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GAME: Tekken 6 (XBOX 360)

Winterzeit ist Beat’em Up-Zeit. Das hochkarätige Genre (dieses Jahr extrem groß vertreten durch Soul Calibur IV und Street Fighter 4) bringt pünktlich zum Beginn der Glühwein-Tage endlich den nächsten Hit heraus: Tekken 6! Aber hat sich das lange Warten wirklich gelohnt, oder ist Tekken 6 doch eher kalter Kaffee? Fünf Jahre ist der letzte Teil her, doch verändert hat sich nicht viel, außer das alles größer, schneller und schicker geworden ist. Aber warum das Rad neu erfinden, wenn es der alte Drahtesel auch noch tut. Was erwartet uns nun mit Tekken 6? Wir testeten die Ausgabe für die XBOX 360.

Es gibt 40 Kämpfer, davon 6 neu, bis zu 100 Schlagvarianten pro Charakter, 16 wählbare Arenen, Online-, Offline- und Kampagnen-Spielmodi. Für ein Beat’em Up ein ordentliches All-In-One Paket.

Kampagnen Mode: Das erste, was im neuen Hauptmenü auffallen wird, ist der ungewohnte Top-Menüpunkt mit dem Titel „Kampagne“. Dahinter verbirgt sich ein Beat’em Up mit den bekannten Tekken-Charakteren.
Grundsätzlich prügelt man sich in klassischer Final Fight Manier durch unzählige Stages, die auf einer Weltkarte anwählbar sind. Nach abgeschlossener Stage und besiegtem Boss-Gegner wird ein neuer Weg und ein neuer Charakter freigeschaltet. Die Geschichten der einzelnen Charaktere werden wieder in sehr schönen Render-Videos präsentiert. Gekämpft wird wie im Arcade-Modus, mit dem Unterschied, dass man mit Druck auf die R1-Taste zum Lauf- oder Kampfmodus wechseln kann. Dieser Kampagne werden viele auch noch aus dem „Tekken Force Modus“ vom dritten Teil her kennen. Ein netter Bonus für Tekken 6 frei nach dem Buy 1 Try 2 Prinzip.

40 Kämpfer: Die Entwickler haben sich hier auch wohl gedacht, dass es nervig wird, alle Charaktere nach und nach freizuschalten und so sind diesmal alle Charaktere von Anfang an spielbar. Neben den üblichen Verdächtigen sind insgesamt sechs neue Kämpfer hinzugekommen. Leo und der spanische „Street Fighter“ Miguel sind, was die Neuzugänge angeht, doch eher mau bestückt. Macht auch nicht wirklich Spaß, sich mit den beiden länger zu beschäftigen, aber die anderen sind auf jeden Fall einen längeren Blick wert. Robotermädchen Alisa ist schnell unterwegs und hat paar richtig feine Kombos im Gepäck. Die beeindruckend gelenkige Zafina erinnert mit ihrer Kombinationsmöglichkeit aus schnellen, mittleren und tiefen Angriffen erstaunlich an Christie Monteiro – Hat aber einen gerade visuell sehr ansprechenden Kampfstil! Bob könnte der Bruder von Rufus aus Street Fighter 4 sein, der irrsinnig schnell ist. Und Teufelslocke Lars Alexandersson erinnert an eine Mischung aus Jin Kazama und Raven – schnell, kräftig, agil.

Gameplay: Alt bleibt alt und so ist der neueste Teil spielerisch sehr eng an dem direkten Vorgänger orientiert. Fans der Serie werden sich deshalb sofort wie zu Hause fühlen und auch nach einer längeren Tekken-Zwangspause bereits im ersten Kampf die eingebrannten Combos aus dem Ärmel schütteln und man wird sich kaum wundern, dass auch hier im Gameplay nichts Neues passiert. Aber wozu auch! Wenn man auf Street Fighter guckt, funktioniert ‚Viertelkreis nach vorne + Schlag = Hadoken‘ auch seit 20 Jahren genauso fabelhaft. Man kann den Entwicklern deshalb zwar durchaus mangelnde Innovationsfreude vorwerfen, muss aber gleichzeitig auch einräumen, dass Tekken 6 im Vergleich zum direkten Vorgänger an einigen Stellen weiter verfeinert und abgerundet wurde.

Online Modus: Kämpft mit Krankheiten… Tekken 6 hat im Online-Modus eigentlich alles, was man braucht, doch schleichen sich immer wieder Lags ein, die zu irreführenden Verzögerungen führen können. Die Reaktion der Eingabe und der damit verbundenen Ausführung auf dem Bildschirm ist leider hier nicht Sekt oder Selters, weswegen andere Titel wie Street Fighter IV deutlich besser aussehen als der King of Iron Fist Torunament. Sicherlich ist der Online-Modus spielbar und läuft die meiste Zeit über zufriedenstellend, aber hier ist die Old School Version immer noch die beste Version. Mit paar Kollegen auf die Couch, um zu zocken und sich wie 1994 gegenseitig dissen und aufregen!

Grafik: Tekken 6 sieht wirklich gut aus. Die Animationen sind einmal mehr wunderbar flüssig und abwechslungsreich, die Bewegungen der Fighter sind Zucker und gehen perfekt ineinander über, aber! – Die Darstellung der Haut hat Namco nicht wirklich hinbekommen, dass hat man überall schon mal besser gesehen. Außerdem kommt es öfter zu Clippingfehlern, was Haare oder andere Details am Körper angeht. Auch was das Design der 16 Level angeht, gibt es da Höhen und Tiefen, wo man sich aber auch fragt, warum es Level gibt, die genial gebaut sind und dann dann wiederum welche, die schlimmer als auf der PS2 aussehen. Wir werden es wohl nie erfahren. Was neu ist, aber was man schon aus Dead Or Alive kennt: Dass man den Gegner (und sich natürlich auch) mit dem richtigen Manöver ein Stockwerk nach unten befördern kann – was zuerst ganz nett ist, aber dann doch sehr störend ist, weil durch den Fall die Kombos natürlich unterbrochen werden. ??Sehr schön und ebenso neu ist ein Effekt, der bei größeren Treffern Matrix-ähnliche Ringe und Blitze durch die Luft zischen und das Bild für einen Sekundenbruchteil quasi zerspringen lässt. Klingt komisch, sieht aber in Bewegung verdammt cool aus.

Sound: Auch hier wurde der Sound-Mixer ausgepackt und geschraubt, was nur geht. So wurde Tekken 6 mit einem sehr guten Surround-Sound ausgestattet! Das Spiel klingt fantastisch. Es kracht und scheppert und donnert und knallt an allen Ecken und Enden, teilweise im Hintergrund sogar (akustisch und optisch) so viel, dass man leicht abgelenkt werden kann. So soll es wohl sein!

Fazit: Tekken 6 ist ein must have für alle Beat’em Up Liebhaber da draußen, oder für die, die es noch werden wollen. Dank simpler Steuerung ist Tekken schnell zugänglich, was in einer netten Spielrunde mit Freunden sehr viel Spaß macht, auch wenn das Spiel aus technischer Hinsicht keinen wirklich moderner Hochgenuss ist. Die Grafik bietet schöne Hintergründe und gut animierte Kämpfer. Dennoch könnte alles ein wenig runder aussehen. Soul Calibur 4 hat es vorgemacht, wie ein Beat’em Up heutzutage auszusehen hat. Wenn man aber ehrlich ist, ist die Grafik bei einem Beat’em Up relativ unwichtig. Hauptsache das Gameplay stimmt – Und das tut es auch hier.

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