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Moby – Wait for me

mobyPlatten zu machen, die persönlicher sind – das war Mobys Ziel hinter „Wait for me„. „Platten, die vielleicht etwas experimenteller, schwieriger und weniger eingängig sind, aber künstlerisch und kreativ mehr Befriedigung bringen„, so erklärt Moby seinen neuen Weg.

Genauso klingt „Wait for me“ beim ersten Hören: experimentell, wenig eingängig und schwierig. Ziel erfüllt. Ob sich das Album gut verkaufen würde, war Moby erstmal egal. Er war froh, das Album in Eigenregie zu produzieren und sein Ding durch zu ziehen. Die Fotos wurden von einem Freund geschossen, das Cover gestaltete Moby selbst. Die Aufnahmen entstanden in keinem teuren Studio, sondern einfach bei Moby zu Hause. Nicht der kommerzielle Erfolg, sondern den Hörer direkt anzusprechen, ihm ein Teil von ihm zu geben, Wärme und Intimität, standen auf seiner To Do-Liste ganz weit oben.
Moby verrät zum Sound der neuen Platte folgendes:  „Ich habe auf ‚Wait for me‘ gezielt Reverb und Stereo-Panning eingesetzt, dank ebay habe ich tonnenweise alter Instrumente und Aufnahmegeräte entdeckt, die für das Album perfekt waren: Effektgeräte, Verstärker, Synthesizer und andere technisch nicht ganz saubere Geräte, die hier genau richtig klangen„.

Wait for me“ klingt sehr episch, oft kommen Streicher zum Einsatz, Gesang wurde nur sehr punktuell eingesetzt. Das Album taucht sogar an manchen Stellen ein wenig in den Ambient-Bereich ein. „Pale Horses“ geht am ehesten in die alte Moby-Richtung. Und auch das Video spricht Bände. Der „Little Idiot“ stapft mit traurigem Blick allein durch die Gegend, wie man es schon aus „Why does my Heart feel so bad?“ bestens kennt.

Pale Horses from Moby on Vimeo.

Als Inspiration dieses Albums nennt Moby die Rede von Regisseur David Lynch zu den BAFTA-Awards 2008 und eben dieser hat auch das Video zum 3.15 Minuten langen Instrumentalstück Shot in the back of the headgedreht.

Wer Alben im Stil wie „18„, „Play“ oder „Last Night“ mit großen Hits für die Ewigkeit sucht, wird auf „Wait for me“ zuerst enttäuscht sein. Außer „Pale Horses“ schafft es kein Lied, einen sofort zu packen. Wer dem Album aber Zeit gibt, wird belohnt werden und merken, was Moby einem mit diesem Album vermitteln wollte. Man wird mit einem in sich stimmigen Album belohnt, das einem mehr gibt, als große Hits.

Moby – „Wait for me“ ist seit dem 26. Juni über Ministry of Sound zu haben.

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