis jetzt die Überraschung des Jahres und dieses Album ist der Hammer schlechthin. ?First Aid Kit? fasziniert und zieht in seinen Bann, aus dem man so schnell nicht mehr los kommt. Überzeugt euch. Von mir gibt?s die Höchstnote!
10 von 10
Alix - Ground
29. Apr 2005 | von RobertALIX sind eine der wenigen Stoner-Wüstenrock Bands, bei denen eine Frau singt und gleichzeitig Mastermind und Chef im Ring ist. Die Italienerin Alice Albertazzi gründete ALIX im Jahre 1995. Seitdem wurden das Line-Up der Band ein paar Mal verändert, drei komplett auf Italienisch gesungene Alben aufgenommen und veröffentlicht und schließlich ein Deal mit Go Down Records unter Dach und Fach gebracht, auf dem nun das erste komplett in Englisch gesungene Album ?Ground? von Alix erschien.
Musikalisch klingen ALIX für Stoner Rock nicht untypisch. Die Band hat eine gehörige Portion Blues geladen, spielt die meisten Songs im Midtempo und ist hörbar von Bands wie BLACK SABBATH, ST.VITUS oder KYUSS beeinflusst. Musikalisch wir also eher Standard geboten, allerdings setzt die Stimme von Alice Albertazzi dem Ganzen die Krone auf und überrascht auf voller Linie. Mal etwas rauer, mal etwas melodischer, trifft Alice den Zahn der Zeit und macht Alix so zu einem eher ungewöhnlichen aber guten Italienexport. Einige ausgesprochen gute Songs, wie ?Out Of Signs?, und ?Money? sind das Ergebnis. Wenn jetzt noch eine Spur mehr Eigenkreativität und Schnelligkeit in die Musik mit einfließen würde, können Alix ungehindert ihren Vormarsch auf den Stoner Olymp fortsetzen.
7 von 10
American Heartbreak - You will not be getting paid - Doppel CD
29. Apr 2005 | von RobertAMERICAN HEARTBREAK kamen mir mit ihrem Album ?Postcards From Hell? schon vor einigen Jahren unter die Augen, als ich diese Band live in Hannover bewundern durfte. Das nun vorliegende Werk beinhaltet ein Re-Release von ?Postcards from hell? und einem früheren Werk ?You Will Not Be Getting Paid?, auf dem die erste EP der Band, Livesongs und ein paar Raritäten zu finden sind. Die seit 1996 existierende Band hat auf diesem Re-Realese also genügend nette Songs aus dem Punkrock/ Rock´N Roll Bereich zusammengefasst, um neue Hörer zu gewinnen. Dabei sind American Heartbreak keine Kopie, sondern verbinden Punkrock, mit Glamrock und Rock´N Roll und lassen vor allem der Melodie viel Platz und Raum. Genau so muss Punkrock sein, und wie vor einigen Jahren, als ich ?Postcards From Hell? zum ersten Mal hörte, gefallen sie mir auch heute noch verdammt gut. Nur wird?s aber, mal endlich Zeit für eine neues Album, neue Songs und sicher auch eine etwas bessere Produktion!
Various Artists - Bad Boys For Life - Doppel DVD
22. Apr 2005 | von RobertPeople Like You Records gehören zu den besten Rock´N Roll und Punk Labels Europas. Und so war es auch nicht weiter verwunderlich, als vor gut zwei Jahren im April, kurz vor Ostern auch die erste People Like You Festival Tour durch Deutschland und andere Länder lief, die dieses Jahr ihre dritte Auflage hatte.
Kurz nach dem diese dritte Auflage mit Bands wie MAD SIN, US BOMBS und DEADLINE beendet ist, bringt PLY ihre erste DVD auf den Markt. Das Teil heißt ?Bad Boys For Life? DVD und ist eine Doppel-DVD.
Teil eins dieser DVD befasst sich intensiv mit der People Like You Eastern Festival Tour 2004 und beinhaltet Liveaufnahmen des Konzertes in Bochum. Für mich, der vor einem Jahr sehr gerne auf eines der Konzerte gefahren wäre, aber aufgrund widriger Umstände nicht fahren konnte, ist diese DVD natürlich ein Highlight. Los geht es mit sechs Songs der BONES. Wie immer wird von einer der besten Bands aus dem Genre Punk´N Roll eine sehr gute Show geboten, während Songs wie u.a. ?Screwed, Blued and Tatooed?, ?Home Sweet Hell? und ?Memphis 77? zu sehen sind. Ein wirklich guter Anfang dieser DVD, auf den nach einem kurzen Ausklang mit Backstagebildern der Bones, Band Nummer zwei DEMENTED ARE GO folgt. Eine der führenden Psychobilly Bands wird bereits bei ihrem Empfang am Flughafen gezeigt, bevor dann auch von Ihnen sechs Songs live performt werden. Und DEMENTED ARE GO sind eine richtig gute Liveband, mit viel Power einer guten Show und interessanten Outfits, sprich aufgemalten Einschusslöchern usw. Kannte ich DEMENTED ARE GO vorher nur vom Hörensagen, bin ich nach diesen Bildern ihres Konzertes doch schwer angetan von den Amerikanern.
Danach geht?s weiter mit acht Songs von DIE HUNNS, wie THE HUNNS sich mittlerweile nennen. Und war ich nach dem Volleinstieg von Oberpunkröhre Duanne Peters doch ein wenig skeptisch, gefiel mir ihr letztes Album ?Long Legs? schon ganz gut, bestätigt sich dieser Eindruck auch live, denn die Ausschnitte ihres Gigs gefallen gut, auch wenn es schwer ist sich auf die Musik zu konzentrieren, wenn immer wieder ex- NASHVILLE PUSSY Bassistin Corey Parks mit einladendem Dekoltee im Bild auftaucht. Ansonsten aber weiß dieser Auftritt zu überzeugen!
Abgerundet wird DVD eins mit dem Auftritt der Kanadier von DAMNATION. Auch die können mit ihren sieben gezeigten Songs überzeugen. Fand ich schon ihr letztes Album ?The Unholy Sounds Of Damnation? sehr gut, können die vier Horror Punker dieses live nur bestätigen und besonders mit ?California Demons? und ?Lord Of The Flies? punkten.
Begleitet von Backstageaufnahmen und anderen Hintergrundbildern, ist diese Live-DVD sehr gut aufgemacht und zeigt welches Potential in allen vier Livebands steckt. Sehr gute DVD bis hierhin.
Denn PLY hat sich für diese DVD noch ein besonderes Schmankerl ausgedacht und eine weitere DVD drangehängt. Auf der Bonus DVD finden sich eine ganze Reihe Videos von Bands, die auf PLY beheimatet sind, wie die BONES, AMERICAN HEARTBREAK, THE REVOLVERS, MAD SIN, DEADLINE, SUNRIDE, THE GENERATORS, THE SPOOK, DIE HUNNS, THUG MURDER u.a. Außerdem findet sich eine fünfzehnminütige Dokumentation über die Hintergründe der GENERATORS aus L.A. auf der DVD. Als Highlights muss man die Videos von DEADLINE und den BONES ansehen, aber auch die anderen Videos sind sehr nett anzuschauen.
PLY haben hier eine Doppel-DVD auf den Markt gebracht, die sich wirklich lohnt, denn hier gibt es gut 150 Minuten satten Rock´N Roll und Punkrock auf Augen und Ohren. Uneingeschränkte Empfehlung von mir, denn dieses DVD ist schon jetzt ein Highlight dieses Jahres.
9 von 10
Dropkick Murphys - Singles Collection Vol.2 1998-2004
22. Apr 2005 | von RobertSeit 1998 sind die Dropkick Murphys nun schon dabei. Vier Studienalben, ein Livealben und einen Sänger später kommt die ?Singles Collection Vol. 2? auf den Markt, die aber nicht als klassisches Best Off Album gelten darf, sondern Raritäten, Coversongs und Compilationssongs beinhaltet.
Gerade bei solchen Alben weiß ich immer nicht so genau, was ich davon halten soll. Denn mir fehlt immer wieder ein bisschen die Notwendigkeit von solchen Alben. Okay, es ist sicher ganz nett ein komplettes Album zu haben, auf dem die Songs der letzten EP ?Walk Away?, alte Split Songs mit Oxymoron und The Buisness drauf sind, gemischt mit Cover Songs von Motörhead ?Rock `N Roll? und AC DC ?It´s A Long Way To The Top?, Misfits ? Halloween?, Cock Sparrer ?Watch Your Back? oder Sham 69 ?Hey Little Rich Boy? usw.
Allerdings haben viele dieser Coversongs einfach nicht das Format der Originale und daher eigentlich eher überflüssig. Besonders ?Rock `n Roll? ist einfach eine schlechte Version.
Die Sammlung der Raritäten, Split-EP Songs und B-Seiten ist dagegen ganz nett, da man diese Songs, die nicht jeder haben kann, mal komplett zusammen auf einem Album findet.
Daher hat die Singles Collection Vol. 2? Höhen und Tiefen. Trotz der ganz guten Sammlung an raren Stücken, stoßen die vielen doch eher plumpen Coversongs ein wenig übel auf. Daher kann ich die Notwendigkeit dieses Albums auch jetzt immer noch nicht erkennen. Wohl wirklich nur etwas für die ganz harten Fans einer doch sehr guten Band.
4 von 10
7 Seconds - Take it back, Take it on, Take it over
22. Apr 2005 | von RobertNach langer Abstinenz meldet sich eine der dienstältesten kalifornischen Punk- und Hardcore-Bands zurück, die 7 SECONDS. 5 Jahre, nachdem ?Good To Go? erschien und noch viel länger, nachdem die Herren seit dem die Herren das letzte Mal in Europa auf Tour waren, ist dies das erste Lebenszeichen der Band um Sänger Kevin Seconds, der sich zwischendurch an akustischen Solopfaden versuchte.
1999 hätten 7 Seconds auf der Vans Warped Tour spielen sollen, sagten aber leider ab und so musste ich ganze fünf weitere Jahre warten, um in den Livegenuss dieser Legende zu kommen, im letzten November auf der Eastpak Resistance Tour. Und das mit neuem Album im Gepäck, welches mich immer noch in seinen Bann zieht. ?Take It Back, Take It On, Take It Over? heißt das gute Stück, welches jetzt schon ein paar Tage au dem Markt ist, aber eins der Punkhighlights des letzten Jahres darstellt. 17 Songs in 28 Minuten werden, in typischer 7 Seconds Manier heruntergerattert, und das so, wie man es von den Seconds kennt, ohne Kompromisse. 7 Seconds knüpfen auch n ach dieser Pause direkt an ?Good To Go? an und hauen dem Hörer kantige und knackige Punk-Hardcorekracher um die Ohren, genau wie ich es erwartet und gehofft hatte. Eines der Alben, in das ich die meisten Hoffnungen und Erwartungen im letzten Jahre steckte, hat mich sicher nicht enttäuscht.
SDas interessante an diesem Album, ist aber auch die Bereitschaft der Band auf Abwechslung zu setzen und auch hymnische Song, wie ?Still On It? zu veröffentlichen und diese mit harten, kurzen Songs, wie dem Opener ?All come undone? zu mischen. So kommt harte und melidöse Abwechslung in dieses Album und lässt es zu dem werden, was es ist, zu einem hervorragenden Punk- und Hardcorealbum!
Black Friday 29 - The Escape
22. Apr 2005 | von RobertBLACK FRIDAY '29 sind eine der energischsten, aktivsten und somit besten Old School Hardcore-Bands aus Deutschland. Aus dem Ruhrpott kommend wird eigentlich das ganze Jahr nur getourt. Live blieben sie mir leider bis jetzt verwehrt, allerdings vertröstet mich bis jetzt ihre letzte Platte ?The Escape?, erschienen auf GSR. Und dieses Werk gehört sicher zu den besten Hardcorescheiben des letzten Jahres, in dem dieses Prachtalbum des Oldschool Hardcores bereits erschein. Fans von Terror, Madball, Death Threat oder auch Most Precious Blood sollten bedenkenlos zugreifen, denn ?The Escape? fällt genau in das Genre der aufgezählten Bands.
Kurzweilige 28 Minuten straighten Oldschool Hardcore gibt es also auf ?The Escape? zu hören und Black Friday 29 setzen dabei auch auf metallische Elemente und eine Menge Breaks und nette Texte, überzeugen so voll und lassen den Hörer freudig erregt zurück. Auch die ein oder andere Mitgröhlpassage ist enthalten, so dass ?The Escape? fesselt und mitnimmt. Jetzt muss ich BF 29 nur noch mal live sehen, wenn die Band live so gut ist, wie auf dieser Scheibe, dann kann man mit einem Livebesuch sicher nix falsch machen
Today, here is Kingwood
18. Apr 2005 | von MarkusPunkrock und Bier gehört zusammen wie der Dom zu Köln. Entsprechend waren die Theken im Foyer des ausverkauften Palladiums umschlungen von Menschentrauben, die sich mit Gerstensaft beglücken wollten, um die erste Band des Abends sich anzuschauen?
Dabei machten die hoch umjubelten Fire In The Attic den Anfang des Abends. Den Ruf einer guten Liveband hat sich FITA zu Recht erspielt. Sie lieferten vor der schon halbgefüllten Halle ein außerordentliches Set ab. Gerade erschien ihr Debüt ?Crush/Rebuild? auf Redfield Records und verdeutlicht, dass es momentan im Screamo-Bereich keine bessere Band aus unseren Breitengraden gibt. Die ca. 20 Minuten Spielzeit wurden u.a. mit ?Fracture? und ?Decisions & Action? bravourös gefüllt.
Was nach FITA folgte, war das absolute Highlight des Abends. The Street Dogs legten die Latte gleich so hoch, dass einem für The Lawrence Arms leid tun konnten. Die Bostoner erzeugten mit ihrem Mitgröhl-Streetpunk eine hervorragende Stimmung. Der frühere Dropkick Murphys-Frontmann Mike McColgan tobte sich mit seinen Mannen auf der Bühne ordentlich aus. Der Kontakt zum Publikum wurde direkt gesucht ? Sympathiepunkte sammeln und auf das neue Album ?Back to the World? aufmerksam machen. In dieser Form war das Publikum sehr dankbar, dass Mike McColgan wieder zurück ist.
Auch wenn The Lawrence Arms nicht aus dem Schatten der Straßenköter raus treten konnten, war ihr Gig solide und ordentlich performt. Laut Sänger Brendan Kelly war es das erste Mal, dass sie hier vor so vielen Leuten spielen durften. Entsprechend legte man sich ins Zeug und Songs à la ?Alert The Audience!?, ?Necrotism? und ?Porno And Snuff Films? kamen dennoch sehr gut an.
Gegen 22.15 Uhr dann betrat MILLENCOLIN die Bühne. Bei der neuen, nicht vorhandenen Haarpracht von Sänger Nikola hätte man auch vermuten können, dass Moby dort oben steht. Frisch rasiert ging es dann los, wie man es von den Schweden nicht anders her kennt. Die Meute, die in der großen Halle durch Sicherheitsabsperrungen geteilt wurde, bildete zwei entsprechende Pits, in denen es eins absolut nicht gab: Stillstand! Mit ?Kingwood? hat das Quartett sein bereits sechstes Album gerade veröffentlicht. Entsprechend erklangen ?Birdie? und die neue Single ?Ray?. Neben dem neuen Album wurde recht viel noch von den Vorgängern ?Home From Home? und ?Pennybridge Pioneers? gespielt. Ausgelassene Partystimmung bei ?No Cigar?, ?Botanic Misstress? ?Man or Mouse? und ?Penguins & Polarbears?.
Aber Millencolin packten auch einige Klassiker der frühren Zeiten aus. Exemplarisch dafür stand ?Mr. Clean?, bei dem Gitarrist Mathias die zweite Strophe und den anschließenden Refrain sang. Wenn man die Spielfreude mit der von The Street Dogs an diesem Abend vergleicht, fällt auf, dass nach all? den Jahren, die Millencolin schon unterwegs sind, ein wenig die Routine eingekehrt ist. Das unterhaltsamste waren die Songs, bei denen Sänger Nikola aber weitgehend starr an seinem Mikroständer klebte. Die kleinen Ansagen galten hauptsächlich der neuen Platte ?Kingwood? und wie schön es wäre, wenn sie jeder besitzen würde ? und wie toll es doch wieder in Köln ist. Aber soviel Eigenwerbung wurde letztendlich auch nicht betrieben, dass die Spielzeit mit jeder Menge Songs kurzweilig worüber ging.
Die Erkenntnis, dass ein oder andere Bier zuviel getrunken zu haben spielte dabei keine Rolle. So ging es schnurstracks zum nächsten Kiosk, um sich für die Heimfahrt einzudecken, wo ein freudestrahlender Kioskbesitzer sich auf einen großen Ansturm durstiger Menschen parat machte. Auch wenn es unglaublich klingt, es waren Dollarzeichen in seinen Augen?.
(15.04.2005, Köln, Palladium)
Das HURRICANE FESTIVAL und sein großer Schatten
18. Apr 2005 | von benniNicht viele Festivals können auf einen derart rasanten Popularitätsanstieg in den letzten Jahren zurück blicken wie das Hurricane Festival in Scheeßel. Auch 2005 macht mitunter das wahnsinnige Lineup den Wirbelsturm zu einem absoluten Muss im deutschen Musiksommer: Bands wie Nine Inche Nails, Oasis oder Queens of the Stone Age geben sich vom 10. bis 12. Juni 2005 auf dem Eichenring die Klinke in die Hand.
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"Antifa Hooligan" - ein gemütlicher Abend mit der Oi-Band aus Padua
14. Apr 2005 | von RobertNachdem etwas länger ein wenig die Highlights im Bei Chez Heinz fehlten, begibt man sich nun wieder in eine gute Richtung, denn in den nächsten Wochen werden einige tolle Bands in Hannovers bestem Club auftreten. Gestern, am Mittwoch, dem 13.04.05 machten dabei Los Fastidios, präsentiert von Lichtgestalt Booking keine Ausnahme und zeigten wo der Hammer hängt.
Als Support verdingten sich Guts `N Glory, die neue Band um den ehemaligen Souls On Fire und Miozän Bassisten Frank. Es war erst der zweite Gig der Hannoveraner und dennoch merkte man, dass diese Combo keine Anfänger waren. Im Gegenteil, alles gestandene Musiker, die sich musikalisch klar in Richtung des alten England Oi Punkrocks bewegten, a la Sham 69 und Cockney Rejects, vermischt mit klaren Streetpunkanleihen. Um es vorwegzunehmen, das Konzert war nicht schlecht. Definitiv ist noch Entwicklungspotential vorhanden, aber die Musik war gut, die Band brachte die Songs gut herüber, auch wenn nicht jeder Song gleich gut ins Ohr ging. Dennoch war hier eine Band am Werk, von der man noch hören wird, da bin ich sicher. Einzig und allein die Spielzeit hätte ein wenig kürzer sein dürfen.
Dann folgten Los Fastidios aus Padua. Die fünf bekennenden Oi-Skinhead Antifaschisten verwandelten von Beginn an den Bereich vor der Bühne in eine pogende Masse. Die Jungs hatten es drauf, die Ansagen stimmten, die Musik erst recht. Geboten wurde Oi-Punk, mit Skaeinflüssen, mal auf englisch, aber meist auf italienisch, man kann sagen eine Mischung aus Derozer und Banda Bassotti, nur um einmal eine grobe Einordnung zu geben. Knapp 70 Minuten wurde Vollgas gegeben, die Menge gröhlte viele Songs, wie ?Animal Liberation? und ?Cuba Libre? mit und so war es ein mehr als gelungener Abend, an dem die meisten der knapp 120 Besucher zufrieden nach Hause gingen. Sehr gutes Konzert eine sehr guten Band!
System Of A Down: Exklusiv und unspektakulär
13. Apr 2005 | von MarkusDas vierte und fünfte Album von System Of A Down stehen vor der Tür und zu diesem Anlass gab es in der Kölner Live Music Hall eine exklusive Show, bevor es im Sommer die eigentliche Tour zu sehen gibt. Wer sich jetzt verwundert fragt, warum das vierte und das fünfte Album zugleich, dem sei gesagt, dass zuerst ?Mezmerize? und ein halbes Jahr später ?Hypnotize? erscheint. Warum auch immer?.
Laut Homepage der Location sollte die Show um 20Uhr beginnen. Entsprechend war die Halle schon um halb Acht bis in die kleinste Ecke gefüllt. Da sich System Of A Down einen entsprechenden Status erspielt haben, ließen sie das Publikum erst einmal warten. Da nutzten keine ?Sytem-Rufe? oder kollektives Klatschen. Erst gegen halb Neun gab es Bewegung auf der Bühne und so stand das Quartett zehn Minuten später unter großen Jubelschreien vor ihrem Publikum und legte mit ihrer neuen Single ?B.Y.O.B? los.
Gleich von Anfang an tobte die Halle. Das Publikum war in guter Bierlaune und ließ sich auch nicht von den ständigen Strobo-Licht-Attacken abschrecken, sich freudig zu bewegen. Das Keyboard vor Sänger Serj war neu und passte einfach nicht in die Mitte der Bühne. Soviel klimperte der Frontmann nun auch nicht, dass es da stehen musste. Es nahm den Platz für entsprechende Bewegung auf der Bühne. Davon war eh nicht viel zu sehen. Zwar lief Gitarrist Daron quer über die Bühne, aber das waren O8/15-Aktivitäten. Auch seine Psycho-Attacken vergangener Tage hatten nicht mehr die Wirkung wie früher. Sänger Serj stand wie ein Prediger am Bühnenrand und hob bei jedem Song seinen linken Arm der Decke entgegen und wenn es der Rhythmus der Musik zuließ, dirigierte er mit selbiger das Publikum. Dennoch, grundsätzlich fehlte der Esprit bei diesem Konzert und war weit entfernt von der Performance, die bei der 2002er-Welttour geboten wurde. Sind System of A Down etwa satt und müde geworden? Dem Publikum war es egal, denn diese wollte eh nur die Hits des Debüts und vom ?Toxicity?-Album hören. So umarmte man sich vor Freude, dass Songs wie ?Prison Song?, ?Boom!? und ?Chop Suey!? erklangen. Wer konnte, headbangte ausgelassen und bewegte sich zu den Klängen von System Of A Down. Der Schweiß floss und je länger das Konzert dauerte, desto mehr erschöpfte Gesichter kamen einem entgegen, die sich schnell noch ein Bier holten, um wieder sofort in die tobende Menge abzutauchen und direkt bei ?Toxicity? und ?Aerials? abzugehen. Die einzigen Worte, die Serj an das Publikum verlor, war die Frage, ob auch jeder ein Bier hat. Soll, dass etwa eine Anspielung darauf sein, dass man die neuen Songs nur mit einem gewissen Alkoholpegel aushalten kann? Denn ein neuer Knüller Song war vom neuen Material nicht zu hören.
Mit ?Sugar?, dem ersten großen Hit, endeten nach 90 Minuten der Exklusiv-Gig von System of A Down. Trotz der Zugabenrufe blieb es beim Ende der Show. Exklusiv, aber unspektakulär kann man im Nachhinein diesen Auftritt beurteilen.
(09.04.2005, Köln, Live Music Hall)
Cooper - Cooper Makes Tomorrow Alright
12. Apr 2005 | von TorbenMit COOPER stellt sich die erste europäische Band via Kung Fu Records der Öffentlichkeit. Mit der Minimalbesetzung aus drei Leuten von denen jeder neben der Beherrschung seinem Instrument ebenfalls ins Mic zu singen weiß, bringen es die sympathischen Holländer und ihr ?Cooper Makes Tomorrow Alright? auf das mittlerweile vierte Full Length seit 1994. Die Mitneunziger haben einen unüberhörbaren Einfluss auf das eingängige musikalische Schaffen von COOPER, welches mit einer poppigen, treibenden Kante jenseits der SoCal Welle aus den Boxen schallt. Melodischer Punkrock ohne rumgepose und Boygroup Appeal zwischen WEEZER, THE POLICE und den FOO FIGHTERS hinterließ einen nachhaltigen Eindruck auf THE VANDALS Bassist und KUNG FU Boss Joe Escalante, der das COOPER Album in seine Hände bekam und schlichtweg die Holländer signte. Die richtige Produktion erhielten COOPER übrigens durch den legendären Bill Stevenson, der neben seiner Tätigkeit als Drummer bei BLCK, FLAG, DESCENDESTS und ALL bereits wegweisende Platten von 7 SECONDS über GOOD RIDDANCE bis zu RISE AGAINST und ZEKE produziert hat. Wer also mal wieder eine Dosis Punkrock pur mit netten Mitsing-Refrains braucht, kann sie sich bei COOPER abholen..
6/10
The Turbo A.C.'s - Avenue X
7. Apr 2005 | von RobertWenn es darum geht Rock´N Roll mit Surfeinlagen zu mischen, und dabei mächtig auf die Tube zu drücken, bleibt man unweigerlich bei den Turbo ACs hängen. Denn keine andere Band versteht es, diese Stile so zu kreuzen, dass ein eigener unverkennbarer Sound herauskommt, der so überzeugen kann, wie bei den Turbo ACs. Und nun steht das neue Album ?Avenue X? in den Startlöchern. Stilistisch wurde schon mal nicht viel verändert. Allerdings fehlt diesmal das obligatorische Instrumental Surf Kunstwerk, welches auf den Vorgängern ?Fuel For Life? und ?? zu finden war. Ansonsten setzten die New Yorker ein wenig mehr auf Melodie, verlieren aber nie ihre Schwere und ihre Heaviness und auch nie den Druck und die Wucht, die eigentlich jeden Song der Turbo ACs ausgemacht hat und auch auf dem neuen Album noch immer ausmacht. Es bleibt festzuhalten, etwas wirklich neues kann und will man von den Turbo ACs eigentlich gar nicht erwarten, aber das was man erwartet, tollen Surf´N Roll, den bekommt man wieder in Reinkultur auf ?Avenue X? geboten, sogar fast besser als sonst. Schließlich finden sich auch einige interessante Instrumente wie Bongos etc auf in den Songs wieder, wo die ACs ganz offensichtlich experimentiert haben.
?Avenue X? ist sicher eines der besten Alben der Turbo ACs bis jetzt. Besonders Songs wie ?Knifefight?, ?1-800? oder ?Fistful Of Fury? machen es dazu und gehören zu den besten Songs, die die ACs seit langen geschrieben haben. Ein gutes, ein sehr gutes Album, was jeden Fan erfreuen wird und auch neuen Hörern sicher gefällt.
9 von 10
Sunride - The End Justifies The Means
7. Apr 2005 | von RobertMit skandinavischen Bands kann man eigentlich nicht viel falsch machen und so ging ich guten Mutes an ?The End Justifies The Means? heran, das dritte Werk von Sunride aus Finnland, erschienen auf People Like You. Die fünf Jungs aus Jyväskylä liefern auf diesem Album großes ab. Hatte ich irgendwie Stoner Metal erwartet, wie bei ihren Labelkollegen The Awesome Machines, doch das was Sunride auf ihrem dritten Album bieten, hat mit Stoner nur wenig zu tun. Viel mehr erwartet den geneigten Hörer phantastischer druckvoller Heavy Rock, mit Metal, Rock und Stonereinflüssen, der aber ins besondere auf Atmosphäre, Melodie und unglaubliche Heaviness setzt.
Und genau diese Komponenten machen das dritte Album von Sunride so stark und so unwiderstehlich, dass man es immer wieder in den CD-Player schieben muss. Zusätzlich weiß auch der phasenweise dargebotene zweistimmige Gesang den mehr als guten Gesamteindruck zu untermauern. Besonders ?Colourblinded? und der Titeltrack ?The End Justifies The Means? haben es in sich und wissen auf voller Linie zu überzeugen. Aber auch der Rest dieser starken Scheibe braucht sich nicht zu verstecken. Frühere Alben sind mir nicht bekannt, allerdings wird es mit diesem Album sehr schwer noch an den Finnen vorbeizukommen, denn Sunride sind auf dem richtigen Weg. Tolles Werk!
9,5 von 10
Generators - The Winter Of Discontent
7. Apr 2005 | von RobertDie Generators gehören zu einer der amerikanischen Punkbands, die es schon ziemlich lange gibt, genau acht Jahre, die aber lange im Verborgenen vor sich hindümpeln. Doch das deutsche Vorzeigelabel in Sachen Rock `N Roll, Punk, Stoner ect. People Like You holte die Generators zu sich brachte sie so einem breiteren Publikum nahe. Mir brannten sie sich ins Gedächtnis mit ihrem letzten Album ?Exessed, Betrayal ? And Our Dearly Departed?, das einfach genadiose Punkmusik bot und so überzeugen konnte. Nun sind die Generators wieder da und haben mit ?The Winter Of Discontent? ihr sechstes Studioalbum im Gepäck. Musikalisch orientiert man sich wieder in Richtung Social Distortion, US Bombs, The Clash oder auch Bad Religion. Allerdings fällt es ?The Winter Of Discontent? wesentlich schwerer als dem Vorgänger, sich den Weg in die Hörmuscheln zu graben. Das neue Album brauchte bei mir doch eine ganz schön lange Zeit, bis es wirklich haften blieb und genau das liegt der Knackpunkt, denn im Gegensatz zu seinem Vorgänger fehlen ? The Winter?? ein wenig die Hits, die Oberknallersongs, die sich schnell entfalten und für aufsehen sorgen Hier gibt es sie auch, mit ?In Memory Of? und ?Ten Days Away?, allerdings brauchen diese Songs und somit auch das ganze Album sich zu entwickeln. Außerdem sind die Songs noch ruhiger, melodiöser und Country lastiger.
Obwohl ?The Winter Of Discontent? ein gutes Album geworden ist, hat es leider Schwächen, die es im Vergleich mit seinem Vorgänger abwerten, wodurch die Empfehlung dieses Albums nur eingeschränkt erfolgen kann.
6,5 von 10
Babylon Bombs - Cracked Wide Open And Bruised
7. Apr 2005 | von RobertWas das Thema Rock oder gar Rock `N Roll angeht ist und bleibt Schweden einer der Vorreiter. Ich glaube kein Land bringt mehr Bands in dieser Richtung heraus, wie das skandinavische Land. Auch die Babylon Bombs kommen aus Schweden und sind in die Rock´N Roll Richtung einzuordnen. Allerdings im Vergleich mit anderen Bands setzen sie weniger auf den Faktor 70er oder Hammond, sondern überzeugen mit einer gehörigen Portion Punk, Garage, Glam und Schnelligkeit.
Wirklich neu ist dieser Stil natürlich nicht, doch gerade der Druck und die Zielstrebigkeit, die die Babylon Bombs verfolgen, machen ihr Debüt ?Cracked Wide Open and Bruised? sehr gut. In Zeiten wo vergleichbare Bands, wie die immer schwächer werdenden Backyard Babies oder die von der Bildfläche verschwundenen Hardcore Superstar Lücken hinterlassen, findet sich mit den Babylon Bombs ein mehr als geeigneter Nachfolger ein, der genau diese Lücke schließen könnte. ?Cracked Wide Open and Bruised? ist definitiv ein sehr guter Anfang, denn dieses Album rockt deftig nach vorne und hat alles was ein gutes Rock´N Roll Album mit Punkattitüde so braucht. Gute Anspieltipps sind übrigens ?Superstar? und ?Every Dog has its day?.
Ich bin sicher, dass ist nur der Anfang und wir werden garantiert noch viel von den Babylon Bombs hören. Hoffentlich!
8 von 10





