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Flo Fernandez – La Pomme D’Enfer

Anscheinend ist Flo Fernandez ein Freund der französischen Sprache. Sein letztes Album trug den Namen „Prärie D’Amour“ und die neue Scheibe heißt „La Pomme D’Enfer“, was frei übersetzt „Höllenapfel“ bedeutet. Was diese kulinarische Köstlichkeit mit der Musik zu tun hat? Nicht viel, ehrlich gesagt. Nett anzuhören ist diese Platte trotzdem. Und man hat ja auch lang genug darauf gewartet nun.

Schließlich kam das Debüt 2003 heraus und außer einer EP in 2005 und einem Remix für finn. im Jahre 2007 hatte man von Flo Fernandez nicht mehr viel gehört. Umso schöner ist es jetzt, dass es wieder was Neues auf die Ohren gibt. Es hat sich einiges geändert seit dem Debütalbum: Die Band ist nämlich herangewachsen. Während Flo Fernandez 2003 noch solo herumwerkelte, hat er bei der neuen Platte nun eine ganze Band im Hintergrund. Johanna Laute, Marco Stubbemann und Florian Dürrmann unterstützen den jungen Hamburger nun bei seinen Taten.

Das Ergebnis dessen bewegt sich im Querschnitt im Bereich Gitarrenpop, ist dann aber doch vielschichtiger, als beim ersten Hören vermutet. Grundlegend kann man das Album in drei unterschiedliche Kategorien einteilen: Da sind einmal die Songs mit englischem Gesang und die ganz ohne Gesang, instrumental. Songs dieser beiden Richtungen plätschern ganz gut vor sich hin und lassen sich problemlos nebenbei hören. Auf lange Zeit bleibt aber nicht viel von ihnen im Gehörgang hängen. Anders sieht es aber mit den Songs aus, in denen Deutsch gesprochen wird. Und Sprechen hier wörtlich gemeint. Flo Fernandez spricht hier quasi direkt zum Hörer und da kann man gar nicht anders, als auch mal genauer zuzuhören.

Hier exemplarisch ein Auszug aus dem Song „L’Idée Folle“:

„Hallo. Ich bin’s. Ja. Und ich bin nicht tot. Aber das weißt du ja, du liest ja Zeitung.
Hab ich ne Ahnung, wie ich auf diese völlig bescheuerte Idee kam? Schnaps.
Schnapsidee! Mit Spezi, im Ratskeller. Ja, alles für dich, das ganze Spektakel.
Und dann kommst du noch nichtmal. Dabei tanzt du doch sonst auf jeder Party…“

Insgesamt ein nettes Album, das sich bis auf einige Perlen aber kaum aus der Masse der Singer/Songwriter-Releases wird abheben können. Gut anhören kann man das trotzdem allemal. Und sollte man auch schnell, bevor der Winter vorbei ist. Denn derzeit passt diese Art von Popmusik ganz besonders gut.


VÖ: „La Pomme D’Enfer“ erscheint am 30.01.2009 auf DIAN.

One comment

  1. Christian says:

    Auch wenn das Album mehr als nett ist, die Rezension hast du gut geschrieben. Vor allem merkt man, du hast dir mit der Platte Zeit genommen und dich damit auseinander gesetzt. Ich finde sowas sollte sich irgendwie wiederspiegeln, wenn man bedenkt, wie viel Arbeit in so einem Album steckt.

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