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Lacrosse – Bandages for the Heart

bandagesEtwas düsterer und melancholischer als das überschwängliche Debütalbum „This New Year Will Be For You And Me“ (2007) sei die zweite Platte von Lacrosse ausgefallen, hieß es im Vorfeld der Veröffentlichung von „Bandages For The Heart„.

Allzu viel geändert hat sich bei dem Sextett aus Stockholm im Vergleich zum Vorgänger allerdings nicht wirklich. Zwar streuen die Schweden nun gelegentlich auch ein paar getragene Stücke wie das wehmütige „Excuses, Excuses“ mit ein, aber diese wirken dann doch eher wie ein paar vereinzelte Wolken an einem ansonsten strahlend blauen Himmel. Über weite Strecken dominiert bei Lacrosse also immer noch mitreißender und fast schon unverschämt gut gelaunter Bubblegum-Pop, bei dem die B52´s auf die Shout Out Louds und – wie in der großartigen ersten Single-Auskopplung „We Are Kids“ – ein wenig 80er Jahre Disco-Trash treffen. Von der vordergründigen Ausgelassenheit sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen, denn schließlich ist „Bandages For The Heart“ ein Album, das sich vor allem mit den Widrigkeiten der Liebe und den damit verbundenen seelischen Qualen (im Song „My Stop“ heißt es gar: „Living is not an option, but I guess suicide is worse„) beschäftigt.

Im Prinzip ist die Platte durchaus gut gelungen und sehr nett anzuhören, aber ein wenig zu dick trägt „Bandages For The Heart“ hin und wieder doch auf. Auch die quäkige Stimme von Sängerin Nina Wähä, der vom ruhigeren männlichen Gegenpart Kristian Dahl zum Glück ein wenig die Schärfe genommen wird, ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Mit Lacrosse verhält es sich eben ähnlich wie mit Schokolade und anderem Zuckerkram: Ein wenig davon macht glücklich, zu viel macht Bauchschmerzen.

„Bandages For The Heart“ von Lacrosse ist am 2. Mai bei Tapete Records erschienen.

Text: Christoph Walter

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