Mainstage


Stretch Arm Strong – Free To Last

31. Okt 2005 | von Robert

Wie bespricht man ein neues Album einer Band, dass man selber zwar abgöttisch gut findet, welches aber die Neuausrichtung einer Band vollzieht? Die Rede ist von Stretch Arm Strong und ihrem neuen Album ?Free At Last?, erschienen bei EastWest.
?Free At Last? ist nun ein sehr melodisches Album geworden, was sich von dem früheren klassischen Hardcorestil der Band sehr weit entfernt. Ganz überraschend kommt die melodische Neuausrichtung sicher nicht, waren doch schon auf ihren Vorgängeralben ?Engage? und ?A Revolution Transmission? nette Melodien miteingeflossen und hatte man sich so schon auf diesen Werken vom klassischen Hardcore ein Stück weit wegbewegt. Allerdings haben Stretch Arm Strong auf ihrem neuen Album eine verdammt großartige Mischung aus Melodien und Härte gefunden und erinnern mehr denn je an Bands wie Boy Sets Fire, Rise Against und Strike Anywhere. Dennoch, die Eigenständigkeit ist geblieben. Der teilweise dreistimmige Gesang kommt mal härter, mal höher und auch mal sanfter daher und unterstützt die tollen Melodien.
?Free At Last? ist eingängig, wie kein Album von SAS je zuvor und spielt mit mitgröhlbaren Refrains, den besagten Melodien, aber auch mit Schrei-Attacken, Wutausbrüchen und Härte. Stretch Arm Strong haben hier die richtige Mischung gefunden, die ?Free At Last? trotzt dieses Stilwechsels, zu einem der besten Alben dieses Jahres macht. Besonders Songs wie ?When All Else Fails?, das grandiose ?Faces? ?The Sound Of The Names Dropping? und ?Landslide? sind unglaublich und lassen den Hörer einfach nur staunend zurück.
Auch ich habe die letzten Alben von Stretch Arm Strong gehört und mir gefiel schon damals die Musik sehr gut. Aber die neue Ausrichtung ist so konsequent vollführt worden, dass zwar sicher richtig eingefleischte Fans Bauchschmerzen kriegen werden, ich diesen neuen Sound aber echt liebe, was mich von den alten Alben aber in keinster Weise abbringen wird. Stretch Arm Strong haben sich weiterentwickelt und wenn jede Weiterentwicklung einer Band so gut ist, wie diese hier, dann wäre alles gut. ?Free At Last? ist ein Klassealbum geworden, nicht mehr und nicht weniger!

10 von 10

Suicide Girls – First Tour DVD

31. Okt 2005 | von Robert

Vor gut zwei Jahren gründete eine gewisse Missy die Internetseite suicidegirls.com. Diese Erotik-Paysite zeigt ausschließlich tätowierte Schönheiten aus den Bereichen Punk, HipHop, Hardcore und Gothic. Gegen die Zahlung via Kreditkarte kann sich jeder diese Seite anschauen. Und in den USA taten das anscheinend so viele Leute, dass sich Gründerin Missy dazu entschloss, eine Tour durch die USA zu starten. Diese war dann auch überall total ausverkauft und da der Erfolg sehr beachtlich war, entschloss sich Epitaph auf den Zug aufzuspringen und diese Tour DVD herauszubringen. Geboten wurde jeden Abend eine Stripshow, untermalt mit ein wenig Punkrock. Abstand wurde immer gewahrt und so entwickelte sich eher eine Show im Stile des Moulin Rouge, als eine wirkliche Sexshow. Die Suicide Girls On Tour DVD zeigt sowohl Ausschnitte der Shows, in denen diverse Performances vorgeführt wurden, untermalt das ganze mit Interviews aller Akteurinnen und privaten Stripsessions. Dazu gibt es einen netten Soundtrack mit allerlei Bands aus den Bereichen Punk, Rock und Alternative.
So wird also nicht nur die Tour beleuchtet, sondern auch der Hintergrund der Suicide Girls. Denn alle Mädels, die an der Tour teilnahmen, sprechen darüber, wie sie zu Suicide Gilrs kamen und was das alles für sie bedeutet. Abgerundet wird jedes dieser intimen Gespräche mit einem professionellen Stripvideo. Hemmungslosen Sex gibt es also auf dieser CD nicht zu sehen. Eher wirkt das ganze fast schon ein wenig bieder und langweilig. Auch die Interviews sind eher unspektakulär. Lediglich das Interview mit Gründerin Missy ist da schon interessanter, wobei besonders die Geschichte der Internetseite und persönliche Dinge zu erfahren sind. Warum aber Suicide Girls den Feminismus stärken soll, bleibt glaube ich nicht nur mir ein Rätsel.
Im Großen und Ganzen ist die Tour DVD der Suicide Girls nichts anderes als eine Punk-Erotik DVD. Warum nun auch die Punkszene so etwas nötig hat und warum gerade Epitaph sich auch diesen Schuh anzieht, bleibt ungeklärt. Natürlich sind die professionellen Videos nett anzusehen und der besagte Soundtrack im Hintergrund hinterlässt auch einen guten Eindruck. Dennoch ist diese DVD eher als überflüssig und langweilig zu bezeichnen, da einfach ein wenig der Kick fehlt und sich die gesamte Punkszene damit irgendwie der bürgerlichen Szene immer mehr annährt. Für eine wirklich interessante DVD fehlen noch viel mehr Infos und ehrlich gesagt auch mehr Punkrock und mehr Besonderheiten. Den Status nur eine Erotik-DVD unter vielen zu sein, wird die Tour DVD der Suicide Girls so auf jeden Fall nicht los.

Demented Are Go – Hellbilly Storm

31. Okt 2005 | von Robert

Psychobilly Bands sind eine Sache für sich. Die Szene ist ziemlich groß, aber die Urgesteine haben sich über Jahre so fest darin etabliert, dass sie nicht mehr wegzudenken sind. Die Rede ist von Bands wie Nekromantix, Mad Sin, Tiger Army und Demented Are Go. Und besagte Demented Are Go haben nun mit ?Hellbilly Storm? auf PLY, eine neue Platte vor der Veröffentlichung. Allerdings scheint dieses Album vorläufig das letzte zu sein, da Demented Are Go passend zum Release ihre Trennung bekannt gegeben haben. Da es aber in der Bandgeschichte schon einige Trennungen, Pausen und unzählige Line Up Wechsel gab, bleibt abzuwarten, in wie fern wir wirklich in Zukunft auf Demented Are Go verzichten müssen.
Aber jetzt steht erst mal das neue Album auf dem Speiseplan. Und Demented Are Go haben hier wirklich gutklassiges Album vorgelegt. Die Band, die wie keine andere Psychobilly Band den Horroraspekt miteinfließen lässt, bietet zwar auf ?Hellbilly Storm? wenig neues, aber altbewährtes in gewohnt hoher Qualität. Die Stimme ist verdammt rau und kreischig, darunter gibt es Psychobilly, mit Punk-, Rock´N Roll- und Rockabilly-Elementen und besonders der typische Slap Bass-Sound prägt die Musik von DAG. Zwar gibt es keinen Stilwechsel, aber dafür ist ?Hellbilly Storm? ein partytaugliches Album geworden, mit durchaus witzigen Texten. Das einzige Manko dieses Albums ist, dass ein wenig die Ohrwurmsongs, die Hits fehlen. Da hätte ich mir doch den einen oder anderen mehr gewünscht.

7 von 10

June – If You Speak Any Faster

26. Okt 2005 | von Jakob

Was soll man über eine Band schreiben die wie TAKING BACK SUNDAY klingt und auf deren altem Label veröffentlicht? Das klingt schon alles stark nach Konzept, vor allem wenn man überlegt, dass das einstige Zugpferd von Victory, die eben erwähnten TAKING BACK SUNDAY sich nicht gerade einvernehmlich vom Label getrennt hat. Da scheint jemand einen Nachfolger gesucht und gefunden zu haben, aber wer braucht das?
JUNE spielen auf ihrem aktuellen Album ?If You Speak Any Faster? einen recht gefälligen Mix aus Emo, Poppunk und Rock und klingen damit stellenweise so stark nach TBS dass es mir schon fast unangenehm und peinlich ist. Das ganze kommt, wie bei Victory üblich, mit einer sehr guten und absolut sauberen Produktion und einem eher hässlichen Artwork. Die Musik ist natürlich einwandfrei und weiß zu gefallen, aber irgendwie hat man doch recht häufig den faden Beigeschmack einer Kopie. Gerade der (Doppel)Gesang und die Schlagzeug Parts klingen so dermaßen nach den Vorbildern, dass es eigentlich eine Frechheit ist, dass TBS keine Tantiemen für die JUNE Platte bekommen. Was soll ich noch schreiben, sicherlich ist ?If You Speak Any Faster? eine gute Emopop Platte, aber das ist die letzte TAKING BACK SUNDAY Scheibe auch, und die ist halt eigenständig und in allen Belangen besser. Und wo ich mir das Review hier jetzt durchlese fällt mir auf, dass ich fünf mal TBS und nur zwei mal JUNE… wers braucht sollte zuschlagen, eine sichere Bank ist das Album allemal, für mich ist das aber nichts, da höre ich mir doch lieber noch mal die letzte TBS Platte an. Und schon wieder einmal mehr TAKING BACK SUNDAY erwähnt…

Aiden – Nightmare Anatomy

26. Okt 2005 | von Jakob

Knaller. Auch wenn die Jungs von AIDEN aussehen als wären sie die unehelichen Kinder des AFI- und des MY CHEMICAL ROMANCE-Sängers ist die aktuelle Scheibe ?Nightmare Anatomy? (Victory Records) absolut mitreißend und macht einfach mal nur Spass. Punkt.
Die elf Songs sind zum Großteil ziemlich flott gespielt, der Sänger hat endlich mal wieder eine etwas kräftigere Stimme und piepst nicht wie ein Vögelchen in der Paarungszeit und die Gitarrenlicks sind zwar nicht neu, aber dafür schön schnell runtergezockt ? das hebt die fünf hässlichen Jungs dann doch mal ein wenig aus dem Wust an Bands die ähnlich klingen hervor. Zwar wird auch hier auf das bewährte Rezept Punkrock trifft Metalgitarren, Emo-Texte und Gothik-Schminke gesetzt, aber das ganze passiert ziemlich mitreißend und ist nicht eine Sekunde langweilig.
So richtige Hits gibt es auf ?Nightmare Anatomy? zwar leider nicht, da fehlt dann wohl letztendlich doch noch die eigene Note, aber für den Moment macht das Album unglaublich Spass, eignet sich hervorragend zum Autofahren und wer beim finalen ?see you in hell…? nicht mitgröhlt, hat wohl schon jeglichen Spass an Punkrock verloren.
Ich find das Album klasse, aber bin mir ziemlich sicher, dass ich es in ein paar Wochen, vielleicht auch Monaten, im CD-Schrank verstauben lassen werde. Wer weiß, vielleicht schafft es die Band ja mit dem nächsten Album ein wenig eigenständiger zu klingen und mich länger zu fesseln ? Ansätze sind definitiv mehr als vorhanden. Vielleicht ist bis dahin dann auch der ausgelutschte Gothik-Trend vorbei, die Augen werden dann nicht mehr geschminkt und die Texte drehen sich nicht mehr alle um Albträume…

Between The Buried And Me – Alaska

26. Okt 2005 | von Jakob

Nach bisherigen Metalcore-Höhepunkten in diesem Jahr, wie unter anderem der DARKEST HOUR, der AS I LAY DYING oder auch der BLACK DAHLIA MURDER Platten, ist nun via Victory Records ein weiteres Brachialwerk erschienen. BETWEEN THE BURIED AND ME shredden sich auf dem ?Alaska? betitelten Album durch elf Songs und machen dabei nicht mal annähernd Gefangene. Hier wird feinster Metalcore geboten, der sich aber auch nicht scheut mal hymnische Parts oder auch krasseste Grind-Passagen einzubinden. Das Tempo ist teilweise beängstigend hoch und die Songs strotzen nur so von Power und Kreativität. In manchen Momenten werden cleane Vocals mit sphärischen, fast schon jazzigen Gitarrenmelodien eingebaut, nur um sie Sekunden später schon wieder mit feinsten Chaos-Parts niederzureißen und den Hörer völlig überwältigt vor der heimischen Anlage liegen zu lassen. Das können nicht viele in solcher Perfektion.
Apropos Vocals, der Gesang ist wesentlich variabler als auf den letzten Veröffentlichung der Band, hier findet man wirklich alles von cleanen Gesängen (ohne die Metalcore Bands heute ja nicht mehr auszukommen scheinen) bis hin zu derbsten Keifattacken. Ich bin ob diesem Variantenreichtum auf jeden Fall sehr angetan und empfehle die Platte einfach mal allen die keine Berührungsängste mit Metal, Chaos, Deathmetal und sonstiger Musik für Menschen mit dunklen Seelen haben. Achja, und wenn ich jetzt noch erwähne, dass das minutenlange Instrumental Outro von ?Selkies: The Endless Obsession?, dem vierten Song auf der Platte, auch die Titelmelodie einer Arztserie im ZDF sein könnte, dann ist das eine absolute Kaufempfehlung.

I Am Ghost – We Are Always Searching

24. Okt 2005 | von Robert

Da scheint mal wieder ein neuer Trend in Sachen Musik losgetreten worden zu sein. Die Rede ist von Goth-Punk. Man male sich die Augen schwarz an und schlüpft in gruftige Klamotten, nehme ein bisschen Punk, ein bisschen Emo und Screamo Gesangspassagen und fertig ist die neue Schublade mit dem Namen Goth Punk. My Chemical Romance haben es genau wie AFI und noch ein paar andere vorgemacht, jetzt springt auch Epitaph auf den Zug auf und schickt sein neues Pferdchen ins Rennen, I Am Ghost. Und das wird nicht die letzte Band sein, die aus diesem Bereich demnächst den Musikmarkt überschwemmen wird. Für diese Erkenntnis muss man wahrlich kein Prophet sein.
I Am Ghost bringen also ihr Debüt via Epitaph auf den Markt. Dabei handelt es sich um eine fast 40 minütige EP, mit dem Titel ?We are always searching?. Geboten wird dabei eine Mischung aus Screamo Passagen, emotionalem Punk mit Hardcore- und Metalelementen. Fertig ist Goth-Punk und fertig ist auch die Musik von I Am Ghost. Dazukommen aber noch in diesem speziellen Fall Keyboard und Geige und runden das ganze ab.
Schlecht sind I Am Ghost sicher nicht. Da ich mich insbesondere bei My Chemical Romance und den anderen Bands dieses Genres bis jetzt standhaft geweigert habe ?Kontakt aufzunehmen?, ist die Musik ja ganz nett. Aber schon jetzt merkt man, so richtig innovativ wirkt das ganze nicht. Das was Geige und Keyboard an schönen Melodien hervorzaubern, machen besonders die oft überflüssigen Schreiparts wieder zunichte. Ich habe ein bisschen den Eindruck, ?We are always searching? kann sich nicht so recht entscheiden, was es sein will, mehr aggressiv oder mehr emotional und atmosphärisch. So ist es einfach ein bisschen zu belanglos um wirklich gute Punkte abzuräumen.

6,5 von 10

Nekromantix – Brought Back To Life (Re-Release)

24. Okt 2005 | von Robert

?Brought Back To Life? ist das neueste Release der Psychobilly Legende Nekromantix. Allerdings verbirgt sich hinter ?Brought Back To Life? kein neues Werk, sondern ein Reissue des 1992er Werkes. Das Album gilt mittlerweile als Rarität und so entschloss man sich, dass ganze neu zu mastern und zu digitalisieren und in einem etwas modernerem Soundgewand neu zu veröffentlichen. Ein paar Songs wurden auch verändert, so zum Beispiel das Intro und der Song ?Monster Movie Fan?, ansonsten blieb alles beim Alten. Wer also Nekromantix aufgrund der letzten Releases ?Dead Girls Don´t Cry? und ?Return Of The Loving Dead? erst schätzen gelernt hat, der sollte hier unbedingt zugreifen. Fans der ersten Stunde haben dieses wirklich gute Psychobilly Album sowieso schon längst. Denn genau das ist ?Brought Back To Life?, ein wirklich starkes Album, voller Texte über Horrorfilme und guter Medlodien. Nekroman und seine beiden Mitstreiter haben 1992 schon starkes Songs gemacht und gute Musik gespielt und das hat sich bis heute nicht geändert. So gehört ?Brought Back To Life? einfach in jeden Plattenschrank eines Psychobillyfans.

8 von 10

Various Artists – The Eastpak Antidote Tour Compilation

24. Okt 2005 | von Robert

Bis jetzt gab es jedes Jahr eine Eastpak Compilation zur passenden Tour. Auch in diesem Jahr ist es wieder so weit. Die Tour heißt anders, die Compilation damit auch, aber ansonsten ist alles beim alten. Denn Sideondummy hat wieder eine Tour Compilation herausgebracht, zu der im November startenden ?Eastpak Anbtidote Tour?, die 24 Kracher Songs enthält.
Neben den an der Tour beteiligten Bands Millencolin, Flogging Molly, mit einer raren Liveversion von ?Rebels Of The Sacred Heart?, Randy und The Unseen sind noch weitere absolute Leckerbissen mit von der Partie. Den weiteren Schwerpunkt bilden Bands von Burning Heart, Sideonedummy, 11 PM und Fatwreck. So finden sich No Use For A Name, The Real Mc Kenzies, Strike Anywhere, Randy, The Unseen, Street Dogs, Raised Fist, MXPX und Gogol Bordellos auf diesem Sampler. Zusätzlich hat man dann noch einige Bands dazugegeben, die in ihren Heimatländern schon recht groß sind, aber europaweit erstmals Punkte sammeln sollen. Denn über die Grenzen ihrer Länder hinaus sind die Bands eben noch nicht so bekannt. Ephian Rian, No Children, Emanuel, Dead Fish (eins der Highlights), The Bleeding Archives, Vanilla Sky etc. befinden sich auch auf der CD.
Im Bereich von Punkrock, melodischem Hardcore und Emocore finden sich hier also 24 Glanzstücke. Kaum einer der Songs fällt negativ aus dem Rahmen. So ist die ?Eastpak Antidote Tour Compilation? ein echtes Highlight geworden, welches mehr ist als nur ein Sampler für die anstehende Tour. Denn die Mischung aus bekannten und Nachwuchsbands stimmt absolut. Zugreifen!

Gob Squad – Far Beyond Control

18. Okt 2005 | von Robert

Gob Squad aus Dänemark existiert schon seit 1996, allerdings ist ihr neues Album ?Far Beyond Control?, erschienen bei Wolverine Rec./ Soulfood, erst ihre zweite Full Length Scheibe. Dabei wurde es wirklich Zeit, dass dieses neue Album auf die Menschheit losgelassen wird, denn es ist ein echter Punkrock-Knüller geworden. Gob Squad kombinieren hier klassischen Punkrock, mit Rock´N Roll und Streetpunk und lassen sogar ein paar Spuren Hardcore mit einfließen. Entstanden ist so ein großartiges Werk voller Hits mit viel Spielwitz, Eingängigkeit und vielen tollen Melodien. Einzuordnen sind die Dänen am ehesten noch irgendwo zwischen Operation Ivy, Rancid und Voice Of A Generation.
?Far Beyond Control? ist mal wieder so ein Leckerbissen für alle Punkrockfans. Keiner der 12 enthaltenen Songs enttäuscht, im Gegenteil. Gob Squad haben hier eine tolle CD vorgelegt, bei der besonders Hits, wie ?Slippin Away?, ?Back Where I Belong?, der Titeltrack ?Far Beyond Control? und ?1000 Miles Away? bestechen können. Aber wie erwähnt, Ausfälle gibt es keine und so finden sich hier nur starke Songs, auf einem ganz starken Album.

9,5 von 10

Scars Of Tomorrow – The Horror Of Realization

18. Okt 2005 | von Robert

Metalcore, Metalcore und nochmals Metalcore. Im Moment gibt es eigentlich nur eine Modeerscheinung, genau Metalcore. Und ehrlich gesagt, eigentlich kann ich damit gar nix anfangen. Der gute alte Oldschool Hardcore ist mir einfach lieber. Schwierig wird es dann bei einer Band wie Scars Of Tomorrow. Die Band aus Südkalifornien hat gerade ihre neue Scheibe ?The Horror Of Realization? (Victory/ Soulfood) auf den Markt gebracht und fabrizieren dort heftigsten Metalcore. Zumindest auf den ersten Blick wirkt das so, denn auf den zweiten Blick, oder Hördurchgang, entwickelt ?The Horror Of Realization? doch mehr. Als Fundament dient Scars Of Tomorrow heftiger Metal, schwer und brachial. Doch das ganze wurde gepaart mit einer großen Portion Oldschool Hardcore, was besonders in den Gitarrenriffs wieder zu erkennen ist. Und oben drauf kommen Vocals, die unglaublich abwechslungsreich sind und mal gebrüllt, mal gesungen, mal tief und mal hoch daherkommen. So schaffen es Scars Of Tomorrow einen Metalcore zu kreieren, der sogar mir ganz gut gefällt. Denn die Musik von Scars Of Tomorrow ist im Bereich des Metalcore eigenständig wie von kaum einer anderen Band und endlich mal nicht mit Hatebreed zu vergleichen. Eher würde ich als Vergleich In Flames meets Madball nehmen, mit einem Gesang der manchmal an Death By Stereo erinnert. ?Horror Of Realization? ist somit ein gutes Album geworden, das nicht nur für Metalcorefans alleine interessant sein dürfte.

7 von 10

Germ Attack – Bomb Party

18. Okt 2005 | von Robert

Germ Attack sind wieder da. Die Band hat bereits zwischen 1992 und 1997 einige CDs veröffentlicht und sich dann aufgelöst. Seit 2003 existiert sie wieder und nun kommt mit ?Bomb Party? via Wolverine Records das neue Album heraus. Bislang ging die Band an mir vorbei und auch in Zukunft wird sich daran wohl nicht allzu viel ändern, das wage ich jetzt schon mal zu prognostizieren. Denn Germ Attack spielen diese Art von Power Pop Punk, der immer so unglaublich gekünstelt fröhlich daherkommt und an mir abprallt, wie ein Freistoß von David Beckham an Oliver Kahn zu seinen besten Zeiten. Zum einen war alles schon einmal da, was Germ Attack machen, zum anderen gibt es einfach wenige Höhepunkte auf ?Bomb Party?. Zu belanglos, aber auch zu wenig mitreißend und eingängig ist dieses Album. Dazu klingt ?Bomb Party? wie ein schlechter Abklatsch von den grandiosen One Man Army. Über den extremen deutschen Akzent bei den englischen Songs, hüllen wir mal den Mantel des Schweigens.
?Bomb Party? ist somit lediglich ein Album für wahre Germ Attack Fans, wenn es solche gibt. Allen anderen sei eher ein One Man Army Album zu empfehlen.

4 von 10

The Launderettes – Every Heart Is A Time Bomb

14. Okt 2005 | von Robert

Hinter den Launderettes aus Oslo in Norwegen verbirgt sich eine fünfköpfige Frauenrockband. Und diese fünf Mädels haben gerade via Big Dipper Records/ Cargo ihre Debütplatte auf den Markt gebracht. Nach unzähligen EPs und 7 inches wurde dieses auch mal Zeit und so kam ?Every Heart Is A Time Bomb? heraus.
Enthalten sind darauf 11 Songs, die alle im Garagen-Punkrockbereich anzusiedeln sind. Man nehme eine große Portion 50er Jahre Rock´ N Roll, eine Spur 70er Garagenrock und etwas 77´Punkrock und fertig ist ?Every Heart Is A Time Bomb? und somit auch die Musik der Launderettes. Aber irgendwie hat diese CD sehr viel Charme und ist sehr melodisch und eingängig. ?Every Heart?? gefällt einfach von der ersten bis zu letzten Minute sowohl was die Melodien, den Gesang oder einfach den gesamten Songaufbau betrifft. Natürlich erinnert das ganze an die Donnas, auch wenn die Launderettes mehr Rock als Punk mit in die Musik einfließen lassen. Und auch die geschätzten Mädels von den Boonaraaas fallen mir als Vergleich ein. Im Endeffekt ist hier aber auch soviel Eigenständigkeit vorhanden, so dass man keinen Vergleich scheuen muss, was im Besonderen Songs wie ?My Replica?, ?Fading Out? und ?Juvenile Thrills? unter Beweis stellen. Somit ist den Launderettes hier ein wirklich gutes Debüt gelungen, das besonders für Fans von Female Punkrock/ Rock einen echten Leckerbissen darstellt, aber im Grunde auch für alle anderen geeignet ist!

8 von 10

The Accidents – Poison Chalice

7. Okt 2005 | von Robert

The Accidents starteten einst als Nebenprojekt von Voice Of A Generation, doch nun wo es VOAG leider nicht mehr gibt, haben sich die Accidents zu einer vollwertigen Band entwickelt. Und jetzt sind sie das neueste Signing bei Burning Heart Records, wo mit ?Poison Chalice? gerade das neue Album herauskam. Die Accidents, die bisher einige Singles und ein Debütalbum auf den Markt gebracht haben, spielen dabei lupenreinen Punkrock, mit einer Spur Rockabilly und viel dreckigem Rock´N Roll gewürzt. Einzuordnen sind die Accidents dabei irgendwo zwischen VOAG, Bombshell Rocks, Turbo AC´s, Zeke und Motörhead. ?Poison Chalice? ist dabei ein wirklich starkes, eingängiges und kurzweiliges Album geworden, welches von jeder der aufgezählten Bands etwas hat. Damit ist ?Poison Chalice? nicht nur kurzweilig, sondern auch abwechslungsreich. Die 12 Songs gehen alle voll auf die 12 und sind fast ausnahmslos schnell gespielt, wobei Melodien dennoch nicht zu kurz kommen. Aber was am meisten beeindruckt, ist die Kneipentauglichkeit dieser Band, um Danny und Kimmo von VOAG. Dabei kann jeder Song imponieren, egal ob der Opener ?4 Days Till Payday? oder das großartige ?I´m On A Roll?, Ausnahmen gibt es keine. Da fällt es auch nicht ins Gewicht, dass bei ?Louise? und bei ?It´s Gonna Be Alright? Riffs von den Ramones bzw. von Turbonegro zweckentfremdet wurden. Ansonsten liegt hier aber ein Überalbum im Punk´N Roll Bereich vor, welches in jeden gut sortierten Punkrock-Plattenschrank gehört.

9,5 von 10

Mad Sin – Dead Moon´s Calling

7. Okt 2005 | von Robert

Fast drei Jahre ist es her, dass mit ?Survival Of The Sickest? das letzte reguläre Studioalbum der Berliner Psychobilly-Helden Mad Sin auf den Markt kam. Im Frühjahr folgte dann mit ?Young, Dumb and Snotty? eine Compilation mit dem Querschnitt über die ersten Jahre. Man wollte wohl die Zeit bis zum neuen Album verkürzen. Und da ist es nun, mit dem schönen Namen ?Dead Moon`s Calling?, welches mal wieder bei PLY herauskommt.
Seit ?Survival Of The Sickest? gehören Mad Sin zu meinen Lieblingsbands, doch dass die Jungs es wirklich schaffen würden, ihr Album von 2002 mit dem neuen Werk zu toppen, hätte ich nie gedacht. Doch ?Dead Moon`s Calling? ist ein absoluter Oberhammer geworden. Denn ?Dead Moon`s Calling? kann wirklich noch einen draufsetzen. Noch mehr Melodien, noch mehr Ohrwurmparts und noch mehr Musikstille werden hier gemischt. Waren bei ?Survival Of The Sickest? schon Psychobilly-, Punkrock-, Ska- und Rock´N Rolleinflüsse zu erkennen, ist die neue CD noch vielseitiger. Neben den bereits erwähnten Richtungen sind hier auch Rockabilly-, Country-, Hardcore- und Popelemente eingeflossen. Tempowechsel, Vielseitigkeit und viel Abwechslung sind zusätzliche Dinge, mit den Mad Sin auf der neuen CD spielen. Tolle Melodien treffen auf Köftes unnachahmliche Stimme und auf schnelle Parts. Songs, wie der Opener ?Point Of No Return?, der Midtempokracher ?To Walk The Night?, der Partyhit ?We´re not Invited! und besonders der Titeltrack ?Dead Moon`s Calling? sind nur einige von insgesamt 18 Highlights eines tollen Albums. Und da ist es auch fast uninteressant, dass man sich mit Patricia von den Horrorpops und Lars Fredriksen von Rancid noch prominente Unterstützung für den Gesang geholt hat. ?Dead Moon`s Calling? ist einfach unglaublich mitreißend, hat keine schwachen Momente und punktet so auf höchstem Niveau. Bleibt nur noch die Frage, wie Mad Sin dieses Überwerk noch toppen wollen. Aber das ist Zukunftsmusik, jetzt heißt es erst mal dieses Große Album zu genießen.

10 von 10

Randy – The Band

7. Okt 2005 | von Robert

Randy war schon immer eine der Bands, mit denen ich viele Probleme hatte. Nie wollte Randy bei mir wirklich zünden. Auch bei Konzerten waren es immer gemischte Gefühle, die mich begleiteten. Lediglich ein Konzert in Stockholm gefiel mir richtig gut.
Als nun die neue Platte von Randy ?The Band?, erschienen auf Burning Heart, auf meinen Schreibtisch flatterte, kamen diese gemischten Gefühle wieder auf. Doch nach einigen Hördurchgängen machte sich Überraschung breit. Denn Randy können mit ?The Band? endlich einmal bei mir so richtig punkten. Hatte Randy mit ihren letzten Alben ?Human Atombombs? und ?Welfare Problems? ein wenig wie ein schlechter Abklatsch von The Hives, TINC oder Turbonegro gewirkt, geht Randy auf ?The Band? wieder zurück zu ihren Wurzeln. Und das bedeutet schönen melodischen Punkrock, mit leichten Skateeinflüssen. Aber auch die zuletzt eingeschlagene Richtung des Rock´ N Roll wird nicht völlig verlassen, viel mehr fließen auch diese Einflüsse in das neue Album mit ein und produzieren so ein wirklich gutes Werk. Eingängigkeit und Melodie sind aber die Trümpfe auf dieser CD. Besonders die Songs ?Red Banners Rock? und ?Razorblade? unterstreichen dieses. Bleibt also festzuhalten, dass Randy mit ?The Band? ein wirklich gutes Album gelungen ist, wahrscheinlich sogar das Beste seit langem. Denn so melodisch, so textlich kritisch und so gut war Randy einfach lange nicht mehr. Ein Antesten lohnt sich!

8 von 10

Black Belt – First Blood

7. Okt 2005 | von Robert

Schon einige Male erwähnte ich an dieser Stelle, wie gut skandinavische Musik doch ist. Besonders Rock`N Roll aus Schweden gehört zum Besten was es so gibt. Aber es geht auch anders. Das beweisen Black Belt aus Schweden leider mit ihrem Album ?First Blood?. Denn ihr psychedelischer, leicht fuzziger 70er Jahre Garagen-Rock ist nicht einfach zu ertragen. Schwer, sehr schwer wummert dieser Rock durch die Boxen jeder Stereo-Anlage. Schon nach wenigen Minuten muss man sich entscheiden, gefällt diese Musik oder geht sie einem an die Nerven. Bei mir ist letzteres der Fall. Denn ?First Blood? ist irgendwie überdreht und gleichzeitig ein wenig zu ?kreischig?. Alt Hippies und Stoner Rock Fans haben hier vielleicht mehr Freude dran als ich, aber mir sind Garagen-Punkrock-Bands mit etwas mehr Punk, etwas weniger Fuzz und etwas mehr Zug zum Tor einfach lieber. Black Belt sind mir zusätzlich einfach zu kraftlos und lullen zu sehr ein, um wirklich Freude daran zu gewinnen. Aber wer es mag?

3 von 10