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Jake Bugg – Jake Bugg

„So I kiss goodbye to every little ounce of pain/ Light a cigarette and wish the world away“, tönt eine rostige Stimme derzeit durch die Werbung. Zweifelsohne gehört sie zu einem jungen Mann, nämlich zu Jake Bugg. „Two Fingers“ ist nur einer der ausnahmslos den Funken überspringen lassenden Songs auf dem Debütalbum, in dem der 18-Jährige beweist, dass in ihm eine alte Seele wohnt.

Jake Bugg ist mal wieder eine dieser Musiksensationen, die auf einer Welle überschwenglicher Begeisterung aus Großbritannien zu uns herüber schwappt. Nachdem er seine Songs zunächst nur im Internet veröffentlichte, dauerte es nicht lang bis BBC auf ihn aufmerksam wurde und ihn in der Kultsendung „Later with Jools Holland“ auftreten ließ. Kurze Zeit später spielte er dann Support für Stone Roses und High Flying Birds. Vielleicht weil Noel Gallagher sich selbst etwas wiederfand, in dem immer etwas gelangweilt blickendem Milchbubi aus Nottingham, wohl eher aber, weil er weiß, was er tut, nahm er ihn kurzerhand auf die ganze Tour durch Europa und die USA mit. Als Bugg wieder auf englischem Boden landet, ist sein Debüt „Jake Bugg“ die Nummer Eins in den UK-Charts. Man kennt ihn.

Doch der 18-Jährige ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus, die ihm vor allem Gallagher vor die Füße wirft, vielmehr lässt ihn der ganze Trubel um seine Person ziemlich kalt. Ihm geht es nur darum, im tristen, verregneten Nottingham, in dem er als Scheidungskind aufwächst, mit der Musik, die er macht, dem Alltag zu entfliehen. So besingt er mit seiner verrosteten Stimme, die an den blutjungen Bob Dylan erinnert, und seinem ganz eigenen Stilmixaus klassischem Bluesrock der 60er Jahre, Country, Folk und Britpop der 90er Jahre, seine Gedanken zu den menschlichsten Alltagssituationen. Damit rebelliert er gegen moderene Elektropopfrickeleien, mit denen er einfach nichts anfangen kann, und erfüllt lang gehegte Herzenswünsche derer, die Dubstep nur aus der Werbung kennen.

Immer wieder geht es in Bugg-Songs um das Kleinstadtleben, Fernweh, Weltschmerz und Sehnsucht nach Abenteuer. In „Trouble Town“ lässt er kein allzu gutes Haar an seiner Heimatstadt Notthingham, in der er aufwuchs, und singt „Stuck in speed bump city, where the only thing that might be pretty is the thought of gettin’ out.“ Auch im Opener „Lightning Bolt“ erzählt er von der Tristesse der Kleinstadt, aus der er sich erhofft, blitzartig enftliehen zu können.

Jake Bugg weiß wie es geht, immer mit der Gitarre im Vordergrund, begleitet von Schlagzeug und Bass sowie einer Mundharmonika, die sich ab und an Gehör verschafft, weiß der Jungspunt ein 39-Minuten-Gesamtkunstwerk zu erschaffen. Seine ungefilterte Ehrlichkeit, die ungewöhnlich reifen, einsichten Textzeilen über das Leben und die Liebe, die Wiederbelebung des Country, das mitschwingende Lebensgefühl der 60er- und 70er-Jahre … Man kann einen Grund nach dem anderen aufzählen, warum es für Jake Bugg nicht allzu schwer sein düfte, der englischen Idylle zu entkommen, in die er sich vielleicht schon bald zurückwünscht.

Erstmal allerdings stehen andere Dinge an …

02.03.2013 Frankfurt am Main, Zoom

07.03.2013 Köln, Luxor

12.03.2013 Hamburg, Knust

18.03.2013 Berlin, Kleiner Postbahnhof

19.03.2013 München, Strom

 


VÖ: „Jake Bugg“ erschien bereits am 25. Januar 2013 via Universal.

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