Im Gespräch mit Saalschutz

Wir vom Mainstage Musikmagazin haben bereits für euch in das neue Album von Saalschutz „Nichtsnutz“ reingehört und haben jetzt auch die Möglichkeit gehabt, mit den zwei Audiolith-Herren zu sprechen. Was dabei raus kam, könnt ihr hier lesen. Es geht um das Verhältnis zum Hause Audiolith. Dem Schweitzer Künstler DJ Bobo und natürlich um die neuen Lieder auf dem Album.

Liebe Jungs von Saalschutz wie würdet ihr selbst den Unterschied zwischen euren alten Songs und dem neuem Album am besten Beschreiben?

Es ist im Schnitt wohl weniger knallig und laut. Gleichzeitig etwas poppiger. Es hat auch mal ein trauriges Lied Platz bzw. war die Traurigkeit früher besser versteckt, mehr verschüttet, übertüncht, oder wie man das nennen will. Die Produktion ist auch subjektiv weniger laut. Es hat musikalische Elemente drin, die wir vorhin nie verwendet haben, etwa klassisch housige Sachen, oder auch Ska. Auf der neuen Platte ist auch unser erstes (ultrakurze) Lied im ¾ Takt, tatsächlich ein Walzer. Dieser war Publikums-generiert. Also wir fragten auf Facebook welchen Stil wir noch auf der Platte haben sollen. Dann haben wir unter allen Vorschlägen Walzer ausgewählt. Und es hat sogar einen Country Song drauf.

Das letzte Album hieß „Endweder Saalschutz“, damit habt ihr jeden potentielen Hörer bereits im Titel verraten, dass die einzige Möglichkeit in Saalschutz liegt. Das neue Album dagegen heißt „Nichtsnutz“ wie kommt es zu dem linguistischen Wechsel der Hauptaussage vom positiven zum negativen?

Einerseits mögen wir den Klang des Reims. Andererseits meinen wir „Nichtsnutz“ – entgegen dem common sense – eben nicht negativ. Es hat schon fast den Charakter eines Ideals. Ein Protest gegen die Verwertbarkeit. Bei „Entweder Saalschutz“ findet man einerseits die von Dir genannte Alternativlosigkeit (Wenn man nicht „Saalschutz“ als „oder“-Stellvertreter liest, aber das würde jetzt den berühmten Rahmen sprengen). So schreiend grössenwahnsinnig, dass wir gar nicht anders konnten. Zugleich ist das ja ein unvollendeter stehender Ausdruck „Entweder …. oder ….“. Das Alternativlose kann man (im aussermoralischen und nicht zwingend realisierten Sinne) „perfekt“ nennen. Das Unvollendete ist das Gegenteil von perfekt. Ihm haftet der Ruch der Inkompetenz an. In beiden Titeln sind also Widersprüchlichkeiten angelegt. Und am Thema Widersprüchlichkeit, sei sie performativ, sprachlich, logisch, biografisch, moralisch, … , arbeiten wir uns immer mal wieder künstlerisch ab.

Als Band Saalschutz seit ihr lange in dem Hause Audiolith tätig, wie ist für euch der Umgang mit den vielen vertretenden Bands, Mitarbeitern und Lars, da euch viele Kilometer für Besprechungen und gemeinsame Trinkerein trennen?

Besprechen tun wir in der Regel per Skype, Mail oder Telefon. Zum Trinken wollten wir schon lange eine Pipeline verlegen, aber wir kriegen keine Fördergelder. Wir glauben, dass sie oft Witze über uns machen, weil die Gefahr ja nicht so gross ist, dass wir plötzlich hinter ihnen stehen. Dies sorgt für einen Grundakkord des Misstrauens der in jedem Gespräch knapp unter der Grenze der Wahrnehmung mitschwingt. Die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

In einem Interview hat Torsun von Egotronic behauptet ihr seit die komischen, bärtigen Kauze aus der Schweiz, wie würdet ihr den bösen Torsun zurück dissen?

Wir freuen uns, dass wir für Torsun ein Thema sind. Das ist umgekehrt nicht der Fall.

Was war eure schönste Tourgeschichte die ihr mit euren befreundeten Bands erlebt habt?

Der Melt Parkplatzrave und der Abend im grossen Zelt ein oder zwei Jahre später war sehr schön. Also auch das ganze drum rum, man hatte halt Zeit und konnte abhängen. Oft sieht man sich ja nur so punktuell. Es ist schwierig eine bestimmte Situation rauszupicken, das ist meistens eher so eine Grundstimmung, die man in guter Erinnerung behält.

Es wurde schon oft angekündigt das DJ Bobo auf der Platte zu hören ist. Nun möchte ich euch fragen ob DJ Bobo als Suporter für eine spätere Tour in Frage kommen würde?

Bis jetzt haben wir noch keine Anfrage bekommen.

Könntet ihr euch beim nächsten Album vorstellen, als zusatz diesmal alle Songs auch auf Schwietzer-Deutsch rauszubringen?

Eher nicht. Das geht ja oft metrisch nicht auf und die Wortendungen sind oft auch ganz anders. Also kurz gesagt, es wäre ziemlich viel Arbeit.

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