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Ólafur Arnalds – … and they have escaped the weight of darkness

Musik ohne begleitende Worte. Selbst für viele leidenschaftliche Musikanhänger ist es eine Herausforderung, sich mit bloßer Instrumentation zurecht zu finden. Auf seinem neuesten Werk „… and they have escaped the weight of darkness“ gönnt Ólafur Arnalds seinen Stimmbändern wiedermals ausgiebige Ruhepausen und wagt somit den Spagat zwischen bloßer Tonkunst und ergreifender Emotion.

Als Inspirationsquelle für den Langspieler nennt Ólafur Arnalds einen ungarischen Independent Film, der in seinem eröffnenden Monolog über eine Sonnenfinsternis den Albumtitel „… and they have escaped the weight of darkness“ als Schlüsselstelle enthält. Klares Thema der neun Songs sei das Licht, das doch nach jeder erdenklichen Dunkelheit wieder in das Leben zurückkehre. Ein sehr optimistischer Gedanke, der trotz vorherrschender Mollpassagen zweifellos durch die Musik hindurchschimmert.


Doch wie macht sich das bemerkbar? Eine verstrickte Instrumentation spielt hier die Hauptrolle: Geprägt vom hellen Klang des Pianos, aufgebrochen durch eine vereinzelt dissonante Violine und komplettiert durch unerwartete Einsätze des Schlagzeugs oder hintergründige Synthesizermalereien. Durchzogen von sich aufbäumenden Klanggebilden und crescendierenden Tonläufen, wird man den Glauben nicht los, ganz genau zu wissen, welches intensive Gefühl der junge Isländer gerade zu intonieren versucht. Mit dem Bild der Sonnenfinsternis vor Augen, wird die Entwicklung des Albums noch deutlicher, die gefangen zwischen äußerster Fragilität und Tristesse beginnt und sich bis hin zum Ausbruch aus dem Kreis, hin zur Beruhigung, der Sonne entgegen bewegt.
Doch nicht nur eine Entwicklung innerhalb der Platte ist zu spüren, sondern auch ein allgemeiner Progress ist erkennbar. Durch die Zusammenarbeit mit Produzent Barði Jóhannsson und Bassakrobat Tony Levin wurde den betitelten Liedern eine unkonventionellere Note verliehen, die sich im Vergleich mit dem Vorgängeralbum heraus kristallisiert.
Mit 23 Jahren gelingt es Ólafur Arnalds Musik zu erschaffen, die kein Alter kennt, sondern zeitlos schön ist.

VÖ: …and they have escaped the weight of darkness erscheint am 14.05.2010 via Erased Tapes / Indigo.

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