Mainstage


Liar - Murder Manifesto

31. Dez 2005 | von Jakob

Alter Schwede (hahaha), der erste Song auf ?Murder Manifesto? (GSR-Records) der Belgier LIAR macht alles klar. Keine Kompromisse, keine Spielereien ? Pure Härte!!
LIAR zeigen der gesamten Konkurrenz wer der Chef im Ring ist. Als eine der ersten Bands verbanden LIAR Hardcore und Metal schon vor zehn Jahren zu dem was heute völlig überstrapaziert Metalcore genannt wird.
Die Gitarren hauen ein Riff nach dem anderen raus, spielen sauschnelle zweistimmige Leads und setzen hin und wieder zu einem Hochgeschwindigkeits-Solo inklusive Quietschtönen an. Die Produktion lässt einem die Double-Bass direkt ins Gesicht springen und der Sänger kreischt sich in feinster Black Metal Manier den Teufel aus dem Leib.
LIAR manifestieren mit dieser Platte ihren Ruf als eine der besten europäischen Metalcore Bands, auch wenn sie weniger Hardcore- und dafür noch mehr Metal-Elemente als sonst eingebaut haben. Hier werden keine weichgespülten cleanen Chorus Gesänge verbraten, hier regiert die Geschwindigkeit, das Geschrei und die Double-Bass.
Jeder Metalcore-, Black- oder auch Deathmetal-Fan sollte mit dieser Platte glücklich sein, seine Mähne zu den zehn Songs Songs ordentlich kreisen lassen und bei Gelegenheit seinen Schädel in vollster Ekstase gegen die Zimmertür hämmern. Überdurchschnittlich gutes Album in diesem Genre, welches meiner Meinung nach locker neben AS I LAY DYING und DARKEST HOUR bestehen kann.

October File - Monuments

31. Dez 2005 | von Jakob

Es gab in letzter Zeit kaum eine Platte zu der ich weniger zu schreiben wüsste als zu ?Monuments? (Golf Records) von OCTOBER FILE.
Als ich die CD ausgepackt habe und das Cover sah dachte ich sofort an überproduzierten Metalcore aus den Staaten. Damit lag ich aber ziemlich daneben. Die vier Briten von OCTOBER FILE spielen eher ziemlich rauen Hardcore Punk mit einer riesigen Schippe voller Stoner Gitarren. Wo der erste Song mich noch an BLACK FLAG denken ließ, erinnert mich der zweite ob der Gitarren an die QUEENS OF THE STONE AGE mit Leatherface Gesang. Ich bin völlig orientierungslos wie ein kleiner Junge der bei einbrechender Dunkelheit im Wald zurückgelassen wurde. Keine Ahnung was ich schreiben soll. Wer sich nicht von eintönigen, hypnotisierenden Gitarrenriffs mit rauem Gesang und einem alles wegschaufelnden Bass zurückschreckt und auf harte, dreckige aber zugleich unglaublich mitreißende Rockmusik steht sollte die Band unbedingt mal austesten.
OCTOBER FILE live zu sehen bestimmt der Oberknaller, zum einstimmen darauf sind dann neben den vier im Studio aufgenommenen Songs auch noch zwei Live Nummern drauf. Ich bin verwirrt und höre mir ?Monuments? einfach noch mal von vorne an. Vielleicht zerlege ich dann ja mein Zimmer, der passende Soundtrack dazu ist es auf jeden Fall.

Nodes Of Ranvier - The Years To Come

31. Dez 2005 | von Jakob

Nicht ganz meine Schublade was NODES OF RANVIER hier auf ihrem dritten Album präsentieren. Metal, Metal und noch mal Metal lautet die Parole. Die Double-Bass reitet mit den Gitarren scharf nach vorn und der Sänger bewegt sich mehr als oft in eher growl-lastigen Gefilden. Teilweise klingt ?The years to come? (Facedown Records) sogar nach den alten METALLICA.
Obwohl die Platte bei Facedown Records erscheint hält sich der Hardcore Anteil ziemlich stark zurück, eigentlich ist an dieser Platte kein bißchen Hardcore. Auf den älteren Releases, die mir leider nicht vorliegen, soll das wohl anders sein.
Wie dem auch sei, NODES OF RANVIER machen ihre Sache nicht schlecht. Wer auf Metal oder meinetwegen auch Metalcore der LAMB OF GOD-Schule mit eher tiefen Vocals und gelegentlich eingestreuten, leicht nach New Metal klingenden, cleanen Gesangsparts steht sollte der Band mal eine Chance geben. Handwerklich ist ?The years to come? echt gut, die Produktion ist fett, die Arrangements klingen stimmig und der Instrumental Song gefällt selbst mir richtig gut.
Allerdings muss ich auch noch darauf hinweisen, dass sich hinter dem schönen Äußeren in Form eines schicken Pappschubers ziemlicher Mist verbirgt. Die Band dankt im Booklet unter anderem dem amerikanischen Militär ?for kicking butt?…

Waterdown: Musik für den Pit

29. Dez 2005 | von Jakob

Im Januar erscheint die neue Waterdown Platte All Riot. In den letzten Jahren war es erstaunlich still um die Band geworden, nicht zuletzt weil Sänger Marcel ausgestiegen ist. Nun sind die Jungs aber wieder zu sechst und präsentieren ein neues Album welches deutlich Hardcore-lastiger klingen soll.
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TASTE OF CHAOS Tour 17.11.05 in Bielefeld

28. Dez 2005 | von Jakob

Die Taste of Chaos Tour kam in diesem Jahr auch endlich nach Deutschland und lud alle einheimischen Emo-Jünger herzlich dazu ein sich die Multi-Seller des Genres mal Live und in Farbe anzuschauen. Obwohl, bei MySpace sind die Profile ja auch in Farbe … naja, dann zumindest Live und das unter anderem auch in Bielefeld, wo auch ich verweilte.
Den Anfang machten dann auch gleich die Jungs von DAYS IN GRIEF, welche allen Spöttern zeigten, dass sie eben doch neben den bekannten Ami-Bands und auf saugroßen Bühnen bestehen können. Der Auftritt war professionell bis ins letzte ohne gewollt zu wirken und zeigte die Band in einem sehr guten Licht. Der bislang mit Abstand beste Auftritt den ich von den Fünf gesehen habe. Respekt dafür, hätte ich ja nicht gedacht, dass sie sich als erste Band in so einer riesigen Halle so dermaßen gut schlagen würden, ohne das jetzt böse zu meinen. Ich war, so schien es mir, nicht der einzige den die Band mehr als positiv überraschte!!
Danach gab es dann auf einer Miniatur-Bühne links neben der Hauptbühne einen kurzen Auftritt einer lokalen Screamo-Trend Band, welche keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterließ. Wohl auch deshalb weil der Sound einfach nur mies war. Das hätten sie sich sparen können, die Umbaupause wirkte dadurch nämlich auch nicht kürzer.
FUNERAL FOR A FRIEND kamen danach auf der Hauptbühne zum Zug und zeigten einfach mal wie mans nicht macht. Bei den Kids sind sie ja sehr beliebt und die Videos laufen wohl auch auf MTV, aber der Auftritt war schlicht und ergreifend langweilig. Die uninspirierte Performance trieb einem das Gähnen ja förmlich ins Gesicht. Zum Glück spielten die Waliser nicht allzu lang.
Besser wurde es auf der Nebenbühne dann leider auch nicht. Die Band die folgte konnte es aber wenigstens auf den Sound schieben, denn auch diesmal war der nicht besser. An den Namen kann ich mich aber wenigstens noch erinnern: MY ADORABLE. Der Name kündigt es schon an, es war Screamo-Emo-Trend-Mucke wie aus dem Lehrbuch, nur leider mit viel zu miesem Sound, so dass einfach nichts hängen bleiben wollte. Schade eigentlich, wär es doch für die Bands sicherlich eine gute Chance gewesen sich einem größeren Publikum vorzustellen.
Direkt im Anschluss betraten bzw. besprangen dann STORY OF THE YEAR aus den Staaten die Bühne. Ein Feuerwerk der Unterhaltungskunst wurde abgebrannt dass es einem die Sprache verschlug. Die mit Sicherheit in penibler Kleinstarbeit eingeübten Stunts und Sprünge brachten endlich mal etwas Leben in die Veranstaltung. Eine Rockshow allerfeinster Sorte wurde geboten, die zwar die Szene Polizisten auf den Plan rief, mich aber auch sehr begeisterte. Mit Hardcore hat das nichts zu tun, aber das hat ja auch niemand behauptet, also können sie den Schlagstock wieder einstecken Herr Polizist. Die Band spielte ein kurzweiliges Gemisch aus alter und neuer Platte und hatte dabei sichtlich viel Spaß.
Danach war dann das erste Mal eine wirkliche Pause. Ziemlich angenehm mal nicht mit Musik zugedröhnt zu werden, wie ich fand.
Dann kam für mich die Enttäuschung des Abends. RISE AGAINST boten eine todlangweilige Show mit wenigen bis gar keinen Höhepunkten. Ich hatte mich ja wirklich schon auf den Auftritt gefreut, aber was ich zu sehen bekam war eine gelangweilt vorgetragene schlechte Songauswahl. Schade, aber die Band schaut man sich wohl eher auch mal in einem Club an, dann machts mehr Spaß, der Band und dem Zuschauer.
Die Amis von BLEED THE DREAM folgten auf der kleinen Bühne. Die Kajal-Rocker hatten dann auch einen ganz guten Sound und boten altbekannten, aber hochmotivierten Screamo-Sound. Auch hier war die Bühne eher Suboptimal und die gesamte Strahlkraft der Band kam nicht zum Ausdruck, dabei hatten sie sich doch extra schön geschminkt. Der Auftritt war aber dennoch ganz gut, wenn auch nicht weltbewegend. Ganz nett, würde manch einer jetzt sagen.
Auf der Hauptbühne waren nun KILLSWITCH ENGAGE dran, die einzige Band die wenigstens ein kleines bisschen anders klang als der Rest der Bagage. Was die Ohren der Zuschauer zu lauschen bekamen war zwar um eine Gitarre aber deshalb nicht minder druckvoller Metalcore wie er besser momentan einfach nicht gespielt wird. Die Instrumentalisten der Band sahen nach Metal aus und klangen auch so. Sänger Howard Jones keifte und sang sich durch sämtliche Hits der Band und wusste zu begeistern. Bei einem Song kam dann auch noch THE USED Schreihals Bert vorbei und sang mit. Für mich eine der besten Bands des Abends und bei nächster Gelegenheit werde ich mir definitiv auch mal ?ne Headliner Show ansehen, auch weil dann der zweite Gitarrist hoffentlich wieder dabei ist und das ganze zu einem gitarristischen Feuerwerk wird.
Der Tour Headliner folgte. THE USED waren die Band auf die die Mädels in der ersten Reihe stundenlang gewartet hatten. Und sie bekamen was sie wollten. Das volle Programm Rock, Show, Screamo und Pop. Einige Leute vermissten alte Songs, da der Fokus eindeutig auf dem aktuellen Album lag, aber die Fans schienen zufrieden zu sein. Und als dann auch noch das ruhige ?On my own? vorgetragen wurde blieb kein Auge in der ersten Reihe mehr trocken. Man kann der Band vorwerfen was man will, aber die Wünsche ihrer Fans befriedigen sie mit allem drum und dran. Die Ansagen sind nicht zu schwer zu verstehen (?Fuck?) und die Songs klingen wie in der örtlichen Alternative-Disko. Fan, was willst du mehr?

Dann war auch endlich Schluss mit dem ganzen Zirkus und ein jeder konnte mit der Gewissheit ins Bett gehen bzw. heimfahren die momentan angesagtesten Screamo-Emo Bands an einem Abend in einer einzigen Location gesehen zu haben. Ob die Spielzeiten jetzt zu kurz, die Getränke- und Merchpreise zu hoch, das Publikum zu jung oder der Eintritt zu teuer gewesen ist lässt sich sicherlich streiten, aber alles in allem war es schon ein befriedigender Abend, zumindest für die Fans, und für die ist so ein Konzert ja auch. Warum die Meckerfritzen nicht einfach zu Hause bleiben verstehe ich sowieso nicht so ganz. Ich geh ja auch nicht zu Peter Maffay und beschwer mich dann…

COMEBACK KID, BANE und mehr in Bochum

28. Dez 2005 | von Jakob

Wie das so ist bei Konzerten zu denen man eine etwas längere Fahrt in Kauf nimmt waren wir mal wieder viel zu früh dran. Die Türen zum Konzertraum waren nicht mal geöffnet, also war warten, Tee trinken und was man sonst noch so macht wenn einem langweilig ist angesagt. Platten gucken zum Beispielt. Nix finden zum Beispiel auch.
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Underoath - They are only chasing safety (Re-release DVD)

25. Dez 2005 | von Jakob

Es gibt kaum ein Album aus dem Emo/Screamo/Pop-Bereich welches ich im letzten Jahr häufiger gehört habe als ?they are only chasing safety? (Solid State Records) von UNDEROATH, und auch die Live-Qualitäten der Band wussten absolut zu überzeugen.
Jetzt liegt mir die Neuauflage des Albums inklusive neuem Jake Bannon (CONVERGE) Artwork, Bonustracks und DVD vor.
Was soll ich sagen? Das ganze ist eine absolut runde Sache. Die Songs auf der CD sind sowieso schon mal der Oberknaller und diese nahezu perfekte Mischung aus harten Gitarrenparts, fulminantem Drumming, Keyboardflächen, Geschrei und oberpoppigem Gesang bekommt so sonst niemand hin. Auch wenn die Texte teilweise arg kitschig dem Herrn über uns huldigen macht die CD doch unglaublich viel Spass und weiß von vorne bis hinten zu begeistern, jeder einzelne Song für sich ist ein Hit. Die zusätzlichen auf die CD gepackten Songs sind unter anderem ?nur? Alternativ-Versionen von schon auf dem ursprünglichen Release enthaltenen Songs, aber dennoch schön anzuhören.
Über das (wie immer) wunderbare Artwork von Jacob Bannon brauche ich eigentlich keine Worte mehr zu verlieren, der Mann hat sich zu Recht zur Nummer 1 unter den Coverdesignern gemausert.
Auf der DVD befindet sich neben vielen Videos (sowohl Live- als auch Musikfernsehvideos) noch ein Film in ansehnlicher Länge über UNDEROATH. Jedes Bandmitglied wird gesondert vorgestellt, jeder kommt mal zu Wort, Freunde und Bekannte (u.a. der Solid State / Tooth&Nail Chef) erzählt Anekdoten und es gibt massig Backstagematerial zu sehen. Beispielsweise sieht man die Band vor dem Auftritt, vor dem Barbecue-Essen und eigentlich in jeder Situation beten, ob einem das gefällt oder eher bitter aufstößt muss man selbst entscheiden. Der Band scheint es aber wichtig zu sein ihre (christliche) Botschaft durch ihre Musik zu transportieren. Die Dokumentation ist schön kurzweilig geraten und macht Spaß anzugucken, vor allem auch, weil immer wieder Livebilder und Backstagematerial reingeschnitten wurde.
Alles in allem ist der Re-release also vollkommen gerechtfertigt und weiß mir persönlich sehr gut zu gefallen. Wer die Band noch nicht kennt erhält mit diesem Package die absolute Vollbedienung in Sachen UNDEROATH. Schöne Sache einer guten Band!!

xLooking Forwardx - The Path We Tread

25. Dez 2005 | von Jakob

Mit ?The Path We Tread? (Facedown Records) hauen uns die Amis von xLOOKING FORWARDx dieser Tage ein feines Old-School Album um die Ohren. Die 19 Songs gehen teils pfeilschnell, teils moshig aber immer auf die voll auf die Zwölf, rein wie ein kaltes Malzbier am Feierabend. Übrigens in einer knappen halben Stunde Gesamtspielzeit.
Nicht unähnlich den aktuell schwer angesagten Bands wie COMEBACK KID oder CHAMPION, aber doch mit leichter SICK OF IT ALL-Kante pressen uns die vier Jungs ihre Songs in die Gehörgänge. Vor allem der Gesang von Justin Chaillou erinnert stark an Lou Koller von den New Yorker Hardcore-Helden. Übrigens ist auch bei xLOOKING FORWARDx der Gitarrist der Bruder des Sängers. Mit Sicherheit mehr Zufall als Absicht, aber halt auch wieder eine Ähnlichkeit mehr zu SOIA.
Wer in textlicher Hinsicht etwas zu sensibel ist wird sich sicherlich teilweise an den Lyrics stören. Der Straight Edge-Gedanke wird glorifiziert und dem Herrn im Himmel lob gepriesen, aber das sind wir von Facedown Records ja schon gewohnt. Mich stört das kein bisschen.
Was mich allerdings auf Dauer schon etwas mehr stört ist die teilweise fehlende zweite Gitarre. An manchen Stellen würde man der Band schon ganz gerne mal einen weiteren Gitarristen zur Seite stellen. Aber das ist ja mal wieder Geschmackssache und von daher streitbar.
Im Endeffekt lässt sich aber durchaus positiv resümieren, dass xLOOKING FORWARDx hier eine gute Old-School-Straight-Edge-Platte gelungen ist. Einzig das äußerst lieblose Artwork lässt wirklich zu wünschen übrig.

Inked In Blood - Lay Waste The Poets

25. Dez 2005 | von Jakob

Zugegebenermaßen kannte ich INKED IN BLOOD, bevor ich das aktuelle Album in die Hände bekam, nicht. Man muss ja auch nicht immer alles kennen, obwohl ich mich beim anhören von ?Lay Waste The Poets? (Facedown Records) schon ein bisschen darüber ärgere.
Die fünf jungen Männer aus Portland bieten auf ihrem ersten kompletten Album eine, zumindest teilweise, ziemlich mitreißende Mischung aus SHAI HULUD und POISON THE WELL. Man bekommt also feinen, mal moshigen, mal flotten Metalcore, welcher nicht ins frickelige abzudriften droht, und definitiv seine Wurzeln im Hardcore und nicht im Metal hat, auf die Ohren.
Die ersten Songs fräsen sich auch noch recht schnell in meine Gehörgänge, aber ab dem fünften Song wird?s mir dann doch schon wieder ein wenig langweilig. Die Melodien besitzen halt nicht die Tiefe und der Gesang klingt nicht annähernd so verzweifelt und nihilistisch wie das bei SHAI HULUD der Fall war. Das klingt jetzt natürlich wesentlich schlimmer als es letztendlich ist, denn wer SHAI HULUD kennt und liebt weiß, dass da sowieso kaum eine Band heranreicht.
Die elf Songs sind in sich abwechslungsreich arrangiert, klingen aber auf Albumlänge dann doch recht ähnlich. Die Gitarren spielen das immer wieder gern gehörte Melodie-Mosh Schema ziemlich geil runter und sind dabei teilweise den Übervätern erstaunlich ähnlich… hab ich das ein oder andere Lick etwa schon mal irgendwo gehört? Wahrscheinlich täusche ich mich da aber, und neige dazu die Vergangenheit zu glorifizieren.
Das einzige wirkliche Manko an ?Lay Waste The Poets? ist meiner Meinung nach aber der zwar nicht häufig eingebundene aber umso nervigere cleane Gesang an manchen Stellen. Das hätte man sich sparen können. Dadurch driftet die Musik von INKED IN BLOOD dann doch recht schnell in die Belanglosigkeit ab. Das haben wir einfach in den letzten Jahren schon zu oft gehört. Aber wie gesagt, oft kommt der cleane Gesang sowieso nicht zum Einsatz.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass INKED IN BLOOD mit ihrem Debütalbum eine gute Metalcore-Platte gelungen ist, welche im Großen und Ganzen immer noch wesentlich besser als die Konkurrenz ist, aber eben auch die ein oder andere Schwachstelle hat. Für Fans des Genres spreche ich aber eine Empfehlung aus!!

Bayside - s/t

25. Dez 2005 | von Jakob

BAYSIDE spielen auf ihrem selbst-betitelten, zweiten Album, welches via Voctory Records erscheint, immer noch diese wunderbare Mischung aus Emo, einem Schuss Punk und Pop, wobei auf dem aktuellen Release im Gegensatz zum Vorgänger der Fokus wesentlich stärker auf dem Pop liegt. Und das ist auch verdammt noch mal gut so.
Nach einem eher schwachen Opener steigert sich die Platte kontinuierlich zu einem wahren Prachtstück und über allem thront der perfekt zur Musik passende Gesang von Anthony Raneri. Kritiker werden der Band sicherlich vorwerfen, dass sie stark nach dem ALKALINE TRIO klingen, aber wen kann das schon stören wenn dabei so wunderbare Songperlen rauskommen!?
Mein persönlicher Favorit ist momentan ?Montauk? mit diesem schönen kleinen anachronistischen Gitarrensolo, aber das kann sich morgen auch schon wieder ändern, denn diese Platte wächst mit jedem Hördurchgang und fördert immer neue todtraurige, aber trotzdem irgendwie positive Melodiebögen zu Tage. Ich bin begeistert und kann diese Platte jedem empfehlen, der auf Musik mit den Koordinaten Emo, Pop und ein wenig Punk steht.

Eine traurige Meldung muss ich am Ende dieser Plattenkritik aber leider dann doch noch machen: Vor wenigen Tagen kam der BAYSIDE Schlagzeuger während der laufenden US-Tour bei einem Autounfall ums Leben, der Bassist liegt noch im Krankenhaus ist aber wohl auf dem Weg der Besserung.