Lang mussten wir warten bis der Nachfolger zum genialen ?Frail Words Collapse? erscheinen sollte. AS I LAY DYING haben ihren Status als eine der besten zeitgenössischen Metal / Metalcore Bands ausgenutzt und sind ausgiebig getourt, wobei sie sich dabei als eine großartige Liveband präsentiert haben und somit die Meßlatte für den Nachfolger unfassbar hoch legten.
Auf ?Shadows are Security? (Metal Blade Records) haben die fünf Jungs aus San Diego nochmals die Metalanteile in die Höhe geschraubt und verzichten fast gänzlich auf Verweise gen Hardcore. Der Sound ist nach wie vor äußerst steril und metallisch und jegliche Emotionalität kommt direkt aus der Musik.
Gleich zu Beginn wird man von einer fetten Double Bass Walze erfasst und in den Sog von AS I LAY DYING gezogen, aus welchem man sich immer nur kurz entreißen kann um wenig später wieder völlig platt gewalzt zu werden. Die hohe Bassdrum ändert deinen Herzschlag, die Gitarren schneiden dein Gesicht in Fetzen und das Geschrei von Sänger Tim Lambesis, der übrigens auch produziert hat, brüllt dir die gebündelte Hoffnungslosigkeit ins Gesicht, so dass du an deinen eigenen Tränen ersticken musst.
Au weia, was für ein Stück Musik. Alles was man schon am Vorgänger liebte wurde hier weiter perfektioniert. Die Gitarren hauen ein Göteborg Riff nach dem anderen heraus und die Bassdrum reißt sowieso alles nieder. Gelegentlich werden cleane Vocals eingestreut, die einem kurz Zeit zum Durchatmen geben, das hält sich aber durchaus in Grenzen, sodass in Sachen Brutalität absolut keine Einschränkungen zu vernehmen sind. Sogar ein, laut Info, balladeskeres Stück soll sich auf der Platte befinden. ?Repeating Yesterday? beginnt zwar mit ruhigen Gitarren und verhaltenem Drumming, legt aber kurz darauf schon wieder heftig los, vielleicht etwas langsamer als die anderen Songs, aber dennoch alles andere als eine Ballade im eigentlichen Sinn. Alles in allem treten AS I LAY DYING das Gaspedal aber größtenteils gen Bodenplatte und lassen die Geschwindigkeit regieren. Das klingt teilweise schon stark nach den großen Vorbildern von AT THE GATES oder auch IN FLAMES, ohne aber zu stark in diese Deathmetal Ecke zu schlagen.
AS I LAY DYING lassen mit ?Shadows are Security? absolut keinen Zweifel aufkommen wer der momentane Herrscher in Sachen Metalcore bzw. zeitgenössischem Metal ist und spielen die gesamte Konkurrenz an die sprichwörtliche Wand. Wobei man ganz klar sagen muss, dass AS I LAY DYING mit dem neuen Album deutlich mehr Metal als Core sind und ihre Stärken, namentlich schnelles Drumming, flotte Gitarrensalven und bedrohliches Geschrei, gnadenlos ausspielen. Ein Bastard von einem Album und für alle zu empfehlen, die auch nur Ansatzweise was mit Metalcore am Hut haben.
