Startseite » Nachbericht: Melt! Festival 2010

Nachbericht: Melt! Festival 2010

It’s Number 13, Baby! It was! Das Melt! Festival 2010 liegt hinter uns. Wir haben uns erholt und freuen uns schon jetzt auf das 14. Melt! im nächsten Jahr. Es sind nicht nur 3 Tage Spaß und laute Musik! Nein, sicher nicht. Das Melt! Festival ist jedes Jahr so viel mehr. Die Stimmung, die Menschen, die Location – unschlagbar. Auch in diesem Jahr war das Melt! ausverkauft. Die Besucher waren begeistert und die Künstler kamen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Die Stadt aus Eisen beeindruckt jedes Jahr auf’s Neue.

Schon am Donnerstag führte der Weg ins beschauliche Gräfenhainchen in Sachsen-Anhalt. Während die großen Bagger noch in weiter Ferne waren, war der Zeltplatz schon pickepackevoll. Denn die Melt!-Eröffnungssause im Intro-Zelt stand auf dem Plan – auf dem Plan vieler Besucher, die dachten, vor Ort würde es noch Tickets geben. Dem war nicht so. Die 3000 Tickets für den Audiolith Pferdemarkt waren ruckzuck vergriffen. Wir waren dabei und haben zusammen mit Audiolith-Crew gefeiert und geschwitzt: Saalschutz, Egotronic, Bratze, Frittenbude und die DJs des Hamburger Labels sorgten für großartige Stimmung.

Am Freitag ging es dann so richtig los.  Festival Tag 1. Das Hauptthema: die große Hitze! Schon morgen was klar, dass man ohne viel Wasser den Tag nicht gut überstehen würde. Weniger Alkohol, mehr Wasser! Wir haben den Tag überlebt. Mit fantastischen Auftritten von Midlake, den Shout Out Louds und einen gut gelaunten Oliver Koletzki sind wir in den ersten Festivaltag gestartet. Der Freitag war mit sicherheit der Tag, an dem das Gerenne von Bühne zu Bühne am größten war.  Klar, ein gewohntes Bild auf Festivals, aber diesmal war es wirklich extrem. Neben den Auftritten von Delphic, Health, Yeasayer und Two Door Cinema Club gehörten die Auftritte von Jónsi und den Foals ganz klar zu den großen Highlights des Tages. Während Jónsi mit seiner unglaublichen Stimme verzauberte, beeindruckten die Foals durch ihre energische Show. Für viele ging es danach zurück auf den Zeltplatz. Feiern, grillen, die Sau rauslassen. Andere feierten bis in die frühen Morgenstunden auf dem Festivalgelände zu den Klängen von Roman Flügel, Ricardo Villalobos und dem DJ Set von  Simian Mobile Disco.

Two Door Cinema Club live beim Melt! 2010

Das angekündigte Gewitter kam genau zum richtigen Zeitpunkt und sorgte in der Nacht bzw. am frühen Morgen für angenehme Erfrischung in der Stadt aus Eisen.  Der zweite Festivaltag startete zwar mit bedecktem Himmel, aber rechtzeitig um 13 Uhr ließ die Sonne sich blicken. Für einige Besucher öffnete das Melt! am zweiten Tag schon frühzeitig seine Pforten. Fotograf Gerrit Starczewski rief zu dem Kunstprojekt „nakedHeart“ auf. Es sollte das größte menschliche Herz aus nackten Menschen entstehen. Etwas 120 nackte Menschen kamen zu der doch eher unpassenden Uhrzeit zum Gelände und formten ein nackiges Herz. Fotograf, Helfer, Presse und die nackten Festivalbesucher hatten großen Spaß.

Kurze Zeit später eröffnete Philipp Poisel auch für den Rest der ca. 20000 Besucher den zweiten Festivaltag. Frühzeitig wurden schon einige Verschiebungen in der Running Order bekannt gegeben. So spielten die Futureheads erst am späten Abend im Intro Zelt anstatt am frühen Abend auf der Mainstage. Chris Cunningham, der mit seiner unglaublichen visuellen Show die Festivalgänger beeindruckte, tauschte seinen Slot mit DJ Shoadow. Sonst lief alles reibungslos. Auf der Mainstage rockte das Duo von den Blood Red Shoes, während Tobias Thomas und Hemmann & Kaden die Menge vor der Big Wheel Stage zum tanzen brachte. Die Friendly Fires zogen ihre Show trotz anfänglicher Soundproblemen durch. Im Anschluss folgten überzeugende Shows von Miike Snow und Jamie Lidell. Auf der Mainstage sorgten Dendemann und Jamie T für die perfekten Beats zum Sonnenuntergang. Auch Darwin Deez, der nach wenigen Minuten die Herzen der Mädchen erobert hatte, überzeugte auf ganzer Linie. Tiefschwarz und Carl Craig sorgten für einen grandiosen Abschluss am Samstag. Für die hartgesottenen Festivalpeople ging es danach noch rüber zum Sleepless Floor. Party Non-Stop.

Melt! Festival 2010

Tag 3, die Sonne knall, die Stimmung ist gut und die Vorfreude auf Massive Attack war schon am frühen Mittag unermesslich hoch. Man hat vielen zwar schon angesehen, dass ein Zelt nicht die gemütlichste Übernachtungsart ist und der extreme Alkoholkonsum trotz der großen Hitze einigen zusetzt, aber es verlief nach wie vor alles unglaublich friedlich und entspannt ab. Es gab keine nennenswerten Auseinandersetzungen zwischen den Festivalbesuchern. Beim Melt! treffen sich eben Freunde, keine pöbelnden Festivalbesucher. So war es immer und so wird es hoffentlich immer sein. Das Melt! verbindet. In diesem Jahr kamen rund 30% aller Besucher aus dem Ausland. Englänger, Holländer, Spanier, Österreicher und 20 weitere Nationen. Unglaublich.

Erschreckend mussten wir feststellen, dass viele das Festival schon am Vormittag verlassen. Die ersten beiden Tage waren musikalisch wohl anscheinend für viele die überzeugenden Tage. Die Running Order am Sonntag war auch nicht mehr so vollgepackt, wie die beiden Tage zuvor. Wir waren glücklich. Weniger hin und her rennen, mehr genießen. Entspannt eröffneten die Kings Of Convenience das Festival auf der Gemini Stage. 2 Stunden sorgte Erlend Øye mit seiner Band für entspannte Stimmung. Für Stadionrock-Stimmung sorgten dann die Schweden von Johnossi auf der Mainstage. Leider ging das schon fast in Richtung Bon Jovi. Schade. Dafür überzeugten andere Schweden auf der Gemini Stage dafür um so mehr. Die Festivalbescher sind ausgerastet. Slagsmålsklubben brachten jeden zum schwitzen. Die Partystimmung hatte somit schon am frühen Abend den Höhepunkt erreicht. Im Intro Zelt ging es allerdings noch deutlich härter zur Sache. Dort lieferten Fucked Up mit sicherheit die verrückteste Show ab. Nach wie vor stellt sich hier aber auch die Frage, was eine Band wie Fucked Up auf dem Melt! verloren hat? Hier trifft Hardcore auf Elektro und Indie. Unpassend. Damian Abraham, der Sänger, war auf der Bühne nicht zu sehen. Er rannte wie ein Wahnsinniger schreiend durch das Publikum und nahm immer mal wieder einen Festivalbesucher auf die Schulter. Verrückt. Turbostaat rockten im Anschluss auf gewohnt hohem Niveau. Mit Massive Attack haben die Booker vom Melt! wie immer alles richtig gemacht und wieder einen großartigen Headliner gefunden um das Festival abzuschließen. Mit Klassikern aber auch den neuen Songs von “Heligoland” sowie einer fantastischen Lichtshow ging das 13. Melt! Festival zuende.

Wir freuen uns über deinen Kommentar: