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J.Tillman – Year In The Kingdom

Year In The KingdomWas Joshua Tillman, kurz J.Tillman, zu leisten im Stande ist, erscheint schier unglaublich. Als Schlagzeuger der wunderbaren Fleet Foxes anscheinend nicht ausgelastet, wandelt der vollbärtige Tillman nun erneut auf Solo-Pfaden und greift für sein neues Werk „Year In The Kingdom“ verstärkt zur Gitarre anstatt zu den Trommel-Stöcken.

Dazu sei erwähnt, dass der etatmäßige Percussionist des aus Seattle stammenden Kollektivs Fleet Foxes gerade erst im Januar diesen Jahres mit „Vacilando Territory Blues“ ein 13-Song umfassendes Solo-Werk vorgelegt hJ. Tillmanat. Nun hat sich Tillman also erneut ins Studio begeben, um im September und somit lediglich acht Monate später mit „Year In The Kingdom“ sein siebtes Album zu veröffentlichen. Eine Umtriebigkeit, die an den jungen Ryan Adams erinnert.

Den Hörer erwarten neun dahin fließende Stücke, getränkt mit akzentuiert eingespielten urbanen Instrumenten. So etwa erklingen Harfen und Mandolinen. Die sauber gezupfte Akustik-Gitarre leitet verworren, aber dennoch zielstrebig. Und selbstverständlich erklingen Choräle, die allerdings im Vergleich zu den von den Fleet Foxes bekannten imposanten Gesängen eher dezent in den Hintergrund inszeniert werden.

An den rhythmischen Instrumenten bedient sich Tillman ebenfalls sparsam. Tambourin und Handtrommel schlagen einen gemächlichen Takt und das Piano steuert vereinzelte Töne bei. Dazu der Gesang des Amerikaners, der wirkt, als würde der Songschreiber spontan aus tiefster Seele berichten. Langsam und besonnen formt er seine Wörter, verleiht ihnen Melodie und eine schwerwiegende Klangfarbe. Darauf bedacht, seine Verse erst nach reiflicher Überlegung zu offenbaren. Großes Pathos besitzen seine Geschichten allemal. Geradezu prophetisch:“We find each other where we promised.“

J. TillmanMüßig zu erwähnen, dass der Gitarrist sparsam mit dem umgeht, was er artikuliert, mit dem was er preis gibt. Und letztendlich ist es genau dieser Minimalismus, der Tillmas Musik eine plastische Dramatik verleiht, die gerade dazu führt, bei geschlossenen Augen den Eindruck zu erhalten, der Bärtige säße mit seiner Gitarre direkt vor einem und erzähle die Plots seiner Sagen ausschließlich für einen selbst. Ein wohltuender Vertrauensbeweiß.

Es darf sicher darüber spekuliert werden, ob es für einen Künstler sinnvoll ist, derart zahlreich Musik zu veröffentlichen, ohne dabei Qualitätseinbußen am eigenen Werk zu billigen. Was jedoch auf J. Tillman zutrifft, ist eher das schlichte Gegenteil. Mit „Year In The Kingdom“ stellt der Songschreiber unter Beweis, dass sich Quantität und Qualität nicht gegenseitig ausschließen.

„Year In The Kingdom“ erscheint am 25. Sep. 09 bei Cooperativ.

Mainstage präsentiert: J. Tillman auf Deutschland-Tour!

23. Sep. 09 Köln – Blue Shell

24. Sep. 09 Hamburg – Reeperbahn Festival

25. Sep. 09 Berlin – Privat Club

26. Sep. 09 München – Orangehouse

Weitere Informationen findet Ihr hier.

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