Kosmonaut-Festival | 27. + 28.06.2014 | Stausee Rabenstein Chemnitz

Raketenabschuss 2.0 gelungen

Das Kosmonaut-Festival in Chemnitz feierte vom 27. – 28.06. seine zweite Auflage und etabliert sich damit fest in die deutsche Festivallandschaft: doppelte Anzahl an Festivaltagen, stolze 10.000 Besucher (das  sind in der Tat 4.000 mehr als im Vorjahr!) und ausreichend Campingmöglichkeiten.

Wir waren dabei und haben Festival, Leute, Bands und das Gelände unter die Lupe genommen.

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten rundum das Musikevent.

 

Wer kam auf die Idee des Festivals?

Die Mit-Initiatoren und lokalen Helden des Festivals sind die Chemnitzer Jungs der Band Kraftklub. Ihr Anliegen ist simpel: „So ein richtiges, echtes Festival. Bei uns in Chemnitz.“, so Sänger Felix Brummer. Sein Wunsch ging erstmals 2013 in Erfüllung. Mit dabei waren da u.a. Frittenbude, Abby und der geheime Headliner: Kraftklub persönlich.

Hat sich seit der Premiere 2013 was verändert?

Seitdem hat sich einiges verändert: das Festival wurde auf zwei Tage verlängert, die Besucherzahl hat sich nahezu verdoppelt und ein Zeltplatz sorgt für echte Festival-Stimmung. Eins ist jedoch geblieben: ein geheimer Headliner am Samstagabend. Dieser sorgte auch diesmal bis zur letzten Minute für viel Spannung, bunte Spekulationen und große Aufregung.

Konnte das Festival den steigenden Besucherzahlen gerecht werden?

Wir sagen ja! Neben der detailverliebten Kulisse konnte das Line-Up dem Musikgeschmack Vieler gerecht werden. In diesem Jahr ist das dem Festival mit 29 Künstlern auf zwei Bühnen gelungen. Das Angebot der breitgefächerten Musikgenres zog 10.000 Festivalanhänger von nah und fern an. Was sie aber verbindet ist die Liebe zur deutschen Musik. „Wir sind heute wegen Casper und Bosse da. Wann hat man schon mal die Möglichkeit diese zwei großartigen Künstler auf einer Bühne zu sehen? Dazu haben wir und extra ein Auto gemietet und fahren morgen Nacht wieder nach Berlin.“, so eine Festivalbesucherin.

Erwies sich das Gelände als festivalgeeignet?

Um es in einem Wort auf den Punkt zu bringen: JA! Von 1999 bis 2006 gastierte an gleicher Stelle das Hip-Hop Festival splash! mit rund 35.000 Besuchern. Das Kosmonaut-Festival war aber mit seinen 10.000 Gästen schon gut gefüllt. Vom grünen, liebevoll gestalteten Festivalgelände bis hin zum nahegelegenen Campingplatz alles super. Der Campingplatz war u.a. von einer unübersehbaren, aber wirklich witzigen Präsenz eines Pizza-Lieferservices geprägt: eine riesig große Hüpfburg-Spiellandschaft, welche nebenbei noch viele Gewinnchancen bot und die Besucher bei Laune hielt, bevor sich 14.00 Uhr die Tore zum Stausee öffneten. Die Werbebotschafter des Lieferservices in Gorillakostümen sorgten außerdem auf Zelt- und Festivalgelände für viel Spaß bei den Besuchern.

Was macht das Festivalgelände aus?

Die Lage ist unschlagbar. Nur wenige Fahrminuten von der Autobahn und der Innenstadt Chemnitz entfernt, liegt das Gelände direkt am Stausee Rabenstein. Als Hauptschauplatz des Musikevents dient das dortige Freibad. Direkt daran angrenzend befand sich der Zeltplatz und Parkplatz für die Camper. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde ein großzügiger Parkplatz für die Tagesbesucher eingerichtet. Die kurzen Wege sind ein absoluter Pluspunkt für das Festival. Es lässt eine familiäre Atmosphäre aufkommen und man kann sich näher mit den Angeboten beschäftigen. Auf dem Gelände gab es neben verschiedenen Werbeständen von Radiosendern u.a. eine große Auswahl an Imbissbuden, die ihr Essen zu moderaten Preisen anboten. Das größte Highlight war aber sicher der an die Hauptbühne angrenzte See, der nicht nur optisch eine Augenweide war, sondern auch eine Menge Badegäste zur Abkühlung einlud. Etwas versteckt fand man die Blumenbühne, auf der hauptsächlich DJ’s ihr Publikum beschallten, aber auch Milky Chance am Samstagabend.

Wie war der Auftakttag des Kosmonauten-Festivals?

Ein raketenhafter Start gelang dem Festival am Freitag. Nachdem 14.00 Uhr die grünen Pforten des Geländes für die Besucher geöffnet wurden, gaben sich namenhafte Bands auf der Hauptbühne das Mikro in die Hand. Die Band Annenmaykantereit eröffnete das Programm. Die junge Band hat sich von den Straßen auf die Festival- und Clubbühnen des Landes gespielt. Mit Schlagzeug, Gitarre, Kontrabass, Gesang, Klavier, Mundharmonika, guten Songs, viel Blues und einer unverwechselbarer Stimme treffen Annenmaykantereit die Herzen der Festivalbesucher. Es folgte die Band Bilderbuch. Die österreichischen Jungs mischen unterschiedlichen Genres, wie Progressive Rock, Art-Punk, Indie-Rock und Hip Hop zu einer festivaltauglichen Tanzmusik. Spätestens beim Radiodauerbrenner „Maschin“ blieb kein Bein unbewegt. Die folgenden Mighty Oaks überzeugten durch ihr sympathisches Auftreten und mit ihrer folkigen Musik trafen sie den Geschmack des Publikums. Dank dem Ohrwurm „Brother“ ist die Band aus der deutschen Musiklandschaft gar nicht mehr wegzudenken.

Ja, klingt toll. Aber wie waren Alligatoah, Bosse und Casper?

Alligatoah ist nicht nur gut zum Zuhören sondern auch lustig anzuschauen. Seine Bühnenshow besticht durch schauspielerisches Talent und dem Hang zur Selbstironie, was sich auch in seinen Text wiederspiegelt. Unter seinen Bühnen-Requisiten befindet sich zum Beispiel ein überdimensionaler Kochtopf, in dem ab und an umher gerührt wird. Fragt man sich: warum? Auch wir haben leider keine Ahnung, ist aber irgendwie witzig. Bosse hat sich definitv einen festen Platz in der Musiklandschaft erspielt und ist auf jedem Festival gerne gesehen, denn durch seine Gute-Laune-Lieder wie „So oder So“ wird die Stimme und das Tanzbein auf die Probe gestellt. Gemischt mit ein paar nachdenklichen Liedern wie „Vier Leben“ war es ein rundum gelungener Auftritt. Als Headliner betrat gegen 22.30 Uhr Casper die Bühne und hatte sein Publikum schnell im Griff. Alle sprangen, sangen, tanzten und feierten den Rapper. Der bedankte sich durch eine energiegeladene Show und ein Feuerwerk an passender Stelle. „Ganz schön okay“ fanden es nicht nur die Zuschauer vor der Bühne, als Felix von Kraftklub zum gleichnamigen Song die Bühne betrat und mit Casper den Song performte.

Wer spielte am Samstag?

Still Trees machten den Anfang, bevor The Durango Riot schwedische Luft mit nach Chemnitz brachten. Who Made Who sorgten für das Outfit des Wochenendes in Form eines kurzhosiger Jogginganzugs und die Fans von Feine Sahne Fischfilet brannten Bengalische Feuer an. Die Blood Red Shoes und Klaxons überbrückten mit Ihren Shows dann die Zeit bis zur Bekanntgabe des geheimen Headliner. KIZ? Deichkind? Marteria? Nochmal Casper? Nein! Der Vorhang fällt nach der kurzen Ansprache durch Kraftklub und es sind: Fettes Brot. Der krönende Abschluss des Festivals ist also das das Hit-Gewitter aus Hamburg. König Boris, Dokter Renz und Björn Beton nennen sich sellbst den lustigsten Headliner, den es geben kann. Und dies bewiesen sie auch: Zwischen bekannten Songs wie „Jein“ und „Bettina, zieh dir bitte etwas an“ werden ab und an platte Scherze eingeworfen. Man kann sagen, was man will: Das war unterhaltsam und großartig!

Und das war wirklich alles?

Nein, es gab es noch eine zweite Bühne Neben der Hauptbühne gab es noch die Blume-Bühne auf der hauptsächlich DJ’s spielten. Zum Beispiel: Cuki, Cuthead, Dominik Hisslinger, Etwas Anders, Gimmix und die Drunken Masters. Am Samstag um Mitternacht präsentierten sich Milky Chance mit einer minimalistischen Bühnenshow aber maximalen musikalischen Ohrenschmaus. Dies war auch unser bombastischer Abschluss des Festivals.

Was sagen die Künstler? Wie war die Stimmung?

In einem Punkt waren sich die Künstler Bosse und Casper am Freitag einig: Das Festival gehört zu einem der schönsten und idyllischsten in Deutschland. Und dem können sicherlich alle anderen Musiker (und Besucher) zustimmen. Das Publikum war bunt gemischt. Es gab vorranging junge Menschen, die ausgelassen die Bands und sich feierten. Die Stimmung war stets gut und entspannt – wie sollte es in diesem Umfeld auch anders sein.

Wann findet das nächste Kosmonauten-Festival statt?

Die nächste musikalische Rakete wird am 25. und 26. Juni 2015 gestartet – der Countdown ist bereits gestartet. Wir können es nur wärmstens empfehlen, schon jetzt Tickets zu sichern!

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