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Haldern Pop Festival 2012: "Und jetzt alle" - aber bitte jeder für sich

Haldern Pop Festival 2012: „Und jetzt alle“ – aber bitte jeder für sich

Haldern Pop Festival 2012: "Und jetzt alle" - aber bitte jeder für sichDie Europameisterschaft ist vorbei. Deutschland hat das Finale nicht erreicht. Ein Land trauert im Kollektiv und sucht nach neuen Konzepten, während „wir“ uns zusätzlich ärgern, nicht mehr in der Gemeinschaft „Sieg“ schreien zu können. Und ob du wirklich richtig stehst, merkst du, wenn dir ein Licht aufgeht. Die Lösung des Ganzen kommt mal wieder vom Niederrhein und schlägt sich im Motto des diesjährigen Haldern Pop Festival 2012 wieder: „Und jetzt alle“ – aber bitte jeder für sich. Ein Text über Musik, Leidenschaft und dem Gefühl der Verbundenheit, ohne es gleich in die Welt hinausschreien zu müssen.

Unter Kollektivbewusstsein versteht man das Handeln und Fühlen von Gruppen/von Gesellschaften, nicht das von Einzelnen. Begründung: Gesellschaft bleibt bestehen, auch wenn ihre Mitglieder ausgetauscht werden. Repräsentiert wird das Kollektivbewusstsein durch die Hinterlassenschaften früherer Generationen, durch Technik, durch Häuser ebenso wie durch die Religion. Das wesentliche Merkmal der Lebenswelt besteht demgegenüber darin, dass diese nicht bestimmte Inhalte darstellt, sondern die sprachlichen Mittel für eine durch Verständigung erzielte Übereinkunft bereitstellt. Sind als strukturelle Komponenten der Lebenswelt Kultur, Gesellschaft und Persönlichkeit differenziert, und verständigen sich die Aktoren über eigene Interpretationen, verliert die Lebenswelt ihre festlegende Gewalt.
(Claus-Henning Ammann)

Das Kollektiv ist ein notwendiger Bestandteil unserer Gesellschaft, ohne den nichts funktioniert. Ein Zahnrad greift ins andere. Doch wenn auf einmal das Kollektivbewusstsein zum Trend verkommt und man immer und überall gemeinsam die Tassen heben muss, reicht es dann auch. Lieber einmal ein kurzer Moment der Distanz. Das Kollektiv trifft auf das Individuum und verliert. Und für eben diese Niederlage kann es wohl keinen schönen Ort als das Haldern Pop Festival geben, bei dem zwar dieses Jahr das Ausverkauft-Schild sogar bereits Ende 2011 an die Türen des Online-Shop gehängt wurde. Dennoch hat man die Gewissheit, dass man vom 09. bis 11. August im idyllischen niederrheinischen Dorf Haldern nur Menschen treffen wird, denen es mehr um die Musik als um das in letzter Zeit zu häufig herbeizitierte „Rudelgefühl“ einer Großveranstaltung geht.

Haldern Pop Festival 2012: "Und jetzt alle" - aber bitte jeder für sich

Einige Neuerungen hat das diesjährige Haldern Pop Festival dabei auch aufzuweisen. Dieses Mal vor allem in Hinblick auf die kulinarischen Genüsse, die bisher jedes Jahr auf’s Neue kritisiert wurden. Zu Recht. Und so wird in diesem Jahr endlich aussortiert. Die guten Stände dürfen bleiben, die anderen werden ausgetauscht gegen selbstgemachte Fritten, Dresdner Landbrot, Speisen für Veganer, eine Pasta-Bar und zudem noch regionale niederrheinische Spezialitäten, zubereitet vom Bio-Koch Christopher Heinze. Die Bier-Gourmets müssen jedoch nun stark sein, denn die Brauerei Diebels, die seit 1998 das Festival mit Altbier und Piels versorgte, hat den Marketing-Etat gekürzt und wird das Festival somit nicht mehr beliefern. Stattdessen kommt das Haldern Pop-Bier nun von der Duisburger Brauer Königs-Pilsener. Ein Wechsel, der bereits im Forum-Stammtisch für wahrscheinlich größeren Aufruhr als das diesjährige Lineup gesorgt hat.

Dabei ist gerade die breit gefächerte Bandauswahl beim Haldern Pop Festival ein stetiger Grund für immerwährende Kritik; mal zu unbekannt, mal zu mainstreamig, mal zu poppig, mal zu gitarrenlastig, mal zu folkig, etc. Dennoch scheint in diesem Jahr der Hunger nach Nörgelein gestillt. Verständlich bei den ganzen kleinen und großen Größen, die dieses Jahr am Niederrhein spielen werden: Wilco, The Afghan Whigs, Thees Uhlmann & Band, Alcoholic Faith Mission, Ben Howard, Patrick Watson… Doch einzelne Bands aus dem Lineup herauszupicken ist nicht fair und so folgt nachfolgend wie in jedem Jahr die Gemeinschaft aller Künstler, denn ohne geht es nun einmal nicht:

Haldern Pop Festival 2012: „Und jetzt alle“ – aber bitte jeder für sich
(Stand: 20.07.2012)

A Winged Victory For The Sullen (US) // Arthur Beatrice (UK) // Alcoholic Faith Mission (DK) // Apparat (DE) // Ben Howard (UK) // Bowerbirds (US) // Boy & Bear (AU) // Charles Bradley & His Extraordinaires (US) // Chinawoman (CAN) // Chris Garneau (US) // Daan (BE) // Dan Mangan (CAN) // Damien Jurado (US) // Daughter (UK) // Diagrams (UK) // EFFI (AUT) // Emanuel And The Fear (US) // Ewert And The Two Dragons (EST) // Grant Lee Buffalo (US) // Here We Go Magic (US) // Iceage (DK) // Jaga Jazzist (NO) // Jamie N Commons (UK) // Loney Dear (SE) // Megafaun (US) // Niels Frevert (DE) // Nigel Wright (US) // Oberhofer (US) // Other Lives (US) // Patrick Watson (CAN) // Steve Smyth (AU) // Team Me (NO) // The Afghan Whigs (US) // The British Expeditionary Force (UK) // The Maccabees (UK) // The War on Drugs (US) // Thees Uhlmann & Band (DE) // tUnE-yArDs (US) // Two Door Cinema Club (UK) // Wendy McNeill (CAN) // Wilco (US) // Willis Earl Beal (US) // Wye Oak (US) // Zulu Winter (UK)

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Noch mehr Informationen zum Festival gibt es hier: Haldern Pop.

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