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Sum 41 – Chuck

Mit ihrem neusten Werk ?Chuck? machen sich die vier Kanadier von SUM 41 auf, den Teenie-Band Status abzulegen und wagen sich in tieferes Gewässer ohne Erfolgsgarantien und Rettungsring. Die sichtliche Vorliebe des Quartetts für Metal konnte man ja schon beim letzten Longplayer ?Does This Look Infected?? ausgiebig erfahren und auch diesmal mischen sich satte Metal-Riffs in die Poppunk-Songs von SUM 41. Die gesamte Produktion wirkt sichtlich reifer und durchdachter als ihre Vorgänger. Ob es an dem politischen Engagement auf der ?Rock Against Bush? Compilation oder dem Vorfall im Kongo lag, weiß man nicht. In ihrem Bestreben, etwas Humanitäres zu unterstützen verschlug es SUM 41 nämlich in die vom Bürgerkrieg zerrüttete Region, wo die Band mit dem kanadischen Hilfswerk ?War Child Canada? an einem Dokumentarfilm arbeitete. Während der Dreharbeiten geriet das Quartett tatsächlich in den Kugelhagel zwischen Militär und Rebellen und wurde von einem Mitarbeiter der Vereinten Nationen namens Chuck Pelletier gerade noch rechtzeitig evakuiert. Somit stand der Titel des neuen Albums fest und trägt den Namen des Lebensretters. Nun aber zum Inhalt der Scheibe:

Bestach das äußerst erfolgreiche Album ?All Killer No Filler? noch mit den eingängigsten aller Melodien, war der Nachfolger eher schwer zugänglich für die Fangemeinde. Für ?Chuck? ließ man sich wesentlich mehr Zeit und schnürte die hitverdächtigen, bewährten Melodien, gepaart mit hartem Metall-Riffing und langsameren Akustikelementen zu einem abwechslungsreichen Paket, dass für jeden etwas in Petto hat. Mit dem sehr SUM 41 typischen, Punk-lastigen Opener ?No Reason? legen die Kanadier los um den Zuhörer in die richtige Stimmung zu bringen. Bereits bei ?Angels With Dirty Faces? werden härtere Riffs rausgekramt und das Tempo merklich hochgeschraubt. Mit ?Some Say? wird ein richtiger ?Emo-Fetzen? serviert, der mit der richtigen Melancholie ausgestattet ist um auch hier zu Punkten. Anschließend kommen bei den folgenden Tracks in regelmäßigen Abständen Metal-Riffs und sogar Solis zum Einsatz, die dennoch im Punkgewand gekleidet bleiben und nicht aufgesetzt rüberkommen. Die neue Reife und Vielfalt steht den Kanadiern gut und wird die Band wohl wieder in höhere Chartgefilde katapultieren. Die Jungs mausern sich so langsam!

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