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Foto von Asbjorn vor einem Spiegel
Asbjørn zeigt uns, dass stereotypische Geschechterrollen heutzutage out sind. Credit: Johanna Hividtved.

Im Gespräch mit Asbjørn

Asbjørn feiert den Release seines neuen Albums „Boyology“. Wie er autobiografische Songs mit Sex Education verbindet und mit Gender-Stereotypen bricht, erzählt er uns im Interview!

„Boyology“ ist für Asbjørn eine Darstellung der Beziehung zwischen Verletzlichkeit und Männlichkeit. Beim Hören des Albums fällt uns vor allem eines auf: Es handelt von Heartbreaks, Teenagert-Träumen, Beziehungen und ganz viel Pride! Aber was bedeutet Männlichkeit eigentlich für den Künstler und warum ist es so wichtig, seine verletzliche Seite zu zeigen?

Portrait von Asbjørn
Verletzlichkeit und Männlichkeit gehen für Asbjørn Hand in Hand.
Credit: Johanna Hvidtved

„Boyology“ ist für den Musiker mehr als einfach nur eine Hommage an die Männlichkeit. Vielmehr ist es eine Kampfansage an stereotypische Ansichten und eine Aufforderung, das Schubladendenken in Bezug auf Gender-Rollen vielleicht einfach mal sein zu lassen. Auch ermutigt uns der Sänger damit, unsere eigene Identität zu entdecken, die eben nicht immer in alte, vorgefertigte Schemata passen muss.

„Ich möchte selbst entscheiden, was es bedeutet, ein Mann zu sein.“

Deine EP „Boyology“ soll eine Darstellung der Beziehung zwischen Verletzlichkeit und Maskulinität sein. Kannst du beschreiben, was diese beiden Aspekte für dich zusammenbringt?

Asbjørn: In der gesamten Geschichte wurde Männern beigebracht, dass Verletzlichkeit „nicht männlich“ sei. Du musst mental und physisch widerstandsfähig sein und bloß kein Zeichen der Schwäche zeigen. Ich denke, dass das tief in unserer Kultur verankert ist, wir bemerken gar nicht, wie sehr uns das einschränkt. Jeder Mann, der sich etwas von diesen traditionellen Vorstellungen eines Mannes loslöst, wird entweder als homosexuell oder weniger männlich von seiner Umgebung wahrgenommen. Darüber möchte ich sprechen. Ich möchte die kulturelle Identität und DNA in Frage stellen, die uns dazu davon abhält, unsere Identität frei zu entdecken. Ich möchte für mich selbst entscheiden, was es bedeutet ein Mann oder ein Junge zu sein, genau das bedeutet „Boyology“ für mich.

Foto von Asbjorn vor einem Spiegel mit Himmel im Hintergrund.
„Boyology“ ist mehr als eine Hommage an die Männlichkeit.
Credit: Johanna Hvidtved.

Wie brichst du mit dem Stereotypen „ein starker, kraftvoller Mann“ zu sein durch deine Musik?

Asbjørn: Sich zu bewegen, wie auch immer die Musik es einem sagt, ist eines der befreiendsten Dinge für mich. Wenn du dich von der Musik leiten lässt, kannst du nicht die ganze Zeit stark und kraftvoll sein. Du musst die Sanftheit geschehen lassen, um nachzugeben. Gleichzeitig nutze ich Pop-Musik als eine Plattform für mich, um über Dinge zu reden, die mir wichtig sind. Die Pop-Kultur bringt so viele verschiedene Menschen zusammen und hat deshalb auch die Kraft, etwas in der Gesellschaft zu verändern. So lässt sie Angst verschwinden und baut Brücken. Ich hoffe, dass es beim Hören dieses Albums weniger unheimlich ist, die eigene Identität zu erforschen und auch anderen den Raum geben zu können, dies zu tun.

„Popkultur hat die Kraft, etwas in der Gesellschaft zu verändern.“

Was bedeutet „Verletzlichkeit“ für dich? Gerade wenn du sagst, dass du möchtest, dass Verletzlichkeit „nach Pop klingt“?

Asbjørn: Der Grund, warum ich Pop-Musik liebe, ist, dass sie etwas super Kompliziertes nimmt und es so unglaublich einfach aussehen lässt. Manche Songs lassen dich den Herzschmerz einfach wegtanzen. Andere Songs lassen dich alle Frustration einfach herausschreien. Egal was dich gerade belastet, Pop-Musik gibt dir das Gefühl gesehen und verstanden zu werden und du beschäftigst dich mit etwas, was du normalerweise verstecken würdest. Ich denke, dass Verletzlichkeit fucking beängstigend ist und um sie in mir selbst zu erreichen, musste ich 3-minütige Songs daraus machen. So wurde es immer weniger beängstigend. Ich habe mein Ziel noch nicht erreicht, aber wenn ich weiter darüber schreibe, singe und tanze, werde ich vielleicht irgendwann dazu in der Lage sein, Verletzlichkeit als einen essenziellen Teil des Mannes, der ich bin zu feiern.

Wir danken Asbjørn für das Gespräch. Das Album kann ab jetzt auf den gängigen Streaming-Plattformen rauf und runter gehört werden.


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