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Kilians – They Are Calling Your Name

b001uruz7u03lzzzzzzzAls die fünf Dinslakener 2007 ihr Debüt „Kill the Kilians” veröffentlichten, teilten sich die Meinungen. Während zahllose Presseleute die „Hoffnungsträger des deutschen Indie-Rock“ in den höchsten Tönen lobten, wurden auch immer wieder Stimmen laut, die das ganze als einfallslose Strokes-Imitation abtaten. Geben wir’s zu: Der Vergleich mit der New Yorker Combo ist nicht unbegründet. Wenn die Kilians Gitarrenriffs bringen, die nicht nur stark an das Strokesche „Someday“ erinnern, sondern den daraus resultierenden Song auch noch „Sunday“ nennen, kann man natürlich schon wieder darüber schmunzeln.

Jetzt aber raus aus New York und rein in die alte Scheune des Gasthofs Zum Grunewald in Oberlohberg, 15 Minuten Autofahrt vom Bahnhof Dinslaken. Hier hat der Vater des Schlagzeugers Mika der Band ein musikalisches Zuhause zur Verfügung gestellt und hier ist das neue zweite Album der Kilians entstanden. Mit „They are calling your name“ werden einige Fragen beantwortet und neue aufgeworfen.

Das wichtigste zuerst: Die Sache mit den Strokes hat sich erledigt. Leider ist damit auch der schnodderige, versoffene Sound verschwunden, den wir an ihrem Debüt so mochten. Die Kilians schaffen Platz für neues.

Es lässt sich praktisch nicht überhören, dass „They are calling your name“ für größere Bühnen geschaffen ist. Da sind übergroße Gitarrenwände, vermeintlich epische Texte und reichlich Mitklatsch-Parts für die Indiekids. Simon Den Hartog und Co wissen, wie sie die Massen glücklich machen. Sie haben viel gelernt in den letzen zwei Jahren, als Vorband von Rampensäuen wie Björn Dixgard, den Babyshambles oder den Beatsteaks, als Vize-Bester Newcomer der Einslive-Krone 2007 und bei zahllosen Headliner-Shows.

Ganz so dick aufgetragen, wie die erste Single „Said & Done“ sind die restlichen elf Songs zum Glück nicht. Dass man ausschließlich mit Zeilen à la „Where did you go, my darling?“ heutzutage nicht mehr auskommt, ist begriffen worden.

Die Kilians sind immer noch „proud of their hometown“, wie sie gleich im Opener verkünden.

Dessen erste Minute, die ohne Zögern mit einem wohlgesonnenen „funky“ bezeichnet werden kann, weckt zunächst leider falsche Erwartungen.

Zwar hat das Quintett, wie schon im Debütalbum einige nette Ideen versteckt, dennoch schleicht sich schnell das Gefühl ein, die Songs verfolgen alle das gleiche Muster. Eine Mischung, die eben live super funktioniert, auf Platte jedoch auf Dauer ermüdet.

Mit „They are calling your name“ wurde nicht der Indie-Rock neu erfunden, das Album bringt nicht einmal Elemente, die nicht andere schon gebracht hätten. Dennoch lässt es sich mit Sicherheit als ein solides Zweitlingswerk bezeichnen – vor allem in Anbetracht des noch jungen Alters seiner Erschaffer.

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