WOMAN Cover Happy Freedom

WOMAN – Happy Freedom

Wer dachte, auf „Happy Freedom“, dem Debüt der Band WOMAN, gäbe es nur Elektro-Pop à la  “Marvelous City” zu hören, täuscht sich. Aber ganz gewaltig. Das ist schon Pop, was WOMAN machen, aber alles andere als gefällig.

Eine aufgeschnittene Weltkugel, dessen Kern eine Discokugel ist – schon das Cover der Platte „Happy Freedom“, das am 12.05.2017 via Asmara/Rough Trade erschienen ist, ist ein Statement. Es geht um Weltbewegendes – Freundschaft, Liebe, Zukunft, Vergangenheit, Glück und Ängste. Doch im Grunde, sozusagen des Pudels Kern, geht es um die Frage: Warum sich den Kopf zerbrechen, wenn alles auch eine Illusion sein könnte?

“Where you gonna go when the planet erupts?” fragt der erste pulsierende, etwas geheimnisvolle Track der Platte, “Dust”. Aber an der Frage halten sich WOMAN genauso wenig auf wie an Stilrichtungen. Mit „Happy Freedom“ und Bilderbuch-Produzent Sebastian Adam grasen sie alle Stilrichtungen ab. Die Veröffentlichungen „Marvelous City“ und „Control“ sind die handzahmsten und eingängigsten Songs der Platte und scheinbar ein Täuschungsmanöver. Wer von der Platte ähnlich smoothe, soulige Nummern erwartet, wird kaum fündig.

Auf „Happy Freedom“ geht es die Effektpalette rauf und runter: Das tanzbare, R’n’B-eske „Control“ wechselt in funkige „Love“, bevor die Platte vorübergehend gänzlich umschlägt. Das kapitalismuskritische „Money“ und das trashige „Khung Bo (Terror)“ sind schrill, dunkel und eine ziemliche Zerreißprobe für’s Gemüt. Aber auch das ist kein Dauerzustand: „2072“ holt nochmal aus, was Klavierpathos angeht, während „The End“ sich sechs Minuten lang mit kosmisch-psychedelischem Drum und Dran verabschiedet.

Der Lieblingstrack der Platte ist „NYD“, das sich zurückhaltenden, erst nach und nach mit flirrenden Effekten in die Höhe spielt.

Selbst wenn es bei den ein, zwei Songs nichts sofort klickt, ist ihre Vielschichtigkeit faszinierend. Keiner der Songs auf „Happy Freedom“ bleibt auf der Stelle stehen, hat Höhen und Tiefen, Ecken und Kanten. Besonders die Stimme von WOMAN-Sänger Manuel Tran hat was, da sie in jedem Track eine andere Facette offenbart. Was sich nicht wie ein roter Faden liest, ist der rote Faden – und das macht „Happy Freedom“ zu einer musikalisch ziemlich großartigen Platte.

WOMAN sind live übrigens auch nicht zu verachten:

17.05.2017    Haldern, Pop Bar
18.05.2017    Berlin, Musik & Frieden (Cardinal Sessions Festival)
19.05.2017    Hamburg, Molotow (Cardinal Sessions Festival)
20.05.2017    Köln, Gebäude 9 (Cardinal Sessions Festival)       
09.06.2017    Kaltenberg, PULS Open Air
05.07.2017    Bremen, Breminale
06.07.2017    Bochum, Bochum Total
08.07.2017    Bergheider See, Feel Festival       
12.08.2017    Metelen, Kinkerlitzchen Festival
18.08.2017    Bergheider See, Artlake Festival

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