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Olli Schulz, Ryan Stratton, Kapelle Ostermann // 01.07.2009 // Sommer im Park

olli_schulz_vellmar_avaMan sollte den Schulz nicht auf seine Klamauklieder reduzieren, der Herr Olli Schulz ist nämlich Künstler! Und, wie er selbst betont, ein sensibler noch dazu. Doch dazu später mehr. Ebenfalls mehr über ein riesiges Zelt im Vellmar, den sympathischen Ryan Stratton und die Kapelle Ostermann, die ihre CDs auch einfach mal verschenkt.

Der Abend wird erstmal von der Kapelle Ostermann eröffnet. Diese kennt wahrscheinlich kaum einer der Anwesenden, den hier Schreibenden eingeschloßen. Musikmäßig klingt das ein wenig nach RockPunkReggea – aber auf akustisch getrimmt. Seltsam auch. Recht schnell enttarnen sie sich als Elfmorgen, die nahezuebensowenige kennen, deren Smashhits Ribidibi Dub oder Das Leben ist hart ohne Oberlippenbart einen Teil meines Lebens begleitet haben, als für mich weder Führerschein noch myspace gab, HR Newcomer TV sei dank.

So voll ist es noch nicht, auch als Ryan Stratton die Bühne betritt, den man vielleicht von Walking Concert kennt, die man wiederum über Walter Schreifels kennt, soviel dazu. Sehr sehr guter Singer/Songwriter, der es trotz intimer Songs, einer sympathisch-kauzigen Art und Bestechungsversuchen mit Schokolade nicht schaffte die Zuschauer vor die Bühne zu bewegen. Was Schade ist, auch wenn es die Spielfreude nicht zu trüben schien. Schön mal wieder zu sehen was – fast – nur mit Akustikgitarre musikalisch möglich ist. Begleitet wird er übrigens von Felix Gebhard, der zusammen mit drei anderen fünfteln von Home of the Lame auch Olli Schulz begleiten wird.

Vielleicht sollte man kurz erwähnen, dass der Sommer im Park im beschaulichen Vellmar traditionell in einem Zelt stattfindet, das von den Ausmaßen mehr auf dem gutbürgerlichen Mainstream näherliegende Sachen ausgerichtet ist. Und so sieht es dort mit sagen wir gut 80 – 100 Zuschauern sehr leer aus.

Das ist nun aber keine Atmosphäre für einen Künstler, schon gar nicht für einen sensiblen. So bittet Olli Schulz, bevor er den ersten Ton anschlägt, erst einmal alle nach vorne, und als das Bitten nicht reicht, wird sogar verlangt. Man glaubt es kaum aber auf diese Art bekommt er tatsächlich 99% von den Sitzplätzen los und nach vorn. Als Belohnung dann extrovertiertes Fotoshooting mit dem Star.

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Er beginnt, nach einer sehr langen Erzählung allein und akustisch und mit ihm beginnt ein typischer Olli Schulz Abend. Eine manchmal abstruse, meist jedoch angenehme Mischung aus nicht unbedingt traurigen, im mindesten aber ernstgemeinten Lieder, dem typischen Olli Schulz Anschlag, dazu auch mal eher unsinnige Lieder und einer Menge Geschichten zwischendurch.

Ich bin ein wenig froh, ihn schon recht lang nicht mehr live gesehen zu haben, so kennt man noch nicht so viele Geschichten. Ich bin ebenfalls froh, ein Konzert mit Band erwischt zu haben, die Umsetzung der Songs ist schon recht gut, und es klingt ein wenig nach „mehr“, als es früher noch der Fall war. Das gibt ordentlich Froschstempel in die Hefte.

Alles in Allem ein schöner Abend für alle, abgesehen von der Resonanz, nur kurz blitzt zwischendurch der sensible Künstler wieder durch, denn als niemand mit ihm auf der Bühne tanzen möchte, für ein Lied, da wirkt Olli Schulz ein wenig angesäuert, von diesem Vellmar.

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Hier gibts noch mehr Fotos.

3 comments

  1. Ein Konzert von Olli Schulz ist immer eine wahre Freude. Die neuen Songs kommen live auch sehr gut rüber.

    Am 16.07. sehe ich ihn zum fünften mal wieder. Solo auf dem Dachgarten des Übel & Gefährlich. Lohnt sich.

  2. jenn says:

    olli schulz ist so genial! als wir auf seinem konzert waren war richtig was los und ich habe mit ihm auf der bühne getanzt, da haben die leute in vellmar echt was verpasst. warum sind sie eigentlich hingegangen? na ja, toller beitrag!

  3. Christian says:

    Jaja, die Nordhessen sind ja allgemein für ihre eher zurückhaltendende Art bekannt. Was ich ehrlich gesagt auch ok finde, ich würde zB nie und bei niemandem uff der Bühne tanzen.

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