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Harmful – Cause

Eine der charismatischsten Stimmen der deutschen Rocklandschaft veröffentlicht zusammen mit seiner Band ein neues Album. Ein lautes – wie immer, klar – und ein facettenreiches. Jeder Song ein anderes Feeling. Dabei hatte sie doch eine Kreativ-Pause eingelegt. Ein gewisser Billy Gould verstand es diesen Umstand zu ändern. Und mehr…


Wie müssen sie sich gegenseitig angefixt haben: Die Jungs von Harmful und der Faith No More Bassisten Billy Gould. Ursprünglich hatten sie ihnnur gebeten ihr Album „7“ (2006) zu produzieren. Gould aber stieg gleich in die Band ein und ging mit den Frankfurtern auf Tour. Eine Konstellation wie man sie nie(!) erwarten durfte. Es ist Zeugnis für das besondere an Harmful, die bereits seit 1992 existieren und nun ihr achtes Album vorlegen. Drei unproblematische Charaktere und ihr untrügerisches Bauchgefühl. Vielleicht war es das, was Gould so von seiner Idee überzeugte für die Dauer einer Tour bei Harmful einzusteigen und nach diesem musikalischen Ausflug die Reunionen von Faith No More einzuleiten. Und als Dankeschön verschaffte Gould seinen Freunden von Harmful den Support-Job beim Faith No Reunion Gig in der Frankfurter Jahrhunderthalle. Ein riesen Ding für Aren Emirze, Chris Aidonopoulos und Nico Heimann und ein triftiger Grund die selbst verordnete Pause von der Band erst mal zu vertagen.
Angespornt von diesem positiven Karriere-Highlight setzten sich Harmful an die Arbeit zu ihrem neuen Album Cause, welches die Band zu Recht als „Bauch-Album“ beschreibt.  Sie gingen in den Proberaum und spielen und nahmen auf, was ihnen gefiel. Das könnte auch erklären, warum von Noise bis Alternative alles dabei ist, was Harmful je ins Feld geführt haben.
Ein echtes Schmankerl dabei übrigens: Aren Emirze nach seinen Solo-Alben endlich mal wieder schreien zu hören. Und das hemmungslos. Seine vielseitige Stimme wirkt ohnehin wie ein Anker, der Cause zusammenhält. Charismatisch, warm, weise.
Ansonsten geben Harmful sich als alte Füchse und Freunde cleverer, aber übersichtlicher Songstrukturen, die den direkten und kraftvollen Songs gut zu Gesicht stehen.  Gefrickel und gekünstelte Virtuosität haben sie nun mal nicht nötig. Und so kommt es das die besten Songs auf Cause immer direkt auf den Punkt kommen. Ordinary People wischt einem gleich zu Beginn durchs Gesicht und Cause lässt mit aller seiner Wucht keine Widersprüche zu. Der Rest des Albums wächst einem dann schneller ans Herz, als man nach dem ersten Hördurchgang glauben mag. Mit verantwortlich dafür ist auch Dave Sardy (Oasis, Slayer, Nine Inch Nails – kurzum ein Mann von absolut internationalen Format), dem Harmful ebenfalls derartig von sich überzeugen konnten, dass er Cause in Los Angeles mischte. Ob hinter all diesen Glücksfällen ein Geheimnis steckt? Wohl nicht. Eher Authenzität und Ausdauer. Oder wie sie selbst sagen: „Wir kommen aus einer anderen Zeit, wir sind eine Band, die definitiv /anders/ spielt und die irgendwie auch dem Zeitgeist entgegen wirkt.“ Amen.

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