Alle Artikel von Robert

Nervous Nellie – Don´t Think…Feel

Nervous Nelli aus Schweden legten im letzten Jahr bereits mit “Don´t Think Feel” ein Werk vor, dass mit Sicherheit nicht nur Freunde finden wird. Denn Nervous Nellie vermischen Rockeinflüsse mit altem 70er Jahre Rock´N Roll und lassen dabei auch psychedelische Einflüsse mit einfließen – und das ist nicht immer gelungen. Weiterlesen

Adam West – Power To The People

Die amerikanischen Rock´n’Roller Adam West haben in den letzten Jahren in absoluter Regelmäßigkeit Platten auf den Markt gebracht. Vor kurzem haben sie nun dieser Serie wieder ein neues Werk hinzugefügt. “Power To The People” heißt die neueste Scheibe (PLY Records). Weiterlesen

Lagwagon – Resolve

“Resolve” ist das aktuelle Album von LagWagon. Es ist eine Homage an an den ehemaligen Drummer der Band Derrick Plourde, der sich 2005 das Leben nahm. Joey Cape verarbeitete seine Trauer durch das Schreiben neuer Songs, und die sind ihm doch sehr gut gelungen. Weiterlesen

J Page – Goodbye Chapel Hill

J Page kommen aus Gainesville und dahinter verbergen sich Mike Magarelli (Ex-The Scaries) und Chris Beckham (Ex-As Friends Rust). Allerdings, wer jetzt hier bei der Debüt EP ?Goodbye Chapel Hill? (Punk Nation) von J Page Singer/ Songwriter Rock vermutet, der liegt falsch. Denn J Page praktizieren auf ihrem Debüt astreinen melodischen und sehr hymnische Emo-Punkrock a la Hot Water Music oder vielleicht auch Alkaline Trio. Der Gesang kommt sehr rau und mit einer Whiskey getränkten Stimme daher und überzeugt so, wodurch aber die Ähnlichkeit zu HWM noch weiter verstärkt wird. Die fünf Songs sind alle im Midtempo Bereich gehalten und Ausfälle gibt es nicht. Diese EP ist stimmungsvoll, enthält ausschließlich tolle Songs, ein Highlight folgt auf das nächste. Die Debüt CD sollte jetzt bitte so schnell wie möglich folgen, denn die EP ?Goodbye Chapel Hill? macht unglaubliche Lust auf mehr.

8 von 10

Inquisition – Revolution…I Think its Called Inspiration

?Revolution ?I think its called Inspiration? von Inquisition kam bereits 1996 auf den Markt und wurde nun wieder veröffentlicht. Allerdings ist dieses Machwerk bei uns nicht herausgekommen und so kann man also von einem neuen Re-Release sprechen. Nach diesem Album lösten sich Inquisition aber wieder auf. Doch die Nachfolgebands der einzelnen Mitglieder River City High, Ann Beretta und Strike Anywhere mit Sänger Thomas, erlangten in der Punk- und Hardcoreszene schon Berühmtheit.
Und so sind Inquisition schon am ehesten mit Strike Anywhere zu vergkleichen. Im Grunde kann man vom Sound fast sagen, dass ?Revolution ?I think its called Inspiration? das erste Strike Anywhere Album überhaupt ist. Inquisition waren eben etwas melodischer und hatten noch nicht die Hitgarantie, die dann Strike Anywhere mit ihren beiden Platten entwickeln konnten. Allerdings ist ?Revolution ?I think its called Inspiration? ein starkes punkiges Hardcoralbum geworden, dass in bester Tradition auch seine Stärken hat auch wenn es an die späteren Alben von Strike Anywhere nicht herankommt. Für Fans von Strike Anywhere ist dieses Album aber auf jeden Fall geeignet und zu empfehlen.

Kings of Nuthin – Punkrock, Rhytm

Kings Of Nuthin haben sich seit ihrer "Get Busy Livin`Or Get Busy Dyin`? Debüt-CD einen unglaublichen Ruf erspielt. Ihr erstes Album war rau, heftig und vermischte Swing, Blues, Rockabilly und Punkrock, wie es damals vor ein paar Jahren kaum jemand praktizierte. Und ihren Rock´N Roll mit starkem 60er Jahre Einfluss praktizierten die sieben Amis weiter. Das zweite Album ?Fight Songs?For Fuck Ups? hielt den hohen Standard den sich die Kings Of Nuthin selber auferlegten. Und nun folgte mit ?Punk Rock Rhythm & Blues? (PLY Records) das nächste Superwerk, welches die Messlatte für weitere Alben noch höher legt. Das ganze Album ist eher ein wenig ruhiger geworden, waren doch die Vorgänger immer ein wenig chaotisch und zusätzlich stehen Saxophon und Piano nicht mehr so im Vordergrund, was die Punkrockelemente mehr hervorhebt und dem Album sehr gut tut.
Denn dieses Werk ist ein Hammer geworden geworden. Die Kings Of Nuthin lassen in ihren rauen Swing/ Punk´N Roll ein paar Melodien mehr einfließen und so ist bereits der Opener ?Over The Counter Culture? ein absoluter Oberburner und sicher bald auf der einen oder anderen Tanzfläche zu hören. Von den restlichen Songs hat man sich zwar für einige Coverversionen, wie ?Banned From The Pubs? von Peter and The Test Tube Babies entschieden, dennoch tut das der hohen Qualität dieser Scheibe keinen Abbruch.
Die Liste starker Songs ist lang auf dieser CD und so bleibt festzuhalten, dass trotz einiger Coverversionen den Kings Of Nuthin hier ein ganz starkes Album gelungen ist.

9,5 von 10

Biderben – Out Of The Lines

Biderben kommen aus Italien und haben gerade ihr neustes Werk ?Out Of The Lines? vorgelegt. Das Ganze beginnt mit einem netten Melodycore-Song. Doch wenn man sich gerade auf Melodycore eingestellt hat, kommt die Überraschung. Nu Metal, fieses Gebolze und Geschrei folgt auf einmal. Aha denke ich bei mir, aber dann folgt plötzlich wieder Punkrock, gemischt mit Offbeat. Ska darf also auch nicht fehlen.
Biderben mischen auf diesem Album unglaublich viel durcheinander. Hardcore wird mit Punkrock, Nu Metal, Ska und Reggae gemischt, mit italienischen Texten unterlegt und fertig ist ?Out Of The Lines?.
Wenn jemand all diese Stilrichtungen mag, dann ist das hier sicher eine tolle Band und eine tolle Scheibe. Mir persönlich gefällt ?Out Of The Lines? auch. Ich halte die Mischung für mutig und gewagt. Allerdings fehlt mir manchmal aber auch ein bisschen die Entscheidung, wo man eigentlich hin will mit dieser Musik, sind mir ein wenig zu viele Einflüsse zu erkennen und wirkt mir das Ganze ein wenig zu überfüllt und ungeordnet. Ansonsten ist ?Out Of The Lines? ein gutes Partyalbum, was sicher eine Menge Freunde finden wird.

6 von 10

Strongarm And The Bullies – You Had It Coming

STRONGARM AND THE BULLIES brachten unlängst ihre Scheibe ?You Had It Coming? auf den Markt. Dort bietet die Band aus Süd-Kalifornien heftigen Streetpunk ohne Kompromisse. Allerdings mischen STRONGARM AND THE BULLIES auch Blues- und Countryeinflüsse mit in ihre Musik.
Aber sowohl der große Blueseinfluss, als auch die Stimme von Sänger Erick sind es, die mir einfach auch nach dem zigsten Durchlauf nicht so richtig gefallen wollen. Denn diese ist tief, rau und kehlig und klingt als würde sich Erick mit Whiskey die Zähne putzen. Ansonsten stört mich auch die unüberseh- und hörbare Prolligkeit, die in jedem Song wiederkehrt und mir doch das ein oder andere Mal sauer aufstößt.
Mit Sicherheit wird auch diese Platte ihre Fans finden, doch mir sagt ?You Had It Coming? einfach nicht zu und kann mich auch nicht überzeugen. Schade!

4 von 10

Propagandhi – Potemkin City Lights

Mehr als vier Jahre mussten wir auf das neue Album von Propagandhi warten. Vier Jahre in denen viel auf dem musikalischen Markt passiert ist, vier Jahre voller musikalischer Exesse, Weiterentwicklungen und Stagnationen. Doch bevor der Vorgänger "Today's Empires, Tomorrow's Ashes" auf den Markt kam, waren es gar fünf Jahre die vergingen. Im Hause Propagandhi lässt man sich also viel Zeit für ihre meist grandiosen Alben. So auch diesmal, denn vor kurzem erschien das neueste Werk ?Potemkin City Lights?, bei dem sich auch wieder die lange Wartezeit gelohnt hat, denn auch die neueste Scheibe ist grandios geworden.
Teilweise klingen Propagandhi heute sehr wütend, teilweise aber auch sehr nachdenklich. Melodien treffen auf brachiale Härte. Wieder einmal schafft man einen interessanten Spagat aus Punkrock und Hardcore, immer auf der eigenen großartigen Propagandhi-Linie.
Der Gesang ist abwechslungsreicher denn je geworden und auch sonst haben sich Propagandhi wieder weiterentwickelt. Von Album zu Album werden Kleinigkeiten verändert, die große Wirkungen zeigen, denn ?Potemkin City Lights? klingt sehr viel abwechslungsreicher und reifer als der Vorgänger, auch wenn der auf seine Art nicht weniger gut war. Und auch bei der Songauswahl wird Abwechslung großgeschrieben. So wechseln sich Hardcore-Brachial-Attacken, wie "Impending Halfhead? mit Punkrockperlen, wie "A Speculative Fiction" oder "Die Jugend Marschiert" oder leichten Balladen, wie "Fixed Frequencies" ab. Wie man es auch nimmt, ?Potemkin City Lights? ist ein sehr starkes Album geworden, das durch seine Vielfalt besticht.
Auch inhaltlich wurde einiges verändert und passt sich der abwechslungsreichen Musik an. Wo der Vorgänger noch eine klare Abrechnung mit den USA waren, so ist ?Potemkin City Lights? in den Themen weitergefächert und beschäftigt sich mit Vertreibung, Umweltzerstörung, Menschenrechte, dem kommerziellen Wahnsinn und einigem mehr, was aufregt, mitreißt und ankotzt.
Wieder einmal hat sich das Warten gelohnt. Auch lange Wartezeiten sind Propagandhi verziehen, wenn Alben so gut werden und diese großartige Band immer wieder zurückkommt.

9,5 von 10

The Pushtwangers – we Are The Pushtwangers…And You´Re Not

?We Are The Pushtwangers And You?re Not?, ist das Comebackalbum der Schwedenrocker The Pushtwangers. Mitte der 80er Jahre waren die Pushtwangers schon aktiv und wie damals kreuzen sie auch heutzutage scheppernde Gitarren, mit fröhlichen Klängen a la Beach Boys, viel Punkrock und einer Menge 60er Jahre Garagen-Retro-Rock. Und das ist ihnen doch sehr gut gelungen. Auch wenn man alte Songs in neuem Gewand präsentiert und diese mit neuen Songs mischt, geht der Zeitgeist nicht verloren. Rotzige Songs, wie Boyfriend? wechseln sich mit hymnischen Tracks ab, wie ?Bad Bad Girls? und bringen es auf den Punkt. Abwechslung wird großgeschrieben und rotziger Rock trifft immer wieder auf schöne Melodien.

Auch im Jahr 2006 passt die Musik der Pushtwangers noch sehr gut und ist besonders für Fans der Beach Boys, der Hives und aller anderen Retro Garagenbands geeignet. Doch es schadet niemandem bei dieser CD ein Ohr zu riskieren. Gutes Teil!

7,5 von 10

Psychotic Youth – Bamboozle/ Alive Under The Midnight Sun – Re-Release/ Doppel-CD

Psychotic Youth gelten seit den frühen 90er als Wegbereiter der schwedischen Punkrockszene. Allerdings sind sie ziemlich in Vergessenheit geraten. Doch Wolverine hat das wohl beste Album der Poppunker ?Bamboozle? wieder ausgegraben und neu aufgelegt und bringt Psychotic Youth damit wieder in Erinnerung, auch wenn die Band längst nicht mehr existiert.
Und tatsächlich war es sehr schade das Psychotic Youth nicht mehr in unseren Erinnerungen waren, denn ?Bamboozle? ist ein echtes Juwel. Power-Pop-Punk vom feinsten wird geboten, mit vielen Hits, Mitgröhl-Songs und vielem mehr. Hit an Hit reiht sich hier aneinander und Fans von den Ramones oder den Grouvie Ghoulies können sicher bedenkenlos zugreifen.
Als Zusatz gibt es noch die Live-CD "Alive Under The Midnight Sun" oben drauf, die eine Art Best Of Zusammenstellung bietet und ebenfalls überzeugen kann. Das ganze kostet auch nur zehn Euro, also sollte jeder mal reinhören und zugreifen, es lohnt sich.

8 von 10

American Eyes – Never Trust Anything That Bleeds EP

Die American Eyes kommen aus LA und sind eine dieser Bands, die schwer in irgendeine Schublade zu packen sind. Da wir Musikschreiber aber darauf immer so abfahren, hier ein kleiner Versuch.
Die American Eyes bezeichnen sich selber als Neo-Goth-Dance-Punk, vermischen aber eher emolastige Elemente mit etwas Punk und viel Rock aus den 1980er Jahren. Dabei arbeitet man viele verschiedene Sounds in die Musik ein, die auf der ?Never Trust Anything That Bleeds EP? zu finden ist. Zusätzlich gehen die American Eyes relativ fröhlich und melodisch zu Werke und kreieren eine Scheibe die sicher etwas für Freunde von Lit, oder den All American Rejects sein dürfte. Meine Baustelle ist das ganze eher nicht, auch wenn man sicher die Entwicklung zu ihrem Debüt abwarten muss, um zu sehen was da noch passiert.

7 von 10

Ephen Rian – The Special Referendum

Innerhalb recht kurzer Zeit haben es Ephen Rian aus Österreich geschafft einen Platttendeal bei Wyona Records zu erhaschen und sich sogar einen kleinen Namen zu machen, durch doch mittlerweile eine ganze Reihe an Konzerten bei uns und im restlichen Europa. Mit ?The Special Referendum? kam nun kürzlich ihre erste EP auf den Markt, welche acht Songs enthält, von denen aber insgesamt schon fünf auf ihrem Demo finden waren. Nichtsdestotrotz weiß diese EP zu gefallen, zumal wohl die wenigsten in den Genuß ihres Demos gekommen sind. Enthalten ist eine Mischung aus Punkrock, etwas Metal und Emocore, der zu gefallen weiß und auch klar macht, warum Ephen Rian es doch sehr schnell geschafft haben, auf sich aufmerksam zu machen. Wirklich neu ist das ganze natürlich, doch die Österreicher machen ihre Sache wirklich gut und hinterlassen nach jedem Hördurchgang zufriedene Gesichter, auch weil Gesang und Geschrei genau richtig passen und einfach gut klingen. Irgendwo zwischen Thrice und Boy Sets Fire lassen sich nun auch Ephen Rian einordnen und wenn es so weiter geht, dann dauert es nicht mehr lange und auch Ephen Rian werden als Vergleichsband herangezogen, wenn es darum geht eine Newcomerband einzuordnen. Starke Scheibe!

8 von 10

Bamboo Kids – This Ain´t No Revolution

Die Bamboo Kids kommen aus New York und legten kürzlich ihr neuestes Werk ?This Ain´t No Revolution? vor. Darauf vereinigen die drei New Yorker Rock´N Roll, Punkrock, Glam-Rock, Garagenelemente und viele 60er und 70er Rockeinflüsse, wodurch die Musik manchmal ein wenig nach den Beach Boys auf Speed klingt. Doch genau diese Mischung weiß vollauf zu überzeugen, gerade weil es immer wieder gelingt starke Melodien zu erzeugen. Dadurch kommt auch Abwechslung auf dieses Album. ?This Ain´t No Revolution? macht daher einfach tierisch Spaß und enthält zahlreiche Hits, wie ?I am Ready?, ?Cheetah Chrome? oder ?Heart Attack?.
Insgesamt befinden sich hier elf partytaugliche ganz starke Rock´N Roll Songs auf CD. Und so ist ?This Ain´t No Revolution ein wahrlich hitverdächtiges Stück Rock´N Roll geworden, dass Lust auf mehr macht. Und auch live sollen die Bamboo Kids bekanntlich die Kuh fliegen lassen. Toll!

9 von 10

Suicide Machines – War Profitiering Is Killing Us All

Kaum eine andere Band hat sich seit ihrer Bandgründung stetig so weiterentwickelt und so oft verändert und ausprobiert, wie The Suicide Machines. Kaum eine andere Band hat vor jedem Album eine solche Wundertüte parat, wie die Band aus Detroit. Die Wurzeln liegen klar im Bereich des Skapunks, aber nach einem Ausflug in die Emo-Rock-Richtung, werden die Alben von mal zu mal härter, mehr und mehr Hardcoreeinflüsse kommen und hinzu und gleichzeitig werden die Suicide Machines auch immer politischer in ihren Texten. Der beste Beweis dafür ist ihr letztes Studioalbum ?War Profiteering Is Killing Us All?, erschienen auf SideoneDummy. Das zentrale Thema dieses Albums ist die Politik und daher ist ?War Profiteering Is Killing Us All? vielleicht auch ein so unglaublich brachiales und angepisstes Stück Musik geworden. G.W. Bush und seine Politik bestimmen die Ausrichtung dieser Scheibe und so machen die Suicide Machines ihrer Wut Luft und bringen zum Ausdruck, was sie von alledem halten.
Die positiven Momente, vielleicht Hoffnungsschimmer, werden immer noch durch Skaelemente repräsentiert und so erzeugen die Machines auch 2005 wieder sehr viel Abwechslung, auch wenn man im Vergleich zum Vorgänger ?The Match and Some Gasoline?, diese klar reduziert hat. Energische Ska-Punkrock-Hardcore Songs gibt es hier zu hören, die schnell, eingängig und unglaublich brachial daherkommen und dieses Album zu einem sehr guten machen. Dabei sind Songs wie ?Capitalist Suicide?, ?All Systems Fail? oder ?Hands Tied? nicht nur Ventile für die eigenen Empfindungen, sondern regen auch gleichzeitig zum Nachdenken an und beweisen, diese Band hat etwas zu sagen. Im Endeffekt gefiel mir der Vorgänger ?A Match And Some Gasoline? schon sehr gut, aber ?War Profitiering Is Killing Us All? hat noch mehr Momente die mich begeistern und kann den Vorgänger sogar noch toppen. Starkes politisches Werk!

9 von 10

Gogol Bordello – Gypsy Punks

Über Gogol Bordello hat man in letzter Zeit sehr viel gehört und gelesen. Zum einen hat ihr Frontmann gerade einen Film in die Kinos gebracht, zum anderen waren Gogol Bordello kürzlich auf Tour und die Musik war es scheinbar auch wert, dass man viel über sie redete. Denn Gogol Bordello mischen Punkrock mit traditionellen Klängen, die ihren Ursprung wohl auf dem Balkan haben. So werden auch Flöten und Streicher und andere traditionelle Instrumente eingesetzt um diese Musik zu kreieren. Dadurch entwickelt sich auf dem aktuellen Album von Gogol Bordello “Gypsy Punks”, erschienen auf SideOneDummy Records, der ein oder andere sehr interessante Song. Die Idee so eine andere Art von Folkpunk zu erschaffen ist außerordentlich gut und das weiß zu gefallen. Allerdings fehlt mir an der einen oder anderen Stelle der Druck, auch die Ohrwürmer dauern zu lange um sich zu entfalten. Nimmt man zum Beispiel eine Band wie Flogging Molly, dann gelingt denen genau das, was Gogol Bordello noch fehlt. Ich aber sicher, dass auf weiteren Alben der Gypsy Folkpunker genau das noch behoben werden kann. Die Grund Idee ist gut, nur an der Ausarbeitung fehlt es noch ein bisschen. Man darf auf weitere Alben gespannt sein.

6,5 von 10

Deep Insight – Red Lights, White Lines

In ihrer Heimat Finnland und in Portugal (!!!) waren Deep Insight anscheinend schon länger bekannt und über den Status eines Geheimtipps hinaus. Im Juni gab es dann die erste Tour durch Deutschland, der Geheimtippstatus bei uns war Dank herausragender Shows damit erreicht. Nun ist man sicher einen Schritt weiter. Zum einen da mit ?Red Lights, White Lines? nun ihr Album auch bei uns veröffentlicht wurde, zum anderen da die vier Finnen gerade ihre Tour als Support ihrer Landsleute von The Rasmus beenden.
Ihr Album ist auch wirklich großartig geworden. Hierbei verknüpfen Deep Insight Post Rock mit ein wenig Punk, vielen Emotionen und tollen Melodien. Aber besonders die in den Liedern erzeugte Atmosphäre und die häufigen musikalischen Ausbrüche, von denen der Gesang aber verschont bleibt, bringen unglaublich viel Farbe in dieses Werk. Alle Songs überzeugen, egal ob die ruhigeren wie ?Background Symphony? (tolle Ballade) und ?Detonator? oder die krachigeren Lieder, wie ?Red Tape?, ?Itch? und ?Hurricane Season?. Für Abwechslung wird so also auf jeden Fall gesorgt. Überhaupt ist ?Red Lights, White Lines? eine wirklich erfrischende und sehr schöne CD geworden, die einen so richtig mitreißt und keine Wünsche offen lässt.
Musikalisch sind Deep Insight übrigens ganz in der Nähe ihrer Landsleute von Disco Ensemble oder The Rasmus und auch ein wenig in der von Hot Water Music einzuordnen.
Wie man es auch dreht und wendet, Deep Insight werden hiermit sicher in Deutschland einen ziemlich großen Bekanntheitsgrad aufbauen und wer will es Ihnen bei einem solch starken Album auch verdenken

9 von 10

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