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Digitalism – Kitsuné Tabloid

Was hat man gejubelt, als Digitalism vergangenes Jahr mit ihrem Debütalbum „Idealism“ die deutsche Electronic-Szene segneten. Und was hat man nächtelang sowohl in Discos als auch in Indie-Clubs zu ihren Songs getanzt (Allein das Wort „Pogo“ lässt Beine zucken)! Nun legen Digitalism ein Jahr später also mit einer Mix-Platte nach, der ersten Compilation einer Serie des Labels Kitsuné. Und es stellt sich die Frage: Kann diese mit dem Album mithalten und ebenfalls überzeugen?

„Sugar melts the acid rain!“

Schon das Albumcover macht klar, was bei dieser Mixplatte angesagt ist: Viel, alles durcheinander, eine Insel unter Palmen, eine chemische Verbindung und sogar eine Pizza. Aber stets neongrün im Hinterkopf, bitte! Ganz hinreißend lassen sich die beiden Helden im linken unteren Teil der Grafik aus einer Ketchuptube bekleckern und vergessen selbst da die Rave-Sonnenbrillen nicht – Äußerst vorbildlich!

Auch musikalisch wird auf dieser Platte alles zusammengeworfen, was den beiden Hamburgern in die Finger kam. Das hier ist ein Mix aus Remixen, die Digitalism selbst erstellten und anderen Tracks, die ihrer Meinung nach die Compilation gut ergänzten.

Digitalism selbst legten Hand an einige aktuelle Perlen, wo man sie sehr freut, diese nochmal aufgemotzt hören zu dürfen. „Shake A Fist“ von Hot Chip als sehr gutes Beispiel. Was hat man ihn auf der Hot Chip-Platte geliebt, diesen Part, in dem es heißt, dass man jetzt zeigt, was das Studio denn so hergibt und das königliche Geballere startete. Digitalism haben es begriffen, sich exakt diese Sekunden herausgesucht und nochmals aufgepowert! So viel Energie auf 1 1/2 Minuten, unglaublich. Auch unfassbar tanzbar ist Digitalisms Remix von „Colours“ des Schotten Calvin Harris. Aber bei einem eh schon guten Song kann man eben kaum was falsch machen. Noch etwas Geknarze im Hintergrund addiert und fertig ist er, der gute Remix. Auch der Remix des Songs „Business Acumen“ der Band In Flagranti haut ordentlich auf die Boxen. In Flagranti sagten mir bis dato noch gar nichts, aber dieser Remix ist in sich total abwechslungsreich, über einen 4-To-The-Foor-Beat bis zu einer rhythmischen Gitarre kann man hier einiges raushören. Zusätzlich zu den Remixen fremder Songs haben Digitalism auch Digitalism-Songs nochmals über den Haufen geworfen und heraus kamen ganz neue Tracks, die weitesgehend noch energetischer als die Ursprünglichen sind. Und der „Underwater Sonar Club Mix“ vom Track „Echoes“ beendet hier das Album, wie es das Original schon fürs geliebte Idealism tat – Und das sehr gelungen, nicht zu abrupt.

Aber auch die anderen Titel, die Digitalism noch zum Tabloid hinzufügten, sind nicht von schlechten Eltern. Mit der beste Track dieser ganzen Mix-Platte ist wohl „The Bears Are Coming“ von Late Of The Pier im Remix von Metronomy. Da ist diese dronige, stolpernde, knarzige Bassline, die sofortig zu unkontrollierten Bewegungen führt. Wahnsinniger Song und unbeschreiblich tanzbar! Und auch der Shazam Remix vom Song „Sweaty“ der Band Muscles tut hier seine Bestimmung: Animieren und Spaß machen. Musikalisch schon ziemlich nah dran an Tunes von Justice, unsagbar kraftvolle Beats.

Und was bei so einer Mix-Platte ja auch noch interessant ist: Die Übergänge. Die Problematik ist einwandfrei gelöst, kaum Holperstellen zwischen den Songs, lässt sich wunderbar durchhören.

Isi von Digitalism sagt, dass es das Ziel war, eine Mix-Platte zu erstellen, die den Menschen einen Kick im Sommer gibt. Die die Menschen zwingt, einander ein wenig näher zu kommen, denn darum geht es bei Sommer und Sonnenschein schließlich. Und was soll man sagen, zumindest gemeinsames Abgetanze in den Clubs hierzulande und anderswo ist mit dieser Platte definitiv garantiert. Jetzt müsste es nur noch Sommer werden bitte, schnell!


VÖ: „Kitsuné Tabloid“ erscheint am 27.06.2008 auf Kitsuné.

One comment

  1. Also ich find die Platte ja ma geil, aber „Idealism“ hats mir den doch mehr angetan. Ist aber auch n hartes Stück arbeit die zu toppen… =)

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