Startseite » Punk In Drublic | 04.05.2019 | Faust-Wiese, Hannover

Punk In Drublic | 04.05.2019 | Faust-Wiese, Hannover

„Punk In Drublic“ wird präsentiert von Fat Mike, dem Gesicht und Frontmann von NOFX. Das wird schon beim Namen des Festivals klar, denn dies ist nach dem fünften Album der Band benannt. Und damit wird direkt auch ein schönes Wortspiel mit eingebaut: das Anagramm „Drunk In Public“. Die Faust-Wiese in Hannover ist mit knapp 7.000 Tickets schon lange ausverkauft.

The Bombpops, Get Dead & The Real McKenzies

Das Publikum ist von Anfang an gut drauf und geht schon gegen 14:30 Uhr pünktlich zum Opener, den Bombpops, für diese Tageszeit super mit. Die quirligen Pop-Punks haben trotz kleiner technischer Probleme, und einem dadurch improvisierten Song, sichtlich ihren Spaß um mit viel Humor vor so einer Kulisse zu zeigen, was sie aus den Staaten musikalisch mitgebracht haben. Dies beweist die„Song about shitting your pants“ Ansage von Sängerin Jen Razavi.

Paul McKenzie von The Real McKenzies

Mit dem Song „Welcome to Hell“ setzt Get Dead hingegen schon zum Start voll auf Power. Und durch Aussagen wie„Fuck nazis and fuck the police“ ist es nicht schwer, dieses Publikum gleich auf die Seite der Kalifornier zu ziehen. Rotziger Punk geht immer. Und Sänger Sam King verkörpert es authentisch. Dieser Typ ist kein Bühnenimage.

„My mother wanted me to be a catholic priest, my father a soldier or police officer, so I decided to piss them all off and became a fucking punkrocker“ legt Paul McKenzie los. The Real McKenzies, Punk im Schottland-Style aus Vancouver, Kanada. Diese Kombination zusammen mit der Energie ihrer Songs, passt hier her!

Anti-Flag, Less Than Jake & Lagwagon

Chris#2 von Anti-Flag

Nach drei Bands haben sich auch die Security im Graben an die ersten Surfer und die fliegenden, teils noch gefüllten, Bierbecher gewöhnt. Und auch der tatsächlich getrunkene Alkohol zahlt so manchem Punk in der Crowd doch so langsam seinen Tribut. Zu Anfang des Tages gab es nämlich ein schnell ausgeschöpftes Kontingent an Freibier. Bald haben die Sanitäter auf dem gesamten Festivalgelände alle Hände- und Krankentragen voll zu tun.

Jetzt wird es Zeit für feinen und auf den Punkt sehr politischen Punk mit starker Message. So kann man Anti-Flag in einem Satz zusammenfassen. Frontmann Justin Sane und seine Jungs aus Pittsburg machen ihrem Ruf alle Ehre und starten direkt mit „Die For The Government“. Chris#2 fliegt schon während der ersten drei Songs gleich mehrfach in großen Sprüngen über die Bühne der Faust-Wiese. Anti-Nazi Chöre der Fans hallen über das Gelände. Gänsehaut.

Less Than Jake haben nun die Ehre aus einer Mischung von Regen und Hagel die Menge bei Laune zu halten. Crowdsurfer mit Regenponcho beweisen, der Ska-Punk zieht nicht nur unter der Sonne Floridas, was Sänger Chris gleich in einem Kommentar zum Besten gibt. Tanzen im Hagel unter Begleitung von Saxophon und Posaune, so macht Festival Spaß! Auch ohne Sommer.

Der Straffe Zeitplan lässt keine Pausen oder Zugaben zu. So erklimmen als nächstes Lagwagon die Faust-Wiese. Gestartet wird zum Aufheizen nach der Kälte des Regens und der immer noch nassen Bühne mit „Violins“ und „Stokin‘ The Neighbors“. Den Fans sind Kälte und Wind egal, es wird einfach weiter gefeiert und textsicher mitgesungen. Gitarrist Chris erklärt, dass seine Liebe zu Bier vom deutschen Großvater stammt.

Headliner: Bad Religon & NOFX

So krass der Festivaltag verlief, so krass war am Ende auch der Kontrast zwischen den beiden Headlinern. Beide mit einem wunderbaren Gespür dafür, die Gesellschaft ordentlich aufs Korn zu nehmen. Allerdings auf so erfrischend gegensätzliche Art und Weise. Dieses Konzept geht voll auf.

Die Punk Pioniere Bad Religion verstehen sich mit Hardcore-Style als Bildungsauftrag zum Nachlesen und Umdenken. Vollgas vom Start an mit dem neuem Release „Chaos from Within“. „American Jesus“ wird unter Ironie mit„You don’t learn that in catholic school but we have the American Jesus“ angekündigt. Eine kleine Pause zum Durchatmen gibt es erst bei den Worten„Father can you hear me?“. Der Song „Sorrow“ ist, zumindest für Bad Religion Verhältnisse, langsamer und erinnert Sänger Greg Graffin an seinen Vater. Schluss bildet der teilweise auf deutsch performte Klassiker „Punk Rock Song“.

Fat Mike von NOFX

NOFX dagegen starten mit Alkohol und lustigen Sprüchen tief unter der Gürtellinie. Natürlich durfte das Schnapsritual, für alle sichtbar, vor der Show nicht fehlen. Fat Mike tanzt lässig auf die Bühne und begrüßt die Fans in Hannover mit einem nicht so ganz ernst gemeinten „Hello Berlin!“. Die Fans danken es dem Versprecher mit Pogo und Tanzeinlagen. „60%“ wird der erste Song des Abends der Melodic Skatepunker. Stimmung unter Feuer wo ein paar Stunden zuvor noch alles nass vom Regen war. NOFX plaudern und tanzen sich durch den Abend. Den krachenden Abschluss des Tages bildet „Kill All The White Man“.

Bei so viel geballter Punk-Geschichte kommen alte und jüngere Punk-Fans ins schwärmen. Der Vorsatz der Veranstalter „Wir machen das nochmal“ ging voll auf. Die „Punk in Drublic“ Festival-Tour kommt, wie kann es anders sein, aus den USA und geht munter durch Europa weiter.
Punks not dead passt wie die hoch gesteckte Faust in die Luft über Hannover.

Running Order
14:30 Uhr – THE BOMBPOPS
15:15 Uhr – GET DEAD
16:00 Uhr – THE REAL MCENZIES
16:45 Uhr – ANTI-FLAG
17:30 Uhr – LESS THAN JAKE
18:20 Uhr – LAGWAGON
19:25 Uhr – BAD RELIGION
20:55 Uhr – NOFX

Das waren die Setlists der beiden Headliner

BAD RELIGION
01. Chaos from Within
02. Them and Us
03. Fuck You
04. Recipe for Hate
05. New Dark Ages
06. Los Angeles Is Burning
07. Atomic Garden
08. Do What You Want
09. My Sanity
10. 21st Century (Digital Boy)
11. Generator
12. Change of Ideas
13. Automatic Man
14. You
15. Sorrow
16. Fuck Armageddon… This Is Hell
17. American Jesus
18. Infected
19. Punk Rock Song

NOFX
01. 60%
02. Seeing Double at the Triple Rock
03. Six Years On Dope
04. Murder the Government
05. Les Champs-Élysées
06. Leave It Alone
07. Bob
08. 72 Hookers
09. We March to the Beat of Indifferent Drum
10. Perfect Government
11. I Don’t Like Me Anymore
12. Herojuana
13. Leaving Jesusland
14. Fuck the Kids
15. Dinosaurs Will Die
16. Eat the Meek
17. I’m So Sorry Tony
18. Linoleum
19. Bottles to the Ground
20. Kill All the White Man


Hier geht’s zur Galerie.

Wir freuen uns über deinen Kommentar: