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Glasvegas – Glasvegas

glasvegasAuf Alan McGee’s Kappe gehen schon einige britische Erfolgssensationen. Unter anderen nahm er Oasis 1993 bei seinem Label Creation Records unter die Fittiche und verschaffte der Band um die Gallagher-Brüder weltweiten Erfolg. Der neuste Streich McGee’s trägt den Namen Glasvegas. Die Band aus Glasgow wurde im vergangenen Jahr von der englischen Presse bereits in den Himmel gelobt („The Album of the Year“ – NME) und das Album schaffte es bis auf Platz 2 der britischen Charts.

Der Name Glasvegas ist eine Mischung aus der rauen Arbeiterstadt Glasgow und der schillernden US-Metropole Las Vegas. Sieht man sich die Webseite der Band an, weiß man genau, was gemeint ist: blinkende Buchstaben vor einem grauen, erdrückendem Himmel. Looks like ein schillernder Stern am trostlosen schottischen Himmel.
Mit schwerem Akzent singt James Allen die ersten Zeilen des Openeres Flowers and Football Tops, das leise beginnt und sich dann gleich zu einer echten, epischen Hymne mausert. Thematisiert wird hier der Mord am 15-jährigen Kriss Donald, der 2004 in Glasgow aus rassistischen Gründen ermordet wurde. Der Song handelt davon, wie hart es ist, dass ein Junge eines Abends das Haus verlässt und nie wieder zurückkommt. Ich habe in einer Zeitung ein Foto seiner Mutter gesehen und überlegte mir, wie sie wohl damit klar kommt. Jeder liebt seine Mutter und würde niemals wollen, dass sie ein derartiges Leid erleben muss,“ erklärt Allen. Zur Stimmung passen perfekt die zitierten Zeilen aus „You are my Sunshine“ von Jimmie Davis, welches wohl am bekanntesten durch die Version von Mister Johnny Cash wurde. Die großen Emotionen schwappen hier förmlich über. „Geraldine„, das bereits in aller Munde ist, folgt an Nummer 2. Der Song über die Frau, die ihren Job als Sozialarbeiterin aufgab um für Glasvegas T-Shirts zu verkaufen. Der Sound erinnert ein wenig an die „Hot Fuss“-Zeit der Killers, mehr, außer vielleicht dem Hype, haben die Schotten aber nicht mit den Amerikanern gemein. „Geraldine“ wurde nicht ohne Grund als erste Single ausgewählt, um der Allgemeinheit einen Eindruck von Glasvegas zu verleihen.

Its all about going out and getting pissed with eagle eyes
And sincerity bottom on my list
What’s the story morning glory?
I feel so low and worthless

heißt es in „It’s my own cheating heart that makes me cry„. Allein der Titel ist purer Pathos. Kein Zufall kann es auch nicht sein, dass hier gleich zweimal Oasis zitiert werden. Auch die restlichen Titel lassen sich nicht lumpen, so ist die musikalische Untermalung von „Stabbed“ zum Beispiel Beethovens „Mondscheinsonate„.

Ein englischer Akzent kann, genauso wie ein deutscher, mit der Zeit nervig werden. Der breite schottische Dialekt von James Allen allerdings ist authentisch und auch nach dem zehnten einlegen der CD wirkt sie noch sympathisch und angenehm, keinenfalls nervtötend. Die knapp 42 Minuten Musik zeichnen sich durch Midtempo-Nummern aus, die alle auf einander aufbauen und zusammen mit den persönlichen Texten, dem Coverartwork und auch dem Bandnamen ein großes Ganzes bilden. Das Debüt von Glasvegas ist einfach nur wahnsinnig stimmig. Bleibt abzuwarten, wie sich die Band in den nächsten Monaten und Jahren entwickeln wird.

Glasvegas – Glasvegas erscheint am 30. Januar bei Sony BMG.

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