Über Geschmäcker kann man ja bekanntlich streiten und Musik verbinde ich mit einer sehr großen Bereitschaft für Toleranz… Naja, das sei erst mal so als einleitender Satz gesagt, denn die neue Scheibe von Loss, die da mit dem Namen „Mull Historical Society“ betitelt ist, ist überhaupt nicht mein Geschmack!
Kennst du das auch? Diese Glockenklänge,… man braucht eine Zeit, bis man sie einsortieren kann – Richtig! Gibt’s jeden Morgen in der Weihnachtszeit, das ist das Gebimmel, mit dem einen der Radiowecker in der Adventszeit jeden Morgen weckt! Da kommt richtig Weihnachtsstimmung auf! Ich glaube der Weihnachtsmann und Loss wohnen in der gleichen Straße, nur der Weihnachtsmann trinkt mehr Bier, der scheint bessere Laune zu haben, als Colin MacIntyre, der, was man lobend erwähnen muss, eine sympathische Stimme und die Produktion selbst in die Hand genommen hat!
Die meisten der Songs sind zum Kuscheln gut geeignet, aber dabei machen sie vermutlich die romantische Stimmung ein wenig kaputt oder verwirren, weil ein Instrument, das sich eventuell „Spacephone“ oder so ähnlich nennen könnte, ziemlich nervt und ständiger Begleiter des Glocken-Ensembles ist! Nebenbei, was mir beim zweiten Hören des Silberlings aufgefallen ist, wurde beim Mix noch mit Effekten gespielt, was die zum Teil sehr schöne Gitarre ein wenig entfremdet.
Zwischenzeitlich muss die Sonne mal im westlichen Schottland mal geschienen haben, denn bei „This Is Not Who We Were“ und noch zwei bis drei anderen Stücken kann man Klänge in Dur, die schon fast enthusiastische erscheinen,vernehmen.<p>
Fazit: Man könnte diese Platte auch mit einem Spaziergang im Herbst vergleichen, nachdem einem der Lieblingshund gestorben ist: Sehr traurige und sehr schöne Erinnerungen, wobei die schönen Erinnerungen die Tatsache nicht ungeschehen machen, und der Griff nach den unerfüllte Träumen.
