Mainstage


VERSE und ANOTHER BREATH in der Baracke / Münster

31. Aug 2005 | von Jakob

Was hatte ich mich schon Wochen vorher auf dieses Konzert gefreut. Endlich kamen VERSE also nach Deutschland und das auch noch mit ANOTHER BREATH von denen ich bislang nur gutes gehört hatte.
Also fuhren wir am 22. August zeitig los nach Münster in die Baracke um pünktlich zum Beginn der Show da zu sein, da diese schon um elf wieder vorbei sein sollte, wegen Lärmbelästigung oder irgendwas ähnlichem. Und jetzt kann ich endlich mal wieder betonen wie klasse so was ist, gerade wenn man einen etwas weiteren Anfahrtsweg hat. Man ist immer noch zu einer recht humanen Zeit zu Hause!! Großartig, mehr davon.

Den Anfang machte eine lokale Band die noisigen Trash-Core oder so was spielten. Nicht meine Schiene, aber einigen Leuten im Publikum schien es gefallen zu haben. Zum Glück ging die Spielzeit nicht über gute zwanzig Minuten hinaus, sodass wir nicht allzu lang warten mussten bis die großartigen VERSE die Bühne betraten.

Absolut sympathisch präsentierten sich die fünf jungen Männer aus Rhode Island. Nach einem ersten Song den nicht nur ich nicht kannte wurden die Knallersongs von der Knallerplatte ?Rebuild? gespielt. Später im Set wurde dann noch ein neuer Song gespielt, der etwas langsamer zwar als die alten Sachen dafür aber auch eine ganze Spur moshiger rüberkam, ich glaube wir dürfen auf den neuen Output gespannt sein! Die Band spielte unglaublich tight trotz permanenter Mikrophon Probleme, ein paar Leute in der ersten Reihe brüllten die Sing-A-Longs mit und alle hatten sichtlich Spaß. Live kommt die Band noch mal eine ganze Ecke angepisster und emotionaler rüber als auf Platte, wirklich eine herausragende Show von einer, wie ich finde, der besten Hardcore-Bands die es momentan so gibt!

Nach einer kurzen Umbaupause enterten dann ANOTHER BREATH die Bühne und hauten von der ersten Sekunde an kräftig auf die Kacke. Alter Schwede, trotz der Aussage einiger Leute das die Band der Oberknaller und mitreißend as fuck ist war ich immer noch absolut geplättet von der Energie der Show!! Der moderne Hardcore der Band haute nicht nur mich förmlich aus den Socken, das gesamte Publikum ging mit und feierte die Band ab, auch wenn etwas mehr Bewegung in den Reihen der Show sicherlich nicht geschadet hätte. Zwischen den Songs gab der engagierte Sänger Erklärungen zu den Songs ab und erzählte die ein oder andere interessante Geschichte zum Thema Underground-Kultur und deren Vermarktung durch die Industrie. Man merkte auf jeden Fall dass sich die Band Gedanken macht und nicht nur stumpf Moshpart an Moshpart hängt und dazu Fuck-You Texte brüllt!! So soll es sein. Klasse Band, klasse Texte, klasse Show.

Was auch noch positiv angemerkt werden muss ist der absolut faire Eintrittspreis, ich glaube ich hab fünf Euro gezahlt und das ist beileibe nicht mehr alltäglich bei Konzerten. Zwei so großartige und vor allem durchweg sympathische Bands für das geringe Geld zu sehen war wirklich mehr als perfekt. Wer die Chance hat sich VERSE oder ANOTHER BREATH mal anzuschauen der sollte das auf jeden Fall wahrnehmen. Meiner Meinung nach zwei der aktuell besten Hardcore Bands!!

Die TASTE OF CHAOS Tour überrollt Deutschland

30. Aug 2005 | von Jakob

Im November diesen Jahres wird die in den USA schon längst etablierte TASTE OF CHAOS Tour endlich auch nach Deutschland kommen. Das Line-Up lässt Kennern der Szene das Wasser im Munde zusammen laufen. Im einzelnen spielen folgende Bands:
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The Junior Varsity - Wide Eyed

13. Aug 2005 | von Jakob

Dass Victory Records in letzter Zeit auch gerne mal ruhigere Platten rausbringt ist nach den Releases von HAWTHORNE HEIGHTS und STRAYLIGHT RUN ja nichts Neues mehr. Auch THE JUNIOR VARSITY schlagen in diese Kerbe. Im Info steht irgendwas von Indie-Pop und Emotionen, und eigentlich ist es genau das was die fünf äußerst jung aussehenden Herrschaften auf ?Wide Eyed? machen. Das Tempo liegt irgendwo zwischen langsam und mid-tempo, ohne aber in eine Richtung zu tendieren und dadurch wirkt die Musik schnell träge und sogar einschläfernd. Die mitreißenden Momente fehlen komplett auf dieser Platte.
Der Power-Pop / Indie-Mix mit den teilweise schwebenden Gitarrensounds und dem absolut cleanen Gesang erinnert mich teilweise an die großartigen JIMMY EAT WORLD, ohne aber auch nur annähernd an deren Klasse heranzureichen. Der Funken will einfach nicht überspringen und so werden THE JUNIOR VARSITY wohl relativ schnell im Wust von gleichklingenden Bands untergehen. Schade eigentlich, denn in Ansätzen sind hier schon ein paar nette Momente vorhanden, mehr aber leider auch nicht.

Silverstein - Discovering the Waterfront

13. Aug 2005 | von Jakob

Nun, da die Flut an Neo-Screamo-Bands der Marke FUNERAL FOR A FRIEND, A STATIC LULLABY oder auch FINCH etwas abebbt und die Bands sich ihren musikalischen Rahmen wieder etwas weiter stecken, bzw. sich stärker vom standardisierten Sound weg bewegen, scheint die Zeit für die Bands aus der zweiten Reihe gekommen zu sein.
Die Kanadier SILVERSTEIN machen auf ihrem aktuellen, zweiten Album ?Discovering The Waterfront? genau das, was eben genannte Bands und sie selbst schon vor 2/3 Jahren gemacht haben, und das mit einer fast schon unheimlichen Perfektion.
Das Zuckerbrot und Peitsche Spiel, so ausgelutscht es auch sein mag, wird hier von den fünf jungen Männern absolut überzeugend praktiziert und weiß, und das konnte der Vorgänger leider nicht, auf der gesamten Albumlänge mitzureißen.

Natürlich sind die Arrangements, Sounds, Texte, das Geschrei und der Gesang kein Novum, aber so gut können das dann doch nur wenige. Nach wie vor gleicht der SILVERSTEIN-Sound einem Abschrieb aus der heiligen Bibel der neueren Screamo-Bands: Es wird gesungen, geschrieen, mal sind die Gitarren clean, leise und bedächtig und mal kann man sie fast brachial nennen. Den ein oder anderen härteren Part, um nicht zu sagen Mosh-Part, haben sie auch eingebaut und vermeiden damit das Abrutschen in allzu poppige Gefilde, die dann doch eher der Konkurrenz von TAKING BACK SUNDAY vorbehalten sind. Beispielsweise ist ?Defend You?, zumindest in Teilen, schneller als viele Songs ähnlicher Bands.

Auf ?Discovering The Waterfront? ist folglich für jeden was dabei. Der Screamo-Fan, der FUNERAL FOR A FRIEND mochte bevor sie sich vom Geschrei abwandten, wird die Platte vermutlich genau so mögen wie der Poppunker der sich erstmals etwas härteren Tönen widmet und eigentlich YELLOWCARD am liebsten mag. Selbst der Liebhaber schöner Melodien, der Geschrei sonst völlig abgeneigt ist, könnte diese Platte mögen und wahrscheinlich werden auch eingefleischte Hardcore-Hörer im ruhigen Kämmerlein bei dieser Platte weich und gestehen sich selbst ein, dass Melodien doch gar nicht so schlecht sind.
Mit ?Discovering The Waterfront? haben SILVERSTEIN nichts neu, aber verdammt noch mal alles richtig gemacht. Wie weit sie damit kommen bleibt abzuwarten und hängt davon ab wie gesättigt die Hörerschaft von Bands dieser Art sind. Ein gutes Album ist es allemal und zur Einstimmung auf die im Oktober anstehende Tour ist es mehr als geeignet.